Tag 459 – Wie Herr Rabe und ich…

Dies ist ein Notfall-Post. Eigentlich wollte ich hier total stolz meinen frisch fertig genähten Pulli zeigen, aber der ist jetzt leider zu groß und sieht allenfalls lustig an mir aus, also da muss ich morgen nochmal ran. Deshalb hier die Geschichte, wie Herr Rabe und ich uns jahrelang nicht kennenlernten. 

Herr Rabe und ich gingen sieben Jahre lang auf benachbarte Schulen und lernten uns nicht kennen. Wir hatten sogar Kurse an der jeweils anderen Schule und begegneten uns nie. Also, nicht richtig. Möglicherweise, und das ist natürlich reine Spekulation, lag es daran, dass Herr Rabe damals eine unmögliche Frisur hatte. Oder daran, dass ich damals noch ziemlich viel rauchte und Herr Rabe Rauchen eklig fand. Oder vielleicht daran, dass wir damals beide in Beziehungen waren (Herr Rabe mit der ehemaligen Tanzpartnerin meines ersten festen Freundes, Bielefeld ist echt ein Dorf!). Wer weiß. Also, wir lernten uns jedenfalls nicht kennen. 

Dann waren Herr Rabe und ich zeitgleich Studierende an der gleichen Fakultät der gleichen Uni. Drei Jahre lang. Wobei Herr Rabe davon eines in Stockholm war, also eigentlich nur zwei Jahre lang. Wir kannten die gleichen Leute, gingen auf die gleichen Partys, lernten uns aber nicht kennen. Herr Rabe lernte meinen besten Freund kennen – aber mich nicht. Wir waren beide auf einem Geburtstag des besten Freundes, in dessen WG, wir wurden einander sogar vorgestellt – und das war’s. Möglicherweise lags am Laborkittel und der Schutzbrille, der beste Freund hatte zum „Betriebsfest“ geladen. Naja. Wir waren ja auch beide in Beziehungen. 

Dann dampfte Herr Rabe nach Schweden ab und ich lebte mein Leben so vor mich hin, der beste Freund schleifte mich als Betreuerin auf eine Ferienfreizeit, das war sehr sehr lustig, also sagte ich für das nächste Jahr auch gleich zu. Ich belaberte sogar meinen damaligen Freund, mitzufahren. Bei den Vorbereitungstreffen für die Freizeit hieß es immer, es führe noch ein ein anderer Betreuer mit, der sei aber noch in Stockholm und käme erst kurz vor der Freizeit zurück. Wir anderen waren schon ein recht eingeschworenes Team, der Neue hatte es da nicht leicht und da direkt alle Vortreffen verpassen? Nicht so gut… 

Tja und so sah ich Herrn Rabe das erste Mal bewusst an einem sehr frühen Morgen vor einem Reisebus in Warstein. Mit einem Strohhut auf und einem sehr engen T-Shirt an und Jeans mit einem Gürtel mit sehr großer und auffälliger Schnalle. Meine Mit-Betreuerin war direkt hin und weg. Ich dachte nur „Pfffft, Aufreißer.“.

Ein Jahr später verlobten wir uns. Zwei Jahre später heirateten wir. 

… und immer genug Zitronen unter dem Bett.

4 Gedanken zu “Tag 459 – Wie Herr Rabe und ich…

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