Tag 1674 – Corontäne Tag 1.

Ok der Witz ist schlecht, aber was bleibt einer schon außer schlechter Witze? Es ist auch keiner von uns in echter Quarantäne. Wir sind nur sozial distanziert.

Die nächsten Wochen werden knüppelhart. Pippi dreht jetzt schon frei und ich weiß nicht so ganz, wie ich bis nach Ostern mit Bestimmer-Wutkreischheul-Prinzessin aushalten soll, ohne dass man mich hinterher aus der Ecke auffegen kann. Willensstark schön und gut, aber muss das den ganzen Tag sein? Und grad jetzt?

Die Kinder und ich hatten heute, als ich endlich zu Hause war, ein ernsthaftes Gespräch, in dem ich klargestellt habe, dass wir weiter eine Struktur haben müssen, dass Michel weiter Schulaufgaben machen muss (keine Ahnung was, aber uns fällt im Zweifel schon was ein), wir aufstehen und uns anziehen und uns bewegen und vielleicht auch mal Sport machen müssen, und wir vor allem alle versuchen müssen, uns so wenig wie möglich auf die Nerven zu gehen, damit wir uns hinterher noch lieb haben. Danach hat Michel angeboten, auf Pippi aufzupassen, damit wir arbeiten können. Das war sehr süß und lieb. Der große Spatz.

Apropos süß und lieb: ich hab heute doll vor Rührung geweint, weil Herr Rabe mir Schichtkuchen gebacken hat.

Was ganz anderes: Ich schäme mich inzwischen sehr für das hier. Ich nehme meinen selbst verzapften Bullshit hiermit zurück. Wollte ich mal sagen. Norwegen hat inzwischen unkontrollierten community spread in mehreren Städten und nun muss alles getan werden, um zu verhindern, dass es läuft wie in Italien. Wo Leute so ziemlich reihenweise sterben und teilweise nur noch die mit guten Überlebenschancen überhaupt behandelt werden können. Das kann keiner wollen, man muss es sich nur anschauen, da sieht man grad sehr deutlich, was passiert, wenn die Krankenhäuser den Fallzahlen nicht mal mehr annähernd gerecht werden können. Ob ich es jetzt mild oder gar nicht kriegen würde, ist mir da ehrlich gesagt egal, wenn ich eventuell wen anstecke, den es umbringt, oder auch nur wen anstecke, den das zusammengebrochene Gesundheitssystem dann umbringt.

Bitte weiter Hände waschen und auch wenn bei Ihnen noch Kino, Schwimmbad und Fitnessstudio aufhaben: es gibt grad wichtiges. Denken Sie an Italien.

3 Gedanken zu “Tag 1674 – Corontäne Tag 1.

  1. Livingatnumber3 schreibt:

    Ich wünsche starke Nerven! Für Schulmaterial gibt es in Deutschland http://www.grundschulkoenig.de
    Zumindest Mathe wäre damit abgedeckt. Vielleicht gibt es ja ein norwegisches Pendant. (Wir haben hier ein ähnliches Problem, einmal Kiga-Kind, einmal 1. Klasse, und jetzt 5 Wochen frei. Pure Freude. Nicht.)
    Viele Grüße M.

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  2. Irene schreibt:

    Du hast eindeutig den besten aller Ehemänner gefunden, meinen ausgenommen *g*.
    Schäm dich nicht, ich hätte mir das vor 4 Wochen auch noch nicht vorstellen können, dass sich das so wahnsinnig schnell verbreitet. Und dass manche Leute derart unvernünftig bleiben…
    Unsere Bibliothek ist seit heute geschlossen. Am liebsten hätte ich manchen, die vor der verschlossenen Tür standen zugerufen „ja genau, wegen Leuten wie euch!“ – Beispiel: 2 Mütter mit total 5 Kindern im Vor- und Grundschulalter, denen daheim langweilig war und die sich deshalb die Zeit bei uns vertreiben wollten. Ist ja nicht so, dass in der Bibliothek regelmässig auch alte Leute sind. Also haben wir dicht gemacht, bevor es uns aufgezwungen wird.

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