Tag 1919 – Kein Streik!

Ich habe nicht gestreikt. Um viertel vor sieben morgens kam eine SMS, dass sich die Parteien geeinigt hätten und wir uns auf normale Arbeit vorbereiten sollen.

(Exkurs: warum muss sowas mitten in der Nacht und dann auch noch über die Frist hinausgehend die Nacht durchmachend verhandelt werden? Macht denen das Spaß? Kommen die sich dann erst so richtig dolle wichtig vor? Im normalen Arbeitsleben würde man über so ein Zeitmanagement nicht nur eine Augenbraue heben, aber bei solchen Verhandlungen scheint das ja normal zu sein. Nach einer durchverhandelten Nacht um halb sieben morgens unterschreibt eine doch was auch immer, Hauptsache es ist vorbei? Menschen sind seltsam.)

Dementsprechend habe ich heute eben gearbeitet. „Ganz normal“, also mit ein paar Überstunden. Da die nächsten Wochen aber wirklich viele Inspektionen anstehen, muss es sein. Diesen Herbst kriege ich die volle Breitseite mit, was zusätzliche Arbeitsaufgaben angeht, all die Anfragen, all die internen Dinge. Im November soll ich auch zum ersten Mal bei einer internen Revision dabei sein, das wird super (aufregend). Und Corona ist ja auch weiterhin. Morgen muss ich mir wieder einen Mietwagen buchen, damit dem ich mich dann nächste Woche mit Pech bis zu sechs mal in den Osloer Rush-Hour-Stau stellen werde. Mit Ansage. Aber ÖPNV ist fy-fy, sowas machen wir nicht.

Ich mag nicht mehr Pandemie haben. Pandemie haben wir jetzt zur Genüge ausprobiert, Pandemie stinkt. Fertig.

Unsere ehemaligen Nachbarn, die vor knapp 3 Wochen ausgezogen sind, stehen in der Lokalzeitung, weil sie wegen irgendwelcher Regulierungs-Baugenehmigung-Dingens-Fehlinformationen und daraus resultierend unterlassenen Antragsstellungen leider ein illegales Haus gebaut haben, in das sie jetzt natürlich nicht einziehen dürfen. Bei manchen läuft 2020 noch bescheidener als bei anderen.

Heute war wieder Hip Hop. Nach skeptischem Beäugen der Eidsvoller Infektionszahlen (64 total seit März, das sind 10 mehr als vor 4 Wochen noch) ging ich hin. Was waren das noch Zeiten, als man sich schämte, wenn man nicht trainierte, und nicht, weil man (unter Menschen in geschlossenen Räumen) trainierte.

Wer weiß, wie lange das noch geht. Und es macht mir so viel Spaß. Und überhaupt, ich weiß ja dass ich es besser lassen sollte, aber dieses scheiß Homeoffice macht mich eh schon fertig und seltsam im Kopp.

Unter unserem Carport steht ein Fenster samt Zubehör. Für schöneres Homeoffice. Das bedeutet leider auch, dass ich dringend das Projekt Arbeitszimmer ausmisten – Kleiderschrank organisieren – Kinderzimmer umziehen vorantreiben muss. Keine Löffel.

Ein Gedanke zu “Tag 1919 – Kein Streik!

  1. Sunni schreibt:

    Doch, derlei Verhandlungen sind durchaus üblich. Meine Tochter hat sie für einen (sehr) großen Klinikkonzern 16 Jahre lang geführt. Es kommt natürlich sehr darauf an, für wen, mit welchem Background und in welcher Summenhöhe ( 6 oder 7-stellig) man verhandelt. Und notfalls geht das auch tagelang bis Mitternacht oder darüber hinaus, und da ist auch die 2. Stelle nach dem Komma noch wichtig in der Fassung). Und man unterschreibt nicht alles, sondern genau das, was man ohne die Streikerei auch unterschrieben hätte (Limit immer vorgegeben). Ist halt nur doof, wenn man in der Streikzeit für Streikverhinderung im Sinne der Patienten (nur als Beispiel) eine 5-stellige Summe für eine Anwaltskanzlei ausgibt, die per Antrag auf Eilverfügung bei Gericht für den Auftraggeber tätig wird und werden muss.Die Summe richtet sich, wie sonst auch, nach dem Streitwert der Lohnsumme gesamt. Und die wird dann natürlich vom zu verteilenden Batzen in Portionen abgezogen. Doofe Sache, könnte man einfacher haben, zumal alle Beteiligten das Prozedere innerverhandlungstechnisch kennen, nur die einen davon leben, die anderen erstmal aufzuhetzen, was man natürlich nicht so nennt. Ach, alles Mist, nicht nur dieses Jahr, sondern diese ganze Maschinerie, denn das Ganze hat eigentlich den Tenor einer mehr oder minder guten Theateraufführung, die aber unwahrscheinlich Geld kostet, also neben dem, was man eh gezahlt hätte und zahlen kann/will/darf.

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