Tag 784 – Sonntagswerk.

In der Reihenfolge der Fertigstellung:

Brötchen: zum ersten Mal seit lange den Teig zu weich gemacht, dafür dann auch übergar gebacken. Optisch deshalb kein Meisterwerk (kaum Ofentrieb, nicht gerissen, manche sind etwas unförmig vom Transport auf den Schieber), geschmacklich höchstwahrscheinlich wie immer, ich baue drauf, dass wenigstens das Innenleben wegen des weichen Teigs besonders wattig ist.

Jogginghose passend zur letze Woche genähten Jacke. Nicht zu weit, nachdem ich 6cm Weite rausgenommen habe.

Missgelauntes Kind.

Weste: meine Omi hatte mir ja zu Pippis Geburtstag Stoff geschickt. Jetzt habe ich endlich mal was draus gemacht. Nämlich eine Weste, sehr simpler Schnitt, abgenommen von einer Weste, die sie zum 1. Geburtstag bekommen hatte und die anfangs als Kleid funktionierte.

Überaus gut gelauntes Kind (das sich nicht blogfreundlich fotografieren lässt, ‚selbst schuld’, sagt die Rabenmutter.).

Brot 1: super! Omnomnom.

Kleid für mich: sehr schön, Bilder gibt’s morgen. Etwas verwundert über 1,5 cm Nahtzugabe im Schnittmuster. Und 4 cm Saumzugabe. Das waren sehr, sehr lange Ärmel!

„Ballkleid“. Endlich ist es fertig. Nach nur einem Dreiviertel Jahr habe ich mich wieder ran getraut. Mein Geheimtipp an alle, die wie ich an Nikki-Stoff zu verzweifeln drohen: Französische Nähte. Macht viel Arbeit, aber funktioniert immerhin. Das Kleid ist trotzdem nicht so richtig hübsch, aber Pippi gefällts (und der Name kommt von ihr, weil sie meint, die Punkte sind Bälle).

Brot 2: im Ofen vergessen (Hupsi, das ist mir ja überhaupt noch nie passiert). Insgesamt ca. 15 Minuten zu lange gebacken, vermutlich nicht schlimm. Hier offenbart sich ein weiterer Vorteil meines Backsteins: da ich den Ofen nach dem Anbacken komplett ausschalte, kann das Brot bei sowas wenigstens nicht schwarz werden.

Und dann sogar noch Haare gefärbt und Fingernägel abgefeilt. Ich weiß nicht warum, aber beides wächst momentan wie Unkraut. Was ja an sich schön ist, ich beschwere mich auch gar nicht.

Jetzt halbwegs bereit für die neue Woche.

Tag 783 – Voll ungerecht.

Heute blogge ich sehr spät, weil sich Dinge, die für „wenn die Kinder schlafen“ geplant waren, wegen nicht-schlafender Kinder verzögerten. Dabei lief es nach anfänglichen Schwierigkeiten zwischendurch ganz gut, jedenfalls dachte ich, dass zumindest Michel schliefe. Aber vielleicht war das auch nur Wunschdenken und ganz vielleicht war ich auch einfach selbst eingeschlafen während beide Kinder noch wach waren. Jedenfalls hörte dann Michel Herrn Rabe vom Einkaufen nach Hause kommen und kletterte wieder aus dem Bett. Er findet es nämlich im Moment total ungerecht, dass wir Erwachsenen länger aufbleiben dürfen als er. Überhaupt ist es schlimm, dass er noch nicht groß ist, die Ankündigung durch den Kindergarten, dass er, wenn er in der Schule anfängt, auch wieder erstmal einer der Kleinsten ist, tat uns da keinen Gefallen, jedenfalls macht dieses Klein-Sein ihm sehr zu schaffen und ihn auch sehr wütend. Und frech. Jetzt sind wir aber ja keine nordkoreanische Diktatoren-Dynastie und deshalb tätscheln wir ihm nicht auch noch den Kopf wenn er versucht, uns herumzukommandieren, sondern da gibt es hier klare Ansagen, manchmal auch laute. Aber weil Michel (Überraschung!) ja eigentlich noch klein ist, nimmt er die nicht gerade gelassen entgegen, sondern schreit und heult und wirft Dinge und (das finde ich ganz schlimm, auch wenn ich leider ahne, woher der Impuls kommt) beschimpft sich selbst mit „dummer Michel“ und „alles ist meine Schuld“. Tja. Und so sind wir hier mit einem tobenden „Nicht klein – nicht groß“ Rumpelstilzchen langsam alle an den Grenzen und da dann um halb zehn wegen wieder aus dem Bett klettern nen Aufriss machen… ach, nee. Blöd nur, dass dann auch noch Pippi aus dem Bett kletterte und als dann Herr Rabe anfing, die zwei mit Bügelperlen zu beschäftigen, da ging ich dann (wutschnaubend, immerhin hatte ich gerade anderthalb Stunden versucht, die zwei ins Bett zu bekommen) meiner Abendplanung nach und schnitt alle möglichen Stoffstücke für alle möglichen Kleidungsstücke zu. Ja, auch für die Rübennasen, ich maß sogar nochmal Michels Hüften nach, das Spargelkind ist nämlich mal locker 6 cm schmaler, als Größe 110/116 sonst vorsieht. Dann machte ich eine Menge Teig und morgen werde ich also backen und nähen und darüber meditieren, wie wir diese neue Phase überstehen sollen.