Tag 873 – Letzter Abend 2017.

Kommen Sie alle gut rüber, wir machen das jedenfalls. (Und dann ist dieses Jahr endlich rum!)

(Wie Herr Rabe so schön bemerkte: die Brille verdeckt mein Augenmakeup. Stellen Sie sich einen Glitzertraum in Blau, Lila und Dunkellila mit Extra-Glitzer vor (highlights in Superglitzer-Rosa. Passend übrigens zum Pulli, Lippenstift UND zum Dunkellilafastschwarz-Nagellack mit Effekt-Rosaglitzer auf je einem Nagel pro Hand.)

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Auto-Lobhudelei: zwei Abende ohne Betablocker ausgekommen. Einen schicken Pulli genäht (Fotos bald.)

Tag 872 – Nur nicht stressen lassen.

Hui, sobald ich ein bisschen Druck habe, ist das Zittern wieder da. Das merkte ich heute, als ich nach zwei erfolglosen Versuchen nur noch dreißig Minuten Zeit hatte, um eine Foundation-Probe (wegen der Haut, ich kaufe sicher nicht eine Flasche für 50€, die ich dann nicht vertrage!) und Espressobohnen zu ergattern, in einem riesigen Einkaufszentrum und mit der langsam-quatschig-sturen Pippi im Schlepptau. Ächz. Hat aber geklappt, ich habe jetzt Foundation hier, die für ein-zweimal Schminken reichen müsste und Espressobohnen haben wir auch. Hurra. Und zur Erheiterung noch die Geschichte, wie ich versehentlich, zum ersten Mal seit meiner Teenie-Mutproben-Zeit, etwas stahl.

Es war einmal eine zittrige Frau in einem Laden voller Schminke. Mit dabei: eine aufgekratzte Zweieinhalbjährige. Die Frau will eine, oder vielleicht zwei, Proben einer bestimmten Foundation. Sie ist sich wegen der Farbe nicht sicher, deshalb vielleicht zwei. Die Frau steht sich vor dem Aufsteller die Beine in den Bauch. Der ganze Laden wird von einer Dame betreut, die für Kasse und Beratung zuständig ist, das ist Käse, die arme Frau rotiert ziemlich, an der Kasse stehen vier Kundinnen an und drei diffundieren durch den Laden. Die zittrige Frau steht demonstrativ und „Ich weiß genau, was ich will!“ Ausstrahlend an dem Aufsteller. Die Ladenfrau aber rotiert. Die zittrige Frau sieht sich in Aufsteller-Nähe um. Sie sieht einen Schminkpinsel, der sie interessiert, zieht die Handschuhe aus und befühlt den Pinsel, entscheidet sich dafür, ihn zu kaufen, er wandert mit den Handschuhen in die linke Hand. Ihr Kind sortiert die Nagellacke im Aufsteller um. Die Ladenfrau rotiert weiter. Es gibt einen Tisch mit reduziertem Kram, unter anderem gibt es Peelinghandschuhe für 29 Kronen, hihi, genauso pink wie die Handschuhe der Frau. Gerade als sie eine Packung ergreift kommt die Ladenfrau. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ – „Ich habe diese Foundation empfohlen bekommen, weiß aber nicht so genau ob 005 oder 010 besser ist, außerdem vertrage ich Schminke nicht so gut und muss das mal im ganzen Gesicht ausprobieren, können Sie mir eine größere Probe mitgeben?“ – „Ähhhm, von der haben wir 005 nicht da, nur 10, das ist aber fast leer, da kann ich Ihnen keine Probe von machen. Sie können hier das andere von der gleichen Marke probieren [eine Stick-foundation, also eine ganz andere Art von Make-Up, anm. d. Red.], das ist auch 005, das müsste ja vielleicht passen?“ – „Ja, nee, dann, äh, halt nicht…“ – „Fragen Sie mal unten bei der anderen Kette, vielleicht haben die noch was, ich muss wieder an die Kasse.“ – „Ok, dann mache ich das. Pippi, nicht den Nagellack anlecken. Nein, das ist nicht Mamma sin. Komm, wir gehen unten zu der anderen Kette.“

Sprach’s und verließ den Laden, in der Hand noch den Pinsel und die Handschuhe. Bemerkte es auch erst im übernächsten Laden – da hatte der bestohlene schon geschlossen.

Tag 871 – Jahresendfragebogen 2017.

Der alljährliche Jahresrückblick, und von mir auch der einzige, ich möchte das Jahr am liebsten schnell vergessen. Ich hätte hier auch gern den Urheber des Fragebogens verlinkt, aber ich fand keinen, es ist halt einfach so eine Tradition und immerhin mache ich das ja jetzt auch schon zum dritten mal, wooohoo!

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Puhhhhh, ich gebe dem Jahr lieb gemeinte 4 Punkte.

Zugenommen oder abgenommen?

Ich besitze nach wie vor keine Waage, aber da mir viele meiner Klamotten in den letzten drei Monaten zu groß geworden sind, ist die Antwort wohl ab. Ich tippe auf ca. 5 kg.

Haare länger oder kürzer?

Erst länger, dann wieder so kurz wie inzwischen seit einigen Jahren.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Schwer zu sagen, vermutlich inflationsbereinigt etwa gleich. Obwohl, nee, Putzfrau und Kinderfrau: Familie Rabe als Gemeinschaft hat also mehr ausgegeben.

Der hirnrissigste Plan?

„Das schreibe ich morgen noch schnell, kein Ding.“, dicht gefolgt von „Klar, im Dezember spontan durch die Gegend fliegen, what could possibly go wrong?“

Die gefährlichste Unternehmung?

Öhm… Ich mache eigentlich keine gefährlichen Sachen… Rückblickend betrachtet ist es sicher nichts, das ich meiner Tochter empfehlen würde, zu fremden Menschen in Taxis zu steigen, oder sich darauf zu verlassen, dass Leute, die man nur aus dem Internet kennt einen schon nett behandeln vom Flughafen abholen werden. Andererseits waren das die eher guten Ideen des Jahres. Tjanun. No risk, no friends.

Der beste Sex?

Oh, da war dieses eine Mal, das war echt der Hammer, wüsste ich nur noch, wie die andere Person hieß…

Spaß beiseite, Sex insgesamt macht halt mehr Spaß, wenn man nicht immer ein Ohr im Kinderzimmer hat, aber das kommt sicher auch wieder.

Die teuerste Anschaffung?

Mein iPad.

Das leckerste Essen?

Die Knoblauchplosion beim Arbeits-Weihnachtsessen im „Bakgården“ war echt lecker, aber irgendwie hat mich dieses Jahr nichts richtig vom Hocker gehauen.

Das beeindruckenste Buch?

Habe ich gelesen dieses Jahr? Irgendwas anderes als skandinavische Krimis? Äh…

Der ergreifendste Film?

Ich bin ja von Filmen sehr sehr schnell ergriffen. Andererseits meide ich *wirklich* ergreifendes, wenn ich den Kopf nicht frei habe. Länger Rede kurzer Sinn: ich habe heute keine Dramen-Empfehlung für Sie.

Die beste CD?

Das nullte Kapitel – Käpt’n Peng und die Tentakel von Delphi

Das schönste Konzert?

Auch dieses Jahr war ich auf keinem Konzert und finde es schlimm.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Arbeit und Familie halten sich knapp die Waage.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Meiner Nähmaschine. Den Rübennasen und Herrn Rabe.

Vorherrschendes Gefühl 2017?

Can we panic now?

2017 zum ersten Mal getan?

Mich wegen der Psyche krankschreiben lassen. Echte face-to-face Vorstellungsgespräche gehabt. Auf einer Konferenz was präsentiert. Die USA besucht.

2017 nach langer Zeit wieder getan?

Mit beiden Kindern allein verreist. Menschen aus dem Internet getroffen. Neue Freunde (ok, vor allem -Innen) gefunden. Schilddrüsenblocker und Betablocker genommen. Hormonell verhütet. Viel bunte Schminke gekauft. Meiner Bruder getroffen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Nur drei?

– Die furchtbare Stressphase der Diss-Schreiberei

– Die Schilddrüsenscheiße

– Gescoopt werden

– Eine Freundin finden und gleich wieder verlieren (hups, doch vier)

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Du schaffst das, noch ein bisschen, du wirst fertig. Mich selbst, und geglaubt hab ich’s mir bis zum letzten Tag nicht.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Da sein.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Oh, da kann ich mich kaum entscheiden. Die Geldsammelaktion hat mich zutiefst gerührt. Und Das Paket. Und überhaupt, all die vielen kleinen Aufmerksamkeiten und lieben Worte. Ich weiß nicht, wie ich mich dafür jemals bedanken soll.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ja, takk, da var det i boks, da må du ha en riktig god jul!“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Was fragen Sie da mich?

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Yeah, jährliche Gehaltserhöhung!

Besseren Job oder schlechteren?
Den selben und er ist jetzt VORBEI.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Erfahrungen. Eier. Einen deutlich längeren CV. Und Freund*Innen.

Mehr bewegt oder weniger?
Ist sich pushen bewegen? Dann mehr. Viel mehr.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
1 große, läuft noch. Der Rest war nicht der Rede wert. (Ok, die Augensache war fies. Echt.)

Davon war für Dich die Schlimmste?
Die Schilddrüse.

Dein Wort des Jahres?
Internetliebe.

Dein Unwort des Jahres?
Thesis.

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Zu viele, aber mein Ersatz für ergreifende Bücher UND Filme dieses Jahr: Mademoiselle ReadOn (Wenn Sie dieses Jahr nur einen Blogtext außer diesem hier lesen wollen, lesen Sie Eine Banane.)

2017 war mit einem Wort…?
Anstrengend.

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Ein guter (also interessanter und angemessen bezahlter) Job an einem Ort, an dem ich endlich Wurzeln schlagen kann.

Tag 870 – Lagerkoller.

Schlechte Laune. Ganzen Tag irgendwie gestresst gewesen. Beim Blut abnehmen mal wieder schlecht gestochen worden und kräftigen blauen Fleck bekommen, der auch ordentlich weh tut. Kinder nölen und streiten und streiten sich mit ihren Freunden und die wiederum mögen nicht, was ich koche. Jetzt schlafen die Kinder eher schlecht als recht, dauernd murcht eins rum, sie sind auch beide ein bisschen erkältet. Eigentlich hab ich nicht mal Lust, Sachen ins Internet zu schreiben, ich möchte eigentlich mit meinen fünftausend Schnittmustern* alleine sein, um demnächst rührende Wiedersehen mit meiner Nähmaschine zu feiern. Heute habe ich zwei Mützen genäht, aber die zählen nur so halb. Zum „Tagbuchblog“ gehört aber ja auch das „täglich“, deshalb müssen Sie jetzt meinen Missmut lesen.

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Auto-Lobhudelei: halbwegs erfolgreich auf die guten Dinge konzentriert. Weniger „Ich hab DAS abgegeben?!?“, mehr „Ich hab das ABGEGEBEN!“. Und sehr schöne Schnittmuster herausgesucht, wie ich finde.

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* Sie wissens sicher schon alle, ich bin ja nicht so der Blitzmerker, was sowas angeht, aber: bei Makerist sind grad sehr, sehr viele Schnittmuster im Angebot, für 2€. (Zack, Microinfluenciert. Für nix. Leuten die Preise kaputtgemacht. Schlimm.)

Tag 869 – Ein Plan!

Heute festgestellt, dass ich doch noch stressmäßig angeschlagen bin, denn: wir hatten einen Plan (im Hellen rauskommen) und als der in die Hose ging, stresste mich das so dermaßen, dass meine Laune direkt in den Keller und mein Blutdruck in die Höhe ging. Dabei, mal ehrlich, ist das doch wurst egal, ob wir es zu zwei oder zu vier Uhr zum Schlittenhügel schaffen, solange Michel mit seinem neuen Schlitten happy ist und beide Kinder Spaß am Schlitten fahren haben. Es war ja auch relativ hell durch Mondschein und Beleuchtung von der Straße und der Trikk-Schleife, jedenfalls weit entfernt von tiefdunkler Nacht. Nunja, ich bin jetzt nicht so ganz überrascht. Eher überrascht mich, dass Michel, der in seinem ersten Winter hier (und eigentlich im zweiten auch noch) Schlitten fahren total inakzeptabel fand, heute mit seinem neuen Höllengefährt super schnellen und schicken Hightech-Schlitten den großen Hügel mitsamt Rampen und allem johlend alleine runter fuhr. Da war ich auf eine verschrobene Mutti-Art zwar auch sehr besorgt, aber auch sehr sehr stolz. Sie werden echt schnell groß!

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Auto-Lobhudelei: Ich versuche es weiterhin langsam angehen zu lassen und nicht an die lange, lange To-Do-Liste zu denken. Ist gar nicht so einfach.

Tag 868 – Selig.

Hach ja, ich bin so entspannt, ich hab sogar vergessen, was ich schreiben wollte.

Egal, ich kann ja den ist-Zustand beschreiben, vielleicht fällt es mir dabei wieder ein.

Ich sitze auf dem Sofa, neben mir frische, gebrannte Mandeln, im Bauch ein Haufen Pinnekjøtt, die Kinder sind im Bett nach einem Schlittenausflug und Arthur Christmas, hach. Ja, doch. Hach. Jetzt werde ich hoffentlich gleich noch herausfinden, ob ich wohl eher auf meine Foundation oder mein Puder mit schuppiger, wunder Haut reagiere und dann schlafen.

Könnte echt grad alles viel schlimmer sein.

(Verwackelt, egal. Heute hat es drei cm geschneit und morgen kaufen wir Michel einen neuen Schlitten, Pippi bekommt dann den hier. Sie hat das wirklich toll gemacht und konnte gar nicht genug kriegen, hat sogar tapfer selbst den Schlitten den Hügel wieder hoch gezogen.)

Tag 867 – Pyjama-Tag.

Wir waren heute sehr inaktiv, lag vielleicht auch am vielen Wein gestern *hust*, ich hatte jedenfalls gaaaanz leichte Kopfschmerzen heute Vormittag und – das betrachte ich aber noch als Nachwirkung der letzten Wochen – war zum Umfallen müde*. Sendung mit der Maus und anschließendes Legobauen habe ich dann auch elegant auf dem Sofa verschlafen und wurde erst wach, als Michel mit dem fertigen Lego-City Rettungshubschrauber mit Rettungsboot und Seilwinde und allgemein viel Kram, der das Herz eines (friedfertigen**) Fünfjährigen höher schlagen lässt, ankam. Pippi kam gleich hinterhergewackelt und machte es sich auf mir bequem, um ein Mittagsschläfchen zu halten. Das war gut, denn so hatte ich Zeit, alle Blogs der letzten acht Tage nachzulesen und Pippi musste eh ein bisschen Schlaf nachholen, Michel hatte in der Nacht einen leichten Pseudokrupp-Anfall, danach waren wir alle für etwa ne halbe Stunde wach, und das, nachdem die zwei gestern erst super spät im Bett waren… naja, ich war halt nicht die einzige Verpeilte heute. Aber wie gesagt, alles kein Drama, wir hatten ja nichts vor, außer Müll wegbringen und das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, während ich einmal durch die Bude gesaugt und einige mysteriöse Klebeflecken vom Boden entfernt hab. Zum Essen gab es Reste und wir futtern uns durch die Kaufkekse – klarer Favorit: Colakjeks, keine Ahnung, ob da echt Cola drin ist – und von der Nachtisch-Ananas hab ich jetzt bis gefühlt in den Magen halb aufgelöste Schleimhäute, aber, doch, es war ein richtig schöner Tag.

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Auto-Lobhudelei: Ich schaffe es tatsächlich, mich zu entspannen.

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*Ich schlafe übrigens seit Freitag wie ein Stein, also wirklich wie erschlagen, morgens wache ich auf und denke „huch, was, schon Tag? Ich bin doch eben erst eingeschlafen?“ und dann ist eben vor sieben Stunden gewesen. Dabei habe ich aber lebhafte und wirre Träume von meiner Thesis, die ich auch zum Großteil erinnere. Interessant, das alles.

**Herr Rabe und ich sind beide recht dankbar, dass Michel noch nicht in der Ninjago-Phase angekommen ist. Da gibt’s zwar schönes Lego, aber es ist uns noch zu viel Gekämpfe. Michel guckt grad auch gern wieder Dinozug und legt sich ganz tapfer Argumente zurecht, falls ihn wieder ein Schulkind wegen seines Nagellacks als Mädchen bezeichnet, der ist einfach grad wieder sehr Kindergarten-Kind. Er ist ja auch erst fünf.