Tag 869 – Ein Plan!

Heute festgestellt, dass ich doch noch stressmäßig angeschlagen bin, denn: wir hatten einen Plan (im Hellen rauskommen) und als der in die Hose ging, stresste mich das so dermaßen, dass meine Laune direkt in den Keller und mein Blutdruck in die Höhe ging. Dabei, mal ehrlich, ist das doch wurst egal, ob wir es zu zwei oder zu vier Uhr zum Schlittenhügel schaffen, solange Michel mit seinem neuen Schlitten happy ist und beide Kinder Spaß am Schlitten fahren haben. Es war ja auch relativ hell durch Mondschein und Beleuchtung von der Straße und der Trikk-Schleife, jedenfalls weit entfernt von tiefdunkler Nacht. Nunja, ich bin jetzt nicht so ganz überrascht. Eher überrascht mich, dass Michel, der in seinem ersten Winter hier (und eigentlich im zweiten auch noch) Schlitten fahren total inakzeptabel fand, heute mit seinem neuen Höllengefährt super schnellen und schicken Hightech-Schlitten den großen Hügel mitsamt Rampen und allem johlend alleine runter fuhr. Da war ich auf eine verschrobene Mutti-Art zwar auch sehr besorgt, aber auch sehr sehr stolz. Sie werden echt schnell groß!

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Auto-Lobhudelei: Ich versuche es weiterhin langsam angehen zu lassen und nicht an die lange, lange To-Do-Liste zu denken. Ist gar nicht so einfach.

Tag 868 – Selig.

Hach ja, ich bin so entspannt, ich hab sogar vergessen, was ich schreiben wollte.

Egal, ich kann ja den ist-Zustand beschreiben, vielleicht fällt es mir dabei wieder ein.

Ich sitze auf dem Sofa, neben mir frische, gebrannte Mandeln, im Bauch ein Haufen Pinnekjøtt, die Kinder sind im Bett nach einem Schlittenausflug und Arthur Christmas, hach. Ja, doch. Hach. Jetzt werde ich hoffentlich gleich noch herausfinden, ob ich wohl eher auf meine Foundation oder mein Puder mit schuppiger, wunder Haut reagiere und dann schlafen.

Könnte echt grad alles viel schlimmer sein.

(Verwackelt, egal. Heute hat es drei cm geschneit und morgen kaufen wir Michel einen neuen Schlitten, Pippi bekommt dann den hier. Sie hat das wirklich toll gemacht und konnte gar nicht genug kriegen, hat sogar tapfer selbst den Schlitten den Hügel wieder hoch gezogen.)

Tag 866 – Frohe Weihnachten!

Oder was Sie sonst feiern, oder auch einfach genießen, dass Sie frei haben und wenn Sie nicht frei haben: vielen Dank, dass Sie das tun, was Sie tun, egal an welchem Datum.

Wir hatten einen weitgehend entspannten Tag, mit zunehmend aufgekratzten Kindern, sehr leckerem Essen:

Und dann Bescherung und großer Aufregung und sofortigem Geschenkeausprobieren:

Und jetzt liegen 3/4 Raben in frisch bezogenen Kinderbetten, ich bin sehr wach aber auch sehr zufrieden.

Ich wünsche Ihnen einfach erstmal ebenso entspannte Feiertage!

P.S.: Vielen vielen Dank für all Ihre Glückwünsche. Ich bin ganz gerührt, wie viel Anteil Sie hier alle nehmen. Wahnsinn! ❤

Tag 850 – Voila!

Oder wie wir hier in relativer Nähe zu Frankreich sagen: je ne regrette rien.

Es war vielleicht eine relativ Banane Idee, hier jetzt grad herzukommen. Und der Gedanke kam mir oft in den letzten drei Wochen, herrje, ich habe da gar keine Zeit für. Jedes Mal folgte aber der Gedanke: und deshalb erst recht, du brauchst diese Minipause. Die zweite Stimme hatte sehr recht. Schon lange nicht mehr so viel gelacht, und das nicht nur wegen meiner absoluten Unfähigkeit, Augen auf Marshmallows zu kleben. Pippi fühlt sich auch pudelwohl, spielt viel mit Lego (die Star Wars-Sets und die Hubschrauber haben es ihr angetan, und Q. erklärt natürlich bereitwillig, wo welche Klappen aufgehen und welche Hebel man drücken muss, damit Männchen hoch und runter fahren. Mein Ziel ist es, bis zur Abfahrt herauszubekommen, zu welchem Set die Prostituierte gehört, die heute von Pippi als Fahrerin des Polizeitrucks eingesetzt wurde), futtert Mandarinen und verfolgt die Katze.

Mit Frau Brüllen macht auch Glitzernagellack entfernen mehr Spaß als alleine. Morgen dann noch mehr Essen vorbereiten (freuen Sie sich auf essbaren Glitzerstaub, das wird sicher super… messy) und dann: Partaaayyy. Wir gönnen uns hier.

Auto-Lobhudelei: (gestern vergessen, tjanun) ich habe die Schweden angerufen und auch noch bei einer anderen Firma angerufen. Das Gespräch mit der anderen Firma war sehr gut, das mit den Schweden eher enttäuschend, denn deren Einstellung ist am ehesten mit „musste halt wissen, was dir das wert ist, herkommen zu dürfen“ zu beschreiben. Hab deshalb 18% auf deren Xtausend draufgeschlagen und mich noch hinterher geärgert. Ich hätte noch mehr verlangen sollen. Pfft. Aber, hey, angerufen und freundlich, aber sachlich verhandelt. Jetzt weiter warten.

Tag 765 – #12von12 im September ’17.

Und schon ist wieder der 12. und wie immer sammelt Caro bei Draußen nur Kännchen alle unsere 12von12 Sammlungen. 

Hier heute mit Kind (eigentlich nicht mehr) krank zu Hause und großen Schritten für kleine Leute. 

Der Tag ging los mit Fieber messen. Eigentlich hätte sie in den Kindergarten gehen können, aber sie sagte, sie will nicht (sie sagt grade zu allein erstmal nein, das ist also keine wirkliche Entscheidungshilfe) und ich fühlte mich nach der Nachtarbeit gestern auch völlig zerschlagen und so blieb Pippi also heute zu Hause. 

Nichts halbes und nichts Ganzes, aber nach der Odyssee gestern bin ich auch noch so im Eimer, dass K2 heute zu Hause bleibt. #1von12 von #12von12

Morgens so. #2von12 von #12von12


Dann kam, was sich Michel gestern gewünscht hatte: Sich selbst zum Kindergarten bringen. Alleine. Ich hab da mehrmals ordentlich geschluckt und drauf bestanden, dass ich noch bis zu der Ecke hier mitgehe, das ist nämlich, wenn er diesen Weg nimmt, die einzige Straße, die er überqueren muss. Ich gestehe, über Versicherung und Fahrrad und so Zeug habe ich mir die allerwenigsten Gedanken gemacht. Ich hab nur die KiTa angerufen, dass Pippi nicht kommt und sie mich bitte anrufen sollen, wenn er angekommen ist. Haben sie auch gemacht. 

Michel war übrigens genauso aufgeregt wie ich und musste mir noch dreimal von der anderen Straßenseite aus Dinge zurufen. Aber es stimmt schon: wenn man Kinder hat, läuft auf ewig ein Stück vom eigenen Herzen draußen herum. Und irgendwann muss man dem Herzen einen Helm aufsetzen und lächeln und winken und Vertrauen haben. Puh. 

Wieviel Helikoptermama in einem steckt, merkt man, wenn das Kind plötzlich sagt: „Ich will alleine zum Kindergarten fahren.“ #3von12 von #12von12 #Schluck #VergissesichwerddichauchnochzurUnibringen #siewerdensoschnellgroß #winkewinke #istschonangekommen #ichsteheauchgarnichtimmernochanderStraße #erstemale


Dann gab es für Pippi ein zweites und für mich das erste Frühstück. 

K2 hat ihre Essgewohnheiten 1:1 von K1 übernommen. Auf Grøt muss „Käuasall“ (Kräutersalz, aber sie meinen damit Zimtzucker #mussmanwissen) und dazu gibt’s „Abfall satt mit Bu-assa“ (Apfelsaft mit Blubberwasser). #4von12 von #12von12


Ich habe dann Wäsche angestellt, Pippi war mit im Bad und… naja. 

K2 hat Creme gefunden und sich eingecremt. Sie wollte lieber sauber gemacht als fotografiert werden, aber meine Jacke trägt noch die Spuren. #5von12 von #12von12


Es folgte ein sehr langer Mittagsschlaf. War wohl nötig, sowohl bei Pippi als auch bei mir. Die Jacke sollte in die Wäsche und deshalb räumte ich die Taschen aus und fand… mounting medium. Sowas kommt von Nachtarbeit. 

Was man so in seinen Taschen findet. Hupsi. #6von12 von #12von12


Gerade als wir aufbrechen wollten, Michel abzuholen, bekam ich eine SMS von der Mutter von Michels Kumpel, ob er mit zu denen dürfte. Klar durfte er. Pippi und ich beschlossen, einzukaufen und gingen auf dem Weg noch auf den Spielplatz um Pippi ordentlich zu lüften. 

Diese Haare 😍#7von12 von #12von12

Wieder zu Hause angekommen hörte ich einen Podcast, räumte in der Küche herum, hängte Wäsche auf und Pippi dürfte etwas Peppa Wutz gucken. Sie grunzt jetzt manchmal ganz bezaubernd. Dann aß ich Nudeln mit und Pippi Nudeln ohne Sauce (die Herr Rabe gestern gemacht hat). Die Blubberwasserpatrone ist leer und im „Keller“ haben wir auch keine volle mehr, sondern nur eine weitere leere. Da muss wohl mal wer (ich) zu Jula fahren. 

Obligatorisches Essensbild. An Wasser ohne Blubber. #8von12 von #12von12


Nach dem Essen holte ich Michel von seinem Freund ab und dann machten wir gemeinsam den Briefkasten auf – das ist gerade immer sehr aufregend und toll für ihn. 

Das Kind und seine Korrespondenz. ❤ #9von12 von #12von12


Ich zog mein Ass aus dem Ärmel: um ein bisschen zu feiern, dass er das heute früh wirklich super gemacht hat (und ich auch), habe ich uns „richtiges“ Eis gekauft. Pippi aß derweil ein kleines Milcheis und war danach überaus empört, als es kein zweites gab. 

Wir stoßen auf den Entwicklungsschritt an. #10von12 von #12von12


Ich ließ mich von den Rübennasen breitschlagen, dass sie in meinem Bett schlafen dürfen. Nach Zähneputzen und Schlafi anziehen las ich ihnen da „Folk og røvere i Kardemommeby“, einen norwegischen Kinderbuchklassikef, vor, wir machten das Licht aus und nach nur einer halben Stunde „Bjørnen sover“-Gesinge von Pippi schlief auch sie ein. 

Ich rappelte mich nochmal auf, räumte auf und machte die Brotdosen für morgen fertig (auch für mich, nicht im Bild: mehr Nudeln mit Sauce, Herr Rabe hat für ne ganze Kompanie gekocht).

Mittwoch ist Matboks-Tag. #11von12 von #12von12


Und jetzt ist auch für mich Bettzeit. Mit Banane für Pippi und Wasser für mich. 

Mit Banane ins Bett. Gute Nacht! #12von12 von #12von12


Blabla

Tag 755 – Mona Lisa. 

Ich wollte mich eigentlich gezielt aufregen, aber dann entschied ich mich anders und twitterte lieber herum und machte Teig für sechstausend Backwaren und rupfte einige Augenbrauenhaare aus. Also, nacheinander, nicht dass sie denken, ich zupfe meine Augenbrauen über der offenen Teigschüssel. Aber jedenfalls habe ich jetzt für heute gar kein Thema mehr, über das ich schreiben könnte. Ich liege hier im Bett, lächle vor mich hin wie die Mona Lisa und denke drüber nach, ob die vielleicht auch lächelt, weil sie „alle irre“ denkt. Oder vielleicht denkt sie auch an ihre wunderbaren Kinder. Oder daran, dass das Kinderzimmer echt zu klein ist, was man daran merkt, dass nach zwei Stunden Schlaf da drin schon eine Luft ist, wie im Pumakäfig. Leider geht ja auch das Fenster nicht richtig auf, das hilft also auch nix, und dann wühlt das große Kind im Schlaf so rum, dass es falschrum oben auf der Decke liegt und das kleine Kind sagt „Decke!“ wenn es zugedeckt werden will und aber auch, wenn es vor dem Schneckenterrarium steht. Außerdem sagt das kleine Kind „Socken anziehn!“ zu Michels Magnetbuchstaben-L. Das große Kind sagt „Pippi guckt so bisschen müde aus.“ weil es auf Norwegisch so heißen würde und überhaupt benutzt es viele lustige Redewendungen. Meine Kinder sind auch die einzigen, die „Guck jetzt!“ sagen, statt „Guck mal!“, bevor sie auf dem Bett hüpfen. Und ich liege im Bett und denke an die Mona Lisa und hoffe einfach mal für sie, dass sie auch auf dem Bett hüpfende Kinder hatte. 

Tag 748 – Noch mehr Gejammer. 

Ich weiß. Ich kann’s selbst auch schon nicht mehr hören. Aber wenn zum Besten des Tages gehört, dass man es geschafft hat, niemanden zu verprügeln (heiße Bewerber*Innen: – die Kassiererin im Supermarkt mit ihrem „nee, das ist nicht kaputt, wollen Sie das jetzt oder was?“ und dem Laufband hinter der Kasse, mit dem sie meine gerade gekauften Bananen und Zucchinis und Kiwis zermanscht; – Arschlöcher mit dicken Autos und ohne Umweltbewusstsein), dass man ferner nur zwei- bis dreimal und nur ein bisschen vor Überforderung geheult hat, dass das Abendessen überaus lecker war und man danach gemütlich im Kinderbett mit eingeschlafen ist, dann ist das eine etwas dürftige Bilanz für einen Wochenend-Tag. Stresslevel: 10/10, so geht das nicht weiter. Beschluss ist gefasst, ich muss ihn nur noch umsetzen.  

Good news: Michel liest seine ersten Wörter. Ich bin sehr stolz. Mein Baby! Hachz.