Tag 710 – Berge, Bäume, Berge, Bäume…

Also ich kann mich daran ja quasi nicht sattsehen. Michel schon. Heute hat er schon ganz von selbst beim Spülen geholfen, weil ihm langweilig war. Aber morgen gehts ja auch nach Hause, dann hat auch für ihn die Sitzerei ein Ende. 

Heute gings von „Häh, wieso hab ich mir denn die ganze Zeit eingebildet, wir fahren auf dem Rückweg über Flåm?“*, nämlich Høyanger, wieder nach Dønfoss. Mit einem kleinen Abstecher, um einen Wasserfall mit besonders hübscher Brücke drüber zu besichtigen. Im strahlenden Sonnenschein und bei >20 Grad war das einfach ganz wunderbar. Wir haben wieder viel Gegend gesehen, viele freilaufende Ziegen und Schafe auf der Straße getroffen, dann aber doch keine „lokal produzierte“ Ziegenwurst gekauft, uns darüber und über die räumliche Nähe von Elchwarnschildern und Elchburgerbratereien amüsiert, haben Biowürstchen und eine Bio-Salami** gekauft und am Ende waren wir so spät am Campingplatz, dass es grad noch für ein ganz kurzes Eintauchen reichte, bevor das Schwimmbad schloss. Dafür haben wir dafür alle zusammen auch nur 50 Kronen bezahlt, statt 50 Kronen pro Person. Dann Würstchen vom Grill und Ramen-Salat***. Schon schön. 

*Das weiß ich wirklich nicht mehr, wie das kam, aber ich war mir totsicher, bis ich gestern dann beim Navigieren den Campingplatz erst gar nicht und dann in der anderen Richtung fand. Das war… interessant. Mit sowas kann ich auch nur im Urlaub halbwegs umgehen. 

**Da stand kein Preis am Regal und ich sag mal so: das ist jetzt mein Andenken an den Urlaub. 

***Man nehme: „Das schmeckt anders als zu Hause, das mag ich nicht.“ (Gebratene Ramen-Nudeln mit Ei, anders weil Sojasauce dran) von gestern, kalt, rühre „bläh“ (Cocktailtomaten) und „das mag ich nicht, obwohl, doch, wenn’s Käse ist vielleicht schon?“ (Schafskäse) ein, würze mit „was ist das hier für grünes Zeug, das ist eklig“ (Pizzakräuter) und schon hat man einen wirklich erstaunlich schmackhaften Nudelsalat. 

Dieser kleine Wasserfall ist eigentlich ein überlaufender See, was man leider auf dem Bild nicht gut erkennt. Ist aber trotzdem hübsch.


Likholefossen bru. Danach war irgendwie mein Schuh nass, dummdidumm.

Von der anderen Seite. Zu Hause lade ich auch ein Video hoch, das ist mir grad zu teuer mit mobilen Daten.

Voll super Viewpoint mit voll super hohen Bäumen vor der Aussicht.

Endlich angekommen. Ich war schon drin, es war wirklich sehr sehr frisch. Aber schön!

Mit Untertauchen (Beweisfoto). Man sieht auch schön den momentanen Zustand von „Matschauge“. So tuts jetzt immerhin nicht mehr weh, das ist schon die halbe Miete.

Tag 709 – Tja. 

Wir müssen wohl nach Basel ziehen. 

  1. Wir haben jetzt einen Wickelfisch. Wo sonst soll ich den benutzen?*
  2. Ich hab vergessen, Frau Brüllen den extra mitgereisten (und beide Tage mitgeschleppten) Lidschatten zu geben. 
  3. Michel ist schwer beeindruckt von Little L. 
  4. Ich bin schwer beeindruckt von Offline-Vikingpedia Little Q.
  5. Herr Rabe und der Hübsche können dann Ihr Fotografie-Fachsimpeln vertiefen. 
  6. Das allerwichtigste: Pippi ist heute mit Frau Brüllen ohne uns Eltern aus dem Restaurant gegangen, wir konnten so aufessen und sie (also Pippi. Frau Brüllen auch, aber die quietschte dann doch nicht ganz so laut) hatte augenscheinlich Mordsspaß. DAS GAB ES NOCH NIE!!!

Bester Moment: Erwachsenenunterhaltung „Blablabla Chemtrails blabla.“ Little Q.: „Was sind denn Chemtrails?!?“ Frau Brüllen, mit ohne Pokerface: „Ach, es gibt so Leute, die meinen, die Kondensstreifen von Flugzeugen wären irgendwas, was da versprüht wird, mit dem unsere Gedanken kontrolliert werden sollen…“ Little Q., auch kein Pokerface: „??? Bwwaaaahahahaha!“

Sieht so aus, als hätten wir da jetzt Freunde. Echte, greifbare, Real-Life Freunde. (Verrückt, dieses Internet.)

Anbei noch die einzigen paar Fotos, die ich heute gemacht habe. Herr Rabe hat sicher mehr, aber die müssen eben in Trondheim dann erst von der Kamera auf den Computer und dann machen wir hier Dia-Abend. 

Bergen von oben. Ich war so froh, überhaupt an der Bahn zu sein, dass das Adrenalin eh schon auf Maximum war und ich die Fahrt in einer sehr vollen Glasbahn einen steilen Hang hoch quasi entspannt durchstand.

Steintürmchen-Buddies. (So schön, wie unsere Kinder da im Wald aus Gefundenem ein Spiel erschaffen, nicht wahr? Gestern spielten sie noch mit einer Nasenspray-Verpackung und Alufolie.)

Suchbild mit Norwegischer Waldkatze.


*neineinein, die gehen NUR im Rhein und auch NUR in Basel, alles andere will ich auch nicht hören!

P.S. Augen-Update: es wird. Gestern war’s schlimm, sowohl optisch als auch schmerzmäßig, heute schon besser, jetzt ist es halt ein deutlich fühl- und sichtbarer Pickel innen am Lid. Ich bin mir nicht sicher, ob’s das Antibiotikum ist, das wirkt, oder einfach die Zeit, aber die Augenklappe wird vielleicht doch nicht nötig.

Tag 706 – Nynorskland. 

Heute wird’s etwas fotolastig. Da müssen Sie jetzt durch. Ich mache das (der Übersichtlichkeit halber) mal chronologisch und fange auf unserem Campingplatz von gestern an. 

Überaus hübsch am Fluss gelegen.

Und mit „Naturbad“. Auf dem Rückweg sind wir nochmal eine Nacht hier und die Wettervorhersage sagt, da soll es richtig sonnig sein, dann können wir hier baden.


Heute fuhren wir gegen Mittag recht entspannt los, mit einer Gesamtfahrzeit von dreieinhalb Stunden vor uns. Und tatsächlich waren wir so entspannt, dass wir hier und da einfach Sightseeing machten, statt stumpf geradeaus zum Ziel zu fahren. Das war schlau, so doll ist nämlich der jetzige Campingplatz nicht.

Erstes „Oh, schau mal!“ war ein kleinerer Wasserfall. 

Ein wenig windig war’s…

… und laut auch.

Aber schön.

Andere Seite.


Dann fuhren wir weiter und kurz vor einem laaaangen Tunnel ging es rechts ab zum „Trollstigen“. Und Herr Rabe so „Das ist eins DER norwegischen Sights, komm, da fahren wir jetzt hin!“. Und so waren wir dann „am höchsten Fjordaussichtspunkt Norwegens (von einer Straße aus)“. Das war, äh, hoch. Ja. UPDATE: Herr Rabe sagte grade, das war noch gar nicht der Trollstigen, sondern bloß Dalsnibba. Nicht, dass Sie am Ende herkommen und dann merken, dass Sie für den Trollstigen noch mal 40 km oder so fahren müssen. 

Hui. Da unten ist Geiranger.

Lauter kleine Steinhaufen…

Und Miniblümchen gab’s auch. Beeindruckend: die trotzen nicht nur dem Wind und dem Wetter da oben, sondern auch einer Menge trampelnden Touristen.

„Bleib mal stehen, ich wollte ein Foto von dir machen!“ Sagte ich zu Michel, woraufhin er sich so hinstellte.

Kurz stand ich versehentlich auf diesem Gitter.

Gitter von unten. Hahahahahaha. Ha.

Noch ein bisschen mehr Ausblick.

Und noch mehr.


Dann fuhren wir durch ca. Drölfzigtausend Tunnel. Die waren alle komplett schwarz innendrin und mit so funzeligen Lämpchen ausgestattet. Voll schön für Leute mit latenter Panik in langen Schläuchen unter ABERWITZIG VIELEN TONNEN VON GESTEIN. Aber es ist wider Erwarten nichts über uns eingekracht und so konnten wir noch ein bisschen mehr Aublick fotografieren.

Ausblick mit hübscher Spiegelung.


Gegen sechs (nach einem kurzen Einkauf) kamen wir dann auf unserem heutigen Campingplatz an und… naja. Es ist halt alles auf Nynorsk hier. Bekloppte Norweger. Zwei offizielle Sprachen.

Der Campingplatz hier hat zwar kein so tolles Badebecken, aber immerhin einen großen Spielplatz, auf dem ich auch nur bei der Hälfte einem Viertel der Spielgeräten etwas Angst habe, sie könnten spontan das zeitliche segnen, während eins meiner Kinder damit oder darauf spielt. 

Pippi lässt hüpfen.

Und auch hier wieder: Fluss.

Tag 701 – Wauwia, wahhh!

Wir trafen heute – nach einem sehr ruhigen Morgen mit viel Herumgehänge und Duplo und Büchern und Pinguinlatschen (die Michel vom Midimonsieur übernimmt und so getauft hat) und latent nörgeliger Pippi – Freundin C. mitsamt Familie im Senckenbergmuseum. Und weil der Herr Rabe mir ja aufgetragen hat, viele Fotos zu machen, habe ich… zwei, auf denen nicht meine oder C.s Kinder frontal drauf sind. Tjanun. Es war jedenfalls wirklich super. 

Pinguinlatschen. Der dazugehörige Schnorchel mit Taucherbrille wurde heute Abend schon in der Badewanne ausprobiert.

Leider wurden wir dann um fünf schon fast aus dem Museum gekehrt und Pippi baute auch immer mehr ab. Die schlief dann sich verdächtig heiß anfühlend beim Essen auf meinem Schoß ein, kippte nach einem zweistündigen Nickerchen einen Becher Milch auf die Couch* und jetzt sitze ich hier schon geraume Zeit neben dem sich weiterhin verdächtig heiß anfühlenden Kind und es kann nicht einschlafen. Weggehen darf ich aber auch nicht. Aber das trübt meine total entspannte Grundstimmung jetzt auch nicht, genauso wenig wie Arbeitsemails mit „Äh, das muss Frau Rabe machen, aber die ist nicht da, schlümmschlümmschlümm…“-Inhalt. 

Doch, genau richtig gewesen, herzukommen. Auch wenn es sich vor ner Woche noch komplett bekloppt und vollständig unmöglich anfühlte. 

*Auch noch mit Ansage, aber nicht von ihr. 

Tag 700 – Internetliebe. 

Dieses Internet, es ist ganz großartig! Leider komme ich während ich mich mit Internetmenschen in echt unterhalte kaum dazu, irgendwas in dieses Internet zu schreiben. Und abends dann, ach, da will ich dann auch den Tag nicht mehr so zerreden, sondern einfach in meiner Glückseligkeitsstimmung einschlafen. 

Aber das ist eigentlich gar nicht leider, sondern sehr, sehr toll.

Während ihre Twitter-/Blog-Muttis Kaffee tranken und tratschten und kurz mal aufs Handy schauten, mussten sich die Kinder so beschäftigen. Mit Lesen.


P.S.: die tollsten Bilder kann ich Ihnen leider nicht zeigen, weil so viele Kinder drauf sind, die nicht meine sind. Stellen Sie sich einfach folgendes vor:

  • Viele Nutellaverschmierte, glückliche Kindergesichter
  • Sonnenblumen
  • Ein Lastenfahrrad mit vielen Kindern drin
  • Viele sehr dreckige Spielplatzkinder
  • Viele schlafende Autokinder

Tag 699 – Alles ganz wunderbar.

Also, falls Sie mal vor der Frage stehen, ob Sie mal ein paar Hundert Kilometer durch die Gegend fliegen wollen, noch dazu mit Kindern im Schlepptau, um Leute zu treffen, die Sie noch nie zuvor in echt getroffen haben und nur aus diesem Internet kennen: machen Sie das mal ruhig. Es könnte ganz wunderbar werden, die Kinder könnten ein Herz und eine Seele mit den besuchten Kindern sein, vielleicht gehen Sie sogar bei Affenhitze in ein Strand-Fluss-Freibad und sehen das große Kind für die Dauer des Aufenthalts fast nie mehr und das kleine Kind ist so unglaublich niedlich, dass Sie’s die ganze Zeit knutschen wollen. Vielleicht stecken Sie abends dann die vier Sonnencreme- und Sandpanierten Kinder alle in die Wanne, wo die eine Überschwemmung anrichten und nur mit geballter Niedlichkeit damit durchkommen. Vielleicht gibt es danach Nudeln für alle mit Soße für Manche und Sekt für Die Auserwählten. Vielleicht sitzen Sie, wenn Sie es geschafft haben, die müden Kinder ins Bett zu verfrachten, abends noch lange auf dem Balkon, trinken Sekt und reden mit der „Internetbekanntschaft“ so wie das, was Sie eben sind: Freunde, die sich zu selten sehen. 

Tag 648 – Sonnenstrandtag. 

Heute war Sommer. Morgen sollen wieder nur 13 Grad sein und abends soll’s auch regnen, aber heute, heute waren 20 Grad und strahlender Sonnenschein und hachjahachja, da ist auch Trondheim dann echt schön. Vor allem am Wasser. Also schleppten wir die Kinder und die Sonnencreme und den Grill nach Korsvika und ließen es uns gut gehen. 


Steine ins Wasser schmeißen kann Pippi stundenlang. Mit hochgezogener Augenbraue. 



Ja, da schwimmt jemand. War aber wohl sehr kalt. 


Michel so: Ich muss pullern! Ich: dann geh doch da hin. Michel: Ich will nicht, dass mich wer sieht! Ich: dann geh an den Felsen. Michel: *geht auf den Felsen*

Und Pippi, die Klettermaus, musste dann natürlich auch auf den Felsen. 

Ach ja. Ein wirklich wunderbarer Nachmittag.