Tag 1255 – So geht‘s doch auch.

Total tiefenentspannten Samstag verbracht. Allein mit den Kindern. Herr Rabe arbeitet (und testet mal den Transport nach Oslo, wenn auf der Strecke Schienenarbeiten sind. Die werden noch bis Dienstag sein, ich muss also mindestens 20 Minuten extra für die Wege einplanen. Herr Rabe arbeitet dann von zu Hause aus, weil auch noch Elterngespräch am Montag in der Schule ist, natürlich zu Zeiten, in denen die Lehrerin arbeitet, so wie andere Berufstätige halt auch. Ein Hoch aufs Homeoffice.). Der Unterschied zum letzten Wochenende lag wohl in einer anderen Hormonlage und darin, dass wir nichts vorhatten. Wirklich gar nichts.

Erstmal muss ich die Kinder echt mal loben: die können sich inzwischen morgens halbwegs selbst beschäftigen und reißen sich nur gelegentlich gegenseitig die Köpfe ab. Das hieß für mich heute früh, dass ich noch etwas weiter dösen konnte und nicht um sieben schon aufstehen musste. Das tut viel für meine Wochenendlaune. Es duschten dann auch nach dem Frühstück beide freiwillig und am Ende saßen sie sogar ganz einträchtig in Pippis Badewanne (gedacht für EIN Kind bis maximal 4 Jahre!) und ich konnte in Ruhe mein Körperpflegeprogramm durchziehen und dabei Podcast hören. Während ich dann duschte cremten sie sich ein und ich musste danach nicht das gesamte Bad renovieren und auch nur noch die Gesichter eincremen, das war auch alles schon mal sehr viel schlimmer und ist nicht lange her. Hach, hach.

Michel hatte sich gewünscht, sich etwas dazu zu verdienen, um sich irgendein Dings aus dem Spielwarenladen zu kaufen und nach etwas Überlegerei ließ ich ihn in der Küche staubsaugen und eine Maschine Wäsche aufhängen. Das Geld investierte er bei einem Ausflug in den Ort in ein… Dings, das ich nicht weiter kommentierte, es ist ja sein Geld. Selbst im Supermarkt, wo wir Zeug kauften, dass wir zu bestellen vergessen hatten, benahmen sich die Kinder. So gut, dass ich mich am Ende (nachdem ich tausend kleine Snacks für mich gekauft hatte, meine Kolleginnen haben alle gesagt, ich solle für lange Arbeitstage mit ohne Essen ab schlimmstenfalls Mittags vorsorgen und jetzt hab ich also Nüsse, Smoothies, Müsliriegel und getrocknete Mango. Ich werd so drei, vier Wochen eingeschlossen im Keller eines Pharmaherstellers schon überleben) zu Ü-Eiern hab breitschlagen lassen. Tiefenentspannt halt.

Zu Hause dann Popcorn und Film (Madagaskar 3) für die Kinder, Buch und Kamin für mich. Abends Pommes, Fischstäbchen und Buttermöhren und zwei müde Kinder, die sich ohne großes Gemecker um kurz nach sieben ins Bett bringen ließen. Beide ganz kuschelig und nach einem Tag, wo beide sehr „groß“ waren, plötzlich ganz „klein“. So richtig was getan haben wir heute also wahrlich nicht, aber dafür haben wir glaube ich alle drei gründlich aufgetankt.

Jetzt wieder Buch und Kamin. Ich lese jetzt endlich „Unterleuten“ von Juli Zeh. Das hatte ich schon lange hier, nachdem ich es mir schon noch viel länger gewünscht hatte. Mindestens ein Jahr habe ich es nicht angefasst. Ich hatte den Kopf nicht dafür frei. Es war wohl auch klug, das lesen zu verschieben. Ich verbinde im Nachhinein Bücher mit der Stimmung, in der ich sie las. Bei diesem Buch möchte ich nicht, dass es mir durch Existenzängste verdorben wird. Tatsächlich habe ich es noch nicht ganz zur Hälfte durch und bin sicher, dass es eines der besten Bücher ist, die ich in den letzten Jahren überhaupt gelesen habe. Es packt mich und schluckt mich und ich habe endlich wieder ein deutliches Lesebedürfnis, ein bisschen wie früher, ich lese wieder überall, heute sogar beim Fischstäbchen braten. Ganz wunderbar ist das, wieder bin ich ein Stück mehr ich. Über das Buch möchte ich gar nicht so viel sagen, aber wenn Sie das noch nicht gelesen haben, machen Sie das mal, es ist wirklich sehr gut.

In diesem Sinne:

Tag 1250 – Halbe 2500.

Heute auf die Minute passend gearbeitet, auf die Minute passend die Kinder abgeholt. Es ist ein Spagat und ich frag mich, ob sich auch Väter schlecht fühlen, wenn sie ihr Kind um zwei vor Schluss aus dem Hort abholen? Ich hoffe es.

Leider sind wir auf den Hort ja morgens und nachmittags angewiesen und damit ist die kurzzeitig verlockend erscheinend gewesene Idee des „Sport-Hort“ schon wieder passé. Der Sport-Hort kostet das Gleiche wie der normale Hort, hat aber tägliches Sportprogramm und (noch viel besser) tägliche Gelegenheit zum Hausaufgaben machen. Aber der Sport-Hort ist nicht morgens und soweit ich das sehen kann gibt es keine andere Möglichkeit, als beim normalen Hort einen halben Platz zu nehmen um morgens je eine Stunde in Anspruch zu nehmen und dafür aber 67,15% des normalen Hortpreises zu zahlen. Wir würden also 167,15% von dem bezahlen, was wir jetzt zahlen und das ist viel. Enorm viel. Mistekack.

Mein Meeting heute war mittelspannend, das Eis ist fest, allerdings brauchen wir um der Firma weiterhelfen zu können erstmal mehr Infos von eben dieser.

Dafür werde ich wohl mit der Dokumentenmanagementsoftware noch viel Spaß haben, die ist nämlich das Gegenteil von selbsterklärend. Bester Tipp aus der Erklärpräsentation: man kann Shortcuts wie zum Beispiel esc benutzen. ACH! Na dann ist ja alles klar.

Der lange Tag wurde mit einem glücklichen Michel belohnt, weil heute ein Paket aus dem Internet ankam. Da hat er auch gleich halbwegs motiviert Hausaufgaben gemacht. (Sie lernen diese Woche den Buchstaben F und weil er keine Lust hatte, die Worte aus der Wörterliste zu schreiben und zu malen hat er seinen Vater gemalt und seinen Namen geschrieben. Im Auto wollte er dann wissen, ob man Felix denn eigentlich mit k schreibt. Norwegen halt.) Hach, mein großes Kind.

Sport-Hort wäre wohl wirklich nicht doof für ihn. Immer in Bewegung.

Tag 1231 – Befreit.

Habe tatsächlich das FitBit abgelegt. Zumindest tagsüber. Bin grad unsportlich. Was soll’s, in einer Woche ist das süße Nichtstun vorbei, da muss ich mich jetzt nicht jede Stunde dran erinnern lassen, dass ich nichts tue.

Habe heute einen größeren Punkt von der To-Do-Liste (wenigstens vorläufig) gestrichen. Denn heute war ein Junge hier, ein waschechter Wikinger mit Götternamen und Seitenscheitel und Zahnspange. Der Wikinger wird probehalber am Samstag hier Babysitten*. Und wenn das gut läuft, werden wir das ausbauen, bis zu einem richtigen Nebenjob für ihn und einer richtigen Entlastung für uns, sodass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich im neuen Job durch Wikingerland gondle und Herr Rabe den Bring-Pendel-Vollzeitjob-Pendel-Abhol-Spagat alleine schaffen muss. Weil unser Wikinger eben noch sehr jung ist, wird ihn seine Mama unterstützen und vor allem das Taxi sein, aus dem Grund war die Mama auch mit und die ist sehr nett. Der Wikinger ist ziemlich schüchtern, aber Michel und Pippi haben ihn gleich um ihre Finger gewickelt und ich bin sicher, ohne Mama ist der auch gesprächiger. Natürlich ist das nicht so ganz, wie wir uns das vorgestellt hatten, andererseits ist es nen Versuch wert, wir brauchen Hilfe, er braucht nen Job, Mama ist im Zweifel ein zusätzliches Backup, wenn er zuverlässig ist: warum denn nicht. Ich hab schließlich auch mit 14 schon Babygesittet. Mir fällt jedenfalls ein Stein vom Herzen, wenn das klappt.

Sonst hier weiterhin tiefenentspannte Weihnachtsidylle. Ich genieße das dieses Jahr wirklich sehr und zelebriere das richtig, mit Der Besten geht sowas auch, auch mit M. und H., die morgen kommen und über Nacht bleiben. Ich frage mich manchmal, warum das mit Freunden oft so viel einfacher ist, als mit Familie**, aber dann will ich wieder gar nicht drüber nachdenken und schiebe das weg und genieße weiter mein entspanntes, terminloses, nicht emotional überfrachtetes Weihnachten 2018.

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*keine Ahnung, was Herr Rabe und ich dann machen. Das wird unsere erste gemeinsame freie Zeit seit dem 31.07., wo wir hektisch und schwitzend und mehr oder weniger verzweifelt restlichen Kram in Kisten packten, dann beim Verladen in den LKW halfen und am Ende bis weit nach Mitternacht die Wohnung in Trondheim putzten. Paarzeit. Hahaha.

**Ist hier ja auch ein heikles Thema. Schlimmer als 2015 geht es zwar nicht mehr, aber irgendwie ist das ja auch keine Aussicht. (Ich möchte das hier nicht ausbreiten. Aber es war für mich kaum auszuhalten, aus ganz vielen Gründen. Vorgestern erzählte ich der Besten davon und brach fast in Tränen aus. Das Weihnachten war halt was passiert, wenn in einer eh… belasteten Familie unzureichend abgegrenzt auf notjustsad trifft.)

Tag 1226 – Noch mehr Besuch!

Heute Vormittag, der Besuch und ich saßen im Zug Richtung Hauptstadt, schrieb meine Trondheimer Freundin L. (die, mit der ich auch mal Ski fahren war), ob wir zu Hause seien, sie und ihre Familie seien nämlich auf der Durchreise etwa um 18 Uhr bei (grob) uns. Ich schrieb, wir seien da, wir würden sie auch gern treffen und wenn sie bei uns essen wollen würden, würde ich (so überlegte ich sehr fix) eine große Schüssel Lasagne machen. Nach dem üblichen „aber nur wenn’s keine Umstände macht!“ – „nein, wir freuen uns wirklich!“*-Geplänkel war das also entschieden und Die Beste und ich kauften nach unserer 24.000-Schritte-Tour durch Oslo** noch Gehacktes und Gemüse in der Großstadt.

Zu Hause machte ich dann Lasagne, und weil sich L. und Familie wegen Vollsperrung und Tralala verspäteten, verhungerte auch niemand bis das Essen endlich fertig war. Und wir hatten alle einen richtig schönen Abend, sehr lustig, sehr spontan, die Kinder spielten trotz Altersunterschied von jeweils etwa 3 Jahren total super – Michel mit A., Pippi mit H. Am Ende mussten wir Erwachsenen alle etwas im aufgebauten Laden kaufen, ich bin jetzt also stolze Besitzerin einer Kuh samt Kalb aus dem Ikea-Plüsch-Bauernhof. Dafür habe ich immerhin meine Clas-Ohlson-Geschenkkarte*** in den Bücherregal-Deko-Rabrn gesteckt und „püp-püp-püp-püp“-sagend meine PIN eingegeben.

Nach einer Runde Drücker für alle, sogar Die Beste, sind nun L. und Familie sicher schon im Hotel im Bett, um morgen bis nach Stavanger weiter zu fahren. Wir haben die Menüs der nächsten Tage fertig geplant und werden den Weltersten Krustenbraten aus dem Nacken mit Knochen noch drin machen, das kann gut gehen und wenn nicht ist Herr Rabe schuld.

So sind spontane Besuche doch sehr nett.

Da ist auch nicht so schlimm, dass meine Mutter ihren „wir sprachen das letzte Mal im Oktober darüber“ geplanten Besuch für ab dem 26. heute absagte. Ein wenig hatte ich damit schon gerechnet, aber ich hätte ihr auch zugetraut, dass sie am 22. abends anruft um zu fragen, was sich die Kinder denn zu Weihnachten wünschen und ob wir sie denn vom Flughafen abholen****.

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*wir freuten und freuen uns ja auch wirklich. Wenn mehr Leute direkter kommunizieren würden, bräuchte es solcherlei Geplänkel gar nicht, just sayin‘.

**Das war super und fühlte sich auch gar nicht so an. Neue Entdeckung: wenn man komplett um die (leider völlig vereiste) Oper rumgeht, kann man in die Maskenbildnerei und Perückenwerkstadt schauen, in die Kostümbildnerrei und die Färberei, einfach überall rein und den Leuten bei der Arbeit zusehen, es sind Perücken aus verschiedenen Werken ausgestellt und man erhascht Blicke auf halbfertige Kostüme, das ist sehr spannend sicherlich auch für nicht so Näh-affine Menschen.

***Die einzige Möglichkeit, sich den Gutschein, den man für das Abgeben alter Druckerpatronen bekommt, aushändigen zu lassen.

****Nein, aber nur weil das echt null Sinn für uns alle macht. Der Zug fährt sehr regelmäßig von Flughafen nach Eidsvoll und braucht dann nur 10 Minuten. Mit dem Auto sind es eher 30. Vom Zug abholen kein Problem, vom Flughafen nur, wenn man eh in der Nähe ist.

Tag 1225 – Besuch ist da!

Heute kam die Beste an und das ist sehr schön. Ich wurde ganz knapp mit dem Putzen fertig, das ist auch schön, das Arbeitszimmer sieht jetzt halbwegs wohnlich aus, sehr schön und dann rief heute noch mein Ex-Chef an und fragte nach einer aktuellen E-Mail-Adresse, er würde nämlich gerade das Paper einreichen. Ja, genau. DAS Paper. Was schon vor zwei Jahren, dann vor einem, dann aber wenigstens vor der Disputation, oder kurz danach? eingereicht werden sollte. Mein first author Paper. Jetzt, wo ich’s nicht mehr brauche. Naja, egal ist es so oder so, noch 11 Tage bis neuer Job, solange muss auch mein Handy noch überleben, dann wird alles rosig. Ist es eigentlich jetzt schon, weil Besuch und Hach.

Tag 1218 – Happy, happy!

Nun. Schon wieder ist es total spät, aber ich habe es aufgegeben, früh ins Bett zu gehen. Ich bin einfach nicht müde, so what. Wenn ich wirklich früh aufstehen muss, wird es schon gehen. Solange ich nicht muss, gebe ich mein Bestes, es trotzdem zu tun, und wenn’s nicht klappt, dann klappt es eben nicht, ist ja grad noch egal. Dafür habe ich abends all die Energie, die mir morgens abgeht und dann ist es doch schön, wenn ich noch friedlich zwei Stunden Nähen kann, während die Kinder schlafen.

Überhaupt, die Kinder. Ich hab die sehr lieb. Sage ich vielleicht nicht häufig genug, also zu ihnen schon, aber nicht „über“ sie, zu anderen. Michel zum Beispiel, der große kleine Zwerg, wenn der morgens vom Parkplatz zur Schule stapft und so kleingroß ist, wie es halt nur Erstklässler sein können, da geht mir das Herz auf. Und wenn ich dann sehe, dass die Opis, die Schülerlotsenmäßig den Schulweg bewachen, schon ihre Posten verlassen, weil es ja schon zum ersten Mal geklingelt hat (15 Minuten vor Schulbeginn), dann fahre ich auch ein bisschen Helikopternd einmal um den Block und wieder an der Schule vorbei, wo ich den knallgelben Trondheimer Kommunenrucksack grad noch auf den Schulhof einbiegen sehe. Nach der Schule dann erzählte er mir, dass ihn ein Kind geschubst hat und ein anderes hat ihm einen Schneeball (mit Steinen drin! Und mit Absicht!) voll ins Gesicht geworfen. Meine Reflexe sind dann ja direkt auf WAAAAAS??? ICH RUF DIREKT DIE ELTERN AN WAS SIND DENN DAS FÜR ARSCHLÖCHER?, aber ich fragte erstmal nach, was Michel dann gemacht hätte, und ob das wer vom Hort gesehen hätte (nein), und Michel sagte, er sei dann einfach weggegangen und er habe auch eh keine Lust, mit den entsprechenden Kindern zu spielen. Er scheint es also ganz klug zu lösen und solange das klappt ist ja alles in Butter. (Ich finde das extra gut, dass er das so macht und nicht, wie ich als Kind und zum Teil noch echt lange, ausgerechnet mit denen, die mich am meisten ablehnten, best buddies sein will.) Fruchtet das viele Erklären, was Freunde tun und was nicht, ja vielleicht doch, ich wünsche es mir für ihn. Und ich wünsche ihm Freunde, die auch „blöde Wollsachen“ anhaben und deren Eltern Schießspielzeug konfiszieren. Bei denen er „uncool“ und phantasievoll und lieb und aktiv, aber nicht wild sein kann, wie er halt so ist. Hachz. Pippi ist natürlich auch prima, ganz anders, klar, sie ist auch noch jünger, aber die wird vermutlich eher die Bandenchefin werden, in der neuen KiTa-Gruppe setzt sie sich jedenfalls schon sehr gut durch. Und weil sie in ihrer Gruppe nun fast die älteste ist, statt wie sonst immer die jüngste und kleinste, zählt der „Ich bin so süüüüß“-Faktor nicht mehr. Trotzdem hat sie in der Gruppe ziemlich oft das Sagen, wenn sie da ist, wie sie zu Hause ist, kann ich mir ungefähr vorstellen, wieso. Bestimmerin by nature. Hoffentlich bleibt sie so.

Was war sonst so? Etwas genäht, Schuhe gekauft, Herr Rabe ist nicht da. Genäht habe ich das Oberteil vom Bettbezug-Kleid. Es scheint ein gutes Verfahren für mich zu sein, immer eine Größe kleiner zu nehmen, als die Größentabelle für mich vorsieht. Ich verstehe das ja nicht. Da nähe ich ein Kleid, das aus (festem) Jersey sein soll, aus gewebtem, gar nicht elastischem Stoff (dann eben mit Reißverschluss) und Größe 38 passt und sitzt super, wo die Größentabelle meint, zwischen 40 (Hüfte) und 42 (Taille) müsste es schon sein. 42 („wenn Sie zwischen 2 Größen liegen, nehmen Sie die kleinere“) säße da wie ein Sack. Und auch dieses Mal habe ich übrigens weniger Stoff gebraucht. Auch so’n Ding. Ist mir bei nem Bettbezug egal, aber bei richtig teuren Stoffen will ich nicht hinterher 25 cm übrig haben.

Schuhe gekauft. Das kam so: der örtliche Schuhhändler, der mir schon wegen überaus großer Auswahl an sehr geschmackvollen Stiefeletten aufgefallen ist, hat draußen Schilder mit 40% auf alles hängen. Und ich brauchte (tatsächlich) schwarze Stiefeletten. Die habe ich jetzt. Zwei Paar. Hups. Dafür habe ich weder Wildlederstiefel noch Pumps noch so Lumberjack-Schuhe gekauft.

Herr Rabe ist in Trondheim, mal wieder, morgen ist da auch noch Weihnachtsfeier. Ich möchte auch auf eine Weihnachtsfeier, mich aufbrezeln und so. Naja, nächstes Jahr. Herr Rabe möchte vielleicht auch noch mal in den Schuhladen, könnte ich mir vorstellen.

Jetzt, endlich, werde ich müde. In diesem Sinne: gute Nacht!

Tag 1214 – Familienähnlichkeiten.

Michel ist eindeutig mein Kind. Manchmal ist das putzig, manchmal ist das auch einfach nur schlimm, weil ich genau weiß, wie er sich fühlt, aber ihm kaum helfen kann, weil er eben mein Kind ist und sich NICHT HELFEN LÄSST. Jedenfalls nicht bei wichtigen Dingen. Beim Socken anziehen lässt er sich gerne helfen. Oder beim Zähneputzen. Oder so generell bei allem, was Sechsjährige schon allein können sollten. Aber ich schweife ab. Jedenfalls ist es manchmal wirklich einfach zum fressen niedlich und heute war wieder so ein Tag. Michel hat nämlich Herrn Rabe und Pippi beim Aufbau eines, wie ich finde, recht gut getroffenen Ikea-Regals beaufsichtigt. Mit einem selbstgebastelten Klemmbrett.

Der kleine Kontroletti. Er hat dabei auch Pausen und Arbeitsbeginn angesagt und nen ziemlichen Kasernenton draufgehabt. Ganz die Mama halt *hust*.

Die Erklärung ist übrigens: „Wo ein Haken ist, das heißt, das war gut gearbeitet. Und da hab ich den Haken durchgestrichen, das war nicht so gut gearbeitet, da hat Pippi Quatsch gemacht*. Und das unten**, das ist der Weihnachtsmann.“

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*sich ein Bett aus dem Regalkarton gebaut.

**das Männchen mit der WEIHNACHTSMANNMÜTZE! Oder sehen Sie da etwa was anderes?