Tag 1831 – Pandemiearbeiten.

Whoop whoop ich war im Büro und da waren tatsächlich fast alle meiner Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich am meisten zu tun habe (also: Das Inspektorat(TM) und die Zulassungen- (und Zertifikate-) Gruppe. Das haben wir jetzt jeden Montag so, Präsenztag im Büro, Freitags dürfen wir, wenn wir wollen, ansonsten Homeoffice. An anderen Tagen sind andere da, aber nie mehr als 40% der Belegschaft gleichzeitig. Es gibt allerlei teils seltsam anmutende Vorsichtsmaßnahmen, wie zum Beispiel einen recht… willkürlich erscheinenden Sitzplan. Das norwegische Pandemie-Mantra ist ja „Abstand, Abstand, Abstand!“, ich frage mich aber schon, was es bringen soll, in der Kantine oder in Meetingräumen mit mindestens einem Meter Abstand zueinander zu sitzen, während eine Klimaanlage die Luft fröhlich im Raum verquirlt und im ganzen Haus verteilt. Bevor ich die Filter (die ja hoffentlich in der Ventilationsanlage irgendwo verbaut sind) selbst inspiziert hab, gehe ich davon aus, das wir uns das ganze Abstandsgehampel im Zweifel in die Haare schmieren können, wenn bei uns jemand infiziert und infektiös bei der Arbeit erscheint, sind die Bedingungen für ein Super-Spreading-Event mindestens gut.

Jetzt wo das gesagt ist: es war leider richtig gut, mal wieder unter Menschen zu sein, nah an Menschen dran, die nicht alle nur im Bildschirm zu sehen. Richtig schön. Wie sozial dann doch selbst die Introvertierten sind, merkt man nach ein paar Monaten mit deutlich eingeschränkten Sozialkontakten dann eben doch. Wie es den Extrovertierten dann erst gehen muss.

Ich habe effizienter als im Homeoffice ein paar Sachen weggearbeitet, die mich schon länger gestört haben, dann gab es auch ein paar gute Nachrichten für mich persönlich, hach, es war einfach rundum ein guter Arbeitstag.

Nach der Arbeit waren wir dann noch schwimmen im Badesee ums Eck, der ist jetzt endlich warm genug. Also so warm, dass alle drin waren nur ich nicht, mir war es ab den Knien noch zu kalt. Ich bin jetzt auch in dem Alter, wo ich für spritzende Jugendliche die humorlose Trulla bin, die im Badesee stehend nicht nassgespritzt werden will. Schlimm.

Michels Fuß geht es auch deutlich besser. Baden darf er ja sowieso ohne die Schiene, aber auch sonst würde er, wenn wir ihn ließen, einfach weiter machen wie immer, weil es nicht mehr wehtut und er alles bewegen kann. Was natürlich nicht heißt, dass er den Fuß normal bewegen und belasten soll, aber die Einsicht ist mit sieben noch nicht ganz so einfach.

Tag 1827 – Endlich wieder Blasen an den Füßen.

Herr Rabe musste heute alleine trainieren, denn ich war fremdsporteln. Meine Freundin M. (schon wieder ne M. Hmm also für die Referenz: die Nähmutter) hat organisiert, dass der Papa eines weiteren Kindergartenfreundes von Pippi und auch I. während der Sommerferien ein kleines Grüppchen Ex-Tanz-Mütter unterrichtet. Bei ihr zu Hause. Gestern lud sie mich dazu ein, ich guckte ein Video an, es sah beim groben Drübergucken ohne Ton aus wie HipHop, ich dachte „scheiß drauf, Hauptsache Tanzen“ und sagte zu.

Und so hatte ich dann etwas unvorbereitet eine Stunde in zeitgenössischem afrikanischen Tanz. Nix HipHop. (Was gut war, HipHop hab ich zuletzt vor mindestens 15 Jahren getanzt.) Es war richtig gut und sau anstrengend, der Lehrer hat ein ordentliches Tempo vorgelegt und die Musik wurde immer schneller. Die Musik hat mir auch sehr gut gefallen, aktuelle afrikanische Club-Musik kannte ich noch nicht, macht aber Spaß. Ich würde mich sonst wohl eher nicht zu afrikanischem Tanz anmelden, weil ich ganz schreckliche Cringe-Gefühle beim Gedanken an kalkweiße Nordeuropäer*Innen in erdfarbenen Gewändern, die sich zu Trommelmusik wiegen, kriege. (Diese Sorge ist nicht unbegründet, ich habe da viel Schlimmes gesehen, als ich noch deutlich aktiver getanzt habe. Da kannte ich den Ausdruck kulturelle Aneignung noch nicht, aber das hat wohl das Fremdschämen ausgelöst.) Heute waren aber keine erdfarbenen Gewänder zu sehen, nur schwitzende Mittdreißigerinnen und ein gut gelaunter und sehr professioneller und auch schwitzender Tanzlehrer, der uns Ex-Ballerinas geduldig sozusagen immer tiefer in den Boden drückte. Mit guter Laune und ohne Erbarmen. Kurz was trinken und dann nochmal und nochmal und nochmal. Der Schweiß lief, aber nochmal und nochmal und so lange bis die Choreografie sitzt und dann noch mal so lange bis die Konzentration zu sehr nachlässt und man wieder anfängt, sich zu vertun. Dann kurz was anderes zum Hirn auflockern und dann noch drei mal. So muss ein gutes Tanztraining sein.

Ich hab sicher 2 Liter Wasser ausgeschwitzt, laut Uhr 497 kCal verbrannt, mir an jedem großen Zeh eine fette Blase geholt und habe eine Stunde lang zwar sehr viel geschnauft, aber auch fast durchgehend gegrinst. Herrje, wie mir das Tanzen fehlt. Herrje, wie albern glücklich mich das macht.

(Netter Nebeneffekt: bis auf die Blasen tut mir endlich mal wieder NICHTS weh. Einmal alles durchgeschüttelt.)

Hach ja. Vielleicht sollte ich mich doch in der Tanzschule anmelden. Dann kann ich halt die Hälfte der Termine nicht. An der anderen Hälfte hab ich aber Spaß.

Tag 1823 – 5 Jahre.

Pippis Geburtstag und der Bloggeburtstag fallen ja aus Gründen immer nahezu zusammen, das ist sehr praktisch, den Bloggeburtstag würde ich nämlich sonst vergessen. Heia, 5 Jahre Rabensalat, auf die nächsten 5, Zwinkermiley.

Fünf Jahre Pippi ist ein sehr viel einschneidenderes Ding. Fünf Jahre mit zwei Kindern, fünf Jahre zu viert, fünf Jahre mit der kleinen Rübennasenmaus. Das Kind, das immer schon seinen eigenen Kopf hatte, den bis heute hat und hoffentlich für immer behält. Eigenwillig, durchsetzungsstark, stur (naaaawww wie der Papa). Für uns Eltern ist das nach wie vor nicht immer ausschließlich schön, aber trotzdem darf und soll Pippi bitte einfach immer genau so bleiben. Mit Ecken und Kanten. Vielleicht wird sie mal Chefin von irgendwas großem. Vielleicht auch Politikerin. Oder ein gefeierter Bühnenstar, Talent ist da, Spaß daran sich zu präsentieren auch. Wie ich sie aber kenne, macht sie irgendwann einfach genau was sie will, egal ob wir oder sonst irgendwer das gut finden.

Das ist alles schon sehr ok so. Ich hab diese Maus furchtbar lieb. Abends das Einschlafen läuft oft so: Pippi verkündet, dass sie müde ist und macht es sich auf irgendeinem Schoß, dem Sofa oder den Gartenstühlen gemütlich. Man hat dann etwa zwei Minuten, sie noch mal hoch zu bekommen um ihr einen Schlafanzug anzuziehen und die Zähne zu putzen, ansonsten schläft sie ein, wo sie grade ist. Sie ist ja müde und will schlafen, hat sie ja gesagt. Wenn wir sie normal ins Bett bringen, liest einer von uns vor und bleibt oft neben ihr sitzen, bis sie schläft, das sind bei ihr meistens nur fünf Minuten. Bevor ich mich rausschleiche, bugsiere ich sie meistens noch mal etwas mittiger aufs Bett, damit sie nicht rausfällt. Dabei schnarcht sie meistens noch mal auf, richtig laut, sehr prinzessinnenhaft. Pippi kann auch unglaublich laut rülpsen. In rosa Gewändern mit Glitzerkrönchen *RÜÜÜÜÜÜLPS*: es ist so niedlich, dass wir oft nur gekünstelt streng gucken können, aber innerlich lachen. Überhaupt ist Pippi gleichzeitig, wie ich immer gehofft hatte, dass meine feministisch erzogene Tochter ja wohl bitte nicht wird – nämlich komplett auf rosa Glitzereinhornfeenkram eingeschossen, Prinzessin hier, Mama spielen da, immer schick sein, immer schminken, Bikini muss sein und fast immer ein Kleid – und dann zieht sie aber unter dem Kleid eine Jogginghose an und schmeißt sich mit der kompletten Prinzessinnen-Montur in den Dreck und ich glaube auch nicht, dass sie sich im Kindergarten viel von irgendwem gefallen lässt. Im Zweifel rülpst sie sie halt alle in Grund und Boden.

Ausnehmend klug und überaus hübsch und all das ist Pippi natürlich auch, aber das würde jetzt unglaubwürdig, würde ich das auch noch ausführen.

Pippi halt. Einzigartig. Schon fünf. Erst fünf. Endlich fünf.

<345!

Tag 1813 – Konnte nur besser werden.

Unser Tag startete so lala, die Kinder waren zu früh wach und hatten deshalb etwas herausfordernde Laune und Herr Rabe fuhr schon früh mit seiner Schwester zu seiner Mutter ins Pflegeheim – da gibt es Coronabedingt strenge Besuchsslots und nur zwei Besuchende dürfen gleichzeitig hin, deshalb eben nur die beiden. Ich war offen gestanden nach dem späten Abend gestern etwas träge und dazu die Laune der Kinder, leichtes PMS und Herr Rabe, der nach der Rückkehr aus dem Pflegeheim sagte, er wolle A tun, aber dann sehr ausführlich B tat… puh. Schwierig. Sehr schwierig.

Meine eigene Laune besserte sich, als wir dann doch noch (auf den letzten Drücker) A taten, nämlich sehr viel Zeug entsorgen, das hier noch im Opa-Haus von Herrn Rabe herumdiffundierte. Entsorgen finde ich immer gut.

Noch besser war dann aber das Minigolfspielen danach, das hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn (oder grade weil) sich die Kinder nur schwer an die Regeln halten können. Ich brachte ganz zu Anfang ein Mal aus Versehen Pippi zum Weinen, weil sie mich fast mit dem Schläger erschlagen hätte, mehrmals, und ich daraufhin eine Ansage machte und etwas schreckhaft auf ihre wilden Schlägerschwünge reagierte. Nachdem das aber geklärt war, hatten wir alle Spaß, dann schiebt Pippi halt den Ball mit dem Schläger den Hügel hoch, so what. Sie ist fünf. Michel sprang quer über den Platz und jubelte „I‘m a pro gamer!“ und es war sehr niedlich, äh, cool, total cool. Auf dem Rückweg machten wir ein albernes Familienselfie und dann wollte Michel schnell nach Hause. Wir übten auf dem Weg ein bisschen englisch, dann bekam ich einen Vortrag über Pokémon und dann übte Michel schnell duschen – wir hoffen ja immer noch alle, dass er dann im nächsten Jahr schwimmen in der Schule bekommt, das ist dieses Jahr ja ausgefallen wegen Corona. Aber da steht der kleine Zwerg unter der Dusche und philosophiert darüber, wie er dann ganz schnell immer duschen wird, und dass das komisch wird, weil er nie mit anderen schwimmen war als uns und seinem Kindergartenfreund H.. Hachz.

Ich habe heute auch versucht, Michel zu erklären, wie die Beerdigung wohl morgen sein wird, was eine Urnenbeisetzung ist und dass wir das Loch auf dem Friedhof nicht selbst ausheben müssen. Besonders das mit der Urne und das ganze Thema Kremieren fand ich schwierig, kindgerecht zu erklären. Da ich in Michels Alter war, als ich eine fulminante Angst vor Friedhöfen und Sterben entwickelte, die dazu führte, dass ich z.B. Angst vorm Einschlafen hatte, geht mir das extra nahe. Es war mir ein Anliegen, sehr klar zu sagen, dass nur der Körper der gestorbenen Person verbrannt wird, dass der Körper angezogen wird und der Körper in einem Sarg liegt und dass die Person da schon lange nicht mehr da ist und davon gar nichts mehr merken kann. Ich hoffe wirklich, es ist mir gelungen. Wir werden es morgen vermutlich sehen. Michels Kommentar dazu war übrigens „Ich hab das bei YouTube gesehen. Wir weinen alle zusammen und dann ist es vorbei.“ und wer weiß. Vielleicht wird es so. Oder anders.

Michel tickt sehr wie ich, im Guten wie im Schlechten.

Abends habe ich wieder Harry Potter auf Norwegisch vorgelesen und sehr mit den Augen gerollt, aber als ich aufstehen wollte, war ich versöhnt durch zwei Kuschelkinder.

Es ist immer noch manchmal ganz absurd, dass wir die Eltern von zwei richtigen kleinen Menschen sind.

Tag 1812 – Piep.

Nur ein kurzes Hallo, wir leben alle und wir haben es sehr gut. Heute Abend waren wir in der Twitterkneipe bei Leuten aus der Twitterkneipe und das war sehr schön aber auch sehr spät. Pippi hat sich um elf ausgeschaltet und ist mit Ankündigung auf meinem Schoß eingeschlafen, Michel hat viereckige Augen und wir Erwachsenen sind beglückt aber müde und mehr schreiben schaffe ich nicht mehr.

Tag 1809 – Revival of allein daheim Tag 4.

Hups, noch später als es die letzten Tage schon war.

Ich habe den halben Tag an der Nähmaschine und dem Bügelbrett verbracht und mir eine „schnelle“ Bluse genäht, ich bin ein bisschen aus der Übung, aber dafür ist sie gut geworden. Jetzt habe ich eine Bluse zum Rock (und immer noch keine Fotos).

Ansonsten war heute Sport, Blumen gießen, Schuhe putzen, Sandalen suchen, Meerschwein-TÜV (keine Bissspuren, also alle Rangordnungsrangeleien voll im Rahmen) und die komplette zweite Staffel von Dead to me bingen – weshalb ich auch jetzt erst ins Bett komme (sorry, Herr Rabe!). Beim Fernsehen habe ich noch ein Schnittmuster zusammen geklebt und ausgeschnitten.

So langsam vermisse ich die Familie. Aber wie nötig diese Auszeit einfach war, gerade dieses Jahr. Ich kann das jedem Elternteil, das nicht grad Energie daraus zieht, immer mit der Familie zusammen zu sein (soll’s ja auch geben und whoa – mein Neid ist euch sicher), nur ans Herz legen, wenn es irgendwie geht, mal allein sein. Gerne zu Hause, es geht aber auch bestimmt ein Städtetrip wenn man sowas mag (ich nicht so). Zu Hause hat den Extra-Zauber des Was-Schaffens und es bleibt halt so wie man es hinterlassen hat. Alles. Ich kann die Stoffscheren überall rumliegen lassen ohne, dass ich Angst haben muss, dass damit entweder Papier, Haare oder unsere Bettlaken geschnitten werden. Ich kann die Stoffscheren auch wegräumen und mich daran freuen, dass nichts rumliegt. Ganz wie ich will.

Jedenfalls, ich betrachte das hier als meine mini Mutter-Kur. Den Sinn von Eltern-Kind-Kuren habe ich ja eh noch nicht ganz verstanden, solange es nicht darum geht, irgendwas am Zusammenspiel Eltern-Kind zu behandeln. Elternteil-ohne-Kinder-Kur hingegen kann ich mir viel eher vorstellen, wenn die Kinder der Grund für den Kurbedarf sind. Aber ich lenke ab. Das hier ist meine Mini-Kur, allein mit mir und meinen Gedanken, denen ich jetzt ein paar Tage sehr gründlich zugehört habe. Ich kann förmlich körperlich spüren, wie meine Batterien sich laden. Introvertiert halt.

Also, liebe Mit-Eltern: wenn irgend möglich, schafft euch ab und zu, einmal im Jahr, einmal in fünf Jahren eine Auszeit allein. Es ist so, so, so gut.

Tag 1807 – Revival of allein daheim Tag 2.

Immer noch ist es hier sauber und aufgeräumt und immer noch bin ich im Freudentaumel darüber. Ich wasche gleich mal die Sitzauflagen der Gartenstühle, und ganz oben auf dem Flurregal saugt die Putzhilfe nie, das mache ich auch, und man könnte auch schon wieder das Spülmaschinensieb reinigen (Örgs) und die Tür vom Backofen auch!

Gut, dass ich nur noch drei Tage alleine hier habe, sonst würde ich vermutlich am Ende mit ner Zahnbürste die Badezimmerkachelfugen putzen, einfach so, weil ich’s kann.

Heute habe ich einen Tagesausflug in die Hauptstadt unternommen, das war auch schön, jetzt habe ich Seide für eine Bluse zu dem Rock (an dem Stand jetzt nur noch der Reißverschluss fehlt), tonnenweise Gemüse für die Meerschweinchen und Austernpilze für mich zum Essen morgen. Ich muss eh aufpassen, dass ich nicht das Essen vergesse vor lauter Begeisterung über alles andere.

Auf dem Rückweg vom Bahnhof sah ich vor dem Tinghuset mehrere Kirschbäume, die reife Kirschen zu tragen schienen, ich parkte also das Fahrrad kurz und stieg ab um eine Kirsche zu probieren – Ja! Reife, fast schwarze Süßkirschen! Ein Traum! Morgen werde ich einen neuen Tagesausflug machen und entweder am Kindergarten oder eben am Tinghuset Kirschen pflücken. Eh sie von den Vögeln gefressen werden, wie die ca. 5 Kirschen an unserem kleinen Kirschbaum im Garten.

Eigentlich muss ich auch schon wieder im Ringelblumenbeet verblühte Blüten abschneiden. Es ist eine Sisyphusarbeit. Dafür habe ich, glaube ich jedenfalls, geschafft, eine Avocado zu ziehen. Aus einem Kern. Ganz ohne Gehampel mit Zahnstochern und Schnapsgläsern, einfach zu drei Viertel in die Erde gesteckt und täglich gegossen. Ich werde das die nächsten Tage beobachten. Ich fände das ja recht lustig. Der Schneckenmango geht es übrigens auch weiter prima, sie bekommt schon wieder neue Blätter oben. Frau Rabe, grüner Daumen aus Faulheit.

Hier noch ein Beweisbild für Herrn Rabe, dass die Stockrosen tatsächlich irgendwann blühen.

Blühen halt nur zum Nachbarn hin, nicht zu uns.

Das ist übrigens die Stockrose, die letztes Jahr übel vom Malvenrost befallen war und fast krepiert wäre. Ist doch noch ganz ok geworden.

Tag 1806 – Revival of allein daheim Tag 1.

Die Muse war immer noch nicht da. Das liegt nicht dran, dass ich Pippi nicht lieb hab, es fällt mir nur schwer, zu formulieren, warum und was an ihr besonders (eben weil! Und alles!).

Herr Rabe und die (unfassbar aufgekratzten) Kinder sind heute sehr pünktlich um elf Uhr zur Fähre aufgebrochen. Mit einem halb leeren Auto.

Äh Ja, Carona hat sehr sehr viel Laderaum.

Man muss dazu sagen, dass noch was im Frunk ist, und ein bisschen was ist auch in dem Fach, was unter der Klappe ist, die man vorne im Bild sieht. Im Frunk sind zum Beispiel die Ladekabel und Adapter für alle Eventualitäten. Herr Rabe hat extra letzte Woche Carona noch für CCS-Laden updaten lassen. Ich hoffe, Herr Rabe besiegt seine Reichweitenangst dadurch.

Jedenfalls bin ich seit elf Uhr alleine. Zum ersten Mal seit März so richtig alleine. Und das tut so gut. Die Stille, die Ordnung, die Sauberkeit. Es ist ein Traum. Ich kann meine Brille im Bad liegen lassen, ohne Angst zu haben, dass ein Kind sie morgens mal ausprobiert und verbiegt oder runterwirft. Ich kann vorm Fernseher essen. Ich kann mich an den leeren Tischen und leeren und sauberen Fußböden erfreuen. Ich kann Sachen sauber machen, und die bleiben so. Heute war zwar auch unsere Putzhilfe da, aber das gründliche Aufräumen damit sie putzen kann ist ja trotzdem mein Job und macht mir tatsächlich auch Spaß, wenn es dann auch so bleibt und nicht noch während ich räume am anderen Ende wieder Chaos entsteht. Außerdem putzt die Putzhilfe zum Beispiel keine Fenster. Das macht bei uns Herr Rabe, hat er auch grad erst vor zwei Wochen oder so gemacht, aber an das eine Fenster hat direkt nach dem Putzen irgendein Vogel sehr großflächig gekackt, das habe ich also heute noch mal geputzt. Und tausend andere Kleinigkeiten.

Ansonsten habe ich heute absurd viel Sport gemacht, jedenfalls laut meiner Uhr, die spricht von über zwei Stunden und insgesamt fast 1000 verbrannten Kilokalorien. Quasi eine Megakalorie. Muhahaha. Es kam dazu, weil ich eben aufräumte, dann, weil ich ja kein Auto habe, zu Fuß in den Ort ging, um Geld zu holen und dann noch mal mit dem Fahrrad in den Ort fuhr, um im örtlichen Näh- und Strickladen leider kein passendes Nähgarn zu bekommen, und dann noch mein normales Sportprogramm von 35 Minuten durchzog. Das alles machte die Hüfte sehr gut mit, die drei Tage Pause haben gut getan.

Jetzt liege ich erschöpft aber glücklich im Bett und freue mich auf durch- und ausschlafen ohne externe Störungen. Hach! Und morgen liegt alles noch da wo es jetzt auch liegt, abgesehen vielleicht von den Meerschweinchen, hach, hach!

Tag 1754 – Übervolles Leben.

So ein wundervoller Tag. Sogar die Sonnencreme hat ihren Job getan. Hachz.

Eigener Garten.
Nicht der eigene Garten.
Herr Rabe hat gebacken, ich habe Hipsterkaffee gemacht.
Kleiner Ausflug zum Fluss.
… in den Fluss. Fünf Kinder und ein Hund hatten riesigen Spaß.
Matschküche Deluxe.
Esstisch (bevor alle da waren).

[Das mit den Kohorten muss ich vermutlich nicht noch mal erklären, alle Kinder sind über die Kohorten miteinander verbunden.]

Tag 1753 – Weiter volles Leben.

Wir haben heute den Zaun fertig geplant und werden nun endgültig die furchtbaren, halbtoten Aronia-Büsche rauswerfen. Ganz bald. Vielleicht fangen wir gleich noch an.

Dann haben wir mit den Nachbarn gegrillt (auf deren Terrasse, die ist nämlich noch größer als unsere), ich hab mir das ok für meinen (sehr groben) Zaun-Kostenvoranschlag geholt und wir haben über Erwachsenendinge geredet. Das war sehr nett. Und auch deren Kinder haben gestern Ärger für die Slime-Aktion bekommen, das ist immerhin gut zu wissen.

Hier sehen Sie, wie Pippi Muffin ein Schlaflied vorsingt. Muffin sitzt in seinem Hamsterknast, in dem er vorher sein ganzes Leben zugebracht hat, weil ich gleich seine Box sauber mache. Der „Außenkäfig“ ist nicht nur viel zu klein, sondern auch so gammelig, dass ich Muffin da nicht reinsetzen mochte. Jetzt haben wir also noch die Entsorgung dieses Dingses am Hals. Aber Pippi ist schon sehr niedlich. Meistens. Wenn sie nicht mit Slime spielt.

Hach ja. Meistens ist sie ja doch sehr niedlich.

Michel hat sich heute ziemlich schlimm in den Finger geschnitten, weil er versehentlich ein Glasröhrchen von einer Vanillestange zerdrückt hat. Er rannte dann ungünstigerweise schreiend und panisch mit den Händeln wedelnd durchs halbe Haus, weshalb Herr Rabe und ich anschließend auf dem Boden rumrobbten und mit Feuchttüchern die gefühlt tausenden kleinen Blutspritzer vom Boden, Möbeln, Wänden und Türen zu entfernen. Mal gucken, wie lange wir noch Blutspritzer finden. Michel geht es aber wieder gut, es hat aufgehört zu bluten und er wollte über Nacht auch kein Pflaster haben, sondern lieber Luft dran lassen. Es tut auch nicht mehr weh, sagt er. Nur noch ein bisschen. Puh!