Tag 2130 – Langer Tag.

Nur ne Liste:

  • Michel beim Hort abgeliefert
  • Nach Oslo gefahren
  • Im Stau gestanden (LKW-Unfall)
  • Für die Meerschweinchen ein Häuschen gekauft (gebraucht), damit sie den Sommer über draußen wohnen können
  • Zum Krankenhaus gefahren
  • Im Stau gestanden (selber LKW-Unfall)
  • Mit Pippi ins Krankenhaus, denn die musste aufs Klo. Pippi wegen der nicht vorhandenen Maskencompliance im Krankenhaus einen Mundschutz verkleinert. Pippi absolut alle verzaubern lassen
  • Blutprobe abgeliefert, dank Pippi einen glibber-Gecko als Prämie bekommen, weil ich nicht geweint habe. Pippi hätte nicht durchgehen lassen, hätte ich keinen bekommen
  • Bei der Arbeit geparkt, zu dritt (Herr Rabe, Pippi und ich) mit der T-Bane nach Oslo gefahren
  • Auf 4 Haltestellen ca. 30 mal gesagt, dass Pippi bitte nichts anlecken und sich nicht auf den Boden setzen soll
  • Mit Pippi im Dauerschwafelmodus zum Instrumentenladen in der Drogi-Gruselgegend gelaufen. Fast taub geworden wegen Großbaustelle mit Steine schneidenen Bauarbeitern
  • Beim Instrumentenladen eine Bestellung abgeholt. Sozial schwierig, war sehr voll da, kann mich nur noch schlecht zu vielen Leuten gleichzeitig verhalten
  • Mit Pippi (immer noch im Dauerschwafelmodus) Richtung Oslo S gegangen, da in der Nähe Herrn Rabe getroffen, der seinen Anzug von der Reinigung abgeholt hatte
  • Eis(-Kaffee) für alle, draußen verzehrt
  • Zurück zur Arbeit gefahren, dort alle ein Mal aufs Klo, Passwort geändert und wieder ins Auto
  • Im Stau gestanden (nicht der LKW-Unfall, einfach ganz normaler Freitagsnachmittagsverkehr aus Oslo raus)
  • Michel vom Hort wieder abgeholt
  • Die Familie zu Hause abgeliefert und wieder losgefahren
  • Ein neues Gestell für meine Brille bekommen. Selbes Gestell wie vorher, nur neu, auf Garantie, weil ein Brillengestell eigentlich länger halten sollte als ein Jahr, bevor der eine Bügel irreparabel hängt und die ganze Brille deshalb schief sitzt. Wundert mich nicht, dass die die Marke inzwischen gar nicht mehr haben
  • Kein e-Piano gekauft. Das gibt‘s erst, wenn die Schweinchen sicher draußen und draußen sicher sind
  • Apotheke, ich komme mit den Schilddrüsenblockern sonst nicht übers lange Wochenende
  • Wochenendeinkauf im Supermarkt
  • Herrn Rabe nach draußen gejagt, auf dass er laufe. Leider mit dem Timing voll einen Wolkenbruch mitgenommen
  • Geige gespielt, Essen, Kinder ins Bett, Sofa. Kein Nerv mehr für soziale Interaktion (sorry, Twitterkneipe)

(Habe Pippi schrecklich lieb, aber nach 5 Stunden mit ihr bluten zur Zeit meine Ohren. Wie viele Worte in so einer Fünfjährigen sind!)

Tag 2128 – Gestern/heute.

Heute war nix, das ist schnell erzählt.

Gestern. Ich war, wegen meiner Bauchschmerzen, die mich immer noch immer mal wieder anfallsmäßig plagen (KEINE TIPPS!), beim Ultraschall. Leider hatte ich mich im Tag vertan (genau genommen sogar im Monat, ähäm) und musste fast drei Stunden warten, bis sie mich dazwischen schieben konnten. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ich nicht vorher nichts gegessen hätte – wie es im Infozettel zu dem Termin stand – und nicht einen Liter Wasser getrunken hätte – wie es auch in der Einladung stand – oder wenigstens aufs Klo gedurft hätte – raten Sie einfach. Als ich dann dran war, musste ich dem Arzt sagen, dass er bitte nicht so doll auf der Blase rumfahren soll, es sei denn, er möchte provozieren, dass ich auf die Liege pullere. Der Arzt war aber sehr vorsichtig und ich sehe innerlich komplett normal aus, bis auf eine grenzwertig große Milz (die aber, wie er meinte, nicht diese Schmerzen verursachen dürfte) und eine wenig überraschend absurd volle Blase und einen komplett leeren Magen. Auch die Blutwerte sind ok, insofern ist das vorläufige Fazit „Ursache nicht gefunden“, super, hab ich halt einfach so Schmerzen (KEINE, wirklich gar keine, Tipps bitte).

Ich wurde außerdem von einem Makler angeschrieben, ob das Haus, das wir Dienstag angeschaut hatten, denn wohl für uns in Frage käme. Meine Antwort war „hahaha Nein, das Haus entsprach nicht unseren Vorstellungen und der Standard rechtfertigt unserer Meinung nach nicht den veranschlagten Preis“ und damit wissen Sie jetzt auch so grob, wie diese Hausbesichtigung war. Neugierig darauf waren wir wegen der Lage geworden und weil die Bilder einiges versprachen, was dann aber der Realität nicht standhielt. Liebe Makler*Innen: Sie haben es selbst in der Hand, ob Leute realistische oder völlig überzogene Erwartungen an das Objekt haben. Zum Beispiel würde ich davon abraten, das Objektiv mit dem weitesten Winkel, das sie finden können, zu benutzen, damit der winzige Flur und die 60 cm breite Treppe aussehen wie eine herrschaftliche Eingangshalle oder das Klo, in das man rückwärts einparken muss, wie ein richtiges Badezimmer. Und vielleicht wäre es auch ratsam, Reparaturbedarf, Schäden und nicht zeitgemäße Kellertreppenlösungen nicht zu verschweigen.

Ich sehe es als erneute Übung im Justieren von Erwartungen und direktes Feedback geben.

Apropos Übung: ich habe mir ein einfaches Concerto runtergeladen und spiele das jetzt und das macht mich sehr sehr glücklich. Ich bin gar nicht so schlecht. Ok, es ist ein Stück für Schüler*Innen, die 2-3 Jahre Unterricht hatten und dementsprechend „unter meinem Niveau“, ähäm, aber ich finde, ich darf ein paar Erfolgserlebnisse haben. Außerdem gibt es auch da noch genug für mich zu tun, unter anderem ist mein Vibrato scheiße ausbaufähig und meine Dynamiken sind auch noch nicht differenziert genug (laut ist einfach. Leise hingegen… hmmmmmmnaja). Intonation mit dem 4. Finger ist auch nicht optimal. Was ich, das kann ich ja mal einfach so behaupten, gut kann sind Phrasierungen und generell Musikalität/Gefühl. Ist auch einfach, das Stück ist in h-Moll und voller Gefühl (Romantik halt) und ich wollte sowas immer spielen und meine Geigenlehrerin war aber eher so Team Telemann (schnarch). Kein Wunder, dass meine Motivation irgendwann sehr stark nachließ, diese Barockstücke klangen für mich alle gleich. Jetzt suche ich mir das selbst aus und Telemann ist da eher nicht dabei, fürs erste. (Hab ich erwähnt, dass ich auch im Blockflötenkreis der selben Lehrerin war? Noch mehr Barock, Hurra…)

Am liebsten würde ich an allen Ecken gleichzeitig bauen, reiße mich da aber am Riemen (ein wenig), mache Bogenübungen auf leeren Seiten und Vibratoübungen ganz ohne Instrument und übe Saite für Saite den Lagenwechsel zwischen 1. und 3. und kontrolliere brav mit leeren Saiten, die ich auch ständig nachstimmen muss, weil ich blöde Saiten hab vor allem das A halt. Und damit das halt nicht langweilig wird, ein kleines, schönes, einfaches Concerto.

Ich bin kurz davor, Herrn Rabe das E-Piano zu kaufen, das er sich wünscht, dann können wir zusammen spielen, das klingt dann (wenn ich irgendwann besser Vibrato kann) irgendwann so: Rieding op. 35. (Nehme an, auch Herr Rabe müsste da vielleicht erst mal ein bisschen üben.)

Tag 2126 – SO GROSS!

Huiuiui. Aufregende Tage für die Kinder. Michel hat heute seine TranspirantAspirantkorpsuniform bekommen, nämlich Pulli, Mützenkäppchenhaubendings, weiße Handschuhe und eine weiße Umhängetasche. Er ist jetzt etwa einen Meter größer und wird wahrscheinlich bis Montag durchgehend hibbeln wie ein Flipperball. Uniformen muss man ja mögen, mich rühren die immer irgendwie und Michel ist so stolz und sieht so groß aus, ich kann nicht anders als sogar diese Kopfbedeckung schick finden.

Pippi hat heute ihren „Russedress“ bekommen. Wir sind hier ja in der Nationalfeiertags-Hochburg und laut hier aufgewachsenen Menschen gehört dazu auch Russefest und auch „Rosaruss“ dazu. „Russ“ sind hier ja die Schulabgänger und dazu gehört (wie beim Abi nur schlimmer) hirnloses Besäufnis mit Scheiße bauen ordentlich feiern und über die Stränge schlagen. Aus mir völlig unerfindlichen Gründen saufen sich feiern die Jugendlichen *vor* den Prüfungen das Hirn weg mit Höhepunkt am 17. Mai. Die Uniform der Russer sind Latzhosen, farbcodiert nach Ausrichtung der Schullaufbahn. Irgendwie kommen auch Busse ins Spiel und ich möchte nicht, dass meine Kinder so alt werden, dass sie sich besaufen und dann Sex in Bäumen haben, weil das so eine Russ-Aufgabe ist (coronafreundlich bitte nur mit festem*r Partner*In). Meine Kinder sollen immer klein bleiben, bitte. Aber egal, das ist jedenfalls Russ und in Eidsvoll macht man auch Rosaruss für die Kinder, die dieses Jahr in die Schule kommen. Letztes Jahr wollte ich mich dem dieses Jahr noch entschieden widersetzen. So ein Schwachsinn, mit 5-Jährigen diese beknackte Besäufnis-Tradition nachzuahmen! Geht’s noch??? Das war ich letztes Jahr, als ich davon erfuhr. Heute hat Pippi ihre Russelue (eine Schirmmütze mit Bommel mit allem möglichen Quatsch dran gebunden) bekommen, vom Kindergarten, wir hatten ihr eine knallpinke Latzhose besorgt, im Kindergarten gab es Russefest (wegen Corona muss die Kindergartenübernachtung, die sie sonst gemacht haben, ausfallen) nach der normalen Kindergartenzeit und um sieben holten wir unsere völlig zerfeirten*, aufgekratzten Kinder ab, die mit Trillerpfeifen ihre letzten Kindergartenwochen einläuten und Kindergartenparolen grölen und die sind so süß dabei, dass all mein Widerstand einfach dahin schmilzt. Die beiden Erzieherinnen, die auch schon älter sind und jedes Jahr die Vorschulkinder begleiten, sind nicht umsonst die beliebtesten im ganzen Kindergarten und wenn dann Pippi und die anderen Kinder in ihren pinken Uniformen noch mal umdrehen um „Tante E.“** und H. noch mal zu drücken, dann müssen nicht nur die ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischen.

Hachz. Sie werden wirklich sehr schnell groß.

___

*Wenn alle 5 Kinder durcheinander wuseln und keines mehr auf Anhieb schafft, sich fehlerfrei zu bekleiden, aber auch keines merkt, dass es beispielsweise auf Socken rausläuft, muss es wohl ne gute Feier gewesen sein.

**Man muss nicht Tante E. sagen, man darf. E. war auch schon Tante E. für einige der Eltern, die jetzt ihre Kinder in dem Kindergarten haben. E. ist streng, gerecht, liebevoll und direkt und alle Kinder lieben sie (und fürchten sie gleichermaßen, da gibt’s nämlich auch mal ne deutliche Ansage. Ich glaube aber ja eh, dass die meisten Kinder viel besser mit Menschen mit deutlich lesbaren Reaktionen zurecht kommen als mit achtsamem, reflektierten Begleiten absolut jeder Gefühlsregung).

Tag 2125 – O(i)da.

Unser Einkaufsbestellservice hat seinen Namen gewechselt und heißt jetzt nicht mehr Kolonial, sondern Oda. Warum? Weil sie nach Deutschland expandieren und da kommt Kolonial als Name nicht sooooo gut. Dazu haben sie auch eine sehr lustige Werbung gemacht.

Es ist aber noch mehr neu, bei Oda. Man kann nämlich nicht nur Lebensmittel und Kram bestellen wie im Supermarkt, sondern auch einen Haufen Rezepte anschauen und direkt für die gewünschte Anzahl Menschen bestellen (also wie bei diesen Lieferkisten a la Hallo Frisch). Man kann dabei auch noch (und das finde ich besser als bei den Lieferkisten) einzelne Waren wegklicken oder gegen Alternativen (zum Beispiel günstigere Marken oder vegetarische Produkte) austauschen. Man bekommt dann mit der Bestellbestätigung alle Rezepte noch mal zugeschickt und kann sie sich bei Bedarf ausdrucken (ich habe selten den Bedarf nach irgendwas auf Papier, wenn ich es auch elektronisch haben kann. Ironischerweise kam mit der heutigen Lieferung von Oda auch eine Packung Druckerpapier).

Heute gab es zum ersten Mal was nach einem Rezept von Oda, nämlich Maissuppe – die wird es wohl öfter geben, die war sehr sehr lecker und ganz einfach und schnell gemacht.

Keine Foodfotografin.

Wir haben allerdings auch an Oda eine Rückmeldung gegeben, denn manches läuft bei den Rezepten noch unrund. So fragte mich Herr Rabe, als er in die Küche kam und die Oda-Kisten erspähte (sie haben Kisten eingeführt! Allerdings schon vor ca. einem Jahr. Zu Anfang bekam man ja immer unzählige Plastiktüten bei denen, das ist natürlich wenig umweltfreundlich), ob ich sicher sei, dass das die richtige Anzahl Brote ist. Für das Suppenrezept brauchte man nämlich Brot, um Croûtons zu machen. Drei Scheiben, laut Rezept. Irgendwo zwischen Rezept und Einkaufsbestellung wurden daraus irgendwie drei komplette Brote und das habe ich auch beim Durchsehen der Bestellung nicht bemerkt, also bekamen wir drei Brote. Das wären sehr sehr viele Croûtons geworden! Glücklicherweise konnten wir das überzählige Brot unter den Armen Nachbarn verteilen und meine Kolleg*Innen hatten was zu lachen im Mittagessenmeeting. Oda war dankbar für den Hinweis und wir haben ne gute Geschichte.

Die Moral von der Geschicht: bestellen Sie ruhig mal bei Oda, wir sind da sehr zufrieden mit, passen Sie aber ein bisschen besser auf als ich, sonst haben Sie hinterher sehr viel Brot.

Tag 2124 – Du sollst nicht rückwärts finkeln!

Wir sind mit Käpt’n Blaubär jetzt in der Süßen Wüste angekommen und Michel wurde dementsprechend heute in die 12 Gesetze der Gimpel eingeweiht. Er findet das Buch immer noch sehr lustig und spannend und toll, hat jetzt aber ein bisschen Angst, versehentlich vorwärts oder rückwärts zu finkeln, weil er ja (genau wie die Gimpel, Käpt’n Blaubär und die Leser*Innen) nicht weiß, was finkeln sein soll.

Weiterhin ist Michel sehr sehr aufgeregt, weil er mit dem TranspirantAspirantkorps am 17. Mai mit dem richtigen Schulkorps mitmarschieren muss. Wir mussten gestern extra ein neues weißes Hemd kaufen (dieses Kind wächst so schnell und ist so ein Spargeltarzan, dass alles, was lang genug ist, breit genug für zwei Michels wäre) und ein T-Shirt für unten drunter, aus der Mädchenabteilung, weil Jungs offenbar keine unbedruckten, weißen T-Shirts tragen. Spielen muss er noch nicht, nur laufen, fragen Sie mich bitte nicht nach dem tieferen Sinn dieser Aktion, ich bin milde amüsiert und finde Michels Aufregung sehr putzig. Außerdem hab ich Ohrenstöpsel aus Wachs, falls, wovon ich ausgehe, der spielende Teil des Korpses seit 2019 nicht wesentlich besser geworden ist. Das Ganze findet natürlich ohne Publikum statt, es ist ja Corona. Keine Ahnung, ob wir uns überhaupt in der Nähe aufhalten dürfen.

Doktor Proktor lässt grüßen. (Ach guck, das könnten wir auch mal wieder lesen, das findet Michel bestimmt immer noch witzig.)

Ich selbst habe mir heute mit d-Moll in der 3. Lage einen abgebrochen, aber das ist ein anderes Thema. Ich sag es nur ungern, aber ein Klavier im Haus hat gewisse Vorteile, wenn man seit Ewigkeiten nicht mehr gezwungen war, Noten tatsächlich zu lesen oder harmonisch und melodisch Moll auseinanderzuhalten. Eieiei.

Tag 2123 – Sauer.

Pippi klaut mir ständig meine Sachen, Lippenstifte, Schminke, Kämme, sogar Kontaktlinsen und jetzt sind inzwischen alle meine Lippenpflegeprodukte verschwunden. Vermutlich tauchen Teile davon unter ihrem Kissen wieder auf, und die hat dann wieder ihre Freundin da hin gelegt, die nachts nämlich über den Balkon und das Fenster rein kommt und sowas macht und ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das aufregt. Sehr.

(Keine Tipps, die nicht darauf hinaus laufen, sie bei Gelegenheit tief im Wald zu „vergessen“. Danke.)

Tag 2122 – Glaskugel.

Ok, ich sage mal ein paar Dinge voraus, ja, damit sie festgeschrieben sind und ich in ein paar Monaten abhaken kann, was eingetroffen ist. Bisher lag ich ziemlich oft ziemlich richtig. (Dies ist kein Insiderwissen! Ich hab da auch nicht mehr Informationen, als Sie.)

– Hier in Norwegen werden spätestens bis Ende Juli alle über 18, die wollen, ihre erste Impfdosis erhalten. (Menschen Mitte 30 werden vermutlich tatsächlich die allerallerletzen sein. Das stand heute aber schon in der Online-Zeitung.)

– Danach geht es direkt mit den Kindern weiter, sofort 16-18, und dann relativ direkt auch 12-16.

– Ab Herbst, ich tippe mal so Oktober, dann alle ab sechs, eventuell dieses Jahr noch ab Kindergartenalter (1, in Norwegen).

– Es wird im Herbst noch ne Welle geben mit irgendeiner Gruselmutante, und dann geht das Impfen von vorne los und in Zukunft kriegen die Risikogruppen und alle, die wollen, jährlich nen Booster angeboten, der auf aktuell kursierende Gruselmutanten abgestimmt ist.

– Nur mRNA-Impfstoffe gegen Covid werden sich durchsetzen, insbesondere auf Dauer, siehe Punkt über diesem.

– Sahin und Türeci bekommen einen Nobelpreis, müssen den aber eventuell mit wem teilen, vielleicht Hoerr. (Dies spiegelt keine Meinung der Autorin zur Berechtigung der Personen wieder.)

– Mein AG wird ab August wieder 100% Präsenz verlangen. Es gibt verhaltene Tumulte (Behörde halt) und zu September wird das wieder gekippt, zugunsten von ca. 50/50 Homeoffice. Ende des Jahres wird uns mitgeteilt, dass wir die Bürofläche deshalb um 50% verkleinern werden, das wird Mitte 2022 umgesetzt. Um Ausrüstung fürs Homeoffice können wir streiten bis zum St. Nimmerleinstag.

– Normale Inspektionen ab September.

– Was nicht in der 2019er-Form zurückkommen wird, sind Seminare, Konferenzen und Ähnliches. Das werden alles Hybridveranstaltungen werden, oder, bei regelmäßigen Treffen, hin und wieder ein physisches Treffen, aber der überwiegende Teil findet online statt.

– Reisen. Wird möglich sein mit Impfausweis, aber nur innerhalb Europas gibt es sowas wie eine einheitliche Lösung. Der CCC wird diese am 1. Tag hacken und es wird niemanden interessieren. Handyapp mit QR-Code. So richtig auf stabilen Füßen stehen wird das aber erst, wenn die europäischen Sommerferien größtenteils vorbei sind. Zur Einführung gibt es Chaos und Bilder von langen Schlangen an den Grenzkontrollen. Kinder müssen trotzdem getestet werden, oder man sieht gleich ein, dass beides zusammen noch mehr Chaos bedeutet und nimmt alle unter 16 von der Impf- und Testpflicht vor Einreise aus. YOLO.

– Damit es nicht ganz so ungerecht wird, wird allen, die weder geimpft noch genesen sind, ermöglicht, trotzdem zu Reisen. Die müssen dann halt 10-14 Tage in (Hotel-)Quarantäne. Nach frühestens 3 Tagen können sie sich freitesten.

– Für „Erleichterungen“ a la Restaurant- und Barbesuche, Partyleben, Konzerte innerhalb der einzelnen Länder werden gefälschte Zertifikate kursieren. Andere werden versuchen, sich gezielt mit Covid zu infizieren, damit sie von den Erleichterungen profitieren können, sobald sie kommen.

– Manche Reiseziele, insbesondere außerhalb der EU, werden ab spätestens nächstem Jahr Impfung mit ganz spezifischen Impfstoffen verlangen. Ich vermute auch da wieder, dass der aktuelle Bestseller sowas wie ein Goldstandard werden wird, gegenüber… gewissen staatlichen Impfstoffen wird es wohl in Teilen der Welt größere Vorbehalte geben.

-Vy/Ruter kommt zum August mit einem neuen Abo-Modell, das an die neue Halbhomeoffice-Realtität angepasst ist.

– Die Steuer wird aber erst 2025 angepasst, bis dahin kriegt halt niemand mehr den Pendlerfreibetrag, weil niemand mehr ausreichend oft ausreichend weit ins Büro fährt. Schade für uns, gut für die Staatskasse.

– Mit ausgebrannten Leuten, sozialer Awkwardness und viel zu wenig Therapieplätzen werden wir die nächsten 2-3 Jahre richtig Spaß haben.

– 2030: die letzte deutsche Schule bekommt WiFi. Die Schüler*Innen nehmen endlich ihre 2022 durch die Schule gekauften Tablets in Betrieb.

Tag 2122 – Herzlichen Glückwunsch, bester Mann der Welt!

Herr Rabe feiert den 2. Coronageburtstag. Zur Feier des Tages fuhr er ins Büro, während ich den Tag über Internrevision hatte (auch spannend, inspiziert zu werden, statt selbst zu inspizieren).

Der Kuchen war super, sehr schokoladig. Zu schokoladig für Michel, der mich nach dem Ablecken des Löffels für die Creme fragte, ob das „mit dieser dunklen Schokolade“ sei, was ich bejahte, woraufhin er wortlos verschwand. Pippi, die ja generell unseren Erwachsenen-Geschmack eher teilt, mochte ihn aber gerne.

Herr Rabe ist jetzt Besitzer eines Bass-Dingses, das ordentlich schremmelt. Man nennt es fuzz, von Fuzzerrer. Hahaha.

(Bitte entschuldigen Sie. Mein Kopf ist mit Triptan-Watte aufgefüllt und produziert nur noch schlechte Witze und Rechtschreibfehler.)

Tag 2121 – Kurzmeldung.

Hab Bauchweh, Michel hat Schnupfen, Pippi hat Phase und Herr Rabe hat morgen Geburtstag. Deshalb gibt es morgen Kuchen, den ich aber morgen im Laufe des Tages (vermutlich in der Mittagspause) noch fertig stellen muss. Hoffentlich dann nicht mehr mit Bauchweh.