Tag 1019 – Gråkallen.

Heute haben wir uns sehr spontan der Familie von Michels bestem Freund angeschlossen und sind auf den Gråkallen gestiegen. Wir, das waren in diesem Fall Michel, Pippi und ich. Der Gråkallen ist ein kleinerer Berg oder größerer Hügel*, von dem aus man einen schönen Blick über Trondheim und den Fjord hat und es geht ein Weg von Skistua den Berg hoch. Das hörte sich alles ganz gut an, es war strahlender Sonnenschein bei 20 Grad (Sommer!) also packte ich die Kraxe mit Sonnencreme, Wasser und Keksen und wir fuhren los. Es wurde dann auch ein wirklich schöner Ausflug, Michel lief ohne Gemecker den Berg hoch und wieder runter, Pippi hätte ich nur auf dem Rückweg mal kurz aussetzen können, als sie „Renn doch, Mama, Heia! Heia!“ von meinem Rücken skandierte, und leider hab ich nur dieses eine Bild gemacht:

Aber nachdem ich Pippi samt Traxe den ganzen Berg hoch- und wieder runter geschleppt habe, über Stocksteinfels und sogar durch Mooriges Gelände, brauchte ich heute auch echt kein extra Bein-Workout mehr. Aber etwa 2 Extraliter Wasser. Uffz.

Abends dann noch mit der Lieblingskollegin (Ex-Kollegin) gegrillt, das war auch sehr schön und jetzt liegen drei sehr erledigte und ein nicht ganz so erledigter Rabe im Bett und freuen sich** auf eine neue Woche.

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Außerdem: ein Missverständnis geklärt, was mich seit einer guten Woche sehr beschäftigt und meine Selbstzweifel ordentlich befeuert hat. Wegen nix, weil mir da offenbar mein Unterbewusstsein einen komplett unlustigen Streich gespielt und mir was vorgegaukelt hat, was da gar nicht war. Wie froh ich bin, dass es nur Einbildung war, kann ich gar nicht sagen. Sehr froh. Auch darüber, nicht gleich meinen ganzen schon vorbereiteten Vorwurfs-Sermon abgelassen zu haben. Das wäre eventuell ziemlich peinlich geworden.

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Auch außerdem: möchte Twittergebrauch für eine Weile sehr stark einschränken. #AusGründen. Mal sehen, wie es klappt und was es bringt.

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Auch außerdem: muss einen Plan haben, was ich die nächsten Monate mache. Herr Rabe schlug vor, R zu lernen und darüber zu bloggen. Ich finde die Idee gut, aber das würde ich dann anderswo verbloggen, mal sehen wo.

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*551 Meter

Tag 1018 – Nix neues.

Fauler Tag, dann doch noch zwei Bewerbungen geschrieben (huldigen Sie mir bitte nicht, die zwei Stellen sind so ähnlich, dass ich nur drei Sätze angepasst habe), bisschen Wäsche, sonst war nix und jetzt ist Bett.

Nachtrag, bevor ich das wieder vergesse: vielen, vielen Dank, liebe Leserin F., ich habe mich unglaublich doll gefreut! Vor allem über die Inschrift! <345! (Research Plus ist eh die beste Pipette, wobei ich auch Reference sehr gern mag, hachja.)

Tag 1017 – Kleine Brötchen.

Wenn ich irgendwas nicht brauche, dann ist es „kleine Brötchen backen“. Ich red mir doch eh schon alles immer schlecht und klein, herrje. Ich gehe mir selbst auf den Zeiger mit meiner Negativität. Kaputt klopft schon wieder an, aber ich bin noch in der Verweigerungsphase. Noch rede ich mir selbst nach Kräften ein, dass grad einfach alles auch Mist *ist* und man da schon mal überdurchschnittlich häufig sehr gefrustet und lustlos und weinerlich sein kann. Oder halt auch einfach mal die Welt untergehen sieht und sich ausmalt, wie viel besser die Leute im Umfeld ohne eine dranwären. Das kann schon mal passieren. Jaja, sicher.

Aber dann sind so Tage wie heute und ich mache eigentlich gar nicht mal wenig, ich habe Brötchen gebacken, eine wirklich WIRKLICH zähe Bewerbung geschrieben (fast hätte ich’s gelassen, aber dann machte ich andere Anzeigen aus Norwegen auf und die wollten alle „richtige“ Bioingenieure, was hier eine geschützte Berufsbezeichnung ist, und das bin ich dann eben nicht und, ach, wenigstens eine Bewerbung, das kann ja wohl so schwer nicht… doch.), war Kleinigkeiten einkaufen, Habe Unmengen Altglas und anderen Müll entsorgt und das Auto umgeparkt, war ausgiebig duschen mit fast allem Pipapo, kurz: eigentlich echt okayer Tag. Und trotzdem spult mein Kopf lauter Kritik ab. Kein Sport gemacht, nur eine Bewerbung, die Kinderklamotten stehen immernoch im Schlafzimmer statt im Internet zum Verkauf, und überhaupt, wieso schläfst du denn noch nicht?

Mein Kopf soll seine Klappe halten. Echt mal.

Tag 1016 – Nur schnell das Fahrrad reparieren.

Als meine Fahrradbatterie geklaut wurde, war ich ja sicher, dass das Batterieschloss kaputt gegangen sein muss, schließlich war die Batterie aus dem geschlossenen Schloss einfach herausgerissen worden und außerdem sah das auch unten so aus. Und weil aber ja eh Januar war und nicht sooo tolles Fahrradfahrwetter, machte ich erstmal genau gar nix.

Und dann war plötzlich April und kein Schnee mehr und ich dachte, oh, das Fahrrad. Leider war ja kein Fachmensch aufzutreiben, der mir mein Rad reparieren wollte, deshalb bestellte ich schlussendlich ja eine neue Batterie, ein neues Batterieschloss und einen neuen Fahrradcomputer im Internet.

Dann passierte sehr lange nichts, weil der Internethändler seinerseits erstmal die Batterie bestellen musste. Anfang Mai wurde dann endlich das Paket an mich verschickt und es passierte wieder so lange nichts, dass ich letzte Woche (aus dem Urlaub) doch mal nachhakte, was denn mit dem Paket passiert sei. Ich bekam auch schnell eine Antwort mit der Sendungsverfolgung, demnach lag das Paket schon seit drei Tage nach Versenden bei der Post bei uns um die Ecke. Angeblich hatte mir die Post drei SMS geschickt, ich solle doch mein Paket abholen. Frage mich nur, wie die das gemacht haben wollen – so ohne Telefonnummer. Tjanun, jedenfalls holte ich das Paket direkt am Samstag Dienstag morgen ab.

Gestern machte ich mich dann an die Reparatur. Kein Ding, so ein Schloss auswechseln. Dachte ich. Herr Rabe hatte gesagt, man müsse da das Hinterrad für ausbauen, sonst käme man nicht an die Schrauben, die das Schloss am Gepäckträger festhalten. Also stellte ich das Rad auf den Kopf und baute „mal schnell“ das Hinterrad aus. Genau genommen musste ich erstmal so Sachen googeln wie „wie macht man das Rad ab, wenn man Nabenschaltung hat“ und so war die erste Stunde meines als halbstündig eingeschätzten To-Do-Listen-Punktes schon um, als ich das Rad dann endlich abhatte. Ich war auch etwa fünf mal in unsere Wohnung (2. OG) und den Keller gelaufen, um diverse weitere Werkzeuge zu holen, die nicht in Herrn Rabes schniekem Werkzeugkoffer sind sondern… halt sonstwo. Und meine Hände waren natürlich schwarz. Aber ich hatte das Rad ab und auch zwei der Schrauben, die das Schloss am Gepäckträger halten. Glücksgefühl! An die dritte Schraube kam ich leider nicht ran und irgendwie sah es aus, als müsse ich dafür auch das Schutzblech mitsamt der ganzen darin verbauten Kabelage ausbauen… Das konnte es irgendwie nicht sein, also besah ich mir den Gepäckträger noch mal genauer und siehe da – das ganze Ding, das die Batterie (und das Schloss) hält, ist mit zwei popeligen Schrauben am Gepäckträger befestigt und die sind hinten, unterm Rücklicht, total gut erreichbar. Ich löste also die zwei Schrauben und konnte dann das ganze Teil ein Stück herausziehen (nicht ganz, war ja noch das Kabel dran) und so weit drehen, dass ich gut an die dritte Schraube kam. Löste die, konnte dann das Gehäuse vom Schloss abmachen und frickelte dann geschlagene 15 Minuten herum, um das *mieeeep* Schloss vom Rest zu trennen, bis mir aufging, dass man das einfach abziehen kann, wenn man geduldig genug ruckelt. Ein bisschen wie dieses Magnet-Dings bei Brüllens, das „irgendwie ganz von selbst“ in ungünstiger Stellung ineinander gefunden hatte und sich dann nur mit viel Geduld wieder zerlegen ließ (und ich habe das grade nachgeguckt, niemand hat das bisher im Internet berichtet, wie ich heldenhaft… aber eigentlich ist es auch nicht so wichtig). Und wie ich dann endlich so das alte Schloss in der Hand hatte, sah ich auch, dass es genauso aussah, wie das neue. Nur halt älter. Aber nicht kaputter. War es auch nicht. Das Schloss ist offenbar einfach ein Witz und mit einem beherzten Ruck geht es auf, ohne dass Schloss oder Batterie Schaden nehmen. ORRRRRR!

Weil ich aber bockig war, weil ich erst das blöde Hinterrad ausgebaut hatte, was ja für das Lösen des Batteriehalters doch gar nicht nötig gewesen wäre, um ein Schloss auszutauschen, was gar nicht kaputt war, baute ich doch das neue Schloss ein. Pah! 180 Kronen hab ich ja wohl nicht für nichts ausgegeben! Der Einbau ging auch relativ gut, der Wiedereinbau des Hinterrades war da schon spannender, vor allem weil ich inzwischen – es waren ja auch etwa zwei Stunden rum – die Kinder dabei hatte, die nur Mist machten. Grandios. Die Gangschaltung zickte, die Kette zickte, dann lief das Rad nicht gerade, die Bremse fiel mir auseinander… Allen Widrigkeiten zum Trotz schaffte ich es dann doch irgendwann, alles zusammenzubasteln und musste nur noch den Reifen, der sich nur im schlaffen Zustand hatte ausbauen lassen (was ja nicht nötig… aber Schwamm drüber), wieder aufpumpen. Und das ging einfach nicht. Nicht mit der Standpumpe, nicht mit diversen Luftpumpen, Es. Ging. Nicht. Ich pumpte und pumpte und es kam keine Luft in den verdammten Reifen. Irgendwann gab ich völlig gefrustet auf, schnauzte die Kinder an, den Mann, der irgendwann nach Hause kam, auch, kurz: der Abend war eigentlich gelaufen. Dass der Mann das Problem „Ventil verstopft“ dann mit Gewalt löste und mir noch aufs Brot schmieren musste, dass da ja eine Kappe auf das Ventil gehört, machte nichts besser. Essen aber schon und so konnte ich wenigstens das Fahrrad abends wieder reinräumen ohne es anzuzünden.

Heute wollte ich dann „nur noch kurz“ das Rad waschen. Machte ich auch, das dauerte aber trotzdem eine nicht ganz so kurze Stunde. Und brauchte drei mal frisches Spüliwasser, zwei Glitzischwämme und einen normalen Schwamm, die ich hinterher einfach weggeworfen habe, die schwarze Fettschmiere hätte man da sicher nicht rausbekommen. Was mir aber Herr Rabe noch gesagt hatte, war, dass die Kette vorne abgerutscht war, ich musste also nochmal das Hinterrad lösen, die Kette auffummeln und dann das Hinterrad wieder festschrauben. So dass es grade läuft, die Bremsen gleichzeitig greifen…Yeah. Das mit den Bremsen wollte auch einfach nicht klappen, sodass ich mir die Bremsen nochmal genauer ansah. Die griffen auch einfach nicht, die Bremsbeläge waren ziemlich verschlissen. Also guckte ich mir ein YouTube-Video zum Nachstellen von Bremsen an. Und frickelte die folgenden zwei Stunden an den Bremsen herum, mit so tollem Erfolg, dass ich am Ende (mit schwarzen Händen, zerzausten Haaren und dreckigen Jeans) das Fahrrad und die komplett demontierte hintere Bremse zum Fahrradladen schob, der ist ja um die Ecke, immerhin. Der Mann im Fahrradladen schaute dann, weshalb sich die eine Bremsbacke nicht bewegte, indem er dreimal den Hebel zog und dann meinte: „wieso, geht doch?“ Und guckte dann nach neuen Bremsklötzen, die hatte er aber nicht da, aber er habe eh keine Zeit für den Einbau, frühestens nächste Woche. Traf sich gut, ich hatte nämlich kein Geld für den Einbau. Also rollte ich nach Hause, stellte das Rad wieder ab, aß eine Scheibe Brot (mein Frühstück um zwölf, jaja, ganz toll gelaufen alles) und fuhr mit dem Auto zum Einkaufscenter, wo ich dann 450 Kronen für neue Bremsbeläge ausgab. Juchhei. Wieder zu Hause baute ich die neuen Bremsklötze ein und alles wieder zusammen, was beim etwa 5. mal viel einfacher geht, als beim 1. Dann stellte ich die vordere Bremse ein, ölte in einem Affenzahn die Kette und sämtliche, neue und alte, Schlösser des Rads, spritzte Rostschutzöl auf die Pedalkurbeln, rannte nach oben, wusch mich und zog mir frische Sachen an, zackzack, Sonnencreme ins Gesicht und dann fuhr ich mit dem Rad, der neuen Batterie, dem neuen Display, dem neuen Schloss und neuen hinteren Bremsbacken zur KiTa, Michel zur Schuleingangsuntersuchung abholen. Leider fing nach etwa 10 Metern die vordere Bremse auf einer Seite herzerweichend rhythmisch an zu schleifen, aber das konnte ich beim besten Willen nun auch nicht ändern.

Allerdings konnte ich es dann ändern, als ich mit Pippi zu Hause ankam, Michel hatte ich bei seinem besten Freund abgeliefert, Pippi war im Kinderwagen eingeschlafen, in der Packung noch zwei Bremsklötze… Ein Zeichen.

Beim 6. mal geht das mit dem Bremsen ausbauen, Klötze raus, Klötze rein, einbauen, einstellen, noch mal viel schneller als beim 5.

Und jetzt habe ich also, nach zwei Tagen Arbeit, endlich wieder ein funktionierendes Fahrrad. Mit Batterie, gängigen Schlössern, einer glänzenden Kette, Top Bremsen, die sofort greifen und bei denen man die Hebel nicht bis an den Griff ziehen kann, und es blitzt und blinkt sogar obendrein. Hach. Und dass die Bremsen nirgends schleifen, habe ich dann noch auf dem Weg Michel abzuholen überprüft.

Ich bin sehr stolz auf mich. Ehrlich. Das habe ich schlussendlich dann doch gut hinbekommen. Jetzt muss ich dann nur noch Fahrrad fahren mögen.

Tag 1015 – Dr. Sommer.

„Mama? Weißt du was das hier ist?“ Sprach das Kind, formte Zeigefinger und Daumen der einen Hand zu einem O und schob den Zeigefinger der anderen Hand in dem O hin und her. „Ähm…“ machte ich, aber Michel löste schon auf: „Jentetiss mot guttetiss! Hihihi!“ [Mädchenpiller gegen Jungenpiller]. Hihihi indeed. Eine Ecke meines Gehirns freute sich kurz daran, dass es hier für das, was in der Unterhose ist, das Geschlechtsneutrale Wort tiss gibt, eine andere war empört über das beknackte „gegen“ und eine wieder andere wusste die Antwort auf meine nicht so kluge Frage leider schon vorher: „Von wem hast du das denn?“ – „Von M.“ Ja klar, es ist immer M. M.s tiss hab ich auch schon gesehen. Und M. wartet ja auch mit so Weisheiten auf wie „Von Knäckebrot kriegt man große Eier.“ Yeah. Nicht. Aber egal, ich verdaute kurz daran herum, dass mein Kind irgendwie Mädchengeschlechtsteil gegen Jungengeschlechtsteil zeigt, ohne zu wissen was das heißt und sagte dann, auch nicht so ganz geistreich: „Ich möchte aber nicht, dass du so Zeichen machst.“. „Warum?“ „Weil das ganz schön unanständig ist. Und weil du ja nicht mal weißt, was das heißt.“ „?“ „Weißt du denn, was jentetiss mot guttetiss ist?“ „Nein…?“ Tja. Und dann wurde ich ein bisschen rot, aber hauptsächlich weil mich Herr Rabe von der Seite anstarrte, als hätte ich vor, aus dem Stand einen doppelten Salto über den Küchentresen zu schlagen, also zu 90% deshalb, rede ich mir ein. „Das ist eigentlich ein Zeichen für Sex haben. Weißt du was das ist?“ „?“* „Ja, also, wenn zwei Erwachsene sich sehr gern haben, und die sich gern ganz nah sein wollen, dann ziehen die sich manchmal nackt aus und haben Sex, dabei kommt auch manchmal der Penis in die Scheide, aber es gibt auch ganz viele andere Arten, Sex zu haben. Und das ist einfach ganz schön und macht viel Freude und da muss man sich nicht mit so Zeichen drüber lustig machen.“ „Das sag ich M. morgen.“ „Ja. Das sag dem ruhig mal.“ Und dann fiel mir noch was ein. „Es ist halt wichtig, dass beide das wollen. Und man muss zum Sex haben Erwachsen sein.“ „Warum?“ „Ähh…“ „Das ist wie Kaffee. Oder Bier. Manche Sachen dürfen halt nur Erwachsene.“ sagte der Mann da. Und Michel: „Und Jugendliche.“ und ich hoffe doch sehr, dass zumindest das mit dem Bier und dem Sex noch mindestens 11 Jahre kein Thema sein wird.

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*da war eine Ecke meines Gehirns dann kurz sehr froh, erinnere ich mich doch noch sehr genau an sein lachendes und sehr waches Babygesicht, das ich im Tiefschlaf wähnte, damals, als… naja, lassen wir das.

Tag 1014 – To-Do.

Wie ich schon des Öfteren beschrieb, brauche ich einen Plan, um nicht ziellos im Kreis zu laufen. Ich machte mir also heute morgen eine To-Do-Liste für die Woche. Und machte mich mit dem Punkt „Einkaufen“ (nachdem das am Samstag ja einigermaßen gescheitert war) auch direkt an die Erledigung. Und weil die Autowaschmenschen im Parkhaus vom Supermarkt die Autos waschen und das sehr viel besser machen als jede Anlage und dabei nur ein bisschen mehr kosten, fragte ich auch gleich nach nem Termin für „Reifenwechsel, Waschen innen, außen, unten, mit alles unn‘ scharf“. Womit ich nicht rechnete, war „können Wir in einer Stunde machen“. Daraufhin kaufte ich in Rekordzeit ein, fuhr nach Hause, baute die Kindersitze aus, holte die Sommerreifen aus dem Keller, räumte die Sommerreifen ins Auto, räumte die Einkäufe in den Kühlschrank, exte einen Dreiviertel Liter Wasser, suchte gefühlt ewig nach den Schrauben für die Sommerreifen*, rupfte die speckigenBezüge von Michels Kindersitz und stopfte sie in die Waschmaschine und fuhr wieder zum Supermarkt. Dauer: exakt eine Stunde. Lieferte das Auto ab, wusch mir auf dem Supermarktklo die Reifen-dreckigen Hände und ging nach Hause. Hängte die Kindersitzbezüge auf, startete eine Maschine dreckiger Wintersachen, ging auf den Dachboden, nach Gummistiefeln für Pippi suchen, hakte „Gummistiefel“ und „Einkaufen“ ab, und dann ging ich wieder zum Supermarkt. Holte das Auto ab, jetzt glänzend und mit Sommerreifen, fuhr nach Hause, räumte die Winterreifen aus dem Auto in den Keller**, baute Pippis Kindersitz wieder ein, wusch, nein, schrubbte meine Reifen-dreckigen Hände, hakte „Reifen wechseln und Auto waschen“ ab und dann hatte ich noch 15 Minuten Zeit, bis ich die Kinder abholen musste.

Ich hab dann mal das Tarkus-Buch ausgefüllt. Tarkus ist das Kindergarten-Kuscheltier. Ein Gürteltier. Tarkus war mit in Kroatien, den Tarkus wird jedes Wochenende verlost und das Los fiel auf Michel. Und weil Tarkus von allen Kindern heiß geliebt wird, durfte Tarkus auch erstmal in Hygienespüler baden, bevor ich bereit war, ihn mit in ein Flugzeug zu nehmen. Aber wenn wir dann morgen früh die eben ausgedruckten Bilder noch ins Tarkus-Buch geklebt haben werden, kann ich auch „Tarkus“ auf der Liste abhaken.

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*Jetzt liegen die Schrauben für die Winterreifen AUF DEM WINTERREIFENSTAPEL. Wo sie hingehören.

**So ein Tag hat dann auch über 18.000 Schritte, fast 40 gestiegene Etagen und über 2 Stunden „körperliche Aktivität“ und jetzt fühlt sich der Körper halt auch, als hätte ich acht Autoreifen jeweils etwa 30 Meter weit und über ein Stockwerk geschleppt. Uffz.

Tag 1013 – Back in the game.

Pippi hat Fieber, schon seit Samstag, ist halt periodisch, das periodische Fiebersyndrom.

Ich schreibe wieder Bewerbungen.

Michel hat seinen allerbesten Freund immernoch sehr lieb.

Die Schnecken stehen wie letztes Jahr total auf Löwenzahn.

Auch die zur Promotion von der Fakultät geschenkt bekommene Orchidee geht mir ein (wirft zumindest die Blüten von sich, ja, ich weiß, dass man die nicht oft und nicht viel gießen soll, mache ich auch nicht, geht trotzdem kaputt).

Herr Rabe lädt Fotos hoch und killt damit wie immer unser Internet.

Ab morgen wieder KiTa für mindestens Michel, mal sehen, wie Pippis Nacht so wird.

Alles wieder wie immer also.