Tag 3860 und 3861 – Im Inspektionstunnel.

Diese Woche drei Tage, nächste Woche drei Tage (gleiche Firma), dazwischen und danach Office und Umorganisierung und tralala. Und Korpsdings am Wochenende mit Backen von Boller. Inspektion könnte theoretisch entspannt sein, ist sie aber nicht, vor allem nicht für mich, weil ich da „Chef“ bin (lead inspector) und alle schwierigen Entscheidungen treffen muss. Hurra.

Dazu müde und Kopfschmerzen (kein Wunder, wenn man den ganzen Tag durch 4 Etagen Firma gerannt ist) aber das beste was ich machen kann, ist wohl, einen guten Job zu machen und meine schwierigen Entscheidungen auf einer möglichst soliden Grundlage zu treffen (nicht so wie unsere Direktion *hust*).

Tag 3859 – 41.

Geburtstagstag und total unspektakulär. Aber das war genau, wie ich das haben wollte. Heute Morgen habe ich Geschenke ausgepackt und Kerzen ausgepustet, Pippi hat Happy Birthday gesungen, den Tag über haben wir noch mehr Kuchen gegessen aber ansonsten war alles wie jeden Dienstag. Homeoffice, dann Korps für die Kinder und Ballett für mich. Zu Essen gab es Nudeln mit Tomatensauce. Der Kuchen war auch der gleiche wie immer – Schichtkuchen mit Holundergelee.

So ist das Geburtstag haben wirklich sehr entspannt und schön und nicht stressig.

Einzig im Homeoffice habe ich mir etwas besonderes gegönnt und mich den ganzen Tag als „Abwesend“ eingetragen. Ich habe gearbeitet, aber herrlich ungestört. Das war gut. Da hab ich auch endlich mal was weggeschafft, was mich schon zunehmend nervte.

Hach.

Tag 3857 und 3858 – Geht alles so.

Also, naja, gestern Laune wegen Haushalt, heute Laune wegen Arbeit. Vielleicht bin ich der gemeinsame Nenner und somit das Problem.

Beim Orchester spielen wir jetzt Folk, was komplett außerhalb meiner Expertise liegt, aber es ist spaßig.

Samstag und heute Früh habe ich nach zu langer Zeit mal wieder Krafttraining gemacht und das bereue ich jetzt bitter. Alles tut weh.

Herr Rabe bereut auch diverse Lebensentscheidungen. Er ist sehr stark erkältet. Noch nimmt er es mit Humor, also eigentlich jedenfalls, aber es ist schon sehr ätzend für ihn.

So, gute Nacht.

Tag 3856 – Durchschnitt.

Also so im gewichteten Mittel war der Tag ok. Stellenweise war er doof, muss ich sagen. Ich hab mich kurz mit Herrn Rabe in den Haaren gehabt und die Kinder wollte ich auch kurz aussetzen, die Schule (besser gesagt: die anderen Eltern) regen mich alle sehr auf und zwischendurch war ich auch nicht motiviert, irgendwas sinnvolles zu tun. Aber nachdem ich meinen Hintern zum Sport gehievt hatte (das ist ja nicht so weit, nur bis ins Hobbyzimmer) und das durchgezogen hatte, gekocht hatte und Geige gespielt hab, ging es mir deutlich besser.

Apropos Geige: waruuuuum muss man ne halbe Etüde Caprize in der 4. Lage in E-Dur schreiben? Die vierte Lage ist doof, E-Dur ist doof, das ist alles doof. Pierre Rode muss ein ziemlicher Sadist gewesen sein. Tonarten mit mehr als drei Vorzeichen kann man auch einfach abschaffen, finde ich. So.

Tag 3853 – 3855 – Ewig müde.

Wir gehen hier alle zu spät ins Bett. Das ist nicht so gut. Unter der Woche klingelt der Wecker ja trotzdem (der Arsch!).

Ich melde mich deshalb hier auch nur kurz. Heute war ich auf einem „Hauskonzert“, das ist eine Konzertreihe, die mein Geigenlehrer betreibt und die in den Wohnungen von Leuten stattfindet, die sich dazu bereit erklären. Ich kannte dort außer meinem Lehrer niemanden, und wusste nichts über das Konzert, außer dass es Violine und Piano sein würde. Und es war sehr schön. Auch sehr Osloer-Hipster-Treffen und ein definitives Übergewicht an ehemaligen und aktiven Musikern. Gut, da fühle ich mich jetzt nicht so ganz richtig am Platz, aber die Leute sind trotzdem nett gewesen. Das Repertoire der zwei Musikerinnen war sehr divers und handelte so grob vom Thema „Nacht“. Da war von Bach bis zu einem freakigen neoklassizistischen Stück, das von einer Verfolgungsjagd durch Athen handelte, alles dabei. Und meine Güte, waren die gut.

Alles in allem hat sich das sehr gelohnt. Hach.

Tag 3851 und 3852 – Arbeit, Arbeit.

Zu viel Arbeit. Bei der Arbeit alle bekloppt. Chefin verfechtet Dinge, die mehrere von uns absolut nicht wollen, und unsere Argumente gehen einfach gar nicht rein bei ihr. Kurz sagt sie dann, sie habe es verstanden und dann dreht sie sich um und fängt von vorne an mit dem Lobbyieren für bekloppte Ideen.

Heute war dann zu allem Überfluss fast den ganzen Tag Remote-Schulung zu Radiopharmaka, aber das war so Basic, dass es für mich nur sehr wenig Sinn hatte. Andere Chefin wird das aber als unglaublich nützlich abfeiern und nicht verstehen, dass das alles für uns, die wir so 2-3 mal im Jahr Radiopharmaka inspizieren wirklich nicht mal ein Fitzelchen neu war.

Momentan ist der Frust mit meinem Arbeitgeber groß, ja.

Was völlig anderes: hier waren heute +8 Grad und Sonnenschein und es ist sehr viel Schnee geschmolzen, das finde ich sehr gut. Ich brauche jetzt echt keinen Schnee mehr, sondern Frühling. Was aber daran nicht schön war: mir kam im Schlafzimmer direkt eine fette Spinne entgegengetorkelt. Die muss irgendwo aufgetaut sein. Eine von denen, die so laut knacken wenn man sie… Sie wissen schon. Und bei denen man auch mehrere Versuche braucht. Brrrrr mich schüttelt es immer noch.

Tag 3850 – Gut.

Geigenstunde war richtig gut. Also, ich hab gut gespielt von Anfang an (das ist ja schon mal was. Nach nur zwei oder drei? Jahren oder so habe ich aufgehört, mich jedes Mal vor meinem Lehrer halb einzupullern vor Angst). Dann habe ich Tipps bekommen und dann habe ich tatsächlich direkt noch besser gespielt und dann noch mal besser und das war alles sehr sehr gut fürs Selbstwertgefühl. Dann haben wir noch kurz die neuen Stücke fürs Orchester angeschaut, das ist moderner Folk, was ich einfach noch nie, überhaupt gar nicht, gespielt habe. Habe ein paar Tipps fürs Feeling bekommen und bin dann sehr zufrieden nach Hause gefahren.

Da habe ich Michel beim Aufräumen und Staubsaugen ein Stück weit geholfen (das war anstrengend) und dann hab ich kurz mit dem Lieblingskollegen telefoniert, was sehr nett war. Wir haben beide nämlich bis zur letzten Minute prokrastiniert, zu den angekündigten Organisationsänderungen unseren Senf dazu zu geben. Also haben wir kurz darüber gesprochen und dann… über alles mögliche andere. Musik, zum Beispiel.

Abends habe ich gekocht, sehr leckeres Curry mit Lachs, und dann versucht, Pippi ins Bett zu bringen. Das hat nicht so funktioniert, weil sie wieder nicht schlafen kann. Aber immerhin konnte ich bei dem Versuch Folge 5 von Heated Rivalry gucken (mit Kopfhörern und so, dass Pippi auf keinen Fall was davon zu sehen bekommt). Und Folge 6, nachdem Herr Rabe mich abgelöst hat. Hach, das war so schön. Wenn man einer Serie über schwule Icehockeystars nicht abgeneigt ist, in der es auch sehr viele sehr explizite Szenen gibt, ist das eine sehr schöne und romantische Serie. Der Hype ist wirklich gerechtfertigt.

Tag 3848 und 3849 – Wichtige Dinge weitergeben.

(Gestern habe ich viel zu lange gearbeitet, das war unspannend und doof aber der China-Bericht ist jetzt fertig.)

Von gestern auf heute hatte Pippi Übernachtungsbesuch, von T., mit der sie auch mittwochs beim Tanzen und dann bei der Band ist. Die Mädels hatten viel Spaß und haben mir seit gestern Nachmittag schon ein Ohr abgekaut, dass sie was nähen wollen. Aber gestern war ja dann zu viel Arbeit. Also haben wir das heute gemacht. Und die Mädels haben das super gemacht, mit Anleitung und ein bisschen Hilfe (aber echt nicht soooo viel).

Pippi hat sich die kleine Handytasche gemacht, T. den Einkaufsbeutel.

Das einzige, was ich komplett übernommen habe, war, die Riemen anzunähen. Ansonsten haben die Mädels das selbst gemacht und auch ohne zu murren zwischendurch immer wieder gebügelt.

Ich bin jetzt einen kleinen Teil meiner Stoffreste los. Das ist auch sehr gut. Ich hab echt zu viel Stoff. Und nach ein bisschen Gesuche ist auch mein Tunnel-Umdreh-Dingsi wieder aufgetaucht. Bei diesen ganzen Riemen wäre das sonst echt ätzend geworden. Das Teil war irgendwie aus der Schublade gefallen und unter der Schublade liegen geblieben. Herr Rabe hat es glücklicherweise gefunden, bevor ich irgendwelche Kinder wegen Diebstahlverdachts enterben konnte.

Abends waren wir Erwachsenen in der örtlichen Kneipe, das war auch echt nett. Ein bisschen Freunde treffen und bei einem Bier loses Zeug schnacken. Also nach dem ersten halben Bier fand ich das auch nett, bis dahin war es mir zu laut und zu anstrengend alles. (Ja, das ist sicher nur so semi-gut, das so zu handhaben, aber zum Ausgleich mache ich das maximal alle paar Monate.)

So, morgen ist relativ früh Geigenstunde, deshalb muss ich jetzt schlafen. Gute Nacht.

Tag 3845 – 3847 – Piep.

Wir leben hier alle, aber es ist sehr stressig zur Zeit. Dienstag Elterngespräch mit Pippi, danach Konzert, danach Ballett, gestern Burlesque, an allen Tagen viel Arbeit. Dazu etwas Generve und Eskalation mit Michel, der sich ums Verrecken nicht um einen Platz für ein eintägiges Praktikum/Mikrojob (bezahlt, die Einnahmen gehen in die Klassenkasse) nächste Woche kümmern will oder kann. Er muss schon nur das absolute Minimum machen, nämlich eine klitzekleine Bewerbung für einen Job schreiben, den wir ihm bereits klar gemacht haben. Aber selbst das ist zu viel und führt zu Meltdown. Puh, ey, tja, hmm. Keine Ahnung.

Und ich bin auch einfach hundemüde.

Tag 3843 und 3844 – Rübennase.

Pippi kann nicht schlafen. Gestern waren wir schwimmen, man sollte meinen, danach seien Kinder müde, aber Pippi kann trotzdem nicht schlafen. Letzte Nacht schlief sie deshalb bei uns im Bett – weswegen mindestens ich dann beschissen schlief, sie ist immerhin inzwischen fast 1,50 m groß. Heute Nacht konnte sie auch wieder nicht einschlafen und deshalb schläft sie jetzt mit Herrn Rabe im großen Bett und ich liege in ihrem. Ein Squishmallow liegt neben mir und lächelt mich selig an. Ich hoffe, diese Schlafprobleme sind eine kurze Phase, ich mag mein Bett nämlich.

Bei der Arbeit wird mal wieder umorganisiert. Es ist ein so chaotischer und unstrukturierter und undurchsichtiger Prozess, dass ich jetzt schon wieder keinen Bock mehr habe. Ein anderer Inspektor hat schon angekündigt, sich wegzubewerben, weil er das Damoklesschwert, dass seine Aufgaben eventuell einfach… nicht mehr gemacht werden sollen, nicht erträgt. Verständlich. Sehr, sehr verständlich. Und was das schon wieder alles an Ressourcen frisst. Als hätten wir sonst nichts zu tun. Andererseits… Man sollte vermutlich alles tun, um in einer Organisation, die kein Geld für nichts hat, zu verhindern, dass NOCH MEHR „strategisches Management“ etabliert wird, also noch mehr Leute, die nix tun, außer in Meetings zu sitzen und darüber zu entscheiden, wie man mal wieder was umorganisieren könnte. Und weil‘s Management heißt, kostet der ganze Spaß dann direkt mal ein paar Milliönchen. Während an anderer Stelle in der Organisation, an Stellen, wo tatsächlich was produziert wird, das mehr ist, als heiße Luft, Stellen nicht neu besetzt werden, wenn jemand aufhört – weil wir ja kein Geld haben!

Wenn ich ja den Job an sich nicht so mögen würde, ich hätte denen echt längst die Bude angezündet.