Tag 3903 und 3904 – Generalprobengurkerei.

Beide Generalproben sind geschafft. Morgen tanzen sowohl Pippi als auch ich (ich nur einmal, Pippi zweimal) und da hatten wir gestern Generalprobe. Sonntag tanzt nur Pippi, aber ebenfalls beide Vorstellungen, und hatte heute Generalprobe. Heute war das mit ihren beiden Freundinnen und HERRJE die drei sind lebendig im Auto. Drei durcheinander quatschende Mädels und eins davon macht alle anderthalb Minuten ein neues Lied im Auto an. Meine armen Ohren, mein armes Nervenkostüm, arme ich generell. Mimimi. Gestern war das entspannter, nur mit Pippi. Morgen fahre ich auch nur mit Pippi. Sonntag nehmen wir maximal die ruhigste aus dem Gespann mit.

Und dann, wenn wir so 4 bis 6 mal hin- und hergefahren sind, ist das Tanzsemester erst mal vorbei.

Herr Rabe ist nicht da, und da liegt es sehr nahe, dass Pippi sich zu mir ins Bett gemurcht hat. Jetzt schnauft sie da gemütlich rum, und das macht, dass mir die Augen zufallen. Hach ja, die kleine Zwergmaus ist manchmal doch noch ganz schön klein eigentlich.

Tag 3900 – 3902 – Dies und das.

Die einzige „vollwertige“ GMP-Inspektorin bei der Arbeit zu sein ist ja auch nur so mittel. Aus Gründen gehe ich auch beiden Chefinnen aus dem Weg. Aus anderen Gründen habe ich auch bis auf Montag die ganze Woche Homeoffice (und Montag hatte ich nach der Arbeit auch wieder Migräne, das ist echt fast jeden Montag so und sehr ätzend) und aus wieder anderen Gründen habe ich diese Woche eine recht ruhige Woche. Verdient, wie ich finde. Trotzdem landet halt jeder GMP-Scheiß bei mir, und dann schreibe ich wahlweise freundliche oder genervte oder schwammige mails zurück. Je nachdem, was für eine Kategorie Anfrage gekommen ist. Und das mache ich ganz alleine und ohne KI. Ha.

Michels Kieferorthopäde meint, Michel braucht doch noch eine lose Spange. Das kostet… sehr viel Geld. Und das, obwohl wir nur einen Eigenanteil zahlen, weil durch den tiefen Überbiss eine medizinische Notwendigkeit besteht. Ein paar Tage nach Brille aussuchen finde ich das weniger amüsant als eh schon. Kinder sind echt teuer. Und wenn man denen schlechte Zahnstellungsgene und schlechte Augengene mitgegeben hat, umso mehr.

Mit Grieg geht es vorwärts. Überraschender Weise ist das gar nicht so schlimm, das hört sich nur schlimm an und sieht schlimm aus. Vielleicht überschätze ich mich auch total, aber das geht echt überraschend gut klar.

Hier ist ein bisschen Freizeitstress, muss ich zugeben. Am Wochenende sind die Tanzvorstellungen, das heißt, die regulären Kurse sind dann erst mal vorbei, das dürfte einiges entzerren. Da hat man dann auch Zeit, Michel eine feste Spange in den Oberkiefer kleben zu lassen und nebenher ein paar hausgemachte Drogen zu verkaufen um das finanzieren zu können.

Tag 3898 und 3899 – Wochenende (faule Edition).

Das war das Wochenende. Es ging irgendwie sehr schnell vorbei und so richtig gemacht hat nur Herr Rabe was. Meine einzigen „Leistungen“ am Wochenende waren, dass ich gestern mit Michel beim Optiker eine neue Brille für ihn ausgesucht habe (und ihn danach nicht mal habe zu Fuß nach Hause gehen lassen, obwohl er ein Musterbeispiel an pubertärer Spontanverstummung war, was das Aussuchen wirklich nicht einfach machte) und mich durch die erste Seite von Grieg gearbeitet habe. Ansonsten hab ich ein bisschen Haushalt gemacht und zwei mal gekocht. Und das war’s. Nicht mal Sport. (Shame on me.) Herr Rabe hat eingekauft und heute angefangen, die Rigips-Platten (!!!) aus der Garage zu entfernen. Darunter war aus unerfindlichen Gründen Glaswolle und darunter wiederum ein Leck, das vom reparierten Garagendach kommt. Das war aus Gründen zu erwarten, dass es da noch leckt, da muss jetzt halt „jemand“ dem Dachdecker hinterher telefonieren, damit der noch mal seinen Hintern zu uns bewegt. Die Gipsplatten und die Glaswolle kommen aber noch ganz raus. Die brauchen wir da nicht und im Gegenteil, die schaden eher. Die Garage trocknet von innen nämlich nie richtig, die ist einfach „zu dicht“. Und die Gipsplatten schimmeln. Wer sich gedacht hat, dass das eine super Idee ist, Gipsplatten in einer Garage anzubringen, wüsste ich auch gerne mal und würde dann mit der Person auch gerne mal ein paar Takte reden.

Tag 3893 – 3895 – Nicht schlau aber geil.

Ich bin im Inspektionstunnel und muss außerdem übermäßig viel sozialisieren, das ist echt… naja anstrengend. Aber heute wurde das von zwei Stunden (plus ein bisschen) Quatsch für Erwachsene unterbrochen. Und ich werde dann bis morgen nicht so super viel schlafen, aber das war es wert.

Dita von Teese und Tourcrew

Das war so berauschend und toll, dass ich fast keine Worte hab. Vielleicht bin ich morgen zu allem Überfluss auch heiser. Mir egal.

Ein Mann hat in Spitzenschuhen Poledance gemacht und sich dabei das eh schon nicht üppige Kostüm ausgezogen. Ein anderer Mann hat Bauchtanz gemacht. Die weiblichen Acts waren auch alle exquisit, und für Dita von Teese selbst, die in einem überdimensionierten Martiniglas plantscht, würde ich auch die Nacht durchmachen, wenn ich müsste.

Tag 3892 – Next!

Nach der Geigenstunde ist vor der Geigenstunde. Oder die Etüde ist tot, es lebe die Sonate? Jedenfalls darf ich endlich aufhören mit Herrn Rode. Und muss anfangen mit Herrn Grieg. Ich weiß ja nicht, was mein Geigenlehrer sich dabei gedacht hat, bestimmt schlaue, pädagogische Dinge, aber ich hab bisher nur die erste Seite gesehen und möchte schon eigentlich gerne ein bisschen weinen. Außerdem soll ich mit der Dirigentin des Orchesters abklären, ob wir nicht ein Violinkonzert spielen können. Ähm. Ja ok. (Vielleicht sagt sie ja zuuuufällig nein, schade schade! Aber ich kann ja auch nicht lügen. Tjanun.)

Ansonsten heute Haushalt und Haare färben, ich sehe jetzt wieder „ordentlich“ aus, in Lavendel.

Morgen muss ich ins Werk und dann da auch noch repräsentativ sein, ich möchte das nicht, ich möchte auch eigentlich nicht so gerne den Rest der Woche mit Inspektion und Inspektorinnen aus anderen Ländern, die ich nicht kenne (die Inspektorinnen. Die Länder kenne ich schon, die sind nicht so exotisch), verbringen. Aber meine Kollegin hat das angeleiert und das ist jetzt ein Fall von mitgefangen, mitgehangen. Ich hoffe, die Laune lässt sich einigermaßen im Zaum halten.

Apropos Laune und Achtung TMI: diesen Monat ist es auch wieder ganz schlimm mit anderen Sachen und ich bin heilfroh, dass Mittwoch kein Burlesque ist, weil mit den Brüsten wackeln grade absolut kein Spaß ist. Letzten Monat hatte ich das auch schon schlimm, und da entfleuchte mir tatsächlich ein Uhhhhhaua, während ich reflexartig meine Boobage festhielt, mit der ich eigentlich wackeln sollte. Ehrlich, wenn Männer(TM) sowas hätten, hätten sie das längst nicht mehr, dann könnten sie heutzutage einfach ne blaue Pille einwerfen und ihre Fruchtbarkeit mit allem was dazu gehört damit an- und ausstellen. Wenn man Babies haben will, startet man nen normalen Zyklus und wenn man grad keine Babies haben will, braucht man ja auch das ganze Gesumse mit Blut und Wasser und Laune und Pickeln und weiß der Geier drumrum nicht. Nebenwirkungsfrei, versteht sich. So stelle ich mir das vor.

Tag 3890 und 3891 – Party Party Party!

Ich sollte wahrscheinlich dringend schlafen, aber ich muss wenigstens erzählen, DASS ich gestern auf dieser Jobfeier war. Das Thema war „wähl ein Jahrzehnt“ und nachdem ich diverses durchprobiert hatte, landete ich bei einem von meiner Omi geerbten Kleid aus den 60ern. Nun habe ich ja die Frisur, die ich habe, die gibt nicht soooo viele klassische 60s-Stylingmöglichkeiten her, aber mit ein bisschen Recherche fand ich Edie Sedgewick, eine recht tragische Figur, die jung nach einem intensiven Leben starb. Aber sie hatte kurze Haare und ein sehr prägnantes Make-Up, das aber nicht komplett drüber in manchen Aspekten war (wie z.B. das von Twiggy, die sich wohl drei Paar falsche Wimpern übereinander geklebt hat. Ich besitze nur zwei paar falsche Wimpern). Also habe ich morgens schon meine Haare mit Gel in eine Seitenscheitel-runder-Hinterkopf-Geschichte geklebt und mir nach der Arbeit ein 60s-New York-it-Girl-Make-up aufgemalt. Nein, ich hab leider kein Foto gemacht. Ausgeprägter Lidstrich, dahinter ein „Streifen“ Weiß, bis zur Lidfalte, wo ein schmaler aber deutlicher Streifen in grünschwarz mit einem Wing nach außen war. Unterm Auge schwarzer Kajal, um den Hündchenaugen-Effekt zu verstärken. Dazu falsche Wimpern (1 Paar) und ein altrosa matter Lippenstift.

Und damit war ich dann komplett drüber. Ich hatte vergessen, wie lahm bürokratisch meine Kollegys zum Großteil sind. Also, ja, manche hatten sich immerhin in irgendwelche Jahrzehnt-Fummel geworfen (überraschend viele schlimme Jogginganzüge aus den 80ern), aber mit Make-up spielt irgendwie niemand. Schade eigentlich.

Das Fest war dann nett, aber furchtbar laut und sehr sehr anstrengend für mich. Es gab gutes Essen, aber mit nur wenigen vegetarischen Optionen (ich hab mir sagen lassen, dass die Fleischgerichte alle super waren). Immerhin gab es zwei Getränkebons pro Person, das ist ungewohnt großzügig vom Werk. Dieses Mal hab ich vom Weißwein auch keine Kopfschmerzen bekommen.

Um zehn begab ich mich auf die Heimreise und um viertel nach elf war ich endlich erlöst von zwei Plagen: dem Kleid (meine Omi war schmaler als ich, zumindest in Schultern und Oberweite, die hob halt auch keine Gewichte, ne?) und der rechten Kontaktlinse. Wegen Astigmatismus nur auf dem rechten Auge habe ich unterschiedliche Kontaktlinsen für links und rechts, und die rechte wird immer schneller „zäh“ als die linke. Ich konnte den halben Heimweg kaum noch was sehen und Augentropfen halfen auch nicht, aber im Zug, wo ich mir nicht mal die Hände vorher waschen kann, wollte ich die Linsen auch nicht rausfummeln. Also dann zu Hause, und das war SO SCHÖN.

Danach bin ich nach einer Dusche einfach ins Bett geplumpst und habe elf Stunden geschlafen.

Fazit: Ich bin stolz auf mich, dass ich das durchgezogen hab, dass ich socialized hab, und dass ich mir nicht vor lauter Scham das Make-up wieder abgewaschen hab. Sollen sie halt denken, dass ich gerne mal aussehe wie ein Clown, weil es das tatsächlich manchmal auch trifft. Make-up macht mir nach wie vor einfach Spaß.

Heute haben wir nicht so viel gemacht. Michel und ich haben neue Fahrradhelme gekauft und im Anschluss habe ich meine Haare schneiden lassen, damit ich wieder ordentlich aussehe. Danach habe ich sie dann oben blondiert, damit ich wieder unordentlich aussehe. Morgen kommt dann Farbe drauf.

Tag 3887 – 3889 – Zurück im Werk.

Da sind alle bekloppt, was niemanden mehr überraschen dürfte. Vielleicht sind es auch weiterhin meine Hormone, die Nerven, jedenfalls gehen mir ALLE kolossal auf den Geist. Heute hatte ich Homeoffice, das hat geholfen.

Ansonsten passiert aber auch irgendwie Nix. Michel hat heute einen Friseurtermin verpennt, zu dem er alleine hingehen wollte/sollte. Ich war joggen und hasse das immer noch. Außerdem hab ich Zeug rausgesucht, um morgen nach der Arbeit zum „Winterfest“ mit besagter Arbeit zu gehen. Aufgrund von Laune habe ich die Entscheidung, ob ich da hin gehe, ewig vor mir her geschoben, aber jetzt hab ich ein Kleid und Schminke rausgelegt und es wird schon irgendwie werden. Ich kann ja auch um acht nach Hause gehen.

Gestern Burlesque und vorgestern Ballett: mir tun furchtbar die Füße weh. Also nicht so zu viel gelaufen weh, sondern mehr so eigentlich sollte man zum Arzt damit weh. Links ist am schlimmsten. Letztes Jahr war’s rechts. Aber der Arzt sagt dann auch nur „ja dann machen Sie eben nicht so*!“ und das kommt gar nicht in die Tüte, yolo, und in zwei Wochen ist Show. Also vom Ballett.

Machen Sie das nicht nach, ne? Aber ich bin groß und kann selber entscheiden, wann ich zum Arzt gehe. Generell bin ich groß und kann Dinge selbst entscheiden, das musste ich aber auch bei der Arbeit erst mal wieder klarstellen. Was mit ein Grund ist, weshalb die mich alle so nerven.

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*alles, wo unter Belastung die Zehen angewinkelt werden, also jedes Relevé und generell das Tragen von und Herumlaufen in hochhackigen Schuhen. Gefühlt sind aber alle Schuhe irgendwie falsch. Und ohne Schuhe ist auch falsch. Tja. Den Kindern würde ich an dieser Stelle Amputation vorschlagen.

Tag 3886 – Hrmpf.

Schlimme, schlimme Laune heute. Hormonabfall muss diesen Monat extrem gewesen sein, ich kann mich wirklich selbst nicht leiden und will auch morgen nicht arbeiten und überhaupt. Alles schlimm.

Einzig gutes: wir haben unsere Steuererklärungen gemacht. Ich fertig, Herr Rabe soweit fertig wie geht. Herr Rabes Arbeitgeber ist nämlich wie jedes Jahr spät (viel zu spät!!!) damit dran, die Aktien zu buchen. Oder was auch immer die damit machen müssen. Den Aktionären eben den Wert mitteilen. Orrr. Jedenfalls, ohne das kann Herr Rabe seine Steuererklärung nicht fertig machen und dann kann ich hundert mal meine bereits eingereicht haben, ich kriege den Bescheid (und das Geld, was ich zurück bekomme) trotzdem nicht.

Ok, ebenfalls gut: ich hab endlich die Bettdecke gewaschen. Und dieses Mal hat es auch nur 2 Anläufe gebraucht, bis sie auch geschleudert war.

(Ich will trotzdem morgen nicht arbeiten müssen.)

Tag 3884 und 3885 – Ostern. Frohe (und faule).

Der eingeklemmte Samstag an Ostern ist hier ja nur ein halber Arbeitstag, wo auch Geschäfte um 16 Uhr schließen. Wir brauchten zum Glück nicht viel, eigentlich fast nichts, aber waren dann trotzdem noch mal unterwegs, um ein paar Ordnungsdingse für die Werkstatt zu besorgen. Herr Rabe brauchte das, um in der Werkstatt mal so weit Ordnung zu schaffen, dass mich beim Betreten nicht der Schlag trifft dass man die Werkstatt auch tatsächlich nutzen kann. Ansonsten war gestern nicht so viel los hier.

Heute haben wir auch nicht viel gemacht, schon allein, weil das Wetter beschissen war. Dichter Schneeregen, Sturm, das volle Programm. Gestern waren noch 10 Grad und so viel Sonne, dass ich nur mit Sonnenbrille raus gegangen bin. Richtiges Aprilwetter. Beim Frühstück konnten wir den klitschnassen Dachlawinen zuhören, wie sie laut rumpelnd vom Dach rutschten und auf den Balkon klatschten.

Am Nachmittag habe ich Pippi gezeigt, wie man Freundschaftsbändchen knüpft und sie hat direkt ein ganzes Bändchen geknüpft. Dann haben wir gegessen, und dann mit Pippi das Leben des Brian geguckt. Michel war dazu gebeten, kam aber nicht. Dem müssen wir wirklich dringend das Internet mal abdrehen, das geht so nicht, dass wir den nur zu den Mahlzeiten (und dann nur unter Murren und nur so lange wie es dauert, sich die elterlich geforderte Mindestverzehrmenge reinzuschieben) sehen. Ferien hin oder her.