Ich bin in den letzten vier Tagen jeweils 6 mal eine Strecke von ca. 150 km gefahren. So langsam habe ich jetzt auch nicht mehr so richtig Bock auf im Auto sitzen.
Montag habe ich mit Michel zusammen seine Trompete zum Instrumentenbauer gebracht, und zwar zu einem, der mir von absolut allen Seiten wärmstens empfohlen wurde. Offenbar nutzt ganz Østlandet den und ich kann echt nur bestätigen, dass der super ist. Nur war ich zum Glück dank meines Lieblingskollegen vorgewarnt, dass die Werkstatt im Keller eines normalen Wohnhauses und von außen kaum zu erkennen ist, sonst hätte ich gedacht, ich hätte mich total verfahren. Die Werkstatt ist mitten in einem Wohngebiet. Da sind nur Einfamilienhäuser, Gärten, und so 500 Meter die Straße runter ist ein Kindergarten. Mehr „Gewerbe“ ist da nicht. Es gibt ein ca. DIN A4 großes Schild am Zaun, und ein winzig kleines Schild über der Klingel eines gewöhnlichen Einfamilienhauses. Es gibt auch nur eine Klingel. Man klingelt da also bei Brassatelier Skaug, es öffnet ein rundlicher, sehr freundlicher Mann mit Lederschürze, dann kommt ein sehr knuffiger kleiner Hund angeschossen und freut sich über Besuch, und dann geht man mit dem Mann und ohne den Hund in den Keller. Da riecht es nach Metall, überall sind Instrumente, an der Wand hängen Werkzeuge und diverse Ersatzteile für Instrumente (zum Beispiel sicher 50 so Schieber für Posaunen). Der Herr Skaug ist unfassbar nett und erklärte Michel alles, was er machen wird und warum und dann haben wir noch nen Zettel da gelassen mit Telefonnummer. Da kam gestern eine SMS, dass die Trompete fertig ist, und heute haben wir sie wieder abgeholt. Sie ist jetzt generalüberholt (wobei so viel nicht zu tun war, ein bisschen sauber machen, Beulen raus machen, Verschleißteile (Filz, Kork) ersetzen, hier und da ein paar Rohre von innen entgraten (???), Ventile schmieren und an ein paar Stellen neu versilbern) und unglaublich Shiny. Meine Handykamera schafft jetzt nicht mehr so richtig gut, sie zu fotografieren.

Der Herr Skaug war auch hell begeistert von der Trompete, wir scheinen da einen echten Glückstreffer gelandet zu haben. Jetzt muss Michel sie nur „neu“ einspielen.
Dann sind wir die 150 km wieder zurück gegurkt, mit einem Umweg über Oslo, weil ich endlich ein Bild, das ich schon im Januar gekauft habe, einrahmen lassen wollte. Und weil das ein richtiges, echtes Kunstwerk mit Zertifikat und allem drum und dran ist, kommt das jetzt auch in einen echten Rahmen mit UV-Schutzglas. Sowas ist wenig überraschend ganz schön teuer, Kunstsammlerin werde ich wohl eher nicht.
Dienstag bin ich von Düsseldorf nach Bielefeld Senne gefahren, und Mittwoch die selbe Strecke wieder zurück. Ich habe nämlich sehr spontan meine Mutter zu ihrem Geburtstag besucht. Das war sehr schön. Der Mietwagen war aber nicht so mein Fall, ein MG, groß, ließ sich auch gut fahren, aber ich mag ja gerne alle Fahrtassistenzsysteme der Welt haben und die hatte der nicht. Ich bin da von den Elektroautos verwöhnt, die haben immer alles, weil halt. Und ich brauche eigentlich auch gar nicht so ein Schiff von Auto, aber Neuwagen sind ja inzwischen irgendwie alle riesig groß.
Autobahn fahren ging überraschend gut, es war okay viel Verkehr und ich konnte wirklich gut die meiste Zeit mit 120-130 km/h einfach vor mich hin schaukeln, ohne von aggressiven Autofahrenden mit Lichthupe bedrängt zu werden oder so Faxen. Das habe ich schon ganz anders erlebt und war davon wirklich positiv überrascht. Vielleicht tut sich ja allmählich doch was in den Köpfen der Autofahrenden in Deutschland.
Am schönsten war aber, dass sich meine Mama so gefreut hat. Und dass ich nachts mit einem Katzi kuscheln konnte, selbst wenn Katzi zwischendurch mal in den Regen raus spaziert war und sich dann nass an meinem Rücken einrollte. Oder lieber spielen als schlafen wollte, und mich mit leicht ausgefahrenen Krallen am Arm anstupste, um zu gucken, ob ich dazu auch Lust habe (NEIN). Oder mein Buch angekaut hat. So Gelegenheitskatzen wie bei meiner Mutter verzeihe ich alles, genauso wie abends süßen Kleinkindern im Restaurant am Nachbartisch, und bei Herrn Skaug aufgeregten und begeisterten kleinen Hunden.






