Tag 985 – Nix zu erzählen.

Heute morgen cheer gehachzt, als Pippi mit ihrem Laufrad zum Kindergarten fuhr. Das geht jetzt schon richtig flüssig, solange die Ausgleichsbewegungen nicht allzu groß werden. Sie lässt sich jetzt auch immer ein bisschen rollen. Ich schätze, in nochmal einer Woche muss ich dann hinter ihr her rennen. Hachz! Mein Baby. Eben war die doch noch miniklein und schlief im Tragetuch, während ich Michel auf dem Laufrad hinterherrannte. Vielleicht doch ganz gut, dass sie nicht mehr so klein ist, wenn ich so drüber nachdenke.

Sonst war nix.

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Tag 984 – Wettbewerbe und ich.

Jemand(TM) hat mich zu einer Fitbit-Challenge herausgefordert. Wer am Wochenende die meisten Schritte macht. Ich habe mir Zeit gelassen, die Challenge anzunehmen. Warum? Weil ich mich in dem Punkt kenne. Ich verbeiße mich in dem Moment, in dem ich das annehme. Verlieren ist keine Option. Ich bin die schlechteste Verliererin der ganzen Welt und mein Ehrgeiz ist unfassbar ausgeprägt, das halte ich eben dadurch ganz gut in Schach, dass ich Wettbewerbe wann immer möglich meide. So bin ich, seit ich mit dem Turniertanz (auch noch in ner Formation, wo man ja keinen Einfluss auf die Leistung der anderen Mitglieder hat! Da musste mein Zen aufs Maximum gechannelt werden und als das irgendwann nicht mehr klappte (und mir dazu noch die Mädels für die Hebefiguren zu schwer wurden… das Alter, die Zipperlein, Hurz!) habe ich aufgehört. Härteste und beste Entscheidung in dem Moment.) ganz gut gefahren, aber das ist ja nun auch 11 Jahre her, da dachte ich, ich hätte mich vielleicht inzwischen besser unter Kontrolle.

MÖÖÖÖP!

Ich werd nie wieder irgendwo hingehen. Also es war schon schön und so, ich weiß jetzt auch, dass auf dem Ladestien jetzt kein Eis mehr liegt, frische Luft, Bewegung, Dings, Pippi kann jetzt Laufrad fahren und ich bin soweit eingenorwegert, dass ich Merinowollskiunterwäsche besitze und als einziges Oberbekleidungsstück in der Öffentlichkeit trage, aber alter, ich bin platt jetzt.

This escalated quickly und morgen nehme ich den escalator und nicht die stairs. Von den 100 Treppen waren zwar 95 eigentlich keine, sondern eben Ladestien, aber das ändert am dumpfen Oberschenkelgefühl ja mal gar nix.

(Sieht so aus, als würde ich gewinnen. Aber das Wochenende geht ja noch zwei Stunden. Bleiben Sie dran, es bleibt spannend.)

Tag 983 – Recovery Day.

Heute war im Grunde nicht viel, Samstag halt. Hinten raus würde es etwas stressig, weil wir noch einkaufen mussten, als wir vom Trondheim Vegan Fair zurückkamen. Das ist ja bei uns um die Ecke und eigentlich immer sehr nett, allerdings war es mir heute viel zu voll und mit einem zu starken Fokus auf Bilder von schrecklich leidenden Tieren. Ich frage mich in diesem Zusammenhang echt, warum die da an jedem 2. Stand Plakate haben, auf denen traurige Ferkel in winzigen Zellen oder halbtote Legebatteriehühner zu sehen sind. Denn die Leute, die da hinkommen, sind ja zumindest aufgeklärt und aufgeschlossen, vielleicht sogar selbst Vegetarier oder Veganer, die wissen doch, dass Massentierhaltung scheiße ist. Und Laufkundschaft wird’s da wohl kaum geben, dazu ist es wiederum zu weit außerhalb des Stadtzentrums. Mir schlagen solche Bilder jedenfalls auf den Magen und der diskriminiert da dann nicht, sondern hat auch auf die vielen veganen Leckereien und Probierhäppchen und Menüs sippenhaftmäßig auch gar keinen Bock mehr. Gegessen haben wir dann auch erst, nachdem die Kinder sich in der Öko-KiTa nebenan ordentlich ausgetobt hatten und bemalt und glücklich waren. Da waren die köstlich aussehenden veganen Pralinen aber schon weg. (Mac ’n‘ Greens war aber auch echt richtig lecker.) Insgesamt war es ein echt schöner Ausflug, die Kinder hatten Spaß und waren hinterher ordentlich müde und das ist am Wochenende doch irgendwie alles was zählt.

Tja und weil sich dann eben alles um die zwei Stunden verzögerte, die wir länger da waren, als geplant, gab es Kinder-ins-Bett-bringen erst um halb zehn, Sportprogramm für mich (geplant war Recovery Day, 17 Minuten Pilates und Stretching, aber ich hatte so Bewegungsdrang und auch ein bisschen Wut, weil alles so spät geworden war, dass ich noch 30 Minuten Cardio vorher gemacht hab) um viertel nach zehn, Fußbad um viertel nach elf und eben jetzt erst Bett und Blog. Hmm.

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Auto-Lobhudelei: So schnell habe ich wohl noch nie eingekauft.

Tag 982 – Spaghettisalat.

Ein bisschen durcheinander bin ich heute. Deshalb wird das hier wieder nur kurz, entschuldigen Sie das bitte.

Pippi ging heute wieder in den Kindergarten. Gestern war sie fieberfrei, aber noch schlapp, heute topfit. Oh wie schön das hier ohne Kinder ist. Ok, kalt auch, etwas langweilig und die Schnecken sind jetzt auch nicht sooo die spannende Unterhaltung, aber immerhin konnte ich über eine ein bisschen lachen, die sich ein Ruccola-Blatt so blöd auf den Kopf gelegt hatte, dass sie das eine Auge nicht mehr ausfahren konnte. Ich hab also erst ein bisschen gelacht und ihr dann das Blatt entfernt. (Spannend, nicht wahr?)

Lernen: ich bin jetzt mit der EU durch. Der Teil des Tests, der sich mit „Molecular Modelling, Personalized Medicine, and Pharmacogenomics“ beschäftigt, sollte auch gehen. Drug Development auch, auch Non-clinical und Clinical Development, denke ich jedenfalls. Bleibt also noch Regulatory Affairs* und dann noch ein Spezialgebiet aus Regulatory Affairs, wobei ich mich da noch nicht entschieden hab, wie ich das angehe. Ich könnte mir ein Thema, zum Beispiel Biostatistics, rauspicken und selektiv lernen und hoffen, dass nicht ganz schlimme Fragen dazu kommen. Oder ich lerne von allem ein bisschen was und von manchem (zum Beispiel Biostatistics und GxP/Quality) etwas mehr und hoffe, dass einer der Bereiche beantwortbare Fragen liefert. Hmmhmmhmm. Schwierig. Immer diese Entscheidungen.

Schrecklichen Muskelkater vom gestrigen Workout bekommen, dabei fand ich das gar nicht so hart. Aber froh gewesen, dass heute nur Yoga dran war.

Heute morgen, als Michel durch Rumgehampel mein Kaffeeglas im Bad auf die Fliesen runterschmiss, total souverän reagiert, geschaut ob das Glas kaputt ist (nein), das Kind sich was getan hat (nein), dann tief durchgeatmet und dann erst das Kind angebrüllt. Fast sechs und fällt im Stehen vom Hocker, weil er eben nicht da einfach steht, sondern hampelt. Orr. Der schöne Kaffee.

Tierisch müde. Weiß auch nicht, wieso. Fitbit und auch Schlafapp sagen, ich schlafe gut. Vielleicht bin ich einfach ne Memme. Vielleicht wirkt auch das letzte halbe Jahr noch nach.

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Auto-Lobhudelei: Gelernt, lustlos, aber eben. (Wussten Sie, dass Kosovo und Montenegro den Euro benutzen, aber nicht in der EU sind? Ich auch nicht.)

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*Auch wahnsinnig präzise, ne? Das ist so wie wenn da stünde „Deutsch-LK Abiklausur-Themen: Texte“. Orr.

Tag 981 – Arsch —> Grundeis.

Ich weiß gar nicht woher der Spruch kommt, aber so langsam könnten die sich von letzter Woche ja schon mal melden, finde ich. Dann wüsste ich wenigstens ein minibisschen besser, ob ich mich noch tiefer in die Behörden-Thematik verbeißen sollte, oder ob ich das einen Tacken entspannter sehen kann.

Sonst so: das lustig aussehende Brot ist sehr lecker, ich hab schon wieder keinen Brötchenteig angesetzt und ich wollte den ganzen Tag ein Loblied auf die Lindex-Strumpfhosen singen, bis ich sie mir dann beim letzten Toilettengang kaputtgerissen habe. Also: Beste Strumpfhosen, die es gibt, aber Obacht beim Hoch-/Runter-/An/-Ausziehen.

Außerdem ist jemand gestorben, dessen Partner ich gerne erreichen würde, aber ich hab keine Nummer und keine Adresse und googeln lässt der sich auch nicht und das ist doch alles kacke.

Tag 980 – Council of Kopfschmerzen.

Heute blieb, nach meinem Wutgeheul von gestern, Herr Rabe zu Hause und betreute Pippi, damit ich lernen konnte. Bis auf zwei Stunden, da ging er zu Meetings, aber da schlief Pippi auch eh. Ich lernte. Und lernte. Und lernte. Mein Stift war leer, aber ich habe Nachschub. Ich kann jetzt ungefähr erklären, was die 7 Institutionen der EU machen, wie sie gebildet werden und für den legislativen Teil: wie EU-Gesetze gemacht (entworfen und verabschiedet) werden. Mit sowas hab ich mich ungelogen seit der Schule nicht beschäftigt und, hmm, wie soll ich sagen… das hatte Gründe. Ich finde das alles unheimlich kompliziert, First Reading, Second Reading, trialogue Blabla, conciliation Dings… meine Herren. Naturwissenschaftlerin durch und durch, ist ja auch gut so, vermutlich gehe ich da grad auch ein paar Kilometer zu weit in die Tiefe, aber dieser Test ist mir schon wirklich wichtig.

Nun ja. Am Ende (etwa bei „How to make the Commission of the EU resign“) schwirrte mein Kopf nicht nur, der schmerzte richtig und das ging dann über den Abend auch nicht weg. Ich brauche wohl mal ein Päuschen und vor allem eine Nacht Schlaf. Aber hey, wenn mich wer fragt, weshalb Malta 6 Sitze im Parlament hat, Deutschland aber, mit einer ca. 200 mal so großen Bevölkerung, „nur“ 96: könnte ich immerhin grob erklären. Oder zumindest schlau klingende Stichworte in den Raum rufen.

Uffz. Jetzt ins Bett.

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Auto-Lobhudelei: Selbstdisziplin geht auch wieder.

Tag 979 – Arrrrgh!!!

Wenn das kleinere Kind krank ist, ist das ja schon scheiße.

Wenn dann Herr Rabe verspricht, nicht allzu spät nach Hause zu kommen, damit ich trotzdem am Nachmittag und Abend noch lernen kann, ist das nicht so dramatisch.

Wenn dann aber das Kind um vier einschläft, zwei Stunden Mittagsschlaf macht, man selbst beim Lernen eindöst und Herr Rabe um fünf erst wiederkommt, ist das schon wieder nur noch so mittel.

Wenn Herrn Rabe dann um sechs auffällt, dass der Lachs nicht mehr für ist, muss man halt nochmal los, was, da man sich eh schon fühlte wie ein Tiger im Käfig, nicht so dramatisch ist.

Wenn man dann wiederkommt und das kleinere Kind ist wach und brüllt und ist knalleheiß und will ins Bett, ist das ziemlich scheiße.

Wenn dieses Kind dann aber trotzdem nicht schläft, ist das mega ätzend.

Wenn man dann deshalb um viertel nach sieben erst isst und um halb acht loskommt, das große Kind vom Freund abzuholen, ist es schon echt spät.

Wenn man dann um zwanzig nach acht (nachdem man neben dem Kind auf dem Fahrrad hergejoggt ist) erst mit dem Kind zu Hause ist, ist es für das Kind eigentlich schon viel zu spät und das Lernen… wird auch spät. Aber geht noch. Irgendwie.

Wenn dann aber das kleine Kind durch Nurofen wie auf Speed ist und eine geschlagene Stunde lang im Bett einen singen lässt während es an die Wand klopft und mit ihrem Buch rumspielt und Blödsinn macht, dann platzt mir irgendwann der Arsch und ich schreie, das Kind schreit, Herr Rabe muss übernehmen, ich knalle noch ein bis drei Türen und dann gehe ich ins Bett und scheiße aufs Lernen, und vielleicht ziehe ich auch einfach demnächst auf eine einsame Insel.