Tag 1656 – Nicht wirklich besser.

Eins der Dinge, die mir das Wochenende verleidet haben, hat sich einigermaßen gelöst, aber ein bisschen wurde es auch von dem anderen Ding überschattet. Das hat sich leider nicht gelöst. Im Gegenteil.

Ich entschuldige mich schon mal für die Kryptik hier. Und auch dafür, dass die nächsten Tage vielleicht vermutlich nicht vor Leichtigkeit strotzen werden. Aber ich mag auch nicht drüber reden, es sträubt sich in mir und will nicht raus.

Meh, alles.

Tag 1653 – Wie so ein iPhone.

Also. Ich nöle seit Wochen, ich muss meine Haare schneiden lassen. Und hab nie Zeit, weil Arbeit, Arbeit, Arbeit. Heute hab ich dann endlich mal 5 Minuten ArbeitsZeit investiert und mir spontan einen Termin gemacht, bei einer Lehrling, bei einer Kette, bei der ich noch nie war. Das mit den Lehrlingen, das gebe ich ja nicht auf. Die Lehrlinge bei der Kette bieten ein Paket an, für schlappe 999 Kronen (100 €, falls Sie Haare schneiden in Deutschland oder sonstwo teuer finden – hier mal ein wenig Relation). Da ist drin: Schneiden, Färben, Haarkur, Styling. Gut, da the ich, ich hab mal Bock auf was anderes, was neues, mag mir aber auch nix ausdenken, Farbe klingt gut, Paket klingt gut.

Also war ich da soeben und für 2,5 Stunden. Ohne Plan und mit der Aussage „alles außer dunkler als jetzt und keine Federn, Fransen oder ähnliches“.

Rosé-Gold war die Idee der Meisterin, ich sagte „macht, mir alles egal“ und dann wurde losgelegt, auf dass meine Haare die Farbe eines iPhones annähmen. Erst leicht bleichen, dann Tönen. Zwischendurch kam mehrmals Silbershampoo zum Einsatz, da dachte ich schon, Hups, hätte ich vielleicht sagen sollen, dass meine Haare ganz schnell orange werden?

Und ich sag’s mal so: es ist eine lustige Version von Rosé, es ist beim Föhnen schon viel besser geworden und mir wurde angeboten es direkt zu machen und sonst versprochen, dass es, wenn es mir nach einer Woche und etwas rausgewaschen immer noch zu Orange ist, etwas abgemildert wird, kostenlos.

Aber so schlimm finde ich es gar nicht. Sie hat recht gut den Farbton meiner Mutter und meines Bruders getroffen. Mal gucken, was ich in ner Woche sage.

Tag 1652 – Minus vier.

Die Fähnchen fangen an, so lange überfällig zu werden, dass sie sich selbst erledigen. Das ist ziemlich doof aber so lerne ich vielleicht priorisieren und wegdelegieren. Heute, während ich mit den Fähnchen kämpfte, wollte sich mir ein weiteres Fähnchen aufdrängen und ich hab es eiskalt an unsere gemeinsame Mailbox weitergeleitet mit den Worten „kann das wer anders machen, ich komme nicht vor nächster Woche Freitag dazu, das überhaupt anzuschauen.“

Ächz.

Aber immerhin hab ich heute vier Fähnchen grün gemacht und ein weiteres rosa (also teilweise bearbeitet). Einfach runterarbeiten und auch mit der 90%igen Ausführung vorläufig zufrieden sein muss ich auch noch lernen, aber grad geht es nicht anders, nur halt nicht zufrieden sondern zähneknirschend.

Arbeite beim Staat, haben sie gesagt. Da kann man ne ruhige Kugel schieben, haben sie gesagt.

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Hanau macht betroffen und ich mir Sorgen um diejenigen meiner Freunde und Freundinnen, die rassistische Diskriminierung erfahren. Ich kann nicht aufhören, an die Familien der Opfer zu denken und daran, dass der Täter nicht mal mehr bestraft werden kann.

Nazis raus. Alle, überall.

Den Anfängen kann man nicht mehr wehren, dazu ist es viel zu spät und so richtig gab’s ja auch kein Ende vorher.

Tag 1651 – Strategisch unklug die 2.

Merke: wenn die To-Do-Liste schon überall rote Fähnchen anzeigt, und mehr als genug Dinge für fünf Tage in vier gequetscht werden wollen, ist es total dämlich echt nicht schlau, dann auch noch einen Drittel Arbeitstag mit einem Frühstücksseminar über ein zwar interessantes, aber auch für die Arbeit ziemlich irrelevantes Thema zu vergeudenbringen.

Jedenfalls werden wir in der Zukunft und wenn es nach den Vortragenden geht wohl folgende Dinge essen:

  1. Genveränderte Pflanzen
  2. Essen aus dem Replikator 3-D-Drucker
  3. Fleisch aus im Labor vermehrten Muskelzellen
  4. Insekten

Ich halte 1 und 4 für sehr wahrscheinlich und denke, das wird auch nicht mehr lange dauern. 1 schon allein deshalb weil wir dauernd genveränderte Pflanzen essen (oder wie dachten Sie, wie sich aus wildem Senf Brokkoli entwickelt hat?) und neue Methoden des Gen-Editierens (vornehmlich CRISPR/Cas9) sehr viel sicherer, robuster und schneller sind als herkömmliche (Strahlung und dann mal gucken). 4 weil warum denn nicht, ob ich nun ne Grille oder eine Krabbe esse ist nun auch kein so großer Unterschied. In Verbindung mit 2 könnte man vielleicht gewürzten Brei aus Insektenmehl in ansehnliche Formen bringen und braten und dann hat man sowas wie ein Schnitzel. Sehr Proteinreich, gesund und im Vergleich zu Wirbeltieren viel bis sehr viel ressourcenschonender.

Weiterhin denke ich, 2 wird eine Nischensache sein, für Leute, die Kau- und Schluckschwierigkeiten haben, aber die wollen ja auch nicht nur undefinierbaren Mamp essen, und wenn man den Mamp in schöne Formen bringen kann, hilft das vielleicht dem Appetit auf die Sprünge. Warum nicht.

3 hingegen: warum sollte man das wollen? Ist es echt so, so, so wichtig, den heutigen Fleischkonsum aufrecht zu erhalten, dass man auf Biegen und Brechen Möglichkeiten finden muss, wie man Fleisch einen Hauch nachhaltiger produzieren kann? Esst mehr Blumen, möchte ich da sagen (und war damit auch nicht alleine).

So, jetzt aber genug über Essen geschrieben. Ich muss noch ein bisschen arbeiten. Seufz.