Wir Raben hatten und haben alle äußerst aufregende Tage. Also, nicht Sonntag, da hatten wir nur Haushalt und das bei viel zu warm. Abends waren Herr Rabe, Pippi und ich dann noch beim Badesee ums Eck, zum Abkühlen. Das war sehr schön. Abkühlung war auch effektiv, der See ist noch ziemlich kalt. Danach packten wir mit Pippi ihre Sachen, denn Montag Vormittag brachten wir sie und zwei niegelnagelneue Sets mit Sticks zum Korps-Sommerkurs nach Hamar. Sie war sehr aufgeregt und machte sich Sorgen, dass sie niemand mögen würde, aber da wir exakt gar nichts hören (außer heute Morgen ein paar Anfragen, ob sie drülf neue Freundinnen zu ihren Telefonkontakten hinzufügen darf), ist wohl alles gut. Das Eltern-Infotreffen schenkten wir uns dieses Mal, das haben wir schon vier mal oder so gehört und es ist immer gleich. Außerdem hatten wir es etwas eilig. Wir fuhren dann wieder nach Hause, Herr Rabe und ich, aßen die Reste vom Abendessen auf, zeigten einem höchst erfreuten Michel diverse eingekaufte Snacks und Eistee und fuhren zum Flughafen und dann nach Stockholm und Hotel und ne Portion Ramen und dann waren wir in der größten Arena, in der ich überhaupt jemals war. Komplett lächerlich groß. 60.000 Plätze. Und es war laut. Sehr laut. Und geil.






WIR WAREN BEI SYSTEM OF A DOWN.
Was für ein Erlebnis, wirklich, seit 20 Jahren will ich die live sehen und ES WAR ABSOLUT GROẞARTIG, ich habe keine Worte so richtig. Musikalisch gut, Sound gut, was für eine Maschine ist bitte der Drummer? Serj Tankian singt den ganzen 25 Jahre alten Kram als wäre er nicht fast 60, der Bassist macht ein paar Kilometer im Laufe des Konzerts auf der Bühne und hat einen sehr schicken Bass. Und das Publikum kann jeden Text. Ich meine, gut, wenn man das herbeiführen will, muss man bloß ein paar Kultalben rausbringen und dann 20 Jahre keins und dann auf Tour gehen.
Wir haben getanzt und gebangt und gesungen und gegrölt und ich hab kurz bisschen geheult weil’s so schön war. Geschwitzt haben wir auch. Herr Rabe und ich wurden sogar angeranzt, wir mögen uns auf den Rentnerplätzen doch bitte wieder hinsetzen und der Dame hinter uns nicht mehr die Sicht versperren, was wir kurz befolgten, aber dann haben sie Toxicity gespielt, was soll man machen.
Das war gestern.
(Spannend auch, dann mit 60.000 Leuten wie die Lemminge zur T-bana zu latschen…)
Michel war also dann das erste Mal ganz alleine über Nacht zu Hause. Er hat vermutlich sehr viel Computer gespielt und Eistee und Cola getrunken und Schrottzeug gegessen, also der Traum eines Dreizehnjährigen.
Herr Rabe hat dann noch Fußball geguckt, das habe ich nicht durchgehalten und bin weggepennt.
Das war auch gut, weil ich heute dann den ganzen Tag Webinar hatte. Und es war tatsächlich wichtig. Da ging er hin, der entspannte Tag mit Herrn Rabe in Stockholm.
Es war trotzdem schön. Nur halt schön mit Stöpseln im Ohr und Handy in der Hand und gelegentlich (also… bei jeder Gelegenheit) den Computer rausholend. Das Webinar war recht interessant und wir sind viel rumgelaufen durch die schönste Stadt der Welt.

Nur Shoppen für Herrn Rabe hat nicht geklappt, er hat einfach nichts gefunden, was gefallen und gepasst hat.



















