Tag 1703 – Corontäne Tag 30.

Es zieht sich. Zyklusbedingt war mein Antrieb heute eh nicht so auf der Höhe, deshalb habe ich konsequent den Fitnesstracker ignoriert und sehr viel Yoshis Crafted World auf der Switch gespielt. Erst mit beiden Kindern, aber das regt Michel innerhalb von 20 Minuten so auf, dass er heulend davon rennt. Dann sehr lange mit Pippi, die mich immer dann spielen ließ, wenn sie kurz was anderes vorhatte, zum Beispiel von der Banane abbeißen. Mitten im Level. Mitten im Sprung. „Hier, Mama!“. Da Pippi auch völlig random und ziellos, aber mit großer Freude und Ausdauer die gleichen Level spielt, war ich dann ein bisschen froh, als die Kinder im Bett waren, denn da hatte ich noch eineinhalb Stunden Yoshi für mich. Einen weiteren Stein habe ich schon frei gespielt, Juhu!

Außerdem haben wir heute „Hecke“ gekauft, die die „Hecke“ ersetzen soll, die wir haben und die ich doof finde und die auch irgendeinen Pilz hat. Und weil Pippi die ungekrönte Königin dieser Familie ist und niedliche Zöpfchen hatte und einfach so lieb gucken kann haben wir jetzt eine kleine Hängeweide. Das Argument für die Hängeweide war „Weidenkätzchen!“. Fragen Sie nicht.

Mir ist nicht nach Ostern. Mir ist nach Sommer. Ich mag keine kalten, harten Eier und nur selten Schokolade, an irgendwelche Wunder tuenden Leute glaube ich auch nicht und nicht an Auferstehung und Sünden vergeben und weißnichtwas. Ich freue mich drauf, unsere Corontänefreunde wie jeden Sonntag morgen zu sehen, wir haben Eierfarben gefunden (alljährlicher Reminder: wir haben sehr sehr viele Eierfarben und brauchen frühestens zu Ostern 2023 neue, nach Ostern 2022 im Schlussverkauf böte sich also zum Kauf an!) und auch die Ostereier für die Kinder gepackt. Da beide dringend Körperpflege inklusive Grundreinigung benötigen, haben wir die Versteckzeit schon klar. Ostersonntag kann (und wird) also kommen, ob ich da jetzt Lust drauf habe oder nicht.

Keine Bilder.

Tag 1688 – Corontäne Tag 15.

Alle Tage sind gleich.

Die Blumen wachsen.

Herrn Rabes Firma macht Geld mit Sport. Also grad nicht.

Herrn Rabes Firma führt Kurzarbeit ein.

Arbeit für mich – alles eskaliert.

Abends möchte ich eigentlich um acht ins Bett, klappt nie.

Twitterkneipe – weiter viel Liebe.

Die Kinder sind motzig. Heute vor allem Pippi. Völlige Verweigerung gegen alles wegen nix.

Michel ist ein großer Spatz. Wir sind heute zusammen spazieren gegangen, er und ich, das war schön. Haben wir uns auch hinterher gesagt.

Ich vermisse meine Kollegen doll.

Und normale Arbeit auch.

3.581 Fälle, 302 im Krankenhaus, 81 zur Zeit auf der Intensivstation.

16 Tote.

78.036 durchgeführte Tests.

Scheiß Film.

Tag 1685 – Corontäne Tag 12.

Ein Tag der Anpassungen. (Eigentlich schon die letzten Tage, aber wir setzen es jetzt um.) Der Tagesplan wurde etwas umgestellt, nach einer gründlichen Evaluierung der implementierten Maßnahmen am Wochenende. Und zwar ist jetzt nach dem Essen erst Spaziergang/Draußenzeit FÜR ALLE, dann Aufräumen und dann Medienzeit. Wir erhoffen uns dadurch bessere Compliance bei Draußenzeit und Aufräumen und mehr frische Luft für die Erwachsenen. Auch diese Maßnahmen werden nach einer Woche kritisch bewertet und gegebenenfalls nachjustiert werden.

Naja und beim Essen wird auch immer mal hin und her verschoben.

Weiterhin wurde das Kanban-Board vervollständigt, ich ärgere mich jetzt schon über die schlechte Klebequalität der Post-it’s…

Jede/r eine Farbe und manche Tätigkeiten (Putzen…) stehen jeweils auf 2 Zetteln, sind ja 2 Erwachsene hier im Haus.

Wir haben unsere Steuererklärungen angepasst (alle Jahre wieder Ende März/Anfang April, weiter ganz einfach) und abgeschickt, unser Kreditzins fürs Haus wird angepasst (erheblich gesenkt, weil die norwegische Bank den Leitzins gesenkt hat), die Dauer der Kindergarten- und Schulschließungen wurde angepasst (verlängert) und das Wetter hat sich an die allgemeine Doomsday-Stimmung angepasst.

Sah in echt viel bedrohlicher aus.

Und ich hab jetzt die Maus wieder links. Aua, aua.

Tag 1684 – Corontäne Tag 11.

Tja, nichts passiert so richtig. Alles zäh. Finde die Kollegen doof, die sich über SO UNFASSBAR VIEL ARBEIT!!! beschweren, während ich reinste Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen machen soll. Das sind, so ungefähr jedenfalls, alle. Aber angeboten habe ich mich echt oft genug. Viel zu wenig Bewegung, die Schulter tut weh. Die Kinder Michel motzig. Alle nur zufrieden, während man draußen ist und das ist man zu kurz. Nicht mal wirklich Bilder habe ich gemacht.

Es sprießt schon was!
Wir haben jetzt ein Familien-Kanban-Board. Meine Zettel hängen noch nicht, morgen zeige ich das mal detaillierter.

Tag 1681 – Corontäne Tag 8.

Es knirscht und holpert und ist einfach anders und einfach ist anders. Aber es muss ja. Und deshalb wird es auch.

Ich hatte heute den Schul-Teil des Tages und habe den dazu genutzt, mit den Kindern nahezu zu machen, was auf dem Stundenplan stand, nämlich Blumen pflanzen. Ich erzähle lieber nicht zu viel darüber, wie das war. Ich bin ein Kontrolletti und das klappt mit wuseligen Kindern eher mäßig.

Blumenkreißsaal.

Draußen guckt der Rhabarber aus der Erde, sonst aber leider noch nichts.

Mittags durfte ich meine neue Sonnenbrille abholen. Morgens Blutprobe. Beides sehr Corona-gekennzeichnet. Beim Arzt durfte ich ausnahmsweise im Wartezimmer warten aber auch nur, weil da niemand anderes saß. Andere Patient*Innen sollten draußen warten und wurden angerufen, damit sie rein kommen können. Das selbe beim Optiker: ich wartete im Auto auf meinen abgemachten Termin, während drinnen die Optikerin über alle Oberflächen putzte, die der vorherige Kunde angefasst hatte. Optiker haben hier auch seit Montag eigentlich Zwangs-zu, die Brille durfte ich nur abholen, weil ich sie lange vor den Maßnahmen jetzt bestellt habe. Und eben einzeln und nach Terminabsprache und mit minimalem Kontakt zur Optikerin. (Bild vielleicht morgen.)

Ich finde das alles gruselig. So stelle ich mir die Angangssequenz aus Zombie-Filmen vor, die ich aus Gründen nicht gucke.

Mittag bis später Nachmittag: Arbeit. Meetings (Remote) und Anleitungen für die Kolleg*Innen basteln. Es ist kompliziert.

Es ist etwas verstörend, zu sehen, dass der Kollege sich nicht rasiert und die Kollegin sich nicht schminkt, andererseits sitze ich auch ungeschminkt vorm PC.

Es braucht wohl alles noch ein bisschen Gewöhnung.

Tag 1679 – Corontäne Tag 6.

Spät, heute aber wegen Arbeit am Abend. Vielleicht muss ich doch aufpassen, dass ich nicht mehr als die 7,75 Stunden am Tag arbeite, die ich momentan abrechnen kann. Bei uns ist es nämlich netterweise so geregelt, dass die, die Kinder zu betreuen haben, sofern sie annähernd „normal“ arbeiten, die normale Arbeitszeit abrechnen dürfen, auch wenn sie momentan vielleicht nicht ganz so effektiv arbeiten und nicht ganz so lange „da“ sind. Ich mache ja normalerweise dauernd Überstunden, jetzt grad halt nicht, oder doch? Hmm. Ich muss das beobachten.

Die ganze Situation ist furchtbar anstrengend, ehrlich gesagt. Schon an Tag 6. Jetzt fühlt es sich nämlich endgültig an wie 2 Vollzeitjobs. Vollzeit-Arbeit plus Vollzeit-Kinderbetreuung. Keine Ahnung, wie unsere Omas das gemacht haben, bevor es Kindergärten gab, ehrlich. Da mussten wohl Kinder wirklich einfach so mitlaufen, schätze ich, und auch viel mit anpacken.

Ersteres können meine Kinder relativ gut, zweiteres… naja. Wir arbeiten dran. Heute haben wir „Kunst und Handwerk“ gemacht:

Meerschweinchenschloss. Es bekam noch ein Katapult, mit dem die Meerschweinchen dann eine kleine Weihnachtsbaumkugel aus Plastik schießen können. Also falls wir hochintelligente WehrMeerschweinchen kriegen, jedenfalls.
Das hat Pippi echt alles ganz alleine gemacht und dabei auch nur minimal rumgesaut!

Pippi haben wir außerdem heute mit einem Perlen-Fädel-Set glücklich gemacht:

Das kann sie sehr lange. Es werden auch sehr lange Ketten.

Und der Vorteil an all dem: ich musste nicht wieder „My hat, it has three corners“ auf drei Sprachen singen. (Wie konnte das passieren? Warum bin ich in dieser Situation? ICH HABE DAS SO NIE UNTERSCHRIEBEN!).

Remote arbeiten mit meinen Kolleg*Innen ist ein bisschen challenging, oder wie meine Chefin sagte: „wir sind ja alle nubes“. sic.

Tag 1624 – Freitag halt.

Nawww, das ist ja mal eine schöne Zahl.

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Morgens Blut abgeben. Der Stoffwechsel will ja kontrolliert sein. (Seufz. Hört halt nie auf.)

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Weil ich ein Schlaufuchs bin bin ich einfach direkt zum Arzt gefahren, als ich die Kinder abgeliefert hatte und habe gesagt, ich sei halt schon da. Statt um halb neun dann Blut abgenommen zu kriegen saß ich um halb neun bereits im Zug.

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Arbeit, Arbeit. Habe doofe Arbeit mit ganz leicht weniger doofer Arbeit wegprokrastiniert. War nur so mittelmäßig klug, weil die doofe Arbeit dann Montag gemacht werden muss.

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Gestern habe ich mein Mittagessen „verloren“. Morgens im Zug angekommen war ich sicher, es in der Küche stehen gelassen zu haben. Abends war es aber nicht in der Küche und die Putzfrau hatte es augenscheinlich auch nicht weggeräumt. Das kam mir sehr seltsam vor. Heute fand ich mein Mittagessen von gestern ganz unten in meinem Sportbeutel, den ich gestern bei der Arbeit gelassen habe, weil ich gestern noch Muskelkater hatte und deshalb spontan doch nicht trainierte. Aber so schlimm war es alles nicht, ich habe dann eben heute mein Mittagessen von gestern gegessen, nachdem ich sehr kritisch daran gerochen habe.

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Heute nach der Arbeit noch trainiert. Uff, uff. Aber die Schulter soll eben bitte halbwegs schmerzfrei bleiben.

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Nach dem Training und einer Dusche ein Geburtstagsgeschenk für den Kindergartenfreund von Pippi besorgt, bei dem sie morgen eingeladen ist. Das Ding ist – ich bin zwanghaft und wenig flexibel in meinen Plänen und als Laden 1 das nicht hatte, was ich haben wollte, lief ich einmal planlos ums Regal und statt dann im Laden der großen Spielzeugkette nebenan zu gucken, ging ich 10 Minuten durch die Stadt zur anderen Filiale der Kette, wo ich ursprünglich auch gewesen war. Manchmal lächle ich über mich selbst. Aber ich habe jetzt das geplante Geschenk.

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Mit Herrn Rabe die zweite Staffel von Zumbos Just Desserts zu Ende geschaut. Ich bin über die gewinnende Person ein wenig überrascht, hoffe aber, dass die zweitplatzierte Person bei Zumbo einen Job kriegt. Das sind so moderne Märchen, die ich mir ausdenke.

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Und wenn sie nicht gestorben sind, dann träumen sie noch heute von Kuchen.

Tag 1618 – Alleine.

Herr Rabe hat heute gearbeitet (oder so) und ist um halb acht morgens aus dem Haus gegangen und noch nicht zurück. Ich war also alleine mit den Kindern und das hat zunächst erstaunlich gut geklappt. Gegen Mittag, als wir alle gegessen hatten, geduscht und Zähne geputzt hatten, eingecremt und geföhnt und bekleidet waren, dachte ich sogar, dass ich gern immer so entspannt mit den Kindern wäre. Dass ich total gerne die Kapazitäten hätte, auf so vieles einzugehen und eine (Ja, echt) Ja-Umgebung zu schaffen. Allerdings war mir auch da schon sehr klar, dass im Alltag diese Kapazitäten einfach nicht da sind.

Naja, dann ging der Tag rum und am Ende war mir klar, dass auch ohne Erwerbsarbeit keine Kapazitäten da wären um das komplett durchzuziehen. Nicht hier. Nicht mit Kindern, die irgendwann voll am Rad drehen und nie zufrieden sind und immer noch mehr und noch mehr und noch mehr wollen. In jedem Laden was, direkt vorm Essen das zweite Eis des Tages, Nudeln und Würstchen und Ketchup aber NICHT SOOOOO! (hatte irgendwas beim Servieren falsch gemacht) und wenn man nach einem kompletten Film den Fernseher ausmacht gibt’s Geschrei. Uff, ey.

Dafür, dass ich trotzdem noch halbwegs ruhig und zugewandt blieb und nur ein Kind wegen einem Anranzer von mir ein Mal heulte (Wäscheständer nach mehrmaliger Bitte, daran nicht herumzurupfen, umreißen finde ich nicht so cool), mache ich mir gleich eine Dose Bier auf.

Tag 1374 – Positiv denken.

  • Gutes Feedback zur Arschkarte bekommen
  • Ein Problem gelöst
  • Mit beiden Kindern viel gekuschelt
  • Der Rasen ist jetzt sehr gründlich gewässert
  • Vitamin D produziert
  • Wenig Kaffee getrunken

Das hat auch ne andere Seite, aber die seh ich eh dauernd, die schreibe ich jetzt hier nicht auch noch hin.