Tag 2619 – 3/3 Tag 3.

Die Woche ist um. Hurra! Das war eine heftige Woche, aber, halten Sie sich fest: es war auch schon schlimmer.

Krass ist allerdings der Unterschied zwischen „Lead sein mit erfahrenen Inspekteuren“ und „Lead sein mit frisch zugelassenem Inspekteur“. Das KANN echt viel Verantwortung und Zeitmanagement für zwei Personen mit sich bringen. Das habe ich mit meinen anderen KollegInnen so nicht, die kommen alleine gut klar. Es hat also Gründe, dass ich so geschlaucht bin. Ächz. Und vorbei ist es noch nicht, aber diese Woche ist immerhin rum, ja.

Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Morgen ist der Strompreis zwei Stunden lang unter 100 Øre/kWh, da war er glaube ich seit Mai oder so nicht mehr. Ich weiß noch gar nicht, was ich alles gleichzeitig mache. Vielleicht erlaube ich den Kindern sogar, die Heizung anzuschalten*.

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*Das war: Sarkasmus.

Tag 2603 – Noch müder.

Ein anstrengender Termin am Vormittag, danach zwischendurch immer mal in die Mails gelinst und das IT-Projekt eskaliert weiter, abends doch nicht zum Ballett gegangen, weil Pippi eskalierte und das Michel (und mich) so stresste, dass ich mich bereits umgezogen und nachdem ich mir ein Bein ausgerissen hatte, um zeitlich Korps, Essen und Ballett zu koordinieren, dagegen entschieden habe.

Dann habe ich beide Kinder ins Bett verfrachtet und bin Podcast hörend bei Michel eingeschlafen. Jetzt hoffe ich auf einen besseren Tag morgen, bin da allerdings sehr skeptisch, wenn ich so in meinen Kalender gucke.

Ich hatte vor drei Wochen doch noch Urlaub.

Tag 2487 – Rödelei.

Heute war echt anstrengend irgendwie. Michel pünktlich, wohlriechend und mit Geschenk zum Kindergeburtstag fahren, dann mit Pippi ein weißes Hemd und eine schwarze Hose (mit Gürtel, weil ich nur dürre Kinder kann, und wer macht denn bitte Kindergürtel, die man weder auf noch zu bekommt, wenn man, sagen wir mal, mal aufs Klo muss?) kaufen, außerdem einen neuen Zwei-Wege-Hahn für den Gartenschlauch. Michel abholen, dem sein Telefon beim Geburtstag runtergefallen ist, und das jetzt einen schwarzen Fleck im Display hat. Ein wenig im Garten rödeln (den neuen Hahn einbauen und dann schnell ein bisschen das Nötigste wässern, solange man noch darf, außerdem Planzen, die an Stellen wachsen, wo ich sie nicht haben will, ausrupfen), dann zwei Telefone zu jemandem fahren, der gegen Bares Telefondisplays ersetzt, dafür aber auch keine Quittung ausstellt (Sie wissen, was das heißt), in der Zwischenzeit einkaufen, Telefone wieder abholen, den Ofen sauber machen (Butter unter dem Backstein, hurz), Abendessen machen, essen, Kinder ins Bett verfrachten.

An solchen Tagen bin ich dann froh, wenn ich mich abends noch aufraffen kann, wenigstens ein paar Tonleitern zu spielen, damit ich wenigstens irgendwas nur für mich gemacht habe.

Tag 2354 – Schlechte Ideen für 9000.

Ich wäre jetzt bereit für eine Fanfare, Trommelwirbel und Champagnerdusche, denn ich habe die Steuererklärung fertig und abgeschickt. Deshalb werde ich jetzt zu wenig Schlaf bekommen, aber dafür ist die Nachzahlungskuh vom Eis und zu einer Rückzahlungskuh geworden.

So richtig die Korken knallen noch nicht, Herr Rabe muss nämlich noch.

Lessons learned:

  • Man kann nur 10 Belege pro Eintrag hochladen (blöd bei 11 bezahlten Monaten Hort/Kindergarten. Müssen sie halt jetzt so glauben oder Belege nachfordern.)
  • Aus irgendeinem lustigen Grund habe ich alle Schulden und Herr Rabe keine. Dafür habe ich auch alles Vermögen, bis auf Cardos. Man könnte das sicher irgendwie beides aufteilen, aber ehrlich gesagt ist mir das dann doch zu viel Gehampel. Bei den Banken sind wir beide auf beidem registriert und gemeinsam veranlagt werden wir bei der Steuer ja auch, insofern… pfft. (Leider habe ich netto dann ganz schön viele Schulden. Tja.)
  • Der eine Punkt ist „verdipapirfonds“ und der andere „IPS/IPA“
  • Man muss zwar alle Fonds einzeln eintöckeln, die werden dann aber eh zu einem Eintrag zusammengezogen, weil sie ja alle in der gleichen Bank liegen. Vielleicht 2023 mal probieren, ob wer meckert, wenn man nur die Gesamtsumme angibt.
  • IPS: Beträge zusammenrechnen. Außerdem nach dem Eingeben „flere opplysninger“ anklicken. Dann kann man auch andere Länder angeben. (Früher gab es sowas wie „IPS i utlandet“, aber das ist der neuen Selvangivelse wohl zum Opfer gefallen. Ich meckere nicht, die neue ist im Grunde schon besser, weil zugänglicher und aufgeräumter. Aber dafür sind halt diese ganzen Unterpunkte weg, bei denen man, so lange man des Lesens und Verstehens des veileders mächtig war, jeden mehr oder weniger seltsamen Fall angeben konnte.)

Tag 2337 – Nix zu erzählen.

Nix, was ich erzählen darf, jedenfalls.

Ehrlich gesagt bin ich ganz schön Brei. Man gewöhnt sich sicher wieder dran, aber hui, ist inspizieren mental anstrengend. Ich versuche es deshalb jetzt mal mit einem frühen Licht aus. Morgen geht’s nach Hause, mit etwas Glück schon am frühen Nachmittag. Das minimiert dann auch die Gefahr, im Auto einzuschlafen.

Bloß jetzt die Schnappatmung unterdrücken, dass ich eine Steuermeldung bekommen habe, in der ganz viel fehlt, das sonst immer automatisch gemeldet wurde, wie Kinderbetreuungskosten. Was ist da los, was ist da schief gelaufen? Am liebsten würde ich natürlich SOFORT alles klären, aber das wird hier eh nicht passieren, nachts in einem Hotelzimmer, und ist ja auch gar nicht nötig, die Frist ist, glaube ich, Ende Mai? Literally ewig hin, und selbst wenn man es verdrabbelt, kann man ja noch beantragen, im Nachhinein die Steuer geändert zu bekommen, das dauert dann nur eben länger.

Was gucke ich sowas auch um zehn Uhr abends an?

Tag 2326 – Wochenendausklang.

Muss echt schon wieder fast Montag sein? Uff.

Gestern waren Pippi und ich übrigens auf einem Kindergeburtstag, das war, wo ich übertrieben habe. Pippis Freundin, die auf die französische Schule in Oslo geht, hatte Geburtstag, und es waren gefühlt 300 (in echt so 5?) andere Kinder dieser Schule da, sowie die zwei Eltern, die sie gefahren hatten. Die französischsprachigen Kinder sind, gemessen an norwegischen Kindern, laut und wild und die Eltern tiefenentspannt und lassen sie halt ölen. Kein Entertainmentprogramm, dafür mehr Zeit und hinterher sah es halt aus, als hätten 7 Kinder wild gefeiert, während die Eltern Kaffee tranken. Ich blieb mit Pippi dort, weil die anderen Eltern nett und interessant schienen und Pippi bis auf ihre Freundin keine anderen Kinder kannte. Die anderen Eltern waren tatsächlich nett und interessant. Es passiert nicht so oft, dass ich geballt auf mehrere (ebenfalls) sehr gebildete, intelligente und herumgekommene Erwachsene treffe, die auch noch alle einen unterschiedlichen Hintergrund haben. Menschen schicken ihre Kinder auch aus völlig unterschiedlichen Gründen auf eine französische Schule, weiß ich jetzt. Pippis Freundin ist dort, weil ihre Familie Französisch spricht und ihr Vater selbst auf einer französischen Schule war. Ihre Mutter hat in Paris studiert. Beide Eltern haben aber andere (und unterschiedliche) Muttersprachen. Ein weiteres Kind, das da war, ist Tochter eines Botschafters aus einem französischsprachigen Land. Die Kinder einer Mutter, die gefahren war, sind auf der Schule, weil der Vater der Kinder auch auf einer französischen Schule gewesen war, der dort war, weil wiederum dessen kommunistischer Vater eine säkulare Schule wünschte, was in Francos Spanien nicht so ohne Weiteres möglich war. Die Kinder eines Vaters, der gefahren war, sind hauptsächlich dort, weil sie die nächstgelegene Schule ist. Der Vater hat den größten Teil seiner Schulzeit in Kanada gelebt, kann also auch Französisch, aber sie wohnen halt neben der Schule.

Dementsprechend gemischt ist auch das Norwegisch der Kinder und in Gegensatz zu uns Erwachsenen können die sich ja nicht problemlos auf Englisch unterhalten, aber es klappte tatsächlich ganz gut, Pippi zu integrieren. Ich integriere mich bei sowas ja wundersamer Weise immer problemlos, muss mich aber hinterher hinlegen. Aber es war wirklich nett und auch gut, mal erwachsene Gespräche zu führen mit anderen, die nicht ausschließlich den norwegischen Blickwinkel mitbringen. Gerade jetzt. Heute verdaue ich aber immer noch daran herum und morgen muss ich ins Büro und schon wieder Leute treffen, mimimi.

Was mir bei mimimi einfällt: ich habe gar nicht erzählt, wie es mit dem Schweinchen und seinem Gnubbel am Po weiterging. Nachdem der Chirurg sich von einer Covid-Infektion erholt hatte, wurde der Gnubbel Mittwoch entfernt. Sie wollen nicht wissen, was das gekostet hat, ich sage mal so: das Pflaster, das danach auf dem Schweinepo klebte, hätte eigentlich auch aus reinem Gold sein können bei dem Preis. Haustiere haben ist ne schlechte Idee bei strammem Budget. Mittwoch nachmittag holte ich ein leicht desorientiertes, aber sonst fittes, Meerschwein ohne Gnubbel vom Tierarzt ab, das auf seinem rasierten Po ein fettes Pflaster kleben hatte (why???). Erwartungsgemäß hielt das Pflaster nicht lange, aber ich hab ja liebe Schweinchen, die nicht an ihre Wunden gehen. Und jetzt habe ich ein beleidigtes Schwein ohne Gnubbel, das nicht lustig fand, täglich aus dem Käfig gefischt zu werden, um Schmerzmittel zu bekommen. Mit einer fetten Narbe, die aber gut zu heilen scheint und einer einseitig rasierten Pobacke. Es ist erstaunlich, wie viel Fell diese Klöpse haben, wenn man es dann mal stellenweise entfernt. Aber es ist ja auch Winter, wer weiß, vielleicht schneit es plötzlich im Wohnzimmer. Jetzt hoffen wir auf ein paar Gnubbelfreie Jahre, das wäre schön. Es soll ja auch eigentlich gerne wieder ein drittes einziehen, aber ich finde immer nur Jungtiere aus unseriösen Quellen und mich da jetzt groß in der norwegischen Meerschweinwelt vernetzen, uff, nee. (Sind eh hauptsächlich Züchter*Innen.)

Tag 2392 – Der alltägliche…

Das Hamsterrad schlägt voll zu. Weiß nicht, was von den ganzen total dringlichen Dingen ich priorisieren soll. Zur Auswahl stehen:

  • IT-Projekt. Wenn ich das nicht diese Woche mache, ist dieser Sprint für uns gegessen, was ich bis dahin nicht abgeliefert hab, wird frühestens im übernächsten Sprint gefixt, und dann sind wir eigentlich schon, haha, fertig. Außer mir kann es niemand machen, wenn ich morgen vom Bus überfahren werde, macht es niemand. Davon geht dann die Welt nicht unter, das wird nur richtig teuer, oder meine armen Kolleginnen und Kollegen kriegen ein Produkt voller Fehler und gefährlicher Fallstricke.
  • Inspektion von nächster Woche vorbereiten. Unvorbereitet sein ist eine richtig beschissene Idee.
  • Report zur Inspektion vor anderthalb Wochen schreiben. Frist 30 Tage (inklusive diverser Durchgänge und Gedön, für das man gut nochmal ne Woche einkalkulieren kann), nächste Woche werd ich da nichts dran machen wegen nächster Inspektion, je später, desto schwieriger wird es.
  • Oppfølging (was das auch immer auf Deutsch heißt, vielleicht sowas wie Nachverfolgung?) einer Firma, die schon seit Weihnachten auf Antwort wartet und mich aber so mit Dokumentation bewirft, dass ich unter dem Haufen einfach ersaufe. Keine Hilfe möglich, der Kollege ersäuft auch unter seinem Kram und die Kollegin hat COVID. Mögliche Konsequenz, wenn ich nicht langsam mal zu Potte komme: mein Name und Worte wie faul, langsam, unverhältnismäßig, Paragraphenreiter in der Zeitung. Hmm.

Und das sind nur die großen Brocken. Dazu kommt der Kleinscheiß, Webseitenänderungen, Anfragen, Meetings… Ächz.

Und zu Hause (ok, Arbeit ist ja auch zu Hause) ein Kind, das ums Verrecken nicht schlafen kann. Es ist zum Haareraufen.

Heute gut: Pippi kriegt etwas andere Bücher zu lesen, als ihre Klassenkamerad*Innen, weil sie sich mit kleinen Buchstaben und langen Wörtern noch schwer tut. Das Buch der Woche hat sie heute aber nahezu ohne Theater mit Hilfe gelesen und sich auch sehr gefreut, als sie die Sätze dann nach dem Entziffern noch mal im ganzen „vorlesen“ konnte. Sie merkt sich die dann einfach, aber die Lehrerin sagt, das ist in Ordnung, solange sie dabei die Wörter anguckt. Die Lehrerin wird schon wissen, was sie tut, und ich bin froh, wenn Pippi Erfolgserlebnisse hat, statt täglich über den Hausaufgaben in Tränen auszubrechen, weil sie „nicht lesen kann“.

Tag 2371 – Lustlos.

Manic Meeting Monday. Aus Gründen (Stichwort „Gewinnrealisierung“, ausgerechnet zum IT-Projekt, bei dem wir ja nichts gewinnen, sondern ein gut funktionierendes, vier Jahre altes System durch ein anderes ersetzen!) waren die Meetings zum Teil auch richtig ätzend. Zum anderen Teil sorgten die Meetings nur für noch mehr Arbeit in den nächsten Tagen. Uffz, ächz, blöd alles.

Gut heute: beide Kinder testeten morgens negativ. Außerdem holte ich Pippi und das Nachbarsmädchen vom Hort ab, wo sie grade versuchten, dem dritten Nachbarsmädchen das Schlittschuhlaufen beizubringen, und es war sehr süß, wie die zwei die dritte anfeuerten und „SUUPEEER GEMACHT! GANZ TOLL! GLEICH NOCHMAL!!!“ riefen, wenn sie drei, vier Meter ohne Hinfallen geschafft hatte. Hach.

Auch gut: ich habe grad noch rechtzeitig dran gedacht, die Schulschwester zurückzurufen, damit da die Bälle nicht gleich wieder aufhören zu rollen.

(Das war‘s auch schon…)

Tag 2364 – Back in the homeofficegame.

Ach ich weiß auch nicht. Ich komme nicht aus dem Quark am Schreibtisch zu Hause. Ob physisches Office helfen würde, weiß ich aber auch nicht. Nicht wenn Pandemie nicht auch rum wäre, sonst ist Büro ja nur eine Geisterveranstaltung mit deutlich erhöhter Infektionsgefahr. Post-Pandemie ist Büro auch mit einer offenen Box mit allen privaten Dingen drin, und ohne feste Sitzplätze aber mit einem Sammelsurium an verschiedenen Stühlen. Man sollte also aufpassen, was man sich wünscht.

Unsere Direktion wünscht sich jedenfalls, dass wir wieder mehr ins Büro kommen. Sie waren ganz enttäuscht, dass die Begeisterung für Büroarbeit im Herbst gar nicht so groß war. Ja, hmm, erstens hatten manche von uns im Herbst Corona und/oder Kinder mit Corona oder in Quarantäne, zweitens ist es wenig attraktiv, eine Stunde in ein leeres Büro zu gurken, da mühselig meinen Stuhl (SOLANGE ES MEINER IST, IST ES MEINER!!!) wieder so einzustellen, wie ich ihn haben will, mit dem Rest der Technik zu kämpfen, in der Kantine eingeschränktes Angebot zu finden, und dann wieder eine Stunde zurückzugurken. Das einzige, was mir das bringt, ist eine vielfach gesteigerte Infektionsgefahr und Puls, wenn ich die Plexiglasscheiben sehe, die magisch aus 80 cm einen Meter machen (der auch nicht reicht, wenn man da stundenlang ohne Maske atmend sitzt, aber das gibt mein Arbeitgeber nicht zu). Potenzspammails wären stolz auf meinen Arbeitsplatz.

Alles doof. Vielleicht spielt der Zyklus mit rein. Vielleicht, dass Herr Rabe eine Waage ins Bad gestellt hat, die irgendwas von Weihnachten und Zyklusendwasser und faul im Homeoffice rumgehangen erzählt, wenn ich mich darauf stelle. Ich könnte jetzt sagen, die ist kaputt, oder meine Klamotten seien offenbar sehr sehr schwer, aber who am I kidding. Der Spiegel sagt das auch schon seit vor Weihnachten, und dass es hier und da immer öfter mal zwackt, spricht auch dafür, dass ich mich definitiv wieder mehr bewegen sollte. Dabei ist mir immer noch mehr nach Winterschlaf. Seufz.

Wake me up when pandemic ends.

Tag 2351 – Bergauf.

Heute war der Tag mit den wenigsten Tageslichtminuten des Jahres, ab jetzt wird also alles besser.

Die Fähre für den Rückweg aus Deutschland konnte umgebucht werden. Dass ich drei Stunden auf den automatischen Rückruf der Hotline gewartet habe, deutet aber an, was bei denen heute los war.

Auch heute war Homeschooling keine Freude und wenn wir das nach den Ferien noch weiter treiben sollen, melden wir Bedarf an, dass Michel in der Schule seine Aufgaben macht. Sonst überlebt das nämlich nur einer von uns. (Das klingt jetzt so lustig, wie „Jaja, mein Kind meckert auch erst mal ne halbe Stunde, dass es Hausaufgaben machen muss, die dann zwei Minuten dauern“, aber es ist leider gar nicht lustig, für niemanden hier im Haus. Ganz im Ernst: das, was hier abgeht, kann nicht normal sein. Nicht mal ansatzweise. Dann hätte es wesentlich massivere Proteste gegen die zweite, dritte und vierte Runde mit Schulschließungen gegeben. Weiterhin gehe ich davon aus, dass Michel in der Schule maximal ab und zu die Spitze dieses Eisberges durchblitzen lässt, denn sonst bekämen wir täglich Anrufe von der Schule und Michel würde vermutlich als unbeschulbar gelten. Aus Gründen verliere ich leider langsam die Hoffnung, dass ihm dann wenigstens geholfen würde, wenn er auch dort auffällig wäre.)

Jetzt sind erst mal Ferien und uns kann das sch… Weihnachtsheft am Hintern vorbei gehen. Michel hat es fertig gemacht und es darf jetzt bis zum 3. Januar im Rucksack wohnen.

Pippi hingegen macht ihre Aufgaben zum Teil sehr gerne, nämlich immer, wenn es ums Malen geht. In der ersten Klasse wird noch sehr, sehr viel gemalt. Ich kenne jetzt die Nooms, und weiß, wer welche Farbe hat und wie lang ist. Die Nooms, das ist die fancy Version von diesen Montessori-Zahlen-Stäbchen. Uno ist lila und 1 [Meter, sagt Pippi] lang, Penta ist grau und 5 lang. Fancy sind sie, weil es ein ganzes Noom-Universum mit kleinen Filmchen und Liedern und Apps und was weiß ich nicht alles gibt, statt… naja Holzstäbchen halt. Pippis Aufgabe war heute unter anderem, die Szene „Die Nooms feiern Weihnachten“ zu malen, was sie sehr hingebungsvoll und unablässig mit sich selbst redend tat. Schon süß, aber irgendwann bluten mir ein bisschen die Ohren.

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P.S. Mir ist übrigens völlig egal, ob die Schule den Kindern das Rechnen mit Nooms oder Äpfeln und Birnen oder abstrakten Zahlen beibringt. Hauptsache, sie lernen es, und zwar so dass alle Kinder individuell ihr Potential ausschöpfen können und langfristig motiviert bleiben. Wie das am besten geht, müssen sich Expert*Innen für Didaktik überlegen.

P.P.S. Das selbe gilt für Schreiben und Lesen lernen, Schreibschrift, Bleistift/Kuli/Tintenroller/Füller, schreiben mit der Hand vs. frühen Gebrauch von digitalen Lernmitteln zum Tippen und so weiter und so fort. Es ist mir egal.