Tag 1256 – Wochenende.

Noch einen sehr entspannten Tag verbracht. Deshalb auch gar nix zu erzählen. Ein paar schöne Kindergeschichten:

Michel kann sich sehr gut Sachen merken, zum Beispiel (wie ich) Worte, aber als Bild. Er kann ja noch nicht sonderlich flüssig lesen, aber mit Zeit buchstabiert er sich zuverlässig Wörter zusammen. Nun ist er an dem Punkt, wo er ein geschriebenes Wort nur ganz kurz sehen muss, um es sich danach aus dem Kopf zusammenzupuzzeln. Dabei kann er das Wort wohl sogar umdrehen und rückwärts vorlesen, das hat er letztens der Mutter von unserem Babysitter vorgeführt und die war ganz aus dem Häuschen. Ja, ich hab schon ein kluges großes Kind.

Das kluge große Kind isst, wenn es sich unbeobachtet fühlt, permanent Schnee. Es unterscheidet dabei nicht unbedingt zuverlässig nach Fundort, Feldschnee wird ebenso gegessen wie Straßenrandschnee. Aus unserem Küchenfenster kann man die Loipe vorm Haus sehr gut überblicken, daher weiß ich das.

Ebenfalls das kluge große Kind kam heute dazu, als ich mir die Fingernägel lackierte (Farbe der nächsten Woche ist Edding*-Rot) und wollte dann auch, aber nicht rot. Ich sagte, er solle sich einen aussuchen, woraufhin er ewig im Badezimmer rumorte und am Ende mit einem Lipgloss ankam. Ich zeigte ihm dann noch mal die Box mit den Nagellacken im Schrank daneben und nun hat er dunkelgrüne Fingernägel. Pippi hat sich ebenfalls für Edding-Rot entschieden. Beide fühlen sich sehr schick (sind sie ja auch).

Pippi hat nach dem Essen selbst ausgedachte Geschichten aufgeführt. Fast hätte ich sie gefressen vor Niedlichkeit und auch den „OH DAS KIND IST SO TALENTIERT ICH MUSS SIE SOFORT ALS KINDERSCHAUSPIELERIN ANMELDEN!!!“-Impuls konnte ich nur ganz knapp zurückhalten. Aber es ist einfach zu goldig, wenn sie sich ganz ernst einen guten Platz sucht, wo sie alle gut sehen können, dann faltet sie die Hände vor der Brust und erzählt mit voller Theatermimik und leuchtenden Augen: „Es war ein mal ein kleiner Vogel. Der saß auf einem Baum. Da kam ein Trollmädchen, weil das in einem Wald war. In einem grooooooßen Wald. Huch! Sagte der Vogel. Und Schluss.“ und dann verbeugt sie sich und stolziert von ihrer Bühne. Hach, hach, hach, hachedihach! Zum Knutschen, wirklich. (Und gänzlich untalentiert ist sie wirklich nicht. Die Geschichten waren kurz, aber prägnant und ohne ein einziges „Äh“ vorgetragen und sie ist sehr präsent da auf ihrer Wohnzimmerbühne. Rampensau mit Bühnenpräsenz, mal gucken ob das so bleibt, ich würde es ihr sehr wünschen.)

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*Ich habe nur einen Nagellack von Edding, und der ist super, sowohl von der Farbe her, deren Bezeichnung ich immer vergesse, weil ich ja eben nur einen hab, als auch im Auftrag und der Haltbarkeit.

Tag 1255 – So geht‘s doch auch.

Total tiefenentspannten Samstag verbracht. Allein mit den Kindern. Herr Rabe arbeitet (und testet mal den Transport nach Oslo, wenn auf der Strecke Schienenarbeiten sind. Die werden noch bis Dienstag sein, ich muss also mindestens 20 Minuten extra für die Wege einplanen. Herr Rabe arbeitet dann von zu Hause aus, weil auch noch Elterngespräch am Montag in der Schule ist, natürlich zu Zeiten, in denen die Lehrerin arbeitet, so wie andere Berufstätige halt auch. Ein Hoch aufs Homeoffice.). Der Unterschied zum letzten Wochenende lag wohl in einer anderen Hormonlage und darin, dass wir nichts vorhatten. Wirklich gar nichts.

Erstmal muss ich die Kinder echt mal loben: die können sich inzwischen morgens halbwegs selbst beschäftigen und reißen sich nur gelegentlich gegenseitig die Köpfe ab. Das hieß für mich heute früh, dass ich noch etwas weiter dösen konnte und nicht um sieben schon aufstehen musste. Das tut viel für meine Wochenendlaune. Es duschten dann auch nach dem Frühstück beide freiwillig und am Ende saßen sie sogar ganz einträchtig in Pippis Badewanne (gedacht für EIN Kind bis maximal 4 Jahre!) und ich konnte in Ruhe mein Körperpflegeprogramm durchziehen und dabei Podcast hören. Während ich dann duschte cremten sie sich ein und ich musste danach nicht das gesamte Bad renovieren und auch nur noch die Gesichter eincremen, das war auch alles schon mal sehr viel schlimmer und ist nicht lange her. Hach, hach.

Michel hatte sich gewünscht, sich etwas dazu zu verdienen, um sich irgendein Dings aus dem Spielwarenladen zu kaufen und nach etwas Überlegerei ließ ich ihn in der Küche staubsaugen und eine Maschine Wäsche aufhängen. Das Geld investierte er bei einem Ausflug in den Ort in ein… Dings, das ich nicht weiter kommentierte, es ist ja sein Geld. Selbst im Supermarkt, wo wir Zeug kauften, dass wir zu bestellen vergessen hatten, benahmen sich die Kinder. So gut, dass ich mich am Ende (nachdem ich tausend kleine Snacks für mich gekauft hatte, meine Kolleginnen haben alle gesagt, ich solle für lange Arbeitstage mit ohne Essen ab schlimmstenfalls Mittags vorsorgen und jetzt hab ich also Nüsse, Smoothies, Müsliriegel und getrocknete Mango. Ich werd so drei, vier Wochen eingeschlossen im Keller eines Pharmaherstellers schon überleben) zu Ü-Eiern hab breitschlagen lassen. Tiefenentspannt halt.

Zu Hause dann Popcorn und Film (Madagaskar 3) für die Kinder, Buch und Kamin für mich. Abends Pommes, Fischstäbchen und Buttermöhren und zwei müde Kinder, die sich ohne großes Gemecker um kurz nach sieben ins Bett bringen ließen. Beide ganz kuschelig und nach einem Tag, wo beide sehr „groß“ waren, plötzlich ganz „klein“. So richtig was getan haben wir heute also wahrlich nicht, aber dafür haben wir glaube ich alle drei gründlich aufgetankt.

Jetzt wieder Buch und Kamin. Ich lese jetzt endlich „Unterleuten“ von Juli Zeh. Das hatte ich schon lange hier, nachdem ich es mir schon noch viel länger gewünscht hatte. Mindestens ein Jahr habe ich es nicht angefasst. Ich hatte den Kopf nicht dafür frei. Es war wohl auch klug, das lesen zu verschieben. Ich verbinde im Nachhinein Bücher mit der Stimmung, in der ich sie las. Bei diesem Buch möchte ich nicht, dass es mir durch Existenzängste verdorben wird. Tatsächlich habe ich es noch nicht ganz zur Hälfte durch und bin sicher, dass es eines der besten Bücher ist, die ich in den letzten Jahren überhaupt gelesen habe. Es packt mich und schluckt mich und ich habe endlich wieder ein deutliches Lesebedürfnis, ein bisschen wie früher, ich lese wieder überall, heute sogar beim Fischstäbchen braten. Ganz wunderbar ist das, wieder bin ich ein Stück mehr ich. Über das Buch möchte ich gar nicht so viel sagen, aber wenn Sie das noch nicht gelesen haben, machen Sie das mal, es ist wirklich sehr gut.

In diesem Sinne:

Tag 1250 – Halbe 2500.

Heute auf die Minute passend gearbeitet, auf die Minute passend die Kinder abgeholt. Es ist ein Spagat und ich frag mich, ob sich auch Väter schlecht fühlen, wenn sie ihr Kind um zwei vor Schluss aus dem Hort abholen? Ich hoffe es.

Leider sind wir auf den Hort ja morgens und nachmittags angewiesen und damit ist die kurzzeitig verlockend erscheinend gewesene Idee des „Sport-Hort“ schon wieder passé. Der Sport-Hort kostet das Gleiche wie der normale Hort, hat aber tägliches Sportprogramm und (noch viel besser) tägliche Gelegenheit zum Hausaufgaben machen. Aber der Sport-Hort ist nicht morgens und soweit ich das sehen kann gibt es keine andere Möglichkeit, als beim normalen Hort einen halben Platz zu nehmen um morgens je eine Stunde in Anspruch zu nehmen und dafür aber 67,15% des normalen Hortpreises zu zahlen. Wir würden also 167,15% von dem bezahlen, was wir jetzt zahlen und das ist viel. Enorm viel. Mistekack.

Mein Meeting heute war mittelspannend, das Eis ist fest, allerdings brauchen wir um der Firma weiterhelfen zu können erstmal mehr Infos von eben dieser.

Dafür werde ich wohl mit der Dokumentenmanagementsoftware noch viel Spaß haben, die ist nämlich das Gegenteil von selbsterklärend. Bester Tipp aus der Erklärpräsentation: man kann Shortcuts wie zum Beispiel esc benutzen. ACH! Na dann ist ja alles klar.

Der lange Tag wurde mit einem glücklichen Michel belohnt, weil heute ein Paket aus dem Internet ankam. Da hat er auch gleich halbwegs motiviert Hausaufgaben gemacht. (Sie lernen diese Woche den Buchstaben F und weil er keine Lust hatte, die Worte aus der Wörterliste zu schreiben und zu malen hat er seinen Vater gemalt und seinen Namen geschrieben. Im Auto wollte er dann wissen, ob man Felix denn eigentlich mit k schreibt. Norwegen halt.) Hach, mein großes Kind.

Sport-Hort wäre wohl wirklich nicht doof für ihn. Immer in Bewegung.

Tag 1246 – Strategie, Plan, Vorschrift, hui.

Ich ackere mich tapfer durch meine tausend Vorschriften. Dazu hatte ich heute noch zwei Meetings mit jeweils einer meiner insgesamt vier Chefinnen.

Im ersten ging es um die Struktur, Organisation und Strategie der Behörde und ich erfuhr noch mal genaueres über die Umstrukturierung, die letztes Jahr stattgefunden hat. Das Meeting war sehr nützlich, weil ich jetzt verstehe, welche Absicht hinter der Organisationsstruktur steckt. Das nimmt der (weiterhin vorhandenen) Unübersichtlichkeit ein wenig den Schrecken und ich sehe nun, dass das gut sein kann, wenn es auch in allen Köpfen angekommen ist.

Das zweite Meeting war mit der Chefin, die für mein lag die Verantwortung hat. Auch das sehr gut, es ging um „was macht unsere Einheit, unser lag, deine Kollegen…“. Nach dem Gespräch verstehe ich nun ein paar der Zusammenhänge besser und weiß nun, mit welcher Chefin ich was besprechen kann. Das mit der Gleitzeit nämlich zum Beispiel nicht mit dieser Chefin sondern mit der, die für mich die Personalverantwortung trägt. Das hat sich aber schon gestern geklärt, alles gut sozusagen, die Gleitzeittage werden nur „verbraucht“, wenn ich nicht die volle Kernarbeitszeit da bin und das wird wohl tatsächlich eher selten so sein. Das war ein Missverständnis, dem ich da aufsaß. Heute bin ich dann auch direkt mal ne viertel Stunde eher gegangen, weil die Züge immer zu spät sind und das blöd ist. Diese meiner Chefinnen ist übrigens sehr froh, dass ich da bin, genau ich, jung und anders und modern. Das ist mal schön, das nach hundert mal „bist du QP???“ zu hören.

Die Züge sind immer zu spät und da bröckelt die Planung etwas. Ich hab da noch nicht fertig drüber nachgedacht. Ich hoffe einfach, dass es irgendeine Baustelle oder so irgendwo vor Oslo ist, die grad auf der Strecke für Verzögerungen sorgt, aber sonst die Züge wenigstens einigermaßen pünktlich fahren. Haha, ja, ich bin noch so Pendel-naiv.

Bisher ist das Pendeln noch ganz ok. Ich lese morgens im Zug, Blogs oder ein Buch oder ich höre Podcasts. Nachmittags muss ich meistens bis zum Flughafen stehen und dann höre ich Podcasts oder Musik. Das frühe Aufstehen schlaucht mich aber sehr, hoffentlich gewöhne ich mich da noch dran.

Die neue Putzhilfe schickt versehentlich Textnachrichten mit „Chcesz cos ze sklepu“ an mich (Google Translate sagt sowas wie „Brauchst du noch was aus dem Laden“), sie putzt super, faltet Waschlappen und Putzlappen ganz akkurat und hat, weil das Bettzeug und die gewaschenen Bezüge da noch oben drauf lagen, einfach das Gästebett bezogen. Und die Spülmaschine ausgeräumt. Ich bin schwer beeindruckt. Und froh. Vor allem froh.

Morgen wird ein Einkauf geliefert. Da bin ich sehr gespannt drauf. Ich möchte den Lieferanten gern treffen und fragen, ob es ne Möglichkeit gibt, die 8 (!) Plastiktüten in Zukunft zu umgehen. Dann müssen wir nur noch zum Vinmonopolet und zum Meny (für Brot) und doch noch mal in den Supermarkt, weil unser Waschmittel wohl nicht mehr fürs Wochenende reicht.

Nächste Woche werde ich meinen Führerschein eintauschen. Erst gegen einen vorläufigen und dann gegen einen norwegischen Führerschein. Denn im EWR sind Führerscheine aus anderen EWR-Staaten zwar unbegrenzt gültig, aber ein deutscher Führerschein ist hier kein Ausweis und ich will echt nicht immer meinen Pass zur Post mitschleppen müssen, um ein Paket abzuholen. Außerdem stelle ich es mir einfacher vor, zum Beispiel Autos zu mieten, wenn man einen Führerschein hat, mit dem die Leute hier vertraut sind. Jedenfalls musste ich für diesen Führerschein noch einen Sehtest machen, damit nun auf dem Führerschein vermerkt werden kann, dass ich eine Sehhilfe benötige und nutze und die Sehhilfe auch zur Kurzsichtigkeit passt. Michel und Pippi haben also heute gesehen, wie so ein Sehtest abläuft. Michel hat auch nur ganz am Anfang Buchstaben gespoilert, dann hab ich gesagt, dass er das in seinem Kopf machen soll und nicht laut sagen. Als wir dann aus dem Raum gingen, sagte er „Ne, Mama? Da stand F G O R P. Fgorp. Was ist das für ein Wort?“ Michel kann schon echt viel lesen und liest nun halt alles vor, was er sieht. Und er sagt, er liest gerne, das freut mich ganz außerordentlich, ein Kind das gar nicht lesen mag wäre mir irgendwie fremd.

Pippi hat heute einen Ausflug gemacht. Das machen aus ihrer Gruppe jeden Donnerstag ein paar Kinder. Nach dem ersten Ausflug kam sie freudestrahlend an und sagte, sie seien in der „Apothek!“ gewesen, das kam mir unwahrscheinlich vor. Heute waren sie jedenfalls in der „Biblothek!“, das erscheint mir auch als ein besseres Ausflugsziel. Apotheke wär jetzt irgendwie zu sehr „ganz die Mama“. Apotheken inspiziert die Behörde nämlich auch.

Ebenfalls gelernt: wir als Inspektøre können jederzeit und unangemeldet Inspektionen durchführen. Selbst in Privatwohnungen, da könnte man zum Beispiel die korrekte Lagerung überprüfen. Jetzt stelle ich mir vor, wie tierisch beliebt man sich wohl macht, wenn man bei Freunden erst mal den Medizinschank aufreißt um dann Tenperatur, Luftfeuchtigkeit und die nicht-Vorhandenheit eines rollierenden Warenmanagements zu bemängeln. „Report kommt in spätestens 30 Tagen!“

Ich sehe eine glorreiche Zukunft als Partypooper auf mich zukommen.

Tag 1244 – Hopps!

Michel ist heute beim Skitraining das erste mal gesprungen. Ich war drinnen in der Skihütte und habe versucht, Guidelines zu lesen*, deshalb habe ich das nicht gesehen. Was wohl gut ist, weil ich gar nicht weiß, wie begeistert ich davon wäre, würde mein Kind Skispringer. Bei den Profis sieht das hinreichend sicher aus, aber ich bin sicher, deren Eltern mussten in jüngeren Jahren öfter mal diverse Blessuren versorgen und haben vermutlich auch das ein oder andere mal in der Notfallpraxis gewartet, während drinnen das angehende-Skisprung-Profikind genäht oder gegipst wurde. Da denkt man, Langlauf sei harmlos und dann kommt der Sechsjährige mit rot glühenden Wangen angelaufen und erzählt von seinen Sprüngen. Aber Hauptsache, er hat Spaß, ne?

Und den hat er und das ist alle absurden Sorgen um ungelegte Skisprungeier allemal wert. Und auch, dass er unbedingt am Wochenende Skilaufen will, kann ich verkraften, aber wo kriege ich denn nun so schnell Ski her? Und lerne Skilaufen?

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Ich bin todmüde. Und habe heute nach einer… ich nehme mal an einfach unbedachten Bemerkung mir gegenüber der hässlichen Fratze des Impostorsyndroms direkt wieder ins Gesicht geblickt. Aber nur kurz, dann überwog schnell der Ehrgeiz, es nun allen zu zeigen. Das ist mal ein Fortschritt seit dem PhD, da war mir der echte Ehrgeiz, der, der es nicht nur irgendwie über die Ziellinie schaffen will, sondern der schon mal die Fanfaren poliert und die Flaggen bügelt, der war mir da abhanden gekommen und jetzt ist er wieder da, mein alter Freund.

Trotzdem müde. Morgens um viertel nach fünf bläst hier leider keine Fanfare.

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Steuerkarte abgerufen und Schreck bekommen: der Lohnsteuersatz war routinemäßig auf das Letztjahres-Einkommen berechnet worden. Würde ich nur diese Steuern zahlen, käme mit dem Steuerbescheid nächstes Jahr eine wirklich schmerzhafte Nachzahlung auf mich zu. Was lobe ich mir in solchen Fällen Norwegen: einmal eingeloggt lässt sich einfach unter Angabe des neuen Einkommens eine neue Steuerkarte beantragen. Das tat ich heute am frühen Nachmittag als Kaffeepausenbeschäftigung und heute Abend kam die neue Steuerkarte. Was das für ein Aufriss mit Post und Zeug in Deutschland wäre, will ich mir gar nicht vorstellen.

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*ohne Erfolg, ich döste über Partikelgrenzwerten verschiedener Reinraumklassen ein.

Tag 1235 – Blink, Blink.

Die eine der drei Küchenlampen ist irgendwie nicht ganz so smart drauf heute und macht, was sie will. Wir sind aber so tiefenentspannt, dass wir das eher lustig finden als u s drüber zu ärgern.

Pippi ist dreieinhalb. Heute hätten wir sie gerne ein paar mal irgendwo „vergessen“. Ihr Geduldsfaden ist einfach mega kurz und sie kennt nur die Modi „nörgeln“ und „kreischen“. Ganz toll. Wären wir nicht so tiefenentspannt, würde das grad wohl sehr an unseren Nerven sägen.

Ich habe mit dem Mantel angefangen*. Gestern Abend habe ich zugeschnitten, heute geheftet um die Passform beurteilen zu können und, naja, die Passform ist so lala, da kann ich aber sicher noch was rausholen. Was blöder ist, ist dass ich nicht mehr nachgeguckt hatte, ob ich passendes Garn habe und weil die Nähte außen liegen geht halt „passt einigermaßen“ eher nicht. Und natürlich habe ich kein passendes Garn. Wäre ich nicht tiefenentspannt, wäre ich ziemlich sauer auf mich wegen dieser Doofheit. So habe ich der Nähmutter geschrieben, ob sie mir Garn leihen** kann und fahre nun morgen Vormittag dort hin und schaue ob sie passendes hat. Dann kann ich auch diverse andere Fragen stellen, zum Beispiel nach Taschen***, Futter und ob sie Tipps hat, von einem meiner absoluten Lieblingskleider, in das die Waschmaschine (?****) leider nach Heiligabend viele ganz kleine Löcher gefressen hat, den Schnitt abzunehmen. Das Kleid war sehr teuer, passt mir wie angegossen und ist nicht von der Stange, also mal eben nachkaufen ist auch nicht. Da war ich mal kurz nicht so ganz tiefenentspannt und hab ob der Löchlein recht doll geflucht und ein Tränchen verdrückt. Weil Lieblingsstück.

Nicht nur ein Tränchen verdrückt habe ich heute bei der absolut letzten Folge Tatortreiniger. Ich fand die Serie von Anfang an super und das Ende ist lustig, wunderschön und tieftraurig und passt wunderbar zu Schotty. Schnief.

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*Jaja, Sie wollen Fotos von den anderen Projekten. Beim Kleid für Die Beste muss ich Sie enttäuschen, das andere kann ich ja morgen zur Feier des Tages anziehen und Ihnen dann zeigen?

**Man „leiht“ hier auch Dinge, die sich dadurch verbrauchen. Genau genommen schenkt sie mir dann Garn, und ich kaufe ihr eine neue Rolle und gebe es ihr zurück. Leihen halt. Man leiht hier auch einen Keks, von dem man mal abbeißen will.

***Ich hab da schon eine Idee, aber egal wie brauche ich erst Futterstoff.

****Erst hab ich panisch den ganzen Schrank und jede einzelne Wollklamotte nach Mottenlöchern abgesucht, aber es ist nur dieses eine Kleid und ich glaube mir wär an Heiligabend auch aufgefallen, dass es Löcher hat, wenn es die denn gehabt hätte.