Tag 3986 – 3988 – Musik und so.

Hier weiter Ferien. Heute haben wir Michel vom Sommerkurs abgeholt… und direkt zu seinem besten Freund gefahren. Na ok. Aber das Abholkonzert war wirklich sehr sehr gut, meine Güte, wenn man ne Woche mit so nem Haufen 13-15-Jähriger ordentlich übt, wird das richtig krass. Und so ein Korps mit 50-60 Musiker*innen macht schon auch gut was her. Michel hatte wohl auch eine gute Zeit, allerdings ist er ja generell etwas wortkarg, deshalb mussten wir ihm ungefähr alles aus der Nase ziehen und das Ergebnis war trotzdem nur „Gut.“.

Herr Rabe hat sich heute, vor dem Abholkonzert, noch einen Bass gekauft. Ich bin jetzt nicht mehr die einzige, die hier ohne Bünde spielen muss. Außerdem hat Familie Rabe jetzt eine E-Gitarre und einen weiteren Bassverstärker, denn das war im Paket günstig zu kriegen und überhaupt. Herr Rabe hat dann jetzt vier Bässe und eine E-Gitarre. Und x Verstärker, von denen y im Probenraum stehen. Ich habe da den Überblick nicht.

Warum habe ich eigentlich nur 2 Geigen???

Ich hatte Donnerstag Geigenunterricht, und trotz 33 Grad in Oslo und mir konstant am Rücken runterlaufenden Schweiß war die wirklich gut. Ich und Grieg, wir sind inzwischen ein gutes Team. Jetzt bräuchte ich nur wen, der dazu den Pianopart spielt, oder zumindest einen Geigenlehrer, der den Pianopart hin und wieder mal ein bisschen übt. Ähäm. Aufgabe zum nächsten Mal: nun doch den dritten Satz lernen und den 4-5 ätzenden Stellen (wirklich nur einzelne Takte) im ersten und zweiten Satz den letzten Feinschliff verpassen.

Ansonsten ist es hier endlich wieder etwas kühler und heute hat es gründlich geregnet. Da ich draußen gießen gerne mal vergesse, ist das für alle unsere Draußenpflanzen sehr gut. Den noch-nicht-Regen-Tag gestern haben wir genutzt um sage und schreibe 15 Kirschen zu ernten. Das sind 15 mehr als wir jemals hatten, also beklage ich mich nicht. Der Baum ist auch noch sehr klein.

Tag 3985 – Inselhopping.

Pippi und ich hatten einen im Großen und Ganzen sehr schönen Tag. Ich habe nur leider nur ein einziges Bild gemacht.

Auf dem Weg!

Ich fand sehr schön, mit Pippi einen ganzen Tag zu verbringen. Pippi hatte sehr viel Spaß, wir haben im Fjord gebadet (beide! Mit Kopf unter Wasser!) und es war wirklich herrlich, gerade weil es einfach brüllend warm war, da ist 18-19 Grad kaltes Wasser wunderbar. Wir haben auch UNO gespielt und uns sehr viel unterhalten und uns gegenseitig erzählt, wie furchtbar warm es ist. Wir haben zusammen einen Seestern vorm Sonnentod gerettet und Pippi hat einen Stein voller Baby-Seesternchen gefunden. Ich bin einfach nur fasziniert, dass es an den Badestränden Oslos so viel Leben gibt, lebende Austern habe ich auch gefunden und Fische gesehen und auch einen Fisch gesehen, der Seevogelfutter wurde. Wir haben uns beide an Steinchen oder Muscheln im Wasser die Füße verletzt und niemand hat groß Drama deshalb gemacht. Nächstes Mal Badeschuhe mitnehmen. Wenn wir noch mal nach Langøyene fahren sowieso, der Strand da war super heiß, ich glaube ich hab es kurz Zischen gehört, als meine Füße das Wasser endlich berührten. Ich persönlich fand Gressholmen auch schöner, aber Pippi ist anderer Meinung (Langøyene hat einen Steg, von dem aus man offiziell ins Wasser hopsen darf).

Falls Sie mal in Oslo baden wollen: für Gressholmen muss man deutlich mehr kraxeln können. Zum Badeplatz geht ein Trampelpfad. Der Badeplatz ist kein Strand, das ist Fels und dann Wasser. Es geht recht steil rein, ist also auch nicht unbedingt was für einen Ausflug zum Plantschen mit Kleinkindern. Aber ich fand es schöner, weil ruhiger. Langøyene hat alles, Klos, Kiosk, Campingplatz, große Wiese, Grillmöglichkeiten, Sandstrand, Badesteg, es geht etwas flacher rein. Sogar Duschen gibt es (eiskalt. Der Fjord ist deutlich wärmer. Aber immerhin kann man sich den Sand von den Füßen waschen). Und deshalb ist Langøyene ziemlich überlaufen. Also immer noch nichts gegen Ballermann oder ein durchschnittliches deutsches Freibad bei 30 Grad, aber schon, in norwegischen Maßstäben, voll. Zu beiden fährt aber das normale Ruter-Boot und die Inseln liegen im Tarifbereich Zone 1, also Oslo. Mit meinem Jahresticket kann ich ja eh überall hin, für Pippi habe ich ein Tagesticket gekauft, das hat etwa 10€ gekostet, für 4 Zonen (weil wir halt in Zone 4 Nord wohnen, wir müssen ja erst mal nach Oslo kommen!). Ich kann so einen Badeausflug bei gutem Wetter sehr empfehlen, nur Badeschuhe und vielleicht ne Strandmuschel oder sowas sollte man dabei haben. Ich war heute sehr dankbar für meinen Sonnenschirm. Und Lichtschutzfaktor 5000, egal wie es klebt, egal wie man aussieht wie mit Alpina eingeschmiert und dann mit ner Speckschwarte abgerieben. Die Sonne hier ist, wenn sie mal da ist, gnadenlos.

___

Ich bin komplett fertig jetzt. Auf sehr viele Arten war das sehr anstrengend für mich, allein sensorisch, dadurch, dass ich den ganzen Tag fett mit Sonnencreme eingeschmiert sein musste. Dann so viele Leute, aufpassen, dass Wasserratten-Pippi nicht absäuft oder ihr irgendwer auf den Kopf springt, waaaaaarm, Angst vor Sonnenbrand, mimimi irgendwas hat mir den kleinen Zeh aufgeschlitzt, Sonnenhut, Sonnenschirm, Sonnencreme, Zeug schleppen, irgendwann dann auch Hunger, nasses Badezeug an also punktuell kalt, Rest langsam durchgekocht, nirgendwo ist Schatten, ganzer Körper klebt. Und dann fuhr kein Zug zurück, weil es irgendwo an der Strecke gebrannt hat, ich musste sehr schnell umorganisieren, im Bus war die Klimaanlage kaputt, mein Anschnallgurt ging nicht, wir mussten ganz hinten im Bus sitzen. Wir wurden also noch mehr durchgekocht als eh schon und das ganze Zugdrama hat mir echt den Rest gegeben, ich gehe jetzt einfach ins Bett.

Aber: kein Sonnenbrand (glaube ich jedenfalls) und Pippi hatte eine gute Zeit. Das war’s wert.

Tag 3977 und 3978 – Weiter Gerödel.

Herr Rabe arbeitet, ich prüddele zu Hause rum. Die Terrasse ist jetzt fertig und die Möbel stehen wieder drauf. Die Treppe habe ich heute früh ein zweites Mal geölt und jetzt sieht es schon wesentlich besser aus und das Holz hat das Öl auch etwas weniger schnell aufgesaugt. Beim Baumarkt habe ich mir Farbkarten in 50 Shades of Grey fürs Arbeitszimmer mitgenommen. Entweder habe ich den Verstand verloren, oder ich bin jetzt in dem Alter, wo ich Räume in fröhlichem hellgrau streichen möchte, oder das Aquarienblau hat mich traumatisiert oder alles drei.

Hier ist übrigens das Telefonbänkchen. Ich mag es, und ich weiß, wie sehr ich für die wirklich nicht toll gewordenen gelben Details geschwitzt habe, das ist das Wichtigste.

Ich stelle mir vor, dass im Fach über den Schubladen früher ein Telefonbuch gelegen hätte.

Gestern habe ich mit Pippi eine neue Brille für sie ausgesucht und Kontaktlinsen zum ausprobieren bestellt. Sie wird nach dem Sommer so viel tanzen, dass Kontaktlinsen schon gut wären, und aus der Brille vom letzten Jahr ist sie tatsächlich rausgewachsen. Groß ist sie geworden. Aber beim Optiker musste ich sie an die Hand nehmen. Hach ja, (knapp) Elfjährige. Tatsächlich erinnere ich mich von Michel daran, dass das auch genau die Phase zwischen „klein“ und „groß“ war.

Danach haben wir schick geshoppt, Kissen und Solarleuchten und eine Wachstuchtischdecke für die Terrasse. Ich habe sogar so Tischtuchbeschwerer zum Dranklipsen (in Zitronen- und Erdbeerform) gekauft. Langsam bin ich meine Oma. (Wobei… die hatten beide am Kaffeetisch draußen richtige Tischdecken aus Stoff. An die von meiner Omi kann ich mich noch gut erinnern, nicht ans Muster, aber an die Textur. So richtig robustes, gewebtes Tuch, wahrscheinlich Leinen, ich mochte es immer sehr, da dran rumzufühlen. Und gleichzeitig barfuß auf den Terrassenplatten mit diesen kleinen, runden Steinchen. Hach!)

Im Übrigen werde ich morgen wieder den netten Mann von Anticimex anrufen, denn meine Wespennestattrappe hat leider nicht geholfen. Genau an der Stelle, wo ich im Frühjahr die riesige Wespe immer habe hinfliegen sehen, gehen jetzt sehr viele Wespen ein und aus. Was ein bisschen faszinierend ist, weil da gar kein Platz so richtig ist, also wenn dann ist das mehr so ein einetagiger Wespen-Bungalow, den die da errichtet haben. Will ich trotzdem nicht einen Meter vom Esstisch entfernt haben.

Tag 3972 und 3973 – Urlaub.

Ich habe jetzt Urlaub. Die Urlaubsstimmung will sich nur mal so gar nicht einstellen. Liegt vielleicht auch daran, dass mich Arbeitsdinge nicht loslassen. Oder zumindest hängt das sicher zusammen. Aber ich gebe mein Bestes und habe heute auch brav immerhin eine Stunde Geige gespielt (und mir an Sekund-Doppelgriffen die Finger und Ohren verrenkt). Außerdem heute: mit Michel zum Kieferorthopäden gefahren, Draht tauschen lassen. Nach den Ferien wird dann der untere Teil der Spange geklebt. Außerdem gestern: Abhol-Konzert von Pippis Sommerkurs. Wie vermutet, hatte Pippi eine super Zeit und hat sich auch für nächstes Jahr schon zum roten (also nächsten) Kurs verabredet. Das Konzert war auch wirklich gut, es ist wirklich immer wieder beeindruckend, was die in knapp vier Tagen so auf die Beine stellen.

Ansonsten sind die Projekte zu Hause im Gange. Pippi hilft mir beim Lackieren des kleinen Telefonbänkchens, das ich letztes Jahr über Kleinanzeigen besorgt habe. Ich habe die Treppe vor dem Haus geschrubbt. Die macht etwa 1/15 des zu schrubbenden Holzes aus und Scheiße, ist das anstrengend. Für den Rest muss ich glaube ich Michel fürstlich entlohnen.

Morgen geht dann eine weitere Tour in den Baumarkt des Vertrauens – dem, wo man Beratung bekommt. Denn erstens muss ich Terrassenlasur kaufen (für die Treppe, die riesige Terrasse und den riesigen Balkon, also ca. einen Kubikmeter) und zweitens will ich mein Aquarium Arbeitszimmer streichen. Erst fand ich es charmant, so hellblau. Aber es ist halt wirklich der komplette Raum, ALLES ist hellblau. Die Decke. Die Fuß- und Deckenleisten. Der Tür- und Fensterrahmen. Sämtliche Kabel. Selbst die Lichtschalter sind einfach hellblau übergejaucht. Es ist zum Heulen. Und in Teams sehe ich grundsätzlich etwas krank aus.

Keine Ahnung, ob überhaupt eine Chance besteht, das zu fixen. Und Nasen sind auch überall, wie rechts oberhalb vom Lichtschalter zu sehen.

Fun fact übrigens: Niemand weiß, was der obere Schalter tut, außer mich zu irritieren, weil ich grundsätzlich den falschen erwische. Er scheint jedenfalls kein Licht irgendwo zu kontrollieren.

Die Moral von der Geschicht: egal, wie sehr Ihr Kindergartenkind es sich wünscht, streichen sie niemals einen kompletten, Holzpanelverkleideten Raum, in irgendwelchen Farben. Türrahmen, Fensterrahmen, die Decke!!!, Leisten, Kabel und Lichtschalter sollten auch nicht einfach übergepinselt werden. Weil sonst sitzt da hinterher jemand wie ich und muss im Baumarkt verzweifelt nachfragen, wie zur Hölle das wieder beseitigt werden kann (möglichst ohne dass es meine kompletten sechs Wochen Ferien auffrisst wegen Aufwand).

Tag 3969 – 3971 – Eating seeds as a pastime activity.

Wir Raben hatten und haben alle äußerst aufregende Tage. Also, nicht Sonntag, da hatten wir nur Haushalt und das bei viel zu warm. Abends waren Herr Rabe, Pippi und ich dann noch beim Badesee ums Eck, zum Abkühlen. Das war sehr schön. Abkühlung war auch effektiv, der See ist noch ziemlich kalt. Danach packten wir mit Pippi ihre Sachen, denn Montag Vormittag brachten wir sie und zwei niegelnagelneue Sets mit Sticks zum Korps-Sommerkurs nach Hamar. Sie war sehr aufgeregt und machte sich Sorgen, dass sie niemand mögen würde, aber da wir exakt gar nichts hören (außer heute Morgen ein paar Anfragen, ob sie drülf neue Freundinnen zu ihren Telefonkontakten hinzufügen darf), ist wohl alles gut. Das Eltern-Infotreffen schenkten wir uns dieses Mal, das haben wir schon vier mal oder so gehört und es ist immer gleich. Außerdem hatten wir es etwas eilig. Wir fuhren dann wieder nach Hause, Herr Rabe und ich, aßen die Reste vom Abendessen auf, zeigten einem höchst erfreuten Michel diverse eingekaufte Snacks und Eistee und fuhren zum Flughafen und dann nach Stockholm und Hotel und ne Portion Ramen und dann waren wir in der größten Arena, in der ich überhaupt jemals war. Komplett lächerlich groß. 60.000 Plätze. Und es war laut. Sehr laut. Und geil.

Ein Hoch auf den Musikergehörschutz.
Rentner auf Sitzplätzen. Aber Innenraum war innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft.
Ahhhhhhh!
Sorry für die Dame mit dem Arm, die hatte sehr viel Spaß.

WIR WAREN BEI SYSTEM OF A DOWN.

Was für ein Erlebnis, wirklich, seit 20 Jahren will ich die live sehen und ES WAR ABSOLUT GROẞARTIG, ich habe keine Worte so richtig. Musikalisch gut, Sound gut, was für eine Maschine ist bitte der Drummer? Serj Tankian singt den ganzen 25 Jahre alten Kram als wäre er nicht fast 60, der Bassist macht ein paar Kilometer im Laufe des Konzerts auf der Bühne und hat einen sehr schicken Bass. Und das Publikum kann jeden Text. Ich meine, gut, wenn man das herbeiführen will, muss man bloß ein paar Kultalben rausbringen und dann 20 Jahre keins und dann auf Tour gehen.

Wir haben getanzt und gebangt und gesungen und gegrölt und ich hab kurz bisschen geheult weil’s so schön war. Geschwitzt haben wir auch. Herr Rabe und ich wurden sogar angeranzt, wir mögen uns auf den Rentnerplätzen doch bitte wieder hinsetzen und der Dame hinter uns nicht mehr die Sicht versperren, was wir kurz befolgten, aber dann haben sie Toxicity gespielt, was soll man machen.

Das war gestern.

(Spannend auch, dann mit 60.000 Leuten wie die Lemminge zur T-bana zu latschen…)

Michel war also dann das erste Mal ganz alleine über Nacht zu Hause. Er hat vermutlich sehr viel Computer gespielt und Eistee und Cola getrunken und Schrottzeug gegessen, also der Traum eines Dreizehnjährigen.

Herr Rabe hat dann noch Fußball geguckt, das habe ich nicht durchgehalten und bin weggepennt.

Das war auch gut, weil ich heute dann den ganzen Tag Webinar hatte. Und es war tatsächlich wichtig. Da ging er hin, der entspannte Tag mit Herrn Rabe in Stockholm.

Es war trotzdem schön. Nur halt schön mit Stöpseln im Ohr und Handy in der Hand und gelegentlich (also… bei jeder Gelegenheit) den Computer rausholend. Das Webinar war recht interessant und wir sind viel rumgelaufen durch die schönste Stadt der Welt.

Fun fact: da hatte ich mich versehentlich unmuted und *alle* haben mich lachen hören, plus den Lärm vom Stortorget. Es ging nur vielleicht drei Sekunden, aber es wird mich auf ewig verfolgen. Da versucht man einmal, Professionalität zu heucheln…

Nur Shoppen für Herrn Rabe hat nicht geklappt, er hat einfach nichts gefunden, was gefallen und gepasst hat.

Tag 3962 – 3964 – Mehr Sommer.

Sonntag waren wir zum Geburtstagsgrillen bei den Ex-Nachbarn eingeladen, jenen Ex-Nachbarn, die vor uns umgezogen sind (in eine riesige Blockhütte in traditioneller Bauart, wäre nicht meins, hat aber auch seinen Charme). Das war wirklich nett, wir haben die ganze Zeit draußen gesessen und geschnackt und Dank aus Deutschland importierter LSF 50 Sonnencreme von dm haben wir uns auch trotzdem nicht in Hummer verwandelt. Es gab Unmengen zu essen (die ex-Nachbarin ist gebürtige Polin, die hat ein ganz anderes Verhältnis zu Gastfreundschaft als die meisten Norwegys) und generell war es mal wieder sehr schön, mit anderen Erwachsenen zu reden, mit denen man nicht zusammen arbeitet.

Danach war ich aber so platt, dass ich die geplante Abholung eines Draußen-Sofas, das ich bei Finn gefunden hatte, verschieben musste. Das habe ich dann gestern gemacht und der vermutlich nettesten Frau der Welt diese Sitzgruppe abgekauft:

Unter dem Kissen auf dem Hocker ist eine Glasplatte, wenn man das Kissen runternimmt, hat man also einen richtigen Tisch.

Ich weiß noch nicht, ob wir die noch mal anders anordnen, mal gucken. Aber ich bin erst mal sehr zufrieden, dass unsere Terrasse immer mehr benutzbar wird. Bisher war sie hauptsächlich Fahrradparkplatz.

Es war auch wirklich schön, dass ein Freund von uns mit Auto und Anhänger ausgeholfen hat, und wir im Auto ein bisschen schnacken konnten. Wie gesagt, Gespräche mit Erwachsenen. Wichtig.

Heute war hingegen hauptsächlich Arbeit. Morgens habe ich Pippi und ihre Freundin, die hier übernachtet hatte, zum Dance Camp gefahren, und hatte schon um 9 den Kaffe auf, weil momentan ÜBERALL Baustellen sind und man wegen Baustellenampeln und Umfahrungen und allem eigentlich für jeden Pupselweg 10 Minuten extra einplanen muss. Und dann haben die Kinder morgens auch noch für alles von Uno spielen bis Haare machen unendlich viel Zeit und wundern sich dann aber darüber, dass wir zu spät kommen. Orr.

Tag 3955 – Putzeputz…

Uaaaaaggghhh ich hasse putzen. Ich versuche, den Putzhass im echten Leben nicht ganz so raushängen zu lassen, damit ich den Kindern nicht ein allzu grausames Bild dieser nun mal notwendigen Tätigkeit vermittle, aber ey, das ist so ätzend. Hier kann ich es ja schreiben. Soweit ich weiß, lesen die Kinder nicht mit. Ich habe gerne eine saubere Wohnung, mich pissen die Wollmäuse, die unablässig überall entstehen, und die Haare und die Krümel und die klebrigen Flecken überall kolossal an, Ich frage mich wirklich, ob es wohl zur Benutzung anregen würde, wenn ich rot blinkende und aggressiv hupende Klobürsten anschaffen würde und möchte den Kindern gerne (allen beiden) Haarspülung wegnehmen, weil die so nen ekligen Schmier im Duschabfluss hinterlässt, all das. Ich putze ja auch, ich lebe nicht im Dreck. Ich zwinge auch den Rest der Familie dazu, ebenfalls zu putzen. Aber es ist und bleibt für mich eine Tätigkeit, die in der Rangliste beliebter Haushaltsaufgaben sogar noch hinter Bügeln rangiert.

Falls die Kinder doch mitlesen: wie ihr seht, mache ich das auch nicht gerne, aber es muss eben wer machen. Und wisst ihr, was schlimmer ist, als putzen? Putzen, während der Rest der Familie NICHT PUTZT. Also schwingt die Hufe. Und zum Thema Spülung; weniger ist mehr. Und man kann auch den Duschabfluss mal sauber machen. Übrigens.

___

On another Note habe ich Michel gestern zur Konfirmation angemeldet. Michel wird nämlich nächstes Jahr schon 15, was komplett wild ist und eigentlich nicht sein kann, weil der ja quasi noch ein Baby ist. In Norwegen werden alle Jugendlichen in dem Jahr, in dem sie 15 werden, konfirmiert. Michel hat sich überlegt, dass er das gerne möchte (wir hatten angeboten, dass er auch einfach so eine Feier und Geschenke haben kann, ohne Zeremonie, wenn er das lieber möchte), aber nicht christlich, sondern humanistisch. Also habe ich ihn zu einem humanistischen Konfirmationskurs angemeldet und drüber nachgedacht, dass das Baby schon so groß ist. Wo ist bloß die Zeit geblieben.

Hier ein Foto des entzückenden Babies, mit 13 Jahren Verzögerung dürfte es ja ok sein, das zu posten.

Tag 3935 und 3936 – Letzter Feiertag…

Pfingstmontag ist hier der letzte Feiertag bis Weihnachten. Gemein. Das sind fast 30 5-Tage-Arbeitswochen! (Ok, dazwischen sind Ferien, und dann noch mal Ferien…)

Herr Rabe kam gestern wieder, wir haben kurz abgeklatscht und dann bin ich mit Pippi zum Schwimmen gefahren, das hatte ich ihr versprochen. Ich hab dann einen Kilometer Brustschwimmen gemacht und dabei einiges an überschüssiger Energie verballert und Pippi hat ihr Ding gemacht und war damit sehr zufrieden. Ich war dann noch 15 Minuten in der Sauna und habe dann festgestellt, dass ich jetzt erwachsen genug fürs Tauchbecken bin. Zwar nur für eine gefühlte Millisekunde, aber ich war komplett drin und mit dem Kopf unter Wasser. Ich glaube, die Medikamente gegen zyklusbedingte Laune (die ich testweise mal durchnehme, um zu gucken, ob das das schwarze Loch nach dem Eisprung abfedert) heben meine Körpertemperatur, mir ist dauernd warm und ich schwitze noch schneller als eh schon. Deshalb Tauchbecken.

Pippi war dann sehr zufrieden und ich war immerhin zufriedener als vorher.

Nachmittags etwas Garten, essen, Geige, Bett.

Nachdem ich schon von Sonntag auf Montag grottig geschlafen habe, war es von Montag auf Dienstag kein Stück besser. Zusammengenommen komme ich vielleicht auf 9 Stunden… und jetzt bin ich wieder wach. Ätzend, sowas.

Ich habe heute trotzdem tapfer drei Stunden lang ein Webinar gehalten und das ging überraschend glatt. Ich bin zufrieden mit mir. Auch wenn ich danach etwas heiser war, weil ich überhaupt nicht mehr gewohnt bin, drei Stunden am Stück zu reden. Uffz Uffz Uffz.

Danach aber nur Pudding im Kopf.

Michel ist vorübergehend ausgezogen, der musste gestern schon unbedingt seinem besten Freund mit Mathe helfen, weil sie heute Klassenarbeit hatten, und ist dann einfach da geblieben. Wir gönnen es ihm, aus vielen Gründen sind wir bei ihm recht flexibel, wenn es um sowas geht. Außerdem freut mich sehr, dass er aus der Phase „ich kann kein Mathe“* (die sich, mit Verlaub, die ehemalige Klassenlehrerin zu 95% auf die eigene Rechnung schreiben kann) raus ist und sich zutraut, seinem Freund zu helfen.

___

*und mehr, schlimmere Dinge, die er sich selbst gesagt hat. Ich werde im Nachhinein immer noch wütend, wenn ich daran denke.

Tag 3933 – Wieder in der richtigen Zeitzone.

Die Heimreise begann sehr sehr früh, und der Flughafen war schlimm (alles voller amerikanischer Rentner-Touristen, da werde ich generell schnell ungeduldig, wenn Leute so langsam und erratisch gehen, ja, das ist mein Problem und nicht deren Schuld, die sind halt alt) aber die Reise an sich dann unspektakulär. Jetzt bin ich wieder zu Hause und neben mir im Bett schnorchelt Pippi. Herr Rabe ist nämlich bis Montag mit seinen Papa-Freunden unterwegs (senden Sie ruhig warme Gedanken an seine und die Lebern der anderen Teilnehmer). Pippi hat einfach die Seite gewechselt, die letzte Woche hat sie meinen Platz im großen Bett gehabt und jetzt eben Herrn Rabes.

Hach ja. Zu Hause ist es ja doch am schönsten.

Tag 3903 und 3904 – Generalprobengurkerei.

Beide Generalproben sind geschafft. Morgen tanzen sowohl Pippi als auch ich (ich nur einmal, Pippi zweimal) und da hatten wir gestern Generalprobe. Sonntag tanzt nur Pippi, aber ebenfalls beide Vorstellungen, und hatte heute Generalprobe. Heute war das mit ihren beiden Freundinnen und HERRJE die drei sind lebendig im Auto. Drei durcheinander quatschende Mädels und eins davon macht alle anderthalb Minuten ein neues Lied im Auto an. Meine armen Ohren, mein armes Nervenkostüm, arme ich generell. Mimimi. Gestern war das entspannter, nur mit Pippi. Morgen fahre ich auch nur mit Pippi. Sonntag nehmen wir maximal die ruhigste aus dem Gespann mit.

Und dann, wenn wir so 4 bis 6 mal hin- und hergefahren sind, ist das Tanzsemester erst mal vorbei.

Herr Rabe ist nicht da, und da liegt es sehr nahe, dass Pippi sich zu mir ins Bett gemurcht hat. Jetzt schnauft sie da gemütlich rum, und das macht, dass mir die Augen zufallen. Hach ja, die kleine Zwergmaus ist manchmal doch noch ganz schön klein eigentlich.