Tag 666 – Heute ist das Ende aller Tage!

Eigentlich war ich grade drauf und dran Ihnen zu gestehen, dass ich grad einen kleinen Bloghänger habe, aber in Verbindung mit dem Titel könnte das zu der irrigen Annahme führen, dass ich gar nicht mehr bloggen mag. Dem ist nämlich selbstverständlich nicht so! Ich habe nur im Moment das Gefühl, nichts Spannendes zu erzählen zu haben. Heute so: Arbeit (Todbringende Langeweile, DNA und RNA aus 68 Proben isoliert, aka. Gerenne zwischen 2 Zentrifugen, elendiges Gefummel mit den Spin-Columns, die ganze Zeit den Geruch vom Mercaptoethanol in der Nase, sechs. Stunden. Lang.), Sonnenschein, schröckliche Blasen an meinen Füßen. Dreckige und glückliche Kinder, die im Moment täglich mit allerlei wilden Storys aus dem Kindergarten kommen („Mama? Die haben alle ihre Scheiden* gezeigt. Das wollte ich nicht sehen. Da bin ich weggegangen.“). Ein Eis in der Pause und immernoch Lammkeulenreste, aber so Lammkeule (generell fast alles. Auf jeden Fall alles an Fleisch. Kalter Braten ist das geilste. Ich esse aber wirklich fast alles auch kalt gerne) kann man ja auch super einfach so kalt essen und gebraten im Kühlschrank hält die sich auch ne Weile. 

Aber jetzt schwafle ich ja auch nur rum und da sind wir wieder beim Ausgangspunkt: nix zu erzählen. 

Dabei hätte man den Titel super ausschlachten können. 

Passender Weise lese ich gerade** dieses Buch:


Tom Egeland ist der Dan Brown Norwegens, die Bücher sind alle so „biblische Archäologen-Krimis“, spannend, ja, aber jetzt nichts, wo ich sagen würde, absolut jede*r muss das gelesen haben. Da gäb’s eh nur ein Buch von dem ich das sagen würde und das ist *trommelwirbel*: ‚Im Westen nichts Neues‘ von Erich Maria Remarque.  Jedenfalls geht’s in Lucifers Evangelium nicht direkt um ein von Lucifer geschriebenes Evangelium, sondern um eine lang verschollene, Alttestamentarische Apokryphe über den gefallenen Engel Lucifer und natürlich gehen Leute über Leichen, um dieses Dokument in die Finger zu kriegen und vor allem die unfassbare Bedrohung für das Christentum, wenn bekannt würde, dass… auszuräumen. Wie gesagt, ein okayes Buch. Kurzweilig, aber nicht so spannend, dass es mich vom Schlafen abhält. Grade also genau das Richtige. 

Und mit Tageszahlaktuellem Bezug, was will man mehr?

*Auf Norwegisch gibt’s nur ein Kinder-Wort für Geschlechtsteile: Tiss. Übersetzt wäre das sowas wie ein Piller-Teil. An dem Vorfall waren aber diesmal nur Mädchen beteiligt. Das letzte Mal warens nur Jungs. Die kleinen Kinder (also Pippi und Konsorten) zeigen sich gerne gegenseitig ihre Bäuche, das wiederum stelle ich mir ja sehr niedlich vor.

**auch schon ne Weile. Momentan schaffe ich selten mehr als vier, fünf Seiten am Abend, bevor mir die Augen zufallen. 

Tag 642 – Was für eine schöne Zahl.

Ich bin total genervt von allem, deshalb nur kurze Meldung. 

Die Bauarbeiten sind zu ca. 7/8 fertig. Es fehlen nur noch so Kleinigkeiten, wie Latten auf den Löchern die beim Türeneinbau gerissen wurden und irgendwie hat es auch keinen Sinn, für den Warmwasserbereiter extra einen Raum mit Brandschutztür zu bauen, wenn man dann das Stromkabel für selbigen Warmwasserbereiter durch die Tür legt, sodass man diese nicht mehr schließen kann. 


Außerdem ist es überall furchtbar dreckig und der Staub von den Rigipsplatten hat sich in jede Pore der Holzdielen im hinteren Flur gesetzt, sodass man jetzt immer weiße Fußsohlen bekommt, wenn man da lang geht. Trotz Fegens und dann Staubsaugens auf „Saugt Wurmlöcher auf“-Stufe. 

Außerdem Kinderkram, der mich doll orrren lässt, aber dazu eventuell später mal, es geht eh nur indirekt um unsere Kinder. 

Stoff reichte nicht mehr für ein Kleid. 

Und müde. Müde bin ich auch. Sehr. Letzte Nacht um eins war Pippi fast aus dem Bett gefallen (nur der Kopf lag noch auf der Matratze, der Rest auf dem Boden) und da begann eine Nacht in der ich von Bett zu Bett wanderte. Sowas strengt an. 

So, genug genörgelt. Morgen ist ein neuer Tag.

Tag 573 – Zucker macht Spaß.

Ich las, malte und schrieb.

Frau Brüllens Artikel über Zucker regte mich zu diesem hier an. Bei Frau Brüllen haben wir gelernt, dass Bananen, Feigen und co. nicht zuckerfrei sind, und der Kuchen, den ich mit Bananen statt Haushaltszucker backe dementsprechend auch nicht. Warum es trotzdem für den Körper einen Unterschied macht, ob ich einen Apfel, einen Schokoriegel oder eine Scheibe Vollkornbrot esse, versuche ich mal hier zu erklären.

Die drei wichtigsten Einfachzucker

img_5341

Sieht kompliziert aus? Finde ich auch. Ist auch grade völlig wurscht, deshalb habe ich da mal was vorbereitet (ein Hoch auf Pixabay!).

Et voilà!

monosaccaride

Ja, ich bin sehr stolz auf die Milchstraße als Einfall für ein Bild für die Galactose. Und Äpfel haben übrigens nicht nur viel Gesamtzucker, sondern auch ein Fructose/Glucose-Verhältnis von ca. 2:1. Doch dazu später. Wichtig ist, dass wir uns jetzt schon mal merken, dass nur Einfachzucker (und ein wenig Maltose) ins Blut aufgenommen werden können. Unverdaute Mehrfachzucker kommen einfach wieder raus.

Aus diesen Einfachzuckern (Monosacchariden) (und einigen mehr und von denen gibt es auch wieder Unterformen und Stereoisomere und weiß nicht was noch alles, aber das soll uns jetzt mal alles ganz egal sein) sind die wichtigsten Zwei- und Mehrfachzucker, die wir so essenderweise zu uns nehmen, aufgebaut. Ich fange mal mit den Zweifachzuckern (Disacchariden) an.

Die drei wichtigsten Zweifachzucker

disaccharide

Dabei ist es jeweils wichtig, dass die Verbindung zwischen den Einfachzuckern an den richtigen „Ecken“ und in der richtigen Ausrichtung passiert. Grundsätzlich kann man da sagen, dass einige Ecken (die OH-Gruppen im ersten Bild) begünstigter sind, Verbindungen mit anderen Zuckern einzugehen, als andere, bei denen beispielsweise Gruppen „im Weg“ sind. Netterweise sind die Zucker aber auch etwas flexibel und außerdem helfen in der Natur bestimmte Enzyme dabei, die Zucker „zusammenzubauen“. Genauso wie es bestimmte Enzyme gibt, die die Di- und Polysaccharide (dazu auch später) wieder abbauen.

Enzyme: dein Freund und Helfer

Enzyme sind (Ausflug in den Bio-Grundkurs) Proteine, die irgendwas umsetzen. Dabei funktionieren sie wie Katalysatoren, das heißt, das Enzym selbst wird nicht verbraucht. Manche Enyzme brauchen Co-Faktoren um zu funktionieren und die meisten sind hochgradig substratspezifisch, das heißt, sie können nur eine einzige Reaktion an einem einzigen Stoff katalysieren. Das Beste an Enzymen ist aber, dass die katalysierte Reaktion so im Normalfall weniger Energie benötigt oder überhaupt erst in der Zelle möglich gemacht wird. Bleiben wir bei unseren Zuckern: Um die Zwei- oder Mehrfachzucker in ihre Einzelteile zu zerlegen, könnte man die „einfach“ in wässriger Lösung kochen. Dass das im Körper nicht geht, liegt auf der Hand. Deshalb haben wir im Speichel, im Magen und im Darm jede Menge Enzyme, die diese Spaltung der Zucker für uns erledigen. Hier mal dargestellt am Beispiel von Maltase, dem Maltose-abbauenden Enzym:

maltase

Für jeden Zweifachzucker, den ich da oben genannt habe, haben die meisten Menschen  ein Enzym, das ihn in seine Einzelteile spaltet, also

  • Maltose durch Maltase zu zwei Glucosemolekülen
  • Sucrose durch Sucrase (oder Isomaltase) zu Glucose und Fructose
  • Lactose durch Lactase zu Galactose und Glucose

Es gibt zu jeder dieser Reaktionen eine Krankheit, die auftritt, wenn das entsprechende Enzym nicht (ausreichend) gebildet wird (wie die Lactase bei der „berühmten“ Lactose-Intoleranz) oder nicht funktioniert (manche Sucrose-Intoleranz-Arten)*. Außerdem erwähnte ich ja bereits die Substratspezifität: Die Verbindung muss genau passen, sonst kann das Enzym nicht wirken.

Wenn wir also Obst essen (Sucrose), oder Bier (Maltose) oder Milch trinken (Lactose), werden die Zweifachzucker zu Einfachzuckern gespalten und dann ins Blut aufgenommen. Mehr Zucker (und vor allem solchen, bei dem wir erstmal gar nicht an Zucker denken) nehmen wir aber in Form noch längerer Zuckerketten (Polysacchariden) auf.

Mehrfachzucker und Ballaststoffe

Stärke ist, so Wikipedia, das wichtigste Kohlenhydrat in unserer Nahrung. Stärke ist eine laaaaange Kette aus Glucose-Molekülen, oder, anders gesagt, eine lange Kette aud Maltose (Glucose-Dimeren). Auch für Stärke (Amylose) haben wir abbauende Enzyme (Amylasen), auch und gerade im Speichel, weshalb man sein Essen wirklich gut kauen sollte: dann hat der Magen weniger zu tun mit dem Abbau der langkettigen Kohlenhydrate. Kartoffeln zum Beispiel bestehen fast nur aus Stärke und Wasser, Getreide und Hülsenfrüchte enthalten auch viel davon. Also alle „Sattmacher“ (warum die satt machen, dazu später). Außerdem kann man aber am Beispiel der Stärke schön die Ballaststoffe erklären. „Ballaststoffe“ sind für den Menschen unverdauliche Kohlenhydrate, Cellulose ist das Wichtigste davon. Obwohl die Cellulose auch, wie die Stärke, aus verketteten (und verzweigten, die Darstellung hier ist zugegebener Maßen sehr vereinfacht) Glucosemonomeren besteht, können wir sie nicht verdauen, weil wir (im Unterschied zu grasfressenden Tieren zum Beispiel) keine Enzyme haben, die die andere Verknüpfung auflösen können:

amylosecellulose

Und da sind wir endlich (ENDLICH!) beim Thema: Warum es eben doch einen Unterschied macht, ob ich ein Vollkornbrot oder einen Schokoriegel esse. Selbst bei der gleichen Zuckermenge.

Was passiert mit den Kohlehydraten beim Essen?

Nehmen wir als Beispiel wirklich mal eine Scheibe Vollkornbrot, beschmiert mit, hmmmmm, Agavendicksaft. Das Vollkornbrot besteht zu ca. 80 % aus Kohlehydraten, davon ist aber ca. 1/8 Zellulose und andere Ballaststoffe (im Typenmehl ist der Ballaststoffanteil ca. 1/20 der Gesamt-Kohlehydratmenge). Ansonsten sind im Vollkorn noch ein paar Fettsäuren und Mineralien und ein paar Proteine (letztere sind aber auch im gesiebten Mehl, Gluten ist das häufigste). Der Agavendicksaft besteht zu 70% aus Zucker, und zwar zu ca. 50% aus Fructose und zu 20% aus Glucose. Wegen des hohen Fructose-Anteils ist er süßer als Haushaltszucker und flüssig (Fructose ist sehr viel süßer als Glucose, hat einen niedrigeren Schmelzpunkt und nimmt schneller Wasser auf). Die Einfachzucker werden beim Agavendicksaft übrigens durch Erhitzen gewonnen, dabei wird das Polysaccharid Inulin in seine Fructose- und Glucose-Bestandteile zerlegt und der Saft außerdem haltbar gemacht. Esse ich jetzt das Brot passieren zunächst folgende Dinge:

  1. Beim Kauen wird alles mechanisch zerkleinert. Außerdem fangen die ersten Amylasen an, die Stärke im Brot zu kürzeren Ketten zu verarbeiten. Wenn ich lange genug auf dem Brot rumkaue (was ich nie tue, aber Sie ja vielleicht) fängt es sogar ohne den Agavendicksaft an, süßlich zu schmecken, weil genug kurzkettige Glucose-Verbindungen entstanden sind, auf die die Geschmacksnerven reagieren können.
  2. Im Magen angekommen, wird vor allem die Stärke weiter abgebaut. (Und die Proteine, aber die interessieren uns jetzt grade mal nicht.)
  3. Die Ballaststoffe machen erstmal gar nichts, außer durch die Magenbewegungen mit bewegt zu werden, dadurch ein bisschen zur Durchmischung des Mageninhalts beizutragen und den Magen physisch zu füllen, sodass bestimmte Nervenzellen in der Magenwand das Ausschütten bestimmter Hormone anordnen, die wir als „Sättigungsgefühl“ umschreiben können.
  4. Die kurzen Polysaccharide erreichen irgendwann den Dünndarm, wo sie weiter zu Monosacchariden verdaut (s.o. Maltase, Lactase, Sucrase) und resorbiert werden:
  5. Die Glucose und die Fructose aus dem Agavensicksaft werden direkt über Membrantransporter (also tunnelförmige Proteine, die die Zucker erkennen und durch die Zellwand des Magens schleusen) ins Blut befördert. Dasselbe passiert mit den Glucosemonomeren aus der abgebauten Stärke und eventueller Fructose und Glucose aus Sucrose-Abbau.
    1. Die Glucose im Blut führt zur Ausschüttung von Insulin. Dieses wiederum bewirkt eine erhöhte Aufnahme von Glucose in Muskel-, Leber- und Fettzellen, wo es umgebaut und gespeichert (als Fett oder als Glycogen) wird, bis zur weiteren Verwendung als hauptsächlicher Brennstoff für so ziemlich alle Prozesse im Körper. Vor allem das Gehirn ist auf eine konstante Zufuhr von Glucose angewiesen, weshalb die Leber auch in der Lage ist, in Hungerphasen (bei hohem Glucagon- und niedrigem Insulin-Spiegel) wieder Glucose aus Glycogen herzustellen, damit der Blutzucker nie unter einen kritischen Wert fällt.
    2. Gleichzeitig wird durch die Glucose im Blut die Ausschüttung von Glucagon zurückgefahren. Hohe Insulin- und niedrige Glucagonspiegel tragen außerdem zum Sättigungsgefühl bei.
    3. Die Fructose hingegen führt nicht zur Ausschüttung von Insulin oder Hemmung der Glucagon-Ausschüttung. Überhaupt kann der Körper wenig mit Fructose anfangen, das meiste landet in der Leber. Da wird ein Teil (max. 50%) zu Glucose umgebaut, ein Teil (ca. 25%) zu Lactat (das könnte theoretisch das Gehirn verwenden, aber nur, wenn es direkt im Gehirn aus Glucose gewonnen wird (1)), ein Teil (15%-18%) zu Glycogen, < 1% zu Triglyceriden und aus dem Rest wird vermutlich Fett (2). Lange dachte man wegen der fehlenden Insulin-Antwort, dass Fructose die ideale Alternative zu Glucose oder Sucrose sei, weil sie dann ja quasi nicht dick machen könne, das Insulin ist schließlich nötig um Zucker in Fett umzubauen. Inzwischen gibt es aber sehr viele Hinweise darauf, dass das so nicht stimmt. Fructose wurde in den letzten Jahren mit so ziemlich allen Zivilisationskrankheiten (Typ II Diabetes, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Krankheiten, …) assoziiert, genauso wie Glucose eben auch. Und Sucrose eh. Möglicherweise liegt es daran, dass Fructose eben fast immer gepaart mit Glucose daherkommt und die durch Glucose angestoßenen Stoffwechselprozesse quasi als Trittbrettfahrer noch verstärkt, aber das weiß man alles noch nicht so genau. „More studies are necessary…“
  6. Alles was nicht im Dünndarm aus der Nahrung herausgefiltert wird, landet im Dickdarm. Da wird alles weiter kräftig verdaut, es wird Wasser entzogen und die Darmflora ergötzt sich an den Ballaststoffen, kaut hier mal ein Glucosemolekül ab und da… Überhaupt schlägt im Dickdarm die große Stunde der Ballaststoffe: sie bilden quasi die Grundmasse des Stuhls und sorgen für eine gesunde Konsistenz des Ganzen. Zuviel Fructose ist übrigens auch hier wieder nicht gut: weil sie so viel Wasser bindet kann sie den Stuhl zu weich machen und außerdem mögen ein paar der Darmbakterien sehr gerne Fructose, machen daraus aber Ethanol und Gas. Das Gas muss irgendwie raus, damit macht sich Mensch dann unter Umständen nicht so viele Freunde. Derselbe Effekt tritt bei Menschen mit Lactoseintoleranz auf, wenn zu viel Lactose für die hungrigen Bakterien zur Verfügung steht.
  7. Wie Michel sagen würde: „Ich muss immer immer immer aufs Klo! Orrrrr!!!“

Fazit? Nö.

Ich bin keine Ernährungsberaterin. Diesen Artikel schrieb ich mit einer großen Portion Studienwissen und der unschätzbaren Hilfe von Wikipedia. Ich mag Nutella und Honig und Rübenkraut und Weißmehl. Ich kaufe Vollkornnudeln und Vollkornknäckebrot und Vollkornbrot, wenn ich mal Brot kaufe. Wir essen viel Gemüse, Michel nicht so, aber tjanun. Ich mag auch Smoothies. Und Trockenobst! Und Schokolade. Mein Fazit wäre vielleicht am ehesten: glauben sie nix, was ihnen irgendwer als allein selig machend verkaufen will. Der Körper ist komplex. Manches weiß man, manches sagt einem der gesunde Menschenverstand, manches würde die Evolution vielleicht in ein paar hundert Jahren einfach ausbügeln, vieles weiß man nicht. Wenn Sie den Teelöffel Zucker im Tee durch Agavendicksaft ersetzen, wissen Sie jetzt, dass das wenig Sinn macht. Wenn Sie die Limo zum Abendbrot ab jetzt durch einen Apfel ersetzen, hat der vielleicht nominell genauso viel Zucker, aber eben noch tausendundeinen anderen Bestandteil, den die Limo nicht hat – gute und schlechte.

Und seien Sie nett zu ihrer Darmflora.

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  • Überhaupt wollen Sie gar nicht wissen, wie komplex und vor allem fehleranfällig schon eine einzelne Zelle ist. Ich wüsste das auch am liebsten nicht.

 

Quellen (außer Wikipedia):

(1) L.H. Bergersen, „Is lactate food for neurons? Comparison of monocarboxylate transporter subtypes in brain and muscle“, Neuroscience 145, 2007

(2) L. Tappy, K.A. Lê, „Metabolic Effects of Fructose and the Worldwide Increase in Obesity“,

Tag 552 – 12von12 im Februar ’17

Heute ist der 12. und so will es das Gesetz: da werden 12 Bilder gemacht und beim Kännchen-Blog in die 12-Bilder-Sammlung geworfen. 

Es ist Muttertag in Norwegen. Michel hat mir extra eine Karte gebastelt. Morgens.


Frühstück, vom Mann gemacht.


Nach dem Frühstück sahen wir die Sendung mit der Maus. Erst machten die Kinder aber noch ein bisschen Quatsch. 


Michel und ich backten im Anschluss Kanelbullar, in den Teiggehzeiten las ich ihm Bücher vor und wir räumten ein bisschen. Pippi war da schon wieder müde und Herr Rabe legte sich mit ihr hin. 

Das Rezept ist aus meinen fast 10 Uahre alten Schwedischkursmaterialien. Das war ein Hörverständnis-Lückentext. Die Zahlen 8, 18 und 80 sind schwer auseinanderzuhalten und damals konnte ich noch nicht so gut backen.


Hier das Rezept, korrigiert und ergänzt. 

Für den Teig:

  • 100 g Butter oder Margarine in einem Topf schmelzen
  • Dazu 400 mL kalte Milch geben –> Temperatur sollte jetzt lauwarm sein
  • Einen 42 g-Würfel Hefe darin auflösen
  • –> Mit ca. 80 mL (ja, mL) Zucker, 
  • einer sehr guten Prise Salz
  • einer guten Prise Zimt und
  • Ca 700 g Mehl zu einem Teig kneten. (Ich lasse das so 5 Minuten in der Knetmaschine rödeln. Gut ist, wenn sich der Teig dann selbst vollständig vom Schüsselrand löst, aber nicht gummiartig ist. Manchmal braucht es noch einen Esslöffel Mehl mehr dazu.)
  • 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. 

Die Füllung vorbereiten:

  • 100 g sehr weiche Butter (oder Margarine) mit
  • 0,5 Esslöffeln Kardamom,
  • 2,5 Esslöffeln Zimt,
  • 1 Esslöffel Vanillezucker und
  • 3 Esslöffeln Zucker vermanschen. Ich nehme Esslöffel ohne Berg. Das reicht dicke. Und jetzt wissen Sie dann auch, wieso Zimt hier in 200 g-Eimern verkauft wird.

Den Teig nach der Gehzeit ausrollen, wenn sie Platz haben, machen sie einfach ein Stück, dieses „Teig in sowienoch viele Teile teilen“ ist doch Quatsch. Wichtig ist, dass Sie dünn ausrollen (maximal 1 cm) und ein Rechteck herausbekommen. Das Rechteck dann mit der Buttermasse bestreichen, von der langen Seite her aufrollen und in Scheiben schneiden. Vielleicht so 1,5 cm dick. Wir hatten aus dem Rezept 25 Bullar heute. 

Zwei Schälchen vorbereiten: eins mit verquirlem Ei, eins mit Hagelzucker. Die Scheiben mit einer flachen Seite erst ins Ei, dann in den Zucker dippen. In Bolle-Förmchen legen (gibt’s bei IKEA) und nochmal ca. 30 Minuten unter einem Tuch gehen lassen. In der Zeit den Backofen vorheizen: auf die höchste Temperatur, die die Förmchen abkönnen (hier: 220 Grad). Die Bullar irgendwo grob in der Mitte des Ofens ca. 8 Minuten backen. Lauwarm essen und den Rest einfrieren. 

Fertig!

Ein wichtiges schwedisches Wort: Fika. Kaffeepause. Kann man ca. 4 mal am Tag machen.


Pippi geht es nicht gut, sie hat Fieber. Außerdem muss ich noch Brot backen. Wir planen um und machen einen sehr ruhigen Drinnen-Nachmittag mit Büchern und Perlen. 

Rumpetroll. Po-Troll. So heißen Kaulquappen auf Norwegisch. (In Bielefeld heißen die übrigens Pillepoppen. Auch nicht besser.)


Bügelperlen-Kunst. Morgen muss ich los und neue Perlen besorgen.


Nach dem Bügeln backe ich und räume in der Küche die Spuren der Kanelbullar und der Brote weg. Michel spielt „Dinoball“ mit Herrn Rabe und Pippi (die nach einem Paracetamolzäpfchen quietschvergnügt ist), ein Spiel, das im Wesentlichen daraus zu bestehen scheint, sich möglichst geräuschintensiv kunstvoll auf den Boden zu werfen. Kochen fällt heute aus, weil ich gestern viel zu viel Bolognesesoße gekocht habe. Ich koche also nur neue Nudeln dazu. Wegen eines Vortrags bei dem Biochemiker-Treffen haben wir beschlossen, wieder mehr Vollkorn zu essen, damit unsere Darmbakterien sich wohl fühlen. Vollkornnudeln sind so lala. 

Aber lecker. Auch mit Vollkorn.


Wenn Pippi gegessen hat, sieht es meistens so oder ähnlich aus. Das nervt mich. Ich finde es tatsächlich würdelos, auf allen Vieren unter dem Tisch rumzukriechen und Essen aufzuwischen. (Deshalb macht das heute Herr Rabe.)


Nach dem Essen und Säubern des Fußbodens ist es Bettzeit für die Kinder. Ich bringe Michel ins Bett, rödele noch ein bisschen herum und dann lese ich die letzten 15 Seiten des ersten Bandes der Hunger Games. Sehr spannend ist das. 


Aus Ermangelung eines tolleren Motives für das letzte Bild fotografiere ich die von Herrn Rabe vorbereiteten Dinge für morgen früh. 


Und jetzt aber schnell ins Bett 🙂

Tag 500.1 – Der Post von eben…

… man hätte es so auch für Kunst halten können. Also, das eben. In Wirklichkeit war es Zappelpippi mit ihren Patschefingerchen, die einfach mal mittendrin den „Veröffentlichen“-Button erwischte. Also, wenn der Post in Ihrem Feedreader bei Punkt drei aufhört: das soll nicht so. Jetzt müsste es aber komplett sein. 

Tag 500 – Worst greatest day. 

Ich habe mir vorgenommen, mich heute ganz auf das zu fokussieren, was gut war. Was ich gemacht und geschafft habe. Hilft ja eh nix, sich in den Schlechtigkeiten zu suhlen und sich alles nochmal reinzureiben, was kacke gelaufen ist und was man nicht geschafft hat  und das war heute einfach mal ein echt großer Haufen . Zumal ja morgen ganz bestimmt slles schon viel besser aussieht wenn dieses Drecksver*piiieeeeeep* PMS wieder weg ist .
Nun denn. Was ich heute geschafft habe.

  1. Ich bin aufgestanden. Sie lachen. das war sehr hart.
  2. Ich habe nur kurz im Badezimmer rumgeheult weil die Küche aussah wie Sau. Es fielen Phrasen wie „Immer alles selber…“
  3. Ich habe die Kinder fast ganz ohne Geschrei in den Kindergarten bekommen. 
  4. Dann habe ich fast ganz alles, was wir über die Feiertage brauchen, eingekauft und dabei sogar den Kindern Geschenke besorgt.  Als hätten die nicht genug Zeug. Außerdem werde ich mich dafür noch gebührend hassen, weil Bügelperlen und ne Trommel fürs Dauerdengelkind, geht’s noch?!?
  5. Ich habe total spontan der dauernden Sehnsüchtelei ein Ende bereitet und einen Staubsaugerroboter gekauft, völlig ohne vorher das Internet dazu durchzulesen und Exceltabellen zu erstellen und achtzehnmal hin und her zu überlegen, um am Ende dann doch den zu kaufen, den ich von Anfang an gut fand. 
  6. Dann hab ich den ganzen Rotz die Treppe hochgeschleppt und gleich verräumt. 
  7. Ich hab die Kassiererin im Supermarkt, die meine bezahlten Waren durch das dauernde Weiterlaufenlassen des Bandes zermanschte, nicht umgebracht Erfolg des Tages!
  8. Dann hab ich gesaugt UND GEWISCHT! ENDLICH GEWISCHT!  Und ich hab auch nur ein bisschen geflucht dabei und mir nur dreihundert mal unrealistischer Weise geschworen, das in Zukunft öfter zu machen.
  9. Ich habe ein Päckchen gepackt und zur Post gebracht es wird zwar vermutlich erst nächstes Jahr ankommen, aber tjanun.
  10. Ich habe den Nachmittag überstanden  fast ohne die Kinder anzubrüllen. Und dabei Essen gekocht  das ich dann alleine im Schlafzimmer gegessen habe, weil es sich alleine so viel schöner selbsthasst.
  11. Ich habe mir meine Fingernägel geschnitten und gefeilt.
  12. Michel weiß jetzt, wie die Babys aus dem Bauch rauskommen. Und ich glaube, er wird keine Albträume davon bekommen.  „Und als ich aus dein Bauch rausekommen war, ich so Blut am Kopf ehabt. Warum?“ Versuchen Sie mal, nen Dammschnitt 3. Grades Kindgerecht zu erklären!
  13. Brötchenteig ist angesetzt.
  14. Der Rotkohl ist geschnippelt und zieht schon mal in ZuckerZitronensaftEssig ok, das war Herr Rabe, und Apfel habe ich auch zu kaufen vergessen, aber TJANUN .
  15. Ich habe die schlechte Laune sinnvoll genutzt und mal bei den Konferenzmenschen in Kalifornien gar nicht mal so dezent nachgehakt, ob ich denn jetzt kommen darf oder nicht.
  16. Ich habe diesen Blogpost geschrieben und nur einmal hat Pippi frühzeitig auf Veröffentlichen geklickt und ich hab sie dafür auch nur ganz kurz angeranzt

Sie sehen, ich bin total supi dupi erfolgreich gewesen heute.  Und quasi ein Sonnenschein sondergleichen.