Tag 2211 – Buh!

Wir haben heute ein neues Passfoto von Pippi machen lassen und sie sieht darauf aus wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Aber hilft ja alles nix, Freitag ist der Termin bei der Botschaft für ihren neuen Kinderreisepass. Ich bin gespannt, ob sie den dann auch unterschreiben muss, wie Michel (der hatte da immerhin die erste Klasse schon hinter sich, aber Pippi bekam ihren ersten Pass ja mit drei Wochen, der läuft jetzt also ab). Es ist auch an der Zeit, das halslose, blauäugige Minibaby gegen das ziemlich große Kind einzutauschen, das Pippi geworden ist. Genau wie Michel geht die Tendenz immer mehr zu Spargel und mit dem Schulranzen auf sieht sie von hinten aus wie ein Rucksack mit blondem Schopf und Stöckchenbeinen. Heute hab ich sie vom Hort abgeholt und sie wollte am liebsten gar nicht nach Hause, sondern weiter mit ihren neuen Freundinnen spielen. So muss das.

(Trotzdem hab ich gestern eine etwas pissige Nachricht an die Schule geschrieben, denn die einzige (!) Info, die wir überhaupt bisher über den Schulanfang hatten, nämlich in welche Klasse Pippi kommen soll und welche Lehrerin sie bekommt, stellte sich nun nach den Ferien als falsch heraus. Das ist geändert worden, ohne die Eltern zu informieren, man muss in das Schulportal gehen, um das zu sehen. Als Mutter, eines Kindes, das keine Überraschungen mag (nicht das betreffende Kind, aber trotzdem!) und die auch selbst keine Überraschungen mag, finde ich sowas nicht erbaulich. Und wer nicht Bescheid sagt, der ändert auch nichts, ne? Meckerlise for life.)

Ein zusammenhangloser Hinweis: angebrochene, sterile Medikamente (z.B. Injektionspräparate) bitte sofort anwenden und eventuelle Reste entsorgen. Nicht aufbewahren und erst recht nicht umfüllen, es sei denn, Sie tun das in einem Klasse A Isolator und füllen es in ein steriles Gefäß, dann können wir darüber reden. Sterilität ist nicht mehr garantiert, wenn ein Medikament angebrochen ist, es sei denn, die Verpackung ist dafür gemacht und validiert (zum Beispiel Mehrdosisbehälter mit Septum, wie sie beispielsweise für Impfstoffe verwendet werden). Das steht dann drauf, manchmal auch wie oft durchstechen das Septum aushält und gegebenenfalls mit welcher Nadelstärke. Unsterile Medikamente injizieren ist nicht cool.

Tag 2206 – Uuuuuufffffff.

Ich gehe nie wieder einen Schritt.

Dieses Mal Freizeitpark ist wesentlich anstrengender als das letzte, keine Ahnung warum.

Hier ein Suchbild mit Löwe:

Ich muss sagen, für einen Tierpark (!) ist das hier wirklich ok, die Tiere haben alle sehr, sehr viel Platz vor allem die, die auch sehr viel Platz brauchen, und das führt halt dazu, dass man die meisten Tiere nicht sieht.

Wettermäßig heute leider eher scheiße, launemäßig hatten wir ein Kind, das dauernd vorrannte und ein Kind, das wir dauernd antreiben mussten und zwei Eltern sind jetzt sehr sehr müde und heiser vom ständigen rufen.

Was ich mir auch lieber gar nicht erst vorstellen will: wie voll der Park sein muss, wenn sie die Besucherzahl nicht begrenzen.

Morgen noch mal, mit laut Vorhersage besserem Wetter und Fokus eher auf Freizeit- als auf Tierpark.

Protipp für Eltern: wenn man mehrere Kinder hat, die NIEMALS irgendwelche Glücksspiele machen lassen. Wenn ein Kind gewinnt und ein anderes nicht, haben sie den Super-GAU.

Tag 2205 – Grüße vom Campingplatz.

Das Puzzleteil ist wieder aufgetaucht, es war in Michels Hosentasche, aus welchen Gründen auch immer.

Es ist ja aber typisch, dass ich in den Ferien ausgerechnet eine Nacht durchmache, wo ich am nächsten Tag nicht einfach bis ewig schlafen kann, sondern an dem wir eigentlich um 11 Uhr aufbrechen wollten, um 4,5 Stunden plus Laden nach Kristiansand zu fahren. Naja, aus 11 Uhr wurde aus diversen Gründen (unter anderem damit ich wenigstens so 4 Stunden geschlafen hatte) 14 Uhr und dann war auch noch Stau, aber jetzt haben wir unsere Planwagenähnliche Hütte bezogen, ein Würstchenabendessen abgehalten, die Sanitäranlagen inspiziert und jetzt schlafen die zwei völlig überdrehten Rübennasen hoffentlich gleich mal (und ich auch).

Die zwei haben sich dauernd in den Haaren, wenn die so weitermachen, könnte es gut sein, dass wir sie im Tierpark einfach irgendwo vergessen, bei den Erdmännchen oder so, hups, über die Mauer gefallen, gar nicht gemerkt.

Ich habe gestern das Pflaster gewechselt, todesmutig, weil es halt eh nur noch in der Mitte hielt. Hab mir das ganze beschaut, ja, auch Fotos gemacht, die sind auch nicht schlimm, aber manche Leute wollen frische OP-Narben vielleicht trotzdem nicht ungefragt sehen. Es sieht super aus, alles ist schön geschlossen, kein Faden ist zu sehen, es ist nicht sonderlich wülstig, und nachdem ich mit viel Geduld und viel Reinigungsöl gaaaaaaaanz vorsichtig die Pflasterreste entfernt hatte, auch nicht mehr verfärbt (diese durchsichtigen Film-Pflaster die man im Krankenhaus manchmal kriegt, werden irgendwann gelb, weiß ich jetzt, und die Haut darunter sieht auch gelb aus, das war bei mir aber nur Schmodder von abgestorbenen Hautschüppchen plus Pflasterkleber). Das, was für einen dezenten Frankensteineffekt gesorgt hatte, war wirklich nur getrocknetes Blut vom Nähen gewesen, und jetzt, mit neuem Tape drauf, sieht es so aus:

(Ja, asymmetrisch, das stört mich mehr als Sie, das können Sie mir glauben.)

Von den Einstichstellen für die Stimmbandnervstimulation sieht man schon gar nichts mehr.

Außerdem hab ich mich gestern gefreut, dass auch Musiker, die auf einem ganz anderen Level operieren als ich, mit Tonarten mit vielen Kreuzen oder bs kämpfen und fluchen. Achtung, Bratschenwitze, 40 Stunden am Tag.

Tag 2196 – Freiheiiiit!

Pippi und Herr Rabe zelten heute im Garten, das hat sich Pippi so gewünscht, beziehungsweise wollte eigentlich nur die im Garten zelten, fand das aber dann doch alleine viel zu gruselig (Michel sagte gleich rundweg nein), also erklärte sich Herr Rabe bereit. Das heißt, solange Michel in seinem Bett bleibt, habe ich das große Bett ganz für mich allein! Ich liege auch schon quer drin. [Disclaimer: ich liebe Herrn Rabe sehr und schlafe auch ausgesprochen gerne mit ihm in einem Bett, aber alleine schlafen ist manchmal einfach so, so gut!]

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Michel und ich haben heute einen Ausflug gemacht, Geburtstagsgeschenke für Pippi kaufen. Für Michel war es gut, weil der ein bisschen Abstand von seinem manchmal etwas sehr energischen Freund brauchte und für mich war es gut, weil der Punkt „Geschenke besorgen“ jetzt erledigt ist und mich nicht mehr stresst. Es war ein richtig netter kleiner Ausflug, bei dem ich viel über mein großes Kind erfahren habe. Der ist schon sehr wohlgeraten, muss ich sagen, und in diesem kleinen Kopf stecken viele kluge und erstaunlich reife Gedanken… und unglaublich viel Faktenwissen über alles mögliche, das manchmal einfach wahllos aus ihm rausblubbert.

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Der Ausflug ging kräftemäßig ganz gut, es scheint doch, als ginge es wirklich aufwärts. Ohne Paracetamol ins Bett war aber ne blöde Idee. Heute habe ich Geige gespielt, ich hatte ein bisschen Schiss, dass die am Hals drückt, aber das tut sie nicht, beziehungsweise weiter an der Seite, genau neben dem Pflaster (und auch da hinterlässt nur die Zwinge der Kinnstütze eine kleine Druckstelle am Schlüsselbein). Uff, da kann ich mir ja wenigstens die Zeit mit einer weiteren Aktivität vertreiben. Bei Kreislauf kann ich ja auch im Sitzen spielen, aber auch der war heute schon viel zuverlässiger als gestern noch.

Tag 2188 – Sommerferien in Zeiten von Corona.

Heute haben wir mit (Teilen) der Babysitterfamilie gegrillt, nachdem wir uns seit… ewig ja fast gar nicht gesehen haben und wenn, dann immer nur mit riesigem Abstand. Nun ist S. aber schon eine ganze Weile wegen ihrer Vorerkrankungen voll geimpft und das Wetter ist gut genug, um die ganze Zeit draußen zu sitzen und sogar – dank Wind – im Haus für Durchzug zu sorgen. Man muss ja auch mal aufs Klo.

Das war sehr schön, wir schnackten einfach ewig lang und holten ein bisschen auf, was in den letzten anderthalb Jahren einfach nicht ging.

Dabei wieder festgestellt, dass ich wirklich keine Lust mehr auf diese Dreckspandemie habe. Für mich und viele andere ist sie nicht vorbei, es läuft immer im Hinterkopf ne ganze Menge Coronakram mit und das nervt. So. Uff.

Etwas lustig war, S. und A. Schnelltests zum Selbstgebrauch zu erklären. Die kann man hier zwar für nichts offizielles gebrauchen, aber sie sind ein gutes Mittel zur Beruhigung bei unspezifischen, leichten Erkältungs- oder auch Heuschnupfensymptomen, die „allerhöchstwahrscheinlich nicht Corona sind, aber man weiß ja nie“. Schnelltests kommen hier überhaupt grad erst auf, seit kurzem kann man sie in einer Art Drogeriekette und wohl auch einer Baumarktkette für Profibedarf kaufen. Wenn man nen offiziellen Test braucht, kann man zu einer Privatklinik fahren, die dann genau so einen Schnelltest mit einem machen und dafür 120€ (!!!) kassieren. Mit dem Ergebnis kann man dann aber beispielsweise verreisen. Und dann werden ständig die Farben von allem geändert und man kommt nicht mehr problemlos zurück, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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Weiterhin haben wir Michel heute erklärt, wie wir uns das mit meiner Operation vorstellen, dass nämlich die Babysittertochter bei uns schlafen wird, damit sie da ist, wenn die Kinder aufwachen, bevor Herr Rabe wieder da ist. Davon war Michel ganz und gar nicht begeistert, nach einigem Getobe und Gemotze bekam ich aus ihm raus, dass er wohl schlimm fand, dass ein mal morgens Oma in unserem Bett lag statt uns. Das war, als Pippi geboren wurde, da war er also noch nicht mal drei Jahre alt und wir dachten eigentlich damals, dass das alles recht gut geklappt hätte – hoppla, Kind traumatisiert. Für die Operation einigten wir uns dann darauf, dass wir Bescheid sagen, wenn wir fahren und ihn dafür auch wecken, damit er Bescheid weiß. Damit konnte er sich anfreunden und nun hat er ja auch noch ein paar Tage Zeit, um das sacken zu lassen und auf seine Art zu planen. (Beim ins Bett bringen kam dann noch die Frage auf, wie wir das machen, wenn Herr Rabe mich aus dem Krankenhaus wieder abholt. Da haben wir noch gar nicht groß drüber nachgedacht, ich denke, Herr Rabe nimmt die Kinder einfach mit. Auch damit war Michel zufrieden.) Generell scheint seine Art der Vorbereitung, was ja auch Bewältigung von Ängsten* ist, auf „alles wissen“ hinauszulaufen, was ich gut verstehen kann, ich bin und war immer schon genau so. Vermutlich mochte er auch schon als Kleinkind keine Überraschungen und hat es einfach noch nicht so mitteilen können. Und wir dachten damals halt, wenn wir fahren, wenn er noch wach ist (ich hatte mich ja extra aufs Sofa gesetzt, um die wirklich ordentlich anziehenden Wehen zu veratmen, während Herr Rabe ihn ins Bett brachte), kommt er sicher nicht zur Ruhe und wenn er die Oma morgens erst suchen muss und das Bett ganz leer ist, wäre er sicher verwirrt. Tjanun, jetzt im Nachhinein können wir es auch nicht ändern.

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* das ist grad eh ein Thema, ganz alterstypisch passiert da bei ihm grad viel und jetzt glaubt er, seine kleine Schwester sei „tougher“ als er. Ich habe ihm dann erklärt, dass Pippi solche Ängste (vor Tod etc.) einfach noch nicht hat, weil sie noch zu klein ist und sich das erst später im Gehirn entwickelt, nicht weil sie tougher ist. Das fand er spannend und scheinbar auch einleuchtend und ich hoffe, damit konnte ich ihm einen Teil der Angst vor der Angst nehmen. Und ich muss jetzt vermutlich erst mal kindliche neurologische Entwicklung studieren, um Michel das alles erklären zu können.

Tag 2187 – Freizeit.

Wir waren ja nun zwei Tage im Freizeitpark, beziehungsweise einen Tag im Freizeitpark, einen Tag im Kinderbauernhof. Das war der Hunderfossen Park in Lillehammer, wenn Sie zufällig mal da sind und Kinder so im Alter von 3-10 Jahre haben, fahren sie da ruhig vorbei, das ist sehr schön da. Für größere Kinder ist es glaube ich zu lahm, aber für die Altersklasse von Pippi und Michel jetzt (also fast sechs und bald neun) gibt es ganz viel zu sehen, zu machen und zu erleben, aber angenehm ruhig (für einen Freizeitpark). Es laufen KEINE Gestalten in Kostümen rum und auf Kinder zu, es ist nicht überall ständig Musik und der Park ist groß genug, dass sich die Menschen darin recht gut verteilen*.

Wir konnten mal wieder sehr schön beobachten, wie unterschiedlich unsere Kinder sind. Während Pippi ihren „Führerschein“ machte (auf einem kleinen Elektro-Mercedes AMG, wenn schon, denn schon!) war ich mit Michel erst mal im Energisenteret, einer Art Mitmachausstellung zu verschiedenen Aspekten von Energie – Licht, Wasser, Wärme, Biomasse, smarte Häuser und Tierhaltung, inklusive „Wie man sich in einen Schweinestall einschleust“

Mit Dusche! (Man musste aber nicht in echt duschen.)

Dort konnte man an einer Umfrage teilnehmen, bei der man auch was gewinnen konnte. Michel ist unter anderem der Meinung, dass wir alle der Umwelt zuliebe weniger Fleisch essen sollten und dass Erwachsene in Klimafragen mehr auf Kinder hören sollten, weil die es schließlich in vollem Umfang ausbaden müssen, was heute so verzapft wird. Ich finde, ich habe ein sehr kluges Kind.

Anekdote: Michel wird in absoluter Dunkelheit leicht panisch, auch wenn er die ganze Zeit Körperkontakt zu mir hat. Außerdem fand er völlig unerhört, dass ich, um den Umfragezettel an der richtigen Stelle wieder abzugeben, einfach an der Schlange am Eingang des Energisenterets vorbei gegangen bin, er fand, wir sollten uns lieber anstellen, auch wenn wir mit dem senter an sich ja schon durch waren.

Als nächstes wollten wir dann gerne Achterbahn fahren. Alle zusammen. Der Park hat genau eine richtige Achterbahn, die recht harmlos** ist, alles das, was bei mir zu grenzwertigem Grusel, auch wenn der ja das Schöne an der Sache ist, führt – Loopings, Holzgerüste, nahe 90 Grad-Gefälle, frei baumelnde Beine – hat die nicht. Michel befürchtete aber in der Schlange stehend zusehends immer mehr. Dass die Achterbahn kaputt gehen könnte und entgleist. Dass die Sicherungen an den Sitzen aufgehen könnten und man rausfliegt. Dass die Sonnencreme macht, dass er zu flutschig wird. Trotz Versicherungen, dass all das sehr unwahrscheinlich ist, wollte er dann, als wir an der Reihe gewesen wären, doch einfach lieber nicht, also setzte ich mit ihm aus und wartete auf Pippi und Herrn Rabe, die ohne uns fuhren. Pippi hatte jedoch die Kräfte, die auf einen wirken, nicht vorhergesehen und will jetzt nie wieder Achterbahn fahren. Nach einigen Minuten auf dem Arm ging es wieder bei ihr und wir spazierten weiter.

Den Kindern hat glaube ich am besten gefallen, dass es da ein kleines Schwimmbad gibt, mit in erster Linie viel Wasserspielzeug. Das wussten wir vorher und hatten deshalb auch Badesachen dabei, und während Pippi und Michel in maximal knietiefem Wasser plantschten***, aßen Herr Rabe und ich das einzige vegetarische Essen, das ich weit und breit auftreiben konnte. Ach, Norwegen, du und dein Schinken-und-Hühnchen-Wahn. Es war eine Focaccia mit Tomaten, Pesto und Mozarella, an sich lecker aber etwas sehr fettig.

Bei den Kindern stand ebenfalls hoch im Kurs der kleine „Aussichtsturm“, auf den man sich selbst hochziehen muss (maschinell unterstützt). Dadurch hat das höhenängstliche Kind selbst in der Hand, wie schnell es wie hoch geht, unter „HÖHER! HÖHER!“-Rufen der kleinen Schwester zwar, aber auch die ist ja noch drei bis sieben mal mit ihm mit gefahren.

Fast zum Schluss nahmen wir noch die „Rafting“-Bahn, bei der alle, Kinder wie Erwachsene, einen Heidenspaß hatten.

Eigentlich waren dann alle schon ziemlich gar, Michel wurde zappelig und motzig und Pippi weinerlich, und wir tauschten den Märchenzug gegen „4D“-Kino ein. Das soll so viel heißen, wie „Kino mit visuellen Tiefeneindrücken durch polarisiertes Licht und entsprechende Brillen plus Wind-, Sprühnebel- und Seifenblasenerzeugung über in das Mobiliar integrierte Düsen“. Der Film war eine Art Fortsetzung von „Der kleine Prinz“ und sehr niedlich und nett gemacht, aber am Ende mit dem größten Plothole aller Zeiten****. Den Kindern fiel das nicht weiter auf und sie waren danach auch entspannter und bereit, zum Campingplatz zu fahren. Das nächste mal machen wir dann auch noch das 5D-Dings mit, einfach um zu erfahren, was die 5. Dimension sein soll. Vermutlich Bewegung, aber herrje, so viele seltsam verwendete Ds!

Zu dem Bauernhof gibt es nicht soooo viel zu sagen, außer, dass mir die meisten Tiere da ziemlich leid tun*****, und wenn ich eine Streichelzooziege wäre, würde ich mich auch sehr schnell darauf spezialisieren, kleinen, unbedarften Menschenkindern die Futtertüte im Ganzen zu entreißen. Volle Soli mit den Ziegen! Michel fand die Minischweine gut, Pippi die Kaninchen, beide die Truthähne, die haben nämlich sehr hübsche Federn. Und die „Försterautos“, mit denen Kinder eine Runde durch den Wald drehen können, inklusive dicker Pfütze, durch die man fahren muss. Ich hab mich mit einem Esel angefreundet und ein fremdes Kind zurechtgewiesen, das die Pferde mit den Futterpellets fütterte, obwohl jedem mit Kauf der Tüte mehrmals gesagt wird, dass man alle Tiere damit füttern darf, AUSSER PFERDE UND ESEL. Man bekommt dann auch noch einen Zettel, auf dem genau das steht. Aber die Eltern dieses speziellen Kindes waren auch nirgends zu sehen, sonst hätte ich denen das auch noch mal gesagt.

Insgesamt hatten wir 2 gute Tage alle zusammen, das war nötig und richtig.

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So langsam setzt bei mir Erholung ein, nach zweieinhalb Wochen Ferien. Interessant, auch im Hinblick auf zukünftige Ferien.

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* nun ist natürlich grad Corona und laut Webseite sind die Besucherzahlen beschränkt worden, also vielleicht ist es da sonst brechend voll und superlaut und es gibt ständig Feuerwerk. Ich glaube es aber nicht.

** also wenn man die Maßstäbe von Heidepark Soltau und co. anlegt

*** ein Hoch auf Kinder, bei denen man wenigstens in der Tiefe keine Angst mehr haben muss, dass sie sofort ertrinken, wenn sie nur umkippen

**** vielleicht war der Film eigentlich wesentlich länger und wurde auf 15 Minuten amputiert, es wirkte etwas so

***** welche Tiere mögen schon ständig von random Menschenkindern begrabbelt werden

Tag 2160 – Nachdenklich.

Jedes Wochenende machen wir eine To-Do-Liste. Bei mir steht jedes Wochenende so ziemlich das gleiche drauf: Meerschweinchen sauber machen, Blumen gießen (also alle, die nur wöchentlich gegossen oder sonstwie gewässert werden, wie zum Beispiel die Orchideen), Brot backen. Herr Rabe hingegen hat immer große Pläne und macht dann was anderes. Die Pläne bleiben aber auf der gemeinsamen Liste stehen und verursachen bei mir Stress. Warum? Darüber muss ich nachdenken.

Immerhin ist jetzt die Hecke an der Seite, an der wir sie vermutlich behalten werden, jetzt radikal und hoffentlich heilsam beschnitten.

(Weiterhin habe ich heute beide Kinder ins Bett gebracht und da ich ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, habe ich erst Pippi vorgelesen, ihr dann gesagt, dass ich wieder zu ihr komme, wenn ich Michel vorgelesen habe, dann Michel vorgelesen und als ich wieder nach Pippi schauen ging, schlief sie schon. Jetzt habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, und gleichzeitig freue ich mich ungemein, dass immerhin eins meiner Kinder alleine einschlafen kann, wenn es glaubt, es käme noch mal jemand wieder. Ich kam ja auch, aber halt zu spät. Danach legte ich mich übrigens wieder zu Michel, der kann das nämlich nach wie vor nicht.)

Tag 2130 – Langer Tag.

Nur ne Liste:

  • Michel beim Hort abgeliefert
  • Nach Oslo gefahren
  • Im Stau gestanden (LKW-Unfall)
  • Für die Meerschweinchen ein Häuschen gekauft (gebraucht), damit sie den Sommer über draußen wohnen können
  • Zum Krankenhaus gefahren
  • Im Stau gestanden (selber LKW-Unfall)
  • Mit Pippi ins Krankenhaus, denn die musste aufs Klo. Pippi wegen der nicht vorhandenen Maskencompliance im Krankenhaus einen Mundschutz verkleinert. Pippi absolut alle verzaubern lassen
  • Blutprobe abgeliefert, dank Pippi einen glibber-Gecko als Prämie bekommen, weil ich nicht geweint habe. Pippi hätte nicht durchgehen lassen, hätte ich keinen bekommen
  • Bei der Arbeit geparkt, zu dritt (Herr Rabe, Pippi und ich) mit der T-Bane nach Oslo gefahren
  • Auf 4 Haltestellen ca. 30 mal gesagt, dass Pippi bitte nichts anlecken und sich nicht auf den Boden setzen soll
  • Mit Pippi im Dauerschwafelmodus zum Instrumentenladen in der Drogi-Gruselgegend gelaufen. Fast taub geworden wegen Großbaustelle mit Steine schneidenen Bauarbeitern
  • Beim Instrumentenladen eine Bestellung abgeholt. Sozial schwierig, war sehr voll da, kann mich nur noch schlecht zu vielen Leuten gleichzeitig verhalten
  • Mit Pippi (immer noch im Dauerschwafelmodus) Richtung Oslo S gegangen, da in der Nähe Herrn Rabe getroffen, der seinen Anzug von der Reinigung abgeholt hatte
  • Eis(-Kaffee) für alle, draußen verzehrt
  • Zurück zur Arbeit gefahren, dort alle ein Mal aufs Klo, Passwort geändert und wieder ins Auto
  • Im Stau gestanden (nicht der LKW-Unfall, einfach ganz normaler Freitagsnachmittagsverkehr aus Oslo raus)
  • Michel vom Hort wieder abgeholt
  • Die Familie zu Hause abgeliefert und wieder losgefahren
  • Ein neues Gestell für meine Brille bekommen. Selbes Gestell wie vorher, nur neu, auf Garantie, weil ein Brillengestell eigentlich länger halten sollte als ein Jahr, bevor der eine Bügel irreparabel hängt und die ganze Brille deshalb schief sitzt. Wundert mich nicht, dass die die Marke inzwischen gar nicht mehr haben
  • Kein e-Piano gekauft. Das gibt‘s erst, wenn die Schweinchen sicher draußen und draußen sicher sind
  • Apotheke, ich komme mit den Schilddrüsenblockern sonst nicht übers lange Wochenende
  • Wochenendeinkauf im Supermarkt
  • Herrn Rabe nach draußen gejagt, auf dass er laufe. Leider mit dem Timing voll einen Wolkenbruch mitgenommen
  • Geige gespielt, Essen, Kinder ins Bett, Sofa. Kein Nerv mehr für soziale Interaktion (sorry, Twitterkneipe)

(Habe Pippi schrecklich lieb, aber nach 5 Stunden mit ihr bluten zur Zeit meine Ohren. Wie viele Worte in so einer Fünfjährigen sind!)

Tag 2123 – Sauer.

Pippi klaut mir ständig meine Sachen, Lippenstifte, Schminke, Kämme, sogar Kontaktlinsen und jetzt sind inzwischen alle meine Lippenpflegeprodukte verschwunden. Vermutlich tauchen Teile davon unter ihrem Kissen wieder auf, und die hat dann wieder ihre Freundin da hin gelegt, die nachts nämlich über den Balkon und das Fenster rein kommt und sowas macht und ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das aufregt. Sehr.

(Keine Tipps, die nicht darauf hinaus laufen, sie bei Gelegenheit tief im Wald zu „vergessen“. Danke.)

Tag 2118 – Und zurück.

Ich hab dann heute den Steg doch wieder einen Millimeter zurück platziert, weil mir der Klang nicht gefiel, der war nicht mehr so voll und warm und hatte was nasales. Jetzt glaube ich, einen guten Kompromiss gefunden zu haben, ich werde das aber weiter verfolgen. Kurzes Spielen ergab voll und warm auf den tieferen Seiten und einen klareren Ton (als vor den Umbauten) auf A und E. Und naja, als wär ich so gut, dass man das Maximum aus dem Instrument rausholen müsste, weil meine tausende Konzertbesucher*Innen sonst ihr Geld zurück fordern. Und ich hab dabei immerhin gelernt, welchen Effekt der Steg auf die Klangfarbe hat und welche Richtung was bewirkt. Ich habe ein paar Bogenübungen gemacht und es ist schon schön, etwas mehr Platz zum Streichen zu haben. Dritte Lage heute auch schon wieder besser als gestern.

Hach ja. Was war sonst? Nicht viel…

Wir haben, wie so Erwachsene, die ihr Leben im Griff haben, den Bezug der Matratze gewaschen und er ist tatsächlich wieder einigermaßen sauber geworden. Ein Hoch auf Dinge, die sich bei 60 Grad waschen lassen. Ein bisschen Angst hatte ich davor, den Bezug wieder auf die Matratze zu fummeln, das war aber überhaupt kein Problem.

Pippi und Michel waren auf je einem Geburtstag von Kindern aus ihren jeweiligen Kohorten. Während Pippi vollgefuttert mit Schokolade nach Hause kam, hatte Michel zu viel Spaß gehabt um zu essen und kam deshalb mit der Laune eines ausgehungerten Orks nach Hause. Wollte dann aber zum Abendessen nur Salat und einen Apfel – für ihn der Inbegriff gesunden Essens – wir sind also wieder in so einer Phase. Meist kommt ja kurz drauf eine Scheunendrescherphase und dann wächst das Kind wieder über Nacht aus der Hosengröße raus, aber ich finde, ein Kind darf durchaus ein paar mehr Reserven haben, als Michel das hat. Sonst weht der bei dem Wind hier noch irgendwann einfach davon. (Eine reellere Angst ist, dass ihn eine Magen-Darm-Grippe einfach aus den Latschen haut.)

Jetzt kam er soeben angetapst und legte sich zu uns ins Bett. Also auch so eine Phase ist immer noch/wieder. Mit Zähneknirschen und Bauchweh und es ist aber nichts. Sagt er. seufz.