Tag 1379 – Zweiter Tag gesch… naja rum.

Heute lieg es nicht ganz so glatt. Eigentlich gar nicht. Pippi schlief wieder schlecht (und es zeichnet sich nicht grad ab, dass diese Nacht besser wird, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, ne?) und war heute morgen dann unausstehlich. Aber was will man erwarten, wenn man das Kind weckt und das erste was es sagt ist „Ich will SCHLAFEN!!!“. Ich lieferte die Kinder trotzdem in Rekordzeit ab und erwischte den 07:30-Zug. Dann arbeitete ich bis zum Mittagessen, telefonierte erst rum, besprach mich mit den Kollegen, hatte einen Teil einer Schulung, telefonierte noch mal rum und dann rief der Kindergarten an. Pippi hätte Ausschlag. Ich solle sie abholen kommen. Das könnte ansteckend sein, vielleicht Masern??? (Neulich ist jemand mit Masern Zug nach Eidsvoll gefahren und es gab ein riesiges Trara, alle Leute in diesem Zug zu kontaktieren. Und das ist ja auch richtig so, nicht falsch verstehen.). Naja, den nächsten Zug hätte ich dann eh nicht mehr bekommen also aß ich noch Mittag mit meinen Kollegen und fuhr dann das Kind abholen. Auf dem Weg machte ich noch direkt einen Arzttermin aus. Als ich am Kindergarten ankam, war der Ausschlag schon fast ganz verschwunden und Pippi war das blühende Leben, es tut mir ja leid aber sowas pisst mich an. Das Kind hat Quaddeln (einmal Masern googeln bitte, das sieht einfach KOMPLETT anders aus) an den Armen, die nicht jucken oder brennen oder schmerzen, die sogar innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden, aber Mutti soll bitte antanzen, es KÖNNTE ja ansteckend sein. Nun gut, den Arzttermin hatte ich ja eh, also ging ich mit Pippi nach einer kleinen Pause zu Hause, in der ich meine heute eigentlich noch anstehenden Dinge teils erledigte und teils umorganisierte und verschob, hin. Und Überraschung, ich zitiere mal

  • Ausschlag der ganz spontan ohne Fieber oder sonstige Krankheitszeichen kommt und nach kurzer Zeit genauso spontan wieder verschwindet ist ziemlich sicher eine Allergie, alternativ Insektenbisse
    Windpocken und Impetigo wären die einzigen Infektionen, die zum Erscheinungsbild des Ausschlags passen würden, aber da verschwindet der Ausschlag nicht fix wieder sondern hält sich
    Andere Kinderkrankheiten (die „durchnummerierten“ im englischen Sprachgebrauch) sehen anders aus und gehen meistens in Kindergruppen crum, da wäre also mein Kind nicht das einzige im Kindergarten mit Symptomen

Wenn es bis Donnerstag schlimmer werden oder gleich bleiben sollte, sollen wir noch mal wiederkommen. Aber da war der Ausschlag schon fast weg, also fragte ich, ob „kommt und geht“ als schlimmer werden gezählt würde. Er meinte, nein, dann sei es wirklich eine Allergie und dann müssten wir austesten, wogegen sie denn nun allergisch sei, das könne von neuen Kleidern, Waschmittel, Duschgel bis irgendwas gegessen oder mit Tieren gespielt einfach erstmal alles sein.

Dann gingen wir ein Eis essen und der Ausschlag flammte wieder auf, die Arme voller Quaddeln. Also entweder war es das Eis (zwei Sorten, darin potentielle Allergene: Erdbeeren, Orangen, Mandeln, Milch, Haselnüsse, kann bestimmt auch noch Spuren von allem und Tralala enthalten), das Trinkpäckchen oder irgendwas auf dem Teppich, auf dem sich das Kind dringend wälzen musste.

Alles so schön.

Beim Sport-Hort dann erfahren, dass die Kinder morgen auf den Hof der einen Betreuerin fahren. Die hat Pferde. Die Mutter des Babysitter-Vikingers (erst dachte ich, er, aber er ist nur mittelmäßig allergisch gegen alles unter der Sonne) ist so allergisch gegen Pferde und Hunde, dass sie mal nen Herzstillstand wegen anaphylaktischem Schock hatte, weil ihr ein Hund zu nahe gekommen ist. Ihre eigenen Kinder müssen sich draußen umziehen, wenn sie mit Hunden oder Pferden Kontakt hatten. Wenn Michel also mit einem Pferd schmust, kann er nicht danach in ihr Auto. Wir haben die Problematik nun so gelöst, dass Michel einen Satz Wechselkleidung mitnimmt und nach Instruktion vom Wikinger-Babysitter sich eben umzieht, falls er mit den Pferden oder dem Hund gespielt hat. Der Hund ist so ne Fußhupe, ich denke da nie an Hund, aber man kann sicher auch gegen Rehpinscher allergisch sein, Hund ist da ja Hund.

Auch das: voll schön.

Und dann fiel mir ein, dass ja morgen das Auto repariert wird und wenn ich nicht irgendwie Remote bezahlen kann, muss ich das Auto bis vier Uhr abgeholt haben. Yeah. Aber dann setze ich mich danach eben noch eine Stunde irgendwo in ein Café und arbeite fertig, zu viel zu tun um einfach drauf zu *miep* und zu leerer Orga-Akku für heute um das grade erst geschlossene Fass „Abholung durch schrecklich allergische Menschen“ wieder aufzureißen.

Jetzt bitte nicht noch so ne schreckliche Nacht wie die letzten zwei. Soeben sagte Pippi, als ich sie ins große Bett umziehen wollte weil sie schlecht träumte und strampelte und schrie, sie wolle ganz alleine sein. Wie unterschiedlich doch meine Kinder sind.

Tag 1378 – Erster Tag geschafft.

Pippi war um viertel vor fünf wach und dann um viertel vor sieben (aka viertel vor Abfahrt) wieder total müde. Das ist nicht schön, beides. Es regt mich sogar richtig auf aber was soll man machen. Gut, das schabende und am Bettlaken rumzupfende Kind fesseln und knebeln hätte mir vielleicht die fehlende Dreiviertelstunde Schlaf gesichert, aber das kommt ja irgendwie nicht so richtig gut an. Jedenfalls hatte ich um halb acht beide Kinder samt Kram verteilt und saß im Zug, hatte aber auch die Krawatte echt auf. Dann im Zug arbeiten macht es auch nicht besser. Nunja. Der Arbeitstag war dann auch… interessant (hier Biolek-Gesicht vorstellen). Mit einem deutlichen Tief am späten Vormittag, danach ging es aber bergauf. Seit 14:08 denke ich mit einem Teil meines Hirns darüber nach, ob ich meine Telefonnummer wohl erfolgreich und verständlich auf einen Anrufbeantworter gesprochen habe. Meine Telefonnummer enthält die Nummern 7 (sprich: schüh) und 22 (sprich schüetu) direkt hintereinander und das ist echt mein Endgegner im Norwegischen, weshalb ich dazu übergegangen bin, die 7 als sühv und die 22 überbetont als chüeh-tuh auszusprechen. Aber genau wie bei meinem Namen (Rave? Raabe? Und den Vornamen vergessen wir einfach mal komplett.) scheint da die Verbindung von meinem Mund zum Ohr des Gegenübers sehr oft sehr verschlungen zu sein. Angenehm für die nächsten Wochen ist auch, dass ich mich nicht langweilen werde. Das war bis nach dem Mittagessen eine ernsthafte Befürchtung von mir. Die A-Karte ist nämlich seit heute auch abgearbeitet und weg, weg, weg!

Nachmittags dann zu Vikinger-Babysitter und aufgedrehten Kindern nach Hause gekommen, die Wäsche war noch nicht trocken, der Garten dank Regen nicht zu wässern und Kartoffeln kochen ist ja auch nicht grad mit daneben stehen verbunden, also hatte ich tatsächlich einen recht entspannten Abend, bis dann die Kinder ins Bett sollten. Die überdrehte und völlig übermüdete Pippi wollte nämlich ü-ber-haupt-gar-nicht schlafen und hampelte noch ewig rum, dann döste ich auch weg und das macht mir ja immer schlechte Laune, zumal ja noch Brotdosen gerichtet und Klamotten rausgelegt werden wollten. Also zwang ich mich aus dem Kinderbett, aber nun ist alles so weit für morgen bereit.

Ach ja: Michels Hausaufgabe war, das Märchen von Goldlöckchen und den drei Bären nachzuerzählen. Er stellte sich ungemein an, er könne das nicht und die Geschichte sei sowieso doof und wenn überhaupt würde er das lieber malen als erzählen. Und dann erzählte er murrend die Geschichte nach. Quasi wortgetreu. Nur mit mehr „und der kleine Bär so… und der große Bär so…“. Goldig. (Wenn bloß das Gemecker vorher nicht immer wär.)

Snipp snapp pute, eventyret er ute!

Tag 1377 – Nicht aufregen.

Im letzten Jahr hab ich eins* gelernt: Schreiend im Kreis rennen hilft nur ganz bedingt. Eigentlich bin ich auch nicht der Typ dafür, unter Stress kann ich sehr gut fokussieren und Dinge erledigen, aber während der Doktorarbeit und besonders der Arbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit und Ungewissheit und all dem, da gab es ja nix zu erledigen, da gab es nur schreiend im Kreis rennen. Nunja. Das ist auch Vergangenheit, Deckel drauf, danke für deinen Beitrag, wir melden uns, Tschüss. Jedenfalls: es hilft ja auch nichts. Ich könnte zum Beispiel heute im Kreis gerannt sein, weil Herr Rabe nun eine Woche auf einer Konferenz in Barcelona ist und ich hier allein mit den Kindern (und dem Babysitter) den Alltag wuppen muss. Ich möchte das gern, also im Kreis rennen und Haare raufen und verzweifeln und schreien „OH HIMMEL HILF DAS WIRD NIEMALS KLAPPEN ICH BIN DOCH SO EINE FURCHTBARE MUTTER UND KANN DAS NICHT!!!“ aber davon kommen die Kinder morgens auch nicht zur Schule und zum Kindergarten, kriegen nichts zu essen und kommen abends nicht ins Bett. Also fokussieren. Essensplan, Einkaufsbestellung, Erinnerungen für abendliches Vorbereiten des Essens für den nächsten Tag, Brotdosen fertig machen, Klamotten rauslegen. Wäsche waschen, mehr Wäsche waschen, verschiedene Eskalationsstufen der Sonnencremerandbekämpfung an weißen Herrenoberhemden**, Aufräumen, Kochen, Kinder ins Bett stecken.

Das hat heute so gut geklappt, dass ich sogar zwei Stunden im Garten werkeln konnte vor lauter Erledigungsflow. Mit Michel, Pippi streunerte in der Nachbarschaft herum. Wie Michel sagte: „Pippi kommt so schnell mit Leuten*** in Kontakt. Ich hab nicht so viele Freunde, das ist oft so bei Wissenschaftlern.“ Ach, ach. Dann säten wir, ganz wissenschaftlich, Salat im Gewächshaus und im offenen Beet aus, um zu gucken ob überhaupt wo es schneller wächst.

Nun liege ich geduscht im Bett und hoffe einfach auf das Beste. Wenn’s scheitert, dann jedenfalls nicht an der Vorbereitung.

___

*ok ich hab noch sehr viel mehr gelernt, aber das wäre ein oder fünf eigene Posts

**in Größe 122 und, äh, Herr Rabes Hemdgröße halt, der wäscht ja bekanntlich solche Sachen meist selbst, aber ich war bei Michels Hemd dabei und dann mache ich Herr Rabes halt mit, dafür bügelt er dann mal wieder meine Blusen wenn’s anfällt

***anderen Dreijährigen

Tag 1354 – Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Als Inspektørin müsste ich ja eigentlich wissen, wie das mit dem „Verantwortungsvollen Verwahren von Arzneimitteln“ geht. Ich weiß das auch und mir war bewusst, dass das bei uns suboptimal ist.

Schnitt

Pippi steht morgens am Wochenende nun immer allein auf. Nachdem sie daran gescheitert ist, einen von uns wach zu machen, jedenfalls.

Schnitt

Kurz vor Ostern. Ich komme ins Wohnzimmer. Pippi isst ein Überraschungsei, dass sie sich aus dem Schrank weit oben in der Küche geholt hat, indem sie einen Stuhl an die Arbeitsfläche geschoben hat und dann auf selbige geklettert ist.

Schnitt

Ich höre etwas das klingt wie die Brotschneidemaschine. Ich stehe dann doch lieber mal auf.

Schnitt

Pippi sitzt im Bad, um sie rum ein Haufen Pflasterverpackungen. Auf dem Waschtisch noch mehr Pflasterverpackungen, ein paar Hustenbonbon-gratis-Apotheken-tütchen und… Tablettenblister. Der Medizinschrank mit den „angebrochenen“ Dingen auf. Schlaftabletten aus schlechteren Zeiten, Betablockerreste für eventuelle schlechtere Zeiten, Kopfschmerztabletten, Reiseübelkeitstabletten, solche Dinge sind da drin. Sollten drin sein. Ich finde die Schlaftabletten. Der Blister mit den Betablockern ist leer, da fehlen 1,5 Tabletten. Omg. Hat Pippi 75 mg Metoprolol gegessen? Jetzt nicht schimpfen. Nicht schreien. Keine Panik. Alles wird gut. Giftnotruf? Hast du Tabletten gegessen? Die schmecken sauer. Hast du die ausgespuckt? Nein. Welche hast du gegessen, wie sahen die aus? Pippi weint. Guck mich an, Pippi, du kannst sehr krank werden, wenn du Tabletten nimmst, die wir Dir nicht gegeben haben, welche hast du genommen? Waren die so lang? Nein. Waren die rund? Ja. Die waren sauer. Hast du von den langen welche in den Mund genommen? Nein.

Sowas braucht im Übrigen kein Mensch. Ich fand beide 1,5 Tabletten Betablocker dann noch, eine im Ausguss, eine im Müllhaufen. Die kleinen runden, von der sie also maximal eine wirklich geschluckt hat (ich fand halb zerkauten Brei im Waschbecken) war Ibuprofen 200. Aber das hätte sowas von in die Hose gehen können. Ich danke der Pharmaindustrie für Bitterstoffe in Pillen die nicht zum Zerkauen gedacht sind, ich verfluche mich, die dachte, Vitamin-D-Tabletten aus Blistern täglich, what could possibly go wrong? Und noch viel mehr verfluche ich die total verantwortungslose Aufbewahrung unserer Medikamente.

Bitte schließen Sie ihre Medikamente weg.

Und wenn Sie nicht wollen, dass ihr Kind sich komplett mit ewig haltenden Kinderpflastern beklebt, selbige gleich mit.

Aber wenigstens die Medikamente, ja?

Ja.

Tag 1351 – Nicht viel los.

  • Homeoffice war genau so langweilig wie vermutet
  • Pippis Arzttermin war ok. Es wurde ihr Blut abgenommen, ohne Emla-Pflaster vorher, dementsprechend trägt sie immer noch stolz ihr Pflaster und erzählt jedem und jeder wie doll das weh getan hat
    Elterngespräch im Kindergarten war auch ok. Pippi ist recht weit mit allem und sozial total umgänglich. Voll schön dass sie zu Hause dann die Diktatorin raushängen lässt. Ach ja, meine kleine Maus. Ab Sommer dann in der „Bärenhöhle“, bei den großen Kindern. Zum Abschluss malte Pippi noch lauter Vögel auf die Rückseite des Gesprächsprotokolls. Die Vögel sehen aus wie Kartoffeln in die man rechts und links nen dünnes Stöckchen gesteckt hat, aber MEIN BABY MALT WUNDERHÜBSCHE VÖGEL!!!
    Mit Michel Blumen gegossen
    Babypflanzen umgetopft
    Größere Pflanzen ins Beet und ins Gewächshaus umgesiedelt
    Tomati und Gurki gedüngt und beschnitten. Ich glaube, beide kommen mit der Erde in der sie sind nicht gut klar. Um zu vermeiden, dass sie viel Energie in Früchte stecken, habe ich vorerst alle Blüten und Fruchtansätze entfernt. Gurki ließ außerdem ein paar Blätter, die an den Rändern schon ganz Papier-ig durchscheinend waren. Die eine auf volle Snackgurken-Größe herangewachsene Gurke teilte ich mir mit den Kindern, die war sehr lecker
    Michel Hosen gekauft. Dieses Kind kriegt alles so schnell kaputt. Aber immerhin war Wollunterwäschr auf die Hälfte runtergesetzt, also habe ich zugeschlagen und nächsten Winter haben wir dann schon mal einen guten Grundstock. Außerdem spontan zwei weitere Chinos für mich gekauft, identische, und genau die gleiche habe ich auch schon, aber nun war sie auf 120 Kronen reduziert. Diese Hosen sind super: sehen hinreichend spießig aus um als Business durchzugehen, sind aber so geschnitten, dass sie fast cool aussehen. Darüber hinaus sind sie sehr bequem sowohl zum Sitzen als auch zum drin herum laufen. Jetzt hab ich drei und damit wäre der Signature-Look wohl besiegelt
    Abends Shawarma von Shawarma King, das war lecker aber nun hab ich Sodbrennen. Ich lern’s auch nicht mehr

Tag 1348 – 50 Meter.

Die Kinder haben in unserem Bullerbü-Reihenhausdorf ihren Radius um ein weiteres Haus erweitert. Nämlich das, zu dem es vom Nachbargarten einen Durchgang gibt. Also sie können von unserem Garten durch den Nachbargarten in den Garten von „M.! M., aus meiner Schule!!!“ gehen. Ich kenne M. nicht, habe nur vage Erinnerungen an den Vater von M. und naja. Ich bin dann heute mal mich vorstellen gegangen, wenn absehbar ist, dass die Rabe-schen Rübennasen da bei jeder Gelegenheit auf dem Trampolin hopsen werden, erscheint mir das doch sehr geboten. Damit haben die Kinder nun drei Nachbarshäuser quasi annektiert und gehen ein und aus wie sie wollen (die anderen Kinder bei uns auch, wobei L. von gegenüber immer sehr höflich fragt, ob sie mit hoch gehen darf). Ich finde das ganz super und bin stolz und froh und alles über die selbständigen kleinen Zwerge, aber morgen werden wir dann mal eine neue Regel einführen, nämlich: Mama will immer wissen, wo ihr grade seid. Wenn ihr von Haus A zu Haus B geht, sagt Bescheid. Ich komme mir gebührend helikopterig und albern dabei vor, aber was soll’s. Meine Babies! Pippi ist erst drei!!! Und Michel hat grad mal seinen dritten Milchzahn* verloren! Babies!!! Wahhh! Die können doch nicht einfach hier herumstreunern! (Natürlich doch. Wurzeln, Flügel, Dings. Uff.)

*und er sieht soooo niedlich mit dieser Zahnlücke aus, es ist so so so hach. Wird wohl auch nicht lange währen, denn der neue Zahn schaut schon raus. Wie irre das ist, diese Phase ist so kurz und kommt nie wieder. Verrückt.

Tag 1326 – Ausgerüstet.

Heute ein mittleres Vermögen ausgegeben, um Michel für den Sport-Hort auszustatten. Plötzlich braucht das Kind Hallenschuhe, Draußen-Sportschuhe, Trainingskleidung für drinnen und draußen und noch ein paar Schichten für sportliches zwiebeln: es ist ja noch nicht wirklich Frühling, wenn der Sportplatz nicht grad in der prallen Sonne liegt, ist es mit nem Windjäckchen über nem T-Shirt nicht getan. Allerdings bewegen die Kinder sich ja auch, es muss also möglich sein, was auszuziehen, möglichst mehrmals.

Mit dieser Mission brachen wir also heute auf, das Kind einzukleiden. Natürlich schlief Pippi, die alte Rübennase, im Auto ein, aber das war nicht so schlimm, so konnte ich in Ruhe mit Michel einkaufen, während Herr Rabe mit ihr im Auto sitzen blieb. Michel war vor allem auf einen Turnbeutel scharf und, Spoiler: der war das einzige, das wir nicht bekommen haben. Dann blieb er in der Nachbarabteilung hängen, vorm Lego. Erst ärgerte ich mich darüber, dann war’s allerdings sehr praktisch, denn ich konnte nach den entsprechenden Klamotten ganz in Ruhe suchen, eine Vorauswahl nach Muster und Preis treffen und dann Michel vorm Lego-Regal in seinem Hypnoseartigen Zustand anprobieren lassen. Wenn ich ohne Kinder einkaufe, unterschätze ich ja grundsätzlich Pippis und überschätze Michels Körpergröße, deshalb ist anprobieren schon gut. Als wir fast fertig waren, meinte Michel, den Blick weiter fest auf das Lego-Regal gerichtet: „Das hier oder das hier wünsche ich mir.“ und als ich dann sagte, dass er sich eins davon von seinem gesparten Taschengeld kaufen könne, war er ganz aus dem Häuschen. „Aber erst suchen wir die Sachen zusammen, die du für den Sport-Hort brauchst!“ Ab da ging es eh super, Michel probierte an, meinte „Super, Mama, guck, wie schnell ich damit rennen kann!“ und flitzte eine Runde durch den Laden, so schnell er konnte. Am Ende hatten wir alles bis auf Schuhe in diesem einen Laden gefunden, Michel ist jetzt der erste in der Familie der so eine schreckliche Sporthose mit Reißverschlüssen an den Waden besitzt, er braucht aber eigentlich diese Reißverschlüsse null, weil an dem kleinen Spargeltarzan auch diese Hose natürlich schlackert. An der Kasse bezahlte ich dann den riesigen Klamottenhaufen und Michel, super stolz, sein Lego. Hach, der Große.