Tag 2489 – Meine Nerven!

Kann nicht schon 7.7. sein? Ich wäre dafür bereit, muss ich sagen.

Eine Woche vorm 17. Mai ist totales Orga-Chaos und als wäre das nicht genug, hat die Kommune sowohl den 17. Mai-Festzug über diese Brücke, mit Kranzniederlegung an diesem Denkmal, genehmigt, als auch die Renovierung eben dieser Brücke. Tadaa.

So romantisch, die Baucontainer. Ich sehe uns schon ca. 500 Schüler*Innen plus Marschkapelle in Einerreihe an Containern und Gerüsten vorbei über die Brücke schleusen.

Das IT-Projekt eskaliert völlig und es weiß langsam der Zeigefinger nicht mehr, was der Ringfinger tut oder was seine eigene Aufgabe ist.

Ich habe mit dem Kind, das eine strikte Nulltoleranzpolitik gegenüber eigenen Fehlern fährt (as in: es macht keine, wenn es welche macht, sind es keine, wenn es doch welche sind, war es nicht seine Schuld, wenn es doch seine Schuld ist, explodiert es gründlich und ausdauernd) seinen Mathetest korrigiert. Ich bin Gandhi, nach außen hin jedenfalls. Innerlich möchte ich schreien, dass das alles kein informed consent war, I didn’t sign up for this, warum muss ich sowas plötzlich machen?

Liebe Menschen, die ihr darüber nachdenkt, ob ihr Kinder haben möchtet: Hausaufgaben. Ihr werdet Hausaufgaben betreuen müssen. Bedenkt, dass 5 Minuten Hausaufgaben 30 und mehr Minuten Gezeter und Genörgel vorausgehen können und dass ihr unter Umständen mit Radiergummis beworfen werdet, weil ihr wagt, die Flüchtigkeitsfehler eurer in deren Augen gottgleichen Brut aufzuzeigen.

Tag 2377 – Atmen und morgen schreien.

Da man mit der Schule nicht wie mit normalen Menschen über Mail kommunizieren kann, sondern ein Portal nutzen muss, das am Handy (unter iOS 15 Dingens, in Safari, jaja ich könnte sicher noch x Browser und n devices probieren, aber ich kann mich auch einfach über die steinzeitliche IT-Lösung der Kommune aufregen) unbenutzbar ist, muss ich meine Wut über die Administration der Schul-iPads vorerst veratmen und morgen am PC an die Lehrerin der 1. Klasse und die Rektorin schreiben, dass ich es nach wie vor UNMÖGLICH finde, dass die Kommune nichts, aber auch wirklich gar nichts an den Geräten sperrt, AUSSER parental controls, die können wir nicht einstellen. Browserverlauf und Cookies löschen, in der verzweifelten Hoffnung, YouTube möge vergessen, was es der 6-Jährigen zuletzt für einen Schrott (aber mit Anime-Figuren und princess und rosa) angezeigt hat? Nein, wo kommen wir da hin! DAS kann nur die Kommune, nur tut sie es nicht. Ich glaube, da sitzen nur Leute ohne Kinder in der IT-Firma, die die Kommune da hat. „Wir haben alle Seiten gesperrt, die sich selbst als adult content registriert haben! Ansonsten setzen wir auf guten Dialog zwischen der Schule und dem Zuhause.“ Übersetzt: es gehen nur noch die richtig ekligen Pornoseiten, die sich nen scheiß drum scheren, sich irgendwo zu registrieren und das zu moderieren ist bittedanke Verantwortung der Eltern.

Für nur 49 Kronen im Monat kann man bei unserem Internetanbieter einen Router mieten, der parental controls kann. Der Markt regelt das.

(Kapitalismus anzünden.)

Wir haben eine Lösung, die lautet, Geräte, die wir nicht selbst verwalten können, werden eingezogen, sobald die Kinder das Haus betreten. Auf allen anderen ist YouTube gesperrt. YouTube Kids können sie gucken. Die paar Stunden zwei, maximal drei mal die Woche, in denen Michel nachmittags allein zu Hause ist, regeln wir über den Router, irgendwie. Aber das geht so einfach nicht weiter, es wird eskalierend (dank Algorithmen) irgendein nicht altersangemessener Scheiß geguckt, den sie dann nicht verstehen und unkritisch nachplappern und dann ist das Geheul groß, wenn niemand mit den total vulgären Kindern spielen will.

Hasse alles, besonders schlecht administrierte iPads.

(Und wenn noch einmal so eine Lehrerin sagt „Ja also WIR sagen das den Kindern ja immer, dass die iPads nur für die Hausaufgaben sind!“ muss ich wirklich schreien.)

Tag 2346 – Mutter des Jahres.

Michel hat ein neues Spiel für die Switch: Kirby and the forgotten lands. Er ist sehr happy und hat heute schon sehr viel gespielt (ist ja auch ok, sonst würden wir es ja nicht kaufen). Vorm Abendessen lud er mich dazu ein, mitzuspielen und da ich auf dem Gameboy immer gerne Kirby gespielt habe, machte ich mit. Und naja, das was so mittelmäßig spannend, ich war Waddle Dee und orientierungslos und Michel hatte ein paar Stunden Vorsprung. Eigentlich ging ich viel tot oder versuchte, mit Michel schritt zu halten. Am Ende sagte ich, dass ich vermutete, dass Michel halt schon 478 Let’s-plays dazu geguckt hat und genau weiß, was er machen muss und wo er hin laufen muss. Michel war daraufhin tödlich beleidigt, weil „hab ich gar nicht!!!“.

Als die Kinder im Bett waren, spielten Herr Rabe und ich dann noch eine Runde zusammen Kirby. Von Anfang an, mit meinem Account. Und wie soll ich sagen? Das Spiel ist halt so simpel (zumindest zu Anfang), dass man das so durchlaufen kann, sicherlich auch wenn man zwar erst 9, aber solide Nintendo-Spiel-erfahren ist.

Da ist wohl morgen eine Entschuldigung fällig.

Tag 2398 – Kopf frei.

Wir schleiften heute ein protestierendes Kind aus dem Haus um frische Luft zu bekommen. Das Kind protestierte auch auf dem Ausflug weiter und widersetzte sich absolut allem. Meine Lunte war dafür heute wirklich nicht lang genug, also ging ich einfach weiter und ließ Herrn Rabe den Kampf ausfechten.

Mir fällt grad auf, dass Herr Rabe vermutlich oft genug mit gleich zwei mehr oder weniger explosiven Grummelköppen zu tun hat. ich bin da vermutlich auch kein gutes Vorbild.

Oh.

Naja, jedenfalls hier ein paar frische Teams-Hintergründe, Thema Winter. (Vom Hurdalsjøen.)

Michel entschuldigte sich danach für sein Verhalten und ich hatte den Eindruck, den Kopf lüften war trotzdem auch für ihn gut. Vielleicht versteht er ja irgendwann den Reiz einer weißen, leeren Landschaft.

Tag 2392 – Der alltägliche…

Das Hamsterrad schlägt voll zu. Weiß nicht, was von den ganzen total dringlichen Dingen ich priorisieren soll. Zur Auswahl stehen:

  • IT-Projekt. Wenn ich das nicht diese Woche mache, ist dieser Sprint für uns gegessen, was ich bis dahin nicht abgeliefert hab, wird frühestens im übernächsten Sprint gefixt, und dann sind wir eigentlich schon, haha, fertig. Außer mir kann es niemand machen, wenn ich morgen vom Bus überfahren werde, macht es niemand. Davon geht dann die Welt nicht unter, das wird nur richtig teuer, oder meine armen Kolleginnen und Kollegen kriegen ein Produkt voller Fehler und gefährlicher Fallstricke.
  • Inspektion von nächster Woche vorbereiten. Unvorbereitet sein ist eine richtig beschissene Idee.
  • Report zur Inspektion vor anderthalb Wochen schreiben. Frist 30 Tage (inklusive diverser Durchgänge und Gedön, für das man gut nochmal ne Woche einkalkulieren kann), nächste Woche werd ich da nichts dran machen wegen nächster Inspektion, je später, desto schwieriger wird es.
  • Oppfølging (was das auch immer auf Deutsch heißt, vielleicht sowas wie Nachverfolgung?) einer Firma, die schon seit Weihnachten auf Antwort wartet und mich aber so mit Dokumentation bewirft, dass ich unter dem Haufen einfach ersaufe. Keine Hilfe möglich, der Kollege ersäuft auch unter seinem Kram und die Kollegin hat COVID. Mögliche Konsequenz, wenn ich nicht langsam mal zu Potte komme: mein Name und Worte wie faul, langsam, unverhältnismäßig, Paragraphenreiter in der Zeitung. Hmm.

Und das sind nur die großen Brocken. Dazu kommt der Kleinscheiß, Webseitenänderungen, Anfragen, Meetings… Ächz.

Und zu Hause (ok, Arbeit ist ja auch zu Hause) ein Kind, das ums Verrecken nicht schlafen kann. Es ist zum Haareraufen.

Heute gut: Pippi kriegt etwas andere Bücher zu lesen, als ihre Klassenkamerad*Innen, weil sie sich mit kleinen Buchstaben und langen Wörtern noch schwer tut. Das Buch der Woche hat sie heute aber nahezu ohne Theater mit Hilfe gelesen und sich auch sehr gefreut, als sie die Sätze dann nach dem Entziffern noch mal im ganzen „vorlesen“ konnte. Sie merkt sich die dann einfach, aber die Lehrerin sagt, das ist in Ordnung, solange sie dabei die Wörter anguckt. Die Lehrerin wird schon wissen, was sie tut, und ich bin froh, wenn Pippi Erfolgserlebnisse hat, statt täglich über den Hausaufgaben in Tränen auszubrechen, weil sie „nicht lesen kann“.

Tag 2355 – Wehwehchen.

Michel trägt seine (wie immer hier) aufblühende Allergie mit Fassung. Wie ebenfalls immer verfolgen wir da einen pragmatischen Ansatz und das ist nun die eine Woche in anderthalb Jahren, in der er gut schläft, weil er Cetirizin bekommt. Er hat außerdem etwas wichtiges gelernt seit dem letzten Bielefeld-Urlaub: Augen reiben macht es nur schlimmer. Also lässt er es. Ja, tatsächlich, er hat es oft genug gesagt bekommen und selbst verifiziert dass wir recht haben und das reicht, um den Impuls, die juckenden Augen zu reiben, unterdrücken zu können. Dieses Kind ist faszinierend.

Ich habe Nackenschmerzen von der Schädelbasis bis zu den Schultern und kann mich kaum rühren. Keine Ahnung, woran das jetzt schon wieder liegt, verlegen, zu wenig bewegt, Handynacken… jedenfalls nicht am Schreibtischstuhl, auf dem habe ich seit einer Woche nicht gesessen. Ich trage das mit etwas weniger Fassung und versuche, mit warmem Duschen und Ibuprofen dagegen anzukommen, aber unbedarfte Bewegungen führen trotzdem zu wärmepflasterwerbungswürdigen Gesichtsausdrücken und Schmerzgeräuschen.

Ansonsten heute: sehr gut gegessen, sehr gewundert über das mit der Risikogruppe bis zum Rand gefüllte Restaurant. Ungetestet, weil 2G. „Man“ fühlt sich so sicher, ich denke nach dem Osloer Julebord: hoffentlich geht das gut. Mit Michel sein Magitrax aufgebaut, eine Art fancy Murmelbahn für größere Kinder, die man immer wieder anders zusammenpuzzeln kann. Ich will jetzt auch ganz viel Magitrax und den 48-Stunden-Tag. Außerdem hab ich ein echt schlaues Kind, das sich, nachdem es das System kapiert hat, sehr schnell gute Lösungen für auftauchende Probleme (zum Beispiel unterwegs verhungernde Kugeln) ausdenken kann. Wie gesagt, dieses Kind ist faszinierend. Wissenshungrig, logisch denkend, schnelle Auffassungsgabe und wenn er will, auch große Selbstdisziplin. Aber wehe, er kann etwas Neues nicht sofort, ohne lernen und ohne üben.

(Ich habe ein dumpfes Gefühl, dass ich auch so war. Minus das Wüten. Ich hab, glaube ich, nur in mir selbst gewütet und mich selbst runtergemacht. Ist das besser? Nein. Nur weniger auffällig. Weniger nervig für die Umwelt.)

Tag 2351 – Bergauf.

Heute war der Tag mit den wenigsten Tageslichtminuten des Jahres, ab jetzt wird also alles besser.

Die Fähre für den Rückweg aus Deutschland konnte umgebucht werden. Dass ich drei Stunden auf den automatischen Rückruf der Hotline gewartet habe, deutet aber an, was bei denen heute los war.

Auch heute war Homeschooling keine Freude und wenn wir das nach den Ferien noch weiter treiben sollen, melden wir Bedarf an, dass Michel in der Schule seine Aufgaben macht. Sonst überlebt das nämlich nur einer von uns. (Das klingt jetzt so lustig, wie „Jaja, mein Kind meckert auch erst mal ne halbe Stunde, dass es Hausaufgaben machen muss, die dann zwei Minuten dauern“, aber es ist leider gar nicht lustig, für niemanden hier im Haus. Ganz im Ernst: das, was hier abgeht, kann nicht normal sein. Nicht mal ansatzweise. Dann hätte es wesentlich massivere Proteste gegen die zweite, dritte und vierte Runde mit Schulschließungen gegeben. Weiterhin gehe ich davon aus, dass Michel in der Schule maximal ab und zu die Spitze dieses Eisberges durchblitzen lässt, denn sonst bekämen wir täglich Anrufe von der Schule und Michel würde vermutlich als unbeschulbar gelten. Aus Gründen verliere ich leider langsam die Hoffnung, dass ihm dann wenigstens geholfen würde, wenn er auch dort auffällig wäre.)

Jetzt sind erst mal Ferien und uns kann das sch… Weihnachtsheft am Hintern vorbei gehen. Michel hat es fertig gemacht und es darf jetzt bis zum 3. Januar im Rucksack wohnen.

Pippi hingegen macht ihre Aufgaben zum Teil sehr gerne, nämlich immer, wenn es ums Malen geht. In der ersten Klasse wird noch sehr, sehr viel gemalt. Ich kenne jetzt die Nooms, und weiß, wer welche Farbe hat und wie lang ist. Die Nooms, das ist die fancy Version von diesen Montessori-Zahlen-Stäbchen. Uno ist lila und 1 [Meter, sagt Pippi] lang, Penta ist grau und 5 lang. Fancy sind sie, weil es ein ganzes Noom-Universum mit kleinen Filmchen und Liedern und Apps und was weiß ich nicht alles gibt, statt… naja Holzstäbchen halt. Pippis Aufgabe war heute unter anderem, die Szene „Die Nooms feiern Weihnachten“ zu malen, was sie sehr hingebungsvoll und unablässig mit sich selbst redend tat. Schon süß, aber irgendwann bluten mir ein bisschen die Ohren.

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P.S. Mir ist übrigens völlig egal, ob die Schule den Kindern das Rechnen mit Nooms oder Äpfeln und Birnen oder abstrakten Zahlen beibringt. Hauptsache, sie lernen es, und zwar so dass alle Kinder individuell ihr Potential ausschöpfen können und langfristig motiviert bleiben. Wie das am besten geht, müssen sich Expert*Innen für Didaktik überlegen.

P.P.S. Das selbe gilt für Schreiben und Lesen lernen, Schreibschrift, Bleistift/Kuli/Tintenroller/Füller, schreiben mit der Hand vs. frühen Gebrauch von digitalen Lernmitteln zum Tippen und so weiter und so fort. Es ist mir egal.

Tag 2350 – Hellschooling.

Heute dauerte es 30 Minuten Homeschooling, bis ich beide Kinder und eine Lehrerin gerne zum Mond geschossen hätte. Gerne zusammen. Ich tauge dafür nicht und die Kombi aus mir und Michel ist eine höchst explosive. Wenn Michel explodiert tut er das aber auch gleich richtig und ausdauernd und danach sind gerne Sachen kaputt und wir heulen beide. Kurz und gut: funktioniert nicht. Einfach nein. Singen und Klatschen geht vielleicht noch, aber die Lehrerin unterbindet jeden Kommunikationsversuch der Kinder untereinander, da macht auch Singen und Klatschen nicht so viel Spaß. Michel hatte aber nicht nur Singen und Klatschen auf, sondern auch Mathe und Norwegisch und an Mathe zerbrach die eh schon fragile weihnachtliche Harmonie sehr gründlich. Bei Pippi muss man sehr drauf achten, dass sie nicht mit ihrem iPad abhaut und statt Aufgaben darauf zu machen, Kinderfernsehen schaut (habe ich erwähnt, dass die Kinder im Browser absolut jede Webseite der Welt aufrufen können? Und dass wir Eltern das nicht begrenzen können? Und dass die Schule, die das begrenzen könnte, dazu sagt, wir Eltern müssten den Kindern eben Medienkompetenz beibringen? Das ist alles sehr schön und überhaupt gar kein wunder Punkt, wooooozaaaaaaa…). Morgen um zwölf endet der Schultag offiziell, ab dann machen die iPads auch Ferien. Und ich dreiundneunzig Kreuze.

Unsere Reise ist weiterhin ein unschöner Nervenkitzel. Heute wurde unsere Rückreise storniert – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Hotline, die man zum Umbuchen kontaktieren muss, schon nicht mehr besetzt war. Deutlicher kann man den Kund*Innen den Mittelfinger auch nicht zeigen.

Keinen Bock mehr auf Corona. Das ist doch alles scheiße hoch zehn.

Tag 2347 – Spitzenideen, die 258.

Eigentlich hab ich jetzt Urlaub, uneigentlich haben die Kinder aber ab Montag Schule zu Hause, ich deshalb meinen Urlaub Montag und Dienstag zurückgegeben und wenn ich das eh schon hab, und aus Gründen auch eh erreichbar sein muss (ja, muss, aus Gründen) kann ich auch nachmittags ein bisschen arbeiten und fertig machen, was heute leider nicht mehr in einer sehr freien Interpretation von normaler Arbeitszeit erledigt werden konnte.

Weil ich aber ja eigentlich jetzt Urlaub hab und außerdem heute ein Mammutprojekt teil-abgeschlossen habe, habe ich mir abends ein Glas Rotwein gegönnt, während sich im Fernseher immer noch verschuldete Koreaner in Kinderspielen umbringen. Folgerichtig habe ich jetzt bereits Kopfschmerzen.

Körper einzutauschen gegen einen, der mich nicht für jede ruhige Minute postwendend mit Kopfschmerzen bestraft.

(Homeschooling ist ja auch so eine Sache. Ich bin sehr dafür, dass die letzten zwei Tage vor den Weihnachtsferien nicht mehr in Präsenz verbracht werden müssen. Auf dem Plan stand sowieso für beide Kinder nur noch singen und klatschen und Kekse essen. Aber es muss ja unbedingt digitaler Unterricht sein, also werden elterliche Kapazitäten gebunden und dafür verballere ich definitiv nicht meine Urlaubstage. Urlaub ist das nicht. Arbeit ist es aber auch nicht, fühlt sich jedenfalls nicht so an, wenn man pro Kind drei Lieder singen und fünf Kekse essen als „Aufgabe“ bekommt. Ich übertreibe hier, wir haben die Aufgaben noch nicht, aber die werden ja sicher nicht den Eltern auftragen, am Montag und Dienstag noch schnell Kurvendiskussion mit den Viertklässlern durchzugehen. Wir hatten den Plan für normale Schule bereits und da ist singen, klatschen und Kekse essen keine Übertreibung. Muss auch meiner Meinung nach nicht mehr sein an den letzten zwei Tagen vor den Weihnachtsferien! Aber kann man dann nicht einfach sagen, es gibt eben früher Ferien? Nein, man muss die Illusion der hart arbeitendenden, protestantischen Gesellschaft dringend aufrecht erhalten, auch schon in der Grundschule.)

Der Rotwein spricht aus mir. Gute Nacht.