Tag 1531 – Fertig. Und wach.

Ich! Habe! Einen! Mantel! Genäht!

Hat ja auch nur 10 Monate gedauert, obwohl man ja schon zugeben muss, dass von Januar bis Ende September da rein gar nichts dran passiert ist.

Foto gibt es noch nicht, Sie müssen mir das vorläufig einfach glauben. Vielleicht kriege ich im Hotel morgen was fotografiert, oder ich müsste meine Kollegen bitten (not gonna happen), wir werden sehen. Jedenfalls FERTIG!

Außerdem war heute Michels Kindergeburtstag in der Turnhalle, aber das war so entspannt, dass es sich kaum lohnt, darüber Worte zu verlieren. Mir graute davor wirklich, einfach wegen der Menge Kinder (11) aber die spielten und tanzten ganz zufrieden und es war wirklich einfacher als zu Hause, schon allein weil wir null geplantes Programm hatten (das dann ja auch durchgezogen werden will, bei den leicht zwanghaften Migranten).

Vielleicht wurde ich auch gehirngewaschen in den letzten sechs Jahren, schleichend vermutlich.

Gebügelt und gepackt ist für die nächste Woche, eine Woche Inspektion, eine Woche ohne Familie, seltsam, obwohl ich das ja im Mai auch schon mal gemacht hab. Trotzdem – halt seltsam.

Jetzt viel zu spät im Bett, also wirklich zwei Stunden zu spät aber der Mantel ist fertig und gebügelt ist, man kann nicht alles UND ausreichend Schlaf haben, ich jedenfalls nicht.

Tag 1399 – Kinder zu verleihen.

Ich fühle mich ja immer echt schlecht, wenn ich das mache, aber heute Mittag ging mir Michel so auf den Senkel mit seiner zur Schau getragenen Langeweile, dass ich I. schrieb, ob Michel nicht B. besuchen könne, der ginge zu Hause die Wände hoch. Kein Problem, schrieb I., es ist eigentlich nie ein Problem außer sie sind nicht da oder krank, außerdem haben sie das riesige Haus und den noch viel riesigeren Garten umgeben von Äckern weil sie halt einen großen Bauernhof bewirtschaften. Das Haus ist jetzt im Sommer noch viel schöner als im Winter, am liebsten hätte ich mich gleich mit eingeladen, aber ich wollte ja auch nähen und so lieferte ich Michel ab und fuhr… tanken. „Nur“ 15,55 kr/L, zwei Kronen weniger als irgendwann letzte Woche, aber immer noch 2 Kronen mehr als ich zu bezahlen wünsche, also tankte ich nur halb voll.

Zu Hause nähte ich dann den Rock fertig, er hat jetzt ein Bündchen und einen Geradband-eingefassten Saum im Ex-Lieblingshosenstoff, sehr hübsch sieht das aus. Morgen besorge ich einen Reißverschluss und ein bis zwei Knöpfe. Zwischenfall: ich kam in den Rock zwar durch über den Kopf ziehen trotz zugenähter Reißverschluss-Öffnung rein, aber dann nicht wieder raus. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, aber es war mir nicht möglich, meine Schultern wieder aus dem Ding rauszuwurschteln. Sehr seltsam. Am Ende musste ich, den Rock über den Brüsten hängend wie ein groteskes, trägerloses Zelttop, die Reißverschlussöffnung (die ja dann quasi direkt unter meinem Kinn war) ein Stück auftrennen um mich zu befreien.

Irgendwie ging so der Tag recht fix rum. Pippi ging zwischen hier und den Nachbarn ein und aus, die Nachbarn waren auch immer mal wieder hier, Herr Rabe kämpfte gegen den Löwenzahn und überhaupt kann man ja jetzt eigentlich jede Woche Rasen mähen. Alle zusammen fuhren wir dann Michel wieder abholen, bewunderten die Terrasse, Pippi durfte auch noch Trampolin hüpfen und Herr Rabe das Musikzimmer besichtigen. Sehr schön und sehr entspannt das alles. Michel war nach dem Besuch auch deutlich umgänglicher, Pippi leider nicht, die war danach eigentlich müde, sah das aber nicht ein. Sie musste auch noch baden, denn sie hat sich gestern so einen Kinder-Lippenpflegestift mit (ca.) Marshmallow-Einhornpups-Sugarcookie-Geruch in die Haare geschmiert. Dreimal haben wir seither ihre Haare gewaschen, es riecht nun nicht mehr ganz so streng aber die Haare sehen auch nach dem (mit dem Bad heute Abend) vierten Mal waschen und Spülung einfach total strähnig-fettig aus. Tjanun. Mir fällt dazu nix mehr ein, das muss nun die Zeit regeln. Jedenfalls war Pippi ins Bett bringen eher Kampf als Entspannung, aber es glückte dann doch noch und ich konnte noch Pizzaschnecken für das Sommerfest der Schule (der 1. Klassen) morgen backen. Wer denkt sich denn aus, dass man gemeinsam Picknicken soll, aber Grillen ist verboten? Die Info kam darüber hinaus am Freitag, man hatte also einen ganzen Dreiviertel Tag, sich irgendwas Picknickmäßiges als Grillalternative auszudenken. Mir kam die Idee dann auch erst heute, aber wir haben ja gewisse Dinge immer da: Mehl, Hefe, Zwiebeln, Knoblauch, gehackte Tomaten aus der Dose, dann war noch eine halbe Tüte Veggie-Hack da und eine kleine Dose Mais (von der ich den Rest löffelte und dabei an Twittermenschen dachte) und Käse muss man halt im Zweifel vom Stück runterhobeln, ist aber auch immer da. Morgen also Pizzaschnecken zum vermutlich unorganisierten Picknick. Schade, dass Bier auf solche Events mitbringen hier total verpönt ist.

___

Über Twitter wurde mir ein Text von graslutscher.de angespült, der eine „Doku“ auseinandernimmt, die die ARD zum Thema Elektromobilität ausgestrahlt hat. [Disclaimer: ich habe die Doku nicht gesehen wegen des drecksver… Geoblockings.] Da sind eigentlich alle Argumente, die gegen E-Autos von so „besonders gut“ informierten Mitmenschen kommen, ganz gut aufgegriffen und dagegen argumentiert. Etwas länger zu lesen, aber wirklich ein guter Text zum Thema.

„Und jetzt das Schrillste: Selbst wenn es 100.000 km wären, die ein E-Auto fahren müsste, bis es klimafreundlicher ist als die Benzinversion, wäre das immer noch ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn die Technik ist sehr robust: Es gibt bereits Teslas mit über 600.000 km Fahrleistung, im Durchschnitt verfügen die Batterien nach 300.000 km noch über 90 Prozent ihrer Leistung und nach 800.000 über 80 Prozent. Es wäre selbst mit diesen sehr pessimistischen Rechnung die deutlich klimaschonendere Technologie. Ich halte kurz mal fest:

  1. Deutsche Elektro-SUV sind ein kleines Nischenprodukt auf dem Markt, die Doku tut jedoch so, als seien sie die Regel

  2. Die zitierte, veraltete Studie setzt zu hohe CO2-Emissionen an und spricht selbst an keiner Stelle von 17 Tonnen CO2 pro Akku

  3. Nur wenige E-Autos haben 100-kWh-Akkus

  4. Diese großen Modelle aus dem Luxussegment vergleicht die Doku mit kleinen, sparsamen 6-Liter-Autos

  5. Selbst mit dem behaupteten 17-Tonnen-CO2-Rucksack wären die Elektroautos insgesamt die klimaschonendere Variante

Übrigens: Das meistverkaufte Elektroauto weltweit, das Tesla Model 3, verfügt im Standard über nur 50 kWh und wird bis Ende 2019 voraussichtlich komplett klimaneutral hergestellt. Vor dem Hintergrund gerät der komplette Abschnitt beginnend mit „Doch die Rechnung geht so nicht auf“ zu peinlichem Fake-News-Mumpitz.“

Im Artikel wird auch genannt, was ich auch gerne anführe: ein heute gebautes Elektroauto kann in 15 Jahren vielleicht komplett mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, auch in Deutschland, wenn da endlich dieser Blödsinn mit dem Kohleabbau sein gelassen wird. Ein Benziner verbrennt auch dann noch Benzin, unweigerlich, genau so viel wie heute. Und wie wird eigentlich so ein SUV recycelt, in der Boardelektronik stecken doch sicher auch da ganz viele seltene Erden.

Tag 1398 – Wiedersehen mit Nähmaschine.

Leider keine Bilder. Mein und Michels fehlgeschlagener Ausflug gestern hatte ja zum Ziel, Stoff zu kaufen, nämlich für ein Taillenband und Halsausschnitt/ eventuell Ärmelbündchen an einem Kleid. Ich hab da nämlich diesen groß gemusterten, sehr bunten Stoff und ich glaube, wenn man das nicht optisch unterbricht, wird man von dem Muster vermutlich total wuschig. Jedenfalls gibt es eben noch keinen Unterbrechungsstoff. Ich hab zwar heute Ober- und Unterteil fertig genäht, aber mehr halt noch nicht und ja, ich hab die Einzelteile anprobiert aber so bauchfrei sieht das schon reichlich bescheuert aus, muss ich sagen. Generell finde ich ja die Rückkehr von „bauchfrei aber extra weit“ eine optische Zumutung und zwar völlig egal, wie der drin steckende Körper geformt ist. Hochwasserhosen ebenso, das sieht immer alles aus wie „ach komm, der Konfirmationsanzug, der geht noch!“. So.

Dann noch spontan einen Rock zugeschnitten, aus einem Leinenreist und einer alten Hose, die ich sehr liebte und die deshalb nach Riss im morschen Stoff nicht in den Müll wanderte, sondern in die Stoffkiste. Morgen muss ich mir ein Bündchen dazu improvisieren und Dienstag einen Reißverschluss besorgen. Und Unterbrechungsstoff, siehe oben.

Dann habe ich noch diverse Stoffe und keinen Plan dazu, unter anderem einen hellgrünen, dünnen Jersey mit weißen Punkten, aber in hell- also pastellig-grün sehe ich echt nicht gut aus, da muss ebenfalls eine Unterbrechung her, mindestens ein farblich abgesetztes Halsbündchen. Hmmhmm. Der Stoff würde für ein Kleid reichen, aber ich weiß nicht was ich da will, ein weites, luftiges Sommerkleid, bequem, aber figurbetont, vielleicht denke ich mir einfach selbst was aus. Mit Unterbrechungen. Türkis geht vielleicht, oder hellblau. Wir werden sehen. Und Sie auch, wenn’s nicht bauchfrei ist.

Tag 1336 – Frau Rabe very kluk.

Heute mal einen Tag lang nicht zum Umfallen müde gewesen. Dann auch noch das iPad über Nacht geladen, die Kinder um halb acht im Bett, Herr Rabe nicht da, ich hätte die Steuererklärung machen können und dann früh ins Bett gehen. Sollen! Haha. Was ich gemacht habe: die Nähmaschine ausgepackt. Am Mantel (jaha! Bald Frühling. Aber ich bin je zwanghaft, das ist wie ein neues Buch anfangen, wenn da noch eins angefangen liegt. Und nächsten Winter brauche ich ja auch einen Mantel.) weitergemacht. Schlau ist das natürlich nicht, vor allem nicht, wenn ich dann kein Ende finde. Aber schön ist’s ja auch.

Tag 1284 – Ein paar lose Enden.

Discovery. Die neue Staffel kriegt mich nicht ganz so wie die erste. Mal sehen, ob das noch wird. Spezifische Kritikpunkte (mit verklausulierten aber schon halt Spoilern):

  • Die zuletzt ausgestrahlte Folge war mir zu schnulzig
  • Die davor auch
  • Die davor war komplett absurd
  • Figuren kommen und verschwinden erklärungslos (die neue Technikerin, eine Figur, so nerdy und eigen, dass man sie so wunderbar ins Team integrieren könnte, aber sie ist halt mal sehr präsent da und dann komplett weg. Ist die Schauspielerin zwischendrin in den Urlaub gefahren? Haben die Drehbuchautor*Innen nicht miteinander geredet? Sowas ist doch Käse.)
  • „Security Consultant“. Und diese ganze Weltraum-Rowdy-Truppe.
  • Das enorme Plothole „das Mycelium wird uns sofort angreifen, wir haben nur eine Stunde, danach sind wir alle tot und das Schiff aufgelöst!“, wie es gestopft wurde „ach ja, äh, wenn wir hier durch rein gehen, ist es eigentlich safe!“, plus dass der Dings da angeblich monatelang überlebt haben soll, wo doch Kontakt zum Myzel ihn direkt hätte auflösen müssen. Aber klar, er hat sich ja mit Rinde bedeckt. Natürlich.

So. Weiterhin mag ich die verschiedenen Frauenfiguren. Vor allem Philippa Georgiou, selbst in dieser Weltraum-Rowdy-Truppe.

___

Die Hort-Sache. Tja, neulich redete ich mit dem Hort-Chef und das lief wie erwartet schlecht. Er konnte mir keine Hoffnung machen, dass sich zeitnah irgendwas an der Qualität der Betreuung ändert. Des Weiteren verwies er an die Lokalpolitiker, auch für die Möglichkeit, nur den Morgen-Hort zu nutzen und dafür nicht 2000 Kronen im Monat zu zahlen, diese Möglichkeit ist nämlich nicht existent und das kommt halt „von oben“, machste nix, Pech gehabt. Nachdem die Nachbardamen aber gesagt haben, dass sie ihre Kinder ab dem Sommer auch im Sport-Hort anmelden werden und wir die Morgenstunden dann schon irgendwie abgedeckt bekämen, haben wir Michel nun kurzentschlossen doch beim Sport-Hort angemeldet, ab 1.4.* und drei Tage die Woche. Gleichzeitig reduzieren wir den normalen Hort auf 50%, entsprechend 15 Stunden pro Woche, nämlich jeden Tag eine Stunde morgens plus zwei Nachmittage. Diese Lösung kostet uns etwa 1000 Kronen pro Monat mehr, das kriegen wir hin. Und ab 1.8. dann eben nur noch Sport-Hort, 5 Tage die Woche und die Morgenstunden teilen wir uns unter sechs Erwachsenen auf, das muss ja irgendwie gehen. Spannend wird dann noch, wie wir es mit einem Auto lösen, vier Kinder und zwei Erwachsene zu verteilen. Aber auch das wird hinhauen. Hab ich jetzt beschlossen.

(Mit der Lokalpolitik werde ich trotzdem noch mal reden. Die müssten ja auch ein Interesse dran haben, dass Kinder wenigstens einen kleinen Teil der Betreuung nutzen und Eltern dafür bezahlen. Aber man muss vielleicht noch mal sehr deutlich sagen, dass 2000 Kronen für ~20 Stunden tatsächlich genutzte Betreuung pro Monat einfach nicht drin sind, die Alternative zu einem sinnvolleren Tarif ist also halt dass meins und andere Kinder gar nicht mehr angemeldet sind, das bedeutet weniger Geld für die Kommune und wegen weniger angemeldeten Kindern weniger Personal für die restlichen Kinder im Hort.)

___

Die Milben kamen letzte Woche, es waren tagsüber -8 Grad, ich nehme an, sie waren alle tot gefroren. Ich habe keine einzige lebende Milbe gesehen, aber vielleicht sind die ja auch ganz klein, wer weiß. Jedenfalls flogen heute wieder ganz viele Erdmücken hier rum und ich habe dann wieder die Erde getauscht und die restlichen toten Milben drin verteilt. Ich hab so die Schnauze voll von diesen kack Mücken. Und die Schnecken glaube ich auch, sobald fliegende Mücken (und nicht nur Larven in der Erde) da sind, werden sie inaktiv. Die Mücken sind aber auch dumm wie Mücken halt und fliegen den Schnecken gegen die Augen und kriechen vielleicht auch in die Atemlöcher, da würde ich mich als Schnecke auch eingraben und nicht mehr rauskommen.

___

Pippi ist wieder fiebrig und hat geschwollene Lymphknoten am Hals, sonst aber nichts. Ich bete zu allen höheren Mächten, an die ich nicht glaube, dass das nicht heißt, dass die Mandelentfernung das PFAPA nicht besiegt hat. Ebenfalls bete ich, dass mir das in der Probezeit nicht irgendwie angekreidet wird.

___

Das Regal habe ich, nachdem es letzte Woche endlich die richtigen Dübel bekommen hat, heute eingeräumt. Es stehen nun hauptsächlich Bücher drin, weil wir kaum Dekogegenstände haben, die ich mir heute noch in mein Wohnzimmer stellen würde. Das sind halt alles Dinge, die wir mit Anfang 20 angeschafft haben, als wir zusammenzogen, zum Teil waren die auch schon in unseren KinderZimmern vorhanden, aus denen wir damals auszogen. Ingesamt seit langem nicht mehr mein Geschmack. Habe dann lange drüber nachgedacht, was denn mein Deko-Geschmack sein könnte und naja, vielleicht sind Bücher halt auch eine ausreichende Deko. Mir fiel jedenfalls nichts ein, dass ich mir ins Regal stellen würde. Ich hatte neulich schon das Problem mit Bildern an der Wand: mein Geschmack ist da eigen, es muss was sein, das ich mir gut angucken kann, aber das meine Aufmerksamkeit nicht komplett frisst. Schon manche Landschaftsbilder waren mir da zu viel, alles mit Menschen drauf eh, Tiere, hmm, Wellen, Sinnsprüche, Ballettschuhe und so weiter genauso wenig wie TigerLöweElefantenPanther oder chomglänzende Retro-Motorräder. Wenn die Bilderrahmen für die schon längst angekommenen Plakate mit Abbildungen von blauen Blumen auch da sind, zeige ich Ihnen mal die und Sie sagen mir dann, was die Dekogegenständliche Entsprechung zu blauen Blumen ist, ja?

___

Mit dem Mantel habe ich immer noch nicht weiter gemacht. Nachdem ich gestern unvorsichtiger Weise gesagt habe, ich möchte gern am Wochenende nähen, musste ich heute für und mit Michel einen Lemming nähen. Danach Hausarbeit, Regal, Erde, krankes Kind, Zack, Tag um.

___

*das war möglicherweise verfrüht, weil ich „1 Monat Kündigungsfrist“ so interpretiert habe, dass ich jetzt zum Ende des nächsten Monats kündigen kann. Aber dann hieß es plötzlich „Änderung wirksam ab 2 Monate, beginnend am 1. des Monats nach der Änderung“. Aber da war’s mir dann zu schade um die Nerven, echt mal, sind dann auch nur noch mal 1000 Kronen mehr für den einen Monat, da rege ich mich nun nicht drüber auf.

Tag 1235 – Blink, Blink.

Die eine der drei Küchenlampen ist irgendwie nicht ganz so smart drauf heute und macht, was sie will. Wir sind aber so tiefenentspannt, dass wir das eher lustig finden als u s drüber zu ärgern.

Pippi ist dreieinhalb. Heute hätten wir sie gerne ein paar mal irgendwo „vergessen“. Ihr Geduldsfaden ist einfach mega kurz und sie kennt nur die Modi „nörgeln“ und „kreischen“. Ganz toll. Wären wir nicht so tiefenentspannt, würde das grad wohl sehr an unseren Nerven sägen.

Ich habe mit dem Mantel angefangen*. Gestern Abend habe ich zugeschnitten, heute geheftet um die Passform beurteilen zu können und, naja, die Passform ist so lala, da kann ich aber sicher noch was rausholen. Was blöder ist, ist dass ich nicht mehr nachgeguckt hatte, ob ich passendes Garn habe und weil die Nähte außen liegen geht halt „passt einigermaßen“ eher nicht. Und natürlich habe ich kein passendes Garn. Wäre ich nicht tiefenentspannt, wäre ich ziemlich sauer auf mich wegen dieser Doofheit. So habe ich der Nähmutter geschrieben, ob sie mir Garn leihen** kann und fahre nun morgen Vormittag dort hin und schaue ob sie passendes hat. Dann kann ich auch diverse andere Fragen stellen, zum Beispiel nach Taschen***, Futter und ob sie Tipps hat, von einem meiner absoluten Lieblingskleider, in das die Waschmaschine (?****) leider nach Heiligabend viele ganz kleine Löcher gefressen hat, den Schnitt abzunehmen. Das Kleid war sehr teuer, passt mir wie angegossen und ist nicht von der Stange, also mal eben nachkaufen ist auch nicht. Da war ich mal kurz nicht so ganz tiefenentspannt und hab ob der Löchlein recht doll geflucht und ein Tränchen verdrückt. Weil Lieblingsstück.

Nicht nur ein Tränchen verdrückt habe ich heute bei der absolut letzten Folge Tatortreiniger. Ich fand die Serie von Anfang an super und das Ende ist lustig, wunderschön und tieftraurig und passt wunderbar zu Schotty. Schnief.

___

*Jaja, Sie wollen Fotos von den anderen Projekten. Beim Kleid für Die Beste muss ich Sie enttäuschen, das andere kann ich ja morgen zur Feier des Tages anziehen und Ihnen dann zeigen?

**Man „leiht“ hier auch Dinge, die sich dadurch verbrauchen. Genau genommen schenkt sie mir dann Garn, und ich kaufe ihr eine neue Rolle und gebe es ihr zurück. Leihen halt. Man leiht hier auch einen Keks, von dem man mal abbeißen will.

***Ich hab da schon eine Idee, aber egal wie brauche ich erst Futterstoff.

****Erst hab ich panisch den ganzen Schrank und jede einzelne Wollklamotte nach Mottenlöchern abgesucht, aber es ist nur dieses eine Kleid und ich glaube mir wär an Heiligabend auch aufgefallen, dass es Löcher hat, wenn es die denn gehabt hätte.

Tag 1224 – Spurt.

Zu viel zu tun und wenig Zeit. Habe heute das Kleid fertig genäht, ja, ganz fertig, die Ärmel sind drin, der Reißverschluss ist drin, es ist gesäumt und gebügelt, es passt sehr gut, alles hübsch. Foto… morgen oder so, keine Zeit. Werde nun nach dem gleichen Schnittmuster in einer anderen Größe ein Kleid für die Beste machen*, die morgen kommt und das zu Weihnachten bekommen soll, eigentlich wollte ich es schon soweit zusammen geheftet haben, dass wir direkt anpassen können, aber nun muss ich morgen endlich putzen und vorher das Arbeitszimmer aufräumen, sonst kann die Beste nämlich leider nirgends schlafen, das geht ja auch nicht.

Viel Kleinkram auf der To-Do-Liste abgehakt und Herr Rabe gebürt grad nochmal extra Dank, denn er hat in den letzten Tagen ein paar unvorhergesehene Kommunikationsprobleme zwischen den diversen Geräten der Smart-Home-Lösung gefixt und man kann nun einfach sagen „Hei Siri, mach im Schlafzimmer das Licht aus!“ wenn Michel um halb elf aus dem Kinderzimmer getapst kommt und „Ich will bei euch schlafen“ murmelt. Außerdem müht sich Herr Rabe heute Abend auch schon seit drei Stunden mit den Küchenschubladen ab, für die die Fronten gestern gekommen sind, ich hätte das nicht so schwer eingeschätzt, hups.

Jetzt muss ich noch was Essen und dann… aufräumen oder für das Geschenk-Kleid Stoff zuschneiden, eins von beidem, sonst schaffe ich das morgen nicht alles.

___

*Und in der Version mit langen Ärmeln ohne Schlitz, weil sie sich das so gewünscht hat, und in Romanit-Jersey, wie es das Schnittmuster auch eigentlich vorschlägt, also auch kein Reißverschlussgehampel, hurra. Dafür bin ich gespannt, wie es läuft mit dem Anpassen für schmale Schultern aber große Oberweite, ich bins bei mir ja nur andersrum gewohnt. Hurra auch an dieser Stelle für Jersey, das macht es alles etwas weniger kritisch.