Tag 1141 – Was schön war.

Also. Wie zu erwarten war, war mein Tag im großen und ganzen einer zum Abgewöhnen. Ich war auf einer missglückten Geheimmission unterwegs, traf dabei zufällig wen, über den ich mich tatsächlich freute, aber nicht heute, heute war ich zu… kaputt, keine Filter, und ich wollte wirklich eigentlich nicht genau dieser Person von dem Mist erzählen, der hier grade abgeht. Aber ich hab halt mein Herz auf der Zunge und dann kam das alles raus, aber, hey, ich hab immerhin nicht zu flennen angefangen. Meine missglückte Mission mündete dann auch noch in einem Migräneanfall, der sich gewaschen hatte und zudem untypisch war, nämlich beidseitig. Ich dachte, meine Augen explodieren einfach, das hätte ich möglicherweise nicht mal schlimm gefunden, dann hätte wenigstens der Druck aus dem Kopf gekonnt. Möglicherweise (jaja, ganz sicher, aber es ging nicht, echt!) wäre es gut gewesen, mehr zu essen als zwei Bananen und mehr zu trinken als drei Kaffee und einen Liter Wasser, aber das kam halt so. Und dann saß ich im Zug und mein Kopf tat so weh und ich war so, so, so müde von dem allen, aber ich musste doch Pippi abholen und dann Michel und meine Auto-Lobhudelei heute würde wohl so aussehen: ich hab Herrn Rabe gebeten, nicht zum Sport zu gehen sondern nach Hause zu kommen, weil ich mich schon kaum in der Lage sah, die Kinder abzuholen, geschweige denn mit Essen zu versorgen und Hausaufgaben zu machen.

Aber. Diese Negativität hilft ja keinem weiter. Deshalb: was heute gut war:

  • Nach drei Stunden Schlaf ist mir nicht mehr schlecht und bis auf den Triptankater ist auch mein Kopf wieder ok
  • Ich habe ein hoffentlich zielführendes Telefonat geführt. Ich werde darüber aber erst offiziell berichten, wenn es fest ist. Es handelt sich nicht um einen neuen Job, leider, das kann ich ja schon mal verraten.
  • Wir haben den Kindergartenplatz für Pippi angenommen. (Hab ich das überhaupt geschrieben? Wir haben einen KiTa-Platz in Eidsvoll angeboten bekommen, gestern, ganz überraschend nachdem ich nach einer Anrufrunde durch die Eidsvoller Kindergärten schon alle Hoffnung hatte fahren lassen.) Leider hat sich der Kindergarten nicht gemeldet, ob wir heute oder morgen vorbei kommen können, aber: wir haben einen Kindergartenplatz in Eidsvoll. Auf der anderen Seite vom Bahnhof, also auch immer noch nicht ums Eck, aber kein Vergleich zum 25 km entfernten und nur mit Bummelzug erreichbarem Kindergarten jetzt. Der Kindergarten sieht hübsch aus und hat nur 37 Kinder in 3 Gruppen, deshalb hoffe ich, dass er auch zwischenmenschlich mehr so ist wie unser alter Trondheimer Kindergarten. Die beiden ums Eck gelegenen Kindergärten haben über 20 respektive 31 Kinder auf der Warteliste, davon einige, die bevorzugt behandelt werden, statistisch gesehen besteht da also kaum eine Chance, im laufenden KiTa-Jahr einen Platz zu bekommen und nächstes Jahr im Sommer könnten wir dann lotteriemäßig auch irgendeinen Platz irgendwo in der Kommune bekommen, vielleicht wieder 25 km in eine noch viel falschere Richtung.
  • Alle ihre Nachrichten. Ich war ja auf viele Mails eingestellt, aber dass ich so viele nette, persönliche Nachrichten mit unzähligen guten Wünschen kriege, hätte ich nicht gedacht und das hat mich heute sehr berührt. Irgendwann war ich zwar an dem Punkt, wo ich bei jedem netten Wort direkt in Tränen hätte ausbrechen können, aber nur vor Dankbarkeit, ehrlich. Dass Sie alle so Anteil nehmen bedeutet mir sehr viel. Ich hab da keine Worte für. Danke. Und schön, etwas mehr über einige von Ihnen zu erfahren!
  • Michel hat mir, als wir zu Hause ankamen, etwas gebastelt. „Weil dir nicht so gut geht.“ Weil es mir sogar richtig, richtig beschissen ging, hab ich nicht so ganz adäquat drauf reagiert, aber morgen muss ich ihn dafür noch mal ganz doll knutschen. Ich bin sicher, der verträgt sich als Glücksbinger ganz prima mit dem Bügelperlenherz, das mir Michel für die Reise „nach Amerika“ gemacht hat.

Tag 1025* – Politikerschwund in Norwegen.

Hach, jetzt sollte hier die geradezu herzerweichende Geschichte stehen, wie Michel heute beim Frühstück in einem Gespräch, dass sich aus seiner Frage „Können zwei Jungen ein Baby zusammen machen?“ entsponnen hatte, vorschlug, wir sollten doch unsere norwegischen Politiker nach Deutschland schicken, damit die da mal sagen, dass das ganz ungerecht ist, wenn gleichgeschlechtliche Paare nicht so einfach Kinder adoptieren dürfen. Aber dann habe ich beim googeln festgestellt, dass das seit der „Ehe für alle“ gar nicht mehr so ist**, und das ist zwar für meine Geschichte jetzt blöd, aber ja aus dem besten denkbaren Grund.

Ansonsten waren wir heute auf dem Festival und es war sehr aufgebaut und wegen absolutem Bombenwetter einfach großartig, da kann man auch mal Sonnencremeflecken auf dem T-Shirt verzeihen. Bilder morgen, gesammelt vom Wochenende.

Auch ansonsten: in der Not frisst der Teufel fliegen und Frau Rabe bekämpft Migräne aus Mangel an Alternativen*** mit Paracetamol und… Magnesium. Das war ein „toller“ Tipp von der Apothekerin in Kroatien gewesen, wo Triptane auch alle rezeptpflichtig sind****. Nun. Es hat funktioniert. Allerdings mussten dafür 2000 mg Paracetamol her (1000 gestern abend und dann noch mal 1000 heute früh um fünf, als ich von Kopfschmerzen geweckt wurde, wenn das passiert, ist es normalerweise Alarmstufe rot) und 800 mg Magnesium. Und von so viel Magnesium auf einen Schlag kriegt man dann auch Durchfall. Aber besser das, als Migräne. Oder Legevakt. Aber ehrlich, wenn Sie Migräne haben: sprechen Sie mit der Ärztin Ihres Vertrauens, finden Sie möglichst ein Triptan, das Ihnen hilft, finden Sie möglichst einen Weg, Anfälle zu verringern, sei es durch Vermeidung bestimmter Trigger oder durch Medikamente, aber glauben Sie nicht der Frau aus dem Internet, die in ihrer Verzweiflung einmal Magnesium probierte und bei der es (vielleicht auch nur wegen der Verzweiflung) half.

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Auto-Lobhudelei*****: Heute die meiste Zeit recht gut mit den Kindern gewesen, obwohl Michel ziemlich am Flippen war, vermutlich wegen des Festivals. Ungeduldig, nah am Wasser gebaut, sofort auf der Palme und auf 180 und „nienienie werde ich [akuten Aufreger einfügen]“. So wie ich sonst. Gemessen daran eigentlich Supermutti gewesen. Und gesunde Snacks dabei gehabt (und den Kindern trotzdem Zuckerwatte gekauft).

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*Na super, Tag 1024 einfach übergangen. Sorry, 2^10-Tag.

**auf dem Papier jedenfalls, praktisch sieht es wohl anders aus.

***kurz vor Kroatien bestürzt festgestellt, dass nur noch 1 Tablette des OTC in Deutschland gekauften Triptans da ist und die quasi aus Schock direkt zwei Tage später nehmen gemusst. Dann gedacht, ach, ich bin ja in Kroatien, da sind Triptane bestimmt auch OTC. Nein, sind sie nicht****. Und die Ibuprofen-Lysinat-Tabletten sind auch irgendwie schon wieder alle. Die gibt’s hier ja auch nicht. Seufz.

****Ich finde das eigentlich nicht schlimm, in Deutschland war es ja auch bis vor ~10 Jahren so, nur im Akutfall ist es halt blöd, wenn man sich statt zur Apotheke dann zur (Notfall-, wenn Wochenende oder spät) Praxis schleppen muss, da ewig wartet und die Migräne in der Zeit völlig eskaliert. Aber Montag habe ich einen Arzttermin, ich hab schon ne Liste an Dingen, die ich ihm vortragen werde.

*****hab ich ja auch schleifen lassen, ne? Ich werd mich bemühen, das wieder einzuführen.

Tag 968 – Aufregend!

Ein bisschen in eine Tüte atmen ist da wohl erlaubt: ich bin mit meiner Bewerbung bei einer EU-Behörde eine Runde weiter gekommen. Huiuiuiuiui! An 2.5. werde ich da einen schriftlichen Test machen müssen. Die Themengebiete habe ich auch schon bekommen und sie sind alle vage bis total vage („EU-Test“) formuliert. Ich werde also die nächsten vier Wochen ziemlich viel lernen.

Auch heute: erfahren, dass der Chef* wegen der Kröte angerufen wurde und die sehr beeindruckt von mir waren (ach.). Weiter aber nix von der Kröte gehört.

Ebenfalls heute: 11672 Schritte laut Fitbit, 8338 laut Telefon. Ich hab mir ja schon länger gedacht, dass das lügt. Auch putzig: das Fitbit erkennt „Zu Fuß nach Hause gehen“ als moderates Training. Öhömm. Meine Herzgesundheit ist aber bei 38-42 (Kartoffeln, das Fitbit-Äquivalent zu Frau Brüllens Stress-Bratwürschtl). Und ach ja: falls Sie auf der Suche nach einem Schlafphasen-Weckdings sind: *das* können die Fitbits nicht, fragen Sie mich nicht, warum nicht, die Community bemängelt das seit Jahren. Ich ärgere mich tatsächlich, dass ich das nicht wusste. (Das können aber auch nur ganz wenige Activity tracker und vermutlich ist es deshalb doch gar nicht so einfach zu implementieren, wie die wütende „ICH KAUF NIE WIEDER SO EINEN SCHEISS!“-Community so zu wissen meint.)

Auch: die Fahrrad-Ersatzteile einfach komplett selbst im Internet bestellt und mir einen Stinkefinger in Richtung lokaler Einzelhandel gedacht.

Ach ja und Michel heute früh: „Mama, weißt du was? Wenn ich dann den Zahn verliere, dann tun wir den in ein Glas mit Wasser und dann KOMMT DIE ZAHNFEE UND DANN KRIEGE ICH EIN GELDSTÜCK!!!1elf!!“. Ich finde die Zahnfee ja blöd, aber ich fürchte, das bringe ich nicht übers Herz, die Zahnfee für ihn sterben zu lassen.

Jetzt Kopfschmerzen, war wohl alles ein bisschen viel heute.

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Auto-Lobhudelei: mich nicht wie der letzte Honk angestellt beim Mario Odyssey** spielen. (Aber die Steuerung ist für Generation GameBoy trotzdem erstmal ne Herausforderung.). Und drei Liter Wasser getrunken (dafür schon vom Fitbit ordentlich gefeiert worden).

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*Ich nenne den einfach weiter so.

**Macht schon sehr viel Spaß. Doch. Am meisten die Ausflüge in die 2D-Welt.

Tag 889 – Zäh und ätzend.

Ist es ein Kopfschmerz?

Ist es eine schlechte Laune?

Nein! Es ist PMS!

(Vermutlich.)

Es ist früh dran, wir werden sehen, wie lange es bleibt und wie dringend da der Handlungsbedarf ist. In jedem Fall besteht welcher. Ist ja auch ne Einsicht.

Jedenfalls machte es mir den Tag heute schwer. Haben Sie mal versucht, alles hassend, allen voran sich selbst!, Bewerbungen zu schreiben? Wenn’s nur irgendeine gewesen wär, aber diese hier war mir wichtig und die werde ich modifiziert auch noch mehrmals an das gleiche Unternehmen schicken, denn da sind mehrere sehr ähnliche Post doc-Stellen ausgeschrieben. Und die heute, die erste, das ist die beste von denen und das Unternehmen ist jetzt aber auch nicht grad bekannt dadurch, Underachiever einzustellen, also: hui. Huiuiui. Ich habe schlussendlich nach Mittagessen, Dusche, drei Kaffee und einer Kopfschmerztablette doch noch etwas geschafft, mit dem ich zufrieden bin. Ich würde mich einstellen – und das sage ich nicht oft. Aber der Weg war steinig heute.

Dazu kam:

  • Mahnung über die längst bezahlte Miete.
  • Nervige Korrespondenz mit der Mietmakleragentur, über die die Wohnung hier gemietet ist. Fazit: Verlängerung nur um zwei Monate (bis Ende April) möglich, danach muss ein neuer Vertrag her, mit dem wir uns dann wieder eine ewig lange Kündigungsfrist ans Bein binden.
  • SAS stellt sich quer, mich für die gecancelten Flüge zu entschädigen.
  • Nachricht, wann meine Defense sein wird: am 22. *grobe Flüche einfügen* JUNI. Aus Gründen, aber: ALTER!!! Das sind noch mehr als 5 Monate, what the actual eff. 5 Monate, um wirklich sicher zu gehen, dass ich verrückt werde. Ich hasse es. In Kombination mit dem zweiten Punkt besonders prickelnd.

Darf ich in meiner pessimistischen, misanthropischen Grundhaltung mal kurz was prophezeien? Nein? Mir egal: die Versicherung wird nicht für die gestohlenen Sachen aufkommen, die Firma mit dem vergeigten Vorstellungsgespräch nicht für die Reisekosten aufkommen, SAS wird einfach weiter behaupten, das Wetter war schuld und das Restaurant wird am 22.06. nicht können, weil die Cousine des Schwagers des Inhabers da heiratet. Und Job kriegen/Umziehen/KiTa-Plätze besorgen wird die Hölle auf Erden.

So, dann wäre ich jetzt bereit, mich positiv überraschen zu lassender wenigstens sagen zu können: tja, hab ich ja gesagt, dass es so kommen wird.

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Auto-Lobhudelei: Bewerbung geschrieben, nur kurz wegen des Datums für die Verteidigung geheult, nichts angezündet.

Tag 856 – Ach, ach, ach.

Mein Tag in Abrissen:

  • Aufgestanden nach dreieinhalb Stunden Schlaf, mit Kopfschmerzen ähnlich wie Kater.
  • Schmink, Anzieh, Pack, Auscheck, Frühstück mit Businesskaspern, morgens um vor sechs am Flughafen halt. Nicht meine Zeit, ich kann da auch noch nix richtiges essen.
  • Hurra, Pressbyrån verkauft auch um sechs Uhr morgens schon Ibuprofen.
  • Lange Schlange an der Sicherheitskontrolle. Sehr lange. Trotzdem entspannt geblieben.
  • Mit frischem Kaffee ins Flugzeug. Zu dösen versucht. Nix.
  • Mein Herz, wie auch schon gestern Nacht, versucht mir aus dem Hals zu hüpfen.
  • Gerädert in Frankfurt angekommen. Ohne über Los zu gehen direkt zum neuen Gate. Mit Last Call das Gate erreicht.
  • Hops nach Stuttgart.
  • Glanzleistung des Tages: Ich erblicke einen Menschen, der auf jemanden zugeht, der ein Schild mit „MPI XXX“ in der Hand hält. Mein Gehirn ist aus und ich renne auf den Menschen zu „Hallo, ich muss genau da* auch hin, können Sie mich vielleicht mitnehmen?“ und dann sage ich das nochmal auf Englisch, denn der Mensch ist Franzose und kann kein Deutsch.
  • Ich und der französische Professor werden vom Privattaxi nach XXX gefahren.
  • Im Taxi nehme ich endlich den Beta-Blocker. So sollte die maximale Wirkung zu Anfang des Gesprächs da sein. Kann ich gut gebrauchen, ich bin so aufgeregt, dass mir schlecht wird. Meine Hände zittern, das Herz hopst. Dazu Kopfschmerzen. Mir geht es eigentlich echt nicht gut.
  • Ich bin 30 Minuten zu früh (dank Taxi) und fixe Make-up, Deo und Schuhe im Klo. Außerdem esse ich den Lufthansa Frühstücks-Cookie.
  • Gespräch.
  • Oh damn.
  • Mir geht es nicht gut, ich bin hypernervös, wirke unerfahren, unsicher, vielleicht fahrig, bin ich ja auch.
  • Gefühlt rede ich mich um Kopf und Kragen.
  • Nach der zweiten Gesprächsrunde möchte ich mich unterm Tisch verstecken. Meine Hände zittern jetzt wie bei ner Parkinson-Patientin.
  • Dritte Runde: HR-Dame. Das war schön. Ich bin vermutlich zu offen, aber schlimmer kann ich’s echt nicht mehr machen.
  • Es ist vorbei. Ich hole meine Sachen. Ich vermeide, mir im Gesicht rumzufummeln, weil ich merke, wie ich zittere und jeder wird es sehen, wenn ich meine Hände nicht verstecke.
  • Damn, jetzt merke ich auch die Migräne.
  • Fuck ey, verkackt, weil krank und da uneinsichtig.
  • Selbes Klo. Migränetablette einwerfen.
  • Jetzt merke ich erst die Müdigkeit. Ich möchte mich zusammenrollen und schlafen.
  • Ich habe kein Bargeld. Ich gehe zu Fuß zum Bahnhof. 45 Minuten.
  • XXX ist echt hübsch.
  • Ich finde den Bahnhof nicht.
  • Ich hole mir einen Döner.
  • Ich finde den Bahnhof doch noch und fahre mit dem Bus über tausend Käffer zum Flughafen. Ich döse und esse abwechselnd, ich fühle mich kacke und gleiche meine Erscheinung dem an.
  • Super nervige Kosmetikverkäufer wollen mir heillos überteuertes Zeug andrehen.
  • Flug. War. Ich döse.
  • Abgeholt von Tante, Leid geklagt.
  • Grünkohl mit Mettwurst. Viel Liebe!
  • Quatsch, Tee, Opi-Gespräche mit dem Onkel, der Tante und einem meiner Cousins. Mein Cousin und ich sind uns einig: Opi sah als junger Mann EXAKT aus wie Pete Campbell.
  • Abschminken, oh jöss, meine Haut, Tablette, bloggen, Bett.

Ich danke Ihnen echt allen für die Daumen. Und ich verfluche meinen Stoffwechsel.

Auto-Lobhudelei: alles irgendwie durchgezogen trotz widrigster Umstände. Und die Sache mit dem Taxi war preisverdächtig.

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*nicht genau da, ein bisschen den Hügel hoch und ums Eck. Aber genau genug.

Tag 823 – Zeitplankaputtmacher.

In meinem Schreibe-Zeitplan sind wenig Unwägbarkeiten vorgesehen. Beziehungsweise sind sie das schon: das wird dann eben am Wochenende nachgeholt. Es wird ganz bestimmt ganz toll, zum Beispiel muss ich den heutigen Tag, den ich zu 80% mit Migräne im Bett und dann zu 20% mit Triptanmatschbirne vor mich hin vegetierend verbrachte, nachholen, ich brauche einfach jeden Tag grade. Ich hab auch eben noch ein paar stumpfsinnige Dinge erledigt, zum Beispiel das Alignen zweier Moleküle innerhalb einer Abbildung* in LaTeX, ich sag mal so: man muss schon Erfahrung in LaTeX mitbringen, um solche Dinger zu machen. Chemfig und ich werden wohl auch nicht mehr so richtig dicke Freunde, aber ich muss ja nur noch… 4 andere Basen basteln, das geht schon klar.

Und nächste Woche Donnerstag muss ich dann auch nacharbeiten. Da fliege ich nämlich nach Stockholm. Zu einem Vorstellungsgespräch**.

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*Ich hatte ein Foto gemacht, aber jetzt will das iPad das vom Handy aufgenommene Foto nicht haben und ach, so wichtig ist es auch nicht.

**Die Geschichte ist ein bisschen verrückt, ich habe nämlich die Bewerbungen – zwei, auf zwei ähnliche Stellen im gleichen Unternehmen, eine Stelle träfe besser meine Kompetenzen, die andere ist interessanter (und für die bin ich eingeladen) – gestern erst abgeschickt. Und jetzt muss ich spätestens Samstag zwei von vier online-Vor-Tests (Logik, Arbeitsorganisation, Persönlichkeit, Arbeitseinstellung) machen und spätestens Sonntag die anderen zwei, damit der Knut von der Personalagentur das vor Donnerstag noch auswerten kann. Ach, btw., kenne ich wen in Stockholm, bei dem ich von Mittwoch auf Donnerstag übernachten könnte?

Tag 800 – Endlich ist die 7 vorne weg.

Mehr Positives gibt’s leider zum Tag nicht zu sagen. Die letzten Tage waren wohl sehr anstrengend, die Quittung kam heute in Form von Migräne, gegen die nichts wirklich* half, nicht mal Triptane. Wundervoll, wenn man Meetings hat und sich gerade den Arsch abarbeitet um inzwischen drei bis vier Paper zu fixen. Ja, ich weiß, Warnzeichen und so, aber. Die Zeit rennt mir weg, ich musste da also heute irgendwie durch. Und weil ich härter** bin als die Scheiß Migräne, zog ich es eben durch, auch den Nachmittag und Abend, irgendwie, mit Müh und Not und eben Schmerzen. Aber jetzt bin ich auch sehr froh, im Bett zu liegen, mit der Sommerbettdecke*** und zwei Wärmekissen und gleich einfach zu schlafen****. Hoffentlich killt das den Rest der Schmerzen.

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* Zwei Ibuprofen (400 mg jeweils) schafften ca. 30% der Schmerzen, das ist nicht gut, normalerweise sollte das eine sehr deutliche Besserung bringen. Die Almotriptan-Tablette, die sonst wirklich immer hilft, schaffte noch mal 30%, aber mehr eben auch nicht. Dafür brachte die 100% der üblichen Nebenwirkungen mit (Müde, Kreislauf, Müde, Wattekopf und Müde), also echt kein toller Erfolg.

** Hahahahaha. Manchmal. Manchmal heule ich dann auch Rotz und Wasser und liebe Mitmenschen haben auch schon mal den Notarzt gerufen, weil ich zu lange mit den Tabletten gewartet habe und dann bleiben die am Ende nicht mehr drin, weil mir dann auch schlecht wird und dann ist echt alles vorbei.

*** Lange Geschichte, die mit einem sehr tief schlafenden Kind und einer sehr großen Bettdecke zu tun hat, die die Waschmaschine nicht zu schleudern schafft. Der Bösewicht in der Geschichte ist die herbstliche Temperatur und mein Bedürfnis nach frischer Luft UND Wärme in der Nacht.

**** Bitte besser als letzte Nacht, als Pippi ca. 15 Minuten lang wie abgestochen hysterisch „NEIN! NEIN!“ brüllte, dabei war sie wach und wir machten absolut gar nichts, sie brüllte einfach. So schön.