Tag 823 – Zeitplankaputtmacher.

In meinem Schreibe-Zeitplan sind wenig Unwägbarkeiten vorgesehen. Beziehungsweise sind sie das schon: das wird dann eben am Wochenende nachgeholt. Es wird ganz bestimmt ganz toll, zum Beispiel muss ich den heutigen Tag, den ich zu 80% mit Migräne im Bett und dann zu 20% mit Triptanmatschbirne vor mich hin vegetierend verbrachte, nachholen, ich brauche einfach jeden Tag grade. Ich hab auch eben noch ein paar stumpfsinnige Dinge erledigt, zum Beispiel das Alignen zweier Moleküle innerhalb einer Abbildung* in LaTeX, ich sag mal so: man muss schon Erfahrung in LaTeX mitbringen, um solche Dinger zu machen. Chemfig und ich werden wohl auch nicht mehr so richtig dicke Freunde, aber ich muss ja nur noch… 4 andere Basen basteln, das geht schon klar.

Und nächste Woche Donnerstag muss ich dann auch nacharbeiten. Da fliege ich nämlich nach Stockholm. Zu einem Vorstellungsgespräch**.

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*Ich hatte ein Foto gemacht, aber jetzt will das iPad das vom Handy aufgenommene Foto nicht haben und ach, so wichtig ist es auch nicht.

**Die Geschichte ist ein bisschen verrückt, ich habe nämlich die Bewerbungen – zwei, auf zwei ähnliche Stellen im gleichen Unternehmen, eine Stelle träfe besser meine Kompetenzen, die andere ist interessanter (und für die bin ich eingeladen) – gestern erst abgeschickt. Und jetzt muss ich spätestens Samstag zwei von vier online-Vor-Tests (Logik, Arbeitsorganisation, Persönlichkeit, Arbeitseinstellung) machen und spätestens Sonntag die anderen zwei, damit der Knut von der Personalagentur das vor Donnerstag noch auswerten kann. Ach, btw., kenne ich wen in Stockholm, bei dem ich von Mittwoch auf Donnerstag übernachten könnte?

Tag 800 – Endlich ist die 7 vorne weg.

Mehr Positives gibt’s leider zum Tag nicht zu sagen. Die letzten Tage waren wohl sehr anstrengend, die Quittung kam heute in Form von Migräne, gegen die nichts wirklich* half, nicht mal Triptane. Wundervoll, wenn man Meetings hat und sich gerade den Arsch abarbeitet um inzwischen drei bis vier Paper zu fixen. Ja, ich weiß, Warnzeichen und so, aber. Die Zeit rennt mir weg, ich musste da also heute irgendwie durch. Und weil ich härter** bin als die Scheiß Migräne, zog ich es eben durch, auch den Nachmittag und Abend, irgendwie, mit Müh und Not und eben Schmerzen. Aber jetzt bin ich auch sehr froh, im Bett zu liegen, mit der Sommerbettdecke*** und zwei Wärmekissen und gleich einfach zu schlafen****. Hoffentlich killt das den Rest der Schmerzen.

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* Zwei Ibuprofen (400 mg jeweils) schafften ca. 30% der Schmerzen, das ist nicht gut, normalerweise sollte das eine sehr deutliche Besserung bringen. Die Almotriptan-Tablette, die sonst wirklich immer hilft, schaffte noch mal 30%, aber mehr eben auch nicht. Dafür brachte die 100% der üblichen Nebenwirkungen mit (Müde, Kreislauf, Müde, Wattekopf und Müde), also echt kein toller Erfolg.

** Hahahahaha. Manchmal. Manchmal heule ich dann auch Rotz und Wasser und liebe Mitmenschen haben auch schon mal den Notarzt gerufen, weil ich zu lange mit den Tabletten gewartet habe und dann bleiben die am Ende nicht mehr drin, weil mir dann auch schlecht wird und dann ist echt alles vorbei.

*** Lange Geschichte, die mit einem sehr tief schlafenden Kind und einer sehr großen Bettdecke zu tun hat, die die Waschmaschine nicht zu schleudern schafft. Der Bösewicht in der Geschichte ist die herbstliche Temperatur und mein Bedürfnis nach frischer Luft UND Wärme in der Nacht.

**** Bitte besser als letzte Nacht, als Pippi ca. 15 Minuten lang wie abgestochen hysterisch „NEIN! NEIN!“ brüllte, dabei war sie wach und wir machten absolut gar nichts, sie brüllte einfach. So schön.

Tag 682 – Realität. 

Was ich wollte: Ganz viel schreiben. 

Was ich tat: Migräne haben, Tablette nehmen, mit wattigem Kopf ein bisschen was schreiben, Paper sortieren, lesen, und in die Papers-App einpflegen. Sehr lange tat ich vor allem das letztere, weil mir erst heute Abend mal auffiel, dass die seit Monaten nicht richtig gesynct hatte. Aber jetzt sind alle 127 bisher geladenen* Artikel drin und lassen sich gut lesen. Hurra. 

Jetzt Bett. (Es tut mir leid, ich wär grade auch gern interessanter. Ich wär auch grad gern mehr zu Hause. Michel fragt schon** und mein Herz bröckelt ein wenig…)

* Da ich erst so ca. 1/4 geschrieben habe, ist das ganz ok. 

** Pippi fragt nicht. Die schreit dann halt beim ins-Bett-bringen (zu dem ich wieder grade so pünktlich zu Hause war) so lange rum, bis ich mit ihr kuschle. Dann sagt sie schluchzend „kuschln“*** und mein Herz bröckelt noch mehr. 

*** und „Hunga“, aber ich glaube das ist eher ihr Ausdruck für „irgendwas passt nicht“.

Tag 565 – Es ist an der Zeit. 

Heute morgen wachte ich mit Migräne auf. Richtiger, handfester, nach Triptanen verlangender Migräne. Ich nahm eine Tablette, quälte mich durchs Frühstück und ging wieder ins Bett, um die Wirkung abzuwarten. Inzwischen war mir auch schlecht. Ich schaffte es irgendwie eine Dreiviertel Stunde zu dösen und danach waren die Schmerzen weg und die Übelkeit auch, jedenfalls in der Stellung, in der ich gerade lag und im abgedunkelten Raum. Ich verharrte noch eine ganze Weile in ebender Stellung. Dann fühlte ich mich sicher genug um aufzustehen. Inzwischen war es 12 und der halbe Tag also rum. Und den Rest des Tages verbrachte ich mit Migränekater: Kreislauf, Schwindel, allgemeine Schlappheit und Müdigkeit. Toller Samstag. 

Mal ehrlich: das ist kacke. Das habe ich wieder mindestens einmal im Monat mindestens so. Und deshalb werde ich beim nächsten Deutschlandbesuch  wieder die guten freiverkäuflichen Triptane besorgen (tatsächlich das einzige was mir hilft. AspirinParacetamolKoffein bringen bei mir weder einzeln noch in Kombination was) und außerdem dem Hinweis einer Twitterin nachgehen und das hier machen lassen. Das ist unwissenschaftlicher Bullshit und funktioniert sicher nicht. Oder doch. Placeboeffekt olé. Ich habe früher, als ich noch kein Hardcore-Verfechter der evidenzbasierten Medizin war, auch schon ganz tolle Placeboeffekte von „richtiger“ Akupunktur gehen Migräne gehabt. Ich hatte sogar mal an der Stelle einen Dauer-Akupunkturstecker, den ich mit einem Minimagneten immer mal wieder „aktivieren“ konnte. Auch da: super Effekt! Der Placeboeffekt ist mächtig in mir! 

Und was das allerwichtigste ist: ich finde Piercings an Stellen im Ohr, die nicht jede*r so hat, auch einfach schick. Und das letzte Piercing (ein Microdermal in der Halsgrube) ist auch schon über 10 Jahre her. Da könnte man ja schon mal wieder…

Mein allererstes Piercing. Bald wird es 17 Jahre alt. Dafür habe ich ewig auf meine Mutter eingeredet. E-wig.


Mein schmerzhaftestes Piercing. (Abgesehen von dem Microdermal, das war echt Folter.) Mit Schwung durchstechen ging da nicht, der Piercer „schraubte“ langsam die Nadel da durch. Ich sach mal so: es gibt schöneres. Aber schick finde ich es schon nach wie vor.

Tag 523 – Sie ist wieder da. 

Ich habe sie nicht vermisst. Die Migräne direkt aus der Hölle. Einmal mit alles, bitte. 

Jetzt liege ich wieder im Bett, da war ich schon den Großteil des Tages, nach der Migräne kommen nämlich die Nebenwirkungen der Medikamente, in meinem Fall: Kreislauf. Ich kann knapp lange genug stehen, um Michel nen Schlafanzug anzuziehen. 

Und wie das so ist, erlebt es sich im Bett wenig. Und mit matschiger Birne schreibt es sich auch keine guten Blogbeiträge. Deshalb hier heute nix neues. 

Wenn Sie aber gerne was ganz langes lesen möchten und des Englischen mächtig sind, möchte ich Ihnen diesen Artikel empfehlen. Quintessenz: Schwangere werden über die Risiken und eventuellen Spätfolgen einer vaginalen Geburt völlig unzulänglich (meist nämlich gar nicht) aufgeklärt und das ist Mist.