Tag 1388 – Faultiertag.

Wir haben heute eigentlich fast gar nix gemacht. Das war super. Ein bisschen ungeplant, aber das Wetter war mies und mit Rotze-Pippi ins Schwimmbad wär sicher keine gute Idee gewesen, also gab es stattdessen Mittagsschlaf für Pippi und Herrn Rabe, Nachmittagsschläfchen für mich, ein wenig ausgehaltene Langeweile für Michel und ganz viel Ruhe für alle. Gut, am Ende des Tages gingen die Kinder ein wenig die Wände hoch, aber ich hoffe wirklich, dass es für Pippis Erkältung was gebracht hat, die schleppt sie ja nun auch schon wieder zwei Wochen mit sich rum. Was sie nicht davon abhält, mit großer Energie Grenzen zu testen, leider. Huff. Heute hatten wir wieder ein „Gespräch“, das darin endete, dass ich fragte „Hast du verstanden, was du nicht machen sollst?“ – „Den Föhn schmeißen.“ – „Warum hast du denn den Föhn geschmissen?“ – „Ich war sauer. Ich wollte dass du mir Socken holst und du hast nein gesagt.“ – „Ja, du warst sauer. Aber du darfst dann nicht immer Sachen schmeißen. Die können kaputt gehen und du kannst dir weh tun.“ – „Ja. … kannst du mir Socken holen?“ Gespräch mit Gänsefüßchen, weil sie halt erst was schmeißt und dann heult, wenn wir dann auch lauter werden. Das heißt, man muss, bevor man überhaupt mit ihr reden kann, abwarten bis der Zorn verraucht ist und gegebenenfalls trösten, dabei versuchen, auch selbst runterzukommen, weil mit dem Föhn schmeißen, ich meine, hakt’s??? Und überhaupt. Erziehung von dickköpfigen kleinen Rübennasen kriegt von mir lieb gemeinte 3/10 Punkten, macht einfach gar keinen Spaß und ist furchtbar viel Arbeit.

Ha, eins ist doch passiert: Herr Rabe hat unser kleines Lagerräumchen aufgeräumt. Das war nötig, aber wie nötig es wirklich war sieht man eigentlich erst jetzt, man kann sich nämlich plötzlich zu zweit darin aufhalten und noch umdrehen, Hammer. Note an uns: wir haben Eierfarben und sie sind bei der Osterdeko. Im bod.

Tag 1263 – Ausgeschlafen.

Herr Rabe hat mich heute früh ausschlafen lassen, das war sehr gut, ich erwachte nämlich mit ordentlichen Kopfschmerzen. Irgendein Wein gestern Abend war wohl zu viel gewesen. Also mir ging es schon schlechter nach übermäßigem Alkoholkonsum, auch deutlich, aber ich war dann doch froh heute früh Kaffee und Rührei serviert zu bekommen und sie nicht noch selbst machen zu müssen. Der Tag verlief dann auch sehr faul und langsam, aber ich hatte eh nicht wirklich was vor. Orchideen wässern, Ohrring kleben, Blusen bügeln*, Wäsche waschen, Schminkpinsel waschen, Fingernägel lackieren. Alles gemacht. Herr Rabe und ich haben die kommende Woche besprochen, jetzt mache ich noch eine Brotdose für Michel fertig und dann gehe ich ins Bett, in der Hoffnung, dann auch zeitig schlafen zu können.

Morgen früh entscheiden wir spontan, ob Pippi in den Kindergarten geht oder nicht. Heute war sie fitter als gestern, hatte auch kein Fieber, ging aber noch merklich in den Seilen. Unsere Strategie, alle paar Stunden Nasenspray zu geben, zahlte sich aus, sie klagte jedenfalls nicht noch mal über Ohrenschmerzen und auch ihre Augen und… eigentlich ihr ganzes Gesicht war nicht mehr so verquollen. Dafür läuft halt der Rotz und das dauernde Naseputzen ist natürlich auch nicht so toll für die Haut und deshalb hab ich ihr heute mit Bepanthen-Nachmacherprodukt einen Drachen auf die Wange gemalt, der Feuer bis unter die Nase spuckte, das war nämlich die einzige Art, wie sie sich an den wunden Stellen eincremen ließ. Falls Sie gut schläft wird sie morgen mitsamt Taschentüchern und Salbe in den Kindergarten gebracht. Falls nicht, bleibe ich mit ihr zu Hause, Herr Rabe hat ja letzte Woche schon drei Kindkranktage verbraten. Vielleicht fahren wir dann nach Jessheim, dann kann ich da meinen neuen Führerschein beantragen und könnte mir den Termin am Mittwoch Morgen sparen. Mal sehen. Ich hoffe, sie ist einfach fit genug, das zieht sich ja nun auch schon seit einer Woche mit dieser Erkältung.

Ach ja: jemand kommentierte, ob Pippi denn nun das PFAPA los sei? Ja. Seit Oktober hatte sie jedenfalls kein Fieber mehr ohne sonst krank zu sein. Puhhhhhh! Sie erzählt aber noch von der Operation, bzw. dem 2. Ausflug ins Krankenhaus wegen der Nachblutungen. Zum Beispiel erzählt sie gerne allen möglichen Leuten, dass sie „Masse Blut im Mund!“ hatte, und jetzt wo sie krank ist, sagt sie, sie muss ins Krankenhaus. Heute hat sie Ärztin gespielt, mir allerlei Gerät in den Mund gesteckt und mich dann aufgeschnitten. „So, jetzt bist du wach! Jetzt ist’s besser!“ war das Entlassungsgespräch, da war ich ja froh.

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*Jemand hier oder bei Twitter gab mir den Tipp, zum Ärmel bügeln ein aufgerolltes Handtuch in den Ärmel zu stecken. Das klappt super, endlich keine Bügelfalten mehr im Ärmel, vielen Dank für den Tipp!

Tag 1230 – Nix passiert.

Totale Weihnachtsfaulheit. Ganz wunderbar ist das!

Die Beste ist heute wieder abgereist, den Rest von Weihnachten mit ihrem Freund und dessen Familie feiern und dann ab 27. auch direkt wieder arbeiten. Wir haben heute mit der Familie telefoniert, Lego gebaut, Vernie kennengelernt, Wäsche gewaschen, waren Schlitten fahren (merke ich nach einer etwas sehr rasanten Tour nach Michel ziemlich in meiner rechten Pobacke samt Oberschenkel), haben lange und ausgiebig geduscht, ich hab mein ColourPop-Vault* endlich ausgepackt und mir die Fingernägel lackiert und außer halt Wäsche zu waschen, Pinnekjøtt einzuweichen und die leergefutterten Keksdosen auszuwischen einfach nix gemacht. Ich überleg sogar, das FitBit abzumachen und mich ganz reuelos der bräsigen Sofafaulheit hinzugeben. Ich liebe Weihnachten.

*sponsored zu 50% by Schwiegervater und deshalb Weihnachtsgeschenk aber gestern vergessen

Tag 1018 – Nix neues.

Fauler Tag, dann doch noch zwei Bewerbungen geschrieben (huldigen Sie mir bitte nicht, die zwei Stellen sind so ähnlich, dass ich nur drei Sätze angepasst habe), bisschen Wäsche, sonst war nix und jetzt ist Bett.

Nachtrag, bevor ich das wieder vergesse: vielen, vielen Dank, liebe Leserin F., ich habe mich unglaublich doll gefreut! Vor allem über die Inschrift! <345! (Research Plus ist eh die beste Pipette, wobei ich auch Reference sehr gern mag, hachja.)

Tag 886 – Chill mal.

Heute quasi nix gemacht. Und das, vor dem mir am meisten graute: mit Pippi (aka. the Motzmaus aka. Trotzkind aka Die-Stur-Wie-Ein-Stier-Ist) alleine den Wocheneinkauf machen, war dann ganz entspannt und lustig. Tja, aber so hat man halt nix zu schreiben… Ist das jetzt schlimm, frage ich mich, müsste ich mehr schreiben, laufen mir die Leser*Innen sonst davon? Ist es Zeit für Nacktbilder oder wenigstens Bjutivideos? Elternsex im Familienbett, aber erst wenn alle geimpft sind?

Und dann denke ich: nee. Das ist ja hier mein Tagebuch, an manchen Tagen passiert nichts bahnbrechendes und manchmal (heute) sind das sogar die besten Tage von allen.

Und ein Durchbruch ist mir heute ja doch gelungen: ich habe endlich eine perfekt zu mir passende Foundation(-farbe) gefunden. Also, genau genommen, zu meiner wirklich unfassbar hellen, blaustichig-rosanen, fast durchsichtigen Winterhaut. Es ist – Überraschung! – die hellste Nuance. Badumm, Tss, wer hätte es gedacht. Die Verkäuferin jedenfalls nicht, die meinte schon zu der eine Stufe dunkleren (und dann auch noch mit gelben Untertönen, herrje, damit sehe ich wirklich wie ein Gouda aus), die sei vermutlich noch zu hell. Aber so sieht man jetzt keinen Unterschied mehr zum Dekolleté/ den Schultern und so soll es ja sein. Und aus jux und dollerei habe ich mir dann einfach mal ein samstägliches Gemütlichkeits Make-Up gemacht, mit dem ich auch im Supermarkt kaum auffiel.

(Get the party startet.)

Jetzt noch blaue Haare und die dann wieder in ne Frisur.

Auch im Bild, aber schlecht zu erkennen: mein einer neu genähter Pulli. Über den (und andere neue Teile) werde ich noch mal gesondert schreiben.

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Auto-Lobhudelei: gechillt, Herrn Rabe eine Sache mitgeteilt, die mich an unserem Zusammenleben grad stört* und relativ wenig die Kinder angemeckert.

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*Es gibt in unserer Beziehung zwei Arten, wie Konflikte ausgetragen werden: entweder, es schwelt ewig und beide meinen, der andere könnte ja mal was merken und dann kommen ab und an mal schnippische Kommentare und passiv aggressives Verhalten und dann hat man ja ein bisschen Dampf abgelassen und es schwelt wieder ewig und wenn sie nicht gestorben sind, dann zicken sie sich noch heute an; oder, das passiert wesentlich seltener, es ist so wichtig, dass es aus einem von uns (ok, mir) sofort Vulkanartig herausbricht, es wird sich angebrüllt, mit Türen geknallt und geheult und dann redet man drüber und findet eine Lösung und dann ist es das gewesen. Aus meiner Herkunftsfamilie kenne ich eigentlich nur letzteres, Herr Rabe aber nur ersteres. Ich versuchte heute morgen einen neuen Ausweg aus der ersten Variante zu finden, ohne irgendwann Weg 2 einzuschlagen.

Tag 867 – Pyjama-Tag.

Wir waren heute sehr inaktiv, lag vielleicht auch am vielen Wein gestern *hust*, ich hatte jedenfalls gaaaanz leichte Kopfschmerzen heute Vormittag und – das betrachte ich aber noch als Nachwirkung der letzten Wochen – war zum Umfallen müde*. Sendung mit der Maus und anschließendes Legobauen habe ich dann auch elegant auf dem Sofa verschlafen und wurde erst wach, als Michel mit dem fertigen Lego-City Rettungshubschrauber mit Rettungsboot und Seilwinde und allgemein viel Kram, der das Herz eines (friedfertigen**) Fünfjährigen höher schlagen lässt, ankam. Pippi kam gleich hinterhergewackelt und machte es sich auf mir bequem, um ein Mittagsschläfchen zu halten. Das war gut, denn so hatte ich Zeit, alle Blogs der letzten acht Tage nachzulesen und Pippi musste eh ein bisschen Schlaf nachholen, Michel hatte in der Nacht einen leichten Pseudokrupp-Anfall, danach waren wir alle für etwa ne halbe Stunde wach, und das, nachdem die zwei gestern erst super spät im Bett waren… naja, ich war halt nicht die einzige Verpeilte heute. Aber wie gesagt, alles kein Drama, wir hatten ja nichts vor, außer Müll wegbringen und das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, während ich einmal durch die Bude gesaugt und einige mysteriöse Klebeflecken vom Boden entfernt hab. Zum Essen gab es Reste und wir futtern uns durch die Kaufkekse – klarer Favorit: Colakjeks, keine Ahnung, ob da echt Cola drin ist – und von der Nachtisch-Ananas hab ich jetzt bis gefühlt in den Magen halb aufgelöste Schleimhäute, aber, doch, es war ein richtig schöner Tag.

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Auto-Lobhudelei: Ich schaffe es tatsächlich, mich zu entspannen.

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*Ich schlafe übrigens seit Freitag wie ein Stein, also wirklich wie erschlagen, morgens wache ich auf und denke „huch, was, schon Tag? Ich bin doch eben erst eingeschlafen?“ und dann ist eben vor sieben Stunden gewesen. Dabei habe ich aber lebhafte und wirre Träume von meiner Thesis, die ich auch zum Großteil erinnere. Interessant, das alles.

**Herr Rabe und ich sind beide recht dankbar, dass Michel noch nicht in der Ninjago-Phase angekommen ist. Da gibt’s zwar schönes Lego, aber es ist uns noch zu viel Gekämpfe. Michel guckt grad auch gern wieder Dinozug und legt sich ganz tapfer Argumente zurecht, falls ihn wieder ein Schulkind wegen seines Nagellacks als Mädchen bezeichnet, der ist einfach grad wieder sehr Kindergarten-Kind. Er ist ja auch erst fünf.