Tag 1018 – Nix neues.

Fauler Tag, dann doch noch zwei Bewerbungen geschrieben (huldigen Sie mir bitte nicht, die zwei Stellen sind so ähnlich, dass ich nur drei Sätze angepasst habe), bisschen Wäsche, sonst war nix und jetzt ist Bett.

Nachtrag, bevor ich das wieder vergesse: vielen, vielen Dank, liebe Leserin F., ich habe mich unglaublich doll gefreut! Vor allem über die Inschrift! <345! (Research Plus ist eh die beste Pipette, wobei ich auch Reference sehr gern mag, hachja.)

Tag 886 – Chill mal.

Heute quasi nix gemacht. Und das, vor dem mir am meisten graute: mit Pippi (aka. the Motzmaus aka. Trotzkind aka Die-Stur-Wie-Ein-Stier-Ist) alleine den Wocheneinkauf machen, war dann ganz entspannt und lustig. Tja, aber so hat man halt nix zu schreiben… Ist das jetzt schlimm, frage ich mich, müsste ich mehr schreiben, laufen mir die Leser*Innen sonst davon? Ist es Zeit für Nacktbilder oder wenigstens Bjutivideos? Elternsex im Familienbett, aber erst wenn alle geimpft sind?

Und dann denke ich: nee. Das ist ja hier mein Tagebuch, an manchen Tagen passiert nichts bahnbrechendes und manchmal (heute) sind das sogar die besten Tage von allen.

Und ein Durchbruch ist mir heute ja doch gelungen: ich habe endlich eine perfekt zu mir passende Foundation(-farbe) gefunden. Also, genau genommen, zu meiner wirklich unfassbar hellen, blaustichig-rosanen, fast durchsichtigen Winterhaut. Es ist – Überraschung! – die hellste Nuance. Badumm, Tss, wer hätte es gedacht. Die Verkäuferin jedenfalls nicht, die meinte schon zu der eine Stufe dunkleren (und dann auch noch mit gelben Untertönen, herrje, damit sehe ich wirklich wie ein Gouda aus), die sei vermutlich noch zu hell. Aber so sieht man jetzt keinen Unterschied mehr zum Dekolleté/ den Schultern und so soll es ja sein. Und aus jux und dollerei habe ich mir dann einfach mal ein samstägliches Gemütlichkeits Make-Up gemacht, mit dem ich auch im Supermarkt kaum auffiel.

(Get the party startet.)

Jetzt noch blaue Haare und die dann wieder in ne Frisur.

Auch im Bild, aber schlecht zu erkennen: mein einer neu genähter Pulli. Über den (und andere neue Teile) werde ich noch mal gesondert schreiben.

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Auto-Lobhudelei: gechillt, Herrn Rabe eine Sache mitgeteilt, die mich an unserem Zusammenleben grad stört* und relativ wenig die Kinder angemeckert.

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*Es gibt in unserer Beziehung zwei Arten, wie Konflikte ausgetragen werden: entweder, es schwelt ewig und beide meinen, der andere könnte ja mal was merken und dann kommen ab und an mal schnippische Kommentare und passiv aggressives Verhalten und dann hat man ja ein bisschen Dampf abgelassen und es schwelt wieder ewig und wenn sie nicht gestorben sind, dann zicken sie sich noch heute an; oder, das passiert wesentlich seltener, es ist so wichtig, dass es aus einem von uns (ok, mir) sofort Vulkanartig herausbricht, es wird sich angebrüllt, mit Türen geknallt und geheult und dann redet man drüber und findet eine Lösung und dann ist es das gewesen. Aus meiner Herkunftsfamilie kenne ich eigentlich nur letzteres, Herr Rabe aber nur ersteres. Ich versuchte heute morgen einen neuen Ausweg aus der ersten Variante zu finden, ohne irgendwann Weg 2 einzuschlagen.

Tag 867 – Pyjama-Tag.

Wir waren heute sehr inaktiv, lag vielleicht auch am vielen Wein gestern *hust*, ich hatte jedenfalls gaaaanz leichte Kopfschmerzen heute Vormittag und – das betrachte ich aber noch als Nachwirkung der letzten Wochen – war zum Umfallen müde*. Sendung mit der Maus und anschließendes Legobauen habe ich dann auch elegant auf dem Sofa verschlafen und wurde erst wach, als Michel mit dem fertigen Lego-City Rettungshubschrauber mit Rettungsboot und Seilwinde und allgemein viel Kram, der das Herz eines (friedfertigen**) Fünfjährigen höher schlagen lässt, ankam. Pippi kam gleich hinterhergewackelt und machte es sich auf mir bequem, um ein Mittagsschläfchen zu halten. Das war gut, denn so hatte ich Zeit, alle Blogs der letzten acht Tage nachzulesen und Pippi musste eh ein bisschen Schlaf nachholen, Michel hatte in der Nacht einen leichten Pseudokrupp-Anfall, danach waren wir alle für etwa ne halbe Stunde wach, und das, nachdem die zwei gestern erst super spät im Bett waren… naja, ich war halt nicht die einzige Verpeilte heute. Aber wie gesagt, alles kein Drama, wir hatten ja nichts vor, außer Müll wegbringen und das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, während ich einmal durch die Bude gesaugt und einige mysteriöse Klebeflecken vom Boden entfernt hab. Zum Essen gab es Reste und wir futtern uns durch die Kaufkekse – klarer Favorit: Colakjeks, keine Ahnung, ob da echt Cola drin ist – und von der Nachtisch-Ananas hab ich jetzt bis gefühlt in den Magen halb aufgelöste Schleimhäute, aber, doch, es war ein richtig schöner Tag.

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Auto-Lobhudelei: Ich schaffe es tatsächlich, mich zu entspannen.

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*Ich schlafe übrigens seit Freitag wie ein Stein, also wirklich wie erschlagen, morgens wache ich auf und denke „huch, was, schon Tag? Ich bin doch eben erst eingeschlafen?“ und dann ist eben vor sieben Stunden gewesen. Dabei habe ich aber lebhafte und wirre Träume von meiner Thesis, die ich auch zum Großteil erinnere. Interessant, das alles.

**Herr Rabe und ich sind beide recht dankbar, dass Michel noch nicht in der Ninjago-Phase angekommen ist. Da gibt’s zwar schönes Lego, aber es ist uns noch zu viel Gekämpfe. Michel guckt grad auch gern wieder Dinozug und legt sich ganz tapfer Argumente zurecht, falls ihn wieder ein Schulkind wegen seines Nagellacks als Mädchen bezeichnet, der ist einfach grad wieder sehr Kindergarten-Kind. Er ist ja auch erst fünf.

Tag 845 – Familiensonntag.

Gettin‘ shit done? Nicht heute. Aber trotzdem (oder gerade deshalb?) ein schöner Tag. Wir haben zusammen Kekse gebacken und verziert*, haben rumgehangen und viel nix gemacht. Alle haben mit ihren Adventskalendern gespielt, also gab es TipToi-Gedudel und Legomännchenhelmaufsetze-Genöl, ich habe mir die Fingernägel lackiert und Herr Rabe hat abends zwei Whiskys getestet.

Sonst war nix und das tat mal echt gut.

Auto-Lobhudelei: Hab fünfe grade sein lassen, Hurra! Und schlau wie ich bin hab ich mir so einen Schlafgut-Tee mit maximal aufgeblasener Placebo-Verstärkungs-Verpackung (think: dunkelblau, mit Mond und Sternen und den Worten „Snore“, „Peace“, „Calm“ UND „Sleep“ vorne drauf) gekauft und werde den gleich trinken, die nächste Woche hat nur drei Arbeitstage, da muss ich fit sein. Also: Top-Ich hat Tee gekauft, Top-Ich trinkt den auch. Top!

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* und dabei festgestellt, dass Pippi auch eher zur gründlichen Sorte gehört: zwar braucht sie für zwei Kekse 20 Minuten, danach sind die aber rundherum gleichmäßig mit einer zentimeterdicken Schicht Zuckerguss bedeckt. Faszinierend dabei: wie sauber sie bei sowas bleibt. Kennen wir von Michel jetzt eher nicht so, also das eine wie das andere.

Tag 818 – Heute nix erlebt.

Ist auch mal schön.

Ernsthaft, das spannendste heute war

  • Hygienespüler ist alle
  • Frau mit unfassbar schlechtem Make-up gesehen (zu viel viel zu dunkler Bronzer (eher Contouringpuder, aber herrje, wie käme man denn dann da drauf, das da hinzumachen?) fleckig an den falschen Stellen, sieht halt aus wie mit dem Gesicht voran in den Dreck gefallen und nach drölfzigtausend Schminkvideos kann ich das benennen und mache mir selbst ein bisschen Angst)
  • Fünf Minuten vor Ende der Bierverkaufszeit im Supermarkt Bier gekauft

Ich muss echt aufpassen, dass ich mich nicht zu sehr aufrege, so viel Action vertrage ich ja nicht so gut.

Tag 798 – Super Ultra Mega fauler Tag.

Heute haben wir alle fast nix gemacht. Wie schön das war.

Und wenn man dann endlich mal Muße hat, Dinge zu tun, sind die auch gar nicht schlimm. Zum Beispiel Kindersachen aus-/ein-/umsortieren* und meine eigenen Sommerklamotten gegen die dickeren Wintersachen austauschen. Dabei auch nen Schwung Zeug von mir getreu dem Motto „hatte ich seit zwei Jahren nicht an“** aussortiert für die Altkleidersammlung, steht schon an der Tür.

Michels Kindergeburtstag ist morgen Nachmittag (da sind die Ferien um und die meisten Kinder wieder da) und dafür ist auch schon das meiste vorbereitet. Nur Ü-Eier muss ich noch kaufen, Michel wünscht sich, dass jedes Kind ein Ü-Ei bekommt und Herr Rabe wurde nur ein bisschen bleich, als ich Topfschlagen vorschlug***. Aber meine Arbeit ist ja neben einem gut sortierten Supermarkt. Außer Topfschlagen wird es Muffins zum selber mischen und verzieren geben, die obligatorischen Pølse****, eventuell Bügelperlen (weil Michel das toll findet), eventuell Kinderdisco. Herr Rabe ist zwar etwas nervös, aber wir werden das schon schaukeln. Es sind ja auch nur zwei (zweieinhalb?) Stunden, mit unseren zweien sieben Kinder, wir kennen die fast alle ganz gut, was soll schief gehen*****?

Als Tagesabschluss noch mit Herrn Rabe Discovery geguckt (alle Welt kennt jetzt Bärtierchen, oder?), dabei Wein und Wolke Sieben-Katjes (gefährlich lecker). Dochdoch, ein runder, schöner, tiefenentspannter Tag.

Einziger Minuspunkt des Tages: die Entspannungsmaske, die ich machte um meine Haut laut Packungsangabe „zu entspannen und zu verwöhnen“. Hahaha. Entspannt ja, durchfeuchtet vermutlich auch, ich weiß es nicht so ganz, es ließ sich unter der vereinten Glibschigkeit der Öle und Hyaluronsäure und Q10 und Tralala nicht ausmachen. Aber hey, wenn das das schlimmste an nem Tag ist, hätte ich davon gern öfter welche.

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* Let‘s face it: diese ganzen Babyklamotten müssen echt nicht nochmal mit umziehen. Die schwangere KiTa-Betreuerin (Junge) kann sich schon mal auf einen kleineren Überfall freuen, die Kollegin mit dem Minibaby (Mädchen, älteres Geschwister Junge) ebenso.

** Einschränkung: „und das Herz hängt nicht dran“. Das Jugendleiter-T-Shirt aus der Freizeit, bei der ich Herrn Rabe kennenlernte, kann ich zum Beispiel nicht wegtun.

*** Weil er Angst hatte, dass die Kinder hier noch mehr Macken ins Laminat hauen. Gut, dass wir eine hässliche lila Silikon-Soßenkelle haben, das schont Laminat, Mobiliar und Herr Rabes Nerven.

**** Gehört zum norwegischen Kindergeburtstag dazu. Da Michel aber meinte „alle Pølse schmecken gut“ gibt es „die, die wir immer kaufen“ – vegetarische.

***** Ahja, klar, jede Menge und morgen Abend brauche ich vermutlich nen Schnaps, aber sich vorher schon verrückt machen bringt ja auch nix.