Tag 2499 – Hätte, hätte.

Ich wollte früh ins Bett gehen, bin dann aber in ein Wikipedia-Loch gefallen. Hoppla.

Ich wollte früh ins Bett gehen, weil ich müde bin und Kopfschmerzen habe und dadurch auch Laune habe und überhaupt.

Es war einfach ein langer Tag und dezent doof noch dazu. Teilweise auch gut.

Vielleicht bin ich auch nur wieder mal frustriert, dass mein Tag nur 24 Stunden hat, von denen ich 1/3 eigentlich schlafen sollte, um klar zu kommen, maximal 1/3 arbeiten sollte und in den Rest soll irgendwie der Rest des Lebens passen, aber es ist so viel zu tun. Was mache ich am Ende? Wikipedia lesen. Spitze. So sinnvoll.

Tag 2338 – Einfach schwimmen.

Ständig wird alles geändert. Alles mögliche fällt spontan aus, weil Leute krank sind oder in Quarantäne und es plötzlich verboten ist. Man kriegt mit Glück mit ein paar Stunden Vorlauf Bescheid.

Und dann diese ganzen Widersprüchlichkeiten. Zur Arbeit dürfen wir, wenn wir müssen (oder uns im Speichern von Dateien schulen lassen sollen, was übrigens auch dank meines vehementen Einsatzes für uns Inspektøre komplett abgeblasen wurde), da ist alles tutti, weil wir ja Plexiglas zwischen den Tischen haben. Inspizieren dürfen wir nicht, weil das mega gefährlich ist. Vielleicht sollte ich fragen, ob’s ok wäre, zu Herstellern zu fahren, wenn ich eine eigene Plexiglasscheibe mitbringe? Die Kinder dürfen alles, weil sie in der Grundschule sind und deshalb per def ja nicht krank werden. Vielleicht sind wir durch unsere Impfung plus Delta-Infektion quasi gar nicht vor Omicron geschützt, aber auch wir werden ja nicht krank, und kriegen deshalb vielleicht gar keinen Booster. In Deutschland geht man von sehr wenigen (unter dreistelligen) Omicron-Fällen aus, während sich hier so ziemlich alle Anwesenden in einem Lokal bei einer einzigen Person angesteckt haben, obwohl man von den allerallermeisten davon weiß, dass sie voll geimpft waren.

All das macht müde und unproduktiv. Außerdem ist Zyklusende und ich mache mir demnächst vielleicht einfach ab Zyklustag 20 vorbeugende Kohlwickel. Michel schläft schlecht ein, Pippi steht morgens sehr früh auf (weshalb jetzt die Fernbedienung neben mir liegt), ich hatte vergessen, dass ich noch für die Putzhilfe aufräumen muss und saniere bald einfach warm.

So ein Tag ist halt heute. Ein Tag, an dem eins der Kaffegläser auf dem Parkett zerschellt und eine Kaffee-Glasscherben-Pfütze aufgewischt werden will.

Morgen wird bestimmt besser.

Tag 2219 – Hrmpfgrml.

Ich bin ein wenig grummelig-schlechtlaunig. Ohne echten Anlass, also sind’s wahrscheinlich bloß Hormone.

Was heute sehr gut war: Michel hat ja gestern und heute an einem Korps-Projekt teilgenommen, wo sie Stomp gemacht haben. Heute war ein kleines Konzert für die Eltern, das war richtig cool (und sehr laut), sie haben unter anderem mit leuchtenden Plastik-Drumsticks auf Plastikfässer eingedroschen. Sehr gut war auch, dass ich da ne Mundbinde auf hatte (norwegisches Mundbindentragen ist wieder beim Status vom Juni 2020 angekommen, als würden die Dinger auch wieder 5€ pro Stück kosten…), weil so schwer unterdrückbares Schmunzeln einfacher zu verstecken ist. Aber es war halt auch wirklich wie so eine Klischee-Schulaufführung, wenn alles sich (rhythmisch nahezu einheitlich) mit einem letzten Crescendo zum finalen „BUMM!“ steigert und dann hört man noch ein einzelnes, aber beherztes „bumm.“ hinterher. Das wichtigste ist ja, dass es Michel Spaß gemacht hat und das hat es wohl. Die Korps-Leute sind halt auch eine nette und leicht weirde Truppe, er kennt ja zumindest die Erwachsenen da auch schon aus der Schule, und auch viele Kinder hatte ich zumindest schon mal gesehen (das heißt natürlich für Michel nichts, der sagte auch beim Schwimmkurs zu mir „Ich glaube, das da ist ein Junge aus meiner Klasse.“).

Projekt „Überstunden abfeiern“ läuft leider nicht so super. Trotz Stomp-Aufführung, Pass beantragen und ein Paket Ökofleisch abholen mitten am Tag. Das Problem ist, dass die Arbeit gar nicht automatisch weniger wird, wenn man versucht, nur 5,5-6 Stunden am Tag zu arbeiten. Die reicht normalerweise ja eher so für mindestens 9 Arbeitsstunden am Tag (ja, das haben Sie richtig gelesen, ich hab auch mal ausgerechnet, dass die Inspektoren bei uns im Schnitt 120 % arbeiten, aber bei uns arbeitet leider kein Wayne, den das interessieren könnte… Wahrscheinlich hat Wayne wegen dem Gehalt nicht angemessener Arbeitsbelastung gekündigt) und so ist es eigentlich auch jetzt, es bleibt also was liegen. Manche Sachen kann ich relativ gefahrlos erst mal liegen lassen, andere nicht, so einfach ist das. So abgestumpft, dass ich Fristen verstreichen lassen kann oder völlig unvorbereitet in Meetings gehe, zu denen man im Vorfeld einen Haufen Zeug hätte lesen müssen, bin ich auch noch nicht. Solange meine Chefin im Urlaub ist und ich das deshalb nicht mit ihr besprechen kann, nennt sich mein Workaround Schatten-Buchführung. Letztlich ist ja ein Teil des Problems, dass ich nicht so viel Ferien genommen habe, wie ursprünglich beabsichtigt, weil ich stattdessen ja krank geschrieben war. Da kann man nicht einfach sagen „Tja, dann feier die Stunden halt woanders ab, aber bitte bis Ende August und deine Arbeitsaufgaben werden kein Mü reduziert“, so läuft das nicht, nicht mal im öffentlichen Dienst. Grade im öffentlichen Dienst und mit fachorganisierten Angestellten nicht (hier Sonnebrillensmiley denken).

Wir werden sehen, was das alles noch gibt. Erst mal habe ich ja nächste Woche auch noch mal frei, die Überstunden eben. ich freu mich, es ist zwar Mittwoch einiges los, an den anderen Tagen sind die Kinder allerdings mindestens halbtags aus dem Haus, Hurra!

Und morgen werde ich ein bisschen mit Pivotdiagrammen herumprotzen, hähähä. Weil ich’s nämlich kann.

Tag 2167 – Mag nicht.

Ich hab Laune, und verpeste schon den ganzen Tag über die Luft um mich rum mit selbiger. Wäre ich zur Zeit auf Twitter, würde ich vermutlich dort herumtrollen und Leute ankacken, bin ich aber nicht, also wurde es… Facebook. Man könnte das jetzt als voll supi Aktivismus erklären, wie ich immer so aufstehe und mich positioniere und yeahhhh Pride und Feminismus und überhaupt. Aber mal ehrlich: manchmal habe ich einfach meinen Drang, Leuten zu sagen, dass und warum sie Pech beim Denken (und Posten) haben, nicht gut unter Kontrolle. Someone is wrong on the internet. Klugscheißerin for life.

Man könnte jetzt auch irgendwas zusammenfabulieren von wegen „besser Erwachsene auf Facebook als die eigenen Kinder“ aber auch die bekamen es heute ab. Mit denen vertrage ich mich aber hinterher wieder, bei Facebook diskutiert keine*r mit mir. Ist auch besser so. Ich hab ja auch recht.

Morgen ist bestimmt schon wieder alles besser. Zumindest sind die Kinder tagsüber nicht hier und streiten sich auch nicht miteinander. Uff.

Tag 2161 – Nein, nein, nein.

Nein danke, ich möchte keinen Story-Beitrag erstellen. Was soll das überhaupt sein? Ist auch egal, ich bin ja hier nicht zum Geschichten erzählen.

Pippi ist weiter in der Vorschul-alles-Verweigerungs-Phase. Hoffentlich ist die bald vorbei.

Michel hatte Musikhausaufgaben auf und sollte Fragen zu seiner Lieblingsmusik beantworten, unter anderem, ob die in ihm Gefühle auslöst. „Nein.“ schrieb er. Ich musste ein bisschen lachen und ich glaub da auch nicht dran, aber benennen kann er die Gefühle halt nicht. Ich finde das auch eine ziemlich persönliche Frage für eine Hausaufgabe. Aber immerhin ist Michel sein nicht ganz alterstypischer Musikgeschmack nicht unangenehm. Es hat auch Vorteile, wenn einem ziemlich egal ist, was andere über einen denken. Möge es weiter für ihn mehr Vor- als Nachteile haben.

Viel Arbeit (vor allem drülfzig sehr unterschiedliche Aufgaben) will noch vor dem Urlaub erledigt werden, das macht meine Lunte etwas kurz. Merke ich selbst. Noch ca. eineinhalb Wochen…