Tag 1097 – Alles so spannend!

Meine beiden Kollegen und ich haben heute den Pilotreaktor in Betrieb genommen. Das ist ja schon ziemlich spannend, auch wenn das alles quick and dirty und genau genommen sehr Fußnagelhochrollend unsauber geschehen ist, aber wir haben ja nix und es ist eh nur um dem CEO und dem CFO, die am Donnerstag vorbei kommen wollen, zu zeigen, dass wir was tun. Bisschen ungünstig halt, dass der Chef (CTO, wobei, vielleicht bin das auch ich, man weiß es nicht so genau bei dem Laden) locker flockig durch die Berge wandert und der Rest die geballte Kompetenz von einem Maschinenbauer (in den Endzügen des Bachelors), einem Biotechnologen (in den Endzügen des Masters) und mir halt (noch nie mit Mikroalgen gearbeitet, aber einen PhD, immerhin, und Grundschulmathematik kann ich auch*) besitzen, was nicht viel ist. Aber egal. Alles für den Vorstand, alles für den Club.

Apropos Donnerstag: da wird ja Michel eingeschult und deshalb habe ich heute Zeug für die Schultüte besorgt. Jaja, nicht grad früh. Zum Ausgleich bekommt er auch keine mega fancy Sachen** sondern etwas besondere Stifte, Erstklässlerhefte zum Schreiben/Zahlen/Uhrzeit üben, einen Kinderkrimi aus seiner Lieblingsreihe und Anziehsachen. Ein bisschen Schlickerkram und, stimmt, ein Zip-Licht. Pippi kriegt auch eine kleine „Schul-„Tüte mit einem Ziplicht und einem Zahlenbuch, weil ich grad die Nerven einfach gar nicht habe, um empörtes Geheul während der Einschulung des großen Bruders aufzufangen. Meine Nerven werden ja damit beschäftigt sein, rechtzeitig beim Meeting aufzulaufen und dann einen, äh, souveränen Eindruck zu machen und nicht durchblicken zu lassen, dass ich am liebsten schreiend vor der Firma davonrennen würde.

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Auto-Lobhudelei: ganz viel Sachen entschieden, einige Sachen auch gegen leichten Widerstand durchgedrückt, nur wenig Haare gerauft bei „Warum hat denn niemand das Medium aus dem Kühlschrank geholt?“ und ich weiß seit heute dann auch, wie man mit dem Prius einem anderen Auto Starthilfe gibt. Und schamlos die neue Stelle in neue Bewerbungen eingearbeitet (Sachen entscheiden! Sachen durchdrücken! Sachen planen! Budgets ausrechnen!).

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*kleine Spitze, aus Gründen

**Ich bekam damals einen Anspitzer, das weiß ich noch, der war so schön. Aber es gab heute keine schönen. Ich bekam auch damals so dicke Buntstifte, die Stummel davon habe ich heute noch. Und eine Uhr, die habe ich aber irgendwann in der Schwimmbadumkleide verloren, irgendwie.

Tag 1096 – #12von12 im August ’18.

Wie jeden 12. des Monats denke ich abends, dass ich im nächsten Monat aber ganz sicher alle Bilder direkt samt Bildunterschrift ins Blog lade. Und wie jeden 12. habe ich genau das nicht gemacht, obwohl es ja wirklich klug wäre, denn am Ende vom Tag dann 12 Bilder und Beschreibungen hochladen und noch zusammenhängende Sätze dazu schreiben, puh, naja mal sehen wie’s läuft. Auf jeden Fall finden Sie weitere Sammlungen von 12 Bildern des Tages bei Caro von Draußen nur Kännchen.

Der Tag hier startete zu früh, ich kann nicht schlafen und sorge mich und vielleicht war auch der Prosecco gestern Abend irgendwie schlecht. Jedenfalls bin ich zwar wach aber irgendwie zu nichts so richtig in der Lage. Mache aber trotzdem Frühstück und danach gibt es Maus für die Kinder und dann eine sehr lange, warme Dusche für mich. Das ist schön und ich habe unsere Dusche wirklich schnell liebgewonnen, obwohl es eine Regendusche ist. Sie hat ja noch ne Handbrause, zum Ausspülen der Haare zum Beispiel finde ich das viel angenehmer, aber sich einfach berieseln lassen hat schon auch was.

Ich fühle mich jetzt einigermaßen bereit für #12von12 #1von12

Wir rödeln ein wenig herum und dann fahren wir mitsamt unseres Übernachtungsbesuches L.* zum Hoffest eines großen Bauernhofes. Das ist schon echt cool da und für die Kinder spitze. Das nächste Mal fahren wir nicht erst um viertel vor drei los.

Das Kind freundet sich auf seine Weise mit den Locals an. #2von12 von #12von12

Wenn man in die Region gezogen ist, in der die Kartoffeln für die norwegenweite Versorgung des Restaurants Zum Goldenen Bogen angebaut werden, kauft man die Pommes auf dem Hoffest auch in der entsprechenden Verpackung. #3von12 von #12von12

This escalated quickly (wenn nicht schon alles mögliche ausverkauft gewesen wäre, hätte ich noch mehr gekauft). #4von12 von #12von12

Das beste daran: der Apfel. Der ist nämlich SO lecker und war geschenkt und das ist so eine Ernteanteil-Sache, das machen wir dann vielleicht nächstes Jahr mit.

Zu Hause setzen die Kinder das Konzept „Hofladen“ direkt um.

Ich werde genötigt, mit meinem letzten Bargeld* die Kekse zu kaufen, die ich gestern selbst** gebacken habe. #5von12 von #12von12

*2 Kronen

**ok, it was @lorenzocamisi

Mein Einkauf kommt mir aber zur Kaffeepause an Chaos grad recht. #6von12 von #12von12

K2s Laden hat ein exklusives Sortiment weißer Steine. #7von12 von #12von12

(Ja, das Kind legt gern Dinge in Reihen und macht aus Bügelperlen am liebsten monochrome Quadrate.)

Zu Hause mache ich Pizza aus den Resten von gestern.

Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Pizza essen! #8von12 von #12von12

[Anmerkung der Redaktion: wird langsam hart mit dem wach bleiben.]

Pippi ist sehr müde (wer nicht?) und schläft auf meinem Arm überraschend ein. Das ist übrigens ihr Ohr, nicht meins.

K2 hat sich in den Schlaf geknibbelt. #9von12 von #12von12

Als Pippi im Bett liegt, möchte ich die Magnetleiste in der Küche anbringen, damit die Messer nicht mehr lose in der Schublade liegen, das macht mich nämlich dezent irre. Leider haben wir keine richtigen Schrauben für die Gipswände und so kommt mir das ganze Ding bei einem nicht mal beherzten Ruck direkt wieder entgegen. Hrmpf.

Aus der Reihe „Ich krieg das schon hin, hups, verkackt“. #10von12 von #12von12

Aber immerhin einer hier kriegt seinen Shit erfolgreich done:

Work in progress. #11von12 von #12von12 @fr4be

Es ist dann eigentlich dringend Bettzeit, aber der Übernachtungsbesuch wird aus Gründen** hier nochmal übernachten und wir quatschen noch viel zu lange. Tjanun.

Nach Wettercheck Sachen rausgelegt. Neue Woche, neues Glück, nicht wahr? #12von12 von #12von12

Und jetzt ganz schnell schlafen.

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*Mein Kollege. Es ist Liebe (sehr platonische). Und er stirbt in dem 300-Einwohner-Kaff, in den ihn der Chef verfrachtet hat, sonst leider einen Langeweiletod.

**es ist kompliziert, hat aber unter anderem mit eineinhalb Stunden Busfahrt zu tun.

Tag 1094 – Ach.

Jetzt ist es auch schon sehr spät irgendwie, ich hab einen im Tee, das kryptische Genöl über den neuen Job* ist ja auch kaum auszuhalten, ich belasse es einfach bei dem kleinen Piep hier, ja?

Ach ja, vielleicht interessiert es ja jemanden: direkt an ihrem 1. Freitag im neuen Kindergarten durfte Pippi baden. Das fand sie natürlich super. Und überhaupt geht sie da sehr gern hin.

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* https://twitter.com/rabensalat/status/1027933094232420353?s=21

Tag 1092 – Ging so.

Heute war der Tag gar nicht so schlimm wie die letzten beiden. Ich mag den Chipsmann wirklich. Ob ich ihm mit den Algen weiter helfen kann, muss sich trotzdem noch zeigen. Ich versuche es jedenfalls. Aber ich hab auch heute eine neue Bewerbung geschrieben, die Chipsalgensache ist einfach sehr heikel, das kam heute bei dem sehr sehr langen Meeting heraus, auch wenn es keiner so direkt sagte. Durch die Blume aber eben schon und der Chipsmann war dann im Auto auf der ungeplant langen* Rückfahrt schonungslos ehrlich zu mir, was mich rührt, aber, naja, ich hab dann eben doch lieber noch kurz vor Einsendeschluss eine Bewerbung geschrieben. Sorry wegen der Kryptik, es ist alles kompliziert und ich bin da auch mit Gedanken sortieren selbst noch gar nicht fertig.

Erfreulich ist jedenfalls, dass die Kinder sich in ihren jeweiligen Betreuungseinrichtungen sehr wohl fühlen und Herr Rabe auch einen guten ersten Tag beim anderen Office seines weiterhin Arbeitgebers hatte. Das ist alles wirklich wunderbar. Und der Rest ordnet sich auch, so oder so**.

Jetzt aber sehr müde, Aufstehen um halb sechs, elf Stunden außer Haus, und dann nochmal zwei Stunden abends am Rechner – das schlaucht.

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Auto-Lobhudelei: Ich gebe mein Bestes und mein Bestes ist schon echt gut.

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*Stau. Wir haben fast zwei Stunden von Oslo nach Årnes gebraucht und das war definitiv das letzte Mal, dass ich zum Arbeiten mit dem Auto nach Oslo (mit-)gefahren bin. Ich kam dann auch ganze 3 Minuten vor Torschluss in den Kindergarten gerannt, wo Pippi ja schon seit viertel vor Acht war und ich müsste das nicht, aber ich fühle mich trotzdem deshalb schlecht.

**Hilfe, Norwegen hat mich gehirngewaschen.

Tag 1091 – Bloß nicht zu viel Routine.

Heute den ganzen Tag Projektplanung betrieben. Naja, da hatte ich ja drum gebeten, mehr am Rechner und weniger im Labor zu sitzen, nicht wahr? Und immerhin habe ich einen eigenen Arbeitslaptop, zum ersten Mal überhaupt. Sonst haben wir nix da in der Chipsfabrik, aber einen Rechner und der ist jetzt meiner. Ha! Um das zu feiern und weil ich vorhin damit nicht fertig geworden bin, bis die Familie mich abholen kam, hab ich den Laptop gleich mal mitgenommen und halt das schlafunwillige kleine Kind in den Schlaf gearbeitet. Jetzt muss ich nur noch den Drucker suchen, auspacken, installieren, mein schickes Chart, für das ich den ganzen Tag gebraucht habe (erstes Mal und so, jetzt kann ich’s aber und Hurra für Chrome, sag ich mal), fünfmal ausdrucken und es morgen dann in einem ganztägigen Meeting an alle verteilen. Das Meeting ist in Oslo, das kleine Kind muss aber trotzdem nach Årnes in den Kindergarten, es ist alles ein neues Level an logistischem Aufwand aber da kann ich mich gleich mal dran gewöhnen, denn wenn ich den Projektplan mit dem Budget für Bemannung der Chipsfabrik abgleiche, werde ich da entweder sehr sehr viel sein oder frühzeitig (lies: morgen) anmerken müssen, dass das nie im Leben hinhauen kann. Voll schön so am dritten Tag. Aber ich wollte ja gern mehr zu sagen haben, nicht wahr?

Da wandern wieder Punkte aufs Erwachsenenkonto, das läuft wirklich bald über.

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Auto-Lobhudelei: nur einmal laut „Jesus!“ gesagt, als ich eine Schublade öffnete. Meine Kollegen haben’s nicht so mit Ordnung. Liebe Kollegen: so geht das nicht. Kussi – die neue Lab-Managerin slash Prozessingenieurin slash Einkäuferin slash Leitfähigkeitselektrodenbeauftragte.

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