Tag 2746 – Schultern senken.

So, die erste Inspektionswoche 2023 ist überstanden. Kann ja mal passieren, dass dann im Footer der Observationsliste noch 2022 steht.

Ich mag meinen Job immer noch.

Heute waren wir um zwanzig nach vier fertig, deshalb war ich um kurz nach halb sechs zu Hause (das wäre auch früher gegangen, aber Cardos war wieder von innen die Scheibe zugefroren und ich musste erst warten, bis die aufgetaut war). Dadurch konnte ich zum ersten Mal diese Woche Essen machen und sogar zwei Kinder ins Bett verfrachten und Herr Rabe konnte dadurch zu einer Musiksession gehen. Voll gut. Ich glaube, Michel fand auch schön, sehr ausgiebig mit mir zu kuscheln, ich fand das jedenfalls schön und bin nur irgendwann wieder aus seinem Bett aufgestanden, weil ich gerne noch ne Runde Bewegung einschieben wollte. Man sitzt ja doch viel auf dem Hintern bei Inspektionen. So langsam tat mir diverses weh, lustiger Weise unter anderem die Füße, aber die steckten ja auch stundenlang in Winterschuhen und konnten sich nicht bewegen, das sind die ja auch nicht mehr gewohnt. Aber eine Runde YouTube-Ballett und schon tut mir alles anders weh als vorher und die Füße sogar gar nicht mehr, toll!

Die Woche war tatsächlich so alles in allem gut. Freue mich trotzdem auf ein Wochenende ohne viel Kommunikation.

Tag 2736 – Pippis Lebensweisheiten.

Wir hatten hier ja vor Weihnachten einen heftigen Disput, weil das eine Kind dem anderen Kind gespoilert hat, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Und zwar nicht so rum, wie Sie jetzt vielleicht denken. Pippi hat anhand dieser Geschichte gelernt, dass man lieber keinem sagt, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Aber natürlich muss trotzdem sichergestellt sein, dass auch die Weihnachtsmanngläubigen rechtzeitig auf den brutalen Boden der Tatsachen zurückgeholt werden, Pippi hat sich da also folgendes überlegt:

Wenn die Kinder ausziehen, müssen die Eltern mit ihnen quasi The Talk haben. Da sagen die Eltern dann, hör zu, liebes Kind, es gibt da etwas, das wir dir sagen müssen. Es gibt den Weihnachtsmann gar nicht. Das waren immer wir, mit den Geschenken. Aber wenn du selbst mal Kinder hast, ist es ganz wichtig, dass du ihnen sagst, die Geschenke kommen vom Weihnachtsmann. Das Kind weiß das ja sonst gar nicht.

So, Sie wissen jetzt Bescheid. Bitte informieren Sie ihre erwachsenen Kinder (wenn sie welche haben), dass gar nicht der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, sie selbiges aber bitte ihren Kindern auch wieder weis machen sollen. Wir freuen uns derweil die nächsten 11-12 Jahre vor, weil wir GARANTIERT und mit Schulabgängerin-Spätteenie-Pippi hinsetzen werden, ganz ernst, und ihr sagen werden, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Wir wollen ja unsere elterlichen Pflichten erfüllen. Mit Verweis auf den 10. Januar 2023.

Tag 2704 – Mehr Lazarett.

Uff ey, zwei kranke Männer (männliche Männer, vor allem die U1,50m-Fraktion) sind echt grenzwertig vom Ertrage-Faktor her.

Pippi hat das Konzert durchgezogen, ist aber auf dem Rückweg eingeschlafen. Was nicht schlimm war, weil ich so guten Gewissens mit ihr vom einem Ende der (langgezogenen) Kommune zum anderen fahren konnte, um ein Paket abzuholen. Das war nämlich aus irgendeinem unerfindlichen Grund zum Paketshop am südlichsten Zipfel der Kommune geliefert worden, und weil die aus ebenfalls unerfindlichen Gründen eine falsche Telefonnummer von mir haben, hätte ich es da auch fast verpasst abzuholen. Ich habe mich nur gewundert, wo das Paket bleibt, deshalb habe ich nachgeforscht und siehe da – da ist das Paket in effing Dal. Aber wenn man eh schon mit schlafendem Kind im Auto sitzt, kann man da ja mal hin fahren. Es war übrigens ein denkbar spannender Gegenstand, den ich da bestellt hatte – ein neuer Aufsatz für den Pürierstab. Kostet quasi das gleiche wie ein neuer Pürierstab, aber es ist ja nur das Messer stumpf und schartig, nicht das ganze Gerät schrottreif. Den Nachkauf von Verschleißteilen könnte man trotzdem günstiger gestalten, liebe Firma Bosch.

Das Adventskonzert war gar nicht schlecht. Entweder sind meine Ohren inzwischen abgestumpft, oder der Schulkorps, vor allem der Hauptkorps, haben richtig viel geübt. Einzig die Tuba muss noch dran arbeiten, nicht als erste fertig sein zu wollen. Aber es war wirklich ein massiver, qualitativer Unterschied zu vor zwei Jahren. Pippi hat auch sehr schön getrommelt und dann den Rest des Konzerts singend auf meinem Schoß gesessen. Bei Weihnachtsliedern ist sie sehr textsicher (ok, sie ist immer textsicher und singt nach ein Mal hören jedes Lied mit, im Zweifel halt in Phantasie-Englisch). Und sehr niedlich.

Vor dem Konzert bin ich übrigens eingeknickt und habe der kleinen Rübennase Glitzerschuhe mit einem Mini Absatz gekauft. Glitzer!!! Das sind die schönsten Schuhe der Welt, wenn man Pippi fragt, und der Absatz ist magisch: 2 cm Absatz machen Pippi 10 cm größer! Stellen Sie sich ein immens stolzes kleines Mädchen vor, in Glitzerschuhen und Anzughose, trommelnd. Manchmal könnte ich sie auffressen, weil sie so niedlich ist.

Tag 2643 – Pssssst!

Sämtliche Raben unter 1,50 m Körpergröße sind derartig verrotzt, dass das Schlafen sehr schwer fiel. Pippi hat obendrein noch Ohrenschmerzen und saß nach einer Runde „DIE TABLETTE HIIIIILFT NICHT, DAS HEIẞT ICH WERDE FÜR IIIIIIIMMER OHRENSCHMERZEN HABEN!!!“ noch eine Weile mit mir auf dem Sofa. Kuscheln und Erzählen knockte sie dann aber doch um kurz nach zwölf endlich aus. Uff.

Sämtliche Raben über 1,50 m Körpergröße sind übrigens auch verrotzt, tragen das aber verglichen mit der anderen Fraktion nicht nur mit Fassung, sondern eigentlich stoischer Ruhe.

Anekdote: Pippi fragte mich, wie es in der Steinzeit gewesen sei. Ich sagte, das wisse ich nicht, weil ich da noch nicht geboren gewesen sei. „Ja, Mama, aber deine Mama ja!“ Das muss ich morgen der Oma erzählen, da „freut“ sie sich bestimmt, gnihihi.

Tag 2637 – Urlaub?

Hmm naja naja, der Arbeitstag lief eher so semi-erfolgreich und das heißt leider, dass ich mir nicht drei Tage frei nehmen kann. Also könnte schon, natürlich, ich könnte ja auch morgen vom Bus überfahren werden und dann würde ja auch die Welt nicht untergehen. Aber da ich gleichzeitig auch möchte, dass „die da draußen“ Antworten auf ihre brennenden Fragen zeitnah halbwegs fristgerecht bekommen, tja. Tjaja.

Aber ein bisschen frei mache ich schon. Vermutlich werde ich einen Arbeitstag auf drei Tage aufteilen und allgemein eine ruhige Kugel schieben. Laut Auto-Reply kann man von mir vor Montag keine Mail erwarten und der Wecker ist auch aus, alles was ich tue ist also Bonus.

Was ich aber auf jeden Fall machen muss, und zwar noch diese Woche: meine Gehaltsforderung fertig machen. Frustrierender Weise mit den selben Argumenten wie letztes Jahr, ich hinke da also (obwohl ich letztes Jahr echt nicht so wenig mehr bekommen hab) irgendwie hinterher und das macht, dass ich mir dezent verarscht vorkomme.

Ach was war das schön, als man noch nicht jedes Jahr aufs neue drum kämpfen musste, ein der Arbeitsleistung, Arbeitsbelastung und Qualifikation angemessenes Gehalt zu bekommen. Ich hasse sowas ja sehr.

Ansonsten war heute hier ein wenig Kinderdrama. Michel ist auf dem Trampolin blöd auf den Nacken gefallen und hat sich aufgrund eines Knackens der Wirbel furchtbar erschreckt und meint jetzt, sein Hals ist gebrochen. Zur einen Seite könne er gar nicht gucken und nach unten auch nicht. Also außer auf der einen Seite ist der Fernseher oder unten der Laptop und man hat grad vergessen, dass man ja einen mindestens gebrochenen Hals hat, dann kann man den Kopf ganz normal bewegen. Pippi packte jedoch die große Eifersucht, weil ich Michel tröstete. Ich hätte Michel lieber als sie, überhaupt hat niemand sie lieb und dieses und jenes Kind war im Hort doof zu ihr und apropos Hort ist es auch brutal ungerecht, dass sie da hin muss und Michel nicht. Wie immer bei Pippi war das Drama aber wesentlich kurzlebiger als bei Michel und bei „morgen geht ihr mit dem Hort in die Bibliothek und da ist eine Veranstaltung mit Reptilien“ plötzlich vergessen. Fünf Minuten später stand sie schon wieder singend vorm Spiegel. Da war Michel noch motzig und rieb sich den Nacken. Es ist wirklich faszinierend, wie unterschiedlich die zwei sind.

Tag 2565 – Pippi, 7 Jahre.

Heute vor 7 Jahren… da war Pippi grad 25 Stunden alt. Noch etwas zerknautscht, rosig, müde und gierig. Schlafen und essen, was ein Neugeborenes halt so tut. Wir waren halbwegs fertig damit, schwarze Windeln zu wechseln und die zweite Nacht im Krankenhaus blieb ich allein, Herr Rabe fuhr zu Michel und Oma. Die waren auch schon tagsüber da gewesen und wir haben eine Runde durch den Krankenhauspark gedreht und Eis gegessen. Bei 17 Grad, wie das so ist, in Trondheim im Juli.

Seither ist einiges passiert. Pippi und Michel, sind, tja, Geschwister. Wie Feuer und Wasser (oder eher wie Wasser und siedendes Öl). Sie haben sich aber sehr sehr gern, das merkt man nur im direkten Zusammenspiel zur Zeit eher nicht selten. Aber Michel ist Pippis großes Vorbild und Pippi Michels kleine große Liebe. Manchmal scheint das durch und ist dann immer sehr herzerwärmend, die drei Sekunden. Und wenn ich so dran denke, wie das mit meinem Bruder war, dann ist das wohl völlig normal, dass sie sich die meiste Zeit anschreien, weil der andere falsch atmet.

Pippi ist außerdem eine kleine Rampensau, immer noch. Sie singt, tanzt und schauspielert ständig und der aktuelle Berufswunsch (der minütlich wechselt, aber auch das ist wohl normal) ist „berühmt“. Ich sehe durchaus Talent, bin aber befangen. Pippi könnte mir aber jederzeit was vorsingen, und das will was heißen.

Mit dem Papa gemein hat sie die soziale Ader. Manchmal beneide ich Pippi um die Fähigkeit, überall sofort Spielkamerad*Innen zu finden und im Grunde mit jedem*r zurecht zu kommen. (Michel hat auch schon gesagt, dass er das gerne so könnte.) So ein offenes und herzliches Wesen – das hätte mir mal jemand sagen sollen, als wir monatelang ein herzzerreißend brüllendes Kind im Kindergarten abgeben mussten. Jetzt quatscht Pippi einfach an jeder Bushaltestelle und in jeder Supermarktschlange Leute an. „Du weißt du was? Ich habe MORGEN GEBURTSTAG!“

Da Pippi auch überaus niedlich ist, nimmt ihr das auch niemand übel. Im Gegenteil. Vermutlich könnten wir Kapital draus schlagen, dieses sprudelnde Wesen stundenweise an Altersheime auszuleihen, wo sie dann den alten Leuten einen Knopf an die Backe labern kann und denen würde allen das Herz schmelzen.

Man muss sich das ganze ja so vorstellen, dass sie auch noch riesige braune Augen hat und zur Zeit braungebrannt ist und ausgeblichene blonde Haare hat. Dazu Stupsnase und mega Zahnlücke (langsam aber zuwachsend). Ich habe oft Angst, dass das Kind abhanden kommen könnte, weil sie so niedlich und hübsch und offen ist. Sie sieht aus wie eine braunäugige Version des skandinavischen Klischeemädchens.

Hach ja. Abgesehen davon, dass ich mich langsam zur Glucke entwickle, weil ich auf mein Juwel besonders gut aufpassen will, wünsche ich mir aber, dass sie einfach weiter auf diesem Weg geht. Der scheint sehr viel Freude und Freundschaften bereit zu halten und das sind die wichtigsten Dinge im Leben.

Wir haben sie ja alle sehr lieb, die kleine Maus. Auch wenn sie gar nicht mehr so klein ist (auf den Arm nehmen wird langsam echt anstrengend) und – das hätte ich auch nicht für möglich gehalten – den eigenen Kopf nur immer weiter ausbaut und zu ungeahnten Höhen steigert. Ohne sie würde was fehlen und es würde sicher sehr langweilig werden.

[weniger mit dem Bruder streiten wäre trotzdem echt nice.]

Ich hab dich sehr lieb, kleine Maus. bleib, wie du bist. Werd, wie du sein willst! Murch!

Ein etwa sieben Jahre altes Bild.

Tag 2554 – Méduse!

Heute waren wir noch mal am Strand und der ist wirklich wunderschön, weißer Sandstrand, flaches Wasser, Dünen, was will eine mehr? Ok ja, die Quallen, die da so rumdümpeln und am Strand rumliegen, die sind nicht so hübsch, aber mei, gefährlich werden die ja wohl nicht sein. Ich erzählte sogar noch, dass ich weiß, dass Qualle auf Französisch Méduse heißt. Ich weiß das, weil ich mal mit einer französischen Austauschstudentin in Schweden in der Ostsee schwimmen war und sie plötzlich sehr hektisch wurde und „Méduse! Méduse!“ rief, weil da sehr viele ganz kleine Quallen um sie rum schwammen. Am Strand im Wasser herumwatend sah ich mir eine der Quallen genauer an, weil ich die Schwimmbewegungen so hübsch finde und die in lebend und im Wasser auch generell recht hübsch war, mit einer gelb-orangen Zeichnung, die wie eine Blume oder ein Stern aussieht und ganz vielen Tentakeln, wie ein Bart. Wieder an Land versuchte ich die Art zu googeln und war ziemlich schnell ziemlich eindeutig bei „Gelber Haarqualle“. Das ist eine Feuerqualle. Hups. Ich wollte gerade aufstehen und Bescheid sagen, da kam mir Pippi heulend entgegen, und Herr Rabe hinterher. Pippis Bein brannte furchtbar und Herr Rabe wollte schon Wasser aus einer Flasche drüberkippen, das konnte ich grad noch verhindern, weil ich auf einer Ostseeurlaubseite gelesen hatte, dass man es damit noch schlimmer macht. Essig soll man nehmen. Essig hatten wir nur zu Hause, also packte ich die schreulende Pippi und ging mit ihr zurück zum Haus, die anderen Kinder „was ist denn mit Pippi???“-fragend zurücklassend. In der Hektik vergaßen wir auch, Schuhe anzuziehen, was wir auf den Schotterwegen sehr bereuten. Nach einer gefühlten Ewigkeit im Ferienhaus angekommen suchte ich Essig, das einzige, was wir hatten, war allerdings Balsamico. EGAL! Dachte ich, Hauptsache irgendwas, dann machen wir jetzt Salatsauce. Ich schüttete also großzügig Balsamico über Pippis Waden, ließ es kurz wirken und spülte dann mit Wasser die braune Suppe wieder ab. Dann gab es eine Portion Fenistil auf die Beine, eine halbe Antihistamintablette, Wasser, ein Quetschie und My Little Pony, weil Pippi auf gar keinen Fall wieder zum Strand wollte. Ich ließ sie also in Obhut des Erwachsenen, der in der Nacht zu wenig Schlaf bekommen hatte und deshalb ausruhen wollte und ging zurück zum Strand. Mit dem restlichen Essig.

Rasierschaum geht wohl auch. Wir kaufen aber morgen eine Flasche billigen, stink normalen Essig.

Braucht auch kein Mensch, auch wenn es glimpflich ablief. Ich hoffe, dass Feuerquallen für irgendwas im Meer eine Delikatesse sind.

Wieder zu Hause sah man übrigens nichts mehr und Pippi ging es auch wieder gut.

Tag 2553 – Sommerlich.

Heute war weiter eher ankommen und abschlappen angesagt. Wir hatten keine großen Pläne, sondern lebten eher in den Tag und beschlossen irgendwann, ins nahe gelegene Freibad (an einem Campingplatz) zu gehen. Das war verhältnismäßig teuer, aber ich hatte mit Pippi sehr viel Spaß, was im Alltag auch in der Intensität eher selten ist. Pippi ist ja hartgesotten, was kühleres Wasser angeht und ich musste feststellen, dass es nur schlimm war, solange man noch halb draußen war, wenn man ganz drin war, ging es echt. Pippi schwamm ein bisschen mit Herrn Igelbert (also dem Mann von Frau Wunnibar), und wir Erwachsenen stellten beide fest, dass das schon ziemlich gut geht, zumindest im Hündchenpaddelstil, aber das reicht ja erst mal, um nicht sofort abzusaufen, wenn das Wasser plötzlich überraschend tiefer wird. Danach machte ich mit Pippi Quatsch und einen von ihr selbst ausgedachten Schwimmwettbewerb, bei dem wir in so spannenden Disziplinen wie „Nilpferd“ die Zeit nahmen (super professionell durch zählen), die es dauerte, einmal das 10 m breite Becken zu durchqueren. Am Ende schlugen wir noch unsere eigenen Rekorde, ich im Rückenschwimmen ohne Arme und sie im „Frosch“.

Irgendwann waren dann aber selbst Pippis Lippen etwas blau und wir gingen raus und ließen uns die Nachmittagssonne mit den anderen auf die Bäuche scheinen.

Schläft nicht, macht nur Quatsch.

Pippi hat übrigens in der Genlotterie vor 7 Jahren und knapp 10 Monaten den Jackpot gewonnen und Herrn Rabes Haut geerbt, weshalb sie jetzt schon unverschämt braun ist – alles dank Hort, Schule und draußen spielen.

Ach, das war richtig schön. Ich vermisse ja regelmäßiges Schwimmen doch sehr.

Tag 2490 und 2491 – Weggeworfene Zeit.

Gestern bin ich abends auf dem Sofa vom Schlaf übermannt worden. Tjanun.

Es gab aber auch nichts spannendes zu erzählen, außer, das ist natürlich sehr spannend: es hat geregnet. Den ganzen Tag! Das ist eine Meldung wert, das war nämlich, leider wirklich nicht übertrieben, das erste mal seit März, dass es geregnet hat. Vor lauter Schreck ist gleich der Rosmarin (Versuch Nummer 275) im Garten eingegangen und der Rest der Natur ist förmlich explodiert. Zack, Frühling, alles grün. Nur doof, dass der Korps gestern seine finale Marschübung hatte, ich bekam 3 (Herr Rabe marschiert als Begleitelter mit) sehr nasse Raben zurück, die erst mal in der Badewanne auftauen mussten.

In einem Land, in dem der komplette Strom aus Wasserkraft kommt, weiß man Regen gleich ganz anders zu schätzen.

Heute war auch nicht so ganz viel, um ehrlich zu sein. Ich arbeite so vor mich hin, ziemlich unproduktiv aber es saufen halt auch alle die billigen Desinfektionsmittel da, was soll man machen. Die Arbeitszeit fühlt sich ziemlich verschwendet an, oder wie man auf norwegisch sagt: weggeworfen.

Abends habe ich versucht, Pippi die Bräune aus dem Gesicht zu waschen, weil ich dachte, es sei Dreck. Sie hat einen sehr deutlichen Abdruck von ihrer Brille, das passiert mir ja tatsächlich einfach nie, deshalb dachte ich halt, das Braune muss Staub oder Dreck sein. Hoppla. Aber Pippi sieht natürlich auch mit einem weißen Balken auf der Nase ganz bezaubernd aus. Michel hat wieder Sommersprossen auf der Nase und den Wangen bekommen und sieht damit auch ganz hinreißend aus, wie immer. Ich muss neue Sonnencreme kaufen, die Restbestände habe ich alle aus Gründen wie „voller Sand“ entsorgt. Und meine ist leer, aber die kriege ich auch nicht im Supermarkt, die muss ich bestellen oder es wagen, in eine Parfümerie zu gehen. Da ich aber schon die letzten Male im Zug gern Leuten an die Gurgel gegangen wäre, weil sie zu penetrant nach Parfüm rochen, läuft es wohl auf bestellen raus. Ich frage mich, warum mir das jetzt so extrem auffällt? Ich war immer schon geruchsempfindlich, aber doch nicht so? Bei meinem letzten physischen Maskarakauf wollte ich am liebsten rückwärts den Laden wieder verlassen, weil ugggghhhh Parfüm. Werde ich seltsam mit den Jahren? Also noch seltsamer als eh schon? Ist es die Entwöhnung durch Pandemie? Egal was: ich wünsche mir von der Menschheit generell einen sparsameren Umgang mit Düften aller Art.

Tag 2313 – Auf zum Atem!

Ich habe Pippi beigebracht, mit großem Enthusiasmus „Auf zum Atem!“ zu sagen, wenn wir irgendwohin aufbrechen, und das ist schon sehr putzig, muss ich sagen. Hihi. Ja, ich bin total erwachsen.

Apropos Pippi, die hat ja sehr ihren eigenen Kopf und einen immensen Basteloutput und hier hat sie ihren Puppen kleine Toilettenmäppchen und Zahnbürsten gebastelt. Sowas macht sie bevorzugt, wenn irgendwas anders ansteht, wie Schule oder Bett.

Alle Puppen müssen auch erst Zähne putzen, bevor Pippi ins Bett kann. (Aus der beliebten Reihe „Ich muss nur noch grad…! – 1000 Wege die Bettzeit herauszuzögern“ von Pippi Rübennase)

Heute wollte sie „einen Elsa-Zopf“. Nun ja, ich gab mein Bestes.

Zappelkind, dünne, weiche Fusselhaare, kurze Haare, keine Übung. Aber Hauptsache das Kind gefällt sich selbst.