Tag 4009 und 4010 – Ferienendspurt.

Ab morgen muss ich wieder arbeiten. Ich finde das empörend, um ehrlich zu sein. Jetzt hatte ich mich grad ans Urlaub haben gewöhnt.

Gestern und heute hat vor allem Pippi davon profitiert, dass ich noch frei hatte. Gestern auch Michel ein bisschen, weil er und ich endlich zur Bank gefahren sind, um eine neue Bankkarte für ihn zu bestellen (seine ist durchgebrochen und total professionell von mir mit Tesa gefixt) und auch gleich einen Mobilbankvertrag für ihn (und vorsorglich für Pippi) abzuschließen, damit er Vipps richtig benutzen kann. Vipps ist hier ziemlich wichtig.

Nachmittags war ich mit Pippi schwimmen. Ich musste mit, weil Pippis Freundin, die auch mit war, nicht alleine ins Schwimmbad darf (Pippi schon und sie hat das auch schon ein paar mal mit anderen Freundinnen gemacht). Aber das ist ja auch nicht tragisch, ich bin dann eben auch einen Kilometer geschwommen, bin eine Runde in die Sauna gegangen und hab ein bisschen gelesen. Es gibt wahrlich schlimmeres.

Abends habe ich mich über die norwegische Förderung energetisch sinnvoller Sanierungsmaßnahmen aufgeregt, weil die ungefähr vorsehen, dass man bei Vollmond mit einer Strähne aus dem Schweif eines Einhorns in der Hand durch 12 brennende Reifen springt, um dann einen winzig kleinen Teil der Sanierungskosten erstattet zu bekommen. Im Falle unserer Terrassentüren z.B. 3,2%. Aber das ist eine andere Geschichte.

Heute haben Pippi und ich den Zug nach Oslo genommen, um zu shoppen. Bei Pippi wurde daraus ein halbes Makeover. Gestern war mir beim Schwimmen mein eines Piercing einfach rausgefallen, weil der Ring nicht mehr richtig schließt. Also sind wir zuerst zum Piercingstudio, damit die mir einen neuen Ring verkaufen und einsetzen. Dann wollte Pippi ein zweites Set Ohrlöcher (das wollte sie schon länger, aber jetzt war halt die Gelegenheit da). Und wo wir schon mal dabei waren, habe ich mir auch nach fast 20 Jahren mal wieder ein Piercing stechen lassen. Auch im Ohr, „conche“ heißt das, quasi durch die Ohrmuschel am äußeren Rand.

Das tat kurz weh, dann aber nicht mehr. Und Pippi ist schon so tapfer und groß, dass sie die neuen Löcher nacheinander hat stechen lassen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Danach waren wir beim Ballettladen, wo Pippi den von Oma geschenkten Gutschein eingelöst hat. Dann beim Sportladen, Hallenschuhe für den Sportunterricht kaufen. Dann bei einem anderen Sportladen (dem günstigen), Hausschuhe (so Gummischlappen, wie die Kinder die jetzt eben alle haben müssen) kaufen. Bei einem normalen Bekleidungsgeschäft, normale Trainingskleidung für die ganzen anderen Tanzstile kaufen. Und zum Schluss noch Haare schneiden. Die Friseurin war glaube ich von der Fraktion „die Kleine will es bestimmt nicht so kurz, wie sie gesagt hat“, aber Pippi gefällt das Ergebnis trotzdem sehr. Ihre Haare sind jetzt etwa Schlüsselbeinlang. Gezeigt hatte sie schon ca. 5 cm kürzer. Aber egal. Ihr gefällt es, und wenn morgen doch nicht mehr: mehr abschneiden geht immer.

Tag 3985 – Inselhopping.

Pippi und ich hatten einen im Großen und Ganzen sehr schönen Tag. Ich habe nur leider nur ein einziges Bild gemacht.

Auf dem Weg!

Ich fand sehr schön, mit Pippi einen ganzen Tag zu verbringen. Pippi hatte sehr viel Spaß, wir haben im Fjord gebadet (beide! Mit Kopf unter Wasser!) und es war wirklich herrlich, gerade weil es einfach brüllend warm war, da ist 18-19 Grad kaltes Wasser wunderbar. Wir haben auch UNO gespielt und uns sehr viel unterhalten und uns gegenseitig erzählt, wie furchtbar warm es ist. Wir haben zusammen einen Seestern vorm Sonnentod gerettet und Pippi hat einen Stein voller Baby-Seesternchen gefunden. Ich bin einfach nur fasziniert, dass es an den Badestränden Oslos so viel Leben gibt, lebende Austern habe ich auch gefunden und Fische gesehen und auch einen Fisch gesehen, der Seevogelfutter wurde. Wir haben uns beide an Steinchen oder Muscheln im Wasser die Füße verletzt und niemand hat groß Drama deshalb gemacht. Nächstes Mal Badeschuhe mitnehmen. Wenn wir noch mal nach Langøyene fahren sowieso, der Strand da war super heiß, ich glaube ich hab es kurz Zischen gehört, als meine Füße das Wasser endlich berührten. Ich persönlich fand Gressholmen auch schöner, aber Pippi ist anderer Meinung (Langøyene hat einen Steg, von dem aus man offiziell ins Wasser hopsen darf).

Falls Sie mal in Oslo baden wollen: für Gressholmen muss man deutlich mehr kraxeln können. Zum Badeplatz geht ein Trampelpfad. Der Badeplatz ist kein Strand, das ist Fels und dann Wasser. Es geht recht steil rein, ist also auch nicht unbedingt was für einen Ausflug zum Plantschen mit Kleinkindern. Aber ich fand es schöner, weil ruhiger. Langøyene hat alles, Klos, Kiosk, Campingplatz, große Wiese, Grillmöglichkeiten, Sandstrand, Badesteg, es geht etwas flacher rein. Sogar Duschen gibt es (eiskalt. Der Fjord ist deutlich wärmer. Aber immerhin kann man sich den Sand von den Füßen waschen). Und deshalb ist Langøyene ziemlich überlaufen. Also immer noch nichts gegen Ballermann oder ein durchschnittliches deutsches Freibad bei 30 Grad, aber schon, in norwegischen Maßstäben, voll. Zu beiden fährt aber das normale Ruter-Boot und die Inseln liegen im Tarifbereich Zone 1, also Oslo. Mit meinem Jahresticket kann ich ja eh überall hin, für Pippi habe ich ein Tagesticket gekauft, das hat etwa 10€ gekostet, für 4 Zonen (weil wir halt in Zone 4 Nord wohnen, wir müssen ja erst mal nach Oslo kommen!). Ich kann so einen Badeausflug bei gutem Wetter sehr empfehlen, nur Badeschuhe und vielleicht ne Strandmuschel oder sowas sollte man dabei haben. Ich war heute sehr dankbar für meinen Sonnenschirm. Und Lichtschutzfaktor 5000, egal wie es klebt, egal wie man aussieht wie mit Alpina eingeschmiert und dann mit ner Speckschwarte abgerieben. Die Sonne hier ist, wenn sie mal da ist, gnadenlos.

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Ich bin komplett fertig jetzt. Auf sehr viele Arten war das sehr anstrengend für mich, allein sensorisch, dadurch, dass ich den ganzen Tag fett mit Sonnencreme eingeschmiert sein musste. Dann so viele Leute, aufpassen, dass Wasserratten-Pippi nicht absäuft oder ihr irgendwer auf den Kopf springt, waaaaaarm, Angst vor Sonnenbrand, mimimi irgendwas hat mir den kleinen Zeh aufgeschlitzt, Sonnenhut, Sonnenschirm, Sonnencreme, Zeug schleppen, irgendwann dann auch Hunger, nasses Badezeug an also punktuell kalt, Rest langsam durchgekocht, nirgendwo ist Schatten, ganzer Körper klebt. Und dann fuhr kein Zug zurück, weil es irgendwo an der Strecke gebrannt hat, ich musste sehr schnell umorganisieren, im Bus war die Klimaanlage kaputt, mein Anschnallgurt ging nicht, wir mussten ganz hinten im Bus sitzen. Wir wurden also noch mehr durchgekocht als eh schon und das ganze Zugdrama hat mir echt den Rest gegeben, ich gehe jetzt einfach ins Bett.

Aber: kein Sonnenbrand (glaube ich jedenfalls) und Pippi hatte eine gute Zeit. Das war’s wert.

Tag 3972 und 3973 – Urlaub.

Ich habe jetzt Urlaub. Die Urlaubsstimmung will sich nur mal so gar nicht einstellen. Liegt vielleicht auch daran, dass mich Arbeitsdinge nicht loslassen. Oder zumindest hängt das sicher zusammen. Aber ich gebe mein Bestes und habe heute auch brav immerhin eine Stunde Geige gespielt (und mir an Sekund-Doppelgriffen die Finger und Ohren verrenkt). Außerdem heute: mit Michel zum Kieferorthopäden gefahren, Draht tauschen lassen. Nach den Ferien wird dann der untere Teil der Spange geklebt. Außerdem gestern: Abhol-Konzert von Pippis Sommerkurs. Wie vermutet, hatte Pippi eine super Zeit und hat sich auch für nächstes Jahr schon zum roten (also nächsten) Kurs verabredet. Das Konzert war auch wirklich gut, es ist wirklich immer wieder beeindruckend, was die in knapp vier Tagen so auf die Beine stellen.

Ansonsten sind die Projekte zu Hause im Gange. Pippi hilft mir beim Lackieren des kleinen Telefonbänkchens, das ich letztes Jahr über Kleinanzeigen besorgt habe. Ich habe die Treppe vor dem Haus geschrubbt. Die macht etwa 1/15 des zu schrubbenden Holzes aus und Scheiße, ist das anstrengend. Für den Rest muss ich glaube ich Michel fürstlich entlohnen.

Morgen geht dann eine weitere Tour in den Baumarkt des Vertrauens – dem, wo man Beratung bekommt. Denn erstens muss ich Terrassenlasur kaufen (für die Treppe, die riesige Terrasse und den riesigen Balkon, also ca. einen Kubikmeter) und zweitens will ich mein Aquarium Arbeitszimmer streichen. Erst fand ich es charmant, so hellblau. Aber es ist halt wirklich der komplette Raum, ALLES ist hellblau. Die Decke. Die Fuß- und Deckenleisten. Der Tür- und Fensterrahmen. Sämtliche Kabel. Selbst die Lichtschalter sind einfach hellblau übergejaucht. Es ist zum Heulen. Und in Teams sehe ich grundsätzlich etwas krank aus.

Keine Ahnung, ob überhaupt eine Chance besteht, das zu fixen. Und Nasen sind auch überall, wie rechts oberhalb vom Lichtschalter zu sehen.

Fun fact übrigens: Niemand weiß, was der obere Schalter tut, außer mich zu irritieren, weil ich grundsätzlich den falschen erwische. Er scheint jedenfalls kein Licht irgendwo zu kontrollieren.

Die Moral von der Geschicht: egal, wie sehr Ihr Kindergartenkind es sich wünscht, streichen sie niemals einen kompletten, Holzpanelverkleideten Raum, in irgendwelchen Farben. Türrahmen, Fensterrahmen, die Decke!!!, Leisten, Kabel und Lichtschalter sollten auch nicht einfach übergepinselt werden. Weil sonst sitzt da hinterher jemand wie ich und muss im Baumarkt verzweifelt nachfragen, wie zur Hölle das wieder beseitigt werden kann (möglichst ohne dass es meine kompletten sechs Wochen Ferien auffrisst wegen Aufwand).

Tag 3903 und 3904 – Generalprobengurkerei.

Beide Generalproben sind geschafft. Morgen tanzen sowohl Pippi als auch ich (ich nur einmal, Pippi zweimal) und da hatten wir gestern Generalprobe. Sonntag tanzt nur Pippi, aber ebenfalls beide Vorstellungen, und hatte heute Generalprobe. Heute war das mit ihren beiden Freundinnen und HERRJE die drei sind lebendig im Auto. Drei durcheinander quatschende Mädels und eins davon macht alle anderthalb Minuten ein neues Lied im Auto an. Meine armen Ohren, mein armes Nervenkostüm, arme ich generell. Mimimi. Gestern war das entspannter, nur mit Pippi. Morgen fahre ich auch nur mit Pippi. Sonntag nehmen wir maximal die ruhigste aus dem Gespann mit.

Und dann, wenn wir so 4 bis 6 mal hin- und hergefahren sind, ist das Tanzsemester erst mal vorbei.

Herr Rabe ist nicht da, und da liegt es sehr nahe, dass Pippi sich zu mir ins Bett gemurcht hat. Jetzt schnauft sie da gemütlich rum, und das macht, dass mir die Augen zufallen. Hach ja, die kleine Zwergmaus ist manchmal doch noch ganz schön klein eigentlich.

Tag 3843 und 3844 – Rübennase.

Pippi kann nicht schlafen. Gestern waren wir schwimmen, man sollte meinen, danach seien Kinder müde, aber Pippi kann trotzdem nicht schlafen. Letzte Nacht schlief sie deshalb bei uns im Bett – weswegen mindestens ich dann beschissen schlief, sie ist immerhin inzwischen fast 1,50 m groß. Heute Nacht konnte sie auch wieder nicht einschlafen und deshalb schläft sie jetzt mit Herrn Rabe im großen Bett und ich liege in ihrem. Ein Squishmallow liegt neben mir und lächelt mich selig an. Ich hoffe, diese Schlafprobleme sind eine kurze Phase, ich mag mein Bett nämlich.

Bei der Arbeit wird mal wieder umorganisiert. Es ist ein so chaotischer und unstrukturierter und undurchsichtiger Prozess, dass ich jetzt schon wieder keinen Bock mehr habe. Ein anderer Inspektor hat schon angekündigt, sich wegzubewerben, weil er das Damoklesschwert, dass seine Aufgaben eventuell einfach… nicht mehr gemacht werden sollen, nicht erträgt. Verständlich. Sehr, sehr verständlich. Und was das schon wieder alles an Ressourcen frisst. Als hätten wir sonst nichts zu tun. Andererseits… Man sollte vermutlich alles tun, um in einer Organisation, die kein Geld für nichts hat, zu verhindern, dass NOCH MEHR „strategisches Management“ etabliert wird, also noch mehr Leute, die nix tun, außer in Meetings zu sitzen und darüber zu entscheiden, wie man mal wieder was umorganisieren könnte. Und weil‘s Management heißt, kostet der ganze Spaß dann direkt mal ein paar Milliönchen. Während an anderer Stelle in der Organisation, an Stellen, wo tatsächlich was produziert wird, das mehr ist, als heiße Luft, Stellen nicht neu besetzt werden, wenn jemand aufhört – weil wir ja kein Geld haben!

Wenn ich ja den Job an sich nicht so mögen würde, ich hätte denen echt längst die Bude angezündet.

Tag 3778 – 3780 – Laune (und Ferien).

Donnerstag und gestern habe ich noch unvernünftig viel gearbeitet, damit wenigstens die meisten großen Klötze von meinem Schreibtisch sind, wenn ich Urlaub nehme. Was ich jetzt habe.

Gestern habe ich außerdem eine Geigenstunde gehabt (die war gut), mir endlich die Haare schneiden lassen (sehr gut!) und war beim Geigenbauer, Saiten kaufen. Scheiße, sind Saiten teuer. Aber ich habe ja auch gerne ein komplettes Set auf Halde liegen, weil Saiten meistens sehr plötzlich reißen.

Auf dem Rückweg von Oslo ging es mir plötzlich gar nicht gut, irgendwas hatte ich nicht vertragen oder es war nicht mehr gut oder so, aber es wollte bitte schnell raus und machte vorher auf dem Weg durchs System große Schmerzen, sodass ich mit Schweißausbrüchen im Zug saß und erst mal meinen Gürtel lockerte, damit alles wenigstens so frei wie möglich passieren konnte. Ich schaffte es nach Hause, war aber den Rest des Tages nur auf verschiedenen Sofas. Heute nach dem Frühstück war erst mal alles raus, glaube ich, da ging es mir schon viel besser.

Heute war ich mit Pippi in Oslo, erst Sachen einkaufen und dann beim Weihnachtskonzert des Lieblingskollegen. Das war sehr schön (beides).

Jetzt allerdings habe ich ziemlich Laune. Hat möglicherweise interne, aber möglicherweise auch externe Gründe. Jedenfalls… ARRRRGGGGHHH!

Lieber schlafen. Morgen ist großer Putztag.

Tag 3773 und 3774 – Piep, piep, piiieeep.

Hier ist zu viel los und ich bin zu müde für alles und zu overpeopled. Heute haben wir einen Ausflug nach Oslo gemacht, waren auf einem Weihnachtsmarkt mit Hipstergemachten Handarbeitsdingen und dann noch im Nerdladen (verkaufsoffener Sonntag). Der Weihnachtsmarkt war sehr nett, aber zum Teil auch echt sehr teuer. Was ich sehr gut fand: es gab drei Sorten Würstchen vom Grill und die veganen waren am billigsten. Gut, waren immer noch 69 Kronen…

Gestern waren zwei Vorstellungen von Pippi, erst mit ihrer Band, dann von ihrer Ballettgruppe. Beides hat sie super gemacht und wir sind sehr stolze Eltern. So groß ist die schon! Wahnsinn, wirklich.

Naja. Ist schon berechtigt, Sonntags abends einfach ins Bett zu plumpsen.

Tag 3715 – 3717 – Wochenende plus.

Freitag war eigentlich nur Arbeit. Furchtbar langweilig, wenn man nicht dabei war. Wenn man dabei war, war es nur so normal Arbeit halt. Ich habe ein Uber gebucht, das war ca. das spannendste. Abends sind Herr Rabe und ich sehr unvernünftig lange vorm Fernseher versackt. Das war aber auch schön.

Gestern waren wir Bowlen, die ganze Familie, denn das hatte Pippi sich gewünscht. Pippi war nämlich letztes Wochenende sehr traurig, dass sie nicht mit in den Trampolinpark durfte, als Michel seinen Geburtstag gefeiert hat. Nun ist es aber ja nun mal so, dass Pippis Mutter zwei Kinder durch ihren Beckenboden gepresst hat, und das mit dem Trampolin macht danach nur noch bedingt Spaß (bitte keine Tipps für Training, been there, done all of that, hat nicht funktioniert, bin sehr müde, das zu diskutieren). Deshalb Bowling. Das war auch eigentlich sehr schön, bis Pippi aufging, dass wir alle besser sind als sie und dann war Krise und Heuli und aufgelöstes Kind. Ich war in dem Alter exakt genau so und kann das sehr gut verstehen. Dass Michel dann schlaue Tipps und/oder blöde Kommentare von der Seitenlinie reinruft, macht nichts besser. Pippi spielte dann halbwegs tapfer die Runde zu Ende und wurde mit einem Slush getröstet. Danach haben wir die Kinder gezwungen, mit uns Essen zu gehen (Thai/Sushi, also für die Kinder Sushi und für die Erwachsenen Thai), weil wir Monster sind, jedenfalls wenn man Michel Glauben schenkt. Kinder, so schön. Wenn man unbedingt jemanden will, dessen Emotionen man ständig managen (also auffangen, aushalten, regulieren, erklären…) muss, empfehle ich Kinder wärmstens. Obendrein tut mir vom Bowling der rechte Ringfinger weh und er ist auch dick am Gelenk, den Ehering kriege ich nicht mehr ab. Ich hoffe sehr, dass das bis Mittwoch weg ist.

Abends haben Herr Rabe und ich die 2. Staffel Wednesday fertig geguckt. Das war schön, wenn auch ein wenig vorhersehbar.

Heute Haushalt und Sachen für die Reise raussuchen. Ich werde sicher nicht schlafen können, bevor ich eine Packliste zumindest angefangen habe, also mache ich das gleich noch. Es wurde ein etwas späterer Abend als wünschenswert gewesen wäre, weil ich mit Michel erst noch einen Plan für seine Verpflichtungen und Freizeitgestaltung gemacht habe. Er hat da aufgrund seiner Neurodiversität grade mal wieder große Probleme, sich zu strukturieren und braucht viel Hilfe, aber wenn wir ihn (für ihn) aus dem Blauen heraus an irgendwas erinnern, das er machen soll, explodiert er ganz gerne mal und verweigert sich total. Also haben wir, nachdem er sich abgeregt hatte, uns hingesetzt und aufgelistet, was er alles machen will und was er machen muss, und was von den „muss“-Sachen eigentlich ganz gut läuft (Hausaufgaben zum Beispiel, Brotdose machen, und an den richtigen Tagen das richtige Sportzeug dabei haben) und was für ihn schwer ist. Bei den schwierigen und unbeliebten Sachen haben wir abgemacht, wann er die am besten machen kann, weil es ihn da am wenigsten nervt, und vor allem ob und wann wir ihn daran erinnern. Ich hoffe, das wird ihm ein bisschen helfen. Und ich hoffe, dass er uns vielleicht nicht jedes Mal ins Gesicht springt, wenn es eine Abmachung gibt, dass wir ihn jeden zweiten Montag fragen, ob er die Hausaufgaben für die aktuelle Zwei-Wochen-Periode schon fertig hat. Ich hoffe (und glaube eigentlich auch), dass er versteht, dass wir ihm nur helfen wollen, auch wenn sein ADHS-Gehirn Routinen furchtbar langweilig findet. Aber Struktur muss sein, sonst entgleitet (ihm) alles und es gibt dann Frust, weil er ja eigentlich xyz machen wollte oder abc hätte machen müssen.

Positiv betrachtet wird es nicht langweilig hier.

Tag 3680-3682 – Wochenende Kurzabriss.

Morgen klingelt der Wecker wieder sehr früh, ich muss also sehr schnell tippen.

Freitag war Nix. Nicht mal ne Dunstabzugshaube habe ich gekauft. Unsere Dunstabzugshaube macht nämlich nur Lärm, aber saugen tut sie nichts. Das ist jetzt irgendwie ungünstig, vor allem weil wir eine alte Ikea-Küche haben, mit einer Ikea-Dunstabzugshaube drin, die komplett andere Maße hat, als die Geräte, die laut Stiftung Warentest gut sind. Und weil die Küche alt ist (also noch Faktum und nicht Metod) kann man da auch nicht mal eben nen anderen Schrank reinsetzen. Am Freitag habe ich ziemlich viele Testberichte gelesen. Für einen Monat habe ich jetzt eine Flatrate. Die Spülmaschine muss nämlich auch eventuell neu und der Herd und dann auch der Backofen und dies und das und jenes. Also all diese Geräte tun es noch (im Gegensatz zur Dunstabzugshaube), aber speziell bei der Spülmaschine ist ein bisschen die Frage, wie lange noch.

Freitag Abend habe ich Kisten ausgepackt und einen halben Raum „fertig“ (mit großen Anführungszeichen) gemacht. Man kann da jetzt Boden sehen!

Samstag haben wir Pippis Geburtstag mit ihren Klassenkameradinnen nachgefeiert. Dazu hatten wir die Ballettschule gemietet, und das heißt, die machen alles, wir müssen nur Kuchen und Limo und so mitbringen. Das war recht entspannt für uns so. Die Mädels hatten super Spaß mit dem großen Airtrack und Stoptanzen und Stille Post. Langsam sind sie auch so groß, dass es nicht aus reiner Überforderung irgendwann Tränen gibt. Alles sehr schön. Wir haben sogar eine Freundin von Pippi mitsamt Papa danach noch auf einen Tee zu uns eingeladen, und das obwohl hier doch das Chaos immer noch herrscht. Aber die Freundin wohnt drei Orte weiter (das ist keine Klassenkameradin, sondern ein Mädchen, das Pippi mal im Schwimmbad aufgegabelt hat) und sie sehen sich nicht so oft. Der Papa ist auch sehr nett, und wirkt nicht judgy, was Chaos angeht. Und bevor der erst noch ne halbe Stunde nach Hause gurkt, und dann wieder zu uns und zurück, haben wir ihn halt mit eingeladen. Und es war auch sehr nett. Gerne wieder. (Was ist los mit mir???)

Ok, abends bin ich dann einfach wehrlos eingepennt. Wir hatten Sushi gegessen und danach war ich satt und weil ich fror, war ich auch dick eingepackt und, tja.

Heute haben die Kinder mit dem Korps auf einer Konfirmation gespielt, das hat Tradition, dass der Korps bei den Konfirmationen der Mitglieder spielt. Michel hat auch noch mal einige Fragen zur möglichen Konfirmation (christlich vs. humanistisch vs. irgendwas selbst geklöppeltes) gestellt. So langsam reift es in ihm, dass die Wahl auf ihn zukommt, ob er nun will oder nicht. Die Kinder haben schön gespielt. Memo an mich: Pippis Uniforms-Handschuhe sind zu klein und vor allem kaputt, die müssen ausgetauscht werden.

Danach haben wir hier herum gerödelt. Ich habe das Kaminzimmer (wie das klingt!) von einigen Kisten befreit und weitere drei Kisten ausgepackt. Das klingt wenig, aber ich habe auch viele, viele Bücherkisten zur Hälfte ausgepackt, nämlich die Bücher, die oben ins Wohnzimmer dürfen. Die stehen jetzt im Regal. Da stehen jetzt auch Blumen. Und Deko. Und Bilder. So langsam wird es persönlich und heimelig. Außerdem habe ich viele Kisten da hin geräumt, wo ihr Inhalt am Ende mal sein soll. Jetzt stehen nur noch ganz wenige Kisten einfach wahllos im Kaminzimmer rum. Aber das sind Kisten mit Inhalten, die wir entweder noch nicht auspacken können, weil uns Möbel fehlen, um es rein zu räumen (Bücher zum Beispiel) oder für die ich mich wirklich so gar nicht zuständig fühle. Ich wohne hier ja nicht alleine.

Abends haben wir eine Dunstabzugshaube bestellt. Wegen Lieferzeit habe ich jetzt knapp zwei Wochen, um wen aufzutreiben, der uns ein neues 150 mm-Loch in die Küchenwand macht, weil, wie gesagt, die Maße von allen Geräten, die nicht Ikea sind, anders sind, als die von Ikea. Und die existierende Lösung sieht bereits so aus, als sei da was passend gemacht worden, was vorher nicht so richtig gepasst hat. Das wird also potentiell noch ein bisschen spaßig alles.

Tag 3682 und 3683 – Müde, Laune, alles.

Das PMDS ist diesen Monat wirklich sehr schlimm. Gestern habe ich es ganz drei Stunden im Büro ausgehalten, dann bin ich wieder nach Hause. Das hing auch damit zusammen, dass mir jemand meinen Stuhl geklaut hatte, und nicht mal nen anderen an meinen Arbeitsplatz gestellt hat. Das hat mich sehr aus der Bahn geworfen.

Abends war ich bei einem vorläufig geheimen Projekt. Geheim, weil ich das erst noch ein bisschen probieren will, und gucken, ob ich dabei bleibe. Nett war es jedenfalls.

Danach kam ich nach Hause zu einer total verzweifelten Pippi, die Rotz und Wasser heulte, wegen Hausaufgaben. Verständlich, es war auch schon spät und wenn man total aufgelöst ist, machen sich Hausaufgaben auch nicht gut. Aber sie wollte unbedingt alle Hausaufgaben gestern Abend machen, obwohl sie bis Donnerstag Abend dafür Zeit hat. Es ist manchmal nicht leicht für sie. Am Ende schlief sie ohne Zähneputzen halb auf mir liegend ein.

Heute Morgen ging das mit den Hausaufgaben aber leider weiter und am Ende musste sie mit dem Fahrrad zur Schule fahren, weil sie den Bus nicht mehr bekommen hätte. Eigentlich finde ich Fahrrad fahren grad nicht so super, weil ihr Helm nicht mehr gut passt und sie auch kein Schloss hat, weil sie es verschlürt hat (und nicht Bescheid gesagt). Unter Androhung, dass, wenn das Fahrrad geklaut wird, sie ein neues vom Sparkonto kaufen muss, fuhr sie dann. Das Fahrrad wurde nicht geklaut und sie war auch noch pünktlich. Aber meine Güte, warum habe ich zwei so sture Kinder bekommen? Niemand hier ist doch stur! (Scherz. Wir Eltern sind beide sehr Meinungsstark.)

Homeoffice heute ging viel besser als Office-office gestern. Vielleicht sollte ich einfach auch auf Laune mehr Rücksicht nehmen.

Insgesamt, ebenfalls aufgrund von Hormonen, müde und antriebslos. Nicht mal Ballett heute hat das großartig geändert. Ich war damit letzte Woche beim Hausarzt und er überweist mich an eine Gynäkologin, also es wird immerhin irgendwas getan. Außerdem hat er allerlei Blutuntersuchungen angeordnet, bei denen aber nur rauskam, dass ich diverse Hormone in diversen Mengen an diesem Tag zu dieser Zeit im Blut hatte. Daraus lässt sich erst mal exakt gar nichts ableiten.

Alles sehr schön also.