Tag 1786 – Sorgentiere.

Der Morgen begann mit leichtem Stress, weil das Sorgenschwein zur Tierärztin musste. Es hat, wie gesagt, Knubbel an Stellen, wo keine sein sollten. Der eine ist eine verstopfte Talgdrüse, meiner Meinung nach kleiner werdend und wie ich ja seit meiner Mammographie weiß, sind von selbst kleiner werdende Knubbel nie bedrohlich. Da machen wir erstmal nichts mit, es tut ihm auch weh, wenn man dran rum drückt, also dürfte Muffin über das in Ruhe lassen auch froh sein.

Der andere Knubbel ist leider ein größeres Rätsel, eine Biopsie und Anschauen unter einem normalen Praxismikroskop ergab nur „kein Abszess“ (hätte ja vielleicht von der OP kommen können?) und jetzt ist die Probe unterwegs ins Labor zur genaueren Untersuchung.

Muffin hat alles in Schockstarre und ab und an kläglich fiepsend über sich ergehen lassen, selbst die Biopsie (mit einer super dünnen Nadel, aber trotzdem!). Und immerhin konnte ich ihn mal fotografieren.

Flauschi! Die Milben sind jetzt auch weg und über die ehemals kahlen Stellen wächst wieder Fell.

Danach waren Herr Rabe und ich Essen, unseren Hochzeitstag wenigstens ein bisschen nachholen. Im Loftet, einem Bauernladen mit angeschlossenem Restaurant (oder umgekehrt?). Das war sehr schön und sehr lecker und wir konnten mal länger als sonst miteinander reden und generell Erwachsenendinge tun.

Wieder zu Hause reinigte ich sämtliche Meerschweinkäfige während Muffin Auslauf draußen und die Ladies Auslauf im Bad hatten. Leider sind die Ladies echt bewegungsfaul (oder extrem ängstlich) und saßen nach 2 Stunden immer noch zusammengequetscht unter einem Tunnel. Tjanun.

Die Schnecken zu säubern hab ich nicht mehr geschafft, dabei wäre es fliegenmäßig dringend nötig.

Und Apropos Insekten: als ich abends ins Schlafzimmer kam, saßen da diese zwei verirrten Gesellen.

Die habe ich dann vorsichtig mit Hilfe eines Taschentuches (auf das sie draufkletterten) nach draußen bugsiert. Selbst im Regen sind Schmetterlinge da doch besser aufgehoben, als in unserem Schlafzimmer. Denke ich.

Tag 1743 – Thementag Haustiere.

Michel und ich haben heute Carona ein wenig ausgeführt (mit zum ersten Mal Superchargen und das war ein bisschen aufregend und wie krass schnell das geht! Falls Sie sich das immer schon mal gefragt haben: man bezahlt das über die Tesla-Homepage. 16 kWh dauern etwa 15 Minuten, man kommt damit mit Carona etwa 75 km weit und das kostet 1,70 kr/kWh) um unseren neuen Mitbewohner abzuholen. Gestatten: Muffin.

Muffin mumpft.

Etwas chaotisches Bild, aber ich wollte ihn nicht so stören, der Arme hatte heute genug Stress.

Muffin ist sehr niedlich und Michel sehr glücklich. Ich bin auch sehr glücklich. Muffin hatte bisher kein so schönes Meerschweinleben, aber ich hoffe, er gewöhnt sich schnell an den vielen Platz und das viele frische Futter. Morgen werde ich mal die Tierarztpraxis kontaktieren, weil ich glaube, dass Muffin Milben oder sowas hat und wenn er Mitbewohnerinnen bekommt (in 8 Wochen frühestens, wegen der Kastration) fängt er bestimmt auch an zu reden. Bestimmt. Jedenfalls ist Muffin relativ zutraulich und friedlich und scheint, bis auf die Hautprobleme und die Verhaltensauffälligkeiten, gesund zu sein.

(Bitte halten Sie Meerschweinchen nicht alleine.)

Nachdem ich mit Pippi Muffin Löwenzahnblätter gefüttert habe, damit er merkt, dass wir ganz okaye Menschen sind, hat Pippi Muffin Bilder gemalt, die er bestimmt wunderschön findet, oder zum Fressen gern hat, je nachdem.

Deko á la Pippi.

Ja, der Käfig ist noch nicht 100%ig eingerichtet, aber Muffin nutzt ja eh erstmal nur einen sehr kleinen Teil davon. Und ja, ich hab dieses Cocktail-Palmen-Dings wieder entfernt.

Dann hab ich noch die Schnecken gesäubert, weil das altbekannte Erdfliegenproblem wieder da ist. Deshalb gab’s auch nur spartanische Einrichtung, es ist wohl jetzt wieder eine Weile zweiwöchentlicher Erdwechsel angesagt. Leider habe ich beim Erde einweichen mit selbiger einen Eimer zerstört (diese gepressten Kokosfasern gehen ganz schön auf und sprengen dann im Zweifel auch (altes) Plastik), die Erdsuppe lief überall über den Herd und in den Backofen und ich fluchte sehr und hasste die blöden Erdfliegen noch mehr als eh schon. Aber jetzt ist die Erde frisch und auch für die Schnecken war noch genug Löwenzahn da.

Aufgeregte Schnecken stapeln sich gerne.

So, jetzt werde ich noch ein bis dreiundzwanzig YouTube-Videos schauen, wie man Meerschweinchen die Krallen schneidet und dann ist hier Feierabend, ich bin total platt heute.

Tag 1424 – Etwas bissig.

Ich weiß nicht, ob es der Koller ist, den ich gestern verspürte, ob es überhaupt ein Koller ist, aber ich bin im Moment grad ungnädig. Hätte ich nicht so eine ausgeprägte Impulskontrolle*, würde ich wohl noch viel öfter rumranzen, vor allem in den „Sozialen“ Medien. Gefühlt nur Idioten da. Seize the day, während die Arktis brennt, immerhin hat man keinen Krebs. Noch nicht. (Wie gesagt. Bissig, ungnädig, negativ, schlecht gelaunt, jedenfalls kann ich mich grad selbst kaum ernst nehmen, tun Sie das besser auch nicht.)

Michel hat eine neue Uhr, nachdem bei der alten das Armband kaputt und das Uhrglas zerkratzt war. Die Uhr hat er sich selbst ausgesucht, im Internet. Es gab ein paar Vorgaben, vor allem den Preis betreffend, aber im Grunde hab ich ihn machen lassen und am Ende haben wir die ausgesuchte zur Ansicht in den örtlichen Juwelier bestellt. Heute abgeholt, nach Check ob die um seine dünnen Handgelenkchen denn überhaupt passt. Tut sie und sie ist richtig cool und bestimmt gewöhne ich mich schnell an die begeisterten Ausrufe von der Autorückbank: „MAMA! Es ist zwei Uhr!!!“.

Auch Michel: kennen Sie noch Kirby, das kleine Bubble-Viech auf dem Game-Boy? Kirby kann Luft einsaugen und dann fliegen, aber auch Gegner einsaugen und runterschlucken um Special Features zu bekommen oder ausspucken um andere Gegner abzuschießen. Jedenfalls macht Michel beim Spielen das Saugen jedesmal mit, es ist zum Knutschen. Huiiib. Huiiiiib! Und dann bläst er die Backen auf, wie Kirby, wenn er fliegt. Unbewusst das alles. Ich platze vor Hachzigkeit noch irgendwann.

Am Nachmittag die Schneckenerde getauscht, das war nötig. Mein Bruder denkt jetzt, Schnecken wären sehr aufwändige Tiere, dabei hatte ich das nur schon eine Weile nicht gemacht und dementsprechend mit der Reinigung des Terrariums (festgetrockneter Schneckenschleim…) gut zu tun. Jedenfalls haben die Schnecken nun wieder zwei Farne, die auch lebendig aussehen und feiern das sehr indem sie sie anfressen. Anstatt des Radieschengrüns, das ihr Futter sein sollte. Tjanun.

____

*Nicht, dass Sie denken, das sei was tolles. Wie immer wär ein Mittelding gut.

Tag 1262 – Badetag.

Pippi ist wieder kränker statt gesünder geworden. Heute morgen klagte sie über Ohrenschmerzen, zudem tränen ihre Augen, es scheint also alles an Nebenhöhlen vollgekleistert zu sein, was geht. Nach Nasenspray (mit Wirkstoff) und Ibuprofen gegen die Schmerzen hörte sie wenigstens mit dem Dauergeheul auf. Bis nachmittags. Dann schlief sie im Bad auf dem Teppich ein (klassischer Fall von „Ich bin gar nicht müde“) und als sie aufwachte, war sie unglaublich schlecht gelaunt und ich zu Ihrer Bespaßung, Bedienung und Bekuschelung auserkoren. Leider war ich grade dabei, die Schnecken sauber zu machen. Kampf den Erdmücken und so. Raubmilben sind bestellt, bis die kommen wechsle ich jetzt jede Woche die Erde. Hilft natürlich nicht gegen den Befall in den Topfpflanzen, aber tjanun. Jedenfalls also die Schnecken. Hier die größte, die mir dann als Pippi wach wurde und Terror schob, fast abhaute:

Wie ich immer denke, größer würden die jetzt aber echt nicht mehr und dann geht doch noch was. Schon cool!

Jetzt schläft Pippi mit chemisch frei geblasener Nase und fühlt sich verdächtig warm an. In 35 Minuten kommen die Nachbarinnen und ich trage noch Wollunterwäsche und mein Gesicht ist nackt, das möchte ich so nicht lassen, deshalb mache ich hier nun Schluss.

Tag 1153 – Schnecken baden.

Erstmal: Wir sind wieder zu Hause, das ist sehr schön. Und jetzt wo ich weiß, dass mein heiß geliebter grüner Schrank bald hier sein wird, ist es noch ein bisschen schöner. Ich weiß nur noch nicht so ganz, wohin damit, aber die Erkenntnis kommt schon noch. Wir haben auch schon den Kühlschrank und die Wäscheständer befüllt, die Kaffeemaschine umarmt und (ganz anders als die alte Wohnung!) das Haus mit nur einmal Ofen an komplett aufgeheizt. Ich liebe dichte Fenster!

Was ich heute auch gemacht habe: die Schneckenerde gewechselt. Und weil mich auf Twitter die Mupfmama gefragt hat, was die Schnecken denn so für Arbeit machen, antworte ich mal hier. Kurzfassung ist: wenig. Aber von vorn.

Meine Schnecken wohnen in einem Terrarium, das einen Tucken tiefer sein könnte, dafür ist es sehr hoch. Ich dachte erst, ich würde die Höhe einfach mit Ästen zum Klettern füllen, aber dann fing alles holzige immer super schnell an zu schimmeln* und deshalb ließ ich das dann wieder bleiben. Im Terrarium ist als „Erde“ gepresste Kokosfaser, die ich mit Wasser aufgieße (logisch) und dann mit Rasenkalk versetze, um den pH-Wert ein bisschen anzuheben. Ich nehme nicht die teure Kokosfaser aus dem Terrarienhandel und auch nicht das Kalkgranulat von da, weil das einfach mal das gleiche in dreimal so teuer ist. Auf 20 L „fertige“ Erde (zwei Packungen á (hier) 4 €) kommt ein Ikea-Plastikbecher Kalk. Die Erde kostet also schon mal nicht die Welt. Ich tausche sie etwa einmal im Monat, im Winter seltener, wenn die vermaledeiten Erdmücken wieder überall sind auch mal häufiger. Ansonsten ist im Terrarium ein recht großer Farn, als Versteckmöglichkeit, als Deko und als Snack zwischendurch, weshalb ich ebenfalls etwa einmal im Monat einen neuen Farn kaufen muss. Dann mache ich die Erde mit dem bösen Topfpflanzendünger ab, weil das für die Schnecken unter Umständen giftig sein kann.

Was auch einfach immer irgendwie im Terrarium liegt ist ein großes Stück Sepiaschale, das fressen die Schnecken als Calcium-Quelle fürs Haus. Kostenpunkt: ca. 3 € für 1 komplette Sepiaschale aus dem Zooladen, hält… ewig. Drei Monate? Futter für die Schnecken sind Küchenabfälle, zum Beispiel das trockene Endstück der Gurke, das äußere Salatblatt (gut gewaschen), Tomatenstrunke, Kartoffelschalen, Zucchini- und Auberginenpos und so weiter. Im Sommer stehen die Schnecken auch voll auf Löwenzahn, Giersch und ähnliches Zeug, was eh überall wächst. Also Schnecken*futter* kaufe ich nie.

Kommen wir zum Zeitfaktor: man muss die täglich einsprühen, das dauert, hmm, zwei Minuten. Man könnte natürlich eine Fantastilliarde in Technik investieren, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Terrarium regelt, aber die Achatina Fulica braucht nicht so Wohnzimmer-ferne Temperaturen und für die Luftfeuchtigkeit tut es auch ne Blumenpüste. Wenn es sehr warm ist, sprühe ich mehrmals am Tag, bei der Erde sieht man das auch schon ganz gut, die sollte halt nie trocken sein (deshalb schimmelte auch das Holz immer). Sonst im Alltag: altes Futter raus, neues Futter rein: 2 Minuten. Ca. zwei Mal die Woche nach Gelegen graben: 3 Minuten, wenn man eins findet (ca. 4-6 mal pro Sommer, meine jedenfalls vermehren sich im Winter nicht so gern) dauert es schon mal so 10 Minuten alle Eier auszubuddeln. Erde tauschen mit alles dauert allerdings etwa ne Stunde. Ich spüle die Schnecken, seit sie groß sind, auch immer einmal ab, damit sämtliche potentiell Erdmückeneier-verseuchte Erde ab ist. Das finden zumindest meine Schnecken nicht so schön, also ich käme nicht auf die Idee, das öfter als unbedingt nötig zu machen. Da Schnecken auch ertrinken können, kann ich mir schon auch vorstellen, dass das unangenehm ist, unter den Wasserhahn gehalten zu werden.

Wenn wir mal wegfahren, hat sich, seit sie so groß sind, dass viele sie als ziemlich eklig empfinden, bewährt, sie in eine kleinere Plastikbox mit Löchern im Deckel zu setzen, weil die die Feuchtigkeit besser hält. Dann packen wir einen Haufen Löwenzahn oder ähnlich langsam verderbliches Zeug dazu und regeln die Wohnungstemperatur etwas runter. So haben die Schnecken auch die letzte Woche gut überstanden, der Löwenzahn war noch nicht weg und zwei Schnecken waren (vermutlich wegen der gesenkten Temperatur) in Trockenruhe gegangen.

Hmm, was noch? Ah: Tierärzte für Schnecken gibt es kaum. Der Tierarzt heißt meistens „erstmal gucken“ oder später dann Gefrierschrank. Und, ja, die werden schon auch groß. Schneckenschleim kriegt man kaum wieder ab. Ja, die „beißen“, solange das mit einer Raspelzunge überhaupt möglich ist, es ist eher so ein lustiges und spurenloses Kitzeln. Schnecken sind taub, reagieren aber empfindlich auf Erschütterungen.

Bei mehr Fragen gerne mehr fragen! Ich muss jetzt schlafen. Im Doppelbett. Hurra!

___

*das kann man angeblich Verhindern, indem man ordentlich verrottende Walderde mitsamt Asseln und Würmern nimmt. Aber börgs.

Tag 1128 – Kleines Update.

Vorgestern habe ich die Schnecke aus ihrem Haus gepult. Im Internet hatte ich mir diverse Seiten angesehen auf der Suche nach Tipps und war dabei über einen Satz gestolpert: „Dass eine Schnecke tot ist, erkennen Sie sofort am durchdringend fischigen Aas-Geruch.“ Ich sag mal so: ja. Börgs. Igitt. Bah. Pfui.

Also die Schnecke war tatsächlich sehr tot. Ich habe sie schlussendlich einfach (draußen) wieder aufgetaut und dann sehr viel Salz ins Haus auf den Körper geschüttet. So hab ich sie dann (Draußen!) liegen lassen und zweimal (Draußen!!!) das Salz gewechselt, danach hatte sich der Teil, den ich sehen konnte, weit genug vom Haus gelöst, dass ich mit meiner Pinzette mehr anrichten konnte als sie kaputt zu bohren. Es war dann doch noch überraschend schwer, aber ich habe es geschafft, den Körper feste zu packen (DRAUSSEN!!!) und dann herauszudrehen. Mein Magen wollte zwar teilweise davonrennen aber ich war stärker. Und auch das letzte Stück… Gedärm oder so hab ich komplett rausbekommen. Dann habe ich (OHNE DURCHS HAUS ZU GEHEN) den Körper in den Biomüll geworden, ganz schnell zugeknotet und alles in der entsprechenden Tonne entsorgt. Einen Topf mit Wasser hatte ich schon bereitgestellt, da warf ich Haus und Pinzette rein. Ich kochte alles zwei mal 5 Minuten bei volle Möhre saugender Dunstabzugshaube (halt leider drinnen) ab. Danach roch alles ganz leicht nach gekochtem Eiweiß, aber kein Vergleich mehr zu vorher. Das Haus habe ich dann draußen getrocknet und heute mit Öl eingerieben und jetzt liegt es erstmal auf dem Kamin und wartet drauf, dass mir Deko-Inspiration kommt.

Herrje, das war echt eklig.

Den anderen Schnecken geht es aber gut. Bis jetzt auch kein neuer Erdmückenbefall. Vielleicht hilft ja das Küchentuch, das ich um die Box gelegt hab, doch.

Auch ein Update: die Orchidee blüht wieder! Es waren am Abfallen der Blüten Wollläuse schuld, weshalb ich die kompletten Blütenstiele einfach abgeschnitten habe. Dann habe ich die Orchidee inzwischen vier oder fünf mal mit einem Gießmittel gegen saugende Schädlinge behandelt. Orchideen nehmen ja immer nur so Minimengen Flüssigkeit über die Wurzeln auf, da erschien mir „häufig hilft viel“ am sichersten. Die Orchidee hat das erstaunlich gut mitgemacht, während eine Calanchoe leider an dem Gießmittel eingegangen ist.

Tag 1126 – Evakuierung.

Heute morgen habe ich die Reißleine gezogen und das einzige Vernünftige gemacht, was mir grad blieb. Auf dem Weg zur Arbeit schon anfangen zu weinen, ist nicht gut, inzwischen allen misstrauen ist nicht gut, was für Blüten dieses Misstrauen getrieben hat, ist mir zu peinlich um es aufzuschreiben. Nicht mehr schlafen können ist nicht gut, bei jedem Gespräch über die Arbeit die Contenance verlieren und wie ein Kindergartenkind zu weinen anfangen ist mit Mitte 30 gar nicht gut. Alles nicht gut und deshalb habe ich mich heute aus der Firma evakuiert. Die nächsten zwei Wochen* ist also wieder spazieren gehen angesagt.

Außerdem habe ich heute die Babyschnecken aus der Box mit den Großen Schnecken evakuiert. Jedenfalls die vier, die ich lebend wiedergefunden habe. Eine habe ich beim Hochnehmen der Box versehentlich am Deckel zermanscht, der Rest war verschwunden, nachdem zwei der drei ruhenden Schnecken aufgewacht sind und in der kleinen Box herumgegraben haben. Diese dünnen Babyhäuser sind ja noch so empfindlich, wenn da eine Babyschnecke zwischen große Schnecke und Boxwand gerät, war’s das. Seufz. Die vier Babys sind jetzt jedenfalls in einer eigenen Box.

Hui, die Schlaftablette wirkt. Huiuiui. Äh. Gute Nacht!

___

*erstmal. Dann sehen wir (also der Arzt und ich) weiter.

Tag 1121 – Trauriges Schneckenupdate.

Heute Abend habe ich mich endlich aufgerafft, die Schneckenerde zu tauschen. Wir haben nämlich wieder ausufernden Erdmückenbefall und das macht mich ja irre, diese Minifliegen ü-ber-all. Aber egal, jedenfalls hatte ich schon vorher so einen Verdacht, und der hat sich leider bestätigt: eine meiner Schnecken ist leider gestorben. Ich hatte das vermutet, weil sich alle anderen eingegraben hatten, vermutlich um in Trockenruhe zu gehen (das hat sich in mindestens 2 Fällen auch bestätigt), aber diese eine lag auf der Erde, mit der Öffnung nach unten, tagelang. Das Futter wurde nie angerührt. Heute hab ich also endlich mal nachgesehen und sie hat sich sehr weit ins Haus zurückgezogen, aber keinen Deckel gemacht (wie die 3 anderen), ein Stückchen Fuß guckte noch raus, aber auf vorsichtiges anpieksen tat sich absolut gar nichts, allerdings sah ich beim Anpieksen ein paar kleine Maden am Fuß. Yierks.

Für den Fall, dass ich mich vertue und die Schnecke doch noch lebt, habe ich das ganze so schonend wie möglich beendet und sie ins Gefrierfach gelegt. Und jetzt fühle ich mich furchtbar, weil ich das nicht früher bemerkt habe. Und was ich mit der Schnecke dann mache, weiß ich auch noch nicht. Das Haus würde ich gerne behalten, kann man die wohl einfach auskochen? Ist das sehr makaber? Eigentlich schon. Hmm.

Auch total blöd: beim Erde herausholen habe ich ein Gelege gefunden. Das hätte ich wohl besser vor ein paar Tagen schon finden sollen, aber ich gebe zu meiner Verteidigung an, dass die Schnecke, die das Gelege zu verantworten hat, sich obendrauf eingegraben hat und schlafende Schnecken soll man ja nicht stören, ne? Jedenfalls habe ich da vielleicht, ganz vielleicht, nicht nur Eier (allerdings zu 99%, ich würde sagen, gerade noch so Eier) eingefroren dieses Mal. Die, die sich im Haus der Mama-Schnecke versteckten, waren schon deutlich größer und da hab ich es ganz einfach nicht übers Herz gebracht. Wir haben nun also vier minus eine plus acht Schnecken*. Und ich fühle mich wegen des Rests wie der letzte Mensch. Da passt man einmal nicht auf.

RIP, große Schnecke. Und willkommen, Familienzuwachs. Ich passe ab jetzt besser auf, dass ihr euch nicht vermehrt, versprochen.

(Wirklich noch winzig, winzig klein. Beim ersten Bild täuscht die Perspektive, die sind ca. 3-5 mm groß. Und bei der Mama mache ich mir ein wenig Sorgen, weil die auch deutlich weiter im Haus ist, als die anderen beiden ruhenden. Allerdings machte die das schon die letzten zwei Winter so. Vielleicht hat sies lieber kuschelig.)

___

*Bevor Sie jetzt alle hier schreien: klar würd ich die auch weggeben (zumindest so 5-6), allerdings sollte es zum Verschicken auch nachts noch >10 Grad haben, das ist es hier jetzt nicht mehr. Und ein wenig warten müsste man auch noch, damit sie etwas größer werden. Aber vielleicht Anfang Oktober? Da sind wir möglicherweise alle, auf jeden Fall aber Herr Rabe für kurz eh in Deutschland.

Tag 724 – Riesenschnecken sind halt auch… Riesenschnecken. 

Ich wurde gebeten, mal Schneckenbilder mit Größenverhältnis zu machen. Ich habe es also riskiert, von „Papa-Schnecke“ Sasha gefressen zu werden. Sie hat es auch probiert, aber mit so einer Raspelzunge kann man höchstens ein bisschen kitzeln, mehr nicht. 





Doch, schon weiterhin ziemlich coole Haustiere. Die übrigens seit Mai hauptsächlich Löwenzahn, Breitwegerich, Giersch und anderes Gedöns von draußen fressen. Und das Erdmückenproblem hat sich dadurch gelöst, dass ich die (mit Eiern durchseuchte) Blumenerde jetzt immer einmal durchbacke (wenn ich eh backe und der Ofen noch heiß ist), bevor ich sie ins Terrarium tue. Ich mag die. Michel mag die wohl auch: der hat ihnen in Brighton am Strand Sepia-Schalen gesammelt. 

Tag 559 – Und nun.

Ein paar kleine Updates. 

Herr Rabe und ich haben heute, als die Babysitterin da war (da hatte ich mich neulich im Tag vertan, spielt aber ja eigentlich keine Rolle), einen Ausflug gemacht. Erstmal saß ich noch eine gute halbe Stunde mit Pippi bei der Babysitterin, weil die sich noch nicht so gut kennen. Als ich das Gefühl hatte, dass es jetzt ok wäre zu gehen und außerdem beide Kinder plus Babysitterin mit Bügelperlen und -brettern versorgt waren, machten wir uns auf den Weg. Das Wetter war wirklich grausig, wir spazierten (immerhin händchenhaltend) durch eiskalten Regen, fanden in 2 Cafés keinen Platz, das dritte hatte zu und als wir beim 4. ankamen, waren wir gut durchgeweicht und schlotterten ein bisschen. Aber egal: 2 Stunden eine normale, erwachsene Unterhaltung über normale Erwachsenendinge waren es wert. Natürlich sprachen wir auch (kurz) über die Kinder, aber nicht viel, dafür gibt es grade genug anderen Kram der ansteht, wie zum Beispiel…

… Mein Plan zum Klarkommen. Tja. Kurz gesagt: kleine, erreichbare Tagesziele setzen, mir bei der Arbeit jemanden suchen, dem gegenüber ich die auch formuliere (nicht mein Chef, der macht immer gleich ein halbstündiges Meeting aus sowas). Das Denken an „was ist in einem halben Jahr?!?“ sein lassen (das wird hart). Öfter mal Home Office machen, dafür TeamViewer auf meinem Rechner installieren (mein Plan für morgen), damit ich auch von zu Hause ins Intranet und an Daten kann. (Home Office nimmt, so meine Vorstellung, drei Sorten Druck: zeitlich mit Hinbringen zum oder Abholen aus dem Kindergarten; den Druck, irgendwie menschlich aussehen zu müssen und andere Dinge als Jogginghosen zu tragen; sozial (mit der wichtigste Punkt): ich mag manchmal nicht mit Menschen reden und das dann auch nicht zu müssen stelle ich mir sehr schön vor.) Ich glaube ich würde nicht wirklich oft Homeoffice machen, aber eine Absprache mit meinem Chef, sodass ich davon Gebrauch machen kann, wäre schon ein Erfolg. Natürlich vorausgesetzt, dass keine Experimente anstehen, aber solche Tage oder sogar Wochen hat man ja auch immer mal wieder. Weiterer Plan, der eher das Private betrifft: unbedingt die Putzhilfe behalten. Und Dinge, die mich extrem frusten ohne irgendwie zu fruchten (so wie die Heimaturlaubsplanung) vermehrt an Herrn Rabe delegieren oder zumindest ihn mehr mit einbinden. Und dann mal sehen. Wenn ich merke, dass das alles noch nicht hilft und ich einfach keine 37,5 h-Woche durchhalte, gibt es ja immernoch die Möglichkeit einer partiellen Krankschreibung. Oder den Psychologen. Wie gesagt: mal sehen. 

Mehr delightful: Die Kinder sind so niedlich! Pippi spricht jetzt viel mehr und versucht, ganze Sätze zu sagen. Außerdem ist sie im Nachplapperalter angekommen und sagt alles, was man möchte. Oder wiederholt alles, was man nicht möchte. Eine ihrer Standardantworten ist aber momentan „Blablabla.“. Da kann ich nicht anders als drüber lachen, wenn die Situation ungefähr so ist:

Ich: „Ey, Pippi, nicht mit dem Essen werfen! Wenn du satt bist, lass es einfach stehen!“

Pippi: „Blablabla.“

Michel spricht ja viel besser Norwegisch als Deutsch, aber wir versuchen ihn im Moment mehr zum Deutsch sprechen zu animieren. Es wäre schon schön, wenn wir für Familienmitglieder nicht dauernd die Übersetzer geben müssten. Manchmal ist es aber auch unheimlich lustig, wenn er norwegische Dinge falsch versteht. So sagte er in den letzten Tagen häufiger voller Enthusiasmus „Jeg er en potet!“ („Ich bin eine Kartoffel!“). Darauf folgte stets irgendeine Ausführung oder Idee, wie irgendwas sein könnte oder wer irgendwas gemacht haben könnte. Es dauerte eine Weile, bis mir die Idee kam, dass er Dinozug (falsch) zitiert und eigentlich „Jeg har en hypotese!“ („Ich habe eine Hypothese!“ meint. 

Auch mehr delightful: neues Schneckenbild, weil heute sauber gemacht. Wir haben jetzt (aus Gründen) zwei große (ich nehme an, ausgewachsene) und zwei kleinere Schnecken. Eier gelegt haben sie immer noch nicht, nicht, dass ich darauf scharf wäre, aber ich mache mir etwas Gedanken, ob was nicht stimmt, oder ihnen was essenzielles fehlt.