Tag 1451 – Kleines Ferienende.

Aufgrund grober Fehlplanung haben wir morgen doch gar keinen Termin mit Michel in der Botschaft, um seinen Pass zu erneuern. Pippi ist aber schon im Kindergarten angemeldet und da wird sie also morgen hingehen. Den letzten richtigen Ferientag und auch den letzten Tag des Besuches meiner Schwägerin haben wir heute gebührend begangen, mit Besuch aus der Hauptstadt, viel Kaffee, Quatschen, Waffeln und einem mehr oder weniger in Schutt und Asche gelegten Kinderzimmer. Das Wetter ist wieder top, es ist einfach alles… hach!

Wissen Sie noch, die Malvenrostende Stockrose? Von der ich bis auf so… eins oder so alle Blätter abgeschnitten habe, dann den Rest natürlich nicht mit verbotenem Spritzmittel behandelt habe *hust, hust*? Die blüht jetzt. Hach! (Die anderen leben auch alle noch, aber da es für die ja das erste Jahr ist, blühen die noch nicht.)

Hach!

Könnte noch ein bisschen so weitergehen, mit den Ferien.

Tag 1426 – Flötensee.

Naturseeing wurde es. Genau genommen unser kleiner Badesee mit Strand, genannt Fløyta (Flöte). Dass es nur 18 Grad warm war (nicht im Wasser, in der Luft) juckte die Kinder überhaupt nicht. Auch nicht, dass das braunes goldenes Moorwasser ist. Hauptsache Wasser.

Pippi vermiete ich demnächst als norwegisches Kindermoden-Naturmodel.

Der Kopf der da im oberen rechten Bilddrittel aus dem Wasser guckt, ist mein Bruder.

Das war schön. Auch wenn danach zwei durchgefrorene Kinder mit Engelszungen zum Verlassen des Wassers überredet werden mussten. Hachz.

Tag 1419 – Faulsein.

Ach ja. Viele zu grobe Pläne gehabt, um sie in die Tat umsetzen zu können, dafür halt ausgiebig rumgegammelt. Auch mal sehr schön. Auch für den Besuch, dem durch die frühe Anreise gestern doch reichlich Schlaf fehlte.

Es ist schön, Besuch zu haben. Ich mag das. Ich mag den Besuch auch. Ich bin sehr froh, dass es meinem Bruder grad so gut geht, das war auch schon ganz anders und das letzte Mal ist gar nicht so lange her, man kommt da ja aus der Rolle als große Schwester auch nicht mal eben so raus, deshalb freue ich mich super doll, dass es grad alles gut ist. Und hoffe, dass es lange hält.

Apropos: die Kinder haben heute zwei mal so süß gekuschelt, beim Maus gucken und dann nochmal beim abendlichen Vorlesen, es war zum dahinschmelzen.

Ich bin heut ganz hachzig und ansonsten hab ich leider nichts zu erzählen, hachz.

Tag 1362 – Zu kurz.

Frau Halbesachen ist wieder zu Hause und ich bin ein bisschen wehmütig, weil es irgendwie viel zu kurz war. Das waren sehr schöne Tage und ich werd noch lange an unsere Gespräche denken und daraus Kraft tanken. <345

Leider etwas das auch zu kurz ist: die Restlebenszeit unseres Autos. Jedenfalls vermutlich. Nachdem im Januar das eine vordere Radlager getauscht wurde, ist nun das andere vordere Radlager hinüber, noch bevor wir geschafft haben, Sommerreifen aufzuziehen*. Da gehen weitere 4000 Kronen hin und irgendwann müssen wir wohl dringend mal schauen, was sich noch lohnt und was nicht, eine Grenze festlegen und entsprechend schauen, wie lange wir auf ein neue(re)s Auto warten könnten**. Aus Gründen ist die Auswahl recht klein, ein, naja, Wunschtraum steht fest, das Budget ist aber auch begrenzt und weil die Auswahl klein ist, kommen auch Gebrauchte nur in Frage, wenn sie eigentlich keine sind sondern von 2018. „Jahreswagen“ nannte man das wohl früher. Oder „Vorführwagen“. Mir alles egal, wie das heißt, ich hab heute erst verstanden, was „Leasing“ ist und dass auch das nicht in Frage kommt (nicht mit 2 kleinen Kindern, nicht für Leute für die ein Auto ein Gebrauchsgegenstand ist und kein Statussymbol, einfach nein). Nun ja. Erstmal das andere Radlager reparieren lassen, denn ein Auto das klingt wie ein Hubschrauber kauft ja nun auch niemand.

Seufz.

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*Da es die letzten Nächte wieder gefroren hat, war das jetzt nicht so sonderlich dramatisch

**ja, manche der Autos, die in Frage kämen, haben zum Teil erhebliche Lieferzeiten und sind auch nicht als Gebrauchtwagen zu kriegen und wenn Sie jetzt scharf nachdenken kommen Sie bestimmt auf die Richtung in die es gehen soll (und wenn Sie schon länger mitlesen, dürfte Sie das auch nicht sonderlich überraschen)

Tag 1361 – Ausgang.

Wir futtern uns munter durch Oslo, das ist sehr schön, leider auch sehr teuer aber yolo oder so. Heute vegane Lasagne zum Mittag und mexikanisches Viel zum Abendessen, weiterhin einfach nur mit J., es ist so super. Dann noch Gin und ein bisschen Freiheit und ganz viel Leute gucken und Geschichten ausdenken, die Frau, die ein Limettenbäumchen herumträgt, das ungleiche Paar und ihre beste (unbegeisterte) Freundin, die rätselhaften Typen am Nebentisch (was sie wohl arbeiten? Deuten karierte Oberhemden auf irgendwas mit Ingenieur hin? Aber keine Nerds! Mysteriös…) und der Freundinnen-Betriebsausflug (irgendwas mit Agentur) einen Tisch weiter, der Essensliefermann, der auf die Straße rotze.

Weiterhin alles wunderbar, auch wenn wir* am Abend, als uns** Herr Rabe um 23 Uhr vom Bahnhof abholte, die goldene Eltern-Himbeere verliehen bekamen – als wir nach Hause kamen (um 23:08) war Pippi nämlich wach und stand weinend hinter der Tür. Arme Maus.

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*Herr Rabe und ich

**J. und mich

Tag 1360 – Suppe aus Brot und Spargel.

Weiterhin alles sehr hachz. Es ist schon sehr schön, mit einer erwachsenen Person und ohne Kinder dabei Zeit zu verbringen. Mit Herrn Rabe ist es auch noch mal anders, da steht ja ständig irgendwas an, und sei es nur den Urlaub endlich zu planen oder wer den nächsten Elternabend übernimmt oder den Wocheneinkauf. Irgendwas ist immer. Mit Frau Halbesachen ist sowas nicht, da ist nur viel Austausch und das ist ganz und gar wunderbar. Wir reden natürlich auch über die Kinder, die Familie und die Wunderlichkeiten des Reihenhausbesitzes und all das, aber eben nicht nur und, ach, dass mir sowas fehlt merke ich ja immer erst nachher, ne? Ich sollte echt mehr socializen.

Am Besten am Besuch haben ist aber super Essen. Heute Abend gab es echten! Spargel! Richtigen, echten, weißen, frischen Spargel, aus Deutschland mitgebracht. Grünen Spargel gibt es hier ja das ganze Jahr über, wie Paprika oder Mango, aber der ist immer (!!!) labberig oder holzig. Letztes Jahr in Trondheim sah ich erstmals in Norwegen weißen Spargel, er lag im Supermarkt hübsch auf Eis dekoriert und war so holzig, dass er schon aufriss. Und das dann für 10€/kg. Das heute allerdings war köstlich. Und J. macht super Sauce Hollandaise, so richtig mit Ei und Wasserbad und allem, und dabei noch mit Pippis Hilfe. Ich bin schwer beeindruckt.

Auch heute Mittag aßen wir super, nämlich in Oslo Suppe aus Brot. Mit ordentlich Knoblauchbutter und Limo und ohne Gin-Tonic (Preis auf Anfrage). Das war sehr lecker.

In Oslo ist alles schon ganz grün und die Tulpen blühen, es ist wirklich so schön! Morgen muss ich davon mal Fotos machen.