Tag 1899 – Supereltern.

Pippi und ihre Kindergartenfreundin kamen gestern beim Abholen auf die Idee, dass die Kindergartenfreundin doch mit zu uns kommen könnte. Gleich sofort. Gleich sofort ging natürlich nicht, aber ich versprach den beiden, dass ich das mit der Mama von M. absprechen würde, ob M. morgen (also heute) mitkommen könnte. Konnte sie und deshalb holte ich heute zwei sehr sehr aufgeregte und jubelnde kleine Mädchen aus dem Kindergarten ab. Das war schon ziemlich niedlich, wie die zwei wie die Königinnen zum Tor stolzierten, und ich wie der Hofnarr mit 1000 Dingen beladen* hinterdrein.

Zu Hause angekommen war kurz alles sehr aufregend und ich erlaubte zur allgemeinen Beruhigung eine Folge iPad (Mia and Me). Dann musste Pippi ihrer Freundin unbedingt die Badewanne zeigen, und sie standen beide mit Hundeblick in der Küche, ob sie baden könnten? Biiittäääää? Äh, ja, ok, grad mit M.s Mutter abgeklärt und dann hatte Herr Rabe die zwei schon in die Badewanne gesteckt. Ich hörte sie oben plantschen („Uiiiii guck wie dreckig das Wasser ist!“) und machte unten Kaffee, das war schon sehr Bullerbü-mäßig. Also mein Bullerbü. Meine ganz persönliche Familienidylle. Herr Rabe wusch den Mädchen die Haare und sie durften selbst ausspülen durch Untertauchen. M. kann sehr lange die Luft anhalten. Beunruhigend lange. Dann rissen beide Mädchen gackernd die Köpfe hoch, sprotzten mit den nassen Haaren das ganze Bad voll und das war auch alles immer noch sehr idyllig. Ich wollte dann eigentlich M. beim Abtrocknen und Anziehen und Föhnen der polangen Haare helfen, aber dieses Kind kann alles selbst. Und macht das auch! Meine Kinder können das ja durchaus auch, aber Mamas oder Papas Hilfe ist trotzdem mehr als willkommen. M. kämmte ihre Haare, trocknete sich ab, zog sich an, föhnte (eher halbherzig, aber verständlich, bei so langen Haaren) und machte sich zum Schluss sogar noch zwei Zöpfe. Mit noch nicht mal fünf Jahren. Faszinierend.

Danach gab es Essen, in der etwas untypischen Reihenfolge erst Kuchen, dann direkt Pizza, was bei meinen Kindern eher schlecht als recht funktioniert (im Sinne, dass sie sich nicht nur Kuchen reindrücken, bis sie platzen) aber M. schob sich etwa eine halbe Pizza rein, davor und danach Kuchen, dazu 2 Gläser Milch und hätte dann auch noch Eis gegessen, aber da schickte ich die Mädels erst mal raus aufs Trampolin, ein bisschen von dem Zuckerrausch raushüpfen. Da hüpften sie dann mit ihren wippenden Zöpfchen laut johlend und es war immer noch alles sehr Bullerbü.

Mit ein wenig Zwang spielte Michel auch noch seine fünf Minuten Kornett und lachte mich aus, weil ich da nur klägliche Töne rausbekomme. Michel muss jetzt immer C-D-C-D spielen, aber irgendwie ändert sich der Ton nur minimal, wenn er die Ventile drückt und ich fragte ihn irgendwann, ob er da überhaupt einen Unterschied hört. „NEIN!“ motzte er mich an. „NUR DER EINE IST DU KLER UND DER ANDERE HELLER!“ Ach so, ja, also doch ein Unterschied. Da lässt sich ja mit arbeiten.

Als M. abgeholt wurde gab es noch dicke Umarmungen und das versprochene Eis und dann hatten wir alle den Spielbesuch mit Bravour bestanden, finde ich. Fand Pippi auch. M. darf gern öfter kommen.

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*freitags ist der einzige Tag, an dem wir Eltern in den Kindergarten dürfen. Und das auch nur, um Klamotten, Schuhe, Regensachen und solche Dinge zu checken und gegebenenfalls mitzunehmen, zu waschen und montags wieder in das schwarze Loch Kindergarten abzuliefern. Es ist manchmal etwas faszinierend, was man da freitags alles findet. Und dann noch von zwei Kindern! Ein Abenteuer.

Tag 1795 – 12 Bilder.

Ich überlege, meinen Instagram-Account wegen Inaktivität gleich ganz platt zu machen. Aber hier heute 12 Bilder vom Tag, mit variierend detaillierten Bildunterschriften, weil der Tag auch ganz schön anstrengend war.

I feel the Handschuh.
Frühstückszeit. Kaffeezeit.
Gartenliebe 1.
Gartenliebe 2.
Gartenliebe 3 (mit sehr vielen Bienen und Hummeln).
Ehemannliebe. (Mit Besuch von lieben Freunden.)
Kampf der Ringelblumenflut 1 (Ringelblumen sind die Pest!)
Kampf der Ringelblumenflut 2. Mit verstecktem Hornveilchen.
Meerschwein-TÜV. Hier sehen Sie Marshmallow, die den TÜV mit Bravour überstanden hat, aber sich ungern die Krallen schneiden lässt und mir aus Protest in die Finger zwackte. Bild von vor dem Krallen schneiden, danach war es nämlich ein zappeliges Wutschwein.
Trost-Salat für die frisch pedikürte Meerschweintruppe.
Meerschweinchen sind ja auch echt effektive Unkrautvernichter.
Feierabend oder so. Mit anderem Besuch.

So, das war viel Besuch an einem Tag nach einer sehr langen Zeit mit nur sehr wenigen u d sehr seltenen direkten Sozialkontakten. Dementsprechend bin ich, offen gestanden, völlig im Eimer und gehe jetzt ins Bett. Gute Nacht!

Tag 1649 – Nicht Sonntag.

Wir hatten heute Urlaub (aber nur heute) und deshalb denke ich die ganze Zeit, heute sei Sonntag und morgen dann Montag.

Wir haben heute den Besuch bis nach Oslo gebracht, haben da eine kleine Handyspiel-Runde gedreht und sind Eis essen gegangen. Das war ein schöner Ausklang eines schönen Wochenendes mit M. und H. Schade, dass ich, wenn ich beruflich in Trondheim bin, null Zeit für Privates hab.

Michel hat den Abschied nicht so gut vertragen. Erst war er voll cool. Dann war alles schlimm und wir liefen mit einem permanent weinenden Kind zurück zum Bahnhof (was aber gaaaar nicht damit zusammen hing, dass der Besuch nun weg war). Jetzt kann er nicht schlafen und liegt neben mir im Elternbett. Da schläft er zwar auch nicht, aber wenigstens bleibt er da liegen.

Die einzige Spinne, die ich mag:

Heute kurz im Garten geschaut: es ist noch sehr vieles grün. Erdbeeren, Thymian, Lavendel und Stockrosen und ein bisschen vom Oregano ist grün. Es ist Mitte Februar und sollte eigentlich die kälteste und Schneereichste Zeit sein, stattdessen sind 7 Grad (plus) und es regnet dauernd. Das wird ein Fest in den kommenden 20-30 Jahren mit den Klimaveränderungen.

Muss ich wenigstens keine Ski kaufen. Ein Teil von mir freut sich auch auf früheren Frühling, aber echt nur ein Teil, weil das halt auch bedeutet, dass anderswo der Permafrostboden taut und die Gletscher schmelzen.

Tag 1648 – Zu faul.

Wir waren heute im Museum, im Eidsvoll-bygningen wo 1814 das norwegische Grundgesetz geschrieben und unterzeichnet wurde (von 112 Typen, tjanun). Das war wirklich interessant, aber wir haben nur ein Foto gemacht und ansonsten staunend alles angesehen. Ein ganz liebevoll hergemachtes Minimuseum ist das. Und total kinderlieb. Um das alles aufzuschreiben bin ich jetzt viel zu faul, zur fortgeschrittenen Stunde (auch heute war Bettzeit eher so ein Zirkus).

Da müssen Sie einfach herkommen und dann machen wir Kinderführung zusammen!

Auf ehrwürdigen Bänken.

Tag 1647 – Besuch!

Seit heute mal wieder Besuch, das letzte mal war ja im Sommer, ist also ewig her. M. und H. aus Trondheim sind hier und bleiben bis Montag, das ist sehr schön. Nicht so schön ist, dass sich an der Schulsituation von H. gar nichts geändert hat, da möchte ich als Außenstehende schon diverse Lehr- und Aufsichtspersonen schütteln, wie muss es da M. gehen.

Aufgedrehte Kinder waren aufgedreht und kamen dann nicht ins Bett, deshalb hab’s Feierabend für uns Erwachsene erst um elf und dann war es ein müder und kurzer Feierabend.

Tag 1451 – Kleines Ferienende.

Aufgrund grober Fehlplanung haben wir morgen doch gar keinen Termin mit Michel in der Botschaft, um seinen Pass zu erneuern. Pippi ist aber schon im Kindergarten angemeldet und da wird sie also morgen hingehen. Den letzten richtigen Ferientag und auch den letzten Tag des Besuches meiner Schwägerin haben wir heute gebührend begangen, mit Besuch aus der Hauptstadt, viel Kaffee, Quatschen, Waffeln und einem mehr oder weniger in Schutt und Asche gelegten Kinderzimmer. Das Wetter ist wieder top, es ist einfach alles… hach!

Wissen Sie noch, die Malvenrostende Stockrose? Von der ich bis auf so… eins oder so alle Blätter abgeschnitten habe, dann den Rest natürlich nicht mit verbotenem Spritzmittel behandelt habe *hust, hust*? Die blüht jetzt. Hach! (Die anderen leben auch alle noch, aber da es für die ja das erste Jahr ist, blühen die noch nicht.)

Hach!

Könnte noch ein bisschen so weitergehen, mit den Ferien.

Tag 1426 – Flötensee.

Naturseeing wurde es. Genau genommen unser kleiner Badesee mit Strand, genannt Fløyta (Flöte). Dass es nur 18 Grad warm war (nicht im Wasser, in der Luft) juckte die Kinder überhaupt nicht. Auch nicht, dass das braunes goldenes Moorwasser ist. Hauptsache Wasser.

Pippi vermiete ich demnächst als norwegisches Kindermoden-Naturmodel.

Der Kopf der da im oberen rechten Bilddrittel aus dem Wasser guckt, ist mein Bruder.

Das war schön. Auch wenn danach zwei durchgefrorene Kinder mit Engelszungen zum Verlassen des Wassers überredet werden mussten. Hachz.

Tag 1419 – Faulsein.

Ach ja. Viele zu grobe Pläne gehabt, um sie in die Tat umsetzen zu können, dafür halt ausgiebig rumgegammelt. Auch mal sehr schön. Auch für den Besuch, dem durch die frühe Anreise gestern doch reichlich Schlaf fehlte.

Es ist schön, Besuch zu haben. Ich mag das. Ich mag den Besuch auch. Ich bin sehr froh, dass es meinem Bruder grad so gut geht, das war auch schon ganz anders und das letzte Mal ist gar nicht so lange her, man kommt da ja aus der Rolle als große Schwester auch nicht mal eben so raus, deshalb freue ich mich super doll, dass es grad alles gut ist. Und hoffe, dass es lange hält.

Apropos: die Kinder haben heute zwei mal so süß gekuschelt, beim Maus gucken und dann nochmal beim abendlichen Vorlesen, es war zum dahinschmelzen.

Ich bin heut ganz hachzig und ansonsten hab ich leider nichts zu erzählen, hachz.

Tag 1362 – Zu kurz.

Frau Halbesachen ist wieder zu Hause und ich bin ein bisschen wehmütig, weil es irgendwie viel zu kurz war. Das waren sehr schöne Tage und ich werd noch lange an unsere Gespräche denken und daraus Kraft tanken. <345

Leider etwas das auch zu kurz ist: die Restlebenszeit unseres Autos. Jedenfalls vermutlich. Nachdem im Januar das eine vordere Radlager getauscht wurde, ist nun das andere vordere Radlager hinüber, noch bevor wir geschafft haben, Sommerreifen aufzuziehen*. Da gehen weitere 4000 Kronen hin und irgendwann müssen wir wohl dringend mal schauen, was sich noch lohnt und was nicht, eine Grenze festlegen und entsprechend schauen, wie lange wir auf ein neue(re)s Auto warten könnten**. Aus Gründen ist die Auswahl recht klein, ein, naja, Wunschtraum steht fest, das Budget ist aber auch begrenzt und weil die Auswahl klein ist, kommen auch Gebrauchte nur in Frage, wenn sie eigentlich keine sind sondern von 2018. „Jahreswagen“ nannte man das wohl früher. Oder „Vorführwagen“. Mir alles egal, wie das heißt, ich hab heute erst verstanden, was „Leasing“ ist und dass auch das nicht in Frage kommt (nicht mit 2 kleinen Kindern, nicht für Leute für die ein Auto ein Gebrauchsgegenstand ist und kein Statussymbol, einfach nein). Nun ja. Erstmal das andere Radlager reparieren lassen, denn ein Auto das klingt wie ein Hubschrauber kauft ja nun auch niemand.

Seufz.

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*Da es die letzten Nächte wieder gefroren hat, war das jetzt nicht so sonderlich dramatisch

**ja, manche der Autos, die in Frage kämen, haben zum Teil erhebliche Lieferzeiten und sind auch nicht als Gebrauchtwagen zu kriegen und wenn Sie jetzt scharf nachdenken kommen Sie bestimmt auf die Richtung in die es gehen soll (und wenn Sie schon länger mitlesen, dürfte Sie das auch nicht sonderlich überraschen)