Tag 1100 – Eingeschult!

Michel ist jetzt ein richtiges Schulkind.

Wir haben auch direkt einen Haufen Zettel zum Ausfüllen bekommen (zum Beispiel wird das Kind furchtbar schädliche 9 Stunden am Tag in der Schule verbringen, man stelle sich das vor, das arme Kind, hätten wir uns das mal eher überlegt, dann hätten wir den eben nicht bekommen, weil wir uns nicht leisten können, beide Teilzeit zu arbeiten*) und Michels Name wurde, da bin ich sehr sicher, beim Vorlesen vergessen. Aber das ist alles nicht so wichtig, wichtig ist das Ausflippen vor Freude über den Spidermanpulli und das „Danke, Mama!“.

Ein richtiges Schulkind. Hachseufz.

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Mein Meeting war leider ziemlich furchtbar, sie haben mich nach meiner Meinung zu Sachen gefragt, was soll ich da machen, lügen? Hab also meine Meinung gesagt, alles an der Tafel vorgerechnet und befürchte jetzt, dass es eher eine Frage von Wochen als Monaten ist, bis Konkurs angemeldet wird. Vielleicht sind’s auch nur Tage. Es ist alles nicht so sehr erfreulich.

Tag 1099 – Der Ernst des Lebens.

So wurde mir das damals verkauft. Die Schule geht los und damit der Ernst des Lebens. Ich bin ja allgemein wirklich kein Freund von „und uns hat das auch nicht geschadet!“, aber ich bin im Nachhinein schon sehr froh, dass mir die Unkenrufe weder die Vorfreude auf die, noch die Freude an der Schule vermiesen konnten. Ich war so heiß auf Schule, ich nervte sämtliches Lehrpersonal das ganze erste Jahr massiv, weil ich alles schon wusste und konnte und WO IST DENN DA DIE HERAUSFORDERUNG BITTE HALLO ICH BIN ZUM LERNEN GEKOMMEN!!! Ich war dann auch nicht soooo beliebt, sag ich mal.

Michel freut sich auch sehr auf die Schule. Er freut sich aufs Lernen, er übt gern mit seiner Uhr, wir zählen jedes Wochenende das Taschengeld durch und wenn er fragt, was drei und zwei ist, ermutige ich ihn, es doch mit den Fingern zu probieren*. Meistens klappt es dann und das Ergebnis ist ein sehr stolzes Kind. Aber ein bisschen bin ich schon froh, dass er nicht schon alles perfekt kann, denn dann bleibt ihm vielleicht wenigstens die Langeweile** erspart.

Hach, mein großer kleiner Zwerg, da fängt er schon in der Schule an. So schnell kann das also gehen***. Hachseufz.

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(Mein höchst eigener Ernst des Lebens ist morgen ja die Challenge, dem Finanzmann und dem Geschäftsführer klarzumachen, dass wir eklatante Sicherheitsmängel haben, jede Menge Ausstattung brauchen und für einen Verkauf unserer Produkte erstmal als Hersteller zugelassen werden müssen, ohne dabei durchblicken zu lassen, dass ich es für das Beste halten würde, den Laden zu schließen, bevor noch mehr Geld verbrannt wird. Das möchte ich nämlich lieber dem Chipsmann schonend beibringen, wenn er aus dem Urlaub kommt.)

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*Ist bestimmt didaktisch ganz schlimm, mir egal.

**Ich nehme mal an, von außen Klinke runterdrücken gehört nicht zum Standardrepertoire einer norwegischen Grundschule 2018. ich hoffe es.

***Naja, in Bielefeld hätten wir es für dieses Jahr noch wählen können, denn schulpflichtig wäre er da erst ab 2019.

Tag 1081 – Da isser raus.

Michel kam heute ganz hektisch angerannt. „Ähhhh äh!“ Machte er und wedelte mit den Armen und zeigte auf seinen Mund. Ich sah nur Blut und schluckte kurz, aber da er eher aufgeregt als schmerzerfüllt wirkte, fragte ich, ob der Zahn endlich raus ist. „Äh äh!“ Machte er und schüttelte den Kopf. Er riss den Mund auf und inmitten des Blutsees sah ich den Zahn sehr unnatürlich um 90 Grad nach vorne gekippt, mit der Wurzel Richtung Zunge. Hmmlecker. „Oi!“ Sagte ich, aus Ermangelung an tiefsinnigeren Ideen. Michel spielte mit der Zunge an dem Zahn und flipschte ihn hin und her. „Der hängt noch an einer Ecke fest… wenn du willst, zieh ich ihn raus.“ hörte ich mich sagen, aber Michel schüttelte den Kopf und hopste davon.

Zwei Stunden später hatte Michel Hunger und ich machte ihm eine Lompe* mit Gurkenscheiben und Pfeffer. Er aß vor dem Fernseher** und mit einem Mal hörte ich ihn quieken wie ein Ferkel. Dann kam er wie der Blitz angerannt. „Ääähhhhhh!“ Machte er und ich sah die Zahnlücke für etwa eine Nanosekunde, da drehte er schon wieder rum und rannte zurück. „Ääähhhh!“ machte er und zeigte auf den Teller. Da lag der Zahn. Endlich. Die erste Zahnlücke. Natürlich wurde die erstmal fotografiert und an die Verwandschaft geschickt***, Michel war natürlich stolz wie Oskar, als wir den Zahn in die Krokodildose legten, mit einem liebevollen Bett aus Zewa, weil alles andere halt schon in Kisten ist. Und weil die Zahnfee ja nur beim 1. Zahn kommt, das aber ja erklärt werden musste, bastelte ich eben noch eine Karte****, während Herr Rabe ein kleines Geschenk verpackte*****.

(Ich kann echt nicht so gut zeichnen. Und das Licht war auch nicht gut zum Fotografieren. Aber die Geste zählt, ne?)

Hachseufz. Jetzt hat der Große also den ersten Zahn verloren. Neulich noch was er so unglaublich niedlichkleinspeckig und wir hatten ihm aus schierer Verzweiflung ob der Dauernöligkeit wegen durchbrechender Zähne (immer im Doppelpack, deshalb gibt es auch kein Foto mit nur einem Zahn) sogar so eine wirkungslose Bernsteinkette umgehängt. Ähäm. Wir waren jung und beeinflussbar. Und verzweifelt. Aber schauen Sie mal, wie putzig.

Und jetzt schon bald ein Schulkind mit Zahnlücken. Hachhachhach. Seufz. Hach******.

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Auto-Lobhudelei: nur ein bisschen gelacht, als Michel mit dem super losen Zahn redete und der Zahn die ganze Zeit in alle Richtungen winkte.

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*So ein Teigfladen aus Dinkel, die Kinder wickeln da gerne Würstchen drin ein und davon war es auch noch übrig.

**Die Kinder lieben Umzug. Fernsehen bis zum Abwinken, weil Mama und Papa sonst zu nichts kommen. (So be it. Von den drei Tagen werden sie auch nicht dümmer.)

***Und Herr Rabe und ich wählten genau die Formulierung, die im Titel aufgegriffen wurde. Ohne Absprache. Wir kennen uns halt gut.

****Auch alles Bastelmaterial bis auf Papier und Buntstifte ist schon eingepackt, die Karte ist also eher plain.

*****Einpackpapier war noch nicht verpackt, aber auch nur weil die Rollen zu lang für jeden Umzugskarton sind.

******Beim Essen musste ich ihn auch ziemlich anhachzen, irgendwann fand er’s glaube ich schon unangenehm. Aber echt mal: Mein Baby!

Tag 1077 – Ferientag 13. Von Eile.

„Mama! Guck! Mama!“ rief Michel heute früh, noch mit seinem niedlichen Schlafgesicht*, riss den Mund auf und präsentierte mir seinen Wackelzahn. Der jetzt schon sehr doll wackelt und an dessen innerer Kante es ein bisschen blutete**.

Den ganzen Tag hatte Michel dann auch kein anderes Thema. Was wenn der Zahn nachts ausfällt? Tut er nicht, sagte ich, die fallen aus wenn man dran rum rupft oder beim Essen. Aber dann kann er ja nichts mehr essen! Gar nichts! Doch doch, sagte ich, ich püriere dir einfach alles oder ich kaufe gleich so Babygläschen, dann geht das schon***. Neeeein, sagte Michel.

Was wenn es wehtut? Oder wenn es doll blutet? Tut es nicht, sagte ich, die fallen aus, wenn sie so weit sind, wenn der neue Zahn den alten rausschiebt, dann tut das nicht so doll weh und blutet auch nicht so doll****.

Aber was machen wir mit dem Zahn wenn die Zahnfee ja nicht kommt*****? Den tun wir in ein Döschen, sagte ich. Aber das brauchen wir dann jetzt! sagte Michel.

Und so googelte ich heute nach Zahndöschen, weil es halt nach demWackelgrad zu urteilen eilt nur von norwegischen Anbietern und ich sah das rosahellblaue Kitsch-Grauen. Herrje. Oder, was ich auch wirklich schlimm finde: eine Dose mit Extra Loch in der Mitte für den Nabelschnurrest. Ähm, Moment, den Nabelschnurrest? Das vertrocknete, leicht müffelnde Dings aus toten Zellen, das damals in Michels Fall einfach ums Verrecken nicht abgehen wollte, bis der Kinderarzt mit einer ordentlichen Dosis Peroxid der bakteriellen Besiedlung Einhalt gebieten musste? Das hätte ich aufheben sollen? Um es dann knapp sechs Jahre in dieser Dose mit der niedlichen Babygravur im Deckel aufzubewahren, um dann nach und nach die Milchzähne reinzustecken? Entschuldigung, aber: IGITT. I-GITT. Aber außer dem und was mit einem Bärchen und Herzchen drauf gab es halt in Norwegen nur die Möglichkeit, die Zähne zwecks Konservierung der Stammzellen für sehr viel Geld einlagern zu lassen, weil man ja aus Stammzellen jedes Gewebe züchten kann, aber da rollen sich mir die Fußnägel bis zum Anschlag hoch, wenn ich solche Geldmacherei sehe, denn soweit ich weiß (ich habe jetzt keine Lust zu recherchieren und zu verlinken) ist es nach wie vor nicht mal eben möglich, mehr als ein paar Klumpen differenzierter Zellen (also quasi simpelstes Gewebe, zum Beispiel Herzmuskelzellen) zu erzeugen. Klar kann man Nervenzellen machen, oder Gehirnzellen, geht alles, aber was nicht geht sind die komplexen Netzwerke verschiedener Gehirnzelltypen (Spoiler: es sind nicht alle Gehirnzellen gleich!) in einer Petrischale wachsen zu lassen, geschweige denn die Klumpen irgendwie sinnbringend irgendwo hinzutransplantieren. Das ist also schon mal Humbug und dann kommt noch dazu, dass sich (wieder meines googlefaulen Wissens nach) kein Therapieansatz mit eigenen Stammzellen bisher als erfolgversprechend erwiesen hat. Ergo: lagern Sie von mir aus Stammzellen aus Nabelschnurblut oder Milchzähnen ein, wenn Sie Geld übrig haben und nicht wissen wohin damit. Aber versprechen Sie sich lieber nicht davon, dass ihr Kind damit so ne Art Superduperextraversicherung gegen Krebs oder wasweißich hat.

Ähm, hups, da ist es kurz mit mir durchgegangen, jedenfalls haben Michel und ich dann in einem Spielzeugladen diese kleine Tupperdose gekauft und wenn ich wieder Zugang zu meinen Stoffen habe, mache ich da noch ein Pölsterchen rein und gut ist.

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Auto-Lobhudelei: recht souverän diesen Dosenkauf mit hyperaufgeregtem Michel überstanden.

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* „puffy“ trifft es wohl. Naaww.

** jetzt verstehe ich meine Mutter, die sich unsere Wackelzähne immer gar nicht so richtig anguckte.

*** man kann Kinder nie früh genug an Ironie heranführen

**** von Wurzelkorrosion erzähle ich ihm dann, wenn der Zahn draußen ist.

***** ganz heikles Thema. Vermutlich kommt sie, ein mal, und bringt ein kleines Geschenk.

Tag 1062 – Ferientag 2. Vom Großwerden.

Die Ferien sind für mich sehr anstrengend, aber das zu erzählen wäre jetzt auch irgendwie nur Selbstbemitleidung, deshalb hier was von grad:

*Türklapp umständlich, es ist also Pippi*

Pippi: *taps an Wohnzimmer vorbei* „Klo.“

Ich: *gehe hinterher, ziehe ihr die trockene Windel aus, setze sie aufs Klo*

Pippi: *puller*

Ich: „Bist du wachgeworden, weil du pullern musstest?“

Pippi: „Ja.“

Ich: „Prima!“

Pippi: *mit halb geöffneten Augen, zerzausten Haaren und grütziger Stimme* „High Five!“

Ich: „Soll ich dich wieder ins Bett bringen?“

Pippi: *nickt*

Ich: *trage Pippi ins Bett* „Soll ich mich zu dir legen?“

Pippi: „Nei. Geh weg.“

Ich: „Willst du alleine einschlafen?“

Pippi: *nickt, zuppelt schon am Ohr*

Ich: „Ok… Darf ich dir noch nen Kuss geben?“

Pippi: *macht mit geschlossenen Augen Kussmund*

Ich: *Küsschen, verlasse Raum*

What the… ich meine, das andere Kind will immernoch nicht alleine einschlafen und schläft auch nicht durch, sondern kommt zum Kuscheln zu uns. Äh. What?

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Heute echt nix Lobzuhudeln. Habe immerhin geschafft, alle eingecremt und angezogen aus dem Haus zu bekommen und dann eine Blutprobe zapfen zu lassen, aber die Umstände waren… naja. Heute nicht meinen brillanten Tag als Mutter gehabt.

Tag 1054 – Die gute Nachricht zuerst…

… Pippi hat heute morgen gesagt, sie will „Auch ein Ssslüppa anziehn. Wie Michel. Und Pappa.“. Vor ein paar Wochen haben wir ihr ja schon Unterhosen gekauft, weil ich die Hoffnung hegte, das vielleicht bald mal verstärkt in Angriff nehmen zu können. Also zauberte ich einfach einen Schlüpfer aus der Schublade und machte ein kleines Mädchen sehr stolz. Weil sie wieder Fieber hat, konnte ich den ganzen Tag Argusaugen auf sie haben, aber sie machte das wirklich toll, sagte Bescheid, ging aufs Klo, Highfive, Fistbump, Splschh!. Als wir rausgingen, wollte ich sie zu einer Windel überreden, aber sie wollte nicht. Ich packte also einen halben Schrank an Wechselklamotten ein und wir gingen raus – aber sie sagte sogar auf dem Spielplatz Bescheid und pullerte mit Hilfe ins Gebüsch. Es klappte wirklich den ganzen Tag – bis sie mit Michel fernsehen durfte, das war dann zu fesselnd. Aber danach ging es auch wieder gut. Ich bin ganz baff, von Michel war ich anderes gewohnt. Mal sehen, wie es mit den Ssslüppan hier so weitergeht, es lässt sich jedenfalls vielversprechend an.

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Auch gute Nachricht: Ich habe mit zwei Banken gesprochen, die uns beide einen Finanzierungsbeweis ausstellen werden. Damit können wir dann auf Haus/Wohnung/Borettslag*/whatever bieten. Yeah!

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Schlechte Nachricht: noch nix vom Chipsmann gehört. +++ UPDATE! Inzwischen schon, ich habe jetzt schriftlich, was ich Freitag schon mündlich bekam. Nämlich die Zusage, dass ich den Job zu meinen Konditionen (gnihihi) hab, wenn sich der Finanzmann nicht querstellt. Immerhin. +++ Außerdem: Haussuche nervt zunehmend. Diese Weitwinkelobjektivaufnahmen! 25 Meter lange Treppen, 3 Meter tiefe Arbeitsplatten, 2 Fenster die aussehen, als wäre eins nur halb so groß wie das andere. Wenn das Objekt nicht so der Knüller ist, gibts gerne noch drülfzig Bilder von Blumenvasen und anderen Dekogegenständen oder auch der Umgebung. Ja boah, toll, ihr habt nen Spielplatz aus dem Baujahr der Siedlung, grandios, hätte nicht schon meine Mutter darauf spielen können. Uhhh, Wahnsinn, Garagen. Oh, ein Kochbuch und ein Eierkarton. Man kann also ein Kochbuch auf den Tisch legen, DAS IST JA DER HAMMER DAS MUSS ICH HABEN! Immer ist der Kamin an, immer sind alle Türen auf, immer sind da diese beknackten Retro-Leitern im Bad, über die lässig ein (!) helltürkises Handtuch hängt und es stehen auch immer brennende Kerzen überall. Der Aussagegehalt dieser Bilder ist null. Dann kommen noch die Planskizzen dazu, ohne Maße und so grob, dass man auch einfach schreiben könnte „Haus hat Räume, davon sind mache viereckig“. Der letzte Schrei sind 3-D-Planskizzen, die hasse ich besonders, weil da gerne in nem 7,5 qm großen Besenschrank Schlafzimmer ein Doppelbett eingezeichnet ist, das in der Realität bei entsprechender Skalierung etwa der Größe eines durchschnittlichen Couchtischs entsprechen dürfte. Und diese blumigen Umschreibungen – „naturnah“ (= am Arsch der Welt) – „charmant“ (= alt) – „Platz für smarte Regallösungen“ (= Zimmer ist so klein, da passt auch ein Kinderbett nur hochkant rein) – „pflegeleicht“ (= weißes Plastik) – „klassisch“ (= bieder) und so weiter und so fort. Ein Trauerspiel. Und der eine Bankmensch meinte heute, im Juli wäre es immer dünn gesägt mit Objekten, Mitte August wird es dann wieder mehr. Tja, äh, hmm, WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT! Aber ich glaub es ist nur PMS und schlecht geschlafen geschuldet, das mich das grad alles so annervt, dass ich am liebsten Finn.no einfach kleinhacken möchte, wenn ich noch einmal so ein Bild sehen muss, für das jemand mit reichlich Vordergrundunschärfe durch einen locker gebundenen Blumenstrauß in einer türkisfarbenen 45-Kronen-IKEA-Vase eine „pflegeleichte“ Küche fotografiert hat. Hoffentlich hat das bald ein gutes Ende. Ach ja und lieber Körper: ne Nacht mit mehr als fünf Stunden Schlaf wäre auch mal wieder ganz nett.

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Auto-Lobhudelei: Recht entspannt hingenommen, dass ich mit Pippi auf dem Schoß mit zwei Banken sprechen musste. Gespräche auch gut hinbekommen.

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*Borettslag ist… äh… kompliziert. Man kauft sich sozusagen ein Wohnrecht auf Lebenszeit, das man auch vererbt und so, aber man kann eben nicht mit seiner Wohnung machen was man will, sondern muss bei wichtigen Dingen (und auch vielem Kleinscheiß, das ist halt wie so ein Verein, da wird auch geregelt, wie hoch die Hecke am Reihenhaus sein darf und wann man die schneiden darf** und so) erst die Eigentümergemeinschaft befragen. Für äußerliche Veränderungen ist auch die Gemeinschaft zuständig und wenn die Eigentümerversammlung beschließt, dass jetzt alle Balkons kriegen, dann hängt man da mit drin, ob man das will oder sich leisten kann oder nicht. Dafür gibt es die Wohnungen oft sehr viel günstiger, als „Selveier“, also nur einer selbst gehörende Häuser.

**Da fällt mir ein, das in unserem Mietvertrag in unserer Wohnung in Bielefeld damals drinstand, wir dürften Nadeldrucker zwischen 22:00 Uhr und 08:00 Uhr nicht benutzen, und auch sonst sollten wir sie auf einem Filzuntersatz platzieren. Damals = 2009.

Tag 1037 – Zu müde zum Erzählen.

Morgen ausführlich und mit Bildern, heute nur ganz kurz bevor mir die Augen zufallen: ich hab zum ersten Mal was richtig from scratch genäht, nur nach nem Bild und meinen Maßen. Und es hat geklappt. Hurra!

Pippi war heute das erste Mal ohne uns irgendwo anders. Nämlich beim 3.Geburtstag ihres Freundes M., dem Sohn der Leiterin des Kindergartens. Wären die fremder gewesen, hätte es vermutlich lange nicht so reibungslos geklappt. So bekam ich sie nur unter Protest überhaupt da weg. Und trug dann ein „Trampolin!“-murmelndes, schlafendes Bündel die Treppe hoch. Für Pippi war es aber wohl doch sehr sehr aufregend, sie schläft unruhig und redet, weint und motzt im Schlaf. Hachja. Auch dieses Baby wird langsam groß.