Tag 3977 und 3978 – Weiter Gerödel.

Herr Rabe arbeitet, ich prüddele zu Hause rum. Die Terrasse ist jetzt fertig und die Möbel stehen wieder drauf. Die Treppe habe ich heute früh ein zweites Mal geölt und jetzt sieht es schon wesentlich besser aus und das Holz hat das Öl auch etwas weniger schnell aufgesaugt. Beim Baumarkt habe ich mir Farbkarten in 50 Shades of Grey fürs Arbeitszimmer mitgenommen. Entweder habe ich den Verstand verloren, oder ich bin jetzt in dem Alter, wo ich Räume in fröhlichem hellgrau streichen möchte, oder das Aquarienblau hat mich traumatisiert oder alles drei.

Hier ist übrigens das Telefonbänkchen. Ich mag es, und ich weiß, wie sehr ich für die wirklich nicht toll gewordenen gelben Details geschwitzt habe, das ist das Wichtigste.

Ich stelle mir vor, dass im Fach über den Schubladen früher ein Telefonbuch gelegen hätte.

Gestern habe ich mit Pippi eine neue Brille für sie ausgesucht und Kontaktlinsen zum ausprobieren bestellt. Sie wird nach dem Sommer so viel tanzen, dass Kontaktlinsen schon gut wären, und aus der Brille vom letzten Jahr ist sie tatsächlich rausgewachsen. Groß ist sie geworden. Aber beim Optiker musste ich sie an die Hand nehmen. Hach ja, (knapp) Elfjährige. Tatsächlich erinnere ich mich von Michel daran, dass das auch genau die Phase zwischen „klein“ und „groß“ war.

Danach haben wir schick geshoppt, Kissen und Solarleuchten und eine Wachstuchtischdecke für die Terrasse. Ich habe sogar so Tischtuchbeschwerer zum Dranklipsen (in Zitronen- und Erdbeerform) gekauft. Langsam bin ich meine Oma. (Wobei… die hatten beide am Kaffeetisch draußen richtige Tischdecken aus Stoff. An die von meiner Omi kann ich mich noch gut erinnern, nicht ans Muster, aber an die Textur. So richtig robustes, gewebtes Tuch, wahrscheinlich Leinen, ich mochte es immer sehr, da dran rumzufühlen. Und gleichzeitig barfuß auf den Terrassenplatten mit diesen kleinen, runden Steinchen. Hach!)

Im Übrigen werde ich morgen wieder den netten Mann von Anticimex anrufen, denn meine Wespennestattrappe hat leider nicht geholfen. Genau an der Stelle, wo ich im Frühjahr die riesige Wespe immer habe hinfliegen sehen, gehen jetzt sehr viele Wespen ein und aus. Was ein bisschen faszinierend ist, weil da gar kein Platz so richtig ist, also wenn dann ist das mehr so ein einetagiger Wespen-Bungalow, den die da errichtet haben. Will ich trotzdem nicht einen Meter vom Esstisch entfernt haben.

Tag 3969 – 3971 – Eating seeds as a pastime activity.

Wir Raben hatten und haben alle äußerst aufregende Tage. Also, nicht Sonntag, da hatten wir nur Haushalt und das bei viel zu warm. Abends waren Herr Rabe, Pippi und ich dann noch beim Badesee ums Eck, zum Abkühlen. Das war sehr schön. Abkühlung war auch effektiv, der See ist noch ziemlich kalt. Danach packten wir mit Pippi ihre Sachen, denn Montag Vormittag brachten wir sie und zwei niegelnagelneue Sets mit Sticks zum Korps-Sommerkurs nach Hamar. Sie war sehr aufgeregt und machte sich Sorgen, dass sie niemand mögen würde, aber da wir exakt gar nichts hören (außer heute Morgen ein paar Anfragen, ob sie drülf neue Freundinnen zu ihren Telefonkontakten hinzufügen darf), ist wohl alles gut. Das Eltern-Infotreffen schenkten wir uns dieses Mal, das haben wir schon vier mal oder so gehört und es ist immer gleich. Außerdem hatten wir es etwas eilig. Wir fuhren dann wieder nach Hause, Herr Rabe und ich, aßen die Reste vom Abendessen auf, zeigten einem höchst erfreuten Michel diverse eingekaufte Snacks und Eistee und fuhren zum Flughafen und dann nach Stockholm und Hotel und ne Portion Ramen und dann waren wir in der größten Arena, in der ich überhaupt jemals war. Komplett lächerlich groß. 60.000 Plätze. Und es war laut. Sehr laut. Und geil.

Ein Hoch auf den Musikergehörschutz.
Rentner auf Sitzplätzen. Aber Innenraum war innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft.
Ahhhhhhh!
Sorry für die Dame mit dem Arm, die hatte sehr viel Spaß.

WIR WAREN BEI SYSTEM OF A DOWN.

Was für ein Erlebnis, wirklich, seit 20 Jahren will ich die live sehen und ES WAR ABSOLUT GROẞARTIG, ich habe keine Worte so richtig. Musikalisch gut, Sound gut, was für eine Maschine ist bitte der Drummer? Serj Tankian singt den ganzen 25 Jahre alten Kram als wäre er nicht fast 60, der Bassist macht ein paar Kilometer im Laufe des Konzerts auf der Bühne und hat einen sehr schicken Bass. Und das Publikum kann jeden Text. Ich meine, gut, wenn man das herbeiführen will, muss man bloß ein paar Kultalben rausbringen und dann 20 Jahre keins und dann auf Tour gehen.

Wir haben getanzt und gebangt und gesungen und gegrölt und ich hab kurz bisschen geheult weil’s so schön war. Geschwitzt haben wir auch. Herr Rabe und ich wurden sogar angeranzt, wir mögen uns auf den Rentnerplätzen doch bitte wieder hinsetzen und der Dame hinter uns nicht mehr die Sicht versperren, was wir kurz befolgten, aber dann haben sie Toxicity gespielt, was soll man machen.

Das war gestern.

(Spannend auch, dann mit 60.000 Leuten wie die Lemminge zur T-bana zu latschen…)

Michel war also dann das erste Mal ganz alleine über Nacht zu Hause. Er hat vermutlich sehr viel Computer gespielt und Eistee und Cola getrunken und Schrottzeug gegessen, also der Traum eines Dreizehnjährigen.

Herr Rabe hat dann noch Fußball geguckt, das habe ich nicht durchgehalten und bin weggepennt.

Das war auch gut, weil ich heute dann den ganzen Tag Webinar hatte. Und es war tatsächlich wichtig. Da ging er hin, der entspannte Tag mit Herrn Rabe in Stockholm.

Es war trotzdem schön. Nur halt schön mit Stöpseln im Ohr und Handy in der Hand und gelegentlich (also… bei jeder Gelegenheit) den Computer rausholend. Das Webinar war recht interessant und wir sind viel rumgelaufen durch die schönste Stadt der Welt.

Fun fact: da hatte ich mich versehentlich unmuted und *alle* haben mich lachen hören, plus den Lärm vom Stortorget. Es ging nur vielleicht drei Sekunden, aber es wird mich auf ewig verfolgen. Da versucht man einmal, Professionalität zu heucheln…

Nur Shoppen für Herrn Rabe hat nicht geklappt, er hat einfach nichts gefunden, was gefallen und gepasst hat.

Tag 3955 – Putzeputz…

Uaaaaaggghhh ich hasse putzen. Ich versuche, den Putzhass im echten Leben nicht ganz so raushängen zu lassen, damit ich den Kindern nicht ein allzu grausames Bild dieser nun mal notwendigen Tätigkeit vermittle, aber ey, das ist so ätzend. Hier kann ich es ja schreiben. Soweit ich weiß, lesen die Kinder nicht mit. Ich habe gerne eine saubere Wohnung, mich pissen die Wollmäuse, die unablässig überall entstehen, und die Haare und die Krümel und die klebrigen Flecken überall kolossal an, Ich frage mich wirklich, ob es wohl zur Benutzung anregen würde, wenn ich rot blinkende und aggressiv hupende Klobürsten anschaffen würde und möchte den Kindern gerne (allen beiden) Haarspülung wegnehmen, weil die so nen ekligen Schmier im Duschabfluss hinterlässt, all das. Ich putze ja auch, ich lebe nicht im Dreck. Ich zwinge auch den Rest der Familie dazu, ebenfalls zu putzen. Aber es ist und bleibt für mich eine Tätigkeit, die in der Rangliste beliebter Haushaltsaufgaben sogar noch hinter Bügeln rangiert.

Falls die Kinder doch mitlesen: wie ihr seht, mache ich das auch nicht gerne, aber es muss eben wer machen. Und wisst ihr, was schlimmer ist, als putzen? Putzen, während der Rest der Familie NICHT PUTZT. Also schwingt die Hufe. Und zum Thema Spülung; weniger ist mehr. Und man kann auch den Duschabfluss mal sauber machen. Übrigens.

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On another Note habe ich Michel gestern zur Konfirmation angemeldet. Michel wird nämlich nächstes Jahr schon 15, was komplett wild ist und eigentlich nicht sein kann, weil der ja quasi noch ein Baby ist. In Norwegen werden alle Jugendlichen in dem Jahr, in dem sie 15 werden, konfirmiert. Michel hat sich überlegt, dass er das gerne möchte (wir hatten angeboten, dass er auch einfach so eine Feier und Geschenke haben kann, ohne Zeremonie, wenn er das lieber möchte), aber nicht christlich, sondern humanistisch. Also habe ich ihn zu einem humanistischen Konfirmationskurs angemeldet und drüber nachgedacht, dass das Baby schon so groß ist. Wo ist bloß die Zeit geblieben.

Hier ein Foto des entzückenden Babies, mit 13 Jahren Verzögerung dürfte es ja ok sein, das zu posten.

Tag 3935 und 3936 – Letzter Feiertag…

Pfingstmontag ist hier der letzte Feiertag bis Weihnachten. Gemein. Das sind fast 30 5-Tage-Arbeitswochen! (Ok, dazwischen sind Ferien, und dann noch mal Ferien…)

Herr Rabe kam gestern wieder, wir haben kurz abgeklatscht und dann bin ich mit Pippi zum Schwimmen gefahren, das hatte ich ihr versprochen. Ich hab dann einen Kilometer Brustschwimmen gemacht und dabei einiges an überschüssiger Energie verballert und Pippi hat ihr Ding gemacht und war damit sehr zufrieden. Ich war dann noch 15 Minuten in der Sauna und habe dann festgestellt, dass ich jetzt erwachsen genug fürs Tauchbecken bin. Zwar nur für eine gefühlte Millisekunde, aber ich war komplett drin und mit dem Kopf unter Wasser. Ich glaube, die Medikamente gegen zyklusbedingte Laune (die ich testweise mal durchnehme, um zu gucken, ob das das schwarze Loch nach dem Eisprung abfedert) heben meine Körpertemperatur, mir ist dauernd warm und ich schwitze noch schneller als eh schon. Deshalb Tauchbecken.

Pippi war dann sehr zufrieden und ich war immerhin zufriedener als vorher.

Nachmittags etwas Garten, essen, Geige, Bett.

Nachdem ich schon von Sonntag auf Montag grottig geschlafen habe, war es von Montag auf Dienstag kein Stück besser. Zusammengenommen komme ich vielleicht auf 9 Stunden… und jetzt bin ich wieder wach. Ätzend, sowas.

Ich habe heute trotzdem tapfer drei Stunden lang ein Webinar gehalten und das ging überraschend glatt. Ich bin zufrieden mit mir. Auch wenn ich danach etwas heiser war, weil ich überhaupt nicht mehr gewohnt bin, drei Stunden am Stück zu reden. Uffz Uffz Uffz.

Danach aber nur Pudding im Kopf.

Michel ist vorübergehend ausgezogen, der musste gestern schon unbedingt seinem besten Freund mit Mathe helfen, weil sie heute Klassenarbeit hatten, und ist dann einfach da geblieben. Wir gönnen es ihm, aus vielen Gründen sind wir bei ihm recht flexibel, wenn es um sowas geht. Außerdem freut mich sehr, dass er aus der Phase „ich kann kein Mathe“* (die sich, mit Verlaub, die ehemalige Klassenlehrerin zu 95% auf die eigene Rechnung schreiben kann) raus ist und sich zutraut, seinem Freund zu helfen.

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*und mehr, schlimmere Dinge, die er sich selbst gesagt hat. Ich werde im Nachhinein immer noch wütend, wenn ich daran denke.

Tag 3848 und 3849 – Wichtige Dinge weitergeben.

(Gestern habe ich viel zu lange gearbeitet, das war unspannend und doof aber der China-Bericht ist jetzt fertig.)

Von gestern auf heute hatte Pippi Übernachtungsbesuch, von T., mit der sie auch mittwochs beim Tanzen und dann bei der Band ist. Die Mädels hatten viel Spaß und haben mir seit gestern Nachmittag schon ein Ohr abgekaut, dass sie was nähen wollen. Aber gestern war ja dann zu viel Arbeit. Also haben wir das heute gemacht. Und die Mädels haben das super gemacht, mit Anleitung und ein bisschen Hilfe (aber echt nicht soooo viel).

Pippi hat sich die kleine Handytasche gemacht, T. den Einkaufsbeutel.

Das einzige, was ich komplett übernommen habe, war, die Riemen anzunähen. Ansonsten haben die Mädels das selbst gemacht und auch ohne zu murren zwischendurch immer wieder gebügelt.

Ich bin jetzt einen kleinen Teil meiner Stoffreste los. Das ist auch sehr gut. Ich hab echt zu viel Stoff. Und nach ein bisschen Gesuche ist auch mein Tunnel-Umdreh-Dingsi wieder aufgetaucht. Bei diesen ganzen Riemen wäre das sonst echt ätzend geworden. Das Teil war irgendwie aus der Schublade gefallen und unter der Schublade liegen geblieben. Herr Rabe hat es glücklicherweise gefunden, bevor ich irgendwelche Kinder wegen Diebstahlverdachts enterben konnte.

Abends waren wir Erwachsenen in der örtlichen Kneipe, das war auch echt nett. Ein bisschen Freunde treffen und bei einem Bier loses Zeug schnacken. Also nach dem ersten halben Bier fand ich das auch nett, bis dahin war es mir zu laut und zu anstrengend alles. (Ja, das ist sicher nur so semi-gut, das so zu handhaben, aber zum Ausgleich mache ich das maximal alle paar Monate.)

So, morgen ist relativ früh Geigenstunde, deshalb muss ich jetzt schlafen. Gute Nacht.

Tag 3845 – 3847 – Piep.

Wir leben hier alle, aber es ist sehr stressig zur Zeit. Dienstag Elterngespräch mit Pippi, danach Konzert, danach Ballett, gestern Burlesque, an allen Tagen viel Arbeit. Dazu etwas Generve und Eskalation mit Michel, der sich ums Verrecken nicht um einen Platz für ein eintägiges Praktikum/Mikrojob (bezahlt, die Einnahmen gehen in die Klassenkasse) nächste Woche kümmern will oder kann. Er muss schon nur das absolute Minimum machen, nämlich eine klitzekleine Bewerbung für einen Job schreiben, den wir ihm bereits klar gemacht haben. Aber selbst das ist zu viel und führt zu Meltdown. Puh, ey, tja, hmm. Keine Ahnung.

Und ich bin auch einfach hundemüde.

Tag 3781 und 3782 – Putzputzrödel.

Ein großes Haus macht echt viel Arbeit, wer hätte das gedacht. Folgen Sie mir für weitere Tipps von Captain Obvious. Es zeigt sich auch: ich habe ein Kind, das sehr gerne hilft, vor allem bei so „Erwachsenen-“ Sachen, und eines, das… naja. Dabei viel mosert. Und versucht, sich durch besonders schludriges Arbeiten über „Orrrr gib her, ich mach das grad!“ unsererseits um die Arbeit zu drücken.

Weihnachtlich ist es irgendwie noch nicht. Keksteig ist im Kühlschrank (jaja, viel zu spät…), vielleicht hilft das ja. Und heute haben Herr Rabe und Pippi die größte Schnittblume des Jahres aus dem Garten geholt. Wir haben da so viele Tannen und Fichten, die da nicht sein sollen, und eine Tanne hatte ideale Weihnachtsbaummaße. Das ging für die Tanne nicht gut aus. Und wir haben den frischesten Weihnachtsbaum aller Zeiten.

Heute haben wir, wegen einer spontanen Planänderung, den Kindern Hosen gekauft. Pippis Lieblingsjeans hat inzwischen zwei dicke Löcher, eins am Po und eins im Schritt. Und Michel möchte plötzlich doch auch Jeans tragen. Beide Kinder wachsen wie Unkraut. Also waren wir bei den großen Ketten und jetzt haben die Kinder die Jeans ihres jeweiligen Begehrens. Ich verkneife mir den Kindern gegenüber jeglichen Kommentar, dass Baggy auch 1999 schon eigentlich scheiße aussah. Das dürfen sie selber lernen und sie sind beide aus dem Alter raus, wo wir sie noch dazu zwingen konnten, bestimmte Dinge anzuziehen oder nicht anzuziehen. This too shall pass.

So gehen hier die Vorweihnachtstage ins Land. Zwischendurch versuche ich irgendwie, mir das hier zu erschließen:

Ohne die ganzen Vorschläge und kleinen Noten habe ich jetzt, glaube ich, die ersten vier Zeilen Rhythmisch verstanden. Hurra. Aber das Zählen ist allein schon ne Herausforderung und dann kommt noch dazu, dass mein Bogen gar nicht vier Meter lang ist. Die Markierungen sind übriges von meinem Geigenlehrer, aus Zeiten, wo er selbst daran arbeitete. Das ist sein Buch, ich darf das leihen. Rode 24 Capricen ist das, und die sind überraschend schön, aber wirklich hart.

Und Laune ist auch. Gestern Abend war’s echt fies.

Tag 3773 und 3774 – Piep, piep, piiieeep.

Hier ist zu viel los und ich bin zu müde für alles und zu overpeopled. Heute haben wir einen Ausflug nach Oslo gemacht, waren auf einem Weihnachtsmarkt mit Hipstergemachten Handarbeitsdingen und dann noch im Nerdladen (verkaufsoffener Sonntag). Der Weihnachtsmarkt war sehr nett, aber zum Teil auch echt sehr teuer. Was ich sehr gut fand: es gab drei Sorten Würstchen vom Grill und die veganen waren am billigsten. Gut, waren immer noch 69 Kronen…

Gestern waren zwei Vorstellungen von Pippi, erst mit ihrer Band, dann von ihrer Ballettgruppe. Beides hat sie super gemacht und wir sind sehr stolze Eltern. So groß ist die schon! Wahnsinn, wirklich.

Naja. Ist schon berechtigt, Sonntags abends einfach ins Bett zu plumpsen.

Tag 3709 – Teenager.

Happy Birthday, Michel! Jetzt ist er schon 13 Jahre alt, das ist wirklich nicht zu fassen, wie diese Kinder einfach wie Unkraut wachsen und groß werden. Ich könnte mir allerdings grad keinen besseren 13-Jährigen wünschen, denn ich finde, dass er einfach so gut ist, wie er ist. Lustig, nerdig, fürsorglich, mit einem sehr großen Herz für alles und alle und einem überbordenden Gerechtigkeitssinn. Schlau ist er auch und natürlich sehr gut aussehend, wie sollte es auch anders sein, bei der Mischung an Genen. Diverse Schulprobleme scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben (Klopf auf Holz!) und dadurch kommt er auch besser mit seinen anderen kleinen Baustellen klar. Lediglich Bildschirmzeit ist ein ewiges Nervthema. Aber mei, wenn das unser größtes Problem ist, geht es uns wohl wirklich sehr gut.

Die Geschenke kamen auch sehr gut an, hier baut er einen von Pippi geschenkten PlusPlus-Zwerg zusammen, der im Dunkeln leuchtet. Später spielten sie noch friedlich zusammen Mario Cart auf der neuen Switch (nicht wirklich ausschließlich seine, aber eine, auf der zumindest keine kleineren Kinder spielen sollen, weil die dann seine Accounts kaputt machen). Michel hat gewonnen, gegen Herrn Rabe auch. Alles war heute sehr harmonisch.

(Minus den Part wo ich beim Backen versehentlich einen Teller zerdeppert habe und sehr gestresst und laut fluchend die Scherben aufsammelte und dann hektisch einen der zwei Staubsauger suchte, weil ich eigentlich echt keine Zeit für kaputte Teller hatte. Aber darüber reden wir jetzt nicht.)

Morgen feiert er mit seinen beiden besten Freunden (beide mindestens genauso nerdig wie Michel) im Indoor-Trampolinpark. Das hat er sich so gewünscht, also soll es so sein. Ich backe morgen früh noch glutenfreie Brownies*, damit der eine Freund auch Kuchen essen kann, Chips und Cola sind auch besorgt, das werden wir schon schaukeln. Sie sind ja keine Kleinkinder mehr, sondern, schockierend, Teenager.

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*mit einer Backmischung, die ich aber schon mal gemacht habe und die Brownies sind echt lecker, die stehen denen mit Weizenmehl wirklich in nichts nach.

Tag 3697 und 3698 – In der Hauptstadt.

Die Kinder haben Ferien. Das heißt, es ist auch kein Korps, kein Musikunterricht, kein Ballett. Das entzerrt hier zu Hause so einiges. Das ist schön.

Pippi hatte sich gestern gewünscht, mit zu meiner Arbeit kommen zu können. In den Sommerferien war sie ja mal bei Herr Rabes Arbeit, gestern also bei mir. Ich hatte sie gewarnt, dass das furchtbar langweilig sein würde, aber sie fand es ganz gut. Ein bisschen Langeweile ist ja auch mal ganz gesund. Und ich hab jetzt einen viel schöneren Büroplatz.

Unsere Kantine konnte mal so gar nicht punkten (das ist wirklich nicht überraschend), aber unsere Kaffeemaschine, in der man Kakao holen kann, dafür umso mehr.

Nach der Arbeit machte ich Pippi noch glücklicher, indem wir Schuhe kaufen gingen. Ihre herbsttauglichen Schuhe befanden sich in einem unverantwortbaren Zustand der Auflösung. Es sind günstige Wanderschuhe aus der Damenabteilung geworden und Pippi ist überaus zufrieden. So Kindersachen sind nicht mehr ganz so populär. Hach ja.

Michel fuhr heute nicht mit mir zur Arbeit, sondern nachmittags ganz allein nach Oslo. Dort traf ich ihn am Bahnhof. Es hat wirklich gut geklappt, wir haben zwischendurch ein paar mal telefoniert, weil er aufgeregt war, aber er war rechtzeitig (zwanzig Minuten zu früh) am Bahnhof, hat sein Fahrrad ordentlich angeschlossen, saß im richtigen Zug und ist an der richtigen Haltestelle ausgestiegen. Meine Kinder sind jetzt beide so groß, dass man die alleine (mit Hilfestellung per Telefonsupport) auf den ÖPNV loslassen kann! Pippi ist jetzt nämlich auch schon ein paar mal alleine zum Tanzen gefahren – mit dem ÖPNV dauert das, weil wir in einem Kaff wohnen, eine Stunde. Sie hat das super gemacht und ist sicher einen Meter dabei gewachsen. Und heute eben Michel, der ganz allein mit dem großen Zug fährt. Meine Babies…

In Oslo trafen wir uns, weil Michel zum Friseur gehen wollte, die Frisur nachschneiden. Jetzt sieht er wieder sehr fresh aus. Und weil auch dieses Kind Bedarf an Kleidung hatte, waren wir ebenfalls in dem selben Laden wie gestern und kauften eine Jacke für den Herbst und je nachdem wie der so wird vielleicht noch einen guten Teil Winter. Ich möchte es nicht Übergangsjacke nennen, das klingt so nach rausgeschmissenem Geld. Ich suchte Michel zwei wasserfeste, gefütterte, schwarze Jacken raus, er suchte eine aus. Ich fragte, ob er zufrieden sei, oder ob er lieber was anderes hätte, nicht schwarz zum Beispiel, er sagte, „Ja, orange!“, dann lachten wir beide und bezahlten die schwarze Jacke. Michel hat den Tag auch sehr gut gemeistert. Aber es ist schon auch interessant, an welchen Punkten meine Kinder Hilfe brauchen und wo nicht, und wie unterschiedlich das zwischen den beiden ist.

Insgesamt zwei schöne Tage mit den beiden wertvollsten Schätzen.