Tag 2354 – Frohe Weihnachten!

Wir sind alle gut angekommen, zertifiziert mit 92,1%iger Sensitivität coronafrei. Der Baum ist geschmückt von zwei eifrigen Kindern, die inzwischen auch (zumindest 50% davon) groß genug sind, damit nicht nur das untere Drittel geschmückt ist. Keine Bilder, trotzdem wahr. Wir sind alle satt, müde und happy über unsere jeweiligen Geschenke.

Ich habe bekommen, was ich mir gewünscht habe – Socken und einen Satz Luxussaiten. Michel hat bekommen, was er sich gewünscht hat – ein Mikroskop und noch ca. tausend weitere Dinge. Pippi hat bekommen, was sie sich gewünscht hat* – ein Halbedelsteinausgrabeset, ein Mikrofon und ca. 999 weitere Dinge. Herr Rabe hat hoffentlich bekommen, was er sich gewünscht hat – einen Klavierhocker und Konzertkarten (hahaha, wie lustig wir sind, Konzert, im April, haha).

Jetzt schnorcheln die Kinder in ihren Betten, wir Erwachsenen sind auch gar und ich freue mich tatsächlich auf Weihnachtsessen mit schick machen und so weiter im Kreuzkruuuuch morgen. Ich wär soweit, mir dafür noch mal ein 92,1% sensitives Teststäbchen in die Nase stecken zu lassen. Dieser Heiligabend war eben doch ziemlich anders, und ich bin noch nicht so ganz entschieden, ob die Vorteile wettmachen, dass es anders war als die letzten 36 mal.

*und eine ganz neue Zahnlücke, die hat sie auch. Es wurde auch Zeit, nachdem sie gestern gegen elf noch mal wach wurde und sehr erschrocken darüber war, dass sie den Zahn um 180 Grad drehen konnte. Heute Morgen zappelte sie ihn dann los, er kann eh nur noch an einem winzigen Hautfitzel festgehangen haben.

Tag 2346 – K(r)ampf.

Bei der Arbeit gegen die Technik gekämpft. Wie unnötig das ist. Technik, die einfach funktioniert, könnte so schön sein. Stattdessen führen ein, zwei falsche Klicks seit einem Update unseres Archives direkt in eine unlösbare Situation, bei der nur noch bleibt, das Archiv-Team mit „Hilfe, ich kann gar nichts mehr machen“ zu kontaktieren. Einzig der Cache-Speicher war mir wohlgesonnen und hob für mich die Datei auf, an der ich eigentlich arbeitete und deren Original im Archiv gelöscht werden musste, da unerklärlich und unwiederbringlich kaputt.

Dieses sogenannte Update wird als Verschlimmbesserung des Jahrzehnts in die Annalen des Werkes eingehen.*

Reise weiter unsicher.

Die Kommune hat eine 180 Grad-Wendung vollzogen und ist jetzt nicht mehr auf dem „Alles unter Kontrolle, bitte gehen Sie weiter [zur Schule], hier gibt es nichts zu sehen!“-Trip, sondern macht ab Montag Ferien digitalen Unterricht. Ich bin SEHR gespannt, ob sich da seit Anfang Mai 2020 überhaupt was, und wenn ja, wie viel, getan hat. Ich gehe davon aus, dass wir so für 5 Minuten Aufgaben bekommen und den Rest des Tages gehen die Kinder die Wände hoch.

Da gingen sie hin, meine zwei freien Tage ohne Arbeit und ohne Kinder zu Hause. (Soll nicht heißen, dass ich die Maßnahme nicht sinnvoll und richtig finde, ne?)

Noch ein Tag Arbeit, dann Ferien. Die To-Do-Liste für morgen ist lang wie eine Klopapierrolle, aber nächstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr.

Michel hatte heute Abend im Bett einen Krampf im Fuß. Ich habe mal gehört**, dass (kleinere) Kinder keine Krämpfe bekommen (und auch keine muskulären Ermüdungserscheinungen haben, wie „dicke Arme“ beim Klettern). Das würde zumindest erklären, weshalb Michel das sehr erschreckt hat, dass sein Fuß plötzlich weh tat, sich nicht bewegen ließ und in komischem Winkel „abstand“. Der erste Krampf, ein Meilenstein! Und ich durfte dabei sein.

Meine Augen haben eine starke Ermüdungserscheinung genau jetzt. Deshalb gute Nacht!

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*Immerhin hat es dazu geführt, dass mehr und mehr meiner Kolleg*Innen die Vorzüge von gifs entdecken. Nichts drückt die Genervtheit über das Schneckentempo des Programms so schön aus, wie ein „waiting“ gif.

**Reine Anekdote, weiß noch nicht mal mehr, wo ich das gehört habe oder von wem.

Tag 2320 – Es werde Licht.

Uff, Ende November in Norwegen, es gibt schöneres. Es ist kalt, aber schneit nicht, es ist nass, und vor allem ist es dunkel. Da hilft auch alles künstlich zugeführte Vitamin D nichts. Noch vier Wochen, dann wird es wieder heller.

Strom, immer so ein Thema. Jetzt verrät mir die App, dass bei uns Beleuchtung, was so ziemlich das einzige Thema ist, an dem wir noch, ohne erstmal was zu investieren, Strom sparen können, im Schnitt 3% unseres monatlichen Stromverbrauchs ausmacht. Tja, hmm. Vielleicht kann ich dann aufhören, mich ständig zu ärgern, dass die Kinder immer überall Festbeleuchtung machen und anlassen. Großverbraucher, nicht überraschend: Heizung, Warmwasser, Autos. Alles nichts, bei dem man in der Menge wirklich sparen kann. Kalt duschen kommt nicht in die Tüte, im Kalten sitzen auch nicht, die Autos tanken nun mal Strom. Letztere laden wir bereits nachts, wenn der Strom am billigsten ist. An unserem Stromverbrauch 2019-2021 sieht man aber sehr schön zwei Dinge: wann wir Carona bekommen haben (Verbrauchssprung), wann wir den Durchlauferhitzer bekommen haben (kleine Einsparung) und dass Cardos den Kohl nicht fett macht, im Gegenteil, dadurch dass wir ein bisschen weniger Carona laden müssen, sparen wir Strom. Es ist halt schon auch ein Unterschied ob ein Auto mehr oder weniger Strom pro 100 km verbraucht. Wir haben nahezu die beiden Verbrauchsextreme vor der Haustür stehen, obwohl Cardos ja schon älter ist und modernere E-Autos in seiner Größe sicherlich noch effizienter sind. Jedenfalls, ich schweife ab, was ich eigentlich sagen wollte: wir haben dieses Jahr einen geringeren Verbrauch als letztes Jahr zur gleichen Zeit (war es da kälter?), die Rechnung ist aber doppelt so hoch und mehr. Es ist frustrierend. (Gleichzeitig bin ich froh, dass wir das jeden Monat direkt merken und nicht irgendwann eine Jahresendabrechnung mit einer ganz bösen Überraschung kommt.)

Gesundheitlich geht es eindeutig bergauf. Herr Rabe war auf den Beinen und hat unter anderem Post von der Post geholt und Kleinigkeiten eingekauft, ich war auf den Beinen und habe mich darauf sogar lange genug halten können, um Geige zu spielen. Danach habe ich aus Gründen „how to play chords on violin“ gegoogelt und festgestellt, dass ich das intuitiv richtig mache, nur noch zu langsam bin. Wie immer zu langsam.

Was die Kinder angeht habe ich nur eine Anekdote von Michel zu teilen. Ich glaube nämlich langsam, dass er ohne uns im Grunde besser schläft, als wenn wir ewig neben ihm sitzen bleiben. Weil er, solange wir da sitzen, einen so leichten Schlaf hat, dass er SOFORT, wenn wir irgendwann aufstehen (egal, wann das ist), senkrecht im Bett sitzt und fragt, was wir wollen. Heute sogar ganz eindeutig im Schlaf, denn auf meine Antwort „runter zu Papa, soll ich die Tür auflassen, damit du uns hören kannst?“ kam nur unzusammenhängendes Gestammel zurück, und kaum lag er wieder, schnarchte er. Wenn ich aber irgendwann genervt aufgebe und er allein, mit Musik an, Nachtlicht und offener Tür einschläft (wenn auch unter Protest und manchmal leider auch Heulen und Zähneklappern), schläft er meistens die ersten Stunden wie ein Stein und manchmal sogar im eigenen Bett die ganze Nacht durch. Aber dass diese Erkenntnis von allein kommt, oder irgendeine magische Hirnreife eintritt und mein Baby seinen Schnuller selbst an den Weihnachtsmann schicken will (hoppla, falsches Alter), darauf warten wir bei Michel vielleicht einfach vergebens. Was ok ist, so ist er halt, er braucht da mehr Vorgaben und Regeln als manch ein anderes Kind. Vielleicht führen wir demnächst mal eine neue Regel ein, die in die Richtung geht, dass wir vorlesen, noch x Minuten kuscheln und dann seine Einschlafmusik anmachen und gehen. Ich glaube, das würde uns allen gut tun. Ich glaube aber auch, dass Michel von der Idee nicht begeistert sein wird, weil sich in seinem Kopf schon sehr festgesetzt hat, dass er alleine nicht einschlafen kann.

Tag 2276 – Smirk + grin.

Hurra, die Familie ist wieder da. Ein Familienmitglied ist um einen Milchzahn ärmer:

Der allererste Milchzahn ist raus!

Der Zahn war schon seit Ewigkeiten lose und dann immer loser und heute war er dann plötzlich ganz ab von seinem seidenen Faden. Warum sagt man eigentlich seidener Faden? Seide ist doch sehr reißfest? Seltsam. Jedenfalls ist das natürlich eine große Sache für Pippi und war auch schon länger Thema, inklusive „aber ich mag den Zahn doch, der soll nicht ausfallen!“. Jetzt freut sie sich sehr, ihre Zahnlücke schnellstmöglich allen zu zeigen. Montag wird sie vermutlich einfach deshalb dauergrinsen, damit aaaaaalle das sehen.

Wie man an der Farbe sieht, ist der benachbarte Schneidezahn auch schon lose. Hach, große Kinder sind toll.

Heute Nacht kommt die Zahnfee und bringt ein kleines Geschenk. Danach kommt aber keine Zahnfee mehr, weil die arme für uns zuständige Zahnfee ja so einen weiten Weg aus Deutschland zu uns hat. Das hat sich bei Michel bewährt, daran halten wir fest.

Ich musste heute eine Pause von der Arbeit haben und habe meine schiefe Narbe mit meinen herausragenden Bildbearbeitungsskills zu Quatsch gemacht:

Smirk-emoji am Hals.

Ja, ich bin sehr erwachsen.

Mit dem Narbenstatus an sich bin ich sehr zufrieden, das wird schon werden, aber warum man ein mittig sitzendes Organ nicht durch einen mittigen Schnitt entfernen konnte, erschließt sich mir nicht. Vorläufig klebe ich weiter einen Tapestreifen so drauf, dass wenigstens der mittig sitzt und hoffe einfach, dass man, wenn die Narbe heller geworden ist, da wirklich nichts mehr von sieht.

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P.S. ich habe den gestrigen Beitrag wirklich gestern geschrieben, ehrlich ganz in echt, ich hab nur (offenbar) nicht auf „publizieren“ gedrückt. Hoppla.

Tag 2226 – Schulkinder.

Zwei Kinder am gleichen Ort abliefern – das wird ein Traum.

Zwei Kinder pünktlich abliefern – das wird ein Albtraum.

Aber das ist ja heute noch egal. Pippis Einschulung war gelungen, würde ich sagen, und ich finde, man kann das bei gutem Wetter ruhig beibehalten, dass solche Dinge draußen stattfinden, ich finde (und das geht bestimmt nicht nur mir so) große Mengen Menschen unter freiem Himmel viel weniger anstrengend, als in der sonst üblichen Turnhalle.

Pippi hatte einen super Tag und hat quasi nonstop geredet. Ich hoffe, sie hat dann irgendwann doch mal damit aufgehört, sonst täte mir die Lehrerin sehr leid. Pippi war halt aufgeregt und dann muss das alles raus, was in ihrem Kopf passiert, und das ist eine Menge.

Zu Pippis Klasse kann ich noch nicht so viel sagen. Es könnte auf den ersten Blick gerne etwas kulturell diverser sein, aber man kann ja aus Namen und Gesichtern solche Dinge nur höchst unzuverlässig ableiten (allerdings sind es schon viele sehr deutlich norwegische* Namen). Die Lehrerin, I., scheint nett zu sein und auch von der eher durchsetzungsstarken Sorte, jedenfalls auf den ersten Blick.

Auch Michel hatte einen guten 1. Tag als Viertklässler, jedenfalls kam er nach Hause und sagte, es sei gut, wieder zurück [in der Schule] zu sein.

Pippi ist übrigens recht lang, gemessen an anderen Erstklässler*Innen. Trotzdem sieht es ein bisschen nach Rucksack auf Beinen aus.

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* Kategorie deutlich norwegisch**: Marthe, Synnøve, Øystein, Stian; Dem gegenüber stehen Namen wie Henrik, Martin, Bastian, Alexander, Maximilian, Karoline, Kristin, Ida, Eva, Mona… also Namen, die es so auch (vielleicht in anderer Schreibweise) anderswo gibt.

** nordisch

Tag 2225 – Tabula rasa.

Hier werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Da ist ein leerer Plan (nicht mal Essen steht drauf, das sollte eigentlich anders sein, ist über die Ferien aber so eingerissen), der mit allerlei Hobbies und Verpflichtungen gefüllt werden will. Vor einem Jahr haben wir auch Bürotage eingetragen, haha, wie lustig wir waren. Das machen wir wohl erst mal nicht.

Im Spiegelbild der Wasserkanister, weil wir mal wieder unser (Trink-)Wasser abkochen sollen. Hach ja, gut, dass wir die Hamstervorratskanister haben.

Morgen ist hier großer Tag.

Schultüte und kleine Schultüte, wie auch Pippi sie bekommen hat, als Michel eingeschult wurde.

Ich musste da selbst basteln, Schultüten gibt es hier ja nicht, also auch keine Bastelsets. Der „Pippi darf ihn nicht in die Finger kriegen“-Flüssigkleber ist jetzt leer (Nachschub schon besorgt), ich habe den gefühlt 35. Anspitzer für Michel gekauft, beschriftet und in seine kleine Tüte gepackt, sowie Radiergummis und keinen neuen Bleistift, weil seiner zwar zerkaut ist, aber die Mine noch intakt und ein neuer sofort ebenfalls zerkaut wäre. Herr Rabe sagt, das habe er auch als Kind gemacht. Ürgs. Pippi kriegt viel Mal- und Bastelkram und beide ein kleines bisschen Süßigkeiten. Schultüten haben hier ja gar keine Tradition, da fände ich es falsch, drei Welpen und eine Diamantkette da rein zu tun. Es ist so schon besonders genug und ich glaube, Pippi wird ausrasten vor Freude.

Hach, schon Schulkind. Die kleine Zwergmaus, die hat doch eben erst laufen gelernt.

Tag 2214 – Erledigt, erledigt, erledigt…

Die To-Do-Liste wurde diese Woche gut abgearbeitet und immerhin 4 Überstunden abgefeiert. Trotz Sommerarbeitszeit! Ich bin stolz auf mich.

Leider ergaben sich aus 2 der Punkte („XYZ Dokument lesen“) weitere To-Dos („XYZ zu Checkliste hinzufügen“), nächste Woche wird mir also auch nicht langweilig.

Pippis Pass ist jetzt beantragt. Sie war sehr niedlich, selbst als sie zu Herrn Rabes Chef (wir waren auf dem Weg kurz in Büro, weil Herr Rabe was abholen musste) als allererstes sagte „DU BIST GANZ KAHL!“. Sie kennt nicht soooo viele glatzköpfige Männer, ähäm. Der Chef nahm das mit Humor, hat ja selbst Kinder, wenn auch wesentlich ältere. Leider war sie, solange wir nicht mit Fremden in Räumen waren, eher zum „versehentlich“ irgendwo vergessen, Michel auch und huff, was freue ich mich auf nächste Woche, wenn die BEIDE GANZTÄGIG aus dem Haus sind. Die Erwachsenen hier im Haus brauchen Urlaub von den Ferien. Das können Sie jetzt verurteilen, oder sie laufen erst mal ein bisschen in unseren Schuhen, gerne auch auf Probe, Herr Rabe und ich ziehen so lange ins Hotel, während Sie alles viel besser machen.

Ich habe endlich rausbekommen, wie sich Michel in seine Mobilbank einloggen kann, das scheiterte bisher an einem nicht zugesandten PIN und der Tatsache, dass Michel nicht von Nummern kontaktiert werden kann, die nicht in seinem Handy gespeichert sind (also die wir in sein Handy gespeichert haben), also auch nicht von der Bank, die versucht hatte, ihm einen Code zuzuschicken. Jetzt ist aber alles eingerichtet, Michel hat den Einmalcode in einen persönlichen PIN-Code geändert und zumindest kann er jetzt auch dem Handy seinen Kontostand nachschauen (viel mehr geht mit seinem Konto eh nicht, eigentlich geht nur Kartenzahlung in physischen Geschäften und Geld abheben).

Montag rufe ich diverse Zahnärzte an und mache Termine und vielleicht rufe ich auch das Impfzentrum an, auch wenn das keine Lust hat, Zweitdosentermine zu ändern und lieber nach einer diffusen Prio-Liste die Leute kurzfristig anruft, wenn sie mal Dosen übrig haben. Leider schreiben so ziemlich alle Medien, dass so ziemlich alle sagen, dass das Intervall verkürzt wird und das FHI sagt, alle sollen so schnell wie möglich Dose 2 bekommen. Die Angst vor Delta ist endlich in Norwegen angekommen. Ich bin sehr gespannt ob beispielsweise übernächste Woche mein Handy klingelt und ich spontan zu Dose 2 antanzen soll. Und wenn man dann nicht in 5 Minuten da sein kann, heißt es dann „wollte nicht“?

Wir werden sehen.

Tag 2211 – Buh!

Wir haben heute ein neues Passfoto von Pippi machen lassen und sie sieht darauf aus wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Aber hilft ja alles nix, Freitag ist der Termin bei der Botschaft für ihren neuen Kinderreisepass. Ich bin gespannt, ob sie den dann auch unterschreiben muss, wie Michel (der hatte da immerhin die erste Klasse schon hinter sich, aber Pippi bekam ihren ersten Pass ja mit drei Wochen, der läuft jetzt also ab). Es ist auch an der Zeit, das halslose, blauäugige Minibaby gegen das ziemlich große Kind einzutauschen, das Pippi geworden ist. Genau wie Michel geht die Tendenz immer mehr zu Spargel und mit dem Schulranzen auf sieht sie von hinten aus wie ein Rucksack mit blondem Schopf und Stöckchenbeinen. Heute hab ich sie vom Hort abgeholt und sie wollte am liebsten gar nicht nach Hause, sondern weiter mit ihren neuen Freundinnen spielen. So muss das.

(Trotzdem hab ich gestern eine etwas pissige Nachricht an die Schule geschrieben, denn die einzige (!) Info, die wir überhaupt bisher über den Schulanfang hatten, nämlich in welche Klasse Pippi kommen soll und welche Lehrerin sie bekommt, stellte sich nun nach den Ferien als falsch heraus. Das ist geändert worden, ohne die Eltern zu informieren, man muss in das Schulportal gehen, um das zu sehen. Als Mutter, eines Kindes, das keine Überraschungen mag (nicht das betreffende Kind, aber trotzdem!) und die auch selbst keine Überraschungen mag, finde ich sowas nicht erbaulich. Und wer nicht Bescheid sagt, der ändert auch nichts, ne? Meckerlise for life.)

Ein zusammenhangloser Hinweis: angebrochene, sterile Medikamente (z.B. Injektionspräparate) bitte sofort anwenden und eventuelle Reste entsorgen. Nicht aufbewahren und erst recht nicht umfüllen, es sei denn, Sie tun das in einem Klasse A Isolator und füllen es in ein steriles Gefäß, dann können wir darüber reden. Sterilität ist nicht mehr garantiert, wenn ein Medikament angebrochen ist, es sei denn, die Verpackung ist dafür gemacht und validiert (zum Beispiel Mehrdosisbehälter mit Septum, wie sie beispielsweise für Impfstoffe verwendet werden). Das steht dann drauf, manchmal auch wie oft durchstechen das Septum aushält und gegebenenfalls mit welcher Nadelstärke. Unsterile Medikamente injizieren ist nicht cool.

Tag 2179 – Das war’s.

Wir haben heute zum letzten Mal ein Kind aus dem Kindergarten abgeholt. Was für ein Glück wir mit diesem Kindergarten hatten, und auch mit dem Trondheimer Kindergarten. So liebevolle Erzieher*Innen, mit vielen verschiedenen Hintergründen und Persönlichkeiten. So viele andere Kinder, mit all dem, was die wiederum mitbringen. Ich glaube, Pippi ist jetzt wirklich gut gerüstet für die Schule, und ich bin sicher, dass sie „ihren“ Kindergarten ganz überwiegend positiv erlebt hat und in Erinnerung behalten wird. Wie sie sich entwickelt hätte, wenn sie nie zum Kindergarten gegangen wäre, kann man natürlich nicht wissen, insofern ist das eigentlich unlauter, zu sagen, dass der Kindergarten diese Schulreife maßgeblich erreicht hat. Dann sage ich das einfach nicht, hehe.

Ein kleines Tränchen musste ich aber schon verdrücken, als die kleine Maus, die eben noch in Winteranzügen in Größe 86 versank, da aus dem Kindergarten herausradelte, in einem Affenzahn Rennen um den Platz mit ihren Zwillingskumpels veranstaltend. So groß schon!

Und jetzt sind erst mal vier Wochen Ferien für ALLE hier im Haus. Uff. Es wird auch Zeit.

Tag 2166 – Happy happy.

Hochzeitstag, 12.

Wurde begangen wie wir das gemeinhin tun, nämlich nicht besonders, übergangen könnte man auch sagen. Das ist bei Weitem nicht traurig, das ist halt einfach so hier im Rabenhaus. Wir haben uns trotzdem lieb. Ich meine, wir waren auch erst ein Jahr nach unserer Hochzeit auf Hochzeitsreise. Wir machen einfach bei Gelegenheit was schönes (müssen halt die Kinder dafür wegorganisieren) und nennen es Hochzeitstag. Ansonsten über alles reden können, Konflikte ansprechen und gemeinsam lösen und sich gegenseitig einfach sein lassen und Raum geben die deutlich besseren Geschenke als ein Mal im Jahr Blümchen und Schmuck (Ohrringe schenkt mir Herr Rabe sowieso eher zwischendurch und anderen Schmuck trage ich quasi nicht).

Zur Feier des Tages Weil Michel das unbedingt wollte, waren wir heute im Schwimmbad. So wie ca. ganz Eidsvoll, aber wenn man schon mit zwei Kindern mit leuchtenden Augen im Schwimmbad steht, ist umdrehen, weil „zu voll für immer noch Corona“ keine reale Option. Nächstes Mal wieder jenseits der Familien-Rush-Hour, das heute war nicht wirklich vertretbar. (Ausrede: mir war entgangen, oder vielleicht habe ich es auch verdrängt, dass es keinerlei Zugangsbeschränkungen mehr gibt. Keine maximale Besucherzahl, keine Beschränkung auf Leute, die in der Kommune wohnen. Nix. Nur ne Liste am Eingang, in die man sich eintragen soll.) Immerhin ums Baby-Becken kamen wir drum rum, nachdem eine Durchsage kam, das sei wegen Kot im Wasser gesperrt. Michel schwimmt schon ein wenig besser und Pippi kann man mit Bienchen um tatsächlich einfach plantschen lassen, die schwimmt damit kreuz und quer durchs Becken und hat Spaß. Sie wollte auch nicht, dass ich immer neben ihr herschwimme und ich musste ihr erklären, dass ich das aber möchte und auch muss, weil die Bademeister*Innen (und der Gesetzgeber) das sagen. Danach ist sie etwa 2000 mal gerutscht und hat dabei ganz nebenher große Jungs, die sich vordrängeln wollten, zurechtgewiesen. Sie kann sich behaupten, auch wenn sie den Jungs nur bis zur Brust ging.

Nach dem Schwimmen waren alle müde und hungrig und wir feierten den Tag weiter mit Döner für die Erwachsenen (kein echter Döner, dafür muss man nach Oslo) und Pizza für die Kinder. Zubereitet von Kebabish, was wirklich so heißt und der Name ist auch Programm, aber es ist für ab und zu nicht selbst kochen müssen ok.

So, und damit ist der Tag auch vorbei. Herr Rabe tötet feierlich ein paar virtuelle Wikinger, (Halb-)Götter, Wölfe, Bären und zwischendurch trinkt er wen untern Tisch oder angelt. (Falls irgendwer ne PS5 rumliegen hat, das wäre doch mal ein angemessenes Geschenk zum 12. Hochzeitstag.)