Tag 1348 – 50 Meter.

Die Kinder haben in unserem Bullerbü-Reihenhausdorf ihren Radius um ein weiteres Haus erweitert. Nämlich das, zu dem es vom Nachbargarten einen Durchgang gibt. Also sie können von unserem Garten durch den Nachbargarten in den Garten von „M.! M., aus meiner Schule!!!“ gehen. Ich kenne M. nicht, habe nur vage Erinnerungen an den Vater von M. und naja. Ich bin dann heute mal mich vorstellen gegangen, wenn absehbar ist, dass die Rabe-schen Rübennasen da bei jeder Gelegenheit auf dem Trampolin hopsen werden, erscheint mir das doch sehr geboten. Damit haben die Kinder nun drei Nachbarshäuser quasi annektiert und gehen ein und aus wie sie wollen (die anderen Kinder bei uns auch, wobei L. von gegenüber immer sehr höflich fragt, ob sie mit hoch gehen darf). Ich finde das ganz super und bin stolz und froh und alles über die selbständigen kleinen Zwerge, aber morgen werden wir dann mal eine neue Regel einführen, nämlich: Mama will immer wissen, wo ihr grade seid. Wenn ihr von Haus A zu Haus B geht, sagt Bescheid. Ich komme mir gebührend helikopterig und albern dabei vor, aber was soll’s. Meine Babies! Pippi ist erst drei!!! Und Michel hat grad mal seinen dritten Milchzahn* verloren! Babies!!! Wahhh! Die können doch nicht einfach hier herumstreunern! (Natürlich doch. Wurzeln, Flügel, Dings. Uff.)

*und er sieht soooo niedlich mit dieser Zahnlücke aus, es ist so so so hach. Wird wohl auch nicht lange währen, denn der neue Zahn schaut schon raus. Wie irre das ist, diese Phase ist so kurz und kommt nie wieder. Verrückt.

Tag 1340 – Rumms!

Neulich sagte Herr Rabe: Müsste Michel nicht langsam mal wieder Zähne verlieren?

Hmmhmm, sagte ich.

Vor ein paar Tagen sah ich, dass Michels Schneidezähne oben anders aussahen, schief waren die immer ein bisschen, nämlich der eine leicht über dem anderen, der eine war auch seit einem Sturz vom Sofa mit einem Jahr leicht gräulich, aber das sei nicht schlimm, sagte die Zahnärztin. Jetzt war aber der eine Zahn noch mehr über dem anderen und zum Zahn daneben war eine Lücke entstanden.

Hmm, dachte ich.

Heute morgen fragte ich Michel, ob denn eigentlich der Zahn wackele.

Ein bisschen, sagte Michel und ließ mich wackeln. Ein bisschen wackelte der Zahn, und zwar seitwärts. Nach hinten konnte er ja nicht wackeln, da ist ja der andere Zahn.

In einer Woche oder so, dachte ich.

Heute Abend spielten die Kinder. Gar nicht mal sonderlich wild. Doch plötzlich:

*Rumms*

Au! Michel! Orrrr!

*Spuckgeräusche*

Was ist das?

Du hast Blut!

Das ist mein Zahn!

Hast du Aua? Du hast Blut!

MAMA, PAPA, PIPPI HAT MIR MEINEN ZAHN AUSGESCHLAGEN!

Und da stand das Kind, mit ziemlich stark blutender Zahnlücke und Schneidezahn in der Hand, aufgekratzt wie 10 Frettchen zur Fütterungszeit. Pippi mit großen Augen daneben.

Und ich glaub, so schnell hauen die nicht mehr absichtlich die Köpfe gegeneinander.

Tag 1269 – Supermus.

Michel hat uns heute sein Malheft aus dem Hort gezeigt. Es ist sehr niedlich alles. Ich glaube, hier hat er unser Haus gemalt:

Es ist nämlich so: unser Garten ist halb rund und neben dem Haus (Check), vorm Haus steht direkt eine Straßenlaterne (Check) und unsere Fenster haben Kreuze drin (Check).

Dann gibt es wohl neues von Supermus:

Man erkennt es am Cape. Vielleicht ist es auch ein Meerschweinchen oder ein Igel, auf jeden Fall mit Cape also ein Superheld.

Noch ein paar Bilder von unserem Essen heute, einfach weil es so lecker war und ich, die ich nur alle Jubeljahre Fleisch zubereite und für jeden Pups erst im Internet nach Rezepten suchen muss, das doch ganz gut hingekriegt hab. (Vegetarier*Innen können nach den Maiskolben aufhören zu lesen.)

Das kann ich noch ohne Rezept. Sous-vide Maiskolben (klingt viel besser als „waren in so ner Vakuumverpackung und da drauf stand ‚vor dem Servieren 3-5 Minuten in kochendes Wasser legen, dann aufschneiden‘, also hab ich das so gemacht“) und Butterkartoffeln.

Sabber, Sabber

Medium-Rare. Für’s nächste mal (in fünf Jahren dann) hier die Mischung aus verschiedenen Tipps aus dem Internet

  • Backofen vorheizen, 150 Grad, dazu auch schon einen Teller reinstellen
  • Fleisch wirklich heiß anbraten, 1 Minute pro Seite. Fettspritzerschutz nicht vergessen
  • Mit Zange umdrehen
  • Soeben angebratene Seite mit Salz und Pfeffer würzen
  • Wenn beide Seiten angebraten und gewürzt sind: in den Ofen auf den Teller. 5 Minuten ca.
  • Draufdrücken: sollte etwa so fest sein wie die Nasenspitze
  • Fertig. Achtung: heißer Teller sieht aus wie kälter Teller.

Omnomnom. Das war wirklich sehr lecker. Und so simpel.

Tag 1267 – Nix zu erzählen.

Pippi war heute als einziges Kind aus ihrer Gruppe (dem Fuchsbau) mit den „großen“ Kindern aus der Bärenhöhle Ski fahren. Wir sind ganz stolze eingenorwegerte Eltern. Und Pippi war danach so müde und kaputtgespielt, dass sie grad so lange genug fürs Abendessen die Augen aufhalten konnte. Pippi isst übrigens weiterhin alles, solange sie nicht gehört hat, wie Michel mit Herrn Rabe um 25 Erbsen feilscht. Oder wenn Knoblauchsoße drauf ist, dann isst sie es eh. Hachz.

Sonst war kaum was. Alltag halt. Ich ackere mich weiter durch meinen Einarbeitungsplan. Heute war das spannendste da, dass ich das erste mal eine Inspektion ankündigen durfte. Die Ankündigung ist auch schon ein richtig offizielles Dokument und für etwa fünf Minuten war ich für dieses Dokument in dem komplizierten Dokumentenmanagementsystem verantwortlich, dann habe ich es meinem Kollegen übertragen, der offiziell dafür zuständig ist. Ich bin ja nur Observatør, irgendwann dann Revisor und wenn ich dann fertig eingearbeitet bin und einen Kurs in ISO 19011 gemacht habe auch Revisjonsleder. Inspektør bin ich qua Anstellung, aber meine Funktion bei Inspektionen ist halt noch begrenzt – auf Beobachten. Zum Glück, ich hätte nämlich bei der Ankündigung heute die Vorschrift zu Narkotika bei den Rechtsgrundlagen vergessen. Mein Kollege ist übrigens ziemlich cool, glaube ich. Ich mag Leute, aus denen ich nicht sofort schlau werde, mit denen ich aber humormäßig auf einer Wellenlänge liege.

Abends den Wochen-Essensplan gemacht und den Einkauf geordert. Weil der Einkaufsservice auch von der Fleischerei, bei der wir auf Empfehlung unseren Weihnachtsbraten bestellt haben, beliefert wird, und Rinderfilet dort im Angebot war (immernoch sauteuer, aber 20% billiger als sonst eben), gibt es am Samstag Steak. Ich hab das letzte Mal Steak gegessen, äh, vor… ich kann mich nicht mehr dran erinnern. In Norwegen glaube ich noch nie. (Doch! Einmal, Pippi war erst ein paar Tage alt! Meine Mutter lud uns ein und ich hatte nach der Geburt ständig Hunger auf Fleisch, genau. Also vor dreieinhalb Jahren ca.) Ich freue mich tatsächlich sehr darauf und vor allem aber darüber, dass wir uns solche Späße nun wieder ab und an erlauben können.

Weiterhin heute sehr gute Musik gehört. Wenn Sie (und echt: nur dann, nicht dass Sie sich hinterher beschweren, was ich für schrecklichen Lärm empfehle) lauten Rock mögen, irgendwas zwischen, hmm, Foo Fighters und den Anfängen von Muse, dann hören Sie sich doch mal Death from Above 1979 an. Wie Farin Urlaub sagt: „Mit Schlagzeug und Bass macht das Musikhören Spass.“*

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*bei Die Ärzte geht es mit „doch wenn die Gitarre kommt ist alles zu spät, weil man dann den Text nicht mehr versteht“ weiter. Bei Death from Above 1979 kommt halt keine Gitarre, braucht ja auch eigentlich keiner.

Tag 1255 – So geht‘s doch auch.

Total tiefenentspannten Samstag verbracht. Allein mit den Kindern. Herr Rabe arbeitet (und testet mal den Transport nach Oslo, wenn auf der Strecke Schienenarbeiten sind. Die werden noch bis Dienstag sein, ich muss also mindestens 20 Minuten extra für die Wege einplanen. Herr Rabe arbeitet dann von zu Hause aus, weil auch noch Elterngespräch am Montag in der Schule ist, natürlich zu Zeiten, in denen die Lehrerin arbeitet, so wie andere Berufstätige halt auch. Ein Hoch aufs Homeoffice.). Der Unterschied zum letzten Wochenende lag wohl in einer anderen Hormonlage und darin, dass wir nichts vorhatten. Wirklich gar nichts.

Erstmal muss ich die Kinder echt mal loben: die können sich inzwischen morgens halbwegs selbst beschäftigen und reißen sich nur gelegentlich gegenseitig die Köpfe ab. Das hieß für mich heute früh, dass ich noch etwas weiter dösen konnte und nicht um sieben schon aufstehen musste. Das tut viel für meine Wochenendlaune. Es duschten dann auch nach dem Frühstück beide freiwillig und am Ende saßen sie sogar ganz einträchtig in Pippis Badewanne (gedacht für EIN Kind bis maximal 4 Jahre!) und ich konnte in Ruhe mein Körperpflegeprogramm durchziehen und dabei Podcast hören. Während ich dann duschte cremten sie sich ein und ich musste danach nicht das gesamte Bad renovieren und auch nur noch die Gesichter eincremen, das war auch alles schon mal sehr viel schlimmer und ist nicht lange her. Hach, hach.

Michel hatte sich gewünscht, sich etwas dazu zu verdienen, um sich irgendein Dings aus dem Spielwarenladen zu kaufen und nach etwas Überlegerei ließ ich ihn in der Küche staubsaugen und eine Maschine Wäsche aufhängen. Das Geld investierte er bei einem Ausflug in den Ort in ein… Dings, das ich nicht weiter kommentierte, es ist ja sein Geld. Selbst im Supermarkt, wo wir Zeug kauften, dass wir zu bestellen vergessen hatten, benahmen sich die Kinder. So gut, dass ich mich am Ende (nachdem ich tausend kleine Snacks für mich gekauft hatte, meine Kolleginnen haben alle gesagt, ich solle für lange Arbeitstage mit ohne Essen ab schlimmstenfalls Mittags vorsorgen und jetzt hab ich also Nüsse, Smoothies, Müsliriegel und getrocknete Mango. Ich werd so drei, vier Wochen eingeschlossen im Keller eines Pharmaherstellers schon überleben) zu Ü-Eiern hab breitschlagen lassen. Tiefenentspannt halt.

Zu Hause dann Popcorn und Film (Madagaskar 3) für die Kinder, Buch und Kamin für mich. Abends Pommes, Fischstäbchen und Buttermöhren und zwei müde Kinder, die sich ohne großes Gemecker um kurz nach sieben ins Bett bringen ließen. Beide ganz kuschelig und nach einem Tag, wo beide sehr „groß“ waren, plötzlich ganz „klein“. So richtig was getan haben wir heute also wahrlich nicht, aber dafür haben wir glaube ich alle drei gründlich aufgetankt.

Jetzt wieder Buch und Kamin. Ich lese jetzt endlich „Unterleuten“ von Juli Zeh. Das hatte ich schon lange hier, nachdem ich es mir schon noch viel länger gewünscht hatte. Mindestens ein Jahr habe ich es nicht angefasst. Ich hatte den Kopf nicht dafür frei. Es war wohl auch klug, das lesen zu verschieben. Ich verbinde im Nachhinein Bücher mit der Stimmung, in der ich sie las. Bei diesem Buch möchte ich nicht, dass es mir durch Existenzängste verdorben wird. Tatsächlich habe ich es noch nicht ganz zur Hälfte durch und bin sicher, dass es eines der besten Bücher ist, die ich in den letzten Jahren überhaupt gelesen habe. Es packt mich und schluckt mich und ich habe endlich wieder ein deutliches Lesebedürfnis, ein bisschen wie früher, ich lese wieder überall, heute sogar beim Fischstäbchen braten. Ganz wunderbar ist das, wieder bin ich ein Stück mehr ich. Über das Buch möchte ich gar nicht so viel sagen, aber wenn Sie das noch nicht gelesen haben, machen Sie das mal, es ist wirklich sehr gut.

In diesem Sinne:

Tag 1250 – Halbe 2500.

Heute auf die Minute passend gearbeitet, auf die Minute passend die Kinder abgeholt. Es ist ein Spagat und ich frag mich, ob sich auch Väter schlecht fühlen, wenn sie ihr Kind um zwei vor Schluss aus dem Hort abholen? Ich hoffe es.

Leider sind wir auf den Hort ja morgens und nachmittags angewiesen und damit ist die kurzzeitig verlockend erscheinend gewesene Idee des „Sport-Hort“ schon wieder passé. Der Sport-Hort kostet das Gleiche wie der normale Hort, hat aber tägliches Sportprogramm und (noch viel besser) tägliche Gelegenheit zum Hausaufgaben machen. Aber der Sport-Hort ist nicht morgens und soweit ich das sehen kann gibt es keine andere Möglichkeit, als beim normalen Hort einen halben Platz zu nehmen um morgens je eine Stunde in Anspruch zu nehmen und dafür aber 67,15% des normalen Hortpreises zu zahlen. Wir würden also 167,15% von dem bezahlen, was wir jetzt zahlen und das ist viel. Enorm viel. Mistekack.

Mein Meeting heute war mittelspannend, das Eis ist fest, allerdings brauchen wir um der Firma weiterhelfen zu können erstmal mehr Infos von eben dieser.

Dafür werde ich wohl mit der Dokumentenmanagementsoftware noch viel Spaß haben, die ist nämlich das Gegenteil von selbsterklärend. Bester Tipp aus der Erklärpräsentation: man kann Shortcuts wie zum Beispiel esc benutzen. ACH! Na dann ist ja alles klar.

Der lange Tag wurde mit einem glücklichen Michel belohnt, weil heute ein Paket aus dem Internet ankam. Da hat er auch gleich halbwegs motiviert Hausaufgaben gemacht. (Sie lernen diese Woche den Buchstaben F und weil er keine Lust hatte, die Worte aus der Wörterliste zu schreiben und zu malen hat er seinen Vater gemalt und seinen Namen geschrieben. Im Auto wollte er dann wissen, ob man Felix denn eigentlich mit k schreibt. Norwegen halt.) Hach, mein großes Kind.

Sport-Hort wäre wohl wirklich nicht doof für ihn. Immer in Bewegung.

Tag 1218 – Happy, happy!

Nun. Schon wieder ist es total spät, aber ich habe es aufgegeben, früh ins Bett zu gehen. Ich bin einfach nicht müde, so what. Wenn ich wirklich früh aufstehen muss, wird es schon gehen. Solange ich nicht muss, gebe ich mein Bestes, es trotzdem zu tun, und wenn’s nicht klappt, dann klappt es eben nicht, ist ja grad noch egal. Dafür habe ich abends all die Energie, die mir morgens abgeht und dann ist es doch schön, wenn ich noch friedlich zwei Stunden Nähen kann, während die Kinder schlafen.

Überhaupt, die Kinder. Ich hab die sehr lieb. Sage ich vielleicht nicht häufig genug, also zu ihnen schon, aber nicht „über“ sie, zu anderen. Michel zum Beispiel, der große kleine Zwerg, wenn der morgens vom Parkplatz zur Schule stapft und so kleingroß ist, wie es halt nur Erstklässler sein können, da geht mir das Herz auf. Und wenn ich dann sehe, dass die Opis, die Schülerlotsenmäßig den Schulweg bewachen, schon ihre Posten verlassen, weil es ja schon zum ersten Mal geklingelt hat (15 Minuten vor Schulbeginn), dann fahre ich auch ein bisschen Helikopternd einmal um den Block und wieder an der Schule vorbei, wo ich den knallgelben Trondheimer Kommunenrucksack grad noch auf den Schulhof einbiegen sehe. Nach der Schule dann erzählte er mir, dass ihn ein Kind geschubst hat und ein anderes hat ihm einen Schneeball (mit Steinen drin! Und mit Absicht!) voll ins Gesicht geworfen. Meine Reflexe sind dann ja direkt auf WAAAAAS??? ICH RUF DIREKT DIE ELTERN AN WAS SIND DENN DAS FÜR ARSCHLÖCHER?, aber ich fragte erstmal nach, was Michel dann gemacht hätte, und ob das wer vom Hort gesehen hätte (nein), und Michel sagte, er sei dann einfach weggegangen und er habe auch eh keine Lust, mit den entsprechenden Kindern zu spielen. Er scheint es also ganz klug zu lösen und solange das klappt ist ja alles in Butter. (Ich finde das extra gut, dass er das so macht und nicht, wie ich als Kind und zum Teil noch echt lange, ausgerechnet mit denen, die mich am meisten ablehnten, best buddies sein will.) Fruchtet das viele Erklären, was Freunde tun und was nicht, ja vielleicht doch, ich wünsche es mir für ihn. Und ich wünsche ihm Freunde, die auch „blöde Wollsachen“ anhaben und deren Eltern Schießspielzeug konfiszieren. Bei denen er „uncool“ und phantasievoll und lieb und aktiv, aber nicht wild sein kann, wie er halt so ist. Hachz. Pippi ist natürlich auch prima, ganz anders, klar, sie ist auch noch jünger, aber die wird vermutlich eher die Bandenchefin werden, in der neuen KiTa-Gruppe setzt sie sich jedenfalls schon sehr gut durch. Und weil sie in ihrer Gruppe nun fast die älteste ist, statt wie sonst immer die jüngste und kleinste, zählt der „Ich bin so süüüüß“-Faktor nicht mehr. Trotzdem hat sie in der Gruppe ziemlich oft das Sagen, wenn sie da ist, wie sie zu Hause ist, kann ich mir ungefähr vorstellen, wieso. Bestimmerin by nature. Hoffentlich bleibt sie so.

Was war sonst so? Etwas genäht, Schuhe gekauft, Herr Rabe ist nicht da. Genäht habe ich das Oberteil vom Bettbezug-Kleid. Es scheint ein gutes Verfahren für mich zu sein, immer eine Größe kleiner zu nehmen, als die Größentabelle für mich vorsieht. Ich verstehe das ja nicht. Da nähe ich ein Kleid, das aus (festem) Jersey sein soll, aus gewebtem, gar nicht elastischem Stoff (dann eben mit Reißverschluss) und Größe 38 passt und sitzt super, wo die Größentabelle meint, zwischen 40 (Hüfte) und 42 (Taille) müsste es schon sein. 42 („wenn Sie zwischen 2 Größen liegen, nehmen Sie die kleinere“) säße da wie ein Sack. Und auch dieses Mal habe ich übrigens weniger Stoff gebraucht. Auch so’n Ding. Ist mir bei nem Bettbezug egal, aber bei richtig teuren Stoffen will ich nicht hinterher 25 cm übrig haben.

Schuhe gekauft. Das kam so: der örtliche Schuhhändler, der mir schon wegen überaus großer Auswahl an sehr geschmackvollen Stiefeletten aufgefallen ist, hat draußen Schilder mit 40% auf alles hängen. Und ich brauchte (tatsächlich) schwarze Stiefeletten. Die habe ich jetzt. Zwei Paar. Hups. Dafür habe ich weder Wildlederstiefel noch Pumps noch so Lumberjack-Schuhe gekauft.

Herr Rabe ist in Trondheim, mal wieder, morgen ist da auch noch Weihnachtsfeier. Ich möchte auch auf eine Weihnachtsfeier, mich aufbrezeln und so. Naja, nächstes Jahr. Herr Rabe möchte vielleicht auch noch mal in den Schuhladen, könnte ich mir vorstellen.

Jetzt, endlich, werde ich müde. In diesem Sinne: gute Nacht!