Tag 1802 – Die Grenzen der Liebe.

Ich hab die Meerschweinchen ja wirklich sehr gern. Heute hab ich mir zum Beispiel einen Ast gefreut, als sich Muffin nicht nur zwischen den Ohren von mir hat kraulen lassen, sondern dass er das wirklich zu genießen schien – hat die Augen zugemacht, ist einfach liegen geblieben und hat mir danach den Finger abgeleckt, nachdem er es erst ganz vorsichtig mit Knabbern versucht hat. Ja, mir ist sehr klar, dass das kein artgerechtes Verhalten ist, aber solange er die Ladies noch nicht treffen darf (2 Tage noch, aber dann wird vielleicht wieder operiert, also… Ende der Woche so?) denke ich, von Menschen gekrault werden ist besser als gar keine Zuneigung.

Heute Abend ging ich alleine spazieren und da erblickten meine Augen etwas, das, wie ich gelesen hatte, unbedingt auf den Meerschwein-Speiseplan gehört.

Da ich aber eher unsicher bin, was so Kräuter und Gedöns angeht, stapfte ich auf die Wiese, um die Flora Incognita-App zu bemühen (eine ganz tolle App, die ich gerne weiter empfehle!). Zwar war es etwas dunkel, sodass die Pflanzen nicht eindeutig identifiziert wurden, aber Wiesen-Bärenklau war dabei und da im selben Moment meine linke Wade furchtbar zu jucken und zu brennen anfing, bin ich sehr sicher, das Richtige gefunden zu haben. Und dank Flora Incognita und meiner juckenden Wade hab ich das Zeug dann auch einfach da stehen gelassen.

Wiesen-Dermatitis! Klingt… toll.

Awesome. Ich gehöre also zu den Menschen, die laut Wikipedia „empfindlich reagieren“.

Sieht gar nicht so wild aus, aber es juuuuuuuuuuckt!

Den Schweinchen habe ich dann Unverfängliches mitgebracht:

Giersch, Breitwegerich, Löwenzahn: geht immer und beißt die Pflückende nicht.

Und ich weiß jetzt auch, dass unser Fenistil-Gel abgelaufen ist. Wird gleich auf der Deutschland-Einkaufsliste, die ich heute gemacht habe, ergänzt. (To-Do Einkaufsliste machen: check.)

Bevor Sie sich sorgen: es war GANZ SICHER kein Riesen-Bärenklau. Den erkennt man, wenn man davor steht. Oder viel eher darunter. [Hier sollte ein Bild sein, das ich ganz sicher mal in Tromsø gemacht habe, von einem Riesen-Bärenklau, der bestimmt 2,5 Meter hoch war – keine ungewöhnliche Größe dort. Weshalb er auch Tromsø-Palme genannt wird. Aber ich finde das Bild nicht. Schweinerei.]

Tag 1698 – Corontäne Tag 25.

R0~0,7!!! Beste Nachricht seit 25 Tagen. Heia Norge! Vielleicht, ganz vielleicht und wenn wir genug Tests kriegen, öffnen wirklich die Kindergärten und Schulen relativ zeitnah wieder. Ich kann sehr gerne noch ne Weile Homeoffice machen, aber bitte – irgendwer muss die Kinder betreuen, wenigstens halbtags oder drei Tage die Woche oder so.

Herr Rabe hat Urlaub (feiert Überstunden ab – das einzig Gute an der Kurzarbeit: ganzer Tag frei für 60% der Überstunden) und ich darf deshalb ganz normal arbeiten. Das ist ja auch ganz nett, nachmittags fertig zu sein und abends nicht noch mal ran zu müssen. Ein wenig muss ich veratmen, dass Herr Rabe nicht so zwanghaft ist wie ich und deshalb erst aufräumt, wenn fertig gespielt ist. Aber es sind ja auch nur zweieinhalb Arbeitstage für mich.

Heute Morgen habe ich das erste mal geschafft, tatsächlich um sieben zu einem sehr flotten Spaziergang aufzubrechen. Mit kleinem Abstecher in den Supermarkt – rein – Milch kaufen – wieder raus. Ich war die einzige Kundin und hier bezahlt man ja eh schon länger kontaktlos, da frage ich mich ja, ob diese Krise jetzt wenigstens dazu führt, dass das in Deutschland auch üblicher wird.

… „erst“ um sieben kam ich übrigens los, weil Michel um zwanzig nach sechs angetappst kam, sah, dass ich schon wach war und sich vergewisserte, dass schon fast Morgen ist – er darf nämlich nach 10 konsekutiven oder 20 totalen Nächten im eigenen Bett ein neues Switch-Spiel haben. Da er um zwanzig nach sechs „nur kuscheln“ wollte, zählt das wohl als Nacht in seinem Bett. Dass er quasi sofort in meinem Arm einschlief, war bestimmt nur Zufall. Ach, der große kleine Zwerg. Jedenfalls kuschelte ich dann noch eine Weile mit beiden Kindern, eins recht, eins links, und wenn das nicht fast jede Nacht die ganze Nacht so ginge, hätte ich da auch echt kein Problem mit.

Nach der Arbeit und weil das Haus innen aussah, als sei eine Osterbasteltüte explodiert wurschtelte ich ein wenig im Garten. Es waren nämlich 15 Grad, das muss man ja nutzen. Die Beete sind jetzt von allen Vorjahresresten befreit, soweit ich das sehen kann lebt das allerallermeiste (alle Sträucher, beide Bäume, der Rhabarber und der Holunder, das ist das wichtigste!) und es sprießt auch schon hier und da. Die Erdbeeren kommen wieder, die Stockrosen auch, die Primeln und Hyazinthen… hach.

Der Lavendel sieht auch tausendmal besser aus, als letztes Jahr.

Jetzt aber husch ins Bettchen. Mal sehen, ob ich morgen wieder einen Spaziergang schaffe. Milch brauchen wir fast schon wieder. Was vier Leute die wirklich jede Mahlzeit zu Hause essen an Lebensmitteln brauchen. Und an (jaja) Klopapier! Und wie unfassbar viel Müll wir auch machen. Heute dann eben auch noch einen ganzen Sack Gartenabfälle. (Wir brauchen dringend einen Kompost.) Uff.

Tag 1686 – Corontäne Tag 13.

Heute hatte ich den Vormittag mit den Kindern und ich hatte einen Ausflug ins Werk ausgelobt, falls Schulaufgaben zügig erledigt würden und Sport gemacht würde. Hat so einigermaßen geklappt, allerdings habe ich mich beim Sportprogramm für Grundschüler von Alba Berlin einigermaßen zum Horst gemacht. Die Kinder fanden es aber ganz ok.

Der Ausflug ins Werk war dann, um einen hastig beschafften extra Bildschirm abzuholen. Jetzt können wir Nachmittags, wenn die Kinder Medienzeit haben, beide arbeiten – eine*r oben, eine*r unten. Dann muss abends nicht mehr ganz so viel nachgeholt werden.

Nachmittags dann Arbeit, da ist versehentlich was eskaliert und jetzt hab ich eine lustige kleine Covid19-Sache an der Backe, mal gucken, was daraus noch wird. Jedenfalls musste ich nach einem Telefongespräch mit anderen Leuten zwecks gemeinsamen Haareraufens erst mal meinen Kollegen anrufen.

Apropos Haare raufen: ich werd am Ende dieses Lockdowns echt schlimm aussehen, ich müsste eigentlich ca. jetzt dringend Haare schneiden. Ob ich Herrn Rabe ranlasse? Sieht ja eh keiner von nahem in den nächsten 3,5 Wochen.

Nach der Arbeit war ich dann das erste mal seit Freitag dem 13. mittags eine signifikant lange Zeit ohne die Familie, nämlich bei der Apotheke und ein paar Lebensmittel einkaufen – zu Fuß. 15 Minuten hin, 10 Minuten für die 2 Einkäufe, 20 Minuten zurück (bepackt und bergauf). Ehrlich gesagt war das sehr schön.

Huch, ein Haus! Das war da neulich noch nicht.
Supermarkt-Impressionen 1.
Supermarkt-Impressionen 2.

Was 45 Minuten für die Laune ausmachen.

Dass ich das immer wieder vergesse.

Abends sehr lecker gegessen (Crêpes mit Käse für die Kinder, Crêpes mit Champignons, Zwiebeln und etwas Käse für mich), Kinder ins Bett verfrachtet und dann ins Hochzeitsoutfit (!) geschmissen für die Twitter-Kneipe. Da kam neulich eine Frage: wir machen das über Zoom, der Host braucht da einen Account, die anderen loggen sich einfach ins Meeting ein. Sehr einfach und gute Qualität des Gesprächs.

Tag 1502 – Bestimmt langweilig, aber…

… heute ist halt nicht so viel passiert. Wir waren in Jessheim, neue Jogginghosen und Leggins für die momentan wie Unkraut wachsenden Kinder kaufen (Pippi hat Hosengröße 110. HUNDERTZEHN!!!), das war wegen mangelnder Compliance seitens Pippi überaus anstrengend. So sehr, dass ich danach, als das Brot im Ofen und Herr Rabe und die Kinder Pizzateig kaufen waren beim „nur kurz in Ruhe auf dem Sofa sitzen“ sofort eingeschlafen bin. Danach tat aber meine Schulter noch mehr weh als eh schon und ich sah mich quasi gezwungen, einen schnellen Spaziergang zu machen. Danach tat es etwas weniger weh und die Pizza war fast fertig in der Mache. Grünkohl auf Pizza ist sehr lecker. Grünkohl ist eigentlich immer lecker.

Um wenigstens das Gefühl zu haben, was geschafft zu haben, habe ich dann abends meine 3 identischen Hosen und 5 Blusen, davon 3 im identischen Schnitt, gebügelt. Morgen früh packe ich dann für den (tatsächlich) hohen Norden. Bügeln ist weiterhin nicht mein Freund, aber solange ich keine Reinigung finde, die das zu einem vertretbaren Preis macht, muss ich damit wohl ab und an leben. (Disclaimer, Hinweis, das übliche: wenn Sie total gerne bügeln oder auch aus Prinzip gar nicht bügeln oder aus diversen Gründen seit 1997 Reinigungen boykottieren, ist das schön für Sie (oder auch nicht, kommt jetzt auf die Gründe für den Boykott an), hilft mir aber beim Bügeln nicht. Ich möchte gebügelte Chinos und Blusen anziehen.)

Tag 1474 – They! Will! Not! Force! Us!

Heute haben wir einen riesigen Haufen Gemüse geerntet und dann noch einen Haufen saisonales, norwegisches Gemüse im Supermarkt gekauft. Jetzt grade geht das ja ganz gut, mit der regionalen und saisonalen Ernährung, wir haben Tomaten, Kürbis, Gurke, Bohnen, Beete, Möhren, Kohl, Sellerie… aber im Dezember möchte ich wirklich nicht von eingelagertem Kohl, Kartoffeln und Pökelfleisch leben. Gleichzeitig denke ich: man müsste wirklich realistische Preise für Lebensmittel haben, dann würde vermutlich die Nachfrage nach Avocados, Mango und dem allermeisten Fleisch ganz rapide sinken.

Ich mache morgen Sauerkraut. Echtes, deutsches Sauerkraut. Bei unserem Gemeinschaftshof steht grad so viel Spitzkohl, den keiner haben will, dass es echt eine Frage wert wär, ob man ein Fass machen soll, hätte man ein Fass. Seit einem Gespräch mit meinen Kollegen neulich weiß ich aber auch: die Norweger mögen echtes Sauerkraut tendenziell eher nicht. Weil es ihnen – tadaa – zu sauer ist. Banausen.

Nach Gartenarbeit und Ernte immer noch körperlich so unausgelastet gewesen, dass ich, als die Kinder im Bett lagen, spazieren gegangen bin. „Spazieren“, haha, das war eher so ein sehr strammer Marsch. Ich hörte nämlich dazu die Playlist „This is Muse“ auf Spotify. Bei „Uprising“ dachte ich da schon – hui, das ist ein gutes Marschtempo. Aber zu „Plug-In-Baby“ hätte man sicher auch langsam joggen können, gehen war schon nur noch mit Schrittverkürzung drin. Jedenfalls marschierte ich so sehr flott 4 km in 40 Minuten und kam mit rotem Kopf und durchgeschwitzt nach Hause. Das war zwar (Achtung, Wortwitz!) kein Spaziergang, aber hinterher war ich immerhin nicht mehr so aggro, Ziel also erreicht.

Tag 1439 – Batterien laden.

Heute war Wizards Unite Community day und weil ich klug bin, habe ich da ohne Community dran teilgenommen. Das war schön. 20.000 Punkte in 1 Stunde. Und allein sein. Ein bisschen gehen, ein Kaffee allein, für Pippi noch ein extra Geburtstagsgeschenk gekauft. Allein. Ganz allein. Ich sag Ihnen, nach drei Wochen quasi konstant unter Leuten ist das wie ein Wellnessurlaub für meine absolut ausgelutschten Introvert-Batterien. Weil das so super war, hab ich direkt noch drei Stunden Unkraut jäten drangehängt. Ein Traum. Als Bonus sieht das Beet wieder ordentlich aus (ich muss mal wieder Fotos machen, auch die Sonnenblumen blühen schon, und die Kapuzinerkresse), ich habe drei kleine Spinnen erschreckt, aber leben lassen und mich sehr über den Lavendel gefreut, der da noch von der Vorbesitzerin steht und der von allerlei summendem Getier sehr viel frequentiert wird. Er blüht nämlich jetzt. Weiß. Er riecht aber wie Lavendel, also isses wohl Lavendel. Hach, Hach. So wunderbar, ein Tag unter Blumen und mit einem sinnlosen Handyspiel.

Tag 1192 – Läuft so.

Kleiner Hänger im Projekt Lerche, erst um zwanzig nach sechs, obwohl ich wach war, aus dem Bett gequält. Aber diese Woche bisher alle meine per FitBit definierten Gesundheitsziele erreicht, also Schrittziel, stündliche Bewegung, 3 L Wasser, mindestens 30 Minuten Bewegung an mindestens 5 Tagen in der Woche (wobei da auch Gehen einbezogen wird und dann ist das mit dem Schrittziel irgendwie doppelt gemoppelt, aber da sehe ich mal elegant drüber hinweg). Ich gehe wieder viel und das tut gut, sehr, auch im grauen, diesigen November ist es eine gute Sache, diese gute Stunde KiTa-Wege zu laufen.

Ansonsten so: Pippi war heute deutlich besser drauf und meinte sogar um halb sieben schon, sie wolle ins Bett. Sie hat dann noch was gegessen und dann haben wir alle in der Küche getanzt, sodass sie dann doch erst um halb acht im Bett war, was gut ist, weil ich keine Lust habe, morgen auch noch um sechs aufzustehen.

Apropos Tanzen: Michel macht jetzt immer Breakdance. Es ist zu putzig, er wurschtelt mit seinen Beinen möglichst schnell auf dem Boden rum und dreht sich wild und dazu möchte er jetzt immer „Treestyler“ hören, also Freestyler von Bomfunk MC. Dann denke ich an den Pfarrer, der Herrn Rabe und mich damals kirchlich getraut hat und der ganz Pastorenmäßig andächtig als Einleitung für eine der Ansprachen sagte „Ihr mögt Bäume.“* und wie ich hörte wie meine beste Freundin hinter mir mühsam beherrscht durch die Nase prustete. Nun gut, wir hören also Treestyler und ich finde ein bisschen traurig, dass ich nach nur 20 Jahren alles aus den HipHop-Breakdance-Kursen vergessen habe. Vielleicht muss ich das mal heimlich üben um Michel zu beeindrucken.

Wobei! Das ging heute voll in die Hose. Michel wollte nämlich Kopfstand gegen die Wand machen, das hat er in der Schule geübt, gegen eine Turnmatte. Wir haben keine Turnmatte. Er meinte, das geht nicht, weil da eben keine Matte ist. Ich machte Handstand gegen die Wand (ich kann das auch ohne Wand, zumindest kurz). Michel war sauer und meinte dann: „Wenn wir das nächste Mal umziehen, dann will ich ein Haus haben, das eine Turnmatte hat!“.

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*Bei der standesamtlichen Trauung brachte die Standesbeamtin ein Nietzsche-Zitat, an das ich mich ums verrecken nicht erinnere, da konnte die beste Freundin auch schon kaum an sich halten. Wir haben scheinbar ein Talent, komische Sätze mit uns in Verbindung zu bringen. Und meine beste Freundin hat kein Pokerface.

Tag 1072 – Ferientag 10. Vom Laufen.

Läuft bei uns (hahaha, das war ja ein grandioser Scherz, nicht wahr?). Das NAV hat die Übernahme der Umzugskosten genehmigt. Ich muss also nicht noch schnell nen LKW-Führerschein machen.

Michel, Pippi und ich waren heute etwa 15.000 Schritte spazieren, das heißt, Michel ist Fahrrad gefahren und Pippi hat sich im Kinderwagen schieben lassen. Wir sind zu meiner Ex-Arbeit gegangen, haben da mit Ex-Kollegin N. einen sehr gemütlichen, langen Kaffee getrunken (die Kinder haben Eis gegessen und sich dann auf dem Spielplatz der Kinderklinik unfassbar eingesaut, wie sich das halt gehört), dann sind wir über Ila in die Stadt gegangen, weil Michel unbedingt Enten sehen wollte. In der Stadt haben wir beim AtB-Kundencenter vier alte Buskarten abgegeben und spektakuläre 17 Kronen (also ca. 1,80 Euro) Restguthaben herausbekommen, dann haben wir in einem Krams-und-Gedöns-Laden Partytröten für Pippis Geburtstag gekauft, sind über Herr Rabes Arbeit zur Apotheke gegangen (dann mit Herrn Rabe) und haben zum drölfzigsten Mal nach meinem bestellten Medikament gefragt, haben Sofas probegesessen* und Bier gekauft, haben ein Paket abgeholt (vielen lieben Dank, liebe Cousinen K. und S. samt Familien! Wir haben uns total gefreut!) und dann haben wir den Tagesausklang beim Burgeressen begangen.

Ein gänzlich wunderbarer Tag.

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*Michel hat der Verkäuferin erstmal erzählt, dass wir für den Umzug einen LKW brauchen. Überhaupt ist Michel mal wieder im Dauererzählmodus, das ist ja schon sehr niedlich.

Tag 984 – Wettbewerbe und ich.

Jemand(TM) hat mich zu einer Fitbit-Challenge herausgefordert. Wer am Wochenende die meisten Schritte macht. Ich habe mir Zeit gelassen, die Challenge anzunehmen. Warum? Weil ich mich in dem Punkt kenne. Ich verbeiße mich in dem Moment, in dem ich das annehme. Verlieren ist keine Option. Ich bin die schlechteste Verliererin der ganzen Welt und mein Ehrgeiz ist unfassbar ausgeprägt, das halte ich eben dadurch ganz gut in Schach, dass ich Wettbewerbe wann immer möglich meide. So bin ich, seit ich mit dem Turniertanz (auch noch in ner Formation, wo man ja keinen Einfluss auf die Leistung der anderen Mitglieder hat! Da musste mein Zen aufs Maximum gechannelt werden und als das irgendwann nicht mehr klappte (und mir dazu noch die Mädels für die Hebefiguren zu schwer wurden… das Alter, die Zipperlein, Hurz!) habe ich aufgehört. Härteste und beste Entscheidung in dem Moment.) ganz gut gefahren, aber das ist ja nun auch 11 Jahre her, da dachte ich, ich hätte mich vielleicht inzwischen besser unter Kontrolle.

MÖÖÖÖP!

Ich werd nie wieder irgendwo hingehen. Also es war schon schön und so, ich weiß jetzt auch, dass auf dem Ladestien jetzt kein Eis mehr liegt, frische Luft, Bewegung, Dings, Pippi kann jetzt Laufrad fahren und ich bin soweit eingenorwegert, dass ich Merinowollskiunterwäsche besitze und als einziges Oberbekleidungsstück in der Öffentlichkeit trage, aber alter, ich bin platt jetzt.

This escalated quickly und morgen nehme ich den escalator und nicht die stairs. Von den 100 Treppen waren zwar 95 eigentlich keine, sondern eben Ladestien, aber das ändert am dumpfen Oberschenkelgefühl ja mal gar nix.

(Sieht so aus, als würde ich gewinnen. Aber das Wochenende geht ja noch zwei Stunden. Bleiben Sie dran, es bleibt spannend.)

Tag 582 – Platt.

Mein Tag heute:

  1. Verkatert am Anfang. Böser, böser Wein.
  2. Morgensession ausfallen gelassen, wegen Kater und weil ich doch noch mal das Manuskript durchgehen wollte, auf dem mein Poster basiert.
  3. Mittag, danach gingen alle Whale watching. Ich nicht.
  4. Ich ging spazieren. Zweieinhalb Stunden. In der Sonne. Als ich losging, schien die Sonne nicht. Es war zwar schön, aber etwas zu schön und jetzt hat meine DNA-Reparatur-Maschinerie an Nacken und Dekolleté ein bisschen damit zu tun, ein paar UV-induzierte Interstrand-Crosslinks zu beseitigen. Außerdem verlief ich mich mehrfach.
  5. Postersession. Anstrengende Postersession ist anstrengend. Zweieinhalb Stunden lang Menschen mit völlig unterschiedlichen Graden des Vorwissens die Methoden und Resultate erklären. Immer wieder von vorne. Highlight: der Typ, der direkt sagte „Oh, that has never been shown before, right?“. Lowlight: der unglaublich arrogant und mürrisch rüberkommende deutsche Postdoc mit irre guten Karriereaussichten und all den Artikeln, die ich dauernd überall zitiere (bisher, vielleicht demnächst nicht mehr). Der sich doof stellte. Arsch. Insgesamt gute Diskussionen gehabt, aber halt anstrengend. Dumme Idee auch, nach meinem 9 km-Marsch (laut App) direkt in die High Heels zu steigen.
  6. Direkt von der Postersession zum Abendessen, direkt vom Abendessen zur Abendsession, jetzt noch knapp zwei Stunden Vorträge, dann Bett.

Windig war’s auch, deshalb kein Nebel \o/.