Tag 997 – #WmDedgT im Mai ’18.

Heute ist wieder mal der 5. des Monats, genau genommen ist der 5.5. (ganz genau genommen ist jetzt schon der 6.) und Frau Brüllen fragt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“.

Tja, hmm, nicht viel. Zum Tril lag das an einer Kinderintensiven Nacht mit gerädertem Aufwachen, zum Teil an der wirklich fetten Erkältung, die mich die erste Hälfte des Tages mehr oder minder lahmlegte. Nachdem Herr Rabe mit Krawallo-Pippi aufgestanden war, durfte ich zwar noch schlafen, aber träumte mal wieder Verfolgungs- und Todesangst- und Fluchtszenarien und wachte dann endgültig schweißgebadet und unerholt auf. Immerhin gab es gleich Frühstück, sogar Pancakes. Und Kaffee. Ohne Kaffee keine Laune. Mit Kaffee… Laune, die ersten 35 benutzten Taschentücher* und die ersten 58 Nieser des Tages. So sollte es denn auch weitergehen. Pippi badete, ich nieste. Herr Rabe schnitt Michel die Haare, ich schneuzte und schniefte. Herr Rabe schnitt Pippi den Pony, ich nieste. Die Kinder duschten die Haare ab, ich rotzte. Es wurde erst besser, als ich Pippi für einen Mittagsschlaf hinlegte und mich dazu. Obwohl ich nicht schlief, kam mein Körper aus seiner Nasenfokussiertheit heraus und ich konnte den Rest des Tages halbwegs normal verbringen. Aber erstmal schickte ich vom Bett aus meine neue Meldekarte ab. Schaute auf mein Konto, schluckte ein bisschen, und redete mir ein, dass bestimmt bald ein Job käme.

Ich ging duschen, Herr Rabe baute Lego mit Michel. Ich weckte Pippi nach meiner Dusche auf und ging dann aber doch lieber schon mal alleine los, einkaufen. Ich war auch in geheimer Mission** unterwegs, das passte also ganz gut. Podcast hörend ging ich los, in Laden 1 (nix) und dann Laden 2, um mir neue Turnschuhe zu kaufen. Das dauerte dann soooooo lange, dass mich Herr Rabe und die Kinder einholten. Irgendwann entschied ich mich*** aber doch und habe jetzt neue Turnschuhe, Hurra. Und weil ja die Kinder dabei waren haben die jetzt je ein Paar Sandalen und leichte Turnschuhe. In günstig, ich mag mich bei solchen Schuhen, die eh, auch die teuren, nach einer Saison mit Fahrrad/Laufrad, immer draußen, Matsch, Fjordwasser, Buddelkiste, etc. im Eimer sind, nicht immer drüber ärgern, dass die Kinder nicht sorgsamer mit ihrem Kram umgehen.

Dann Einkaufen in Laden 3, ohne Einkaufzettel. Das Abenteuer der kleinen Hausfrau.

Schnell nochmal allesamt ins Einkaufszentrum, Laden 1 hatte ja das gewünschte nicht gehabt. Eis und dann mit Michel auf die Geheime Mission. „Mama?“ sagt Michel, „Ich glaube, Papa möchte gerne ganz viel Lego haben. Papa hat ja nicht so viel Lego. Da würde er sich freuen, wenn er ganz viel Lego bekäme.“ Tjanun, in einem Lego-Laden waren wir jedenfalls nicht. Michel war auch erst sehr enttäuscht, dann aber begeistert, einer Verkäuferin ein paar Knöpfe an die Backe labern zu können. Und wir haben dann abgemacht, dass das unser Geheimnis bleibt, was wir da gekauft haben.

Die Kinder turnten dann noch ein wenig über den Spielplatz im Einkaufszentrum und ich ärgerte mich über Kinder, die weder Schlange stehen, noch Abwarten, bis das Kind vorher gerutscht ist, noch die Rutsche unten freimachen, noch überhaupt irgendeine Grundregel der Spielplatzbenutzung einhalten können oder wollen. Ich bin dann auch die Mutter, die nach drei ärgerlichen Dingen vom selben Kind dieses über eben die Spielplatzgrundregeln aufklärt. Und dabei nicht ganz freundlich begleitet, sondern deutlich artikuliert. Inklusive „so geht das nicht, wenn alle zusammen spielen wollen, müssen sich alle dran halten oder woanders hingehen“. Hat aber immerhin geholfen. Kurz.

Nach Hause gefahren und Lemon-Cheesecake gemacht. Geht wirklich recht fix. Nach diesem Rezept, weil das mit Video ist, weil Michel gern helfen wollte, aber sehr besorgt war, dass er das Rezept nicht würde lesen können.

[Lemon Curd klingt zwar irgendwie eher nach ner braunen Wurst als nach gelbem Zitronenmatsch, aber es schmeckt trotzdem wunderbarstens. ]

Nach der Kuchenschichterei war es jedenfalls schon 21:00 Uhr und nach kurzer Abklärung mit Herrn Rabe machte ich dann doch keine Crêpes mehr, sondern Nudeln mit Käsesauce mit Räuchertofu (für alle) und Erbsen (für die Erwachsenen. War lecker, die Kinder jetzt aber natürlich ganz aufgekratzt, weil spät und die dann ins Bett zu verfrachten, war gar nicht so einfach. Zumal Michel wegen der verpassten Crêpe-Chance Rotz und Wasser heulte.

Aber jetzt schlafen sie, ich habe noch Sauerteig angesetzt, Herr Rabes Geschenk muss ich wohl morgen früh einpacken. Mir fallen die Augen zu und das Telefon aus der Hand, also Schluss für heute.

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*ehrlich gesagt besser so, als bei Freunden übernachten und morgens mit einer trockenen Schnodderspur im Gesicht aufwachen.

**Herr Rabe hat morgen Geburtstag.

***bin von Herrn Rabe überredet worden.

Tag 967 – #WmDedgT im April ‘18

Heute ist wieder der 5. und da machen wir doch mal alle bei Frau Brüllens berühmter Blogparade* Tagebuchblogaktion „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ mit.

Mein Tag hätte irgendwann zwischen viertel nach sechs und sieben anfangen sollen. Ich habe mir vor ein paar Tagen so eine App heruntergeladen (Sleep Cycle) die per Mikrofon die Schlafbewegungen überwacht und einen dann anhand in einer leichten Schlafphase weckt. Diese App funktioniert angeblich auch mit mehreren Personen im Bett. Haha. Also beim Schlaf stimmt das ja eventuell noch, aber die App erkennt halt auch ganz toll, wenn Herr Rabes Wecker klingelt und meint dann, ich sei offenbar eh wach und dudelt los. Und dann mache ich die aus und schlafe einfach weiter. Sehr sinnvoll, das Ganze. Jedenfalls wachte ich dann wieder gegen halb acht auf und tatsächlich aufstehen tat ich gegen acht, nach Kuscheln mit Michel und Kaffee trinken im Bett. Etwas grumpy war ich auch, das ist am Morgen nicht ganz ungewöhnlich, aber die Intensität der Grumpyness und die Kürze der Zündschnur ließen mich schon PMS vermuten. Die Zyklus-App sagte „Kann sein“, war also auch nicht so ganz hilfreich. Nun ja. Ich stand also auf, zog mich an, überredete Michel dazu, sich anzuziehen und kassierte einen ordentlichen Anschiss von ihm, weil ich gestern seine Anziehsachen einfach in seine Box gestopft hatte und sie nicht zusammengelegt hatte. SO geht das ja nicht. Michel will seine Sachen gefaltet haben, er faltet die auch selbst, wenn er sie in die Box legt oder im Kindergarten ins Regal, aber wenn er sie halt einfach auf den Boden schmeißt… Jedenfalls meinte Michel, das sei „alles kaputt“ und wir mussten erstmal die Klamotten zusammenlegen, bevor er genau die gleichen Klamotten anziehen konnte. Aber hey – es gab keinen Streit, weil keine blauen Socken sauber waren und die schwarzen ja nicht perfekt zum ansonsten perfekt monochrom blauen Outfit passen**.

Pippi war zwar schon angezogen, aber frühstückte noch. In Zeitlupe. Sicher 20 Minuten saß ich einfach neben ihr am Tisch, während sie einfach nicht fertig wurde. Meine Geduldschallenge am Morgen. Als sie endlich fertig war, putzte ich Michel und ihr die Zähne und zog ihr Fleecesachen über. Michel zog sich weiterhin selbst an, halleluja. Pippi nörgelte und motzte und wollte keine Schuhe anziehen, aber das Argument „M. und J. sind bestimmt schon im Kindergarten und warten auf dich!“ zog schlussendlich.

Im Kindergarten lief es dann recht entspannt ab, M. und J. waren tatsächlich da und feierten Pippis Ankunft auch ordentlich, sodass sie nur ganz kurz weinte, als ich ihr das mitgeschmuggelte Fernglas abnahm. Zwanzig Minuten nach Aufbruch von zu Hause war ich also schon wieder da. Und überlegte, was ich jetzt wohl tun sollte. Um beim HNO oder dem E-bike-Händler ums Eck anzurufen, war es noch zu früh. Sport mit nur Kaffee intus ist auch nicht so der Bringer. Haushalt? Meeehhhh… Erstmal einen Smoothie aus einer übrig gelassenen halben Banane und anderem Zeug gemixt, damit sowas wie Frühstück im Magen ist. Wäsche angestellt, Spülmaschine angestellt, zack, war es dann doch 10 und ich konnte den HNO anrufen. Da ging nur der Anrufbeantworter dran und sagte mir, das Telefon habe Donnerstags von 10-12 Uhr geöffnet. Hmmhmm. Ich suchte erstmal die Nummer vom Fahrradladen raus. Mein Fahrrad hat ja immer noch keine Batterie, weil ich es zugegebenermaßen einfach im JanuarFebruar nicht sooo wichtig fand und dann im März hatte ich keine Zeit, aber ich rechnete wirklich nicht mit dem, was dann passierte: Laden eins sagte, sie reparieren keine Räder, die nicht da gekauft wurden. Ich solle Laden 2 anrufen. Laden 2 sagte, mit so Elektronikgedöns hätten sie’s nicht so, ich solle Laden 3 anrufen. Laden 3 (auf dessen Homepage fett „wir sind Bosch-zertifiziert!“ steht) sagte, sie reparieren keine Räder, die nicht da gekauft wurden. Ich solle Laden 1 oder Laden 4 anrufen. Ich rief Laden 4 an, inzwischen ziemlich angepisst. Laden 4 wollte auch schon zu „das ist nicht bei uns gekauft“ ausholen, aber ich war schneller und sagte ziemlich unwirsch „nein, das ist NICHT bei Ihnen gekauft, sondern in Deutschland, soll ich das jetzt nach Deutschland fahren zur Reparatur oder wie? Die Läden 1-3 haben mich auch schon abgewimmelt, bestellen Sie mir doch einfach die Teile und dann baue ich das selbst ein!“. Ich war wirklich, richtig sauer. Diese Batterie kostet 7000 NOK, der Fahrradcomputer 1700, das Schloss sicher auch nochmal 1000 und so ganz Laienhaft möchte ich schätzen, dass der Einbau in ner erfahrenen Werkstatt 20 Minuten dauert, für die sie mir sicher nochmal 2000 Kronen berechnen würden. Aber, ernsthaft, wer kein Geld verdienen will, ne? PECH GEHABT. Ich werde morgen, wenn es vielleicht nicht mehr so schneit wie heute den ganzen Tag, zu Laden 2 fahren und über die die Teile bestellen lassen, wenn das geht, und dann mit meinen Wimpern klimpern, ob sie sich nicht doch am Einbau versuchen wollen, das ist auch mit fast gar keiner Elektronik (bestimmt).

Danach rief ich kochend den HNO an. Wir haben ja vor drei Wochen für Pippi eine Überweisung bekommen, aber noch keine Nachricht vom HNO. „Normalerweise haben wir eine Warteliste von vier Monaten.“ sagte die Helferin und ich rechnete schon aus, wie oft Pippi bis dahin noch Fieberanfälle gehabt haben würde, da sagte sie „Ich hab hier was am 26.4., passt das?“ Öhm ja, passt (aber warum dann diese Aussage mit den vier Monaten? Hätte ich nicht angerufen, wärs in vier Monaten gewesen oder wie? So viele Fragen!).

Weil ich immernoch sehr, sehr aufgewühlt war und merkte, dass ich mit meinem Kiefer presse, machte ich danach erstmal das heutige Workout und ich sage es mal so: es war schlimm. Hilfreich gegen die Wut, aber… Au. Aufhören. AUUUUU! Uff. Ächz. Stoooooop! Etwa so.

Danach hatte ich einen Bärenhunger und futterte den kompletten Rest Couscous mit Gemüse und Tomatentofu von gestern innerhalb von zwei Minuten auf. Als ich damit fertig war, schwitzte ich auch nicht mehr wie ein Schwein und ging duschen.

Nach dem Duschen war ich soweit heruntergekommen, dass ich mich entspannt schminken konnte, das war schön. Ich mag mich ja wirklich auch ohne Make-up, aber ich gucke trotzdem manchmal nach dem Schminken mein fertiges Werk an und denke „Bämm. Yes, Girl!“***, heute war so ein Tag. Weg die Müdigkeit, die Blässe, sogar den monströsen Pickel an meiner Schläfe habe ich nahezu spurenlos verschwinden lassen. Eine gesunde und fröhliche (und überaus gutaussehende) Frau schaute mir da heute entgegen. Bereit, das Skype-Vorstellungsgespräch zu rocken.

Ich machte mir noch einen Kaffee und setzte mich dann an den Rechner, weil Skype (oder andere Videotelefonie) übers iPad macht halt immer, dass ich an der Person, mit der ich rede, sehr stark vorbei gucke. Mein Mac meinte dann aber, er hätte nur eine ganz alte Version von Skype und die würde nicht gehen und überhaupt, vielleicht sollte ich das alles mal neu aufsetzen und Herr Rabe schickte mir SMS und ich wurde etwas hektisch, aber letztlich ging es dann mit Skype neu runterladen und einmal Passwort zurücksetzen ganz fix und ich hatte noch eine gute halbe Stunde um mich ein bisschen mehr in die fachliche Materie**** einzulesen und ein bisschen was über die Menschen im Management-Board der Firma herauszufinden. Dann rief die Recruiterin an, aus dem Homeoffice und mit Katze auf dem Schoß und wir hatten eine wirklich angenehme Unterhaltung über die Stelle, mich, die Firma, mich, meine Vorstellungen, mich und die Produkte, die sie da haben. Ich passe sehr gut in deren Profil, erfülle sogar das Kriterium, das so abseitig ist, dass sie es vermutlich nicht mal zu wünschen gewagt hätten: ich kann fließend Deutsch. Überraschung, die Firma hat nämlich einige Vertragspartner in Deutschland, mit denen ich viel auf allen möglichen Wegen kommunizieren müsste. Tadaa! Ginge natürlich auf Englisch auch genauso gut und da ich doch***** Kollegen hätte, müsste das meiste eh Englisch sein, aber halt. Schadet nicht, wenn man wen hat, der auch die Arbeits- und Kommunikationsweise in Deutschland kennt. Vorstellungsgespräch lief dementsprechend echt gut, ich erzählte, was ich alles schon gemacht hab (viel) und was ich kann (auch viel) und die Sprache kam auch auf Kinder und ich hatte nicht den Eindruck, dass das irgendwie ein Problem wäre, im Gegenteil, die Recruiterin verstand gut, dass wir nicht im Schuljahr umziehen möchten sondern eher vorher. Morgen wird sie dann mit der CTO der Firma reden, ob sie mich auch persönlich einladen wollen (ich möchte behaupten, meine Chancen dafür stehen sehr gut) und dann würde ich eventuell nächste Woche schon nach Oslo fahren. (Es handelt sich übrigens um diese Stelle und ja, das ist alles einigermaßen verrückt.)

Danach hatte ich noch kurz Zeit, einigermaßen Euphorisches auf Twitter zu schreiben und dann holte ich die Kinder ab. Im Auto bekam ich aber noch die Nachricht, dass ich nur ein Kind abholen bräuchte, weil Michel mit zu seinem Freund H. gehen würde. Also blieb nur Pippi abzuholen, die ich geschickt mit einer Banane aus dem Kindergarten lockte. Zufrieden aß sie die Banane, ließ sich anziehen, brüllte nicht rum, ging zum Auto… alles gar kein Problem. Nachdem die Banane aufgegessen war und wir etwa 300 Meter mit dem Auto gefahren waren, schlief sie ein. Wir holten Herrn Rabe bei der Arbeit ab und fuhren zum Einkaufen. Als erstes holte Herr Rabe aber mein neues Spielzeug vom Elektromarkt ab: ich habe seit… eben ein Fitbit Charge 2. Hehe. Leider wurde Pippi im Auto vom Geräusch des Abziehens des Klebefilms von der Packung wach und ich konnte es deshalb nicht sofort ausprobieren, dafür gingen wir dann halt mit Herrn Rabe einkaufen. Zu Hause probierte ich es dann doch an und aus und ich glaube, das kann was werden mit uns (und die komische App brauche ich dann auch nicht mehr). Erstmal habe ich alle möglichen Ziele definiert, für Schlaf, Schritte, Trinken, Bewegung******. Es war dann aber wichtiger, die Einkäufe zu verräumen und Pippi wollte unbedingt ins Bett. Ich gab ihr also noch einen Joghurt und steckte sie dann direkt in den Schlafanzug. Sie brauchte dann zwar trotzdem noch 20 Minuten zum Einschlafen, aber war um halb sieben so im Bett. So kann’s von mir aus gern öfter laufen.

Herr Rabe holte Michel ab, ich kochte das Risotto fertig, lud das Fitbit auf und mir die App runter, dann aßen wir zusammen und Herr Rabe brachte anschließend Michel ins Bett. Weil mir heute bei irgendwas ein Daumennagel eingerissen war, wollte ich gern meine Fingernägel schneiden******* und feilen, im Endeffekt brachte ich dann fast mehr zeit damit zu, eine passende, seichte Unterhaltungssendung bei Netflix zu finden, als die Nägel zu machen. Zu „Bill Nye saves the World“******** polierte ich also gründlich an meinen Fingern herum und seit ich damit fertig bin, blogge ich den Tag runter.

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*Denkt außer mir beim Wort Blogparade noch jemand an eine lustige Polonäse mit Partyhüten und Punsch?

**Definiere: liebenswerte, gelegentlich nervige Macken.

***Ich gucke eindeutig zu viel Hatice Schmidt.

****Wär gar nicht nötig gewesen, die Recruiterin hat da eh keinen Plan von und wegen Industriespionage und so weiter steht eh nur kryptisches Sciency Blabla auf der Homepage.

*****Ich hatte ja die Befürchtung, die Firma wäre noch viel kleiner und ich da allein mit dem Management-Board.

******Ich mag diese Selbstoptimiererei eigentlich gar nicht, ich finde das alles unglaublich creepy. Mal sehen, zu was es bei mir führt. Mehr Schlaf wär schon schön.

*******Jajaja, nur feilen und nur mit Glas… Ganz ehrlich: ich hab da noch gar keinen Unterschied feststellen können. Einen Unterschied macht (bei mir) die Jahreszeit wegen Heizungsluft und kalt und so und viel, viel mehr die Häufigkeit der Nagellacknutzung. Nagellack und Nagellackentferner machen die Nägel echt richtig spröde, da hilft kein Öl und keine Creme und auch keine Glasfeile.

********Fand ich blöd. Zu viel Show, zu wenig sachlich.

Tag 936 – #WmDedgT im März ‘18.

Heute ist der 5. und das heißt, Sie können bei Frau Brüllen nachlesen, was Bloggerhausen so den ganzen Tag lang gemacht hat. So auch hier.

Der Wecker klingelt um sechs, aber ich snooze noch ein bisschen herum und dann lese ich kurz, was das Internet am Wochenende getrieben hat und schwups, ist es viertel vor sieben. Ich stehe auf, wasche Haare und Gesicht, mache Hautpflegegedöns wie immer, ziehe mich an, koche Kaffee, Herr Rabe steht auf und geht duschen, Ich wecke Pippi. Die Rübennase schläft gern *unter* ihrer Bettdecke, also komplett mit dem Kopf drunter und ich kriege je.des.Mal. fast einen Herzinfarkt, wenn ich das sehe. Da sie aber sofort losmotzt, als ich die Rollos hochmache, gibt sich das schnell. Sie steht dann doch auf und will direkt Banane. Soll sie kriegen. Ich gehe mit meinem Kaffee wieder ins Bad und schminke mich. Ich habe mir eine neue Foundation gekauft (Farbe im Link passt nicht, ich habe 102 „Fair Ivory“), die zwar nur Low Coverage ist, aber mich trotzdem allein wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr glücklich macht und die benutze ich heute auch. Das beste ist aber, dass mir Herr Rabe einen neuen Concealer aus dem Duty-Free-Shop mitgebracht hat, den ich ausprobiere und jetzt bin ich schockverliebt. Was eine Coverage. Und null Gekrieche in die Fältchen. Und hell ist der, richtig, richtig hell. Hachz. Ich mache vor lauter Verliebtheit in den Concealer um die Augen rum nur Sparprogramm und finde mein Gesamtwerk kurz total schön, dann fällt mir ein, dass wir noch kein Geld für die Putzhilfe geholt haben. Hoppla. Ich stopfe mein Mittagessen – Quiche von gestern, gestern schon eingetuppert und im Kühlschrank – in meinen Rucksack und laufe quasi aus der Tür. Ich werfe mich ins Auto und düse zur Tankstelle, springe raus, hebe 2 x 800 NOK ab (weil man sonst immer nur 500 NOK-Scheine bekommt, die ich dann wechseln muss und, ach, so gehts ja auch), das reicht dann für den Rest des Monats, springe wieder ins Auto und düse zurück, renne die Treppe hoch, beglückwünsche mich zum täglichen Workout, lege das Geld für heute raus, packe den Rest weg, renne wieder aus der Tür und zum Bus und erwische diesen gerade noch so.

Im Bus überweise ich den Monatsbetrag für den Kindergarten und meinen Handyvertrag, was ich wegen der blöden e-faktura-Regelung schon wieder vergessen habe.

Bei der Arbeit steige ich aus dem Bus, hole Kaffee, gehe in mein Büro und mein Rechner nölt erstmal rum, dass er Updates machen will. Ok, denke ich, ich hab ja eh gleich meeting. Also starte ich die Updates und trinke vier Minuten lang entspannt Kaffee. Gehe ins Meeting und trinke 30 Minuten lang nicht ganz so entspannt Kaffee, während eine frische Doktorandin einen auswendig gelernten Vortrag mit der übertriebenen Intonation eines Hörbuchs und der Spontaneität einer Stewardess beim Ansagen der Sicherheitshinweise vorträgt. Es geht um Typisierung von Brustkrebs und die gar nicht mal so tolle Prognose von einem Sub-Sub-Sub-Typ und, ach, Montagmorgens ist sowas ja auch eher schwer verdaulich.

Nach dem Meeting gehe ich an meinen Rechner zurück und schaffe es irgendwie, die Zeit bis halb elf zu vertrödeln, bis ich endlich in den Quark komme (mir fällt grad wieder ein, was ich gemacht habe: die Excelliste für das Defense-Dinner gepflegt und per What’s App noch bei ein paar Leuten nachgehakt. Und der Administrationsdame eine mail geschrieben, wann und wo denn die Disputation genau sein wird, diese Info brauche ich nämlich für die Druckerei.). Um halb zwölf mache ich Mittagspause, dann wieder Rechner, um fünf vor zwei laufe ich wie angestochen los zur Kantine, nach deren Joghurt ich ein bisschen süchtig bin, dort bin ich um exakt 14:00 Uhr (die schließen um zwei), auf dem Rückweg nehme ich einen weiteren Kaffee mit, den trinke ich mit meinen Bioinformatik-Kolleginnen. In der Klasse des Sohnes (8) der einen Kollegin ist ein Kind, das sehr viele Pornos schaut. Ja, Pornos. Eine Achtjährige. Und als ich sage, dass das ja leider vermutlich keine Qualitätspornos seien und meine andere Kollegin meint „es gibt Qualitätspornos?!?“ wird mir wieder klar, dass meine Feminist*innenblase auch hauptsächlich online stattfindet.

Nun, ich gehe auch nach dieser aufschlussreichen Pause wieder an meinen Rechner und zimmere relativ zügig den Vortrag fertig. Der ist jetzt ziemlich lang, ich muss den dringend mal probehalten, um zu wissen, was ich noch kürzen muss. Grad geht das aber nicht, also mache ich mich daran, die „norwegische, populärwissenschaftliche Zusammenfassung“ der Thesis zu schreiben, die die Fakultät auch unbedingt haben will. Ich stelle mal wieder fest, dass meine produktivste Zeit am Nachmittag ist, wenn ich meistens zu Hause hocke und Kinder davon abhalte, die Bude auseinanderzunehmen. Nach knapp eineinhalb Stunden ist die Zusammenfassung fertig und ich schicke sie dem Chef mit Bitte um Korrektur. Ich schaue kurz in die Bus-App und sehe, dass der nächste Bus in sieben und der nächste danach erst in 47 Minuten geht. Da es fast sechs ist, beschließe ich den ersten Bus zu nehmen, speichere hastig die Präsentation auf dem Server und einem USB-Stick, werfe mich in Jacke und Co und laufe los. (Meine arme Kollegin, die die Abgabe ihrer Dissertation für kurz nach Ostern plant, sitzt da noch.) Ich erwische den Bus mit den letzten Batterieprozenten meines Handys und fahre nach Hause. Das allerletzte Prozent geht für ein Foto drauf.

Zu Hause angekommen muss ich sehr dringend mein Handy laden aufs Klo, das hab ich in den sieben Minuten nicht mehr geschafft. Dann Abend-Gedöns, Michel ist mit seinem besten Freund im Indoorspielplatz, Pippi verwüstet die Wohnung aber auch im Alleingang. Ich püriere die Möhrensuppe, die Herr Rabe am vorbereiten ist, Michel kommt und erzählt und fordert und Michel und Pippi schlagen sich ein bisschen und naja, Familiendinge eben. Wir essen, Pippi isst ein bisschen Suppe, Michel isst nichts aber dann später trocken Brot. Pippi ist hundemüde und ich mache sie unter Kämpfen bettfertig. Bringe sie ins Bett und lege mich danach noch zu Michel, der noch viel zu erzählen hat, sich dann aber nach der dritten Ermahnung doch umdreht und nach zwei Minuten tief und fest schläft.

Ich schleiche aus dem Kinderzimmer und ziehe meine Sportklamotten an. Hopse 32 Minuten lang vor dem Fernseher herum und bin danach völlig erledigt, der Foundation gibt das jetzt auch den Rest, aber danach muss ich ja eh nur noch duschen. Das mache ich auch, mit Lila-Shampoo und Ganzkörperpeeling ist das nahezu Wellness. Herr Rabe kommt nach Hause und ich entscheide mich dazu, jetzt doch nicht mehr zum Restaurant und zur Post zu gehen, weil ich eigentlich gar keine Lust habe, mich nochmal anzuziehen und morgen reicht das beides auch noch. Ich gehe also nach Hautpflegegedöns ins Bett, esse da noch einen Joghurt mit Walnüssen und Honig und verblogge den Tag. Jetzt werde ich dann auch keinen Probevortrag mehr für Herrn Rabe halten und gleich einfach schlafen. Hurra!

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Auto-Lobhudelei: Ich tue grad viel und rege mich wenig auf.

Tag 908 – #WmDedgT im Februar ‘18.

Es ist wieder der 5. des Monats und das heißt, dass Frau Brüllen von uns wissen möchte: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Nun, ich habe heute extra viel gemacht tatsächlich ein bisschen was getan. Das liegt zum Teil daran, dass Montag ist: Montags haben wir Institutsmeeting und da das mit „die Putzhilfe kommt“ zusammenfällt, nehme ich das als willkommenen Anlass um das Haus zu verlassen. Ich stehe also heute fast zeitnah nach dem Weckerklingeln auf und schlurfe ins Bad. Da ziehe ich meine Sportsachen an und schlurfe ins Wohnzimmer und starte den 6. Tag meines Sportprogramms – heute war „nur“ Yoga dran, eigentlich wäre sogar ganz Pause gewesen, aber ich wollte heute den gestrigen (auch schon optionalen) Tag nachholen. Gesagt, getan, 35 Minuten Yoga vorm ersten Kaffee. Dann Dusche mit Haare nach-blauen. Als ich aus der Dusche komme, kommt Herr Rabe mit Kaffee rein. Eincremen (meine Winterhaut an den Beinen und Armen saugt jegliche Creme auf wie ein Schwamm) und Anziehen. Haare föhnen. Irritiert bin ich kurz beim Hören der Nachrichten – äh, hups, schon acht?!? Ja, schon zehn nach acht sogar. 10 Minuten zum Schminken. Awesome. Sparversion geschminkt. Concealer vergessen, fällt mir aber erst viel zu spät auf und dann denke ich, ach, scheiß drauf, Yoga und der viele Schlaf, den ich, wenn auch nicht ganz freiwillig, grade kriege, werdens schon richten. Mit dem Ergebnis nach exakt 10 Minuten recht zufrieden packe ich meinen Kram in meinen Rucksack, Tuppere mir eine Waffel von gestern als Frühstück ein, mache fix alle Betten, hänge meine Unterwäsche ab und sortiere sie in den Kleiderschrank und laufe dann in den Flur, werfe mich in meine Schuhe und JackeMützeSchalHandschuhe, rufe noch schnell „Tschüss ihr Süßen, viel Spaß im Kindergarten!“ in die Wohnung, nehme den Müll mit und laufe dann die Treppen runter. Werfe den Müll unten in die Tonne und checke die Bus-App: ich habe drei Minuten um zur eine Minute entfernten Bushaltestelle zu kommen. Sollte klappen, denke ich beruhigt, da sehe ich den Bus an der Ampel stehen. Ich renne los und der Busfahrer hält (vermutlich wissend, dass er ZU FRÜH ist) länger an der Haltestelle, sodass ich noch einsteigen kann. Ich japse nicht, weil mein unterfunktionierender Stoffwechsel eh macht, dass ich nur einmal in fünf Minuten atmen muss. Im Bus checke ich das Verzeichnis der in Norwegen zugelassenen Arzneimittel nach einem bestimmten Wirkstoff und finde nichts, was mich sehr ärgert. Vielleicht schreibe ich noch mal drüber. 15 Minuten später steige ich bei der Arbeit wieder aus dem Bus und hole mir einen Kaffee, dabei vergesse ich, dass ich extra meine Thermotasse eingepackt habe.

Bei der Arbeit: Meeting. Ist langweilig. Dann schreibe ich eine Bewerbung an das norwegische Patentamt, mir wachsen spontan Ärmelschoner. Ich trage die neue Bewerbung beim NAV ein (dazu muss ich auch nochmal was schreiben) und probiere dann aus, ob ich wieder drucken kann (ja) und ob das PDF mit dem einen Schnittmuster weiterhin nur weiße Seiten enthält (ja). Zwischendurch trudelt eine Mail ein, von drei italienischen PhD-Studenten aus unserer Gruppe, die ein PhD-Forum organisieren möchten. Das ist ja sehr gut und löblich, ich bekömmlich mich auch nur kurz über die Verwechslung von „purpose“ (Absicht, Zweck) mit „porpoise“ (Tümmler, also diese Delphin-ähnlichen Meeressäuger) und versuche dann pflichtbewusst mich in die Doodle-Liste zur Terminfindung einzutragen. Leider lässt Doodle meinen Browser immer wieder abstürzen und so gebe ich es irgendwann auf und schreibe den Initiatoren, dass sie mich einfach auf der Mailingliste lassen sollen, auch wenn ich nicht im Doodle stehe.

Als meine Kollegin kommt und mich zum Mittagessen abholt, fahre ich direkt meinen Computer runter und nehme meine Sachen mit. Vortrag mache ich heute eh nicht mehr.

Mittagessen mit Kolleg*Innen. Es gibt Bohneneintopf mit Hack und Tomate, manche nennen es Chili, aber Chili ist ja normalerweise scharf. Ich esse eh die Wurzelgemüsesuppe, nachdem ich ein paar mal darauf hingewiesen habe, dass sie mir bitte keinen Bacon auf die (ansonsten vegetarische) Suppe tun, haben sie das inzwischen kapiert und meine Kollegen schauen nur mittelmäßig mitleidig, weil die Kantinenmenschen bei mir ja offenbar den Bacon vergessen haben. Nach dem Essen holen wir noch einen Kaffee, den dann meine zwei deutschen Kolleginnen und ich gemeinsam trinken und derweil über Quotenfrauen (die zwei sind etwas älter als ich und aus der ehemaligen DDR, das ist echt interessant, wie unterschiedlich wir sozialisiert wurden) und den Wissenschaftsbetrieb reden. Als der Kaffee grade leer ist, sehe ich in der App, dass in drei Minuten ein Bus geht und mache mich auf – und erreiche den Bus wieder nur durch rennen. Vielleicht geht die App nach.

Zu Hause ist alles blitzsauber. Ich hole meine Nähmaschine vom Schrank und nähe den Pullover für meinen Bruder fertig. Dabei höre ich die letzte Folge vom Lila Podcast, in der die ehemalige Prostituierte Ilan Stephani über ihr Buch und ihre Erfahrungen in und mit der Prostitution spricht. Ich schwanke zwischen „Jajajaja!“ und „Oh Mann, was für ein Eso-Geseier.“ wie noch nie bei diesem Podcast. Nach dem Hören denke ich: Vermutlich ein richtig gutes Buch mit vielen schlauen Standpunkten und Denkanstößen, wenn man das Eso-Geseier überliest. Perfekt pünktlich bin ich mit dem Pullover fertig, stecke ihn in die Waschmaschine um die Stoffstiftmarkierungen zu entfernen und gehe los zum Kindergarten. Ich nehme den Kinderwagen (und den Plastikmüll) mit, stopfe den Müll auf dem Weg in den entsprechenden Container und bin um kurz nach vier an der KiTa.

Da erwarten mich zwei schlecht gelaunte Kinder. Michel hat keine Lust zu Laufen. Pippi hat Hunger. Ich muss beide in ihre Draußensachen quatschen, während beide weinen und sich wehren. Mein Energielevel fühlt sich an, als hätte jemand einen Strohhalm reingesteckt und würde kräftig dran saugen. Pippi ist immerhin zu besänftigen, indem sie die Reste aus ihrer Brotdose isst, Michel… nicht so. Mit ihm an der Hand und ihn mit Motivationssprüchen antreibend schiebe ich Pippi nach Hause. Müde. Ich bin so müde. Pippi auch, fünf Meter vor der Haustür schläft sie ein. Ich packe alle losen Handschuhe und Brotdosen in die Kinderrucksäcke, hänge mir die über den Arm und schleppe dann Pippi die Treppe hoch. Die schläft wie ein Stein. Ich schaffe es irgendwie, mir die Schuhe aufzufummeln und lege Pippi aufs Sofa. Ziehe ihr die Schuhe aus und mache den Anzug auf: gut, dass die noch in diese Babygröße passt, wo man den Anzug an beiden Seiten bis fast zum Fußgelenk aufmachen kann. Ich ziehe mich aus und verteile den Kinderkram: die nassen Handschuhe und Michels nasse Schuhe und seinen Anzug zum Trocknen ins Bad, die Brotdosen in die Küche, die Wasserflaschen ausleeren, gleich ein paar neue Ersatzsocken für Michel in seinen Rucksack, die nassen Socken in die Wäsche, die Tüte in der die nassen Socken waren in den Müll. Michel macht sich derweil selbst ein Brot. Er möchte noch Pizza, die mache ich ihm warm und dann stelle ich nochmal die Kaffeemaschine an. Bevor ich mir Kaffee machen kann, ist Michel jedoch mit der Pizza fertig und möchte Dinozug sehen. Gut, ich mache Dinozug an und dann mir einen Kaffee. Derweil unterhalte ich Little B. ein wenig mit Disney-gifs. Ich trinke meinen Kaffee und lasse zugunsten dieser Akku-Auffüllung Michel noch eine Folge Dinozug sehen. Nebenher starte ich ein längst überfälliges Backup an meinem Computer. Herr Rabe kommt nach Hause, er weckt Pippi, wir essen auch noch etwas Pizza, ich rufe meinen Schwiegervater an und bitte ihn darum, das bei Burda bestellte Schnittmuster, das die Tage bei ihm eintrudeln sollte, direkt an mich weiterzuschicken. Ich drucke zwei Schnittmuster aus. Dann mache ich Pippi bettfertig, die trotz Schläfchen noch müde und ungehalten ist und dann beginnt eine kleine Odyssee, das müde-doch-nicht-müde Kind ins Bett zu kriegen. Herr Rabe muss irgendwann los zum Sport und jetzt liegt also Michel bei Pippi im Kinderbett und beide schlafen, das ist ja das Wichtigste.

Als ich meine müden Knochen wieder aufraffen kann, falte ich mich aus dem Kinderschlafzimmer, trinke ein riesiges Glas Wasser, nehme meine Schilddrüsenblockerabenddosis, hänge die Wäsche auf, kopiere ein paar größere Daten vom Computer auf die externe Festplatte und starte dann ein Update. Als Tagesabschluss setze ich mich mit drei Lakritzschnecken, zwei Wärmekissen und der im Rucksack vergessenen Frühstückswaffel (immer kalt, niemals hungrig – Drecksschilddrüse) aufs Sofa und verblogge den Tag.

Morgen gehts hoffentlich zur Post.

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Auto-Lobhudelei: recht viel weggeschafft, dabei die Nerven behalten, trotz echt meckeriger Kinder und nicht eingeschlafen.

Tag 878 – #WmDedgT im Januar ‘18.

Heute ist der 5. des ersten Monats des Jahres 2018, das heißt, Frau Brüllen will von uns, auch den faulen und kranken, wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.
NIX!

Haha, das ging schnell, ne?

Hier etwas ausführlicher:
Der Wecker klingelte um 07:00 Uhr, das ist ja eigentlich eine humane Aufstehzeit, ich fühlte mich aber nach einer zerhackten, rumpelnden, eingeengten Nacht wie vom Zug überrollt statt darin transportiert. Außerdem war meine Stimme quasi weg („Grützig“ sagt man hier und das passt sehr schön, finde ich) und mein Rücken stand meinem Nacken in Sachen Schmerzen nichts nach und nunja. Die Laune war jetzt nicht so toll. Ich fühlte mich fiebrig und zerschlagen und war froh, als wir alle auf dem Bahnsteig in der kühlen Luft standen. Herr Rabe hatte im Zug schon Kaffee besorgt und am Bahnhof holten wir dann noch einen, plus Croissants für die noch müde und unwirsche Kindermeute. Ich holte Geld, weil die Werkstatt lieber Bares haben wollte. stellte fest, dass man nur 2000 NOK auf einmal abheben kann und hob dementsprechend 5 x 2000 NOK ab, den zunehmend laut stöhnenden, mit dem Fuß wippenden Mann hinter mir standhaft ignorierend. Hat ja nen Mund zum fragen, ne?

Mit Kaffee und der Tasche voll Geld zockelten wir zum Bus und dann nach Hause, bastelten Brotdosen für die Kinder (im Wesentlichen bestehend aus den Croissants, die nur kurz angenagt worden waren) und füllten die neuen Wasserflaschen auf, dann ging Herr Rabe zur Arbeit und ich brachte die Kinder mit dem Fahrradanhänger in den Kindergarten. Als wir ankamen, war ich völlig fertig, verschwitzt und die Rückenschmerzen waren nur schlimmer geworden, ich neige ja sehr zu Gliederschmerzen, wenn ich erkältet bin und das ist echt mistig. Himmel, war ich froh, als die Kinder abgeliefert waren und ich nach Hause gehen konnte. Auf dem Weg machte ich noch einen kleinen Umweg über den Bunnpris, um ein The Ordinary-Paket abzuholen. Zu Hause startete ich eine Waschmaschine, machte eine Kanne Tee und packte zuerst das Päckchen aus, das im Briefkasten auf mich gewartet hatte – ein Belohnungstütchen Katjes von der lieben Leserin Sunni, vielen Dank! – und dann das merkwürdig große von The Ordinary. Überraschung, die Natural moisturizing factors creme ist jetzt in 100 mL Größe und nicht mehr 30! Dabei ist sie nicht wirklich teurer geworden, deshalb war mir das nicht beim Bestellen schon aufgefallen und jetzt habe ich sehr viel von dieser Creme, weil die 30 mL jetzt nicht sooo lange gehalten hatten. Wenn ich so extrapoliere, komme ich mindestens 2018 mit der Creme aus, ist ja auch nicht schlimm. Ich fühlte mich aber weiter mehr als mies und entschied, mich ins Bett zu legen. Zog mein Kleid und die Strumpfhosen aus (ja, Plural, war kalt in Bodø! Erst Thermo, dann Wolle) und Jogginghose und T-Shirt an, schnitt meine fast leere Tube mit NMF-creme auf und schmierte mir den Rest ins Gesicht, wie eine Maske, nach dem Schwimmbadbesuch hatte es meine Haut ziemlich nötig. Grad wanderte ich mit meinem Teeglas Richtung Bett, als die Werkstatt anrief, das Auto sei fertig. Ich überlegte kurz, sagte dann aber doch, dass ich später käme und nicht gleich sofort. Und ging ins Bett. Bestellte noch im Sale bei einem mich zuspammenden Beauty-Versender das angeblich beste Lila-shampoo des Universums, las eine halbe Seite und schlief dann ein.

Um drei wachte ich wieder auf.

Zog mich an, setzte eine Mütze auf meine in alle Richtungen abstehenden Haare, putzte meine Zähne und holte das Auto ab. Das hat jetzt wieder norwegischen TÜV für die nächsten zwei Jahre und röhrt nicht mehr und alle Stoßdämpfer gehen, alle Bremsen und alle Lampen auch und weil der nette Automann mir „ungefähr 7800 Kronen“ mündlich vorveranschlagt hatte und das nicht brechen wollte, bezahlte ich nur drei Stunden Arbeitskraft, obwohl es natürlich viel länger gedauert hat. Netter Automann. Dann fuhr ich zum Toyota-Händler, wo mir die Dame erst 800 NOK mehr für den Spiegel abknöpfen wollte. Ich bestand aber darauf, dass der Mann am Telefon was anderes gesagt hatte, woraufhin sie das Angebot heraussuchte und tadaa – der hatte 800 Kronen weniger berechnet, warum auch immer, aber „ausnahmsweise“ kriege ich jetzt den zuerst angebotenen Preis, Angebote könne man eh leider nicht nachträglich ändern. Und das, meine lieben Leserinnen und Leser ist der Unterschied zwischen der Toyota-Werkstatt und dem netten Mann um die Ecke. Jedenfalls sind Spiegel und Schlüssel jetzt auch bestellt und bezahlt. Hurra.

Dann holte ich die Kinder aus der KiTa ab. Pippi hatte wieder keinen Mittagsschlaf gemacht und war zum Umfallen müde, Michel überdreht und grob. Gut, dass jetzt Wochenende ist, da können die ein bisschen runterkommen. Weil ich aber ja mit dem Auto da war, musste ich den Anhänger stehen lassen, da steht er auch noch, aber das ist hoffentlich kein Problem.

Im Auto schlief Pippi ein (3 Minuten dauert der Weg), wachte aber wieder auf, nachdem ich Michel grob angefahren hatte, weil der schon unten an der Haustür anfing zu nerven, er wolle Dinozug gucken. Dieses Generve, während ich Pippi, zwei Rucksäcke, tausend Paar Handschuhe und Michels Schneeanzug trage, kann ich absolut nicht ab. Gar. Nicht. Auch nicht gesund. Und es nervt wirklich, teilweise fragt er in so einer Frequenz, dass man es nicht mal schafft, eine Antwort dazwischenzuquetschen. Arrrrgh!

Was dann aber wichtiger war als Dinozug: Essen. Ich versorgte die Kinder mit Knäckebrot (mit Ketchup und Käse in der Mikrowelle kurz „überbacken“, dann Kräutersalz drauf) und Joghurt und „Affalsatt mit Bubawassa!“ Und räumte die Spülmaschine aus und wieder ein, während sie aßen. Dann machte ich Dinozug an und mir einen Kaffee, den ich dann während Pippi, „Bärsen“ und Michel Fern sahen, trank. Mein durch den langen Mittagsschlaf erreichtes Energiehoch war schon wieder aufgebraucht und ich schrieb Herrn Rabe, dass er bitte was zu Essen mitbringen sollte. Tat er dann auch, es gab Pizza, Pippi aß mit leerem Blick eineinhalb Stücke und leckte dann noch Knoblauchsoße von einem weiteren ab und dann war es Zeit, die todmüden Kinder ins Bett zu stecken. Dabei wieder die „Niemand hilft mir, die Welt ist schlecht“-Diskussion mit Michel, die mich inzwischen auch nur noch nervt. Es stimmt nicht, dass wir ihm nie helfen, wir erwarten nur auch ein kleines bisschen Selbständigkeit von einem Fünfjährigen. So Dinge wie sich selbst den Po abputzen, selbst Zähne putzen, selbst an- und ausziehen… Nichts davon tut er und es nervt ungemein. Egal, jedenfalls las ich Michel dann noch aus seinem Dino-Buch vor und dann schlief er sehr schnell ein. Hurra!

Herr Rabe und ich aßen noch ein bisschen kalte Pizza, ich trank Tee, wir twitterten ein bisschen herum und dann wollte Herr Rabe eigentlich Playstation spielen, aber ich… nicht so und stattdessen guckten wir „Please like me“, eine australische Serie über Anfang 20-Jährige, die Hauptfigur wird in der ersten Folge von seiner Freundin verlassen und stellt dann fest, dass sie mit ihrer Annahme, er könnte schwul sein, Recht hat. Gleichzeitig versucht sich seine Mutter das Leben zu nehmen, indem sie einen Haufen Paracetamol mit einer halben Flasche Baileys herunterspült. Weil sie nicht allein sein soll, zieht er wieder bei ihr ein. Soweit so gut, die erste Folge war so, dass wir hinterher kurz besprachen, wie viele Folgen wir der Serie geben sollen, bevor wir nicht weitergucken (drei, einstimmig), nach vier Folgen finden wir sie aber beide richtig gut. Nicht krass spannend, aber lustig und mit liebenswerten Charakteren. Kann man machen, wenn man was seichteres möchte.

Jetzt bloggen, Herr Rabe spielt sein Playstation-Spiel, ich muss noch die Wäsche aufhängen, wollte noch was auftrennen, Michel kam eben abgewandert und vermutlich sollten wir alle einfach ins Bett.

Schön, wieder zu Hause zu sein.

Tag 819 – #WmDedgT im vorletzten Monat 2017.

Hui, wo ist denn das Jahr nur hin?

Egal. Heute ist der 5. und das heißt, dass wir alle aufschreiben, was wir den ganzen Tag so machen und dann verlinken wir das bei Frau Brüllen, die sammelt sowas. Heute viele Sonntage.

Der Tag fing mit „Nane! Nane holn, Baba?“ und Kopfschmerzen an. Ich holte eine Banane und Pippi aß und ich hatte Kopfschmerzen und Pippi aß und sang und dann drehte sie sich um und ich dachte, sie schläft wieder ein, da wurstelte sich Michel am Fußende* aus der Decke und fragte irgendwas und dann war Pippi richtig wach. „Autehn, Mama? Autehn! Autehn!“ Ich motzte irgendwas und holte mir zwei Ibuprofen**, dann holte ich die auch motzenden Kinder und setzte uns drei aufs Sofa. Hier darf ja an jedem Wochenendtag einer ausschlafen, heute war Herr Rabe dran. Weil ich aber VERDAMMTNOCHMAL HÖLLISCHE KOPFSCHMERZEN HATTE, machte ich den Kindern Puffin Rock an und döste noch ein bisschen. Als ich wieder wach wurde, wirkten die Tabletten und ich sah mich in der Lage, Frühstück zu machen.

Wir frühstückten gemütlich und waren bis zum Mittag ordentlich faul, mit Sendung mit der Maus, Dinospielen, Angelspielen und „Michel spannt Pippi in ein Geschirr ein und Pippi rennt dann laut quietschend durch die Gegend“-spielen, Blogs lesen, twittern, versuchen, bei Frau Brüllen zu kommentieren und scheitern, dann bei Twitter kommentieren, hier Kommentare beantworten, sowas eben. Irgendwann machte Herr Rabe Pippi zwei kleine Zöpfchen und das ist so unglaublich niedlich, man könnte sie direkt fressen.

Dann war es Zeit zum Anziehen, denn Herr Rabe wollte mit den Kindern zu einem Kinder-Kultur-fest und ich musste zur Arbeit. Herr Rabe duschte und ich sortierte meine gestern gewaschenen Schminkpinsel in ihre Etuis*** und putzte den Kindern die Zähne und zog Pippi an. Michel kämmte sich mit viel Wasser den Pony akkurat an die Stirn und sah damit wirklich total *hust* dämlich *hust* aus. Glücklicherweise hat er ja Naturwellen und die Haare bleiben nicht so, wenn sie trocknen.

Als alle angezogen waren, wog ich noch schnell den Brief ans NAV, wegen der Erweiterung der Krankheitstage. 26,8 g, weil aus der einen Seite dank neuem Formular plus Deckblatt für die Scanzentrale vier geworden waren. Augenrollen.

Wir nahmen alle den Bus und die Kinder stiegen mit Herrn Rabe in der Stadt aus, während ich noch ein Stückchen weiter fuhr und am Krankenhaus ausstieg. Trist, so ein Krankenhaus am Sonntag. Ich holte mir einen großen Kaffee und kaufte eine weitere Briefmarke für den NAV-Brief, den ich dann direkt draußen einwarf. Hurra, ist das endlich weg. Ich ging ins Labor, stellte den Kaffee im Büro meiner Kollegen**** ab und schaltete das Mikroskop an. Den Kaffee trank ich dann während der ersten zwei Z-Scans, das dauert nämlich gut und gerne so 15 Minuten, da kann man also gut quer durchs ganze Labor zum Kaffee wandern. Und alte Proben wegwerfen. Und sich drüber freuen, dass ich andere alte Proben nicht weggeworfen hab.

Ich scannte mich erst durch die Multicolor-Proben. Jedes Mal: Objektiv runterdrehen, Öl drauf, Probe drauf, Zellen suchen*****, schöne****** Zellen suchen, Bild machen (1 Minute), Zoomen, Bild machen (1 Minute), Z-Scan******* machen (~15 Minuten). Bei 9 Proben dauert das etwas. Und danach hatte ich noch 4 Proben, von denen ich jeweils ca. 30 transfektierte******** Zellen brauchte. Uffz. Um sieben war ich endlich fertig. Fertig. FERTIG! FERTIG MIT ALLEM, WAS ICH FÜR DAS MANUSKRIPT BRAUCHE! Yeah.

Mit Herrn Rabe hatte ich zwischenzeitlich abgesprochen, dass ich Pizza mitbringen würde. Ich rief also das Lieblingsrestaurant an und bestellte drei Pizzen, holte mir auf dem Weg zum Bus noch einen kleinen Kaffee (sonst würde ich jetzt vermutlich schon komatös schlafen) und nahm den Bus nach Hause. Holte die Pizza ab und klingelte an der Haustür, weil ich so beladen war. Hörte schon Pippi durch die Gegensprechanlage „Hallooo?“ und dann im Flur „Hallo, Mama! Hallooo-ooohhh!“ die ist so niedlich, ey.

Zu Hause erwartete mich eine überdrehte, weil müde und hungrige Kindermeute. Herr Rabe berichtete beim Essen über das Kinderfest, sie sind irgendwie natur-Dings-gesegnet worden und haben Buttons gemacht und ein Mann hat Didgeridoo gespielt und und und und. Ich glaube, sie hatten einen guten Tag.

Nach dem Essen war es sowas von dringend Schlafenszeit für die Kinder. Wir machten die übliche Klo-Schlafanzug-Zähneputzen-Kablette*********-Runde, dann las ich Michel ein Kapitel aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (auf Norwegisch) vor, Herr Rabe brachte Pippi ins Bett und die Kinder schliefen auch recht schnell ein.

Leider war da noch nicht Feierabend für uns. Ich machte die Wohnung für die Putzfrau fertig, Herr Rabe machte Linsenlasagne für morgen (und die nächsten drei Wochen, der Menge nach zu urteilen). Ich packte noch Michels Schwimmsachen ********** und machte Brotdosen für beide Kinder fertig, legte uns dreien mindestens Unterwäsche raus und ging duschen. Machte das Peeling fast leer (neues, mit A statt B, ist unterwegs), schnitt Fußnägel, piekte mich mit der Spitze der Nagelschere ein bisschen, fing wie verrückt an zu bluten und stellte daran fest, dass der Zyklus bald zu Ende sein muss. Ein Blick in die App verriet: so ist es. Bald also wieder PMS, aber dann auch wieder hormonelle Verhütung, um dieses PMS in der Intensität endlich abzustellen.

Nach der Dusche wohlriechend ins Bett und den Tag abtippen.

Morgen um spätestens neun bei der Arbeit sein: Michel muss wegen des Schwimmens eh vor neun da sein und wir haben um neun jetzt wieder Meeting. So schön.

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* Unser Familienbett-Kompromiss. Jeder schläft in seinem Bett ein und Michel schläft, wenn er nachts zu uns kommt, am Fußende.

** Wenn der Schmerz kurz vor Migräne ist, lieber gleich zwei.

*** das klingt fancier, als es ist. Ich habe ein Täschchen, da werfe ich alles rein und eine Rolle, da kommen die Pinsel wieder rein, die damit geliefert wurden.

**** die haben ihr Büro im Labor, aber es zählt als Büro, deshalb darf man da Kaffee trinken.

***** also Kreuz und quer auf dem Objektträger rumfahren, die Zellen sind nicht immer dicht genug, damit man überall was sieht.

****** in einer einzelnen Schicht gewachsen, intensiv genug gefärbt, möglichst noch mit den Compartments, die ich sehen will.

******* in verschiedenen Ebenen, von oben nach unten durch die Zelle gescannt. Das Ergebnis sind quasi Scheiben, die man zu einem 3D-Bild zusammensetzen kann.

******** mit einem Genstück aus Bakterien gebe ich den Zellen den Bauplan für ein Protein, das sie eh machen, mit einem Protein „drangeklebt“, das ich mit einem Laser zum Leuchten anregen kann. Das „geben“ nennt man Transfektion. Ich brauchte also ca. Dreißig blau leuchtende Zellen:

Wie man sieht leuchten nicht alle, weil eben nicht alle (genügend) fremde DNA aufgenommen haben.

********* Michel macht mit dem Kindergarten die ganze nächste Woche Schwimmkurs. 45 Minuten pro Tag. Genau das gleiche Lernziel, wie in dem teuer bezahlten und irgendwie doofen Kurs. Tjanun.

********** Morgens niedrig dosierte Eisentablette, abends Vitamin D, für alle, die wollen. Die Kinder wollen zumindest Vitamin D eigentlich immer, die sind aber auch echt lecker.

Tag 788 – WmDedgT Oktober ’17.

Heute ist der 5. und wie immer will Frau Brüllen. da von uns Bloggenden wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Weil es schon halb zwölf ist und ich sehr müde und leicht Weinbeduselt, hier Stichpunkteversion.

  • Aufstehen, zu spät, dadurch Stress mit Mann (weil gestresst) und Kindern (weil wuselig/fordernd/dauernölend), alles blöd. Mann und Kinder sind um kurz nach acht weg und ich habe endlich Zeit, mir einen Kaffee zu machen und mich zu schminken. Email lesen mit Absage für eine der Bewerbungen, die ich letzte Woche abgeschickt habe. Tjanun. Tut beim zweiten Mal und mit nem Gespräch in Planung gar nicht mehr so weh.
  • Einige Zeit geht bei dem Versuch drauf, mein Augenmakeup zu fotografieren. Ich fand das heute früh nämlich sehr gelungen. Aber meine Augen sind furchtbar rot und das Glitzer kommt auch nicht rüber und überhaupt. 
  • Kurze Überlegung, welche Jacke ich anziehen soll. Ich entscheide mich für den Regenmantel, weil der etwas wärmer ist, als meine normale Jacke, aber nicht so warm wie die Jacke mit eingezingeltem Fleece. Noch sind 8-10 Grad, da muss man ja noch nicht alles Pulver verschießen.
  • Fahrrad zur Arbeit im ganz leichten Nieselregen. So schön. Memo to self: morgen Handschuhe mitnehmen.
  • Bei der Arbeit: Bezug vom Fahrradsitz mit reinnehmen, weil Regen, der saugt sich sonst voll. 
  • Noch im Mantel Medium ins Wasserbad, PBS aus dem Autoklaven holen und ins Wasserbad stellen, Trypsin auftauen.
  • Mantel aus, Nachricht an Kollegin, ob Kaffe? Dann auf dem Klo die Haare richten (macht nicht so viel Sinn, erst Wachs in die Haare zu schmieren und dann nen Helm draufzusetzen. Deshalb nehme ich das Wachs eben mit. Ich hatte auch welches bei der Arbeit, aber das ist eingetrocknet (?). Tipps zum Wieder weich machen sind willkommen, sonst schmeiße ich es weg.
  • Die Kollegin kommt mir entgegen, war grad Kaffee trinken.
  • Zum Chef, fragen, ob wir heute ein Meeting mit C. Haben können. Können wir, um zwei.
  • Zu C., ob sie um zwei kann. Ja, kann sie.
  • Ins Labor, die gefärbten Zellen waschen. Ein Glasdingsi rutscht blöde weg und ich verbringe sicher drei Minuten damit, herauszufinden, auf welcher Seite die Zellen sind. Zwischendurch Mr. I-trust-You gefragt, ob er auch um zwei dazu kommen möchte. Zellen wieder in den Kühlschrank und Kaffee holen.
  • Auf dem Weg zum Kaffee nochmal alle Nummern der Ex-Arbeit anrufen. Es geht niemand ran. 
  • Mit Kaffee Telefonbuch überprüft: da fehlen tatsächlich ALLE Nummern von der Ex-Arbeit, auch und besonders ärgerlich die Handynummern. 
  • Mit Kaffee eine Facebook-messenger Nachricht an den Ex-Chef geschrieben, wann wir mal telefonieren können.
  • Nachricht zurückbekommen: gerne, aber erst ab Dienstag. Labor ist umgezogen, Ex-Chef krank, Sekretärin und Oberchef im Urlaub. Erklärt, weshalb ich keinen erreicht habe.
  • Zurück ins Labor, die gewaschenen Zellen „mounten“. Also nochmal kurz mit Wasser abspülen, Wasser ablaufen lassen und dann mit einer speziellen Flüssigkeit mit ganz vielen Antioxidatien und Öl und Zeug dazwischen auf einen Objektträger montieren. Bei 16 Slides dauert das ne ganze Weile, vor allem wenn man sich doof anstellt und Luftblasen dazwischen bekommt.
  • Zellen, jetzt auf Objektträgern wieder in den Kühlschrank.
  • Essen holen. Es gibt Burger, mit Aioli, aber mein Gehirn schafft die Verknüpfung Knoblauch-Meeting-Ungünstig nicht.
  • Essen, alleine. Auch mal schön.
  • Computer: Versuche planen, Dinge aufschrieben, alte Ergebnisse nochmal ausdrucken. Hups, schon viertel vor zwei.
  • Kaffee holen.
  • Telefon klingelt: Ex-Oberchef hat weiterhin eine Weiterleitung vom Büro aufs Handy. Wir schnacken ein bisschen und es läuft insofern wie geplant, dass ich mir einen Referenzbrief (auf Englisch, deshalb schreibe ich den auch, ist besser so *hust*) schreiben werde, den er dann unterschreibt. Er bietet mir auch Hilfe an, falls ich in Deutschland nen Job suchen würde. Als FH-Prof ist er nämlich in der Industrie ganz gut vernetzt. Ich danke artig und falls ich mich doch nach Deutschland orientieren sollte, werde ich das Angebot auch annehmen.
  • Huch, schon drei nach zwei.
  • Im Trab beim Chef ins Büro. 
  • Mr. I-trust-You und C. Haben um viertel nach ein anderes Meeting, das kam spontan rein, ist aber wichtiger als meins.
  • Ich komme grade so dazu, meine letzten Versuche grob zu schildern, da müssen die zwei los.
  • Der Chef und ich versuchen, wie ich glaube, mein letztes Manuskript zu planen. Er glaubt aber, wir reden über den „fast fertig“-Artikel. Es dauert fast ne Stunde, bis wir alle Misverständnisse beigelegt haben.
  • Huch, schon viertel nach drei.
  • Ins Labor, noch mal zwei Zelllinien auftauen. Anderen PhD-Studenten darüber informieren, dass das Arbeiten am offenen Stickstofftank alleine und bei geschlossener Tür sau gefährlich ist und deshalb mit Recht auch laut Laborregeln verboten. Er reagiert mit sehr wenig Verständnis. Muss an meinen Kritik-Skills arbeiten.
  • Hups, schon viertel vor vier. Zackig los, zum Kindergarten.
  • M. Schickt Nachrichten, ob Michel heute zu H. Kommen möchte.
  • Im Kindergarten frage ich Michel: natürlich will er.
  • Vier Jacken, eine Hose, zwei Rucksäcke, zwei Bilder und Pippi balancierend aus dem Kindergarten – direkt in den Regen.
  • Mit Michel auf dem Weg zu H. Klitschnass werden.
  • Michel abliefern. Pippi ist not amused, dass sie nicht auch dableiben darf.
  • Zu Hause drei Kinderjacken, eine Hose, zwei Rucksäcke und Pippi die Treppe hochschleppen.
  • Pippi Peppa Wutz anmachen.
  • Nudelwasser aufsetzen.
  • Aus Gründen: Lidschatten fotografieren und dann ein hardcore glitzerndes Auge und die erste cut crease meines Lebens schminken, aber nur an einem Auge, weil faul. Wieder einen abbrechen beim Versuch, das Meisterwerk zu fotografieren. 
  • Abschminken.
  • Nudeln ins Wasser werfen.
  • Umziehen.
  • Schminken. Ich gehe ja heute noch essen.
  • Zwischendurch: Nudeln abgießen.
  • Pippi mit ein paar Nudeln versorgen, Herr Rabe kommt heim und übernimmt den Kochpart. Ich schminke mich in purpur/gold, das ist ja eine sehr schöne Kombi für blaue blutunterlaufene Augen. Haare fixieren (in der Hoffnung, dass sie den Helm überleben).
  • Michel abholen. Unten feststellen, dass ich den AUtoschlüssel in der andern Jacke habe. Wieder rauf laufen. 
  • Michel trödelt bei H. Rum. 
  • Ich kriege das Fahrrad mal wieder nicht ins Auto.
  • Fahren.
  • Ich kriege das Fahrrad mal wieder nicht aus dem Auto heraus.
  • Michel nach oben geleiten und uiuiui, schon zwanzig nach sieben.
  • Keine Chance auf zu Fuß gehen, also: Fahrrad.
  • Im Restaurant: Lecker, lecker und saulecker. Drei-Gänge Menü, aber mit Dorade statt Huhn im Hauptgang. Nach dem Dessert (Schokokuchen und Himbeersorbet. Platze ich fast. Nebenbei nett mit den Kollegen und dem recht fix recht vollen Chef geschnackt. Zwei unterschiediche Gläser zu sauren Weißwein und einen furchtbar schlechten Espresso getrunken. Und viel Wasser.
  • Nachhauseweg: es regnet in Strömen, es sind ca. 8 Grad und das beides zusammen ist ganz toll, in Feinstrumpfhose und mit Wildlederstiefeletten. 
  • Zu Hause noch ein paar Socken aus dem AUto gefischt (beim Michel abholen da vergessen), dann hoch, Waschen, Nachtcreme, Zähneputzen, Schlafi anziehen, Fertig, aus. 
  • Ach nee, Bloggen noch ;)

Jo. Und in diesem Sinne: gute Nacht!