Tag 1216 – Schnipsel.

Bis jetzt noch ein Schnittmuster zusammengeklebt und ausgeschnitten (habe jetzt viele, hahaha, Schnipsel). Ich hasse das. Aber abpausen und dann ausschneiden ist auch ätzend. Es ist wohl gehupft wie gehoppelt.

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Weihnachtsfeier der Grundschulklassen 1A und 1B. In der Turnhalle. Es war furchtbar. Gut, dass ich schon Triptane intus hatte, als ich ankam, denn da hätte ich sicher Migräne bekommen. Hatte ich aber schon mittags.

Aber (mit ihrer Erlaubnis!): das ist, weshalb ich Michels Klassenlehrerin so mag.

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Beobachte sehr gespannt meinen Körper. Es wäre jetzt langsam so die Zeit, wo ein neuer Zyklus anfangen müsste, ich hatte auch PMS (aber nicht so schlimm wie auch schon) und eben heute Migräne, manche Signale, die ich gewohnt bin, sind da wie immer, manche fehlen aber völlig. Es ist spannend.

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Heute eine lange Mail bekommen, von der neuen Arbeit. Ehrlich gesagt mache ich jede neue Mail von deren HR mit Herzklopfen und dem ganz kurzen Gedanken „jetzt bin ich aufgeflogen und sie wollen nun doch nicht mehr!“ auf. Impostor-Syndrom geh kacken, ey. Es war aber dann eine Willkommens-Mail, mit ganz viel Information, was zu der „Vorher“-Phase des dreiphasigen Einstiegsprogramms gehört. Ich weiß jetzt also, wann mein Gehalt gezahlt wird, wieviele Urlaubstage ich hab und welche Tage ganze und halbe Feiertage sind, was es so für Sport- und soziale Aktivitäten gibt, an denen ich teilnehmen kann und wo ich überall Rabatt bekomme, wenn ich meinen Ausweis, den ich dann auch bekommen werde, dort vorzeige. Dann wurde ich noch gebeten, allen möglichen Kram zu unterschreiben (unter anderem, dass ich keine Aktien bei Pharmaunternehmen habe) und mir ein Handy auszusuchen. Hammer. Laptop, Handy und Rabatt bei ner Reinigung. Wie so eine richtige Erwachsene! Ich freue mich immer noch so tierisch doll auf und über den Job! Hach.

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Morgen ist der Termin mit dem Insolvenzverwalter. Morgen _erst_ muss man sagen, denn am Freitag ist die Verhandlung, alle Ansprüche müssen bis dahin gestellt sein. Ich vermute ja, dass der Chipsmann schon ganz viel über mich und den Techniker erzählt hat, was wir für schlechte Menschen sind und dass der Insolvenzverwalter deshalb erst jetzt Zeit für uns hat. Ist mir egal, ich habe heute alle Unterlagen fertig gemacht, alles noch mal kopiert und dann noch so Sachen ausgedruckt, die den Chipsmann selbst mal von seinen unrühmlichen, unangenehmen und nicht unbedingt gesetzestreuen Seiten zeigen. Ich bin sehr froh, da nicht allein hin zu müssen, sondern dass der Techniker da sein wird. Wenn der Chipsmann da ist, kriegen die ne Szene, die sich gewaschen hat, egal ob er da ist oder nicht, hoffe ich, nicht in Tränen auszubrechen. Das ganze Thema macht mich nach wie vor sehr emotional und allein das Ausfüllen der Anträge und das Zusammensammeln der Krankschreibungen etc katapultiert mich in diesen ganzen Wahnsinn zurück, inklusive der Schlafstörungen und der permanenten Angst vor allem und jedem. Hoffentlich hört das bald auf.

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Babysitter-Suche gestaltet sich schwieriger als ich gehofft hatte. Das ist nicht schön und ich will das nicht!

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Jetzt aber ab ins Bett. Weil müdemüdemüde und morgen geht unser neues, smartes Licht nun wieder um sechs Uhr auf, das tut ein wenig weh.

Tag 1208 – Drei Stunden.

Ich habe heute geputzt. Jaja, mal wieder, ich weiß, der Putzfimmel lugt schon ums Eck, aber nach der Backaktion klebte die Küche und Badezimmer sollten schon, finde ich jedenfalls, ein mal die Woche geputzt werden. Zumal sich da immer viel Haar-Flusen-Staub ansammelt, der auf weißen Fliesen natürlich noch mehr auffällt, als zum Beispiel auf den graumelierten Flurfliesen. Außerdem wollte ich gerne mal wissen, wie lange es tatsächlich dauert, hier einmal so durchzufeudeln, wie ich finde, dass es getan werden sollte.

Es dauert ziemlich genau drei Stunden reines Putzen (und dazugehöriges Räumen, also Stühle vorm Wischen aus einem Raum und wenn der Boden trocken ist wieder in den Raum tragen). Wenn man halt überall erstmal aufräumen muss, dauert es deutlich länger und ich finde das Aufräumen auch 538 mal schlimmer als das Putzen an sich. Gnah, überall Spielzeug, ein Flummi und ein Wasserball unterm Sofa, Tannenzapfen unterm Fernseh-Möbel, Tausend Kunstwerke* in der Küche. Obendrein ist die Küche voller Verpackungen. Kartons verschiedenster Größe warten da darauf, dass ich die Schnauze voll habe und sie entweder auf den Dachboden oder direkt in die Altpapiertonne bringe. Wegen des Aufräumens habe ich auch weder Kinderzimmer noch Arbeitszimmer überhaupt betreten, weil, hui, nö. Das Kinderzimmer sieht aus, als wären da vier bis sieben Spielzeugkisten explodiert und was bin ich froh, dass ich da einfach die Tür zumachen kann und dann muss ich das nicht mehr sehen. Davon räumt es sich auch nicht auf, aber ich kann’s besser ignorieren. Aber egal, ich schweife ab, ich weiß jetzt also: einmal Putzen dauert etwa drei Stunden, sagen wir mal, mit Arbeits- und Kinderzimmer, mit (hoffentlich demnächst mal vorhandenen) Regalen im Wohnzimmer (die man dann natürlich auch abstauben muss) und einem Päuschen zwischendurch vier.

Mal sehen, ob ich wen hier finde, der das gegen Geld tut. Vier Wochen Vorlauf scheint mir eine gute Zeitspanne für die Suche, zumal ja noch Weihnachten** dazwischen ist.

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*Vulkane! Alles Vulkane! Michel malt pro Tag ca. drei Vulkane und ich frag mich langsam schon, ob er uns damit irgendwas anderes sagen will, als dass ihn Vulkane und Dinosaurier halt immer noch faszinieren.

**Ich hab heute auch nur leise geflucht, ein bisschen ge-orrrt und viel geseufzt, als die neu gekaufte Lichterkette für draußen schon total verwurschtelt aus der Packung kam. Und als das Verlängerungskabel ganz verbogene Anschlusskontakte hatte, hab ich nur „Hm.“ gemacht und es dann halt umgetauscht. Und nun ist es hübsch (Foto morgen, die Zeitschaltuhr hat es schon ausgestellt.)

Tag 1206 – Vorweihnachtsdings (mit Keksrezept im Sonderheft!).

Wir haben heute angefangen, ein wenig weihnachtlich zu dekorieren. Im Kühlschrank liegt ein Keksteig und für weitere Kekse und „braune Kuchen“ ist eingekauft, das machen wir morgen. Ich habe eben Mandeln gebrannt* und nun riecht hier alles nach Zimt und Karamell und ich freue mich so auf Weihnachten, wie schon lange nicht mehr. Gefühlt kompensiere ich, dass ich letztes Jahr von der Vorweihnachtszeit nichts hatte, das ging alles unter im Dissertations-Stress (es war echt die Hölle, ganz einfach. Nie wieder!), garniert mit der Rückkehr des Schilddrüsenscheißes, dem grauenvollen Vorstellungsgespräch in Deutschland und dem Tod meines Opis. Das einzig gute im letzten Dezember war der Besuch bei Frau Brüllen. Und dass am 22. um 16 Uhr die Diss abgegeben war. Dieses Jahr jedenfalls wird das alles ganz anders, und das ist doch wundervoll. Ich freue mich auch schon sehr auf meine neue Arbeit, das wird super. Ich hab sogar Lust, die Nachbarn auf richtigen Glühwein einzuladen, wir haben zwar nur eine Flasche komischen (as in: halbtrockenen) Rotwein, aber da ließe sich ja was besorgen.

Ich fühle mich einfach grad sehr zufrieden und auch sehr weit entfernt von kaputt. Das ist etwas befremdlich, dass mir das so auffällt. Andererseits: die letzten eineinhalb Jahre waren einfach anstrengend. Gut, dass das sprichwörtliche Zahnfleisch nachwachsen kann.

Aber das Keksrezept. Ich bin ganz sicher, dass ich das schon mal aufgeschrieben habe, aber ich habe es nicht gefunden**, also habe ich es vielleicht nicht anständig getaggt und das ist ja Mist, ich will das finden können, wenn ich danach suche. Falls das nun also für Sie redundant ist, entschuldige ich mich schon mal.

Hier mein Lieblings-Keks-Rezept: Grümmel-Nuss-Kekse. Meine Oma (väterlicherseits) machte die immer, ich fand als Kind die Herstellung denkbar langweilig, aß das Resultat aber trotzdem sehr gerne. Bei meinen Großeltern war ja mein Opa für die meisten Kuchen und alle Brote (und Rosinenbrot) zuständig, Kekse backte aber meine Oma. Das war jedes Jahr ein ganz schönes Wochenende. Freitags Teige machen, Samstags backen, Sonntags anmalen. Ich liebte alles davon. Die Grümmel-Nuss-Kekse mag ich bis heute am liebsten und sie erinnern mich auch immer an Oma, genauso wie Linseneintopf und anderes „Mittach“. So, und bevor ich jetzt rührselig rumheule, endlich das Rezept.

Man braucht

  • 100 g braunen Zucker
  • 200 g Butter
  • 1 EL Wasser/Kirschwasser/Rum…
  • 200 g Mehl
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 100 g Grümmelkandis
  • 1 Ei
  • Etwas Zimt und
  • Etwas Muskatnuss
  • 1 Prise Salz
  • Dunkle Blockschokolade zum Dekorieren

Butter und braunen Zucker schaumig rühren. Dann Ei, Flüssigkeit und die Gewürze unterrühren. Mehl, gemahlene Nüsse und Kandiszucker unterkneten. Gut vermengen und dann den Teig halbieren, jede Hälfte zu einer Rolle formen und in Alu- oder Klarsichtfolie gewickelt über Nacht in den Kühlschrank legen.

Am nächsten Tag den Backofen auf 180 Grad vorheizen, die Rollen aus dem Schrank holen und ca. 0,7 cm dicke Scheiben abschneiden. Diese 10-15 Minuten lang backen, sie sollten dann etwas gebräunt sein. Auf einem Rost auskühlen lassen, die Schokolade schmelzen und jeweils eine Hälfte des Kekses damit einstreichen. Schokolade fest werden lassen – fertig.

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*und jetzt Brandblasen am Daumen und Zeigefinger, weil meine Hand bei einer aus der Pfanne gehopsten Mandel schneller war als mein Hirn

**ja, ich Google meine eigenen Rezepte, das ist sehr praktisch.

Tag 866 – Frohe Weihnachten!

Oder was Sie sonst feiern, oder auch einfach genießen, dass Sie frei haben und wenn Sie nicht frei haben: vielen Dank, dass Sie das tun, was Sie tun, egal an welchem Datum.

Wir hatten einen weitgehend entspannten Tag, mit zunehmend aufgekratzten Kindern, sehr leckerem Essen:

Und dann Bescherung und großer Aufregung und sofortigem Geschenkeausprobieren:

Und jetzt liegen 3/4 Raben in frisch bezogenen Kinderbetten, ich bin sehr wach aber auch sehr zufrieden.

Ich wünsche Ihnen einfach erstmal ebenso entspannte Feiertage!

P.S.: Vielen vielen Dank für all Ihre Glückwünsche. Ich bin ganz gerührt, wie viel Anteil Sie hier alle nehmen. Wahnsinn! <3

Tag 137 – Bielefeld Tag 14 – 2. WFT

Puuuhhhh. 

Es ist ja so schön, dass ich noch Großeltern habe. Und ich hab sie auch so lieb. Aber ein Tag Pause für meinen Migränegeschundenen Kopf wäre irgendwie nett gewesen. Jetzt fühle ich mich leer und emotional ausgepumpt und will ins Bett und nur noch schlafen, drei Tage lang. Die Kinder auch, glaube ich*. 

Und wie zur Hölle sollen all diese Geschenke nach Norwegen kommen??? 

(Auch: welchen Teil von „Wir kommen mit dem Flugzeug, Geschenke sollten leicht und klein/gut zu transportieren sein.“ verstehen die Leute denn nicht?)

Morgen gibts einen ausführlichen Weihnachtsbericht, versprochen. Ich weiß, das hab ich vorgestern auch gesagt, aber naja. Diesmal echt: morgen. 

*Das Baby hat gestern 2 h hysterisch herumgebrüllt als ich gerade eingeschlafen war und war durch nichts zu beruhigen. Stillen wollte es nicht, herumgetragen werden wollte es nicht, schlafen konnte es nicht. Wand und bog sich im Arm. Das einzige was halbwegs ging, war nackt auf dem Rücken liegen und mit den Füßen spielen lassen. Das übernahm Herr Rabe, der konnte mein leidendes Gesicht (Migräne und Babygeschrei im Ohr ist keine soooo angenehme Kombi…) nicht mehr sehen. Irgendwann ging es wieder, aber bis dahin war es echt, echt schlimm. Armes kleines Mäuschen! Heute morgen wurde dann vier mal mit viel Gebrumm die Windel gefüllt, danach war gute Laune.