Tag 3986 – 3988 – Musik und so.

Hier weiter Ferien. Heute haben wir Michel vom Sommerkurs abgeholt… und direkt zu seinem besten Freund gefahren. Na ok. Aber das Abholkonzert war wirklich sehr sehr gut, meine Güte, wenn man ne Woche mit so nem Haufen 13-15-Jähriger ordentlich übt, wird das richtig krass. Und so ein Korps mit 50-60 Musiker*innen macht schon auch gut was her. Michel hatte wohl auch eine gute Zeit, allerdings ist er ja generell etwas wortkarg, deshalb mussten wir ihm ungefähr alles aus der Nase ziehen und das Ergebnis war trotzdem nur „Gut.“.

Herr Rabe hat sich heute, vor dem Abholkonzert, noch einen Bass gekauft. Ich bin jetzt nicht mehr die einzige, die hier ohne Bünde spielen muss. Außerdem hat Familie Rabe jetzt eine E-Gitarre und einen weiteren Bassverstärker, denn das war im Paket günstig zu kriegen und überhaupt. Herr Rabe hat dann jetzt vier Bässe und eine E-Gitarre. Und x Verstärker, von denen y im Probenraum stehen. Ich habe da den Überblick nicht.

Warum habe ich eigentlich nur 2 Geigen???

Ich hatte Donnerstag Geigenunterricht, und trotz 33 Grad in Oslo und mir konstant am Rücken runterlaufenden Schweiß war die wirklich gut. Ich und Grieg, wir sind inzwischen ein gutes Team. Jetzt bräuchte ich nur wen, der dazu den Pianopart spielt, oder zumindest einen Geigenlehrer, der den Pianopart hin und wieder mal ein bisschen übt. Ähäm. Aufgabe zum nächsten Mal: nun doch den dritten Satz lernen und den 4-5 ätzenden Stellen (wirklich nur einzelne Takte) im ersten und zweiten Satz den letzten Feinschliff verpassen.

Ansonsten ist es hier endlich wieder etwas kühler und heute hat es gründlich geregnet. Da ich draußen gießen gerne mal vergesse, ist das für alle unsere Draußenpflanzen sehr gut. Den noch-nicht-Regen-Tag gestern haben wir genutzt um sage und schreibe 15 Kirschen zu ernten. Das sind 15 mehr als wir jemals hatten, also beklage ich mich nicht. Der Baum ist auch noch sehr klein.

Tag 3979 – 3981 – Urlaub?

Ich bin nicht gut im Urlaub haben. Ich fühle mich nicht produktiv genug, alles geht mir zu langsam, alles regt mich auf, nicht mal entspannen kann ich richtig, selbst das mache ich irgendwie falsch. Leichter Frust hier, wie Sie lesen, den ich mit, was auch sonst, Arbeit bekämpfe. Aber so wie ich das will, niemand sonst. So ist das ok. Ich will auch weder Mitleid noch dass wer mit dem Zeigefinger kommt, bitte, ich bin schon groß und kann das selber entscheiden.

Gestern war es eigentlich für das meiste zu warm, aber ich bin trotzdem nach Oslo gefahren, um einen Koffer reparieren zu lassen. Der soll nämlich mit in den „Urlaub“ (die 3,5 Tage im tiefsten Bayern). Es war, entweder in Indien oder in China, der Zuppel vom Reißverschluss, den man auch in das Schloss einhakt, abgebrochen. Für 180 Kronen (~15,50€) wurde ein neuer Zuppel montiert und bei dem Preis, 30 Grad und nach einer Shoppingtour mit Pippi diskutiere ich auch nicht rum, warum das nicht auf die Garantie ging, bei einem Koffer, der grade mal 7 Monate alt ist.

Pippi hat jetzt neue Schuhe und ist sehr happy, dass wir dann auch noch, weiß gar nicht, wie ich das nennen soll, sagen wir mal, Latschen gekauft haben, weil sie die so toll fand.

Der andere ist nicht im Bild, weil der zu Hause erst mal gewaschen werden musste. Der stand im Laden im Regal und war sehr dreckig, weshalb wir aber auch nen ordentlichen Rabatt bekommen haben.

Pippi ist so aktiv, dass Turnschuhe bei ihr keine Saison durchhalten. Und zwar kein Teil davon. Die Sohlen sind durchgelaufen, der obere Teil ist ausgelatscht und an den Belastungsstellen, wo viel Bewegung ist, eingerissen. Innen ist an einigen Stellen das Polster an der Ferse weggeschubbert. Es ist wirklich faszinierend, weil Pippi, im Gegensatz zu Michel, eigentlich pfleglich mit ihren Sachen umgeht. Es ist bei ihr wirklich nur übermäßiger Gebrauch, der Schuhe killt.

Wir haben die Shoppingtour aber ganz gut genossen, zwischendurch Eis gegessen und nur ein Mal Pippis Handy auf dem Klo im Einkaufszentrum verloren (und wiedergefunden). Yeah. Trotzdem war ich danach durch, schon allein wegen der Hitze und weil Pippi nicht gut versteht, dass ich, wenn mir warm ist, und vor allem wenn ich mit Sonnencreme eingeschmiert bin und mich eh schon eklig klebrig fühle, WIRKLICH nicht angefasst werden will. Das geht in ihren süßen Kopf nicht rein, und sie ist sehr körperbetont, was ja normalerweise auch kein Problem ist, aber gestern war es dann eben doch eins und beim hundertsten Angetatsche war ich dann auch nicht mehr sooo pädagogisch wertvoll in meiner Rückmeldung.

Ich übe weiterhin an Grieg. Es ist da ein Takt mit Doppelgriffen, die mich killen, Es ist das letzte Fitzelchen das noch wirklich sehr wonky ist, die linke Hand (die sich verknotenden Finger) hauen den rechten Arm raus und es geht alles den Bach runter. Geht dann auch schnell wieder weg, aber dieser Takt killt mich. Ich übe den deshalb jeden. Tag. Nicht viel, weil ich sonst wahnsinnig werde, aber so 5 Minuten nur diesen Takt, 10 Minuten für den Kram drumrum.

2. Lage, ein Sekund-Zweiklang mit 1. und 4. Finger, direkt danach die reine Quarte. Dann auch noch den 2. Finger versetzen bei liegen bleibendem 1. und natürlich immer gleichmäßig streichen. Es ist zum Heulen.

Aber hey, es ist schon viel besser geworden, als es zu Anfang war.

Ich habe gestern auch festgestellt, dass das Abnubbeln an meiner Geige durch spielen in höheren Lagen fortschreitet.

Das ist das Geigen-Äquivalent zu durchgetanzten Ballettschuhen. Wenn es zu arg wird, macht Geigi wieder Urlaub beim Geigenbauer und kriegt ne Politur und ein bisschen extra Lack an der Stelle. Aber noch geht es. Ich wasche mir auch vorher immer die Hände und mache auch immer gut sauber nach dem Spielen.

Tag 3972 und 3973 – Urlaub.

Ich habe jetzt Urlaub. Die Urlaubsstimmung will sich nur mal so gar nicht einstellen. Liegt vielleicht auch daran, dass mich Arbeitsdinge nicht loslassen. Oder zumindest hängt das sicher zusammen. Aber ich gebe mein Bestes und habe heute auch brav immerhin eine Stunde Geige gespielt (und mir an Sekund-Doppelgriffen die Finger und Ohren verrenkt). Außerdem heute: mit Michel zum Kieferorthopäden gefahren, Draht tauschen lassen. Nach den Ferien wird dann der untere Teil der Spange geklebt. Außerdem gestern: Abhol-Konzert von Pippis Sommerkurs. Wie vermutet, hatte Pippi eine super Zeit und hat sich auch für nächstes Jahr schon zum roten (also nächsten) Kurs verabredet. Das Konzert war auch wirklich gut, es ist wirklich immer wieder beeindruckend, was die in knapp vier Tagen so auf die Beine stellen.

Ansonsten sind die Projekte zu Hause im Gange. Pippi hilft mir beim Lackieren des kleinen Telefonbänkchens, das ich letztes Jahr über Kleinanzeigen besorgt habe. Ich habe die Treppe vor dem Haus geschrubbt. Die macht etwa 1/15 des zu schrubbenden Holzes aus und Scheiße, ist das anstrengend. Für den Rest muss ich glaube ich Michel fürstlich entlohnen.

Morgen geht dann eine weitere Tour in den Baumarkt des Vertrauens – dem, wo man Beratung bekommt. Denn erstens muss ich Terrassenlasur kaufen (für die Treppe, die riesige Terrasse und den riesigen Balkon, also ca. einen Kubikmeter) und zweitens will ich mein Aquarium Arbeitszimmer streichen. Erst fand ich es charmant, so hellblau. Aber es ist halt wirklich der komplette Raum, ALLES ist hellblau. Die Decke. Die Fuß- und Deckenleisten. Der Tür- und Fensterrahmen. Sämtliche Kabel. Selbst die Lichtschalter sind einfach hellblau übergejaucht. Es ist zum Heulen. Und in Teams sehe ich grundsätzlich etwas krank aus.

Keine Ahnung, ob überhaupt eine Chance besteht, das zu fixen. Und Nasen sind auch überall, wie rechts oberhalb vom Lichtschalter zu sehen.

Fun fact übrigens: Niemand weiß, was der obere Schalter tut, außer mich zu irritieren, weil ich grundsätzlich den falschen erwische. Er scheint jedenfalls kein Licht irgendwo zu kontrollieren.

Die Moral von der Geschicht: egal, wie sehr Ihr Kindergartenkind es sich wünscht, streichen sie niemals einen kompletten, Holzpanelverkleideten Raum, in irgendwelchen Farben. Türrahmen, Fensterrahmen, die Decke!!!, Leisten, Kabel und Lichtschalter sollten auch nicht einfach übergepinselt werden. Weil sonst sitzt da hinterher jemand wie ich und muss im Baumarkt verzweifelt nachfragen, wie zur Hölle das wieder beseitigt werden kann (möglichst ohne dass es meine kompletten sechs Wochen Ferien auffrisst wegen Aufwand).

Tag 3952 – 3954 – Bisschen viel alles.

Total nicht überraschend war Donnerstag insgesamt hart, weil einfach viel zu wenig Schlaf stattgefunden hatte. Aber das war der Mittwoch wert gewesen.

Gestern hatte ich dann erst Teamtag, wo ich zwei Stunden entkommen „durfte“ um mir in einem Meeting mit der internationalen Inspekteurgruppe anzuhören, dass wir ja alle quasi faul seien und ehrlich, ich möchte nen Orden, wenn ich den Typen nicht irgendwann in einzelnen Bits durchs WiFi ziehe. Danach ging es direkt weiter, eine Führung durch die Oslo Mikrobryggeri (wo ich hauptsächlich drauf konzentriert war, keine Inspekteurfragen zu stellen, wie „aha, und wie weißt du, ob die Waage funktioniert?“, hat nur so semi geklappt) und danach Essen mit dem (inzwischen nicht mehr vollzählig anwesenden) Team. Das Restaurant hatte leckeres Essen, aber grauenvolle Akustik, wir hielten nur etwas über eine Stunde da aus. Dann gingen 5 von uns noch ein Bier trinken.

Heute war ich eigentlich wirklich, wirklich gar, zog aber durch, ein Konzertchen (20 Minuten) mit dem Streichorchester zu spielen, auf einer feuchten Wiese, nur von einem Pavillion geschützt. Es waren etwa (und das ist nicht übertrieben) 80% Luftfeuchtigkeit. Streichinstrumente mögen das mal so gar nicht. Aber es ging trotzdem einigermaßen und jetzt ist Sommerpause und ich kann einfach nur Grieg spielen.

Danach war ich aber WIRKLICH WIRKLICH gar. Also habe ich… eingekauft, Sport gemacht und gekocht.

Uffz.

Tag 3949 – 3951 – Kulturblog.

Montag habe ich aus Gründen insgesamt drei Stunden Geige gespielt. Mir tun davon immer noch die Finger ein bisschen weh. Aber sonst war das sehr schön.

Heute sind wir um viertel nach zwölf noch im Zug, Herr Rabe und ich, weil wir bei den Foo Fighters waren. Das war super. Aber ich bin auch hundemüde und meine Füße tun weh und ich will morgen nicht arbeiten und schon mal gar nicht externe Meetings haben müssen, bitte.

Foo Fighters live, da kriegt man was fürs Geld, drei Stunden Konzert halten manche ja heutzutage gar nicht mehr durch (Bands und Publikum). Und immer schön, dass die so viel Spaß am Live spielen haben. HACH!

Tag 3892 – Next!

Nach der Geigenstunde ist vor der Geigenstunde. Oder die Etüde ist tot, es lebe die Sonate? Jedenfalls darf ich endlich aufhören mit Herrn Rode. Und muss anfangen mit Herrn Grieg. Ich weiß ja nicht, was mein Geigenlehrer sich dabei gedacht hat, bestimmt schlaue, pädagogische Dinge, aber ich hab bisher nur die erste Seite gesehen und möchte schon eigentlich gerne ein bisschen weinen. Außerdem soll ich mit der Dirigentin des Orchesters abklären, ob wir nicht ein Violinkonzert spielen können. Ähm. Ja ok. (Vielleicht sagt sie ja zuuuufällig nein, schade schade! Aber ich kann ja auch nicht lügen. Tjanun.)

Ansonsten heute Haushalt und Haare färben, ich sehe jetzt wieder „ordentlich“ aus, in Lavendel.

Morgen muss ich ins Werk und dann da auch noch repräsentativ sein, ich möchte das nicht, ich möchte auch eigentlich nicht so gerne den Rest der Woche mit Inspektion und Inspektorinnen aus anderen Ländern, die ich nicht kenne (die Inspektorinnen. Die Länder kenne ich schon, die sind nicht so exotisch), verbringen. Aber meine Kollegin hat das angeleiert und das ist jetzt ein Fall von mitgefangen, mitgehangen. Ich hoffe, die Laune lässt sich einigermaßen im Zaum halten.

Apropos Laune und Achtung TMI: diesen Monat ist es auch wieder ganz schlimm mit anderen Sachen und ich bin heilfroh, dass Mittwoch kein Burlesque ist, weil mit den Brüsten wackeln grade absolut kein Spaß ist. Letzten Monat hatte ich das auch schon schlimm, und da entfleuchte mir tatsächlich ein Uhhhhhaua, während ich reflexartig meine Boobage festhielt, mit der ich eigentlich wackeln sollte. Ehrlich, wenn Männer(TM) sowas hätten, hätten sie das längst nicht mehr, dann könnten sie heutzutage einfach ne blaue Pille einwerfen und ihre Fruchtbarkeit mit allem was dazu gehört damit an- und ausstellen. Wenn man Babies haben will, startet man nen normalen Zyklus und wenn man grad keine Babies haben will, braucht man ja auch das ganze Gesumse mit Blut und Wasser und Laune und Pickeln und weiß der Geier drumrum nicht. Nebenwirkungsfrei, versteht sich. So stelle ich mir das vor.

Tag 3879 und 3880 – Allein daheim Tag 2 und 3.

Wie man sieht, klappt die Umstellubg auf Sommerzeit bei mir wie gewohnt einfach gar nicht. Tjanun.

Gestern war ich in Oslo bei meiner Geigenstunde. Wie immer hatte ich mir vorher eine Stunde ein Zimmer im Übungshotel gebucht, um mich warm zu spielen, dann ging ich runter, bezahlte, und wartete auf meinen Lehrer. Der kam aber nicht, also schrieb ich irgendwann eine SMS. Da rief er mich an und meinte, es täte ihm total leid, er hätte sich das falsch gemerkt, er dachte, ich sei NACH seinem 13-Uhr-Schüler dran, nicht DAVOR. Ob ich auch um 14 Uhr könnte?

Jaja, klar kann ich das, ich hab ja Urlaub. Aber jetzt musste ich fast zwei Stunden totschlagen. Im Übungshotel fragte ich, ob die ein gutes Café empfehlen könnten, und klar, die Hipster da kennen sich aus und schickten mich zu einem kleinen Hipster-Café um die Ecke. Da gab es tatsächlich ausnehmend guten Kaffee. Aber ansonsten nicht so viel, also ging ich noch beim Geigenbauer vorbei und probierte fancy Schulterstützen aus, mein Geigenlehrer sagt, ich solle die Geige nach Möglichkeit noch höher halten, aber dann kriege ich auf die Dauer Schmerzen im Nacken, weil ich dann irgendwas komisches mit meinem Kopf mache, um zu vermeiden, dass die Geige wegrutscht. Jetzt habe ich eine Bonmusica-Schulterstütze, die wirklich sehr bequem ist und mit der ich recht problemlos die Geige höher halten kann.

Die Geigenstunde selbst war dann auch sehr gut. Der Geigenlehrer war beeindruckt, wie weit ich doch mit der Etüde gekommen war und wir feilten nur ein bisschen an Feinheiten rum. Das mache ich jetzt noch ein bisschen so weiter und dann ist es auch gut gewesen mit dieser Etüde. Viel gelernt habe ich, unter anderem, dass die vierte Position auf Dauer echt unbequem wird, weil der Daumen da gegen den Knopf (keine Ahnung wie das heißt) oben am Korpus, wo der Hals ansetzt, gedrückt wird. Aber mit ein bisschen Übung „klingt“ die vierte Position fast genauso gut wie tiefere Positionen. Überraschend. Also eigentlich nicht, andere können das ja auch, aber ich konnte das vorher nicht. Die Fingergymnastik in der Etüde ist trotzdem fies. Weshalb ich es üben sollte. Genau wie eben spielen in der vierten Position, was sonst leicht zu vernachlässigen ist (genau wie 2. Position).

Hoppla, Nerding. Sorry.

Nach der Stunde fuhr ich nach Hause, kaufte noch ein paar Sachen ein und dann war es auch irgendwie schon 18 Uhr. Also machte ich mir was zu Essen und dann guckte ich ganz schnöde ein bisschen fern. Und machte den großen Fehler, ein kleines Bier dabei zu trinken.

Heute wachte ich mit Migräne auf. Siehe Bier. Manchmal ist das bei mir so. Die Menge spielt da gar keine Rolle. So bis zum Mittag brauchte ich um die Schmerzen in den Griff zu kriegen. Dann ging ich in den Garten, denn es war bestes Wetter.

Der Zustand unseres Gartens ist etwas betrüblich, muss ich sagen. Die Vorbesitzer waren irgendwie Fans davon, alles verwildern zu lassen und das „natürlich“ zu nennen (ja, super wie alles natürlich von Him-, Stachel- und Blaubeeren zugewuchert wird). Was die Vor-Vorbesitzer gemacht haben, weiß ich nicht. Aber ich bin relativ sicher, dass auch die sich zumindest nicht liebevoll um die Beete gekümmert haben, denn in einem zwei Sommern wuchert das nicht so dermaßen zu. Also habe ich heute sehr viel totes Gestrüpp vom letzten Jahr entfernt und dann die Beete (bis auf eines, wo ich nicht weiß, was da gepflanzt ist) umgegraben. Gut, den Kasten mit der großen Stachelbeere habe ich weitgehend in Frieden gelassen, weil die Stachelbeere sehr wehrhaft ist. Da habe ich nur Erde aufgefüllt, aus einem anderen Beet. Dieses Beet wiederum will ich leer machen, die halb vermoderte Unkrautmatte erneuern und dann mit frischer Erde wieder auffüllen.

Wer pflanzt jede Menge Topinambur an? Seltsame Leute.

Da ging der Nachmittag für drauf und seither bin ich überraschend platt. Das war mehr frische Luft, als ich die letzten 3 Monate insgesamt hatte, gefühlt.

Tag 3878 – Allein, allein.

Heute Morgen habe ich die Familie brutal früh zum Flughafen gefahren. So früh nämlich, dass noch kein Zug fuhr. Und dank Umstellung der Uhr (hier Rant denken, wie sinnlos und schädlich das ist, und außerdem ist die Abschaffung doch beschlossen, was soll denn das noch???) war es ja noch früher als eh schon. Aber es hat alles trotz müder Menschen gut geklappt und um viertel nach sechs lag ich dann auch wieder im Bett und habe noch mal zwei Stunden geschlafen.

Danach habe ich mit meiner Göteborger Freundin, die gestern sehr spät vom Flughafen (aus dem Urlaub) gekommen war und bei uns übernachtet hat, sehr gemütlich sehr lange gefrühstückt und gequatscht. Das war wirklich schön. Wir sehen uns viel zu selten. Aber wenn wir uns sehen, ist es, als wäre das letzte Mal höchstens ne Woche her.

Um drei fuhr sie dann nach Hause und seither bin ich alleine. Da ich gestern die Familie noch zum Putzen gezwungen habe, habe ich heute dem Drang, alles grundzureinigen, recht gut widerstehen können. Aquarienwasser wechseln, Blumen gießen und Wäsche waschen habe ich aber trotzdem gemacht. Außerdem Geige, sehr ausgiebig, weil ich morgen ne Stunde habe und die Etüde (IMMER NOCH Rode 9, aber jetzt der 2., schnelle Teil) noch nicht sitzt. Und Sport. Sport war gut, aber ich habe einen leisen Verdacht, dass ich morgen über Muskelkater meckern werde.

Die Familie weilt bis Donnerstag in Brighton bei der Schwägerin. Ich werde mich am Riemen reißen, nicht das Haus komplett zu renovieren oder Ähnliches, sondern es ruhig angehen zu lassen. Bisschen Gartenarbeit, vielleicht zum Entsorgungshof fahren und Müll gegen Gartenerde eintauschen. Solche Dinge eben.

Vielleicht bestelle ich auch nen Kubikmeter Kaminholz, der Bauer unseres Vertrauens hat das neue Holz schon fertig, es ist natürlich noch viel zu feucht, aber trocknen kann es ja auch bei uns zu Hause und dann ist es ein bisschen billiger. Und dann ist es da und Herr Rabe kann zum nächsten Winter entspannt bleiben.

Ich mag Urlaub haben.

Tag 3856 – Durchschnitt.

Also so im gewichteten Mittel war der Tag ok. Stellenweise war er doof, muss ich sagen. Ich hab mich kurz mit Herrn Rabe in den Haaren gehabt und die Kinder wollte ich auch kurz aussetzen, die Schule (besser gesagt: die anderen Eltern) regen mich alle sehr auf und zwischendurch war ich auch nicht motiviert, irgendwas sinnvolles zu tun. Aber nachdem ich meinen Hintern zum Sport gehievt hatte (das ist ja nicht so weit, nur bis ins Hobbyzimmer) und das durchgezogen hatte, gekocht hatte und Geige gespielt hab, ging es mir deutlich besser.

Apropos Geige: waruuuuum muss man ne halbe Etüde Caprize in der 4. Lage in E-Dur schreiben? Die vierte Lage ist doof, E-Dur ist doof, das ist alles doof. Pierre Rode muss ein ziemlicher Sadist gewesen sein. Tonarten mit mehr als drei Vorzeichen kann man auch einfach abschaffen, finde ich. So.

Tag 3850 – Gut.

Geigenstunde war richtig gut. Also, ich hab gut gespielt von Anfang an (das ist ja schon mal was. Nach nur zwei oder drei? Jahren oder so habe ich aufgehört, mich jedes Mal vor meinem Lehrer halb einzupullern vor Angst). Dann habe ich Tipps bekommen und dann habe ich tatsächlich direkt noch besser gespielt und dann noch mal besser und das war alles sehr sehr gut fürs Selbstwertgefühl. Dann haben wir noch kurz die neuen Stücke fürs Orchester angeschaut, das ist moderner Folk, was ich einfach noch nie, überhaupt gar nicht, gespielt habe. Habe ein paar Tipps fürs Feeling bekommen und bin dann sehr zufrieden nach Hause gefahren.

Da habe ich Michel beim Aufräumen und Staubsaugen ein Stück weit geholfen (das war anstrengend) und dann hab ich kurz mit dem Lieblingskollegen telefoniert, was sehr nett war. Wir haben beide nämlich bis zur letzten Minute prokrastiniert, zu den angekündigten Organisationsänderungen unseren Senf dazu zu geben. Also haben wir kurz darüber gesprochen und dann… über alles mögliche andere. Musik, zum Beispiel.

Abends habe ich gekocht, sehr leckeres Curry mit Lachs, und dann versucht, Pippi ins Bett zu bringen. Das hat nicht so funktioniert, weil sie wieder nicht schlafen kann. Aber immerhin konnte ich bei dem Versuch Folge 5 von Heated Rivalry gucken (mit Kopfhörern und so, dass Pippi auf keinen Fall was davon zu sehen bekommt). Und Folge 6, nachdem Herr Rabe mich abgelöst hat. Hach, das war so schön. Wenn man einer Serie über schwule Icehockeystars nicht abgeneigt ist, in der es auch sehr viele sehr explizite Szenen gibt, ist das eine sehr schöne und romantische Serie. Der Hype ist wirklich gerechtfertigt.