Tag 2369 – Zu Hause ist es auch (überraschend) warm!

Wir sind wieder zu Hause. Seit 5 Uhr (englischer Zeit) wach und auf den Beinen, wieder tausend Schlangen aber wenigstens keine fallenden älteren Leute. Ein ruhiger und pünktlicher Flug. Zu Hause erwarteten uns überraschend viele Plusgrade draußen, ein relativ kaltes Haus drinnen (aber gut gelagertes Feuerholz, damit wird es zumindest im Wohnzimmer schnell wieder warm), nach wie vor null grüne Pflanzen draußen und zwei aufgeregte Schweinchen, die froh sind, dass hier wieder Leben in der Bude ist.

Die ersten zwei Maschinen Wäsche sind bereits gelaufen, wobei eine die Schweinchenwäsche war, die zählt nicht richtig. Herr Rabe macht aber morgen Homeoffice, da kann er weitere Wäsche waschen.

Ich muss aus Gründen morgen ins Büro und möchte das nicht, überhaupt möchte ich noch nicht direkt wieder arbeiten müssen, mimimi.

Deshalb (und weil der Tag schon lang und anstrengend genug war), mache ich jetzt auch einfach die Augen zu.

Tag 2366 – Sheffield Park & Garden.

Wir haben heute einen Ausflug mit Picknick gemacht, in den Sheffield Park, wo die Kinder einen Naturlehrpfad mit Ostereiprämie machen konnten. Pippi fand das auch ganz toll, suchte begeistert und lernte ein paar neue englische Wörter, butterfly zum Beispiel. Michel fand das insgesamt alles eine Zumutung, war dann aber einigermaßen zufrieden damit, auf einem alten, toten Baum(-stumpf) herumzuklettern. So lange jedenfalls, bis er bemerkte, dass er nicht wieder herunter kam. Es ging alles gut aus, ich half ihm runter und anschließend halfen wir auch Pippi noch mehrmals da runter, die gar nicht glauben wollte, dass sich Michel nicht nur anstellt. I

m Garten war es sehr schön:

… und man konnte sehr sehr alte, riesige Bäume und Rhododendren bewundern.

Wie man an den Bildern erahnen kann, ist es wirklich warm, 23 Grad im Schatten. Dafür haben wir nicht gepackt, das sind ja sommerliche Temperaturen für uns. Mit von der Schwägerin geliehener Sonnencreme eingeschmiert ging es, ohne es den Einheimischen gleich zu tun und fetten Sonnenbrand zu bekommen. Michel fragte mich anfangs, warum er so weiß sei, gab sich dann zuerst mit der Antwort „ich bin auch so weiß, das hast du wohl von mir geerbt“ zufrieden, meinte aber später, er würde ja schon gern etwas Farbe bekommen, weil er ja sozusagen im Dunkeln leuchte. Vielleicht kriegen wir ihn ja mit dem Argument öfter mal nach draußen. (Sagen Sie ihm das nicht, aber braun werden wir ja nun eher nicht.)

Hier noch ein social media-freundliches Bild von Pippi in einem der Bäume, in denen man klettern durfte:

Tag 2364 – Die Markgräfin.

Heute waren wir beim Lewes Castle, wo eigentlich ein Kinder-Flintstone-Event sein sollte, aber irgendwie dann doch nicht war. Es war da trotzdem sehr schön.

Suchbild mit Herrn Rabe und Pippi.
Blümels!

Lewes Castle ist eine mittelalterliche Burg aus (lokaltypischem) Feuerstein. Liebevoll bewahrt und eigentlich für Kinder auch sehr interessant gestaltet, unter anderem durch Verkleidungsmöglichkeiten. Dazu gibt es Informationstafeln zu mittelalterlichen Adelsscharmützeln. Michel fand trotzdem alles scheiße, Burg, Ort, Sonne, Wärme, Allergie (vielleicht müssen wir noch mal nach neuen Kreuzallergien auf irgendwelche Pollen schauen lassen) und Erkältung. Woozaa, bestimmt nur eine Phase (haha).

Wegen Ausflug und Nachbarn, die ungestört essen wollen (und der Schwägerin, die gern ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn behalten will) blieb eine knappe halbe Stunde, um mich für einen Bogen zu entscheiden. Mit viel Durchringung durfte erst Herr Rabe und dann die Schwägerin was dazu sagen, und es wurde:

Die Markgräfin.

Die Müsing-Bögen wollte ich so gerne mögen und die haben auch durchaus Qualitäten (Herr Rabe beschrieb den C5 als klar(er) und die Bogenwechsel als weich(er) und überaus angenehm zu spielen sind sie durch das geringere Gewicht wirklich) aber der Marquise ist einfach insgesamt runder und voller. DISCLAIMER: Für mich. Mit meiner Spielweise, auf meinem Instrument, mit den Saiten, die da jetzt gerade drauf sind. Ich komme mit dem Marquise besser klar, weil er ist wie ein Holzbogen. Ich könnte mich an die Müsing-Bögen sicher auch gewöhnen, aber wenn ich nicht muss, muss ich ja nicht, ne? Müsing C5 (ein wirklich toller Bogen, nur eben nicht für mich) und C4 (ebenso, wenn auch tatsächlich ein deutlicher Unterschied zum C5 besteht, nicht in der Handhabung, aber im Klang) gehen zurück. Ebenfalls zurück geht doch der Coda Bow Luma. Der ist zwar wunderbar in der Handhabung, macht aber ein Nebengeräusch, was mich schnell nervt, ist mir bei kurzen, knackigen Noten zu weich in der Ansprache und klingt auch nicht so gut sobald man mit dem Ohr mehr als 15 cm von der Quelle weg ist, sagt das Publikum (N=2). Und für einfach so weil er mir sympathisch ist, ist er dann doch zu teuer, obwohl ich das ernsthaft erwägt hatte, ihn auch zu behalten. Es braucht auch niemand (der kein*e professionelle*r Musiker*In ist) drei Bögen. Alle probierten Bögen waren übrigens einfacher zu handhaben, als mein vermutlich billiger Holzbogen, obwohl ich den ja sehr gewöhnt bin. Ich hege die leise Hoffnung, dass der unbeabsichtigt hüpfende Bogen (beim Abstrich leicht oberhalb der Mitte, wenn ich mich nicht voll drauf konzentriere, das zu kontrollieren, was dann Schludrigkeiten an anderen Stellen mit sich bringt) der Vergangenheit angehört.

Und damit schließen wir das Kapitel Bogensuche ab.

Abends gab es noch einen eskalierenden Streit mit Michel und eine neue Episode in der Erfolgsserie „Frau Rabe verblutet durch die Nase“, aber beides ging gut aus, puh. Nervig ist es trotzdem beides.

Tag 2363 – Frühling, He Who Must Not Be Named und Erkältung.

Hier ist alles grün und blüht! Für uns aus dem hohen Norden ist das höchst faszinierend, bei uns ist alles braun und tot. Ich wünschte, ich würde übertreiben, aber die norwegische Natur sieht, wenn der Schnee wegtaut, jedes Jahr aus als würde nie wieder irgendwas da wachsen. Zur gleichen Zeit sind Wiesen in Deutschland grün. Hier fängt der Raps an zu blühen, die Osterglocken und Tulpen blühen, es gibt Gänseblümchen und Butterblumen und die Bäume blühen. (Schwenk nach Norwegen, am Sonntag hatten die Erdbeeren ca. 3 grünliche Blättchen, sie leben also, schön.)

Gestern waren wir mit Pippi am Strand und Pippi ist endlich der schon seit Tagen überreife zweite obere Schneidezahn ausgefallen. Jetzt hat sie also eine beeindruckend große Zahnlücke und kann wieder essen ohne zu meckern, dass der Wackelzahn dann wehtue. Abends waren wir noch shoppen, denn manche von uns (ich) haben ihre Schlafanzüge zu Hause vergessen, andere (Herr Rabe) haben den Kindern für den englischen Frühling norwegische Winterstiefel angezogen und keine Turnschuhe eingepackt und wieder andere (Michel) haben einen enormen Jogginghosenverschleiß durch Längenwachstum und unbewusstes Friemeln und Popeln an kleinen Löchlein, die dann schnell zu riesigen Löchern werden. Danach waren Kinder und Erwachsene wieder zu spät im Bett.

Heute waren wir in einem Shop namens Oliver‘s Brighton, das kann ich sehr empfehlen, wenn man Harry Potter mag, J.K. Rowling noch (wenn auch über einige Umwege und sicherlich anteilsmäßig nicht sonderlich viel) Geld in den Hals werfen mag oder Kinder hat, die trotz aller Toleranz nur ganz wenig Verständnis dafür haben, wenn man das eigentlich überhaupt nicht mehr will.

Geheim, geheim!

Das ist ein ganz liebevoll gemachter, kleiner Shop, in dem man hochwertigen Harry Potter-Krams kaufen kann. Unter anderem gibt es Nachbildungen der Film-Zauberstäbe, und zwar allen. Schwer sind die, wie die Film-Requisiten auch, kein Plastik. Michels erste Frage an den Shop-Besitzer (Oliver) dazu (nach schlechten Erfahrungen mit einem billigeren Plastik-Stab), in astreinem Englisch: Sind die hohl innendrin? Nein, sind sie nicht, die haben einen Metallkern, da drum ist ein „Resin“ und dann sind sie handbemalt. Also falls Sie mal in Brighton sein sollten, und, sagen wir mal, Molly Weasleys oder Katie Bells Zauberstab haben wollen, buchen Sie ruhig einen Termin bei Oliver. Man kann auch Butterbeer kaufen, die Marauders Map, Death Eater Masks oder oder oder. Was das Herz begehrt. Dabei kann man außerdem Oliver treffen, was ein Anlass für sich sein dürfte.

Leider plagt uns (Herrn Rabe, Michel und mich) weiterhin die Erkältung, aber ich habe das Gefühl, es geht jetzt wieder bergauf. Michel plagt außerdem Allergie. Gut, dass ich eine halbe Apotheke dabei habe.

Morgen, allerspätestens übermorgen, muss ich mich für einen Bogen entscheiden. Zwei (die, die vom anderen Laden in der Cello-Version ankamen) hatte ich über ein Trial-Program hier her bestellt und spätestens Donnerstag muss ich die zurückschicken, wenn ich sie nicht haben will. Ich möchte die gerne mögen, aber inzwischen bilde ich mir bei allen Bögen Nebengeräusche ein, die da vermutlich gar nicht sind oder sich mit optimalisiertem Kolophonieren beheben ließen und macht nicht der eine, dass die Geige auf den höheren Saiten metallisch und schrill klingt??? Ahhhhh. Vielleicht müssen morgen wirklich Herr Rabe und die Schwägerin was dazu sagen, aber dann müssen sie ja zuhören und über das nicht-Solisten-Qualität-spiel hinweghören… ahhhhh.

Tag 2359 und 2360 – Urlaubsvorbereitungen und sonst nix erzählenswertes.

Morgen fahren wir für eine gute Woche nach England, die Schwägerin besuchen. Wir sind teilweise deswegen schon sehr aufgeregt. Andere Teile sind tiefenentspannt, wie immer also.

Gestern war ich zu spät im Bett zum Schreiben.

Ansonsten beschäftigen mich grad Dinge, über die ich nicht schreiben kann oder eher möchte (klar kann ich). Aber es sind andere Leute involviert, oder ich würde meine Kinder beschämen oder Ähnliches, all das möchte ich nicht im Internet breittreten.

Krieg ist auch immer noch und ich hoffe wirklich, dass der Kriegsverbrecher und alle seine Kriegsverbrecherkumpels, Kriegsverbrecherhandlanger, Kriegsverbrechen Ausführende und diese ganze Propagandamaschine gleich mit sehr bald ganz achtsam aus dem Fenster fällt, ganz zufällig versteht sich, tragischer Unfall und so weiter. Es ist so abstoßend furchtbar, dass mir dazu die Worte fehlen und ich Nachrichten nach wie vor nur wohldosiert aufnehmen kann, bevor ich wieder irgendwas belangloses über irgendwelche Sportlerfamilien lesen muss um die Angst zu verscheuchen.

Tag 2208 – Eigenes Bett ist bestes Bett.

Tatsächlich war das Schlafen in der „Podhytte“ sehr angenehm, trotz (oder wegen?) nächtlichem Regen, aber so eine richtige Matratze hat ja schon auch was. Vor allem in unserem *hust* fortgeschrittenen Alter, in dem man auch gar nicht mal so unbedingt den vom Freizeitparktag geschundenen Körper über eine Sitzbank in das halbhohe Hochbett wuchten will.

Aber schön war’s, insgesamt. Jetzt morgen noch Wäsche waschen und den letzten Urlaubstag genießen und dann geht es wieder los mit der Erwerbsarbeit, und Pippi fängt im Hort an, huiiii, so aufregend!

Tag 2207 – Affenbabys.

Vielleicht ist das Geheimnis, gut und ausreichend geschlafen zu haben, heute ging es jedenfalls bei allen irgendwie besser mit Tierpark und anderer Action. Oder es liegt am Wetter, das war heute super.

Jedenfalls, Fazit zum Kristiansand Dyrepark: Tierpark Hop, Freizeitparkteil eher Flop. Wenn man nicht riiiieeeesiger Kaptain Sabeltann-Fan ist, kann man den Teil vom Park gut überspringen. Der Tierpark ist aber wirklich schön und wir haben dann heute die Tiere nachgeholt, die wir gestern aus Wetter- und Schlangestehgründen nicht geschafft oder gesehen haben:

Die Giraffen waren gestern nicht draußen.
BABYLEMUR!!!

Achtung, es folgen ein paar Bilder mit unter anderem Schlangen (keine Spinnen, keine Insekten).

Schlangi!
Alli-alli-gatoah.
Chamäleon-Po.
Schlangi 2!
Missmutiger Frosch.

So, fertig mit Reptilien und Amphibien.

Die Capybara-Kinder waren mindestens so neugierig auf die Rabenkinder, wie umgekehrt.
Ein Herz für No-Bullshit-Tiere wie Capybaras und Hornfrösche.
Orang-Utan-Junges versucht unter Beobachtung durch die Mutter mit einem Stock nach dem Futter in der Kiste zu prökeln. Die Kiste hat ein Loch im Boden, die Affen müssen also die richtige Seite der Kiste mit dem Stock nach oben schieben, damit das Futter raus fällt. Mama Affe weiß das offenbar, Affenkind auch, aber Affenkind muss noch üben. Macht es auch, unermüdlich und die Mutter am Arm herumzerrend.

Orang-Utans sind vielleicht unter den coolsten Tieren der Welt, ich hätte denen stundenlang zusehen können. Ich muss wirklich aufpassen, die nicht noch mehr zu vermenschlichen, es drängt sich bei deren Verhaltensweisen wirklich auf.

Nach Affen und Reptilien hatten wir Eishunger, auf dem Weg kamen die Knie- und Ellenbogenpflaster zum Einsatz, die die kluge und fürsorgliche Mutter Rabe natürlich dabei hat um etwaiges Geschreul sofort im Keim zu ersticken.

Und nach dem Eis: Baden. Badeland: topp. Herr Rabe und ich wären gerne auch auf mindestens einer der drölfzig Rutschen gerutscht, aber das fanden die Kinder blöd und am Ende so eines Tages sind zumindest unsere Kinderüberredungskapazitäten aufgebraucht, also machten wir, was die Kinder wollten. Pippi wollte hauptsächlich in einem der Kinderbecken tauchen. Das Becken hatte sicher 28 Grad Wassertemperatur, ich saß da also einfach bis zur Brust drin und ließ Pippi tauchen, dabei dachte ich an wenig und wartete aufs Verschrumpeln, während mir die Sonne auf den Rücken schien (Ich sollte mir eine Sonnenbrille fürs sommerliche im-Wasser-sein anschaffen). Super gut war das. Das Becken hat außerdem eine der Attraktionen in klein: eine Art aufgeblasenen Hüpf-Hügel, der von oben die ganze Zeit mit Wasser begossen wird, und auf den man drauf klettern kann, um dann oben zu hopsen, runter zu rutschen und beim Rutschen zu bouncen. Das fand Pippi erst blöd und dann super. Wir badeten bis das Bad schloss (gestern waren wir hingegen um halb sechs alle so gar, dass wir die letzten eineinhalb Stunden sausen ließen). Ich hatte mir extra so Bandagen-Abdeckungs-Film gekauft, das hat zumindest heute sehr gut geklappt, nachdem ich gestern gelernt hatte, dass man die Schutzfolien von der mit 1 gekennzeichneten Seite wirklich zuerst abziehen sollte. Für ein optisch optimales Ergebnis, funktioniert hat es gestern auch, sah aber halt nicht hübsch aus. Leider bin ich gegen den Kleber von dem Film allergisch und hab jetzt Pickel am Hals. Etwas Schwund ist immer.

Also: Badeland lohnt sich, da ist für jede Alters- und Risikogruppe was dabei.

Den Campingplatz hingegen (Roligheden Camping) kann ich nicht wirklich empfehlen. Die Klos müffeln und es sind Unisex-Klos (Einzelkabinen), in einem Land in dem Kindern mit Penis von klein auf beigebracht wird, im Stehen zu pinkeln. Ihbah.

Ich freue mich auf zu Hause.

Tag 2189 – Vorbereitungen und so weiter.

Nein, ich koche nicht vor, bevor ich operiert werde.

Aber ich entferne schon mal alles Metall aus meinem Körper*.

Ich brauchte schnell einen Platz, wo ich es nicht aus Versehen vom Tisch fege…

Morgen habe ich den HNO-Termin zur Kontrolle, und ich dachte, FALLS das Zungenpiercing nicht rausgeht, könnte ich im Notfall nach dem Termin in Oslo zu einem Piercingstudio gehen und es dort entfernen lassen. Aber ging ja, mit zwei Zangen und Herrn Rabes Fingerspitzengefühl. Angeblich wächst das ja super schnell zu, ich bin gespannt, ob das stimmt. Auch wenn ich nach 18 Jahren denke, es ist jetzt auch mal gut gewesen damit. Irgendwann muss eine ja erwachsen werden.

Ansonsten passierten heute diverse Dinge hier zu Hause. Ich habe das darüber äußerst empörte Langhaarschwein mit dem Langhaarschneider traktiert, damit seine Haare nicht im Draußengehege über den Boden schleifen. Immer wieder faszinierend, dass man sich aus den abgeschnittenen Haaren fast ein zweites Meerschwein häkeln könnte. Kaum war ich damit fertig, als plötzlich, zusätzlich zu Pippis Spielbesuch, zwei weitere Kinder bei uns waren, die Herr Rabe ins Haus scheuchte während er mir zurief, er fahre jetzt deren Vater (unseren Nachbarn) zur Legevakt, der von einer Wespe in die Nase gestochen wurde und eine allergische Reaktion vermutete. „Mir wird ein bisschen schwindelig!“ hörte ich den Nachbarn sagen. Es ging alles gut, es gab Adrenalin und Antihistaminika für den Nachbarn, der jetzt Allergiediagnostik gewonnen hat. Der Schwindel kam vermutlich von den Herzrhythmusstörungen, die der Wespenstich ausgelöst hatte und es war gut, dass er gleich gekommen ist. Die Kinder trugen es mit Fassung, vielleicht auch, weil wir ein neues Switch-Spiel haben. Spannend an Pippis Spielbesuch war, dass ich, getrieben von der bekannten, heftigen Wespenallergie des Kindes (das ist das, was immer einen EPI-Pen dabei hat) und diesem Schreck mit dem Nachbarn leicht hektisch werdend die sich plötzlich im Haus materialisierenden Wespen rausscheuchte und dann alles verrammelte, als wäre nicht Sommer und 26 Grad und Durchzug wegen Pandemie eigentlich sinnvoll. Aber man kann nicht alles haben, und ich will echt nicht diesen Pen benutzen müssen.

Dann machten wir einen kleinen Ausflug zum Bauernhof, wo ich das Besuchskind erfolgreich in Socken, in die auch die langen Hosenbeine gesteckt wurden, quatschte, wie es mir seine Mutter geheißen hatte. Keine nackten Knöchel, während man im hohen Gras rumstapft. Wir ernteten Rhabarber und Salat und es gab keine Eier. Tjanun. Aber Rhabarber, morgen gibt es also Kuchen und der Rest wird eingefroren und wartet darauf, dass norwegische Erdbeeren irgendwann vielleicht bezahlbarer werden. Was möglicherweise nicht passiert, weil die Erdbeerbauern nicht so leicht die üblichen Billiglohnpflücker*Innen importieren konnten und sich (angeblich) die Norweger*Innen für sowas zu fein sind. Aber das ist dann halt so und ein Kilo Erdbeeren (plus Zucker und Geliermittel) ist immer noch wesentlich billiger, als die Marmelade zu kaufen, die man daraus kochen kann und es schmeckt auch besser (weil wir die norwegischen Erdbeeren reintun und Rhabarber haben).

Medienmäßig ist Sommerloch, man merkt es deutlich. „Überraschend“ wurden im ersten Halbjahr 2021 weit mehr Kinder geboren, als der Trend der letzten Jahre anzeigte. „Überraschend“ nehmen norwegische Hoteliers und Leihwagenfirmen die in Norwegen urlaubenden Norweger*Innen schamlos aus, Angebot (zum Teil künstlich) klein, Nachfrage groß, Kapitalismus ist so schön simpel. „Überraschend“ sind die Freizeitparks alle auf Wochen ausgebucht. Es ist alles ein großes „Nein! Doch! Oh!“-Fest.

Ich werde morgen „überrschend“ müde sein, wenn ich um sieben hier los fahre zu dem HNO-Termin…

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*abgesehen vom Draht, der meine Schneidezähne an ihrem Platz hält