Tag 1589 – Endlich Urlaub.

Heute noch einen langen Arbeitstag mit einer sehr merkwürdigen Weihnachtsfeier (es gab Salat! Ich meine – Salat! So weihnachtlich.) hinter mich gebracht, und nun ist Urlaub. Zweieinhalb Wochen. Computer ist im Werk geblieben, ich bin sehr stolz auf mich. Arbeitsplatz ist ja eh immer aufgeräumt und dass nicht nur weil der Direktor vom Werk das mit dem Free seating durch die Hintertür einführen will ausprobiert.

Ich bin urlaubsreif hoch drei aber habe erstaunlich gut durchgehalten, finde ich.

Und jetzt Bett, Schlaf nach- und vorholen.

Tag 1483 – Sonntagabendstimmung.

Ach ja. Nun ist das Wochenende wirklich rum. Ich liege zu Hause im Bett und bin hundemüde, nachdem wir uns gestern noch mal ordentlich verquatscht haben und heute morgen aber ja die Kinder wieder zur Schule und die Erwachsenen in ihre Arbeitsstätten mussten und wir dementsprechend nach wenig Schlaf wieder rausmussten. Dann wurde es noch mal doof spannend, weil ich, an der S-Bahn angekommen, feststellen musste, dass ein Streckenabschnitt zum Flughafen Signalprobleme hatte und da viele Züge gestrichen wurden und der Rest verspätet war. Aber schreiend im Kreis laufen bringt eine ja auch nicht zum Flughafen, also tapste ich ein bisschen verloren durch den Kölner Hauptbahnhof, machte ein Selfie…

… und dann, mehr als eine Stunde später als von mir angepeilt, saß ich auf dem Boden in einem Zug zum Flughafen.

Aber das Wochenende. Es war so wunderbar! So ein herzlicher Empfang, entspannte Gastgeber und Gastgeberin, nette andere Gäst*Innen und das nächste Mal erstarre ich dann auch nicht vor Schreck, wenn ich so „Berühmtheiten“ aus meiner Twitter Bubble gegenüberstehe. Oder unfassbar schönen Frauen, die mir diffus bekannt vorkommen und sich als „kennste bestimmt aus dem Fernsehen“ herausstellen. Aber das Fest war wirklich toll und lustig und die riesige Kinderschaar, die durchs Haus tobte auch nur hier und da kurzzeitig etwas unkontrolliert und drüber. Ich hab mich ganz doll gefreut, ganz viele Leute aus Diesem Internet™️ mal in echt kennenzulernen! Und die Törtchen! Dass die so schnell aufgegessen waren, hat sie immerhin davor bewahrt, dem Regenguss anheimzufallen. Dieses traurige Schicksal ereilte nämlich 95% der Reste des Essens, die in dem plötzlichen Guss nicht gerettet werden konnten. Wie auch, die Zeit von den ersten zwei, drei Tropfen auf dem Arm zu komplett durchnässt im Hausflur stehen reichte halt eben so für den nicht besonders langen Weg. Aber wie gesagt, die Törtchen (und echt viel anderes, leckeres Zeug) ruhten da schon sicher und gemütlich in unseren Mägen. Und man kann sich ja umziehen und dann halt den Absacker noch drinnen trinken.

Hach, hach.

Das war’s jedenfalls allemal wert, zwei drei Tage lang mit dem Sport und der Bewegung (und der Alleinzeit) zu schlampen.

Ich hab jetzt wohl mindestens zwei Freund*Innen mehr. Verrückt.

Und, apropos Freundinnen und aufregende Anfahrt zum Flughafen und leider kein Foto gemacht: die supertolle Jette hat heute echt meinen halben Tag gerettet, denn als ich kurz vorm Nervenzusammenbruch am Flughafen ankam, stand sie da und hatte Kaffee und eine Umarmung und eine ruhige und resolute Art, mich durch Checkin und Gepäckaufgabe zu bugsieren. Ich kann da gar nicht genug für danken. Ich war nämlich schon im Panikmodus und das ist selten produktiv.

Hach, hach, hach. Da darf man schon mal ein bisschen wehmütig sein, allein im Bett (Herr Rabe spielt grad ein recht zeitintensives PlayStation-Spiel, das ich zum Zugucken langweilig finde. Irgendwas mit Ninjas.) und im kalten Norwegen.

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Bevor sie sich fragen: natürlich habe ich mich sehr gefreut, die Kinder wiederzusehen. Michel hat mich auch gleich gefragt, ob es in meinen „Ferien“ gut war und ob wir auch mal wieder zusammen Flugzeug fliegen können. Pippi hat mir erzählt, dass Michel ihre neue Unterhose nicht schön findet. Und beide waren beim ins Bett bringen sehr kuschelig und putzig und ich hab die einfach schrecklich lieb.

Tag 1448 – Tschüss, Bodensee!

Ich komme wieder, und dann bringe ich die Familie mit.

Was ich niemals machen würde, Folge 15492.

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Tja, das war ein sehr schöner Kurztrip, aber jetzt ist er vorbei. So viele nette Menschen hab ich selten in so kurzer Zeit kennengelernt. Und so ein hübsches Örtchen! Hach. Jetzt, nach dann eben doch 6,5 Stunden Reise, sitze ich wieder auf dem heimischen Sofa Schlafsessel. Es ist wie in einer Sauna hier, so schwül, dass mir im Sitzen der Schweiß an Stellen läuft, von denen viele sich wohl gerne einbilden würden, Frauen(TM) würden da nicht schwitzen, warm ist es auch, wärmer als am Bodensee. Lustige Welt. Das kleine Kind schläft, das große kann nicht schlafen, wir haben (mit Ansage und Wecker) 10 Minuten gekuschelt und jetzt versucht es, allein einzuschlafen. Herr Rabe und ich schwitzen sitzen vorm Kinderzimmer in eben dem Schlafsessel, ich freute mich kurz aufs Bett, aber eigentlich habe ich auch noch Hunger und Durst und überhaupt, wie soll man denn schlafen, wenn man langsam aber sicher im eigenen Saft geschmort wird?

Trotz allem: ich bin froh, wieder zu Hause zu sein. Ich hab die hier ja alle doch ganz schön lieb.

Hier noch nachgereicht das Beweisbild, dass ich baden war. Den Kopf hatte ich wegen dezenten Ekels vor den seltsamen türkisen Algen nicht unter Wasser.

Tag 1447 – Touristenprogramm.

Heute neu, mit Titel. Gestern fielen mir beim Tippen schon die Augen zu, heute ist es etwas besser, da null Tequila-Aufnahme und sagenhafte 10,5 Stunden Schlaf (in denen ich mich laut Sleeptracker-App quasi nicht bewegt habe) in der letzten Nacht. Apropos Schlaf: vielen Dank für all Ihre Kommentare, wirklich, ich freue mich, dass Sie so Anteil nehmen, aber Ratschläge sind, zumindest die ungebetenen, halt auch Schläge. Ja, ich bin manchmal echt genervt von den Kindern und ich möchte mir darüber Luft verschaffen können, ohne direkt die Selfcare-Keule um die Ohren gehauen zu bekommen. Bei uns läuft nicht immer alles perfekt und ich finde, das Internet ist schon voll genug von harmoniestrotzenden Familien, während ich im echten Leben viele müde, genervte und sich im Alltag aufreibende Eltern sehe, die dem harmoniestrotzenden Idealbild hinterherhecheln. Dieser Blog ist hoffentlich einer, dem niemand hinterherhechelt. Wenn ich etwas bei den Lesenden auslösen will, dann keinen Neid sondern ein Gefühl von nicht allein sein mit den alltäglichen Problemchen, die viele Eltern eben haben. Und daran, kein Reflexhaftes Ratschlaggeben bei den Lesenden auszulösen, arbeite ich dann mal noch.

Jetzt aber zu etwas schönerem: die frische Frau Doktor und ich haben heute Touriprogramm gemacht. Hier ist alles ganz pittoresk und süß, bunte Fachwerkhäuschen und Weinanbau und überall Boote, das finde ich als gebürtige Flachländlerin ja alles sehr sehr hübsch. Allerdings glaube ich der frischen Frau Doktor aufs Wort, dass das alles sehr trist wird, wenn nach der Saison die Bürgersteige hochgeklappt und die Luft aus den Fachwerkhäuschen gelassen und die gesamte Altstadt für den Winter eingepackt wird. Aber jetzt im Sommer ist es trotz Regen heute sehr schön und es gibt gutes Eis mit Entenbabybesuch.

Zum Abendessen unternahmen wir mit dem Freund der frischen Frau Doktor einen Ausflug nach Überlingen, da gibt es sogar Bananen. Okay. Sehr kleine Bananen. Aber: Bananen!

Einen richtigen Kakteengarten gibt es auch. Diese hier musste ich fotografieren, weil ich finde, dass sie, je länger man sie anguckt, umso seltsamer bis ekliger aussieht.

Es ist schon sehr schön hier. Aber ich freue mich auch, morgen wieder nach Hause zu kommen. Ich vermisse sie ja doch, die Rübennasen.

Tag 1426 – Flötensee.

Naturseeing wurde es. Genau genommen unser kleiner Badesee mit Strand, genannt Fløyta (Flöte). Dass es nur 18 Grad warm war (nicht im Wasser, in der Luft) juckte die Kinder überhaupt nicht. Auch nicht, dass das braunes goldenes Moorwasser ist. Hauptsache Wasser.

Pippi vermiete ich demnächst als norwegisches Kindermoden-Naturmodel.

Der Kopf der da im oberen rechten Bilddrittel aus dem Wasser guckt, ist mein Bruder.

Das war schön. Auch wenn danach zwei durchgefrorene Kinder mit Engelszungen zum Verlassen des Wassers überredet werden mussten. Hachz.

Tag 1425 – Sehenswürdigkeiten.

Also, ich fühle mich ein wenig schlecht deswegen, aber wir haben meinem Bruder heute das supersexy Käsebrot Einkaufszentrum in der nächsten größeren Stadt gezeigt. Da kann man immerhin Pokémon fangen Foundables befreien. An sich finde ich Einkaufsbummel in den Ferien ja schön, weil man dann die Muße hat, aber mit zwei überdrehten Quatschnasen am Bein die Verkäuferin davon überzeugen, dass ich echt nur drei Jogginghosen habe und deshalb auch nur zwei (wegen drei-für-zwei-Angebot) bezahle und ganz sicher nicht vier, das ist dann nicht so schön. Für sowas hätte ich lieber keine Kinder dabei, dann geht das auch dreimal schneller. Aber dann würde Michel auch kein Damenfußballnationalmannschaftstrikot haben wollen, das wäre natürlich zu bedenken. Wie dem auch sei: das shoppen muss mal aufhören, die Kinder haben nun alles und noch mehr. Ok, ne Trinkflasche für Michel und Brotdosen für beide, das noch. Dann ist aber echt mal gut!

Und morgen dann vielleicht mehr Sightseeing. Oder Naturseeing. Was anderes als Shoppingcenterseeing jedenfalls.

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Muss darüber nachdenken, dass Leute unser Familienleben als abschreckend empfinden. Kinder haben sei ja voll anstrengend. Hmmhmmhmm.

Ich lieb meine Kinder ja, aber grundsätzlich finde ich, es muss echt nicht jeder welche kriegen. Genau genommen kann ich vom Kinderkriegen aus vielen Gründen rational gesehen nur abraten und das einzige Argument pro Kinder ist so diffuses „wollte ich halt irgendwie“.

Ich würd gern weniger Sorgen haben. Zum Beispiel darum, ob meine Kinder nen Schaden kriegen, wenn ich so übers Kinderhaben rede. Dabei sind die doch das allerwertvollste, was ich hab. Weshalb ich mir ja dauernd Sorgen mache. Gnah.

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Muss im Urlaub:

  • Mehr Trinken
  • Mich mehr bewegen
  • Mehr allein sein
  • Mehr schlafen

Das werde ich nächste Woche alles mal angehen. Mit mehr Trinken (Wasser! Und kalten Pfefferminztee) hab ich schon angefangen, das lässt sich ja recht einfach in die normalen Abläufe integrieren.