Tag 1426 – Flötensee.

Naturseeing wurde es. Genau genommen unser kleiner Badesee mit Strand, genannt Fløyta (Flöte). Dass es nur 18 Grad warm war (nicht im Wasser, in der Luft) juckte die Kinder überhaupt nicht. Auch nicht, dass das braunes goldenes Moorwasser ist. Hauptsache Wasser.

Pippi vermiete ich demnächst als norwegisches Kindermoden-Naturmodel.

Der Kopf der da im oberen rechten Bilddrittel aus dem Wasser guckt, ist mein Bruder.

Das war schön. Auch wenn danach zwei durchgefrorene Kinder mit Engelszungen zum Verlassen des Wassers überredet werden mussten. Hachz.

Tag 1425 – Sehenswürdigkeiten.

Also, ich fühle mich ein wenig schlecht deswegen, aber wir haben meinem Bruder heute das supersexy Käsebrot Einkaufszentrum in der nächsten größeren Stadt gezeigt. Da kann man immerhin Pokémon fangen Foundables befreien. An sich finde ich Einkaufsbummel in den Ferien ja schön, weil man dann die Muße hat, aber mit zwei überdrehten Quatschnasen am Bein die Verkäuferin davon überzeugen, dass ich echt nur drei Jogginghosen habe und deshalb auch nur zwei (wegen drei-für-zwei-Angebot) bezahle und ganz sicher nicht vier, das ist dann nicht so schön. Für sowas hätte ich lieber keine Kinder dabei, dann geht das auch dreimal schneller. Aber dann würde Michel auch kein Damenfußballnationalmannschaftstrikot haben wollen, das wäre natürlich zu bedenken. Wie dem auch sei: das shoppen muss mal aufhören, die Kinder haben nun alles und noch mehr. Ok, ne Trinkflasche für Michel und Brotdosen für beide, das noch. Dann ist aber echt mal gut!

Und morgen dann vielleicht mehr Sightseeing. Oder Naturseeing. Was anderes als Shoppingcenterseeing jedenfalls.

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Muss darüber nachdenken, dass Leute unser Familienleben als abschreckend empfinden. Kinder haben sei ja voll anstrengend. Hmmhmmhmm.

Ich lieb meine Kinder ja, aber grundsätzlich finde ich, es muss echt nicht jeder welche kriegen. Genau genommen kann ich vom Kinderkriegen aus vielen Gründen rational gesehen nur abraten und das einzige Argument pro Kinder ist so diffuses „wollte ich halt irgendwie“.

Ich würd gern weniger Sorgen haben. Zum Beispiel darum, ob meine Kinder nen Schaden kriegen, wenn ich so übers Kinderhaben rede. Dabei sind die doch das allerwertvollste, was ich hab. Weshalb ich mir ja dauernd Sorgen mache. Gnah.

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Muss im Urlaub:

  • Mehr Trinken
  • Mich mehr bewegen
  • Mehr allein sein
  • Mehr schlafen

Das werde ich nächste Woche alles mal angehen. Mit mehr Trinken (Wasser! Und kalten Pfefferminztee) hab ich schon angefangen, das lässt sich ja recht einfach in die normalen Abläufe integrieren.

Tag 1423 – Ferientag 4.

Leichter Koller heute. 12 Stunden lang für beide Kinder im Grunde allein zuständig zu sein, schlaucht ganz schön. Weiß nicht, wie ich das finden soll, ich würd ja gern entspannen, aber so richtig will keine Entspannung aufkommen, wenn ich um sechs von Herrn Rabes Wecker und um sieben von dessen Tochter geweckt werde. Hrmpf.

Heute zwei Ausflüge getätigt, wider dem Koller oder so. Nämlich zum Bauernhof um, äh, Würstchen zu kaufen.

Da dieses Lamm mit der Flasche aufgezogen wird, ist es eher so ein Hündchen und wird vermutlich auch eher kein Würstchen.

Das war alles sehr idyllisch, dieses Jahr wächst und gedeiht alles auf dem Bauernhof, nur die Himbeeren, die leiden noch ein bisschen nach unter dem Dürresommer 2018, die sollten wohl ca. doppelt so hoch sein, wie sie sind. Hängen aber voller Beeren, also meckern auf halbhohem Niveau.

Von dort aus liefen mein Bruder und seine Freundin in den Ort (und verfransten sich, ich fühle mich ein bisschen schuldig), ich fuhr mit den Kindern zu IKEA. Am Gästebett ist eine Latte gebrochen, für meine drülfzig Natures (huiii Luxusproblem) sind mir die Zeitschriftensammler ausgegangen, im Flur sind schon wieder die Glühbirnen kaputt und so generell kann man da ja schnell mal nen halben Tag rumbringen, zumal einen, an dem nur 13 Grad sind und alle deshalb meckerig drauf sind. Im Auto schlief Pippi ein und war danach mies drauf, was sich erst mit der Aussicht auf Småland änderte. Da blieben dann auch beide Kinder, sodass ich es tatsächlich schaffte, alles einzukaufen was ich wollte, plus dies und jenes an Gedön – die Muße fehlt sonst oft. Jetzt haben wir zum Beispiel endlich wieder zwei heile (!) Knirpse im Haushalt. Sogar Bettwäsche kaufte ich, aus der Fundgrube. Fast wie früher, ohne Kinder.

Eine Stunde Rückfahrt später dann leckeres Abendbrot. Wir haben zum ersten Mal die einigermaßen gehypten Burger-Patties von Beyond Meat ausprobiert und ich muss sagen, das war sehr lecker. Schmeckt wie Fleisch, das muss man natürlich mögen, die Optik ist auch fast so, die Haptik auch und man kann es so braten, dass es innen rosa und saftig bleibt. Für mich definitiv geeignet als Fleisch-Ersatz.

Tag 1422 – Ferientag 3.

Tag im Schnelldurchlauf:

  • Michel zu Freund B. gebracht. Pippi freundet sich gaaaanz laaaangsam mit Golden Retriever Alva an. In Zeitlupe. Heute, nach fast einem Jahr, hat sie sie zum ersten Mal aus eigener Initiative angefasst.
  • Versucht, in Eidsvoll eine Waage aufzutreiben. Gescheitert. Beschlossen, dass Pippi über 15 kg wiegt.
  • Einen Kindersitz bestellt. Es mir dabei ganz einfach gemacht und alle Erkenntnisse und Entwicklungen auf dem Gebiet der Kindersitze Klasse 2/3 der letzten dreieinhalb Jahre links liegen gelassen und den gleichen Sitz, den Michel hat, in rot bestellt. Mit dem sind wir nämlich sehr zufrieden und man muss ja echt nicht dauernd das Rad neu erfinden.
  • Mit Pippi, meinem Bruder und dessen Freundin in den Ort spaziert, einen Kaffee getrunken und Eis gegessen, immer in grade noch so Reichweite des Inns, in das mein Bruder und ich drei Dark Detectors geworfen hatten. Hin und wieder was befreit, ansonsten unterhalten und Pippis Nase geputzt.
  • Zu Hause Michel vor der Tür getroffen, der grad nach Hause gebracht worden war und sich wunderte, wo wir sind (die Mutter von B. war auch noch da, nicht dass Sie sich wundern).
  • Nochmal losgedüst, Veggiepølse kaufen.
  • Einkauf in Empfang genommen.
  • Geschminkt (ja, die Reihenfolge war heute etwas seltsam)
  • Von den Kindern verabschiedet (Hurra!)
    Herrn Rabe zum Essen getroffen.
    Mittelgut gegessen.
  • Eine Brilliant-Event-Tour gemacht, bis die Spell Energy alle und Herr Rabe genervt war.
    Bett.

In Echtzeit war das alles zusammengenommen tagesfüllend und überaus entspannt. Ich mag das, nicht allzu viel vorzuhaben und dann ganz überraschend doch mehr zu schaffen.

Tag 1421 – Ferientag 2.

Ach ja: keine Probezeit mehr! *Sektkorkenknallgeräusch*

Heute habe ich den Kindern Sandalen gekauft und bin dabei etwa 10 Jahre gealtert, auch mein Bruder und seine Freundin wissen jetzt etwas besser, was „10 Sack Flöhe“ bedeutet.

Abends einen kleinen Trondheim-Besuch in zwei Wochen abgekaspert und die haben da grad 10 Grad und Dauerregen, alles richtig gemacht (und weggezogen) würd ich sagen. Trotzdem freue ich mich auf M. und H. (und werauchimmer noch da sein möge.)

Und dann war da gestern noch diese lustige Sache, wie ich mal ein Radio-Interview gab. Zum Thema Ess- und Atemgeräusche. Der ganze Podcast vom DLF Nova ist hörenswert, aber wenn Sie so Podcast-Abneigungen haben, aber jetzt neugierig sind, wie ich mich anhöre: ab Minute 20:55. Ab Minute 26 mit einem der schrecklichsten Geräusche der Welt, als Bonus sozusagen.

Tag 1420 – Erster richtiger Ferientag.

Heute also das erste mal richtige echte Schulferien für Michel. Kein Hort, keine Ferienspiele*, nichts. Wow. Mir ist glaube ich das erste mal so richtig aufgegangen, wie groß Michel im letzten Jahr geworden ist. Von schüchternem Kindergartenkind zu… naja immer noch relativ schüchternem aber auch wilden und Neunmalklugen Grundschüler. Die Erwachsenenzähne wachsen, die Haare sind im Nacken gestern raspelkurz rasiert worden – von Herr Rabe, wie immer – und in Verbindung mit der Nackenbräune sieht der weiße Rand jetzt zwar etwas lustig aus, aber es macht ihn schon optisch größer. Natürlich ist er schlacksig wie eh und je, aber morgen wollen wir Sandalen kaufen, mal gucken, was uns da am unteren Ende des Körpers für Überraschungen erwarten. Die größeren Überraschungen erwarte ich da aber bei Pippi, die hat immer schon recht große Füße gehabt und da grad schon wieder alle Socken „aaaaaaltfor liten!“ (Vieeeeeel zu klein) werden, bin ich mal gespannt. Jedenfalls morgen also Ausflug in die große Stadt. Mit einem großen Kind und einem noch größeren Kind. Hach, ich freue mich. Ich hab schon tolle Kinder, meistens weiß ich das auch. Heute sind sie beide ohne Körperkontakt eingeschlafen, ich saß nur noch vor dem Bett, nicht mehr drin. Ich habe Hoffnung, dass wir nach den Ferien nicht mehr Einschlafbegleiten müssen.

Doch, war schön heute. Wirklich schön.

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*nächste Woche ist eine Art Ferienspiele für Michel, Montag bis Donnerstag, eine Artisten-/Parcouring-/Balanceschule. Das wird bestimmt spannend, Michel macht das mit seinem Freund und die beiden freuen sich schon sehr darauf.

Tag 1417 – Ferien!

Huff. Nachdem ich gestern tatsächlich grad so Abschminken noch geschafft hab (Zähneputzen aber nicht mehr) und heute den Wecker eine Stunde später als sonst stellte, hab ich dann doch noch mal genug Schlaf für den letzten Arbeitstag bekommen. Der war dann geprägt von Sachen fertig machen, wenigstens soweit, dass es weitergegeben werden kann. Dann habe ich sehr hart mit mir gerungen aber die Vernunft hat überwogen und der Computer ist deshalb im Werk geblieben. Ebenso sämtliche Ordner. Ok, ich hab mir noch ganz schnell auf dem Weg raus die Anleitung ausgedruckt, wie man von zu Hause aus ins Firmennetzwerk kommt, aber es ist ansonsten alles da geblieben und das ist schon ganz gut so. Ich hab den Urlaub bitter nötig (siehe gestern), ich laufe echt auf Reserveakku. Im nächsten halben Jahr wird der Oktober schlimm (schlimmschlimmschlimmschrecklich!), sonst geht es aber. Ich will ja auch fertig werden mit der Einarbeitung und Inspektionen selbständig leiten können, das passiert nicht ohne Arbeit. Der Plan sieht vor, bei soundso vielen Inspektionen erstmal Lead Inspector zu spielen, also im Prinzip alles zu machen von Kontaktaufnahme bis „wir schließen die Inspektion von unserer Seite ab“ alles zu übernehmen, aber eben mit Begleitung durch diejenige, die am Ende die Verantwortung trägt. Ich freue mich auf manche der geplanten Inspektionen, es ist viel interessantes dabei, vor manchem graut mir auch, aber nicht wegen der Hersteller sondern wegen der Orte an denen die sich befinden und den Transportmitteln, die wir dahin nehmen müssen. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie und Tabletten gegen Reiseübelkeit, die als Nebenwirkung das Hirn ein wenig umnebeln, sodass mir die Größe des Flugzeugs oder die Breite der Brücke oder die Länge des Tunnels ein bisschen egaler sind.

Ich werde die Ferien gleich mit einer kleinen Radtour zum Inn zum Spell Energy sammeln zum Supermarkt und dann einem kleinen Kämpfchen im Fortress Bier auf der Couch einläuten. Hoffentlich werd ich nicht wieder von Mückenhorden angefallen, seit Montag Abend weiß ich, warum die Gegend hier Moor heißt.

Die Kinder haben nun auch frei und ich glaube das wird super. Michel ist so groß geworden im letzten Jahr und Pippi auch. Hach, die zwei. Das Planschbecken steht bereit, wir sind bereit für 26 Grad morgen. Brilliant event um 12 Uhr sagt das Internet.

Außerdem kommt morgen Besuch und ich bin aufgeregt. Aber dazu mehr, wenn der Besuch da ist.