Tag 1403 – Zipperlein.

Das Alter. Uffuffuff. Ächz, Seufz, Stöhn.

Spaß beiseite: ich hab Schulter und das seit Wochen. Ich glaube ich ziehe die rechte Schulter unbewusst dauernd hoch, selbst im Sitzen und auch mit Maus mittig vorm Bauch noch (was übrigens nach kurzer Umgewöhnung und wenn man meist *entweder* tippt *oder* längere Mausdinge macht eine echt gute Sache ist). Die Schulter tut leider immer weh und ich fürchte, sie sagt ganz einfach, sie möchte mehr Bewegung und mehr Muskeltraining haben, das möchte vermutlich mein ganzer Rumpf, was sage ich, der ganze Körper. Das muss ich dringend wieder in Angriff nehmen, jetzt hab ich ja so langsam Routine bei der Arbeit und bin halt eh immer müde, dann doch vielleicht gleich richtig und wieder ein tägliches Sportprogramm, und wenn es nur 10 Minuten sind.

Jedenfalls, damit fange ich bald an. Morgen oder so. Nächste Woche. Ganz bestimmt. Heute Abend trinke ich Wein und lasse mich von Herrn Rabe massieren, das hilft auch schon recht gut.

Tag 737 – Nur schnell Hallo sagen.

Hallo!

(Ich muss ins Bett, Pippi meckert, die möchte glaube ich gerne Gesellschaft haben, nachdem sie heute im Kindergarten von der Schaukel gefallen ist und sich derbe auf die Zunge gebissen hat. Also so, dass es sichtbare Bissspuren auf ihrer Zunge hinterlassen hat und sie leider beim Essen von wirklich allem trotz Riesenhunger nach ein paar Sekunden anfing zu weinen. Dieses Kind kann ja unfassbar vorwurfsvoll (dass wir ihr das antun! Essen! Also bitte!) und enttäuscht (Essen ist doch ihr bester Freund und ihre Lieblingsbeschäftigung!) gucken, es ist fast niedlich, wenn es nicht so offensichtlich wäre, dass sie wirklich große Schmerzen hat. Ich setze auf das gute Heilfleisch von Kindern generell und im Mund insbesondere, das sollte morgen schon viel besser gehen. Aber irgendwie ist gerade bei vielen Kindern der Wurm ein bisschen drin – Michel ist im Moment oft sehr wütend und auch sein bester Kumpel, zu dem er heute nach dem Kindergarten mitgehen sollte, ist nach den ersten zwei Wochen Schule, was hier ja nicht mit Schule anfängt, sondern mit Hort, etwas… durch. Weshalb auch heute das Treffen dann in letzter Minute geplatzt ist. Weshalb Michel dann bei einem anderen Kumpel war. Äh. Alles wirr. Andere Geschichte, aber related: wenn ich es morgens nicht schaffe, mich zu schminken, bevor die Kinder wach sind, liefere ich am Ende zwei glitzernde Kinder im Kindergarten ab. Weil „Ohhhh, Mama, was hast du da? Ist das so Glitzer? Mit GOLD? Ich will das auch! Und so Wimpern-schwarz! Und die Haare müssen so schick* sein!“. Naja und auf die Wutausbrüche kann ich morgens echt verzichten und wenn dann Michel glitzert dann muss natürlich Pippi auch und… tjanun. Hübsche Kinder wie meine können halt auch alles tragen ;) 

Vor allem mit Zahnpasta im Gesicht 😂


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* Heute: Rockabilly-Tolle. Hatte er sich so ausgedacht und mit Wasser in Form gekämmt, ich hab dann mit ein bisschen Wachs für einen etwas dauerhafteren Stand gesorgt, es sah einfach zu bezaubernd aus.)

Tag 599 – Niemand versteht mich.

Hallo, Sie da! 

Jaaa, ich hab lange nichts mehr von mir hören lassen, aber ich war beschäftigt. Sehr. Ich bin sehr gewachsen. Meine Elefantenpuschen passen schon lange nicht mehr. Ich hab auch ein bisschen reden gelernt, aber ich muss immer alles dreimal sagen, bis mich wer versteht. Das geht mir total auf den Geist, ich sage irgendwas und die lächeln nur und sagen „Ja, genau, hmmhmm!“ und machen aber nicht das, worum ich doch gerade erst ausdrücklich gebeten habe. Am Ende muss ich immer erst wieder schreien, damit was passiert. Echt jetzt mal! Das muss doch anders gehen. Nachts zum Beispiel mache ich mir die Mühe mit dem Reden gar nicht mehr sondern brülle einfach drauflos, sollen die doch zusehen, wie sie mir Banane besorgen! Manchmal will ich auch einfach nur auf der anderen Seite liegen oder meine Füße sind zu warm oder ich will lieber mit Papa kuscheln (Spoiler: ich will immer lieber mit Papa kuscheln, Mama war neulich mal ganz lange weg, das ist mir nicht geheuer, hinterher verschwindet die wieder einfach so), aber ist das mein Job, das zu kommunizieren oder ist es deren Job, das herauszufinden? ICH hab mir NICHT ausgesucht, mit so einer schlecht funktionierenden Sprechmechanik auf die Welt zu kommen! Aber auch sonst, am Tag, raffen die ganz oft nicht, was Sache ist. Ein paar Beispiele gefällig? ICH HASSE DEN KINDERWAGEN. Und den Fahrradanhänger auch. Ich will laufen, aber die lassen mich einfach nicht, es hilft nur ganz selten mal, wenn ich mich einfach ganz steif wie ein Brett mache, dann können die mich nämlich nicht anschnallen. Dann seufzen sie und ich darf gehen. Oder neulich – da war ich krank. Mir gings echt bescheiden, mir war schlecht und ich war so tierisch schlapp, aber das haben die auch erst richtig verstanden, nachdem ich Papa voll angekotzt hab. Oder jetzt seit ein paar Tagen tut mir der Mund weh, es ist wirklich die Hölle, es juckt und drückt und tut weh, alles gleichzeitig, und da hilft kein Essen (im Gegenteil, das macht es noch schlimmer) und geht mit bitte ein für alle mal weg mit der vermaledeiten Zahnbürste! Heute musste ich wirklich erst sehr sehr nachdrücklich werden (ich kann das gut, volles Programm bis zum hysterischen Kreischen, das sitzt keine*r einfach aus!) bis die mir dieses Zeugs in den Mund gemacht haben, von dem alles taub wird. Das schmeckt zwar kacke, aber egal – es hilft. Danach konnte ich dann auch mit Michel und H. spielen, das war super. Michel hat mir ein Bett gebaut und ich hab mich reingelegt. Hinterher hat er behauptet, das wäre sein Bett, aber es war so gemütlich und so lustig, wie sich Michel aufgeregt hat! Michel versteht mich etwas öfter als Mama und Papa, aber der will mich dafür oft gar nicht verstehen.

Mir scheint, ich komme um das Sprechen nicht ganz herum, wenn das hier in Zukunft besser laufen soll.

In diesen Sinne bis bald – 

Ihre Pippi

Das Beste am Spielbesuch ist das Chaos!

Tag 523 – Sie ist wieder da. 

Ich habe sie nicht vermisst. Die Migräne direkt aus der Hölle. Einmal mit alles, bitte. 

Jetzt liege ich wieder im Bett, da war ich schon den Großteil des Tages, nach der Migräne kommen nämlich die Nebenwirkungen der Medikamente, in meinem Fall: Kreislauf. Ich kann knapp lange genug stehen, um Michel nen Schlafanzug anzuziehen. 

Und wie das so ist, erlebt es sich im Bett wenig. Und mit matschiger Birne schreibt es sich auch keine guten Blogbeiträge. Deshalb hier heute nix neues. 

Wenn Sie aber gerne was ganz langes lesen möchten und des Englischen mächtig sind, möchte ich Ihnen diesen Artikel empfehlen. Quintessenz: Schwangere werden über die Risiken und eventuellen Spätfolgen einer vaginalen Geburt völlig unzulänglich (meist nämlich gar nicht) aufgeklärt und das ist Mist.  

Tag 517 – Verkorkster Sonntag. 

Also was ja eh schon kacke ist, ist wenn eins der Kinder krank ist. Wenn es dann auch noch das Kleine ist, dem man nicht einfach Shaun das Schaf anmachen kann, ist das noch ein bisschen blöder. Dann liegt man wahlweise als Schlafunterlage den halben Tag mit ihr im Bett oder schleppt sie in der Trage rum, weil sie alles außer auf dem Arm sein völlig inakzeptabel findet. Ich bin aber leider mehrstündiges Manducatragen vorne überhaupt nicht mehr gewöhnt und mein Rücken findet das auch nicht so prall. Aber irgendwie muss man ja sein Minimalziel „Brot backen“ erfüllen, also schleppt man halt und backt dabei. Meine Güte, was war ich froh um die halbe Stunde in der sie selig eine im Bad gefundene Box aus- und einräumte. Da wirkte grad der Fiebersaft. Eine halbe Stunde. Mehr war heute nicht drin. 

Super toll auch, wenn das Kind, das dann den ganzen Tag mehr oder weniger verpennt hat, abends nicht schlafen kann. Aber Wachsein geht auch nicht. Da wird gewühlt und sich an den Ohren gezogen und irgendwann wird getreten und wenn man das dann nicht darf wird geweint. Lange. Und ich Summe und singe und kuschle und gehe weg und decke zu und nehme die Decke weg und irgendwann findet sie auf mir eine bequeme Position und wird ganz ruhig. Und ich summe noch ein bisschen weiter aber es ist dunkel im Schlafzimmer und warm unter der Bettdecke und zack, schlafe ich, aber sie nicht. 

Und wenn man dann geweckt wird, indem ein kleiner, aber sehr harter Kinderhinterkopf mit Schmackes ans linke Jochbein kracht, dann ist das echt mal richtig mies. 

Tag 372 – Kleine Wanderung. 

Heute war der „richtige“ Geburtstag der Besten. Gestern war ja nur Reinfeiern, von dem wir den obligatorischen Part wegen alle müde verpasst haben. Das war auch ganz in Ordnung so, denn so waren wir ein paar der Wenigen, die heute keinen Mordskater hatten. 
Wir trafen uns theoretisch um 14:50 an der Endhaltestelle einer S-Bahn-Linie. Theoretisch, weil wir, wie immer leicht zu spät, erst um 14:50 überhaupt in die S-Bahn einstiegen. Ich schrieb noch an der Wir-sind-zu-spät-Nachricht, sagte Herr Rabe: „Guck mal, wer auch zu spät ist!“ und zeigt in den Waggon vor uns. Da waren sie dann alle, inklusive der Besten. 

An der Endhaltestelle dann also Begrüßung und Glückwunsch und so, die Beste eben total schlimm verkatert. Und dann: Abmarsch. Geplant war nämlich eine „kleine Wanderung von vielleicht 2,5 aber viel eher nur 1,5 Stunden auf Kinderwagengeeignetem Terrain zum Heurigen“. Außerdem hatte der Freund der Besten versprochen, den Kinderwagen auch mitzuschieben oder zu tragen, sollte dies nötig sein. 

Die Wanderung war dann satte 2 Stunden in relativ flottem Tempo nur bergauf, dann bissl gucken von einer Aussichtsterasse, Gruppenfoto, und dann nochmal 30 Minuten teils sehr steil bergab. Die ersten und die letzten 10 Minuten lief Michel selbst, den Rest wurde er geschoben, vom Freund der Besten, von einer Freundin der Besten und vom Freund einer Freundin der Besten. Herr Rabe schleppte Pippi in der Trage, ich schleppte Kram. Die Kinder verschliefen das Meiste, zum Beispiel die SchotterwurzelüberhauptnichtKinderwagengeeigneten Wege kurz vor der Aussichtsterrasse, als zwei Leute den Kinderwagen samt schlafendem Michel drin tragen mussten. Als wir ankamen beim Heurigen waren wir jedenfalls alle gut durchgeschwitzt, mein schickes Kleid, Pippis schickes Kleid, Herr Rabes T-Shirt. Der Freund der Besten hatte schlauerweise Ersatzklamotten dabei, der Rest musste eben schwitzig Wein trinken. 

Das Bild hat der Freund der Besten mit meinem Handy gemacht, weil sein Akku leer war.


Mir tut jetzt noch oder schon alles weh, mein Körper fühlt sich an wie einmal komplett durch die Mangel gedreht. Um neun konnte ich nicht mehr und wollte nach Hause. Aber sonst wars super schön: gutes Essen, okayer (aber günstiger) Wein, sehr guter Traubensaft, reichlich Wasser für die Dehydrierten und Verkaterten. Die Kinder haben alle bezirzt mit ihrer Niedlichkeit, das Geschenk (Ich kann nicht gut schenken, sie bekam ein Familienfoto von uns, das hatte sie sich mal gewünscht) kam gut an, alle waren happy, sehr schöner Abend. 

Dann wieder runter vom Berg, Bus, U-Bahn, Bett. 

Superpapa, aber auch ziemlich kaputt.

Tag 351 – Nörgel

Kacklaune weil Erkältung und PMS (hoffentlich), höllischen Schmerzen im rechten Handgelenk bei fast allem und überhaupt. Arbeit doof, die Zellen wollen einfach nicht so wie ich, die RNA auch nicht (Polyklonale Antikörper sind des Teufels, ich sage es Ihnen!) und das was ich für meine Kollegen gemacht hab, hab ich wegen unzureichender Information falsch gemacht und muss es jetzt morgen im richtigen Puffer nochmal machen. Immerhin geht der Beta-Zähler jetzt wieder. Und kaum zu glauben aber wahr: die Proben, die ich im Juni LETZTEN JAHRES noch kurz vor meinem Mutterschutz mit einem riesigen Aufwand erstellt habe, sind jetzt ENDLICH analysiert worden. Also, gemessen, nicht analysiert, der Analysator muss das machen, das kann ich nicht selbst (zu viel Informatik). Mal sehen, wann ich die Daten dann kriege. Nächstes Jahr oder so. 

Was gut war: Meine Proben wurden gemessen, ich habe jetzt haufenweise RNA, mit der ich Quatsch machen kann und außerdem habe ich sehr niedliche Kinder. Ja.