Tag 2616 – 1/3.

Heute Arbeits-Aktion 1 erledigt. Es war ein langer Tag, aber lange nicht so lang wie befürchtet. Alle Testcases sind ein Mal durchgeorgelt und 11 Defects erstellt. Ich durfte mir anhören, dass das ja komisch sei, dass wir so viel finden und meine größte Leistung heute war, daraufhin demjenigen nicht ins Gesicht zu springen. Ich würd ja auch lieber nichts finden, schon allein weil ich dann weniger Arbeit hab. Defects dokumentieren ist nämlich echt nervig und viel Arbeit. Deshalb hab ich das auch heute gemacht, während meine KollegInnen die Tests gemacht haben. Jetzt habe ich aber ein bisschen Pause vom Projekt, weil ich ja noch 2/3 und 3/3 habe. Meine Kollegin übernimmt die Defects.

Außerdem hab ich heute ein Visum für Indien beantragt. Meine Güte, was die alles wissen wollen. Und das Foto bitte quadratisch. Naja, da müssen sie jetzt auf einen Teil meines Haupthaares verzichten, das musste ich vom Foto abschneiden, um das Foto quadratisch zu machen. Wer braucht schon Haare oder Hals.

Abends tatsächlich gebügelt.

Jetzt Bett, morgen ist 2/3.

(P.S. Mein rechter Fuß tut weh. Ich bin ernsthaft in dem Alter, in dem mir nach einem einzigen Tag in normal schmalen Schuhen der Fuß wehtut, weil mein großer Zeh so nach innen gebogen wird und mein Hallux das gar nicht gut findet. Noch ein bisschen und ich kaufe mir entweder Barfußschuhe [ahhhhhh so viel Kohle für so ein Öko-Achtsamkeits-Statussymbol, ahhhhhhh!] oder diese hässlichen extra breiten Gesundheitslatschen, von denen mein Schwiegervater mehrere Paare hat. Ich kann ja nicht immer in Turnschuhen [da rede ich jetzt nicht von „guten“ Turnschuhen, sondern von sehr sportlichen, Laufschuh-anmutenden Schuhen, die aber halt vorne breit und überall recht elastisch sind] rumlaufen. Aber Mann ey, so ein Rotz. Stilvoll altern und Gesundheitslatschen kriege ich noch nicht gut überein.)

Tag 2597 – Kurzes Lebenszeichen.

Heute Morgen mit Migräne auf der falschen Seite aufgewacht. Das erwischt mich immer kalt. Musste dann eine der höher dosierten Triptantabletten nehmen, bin noch mal eingeschlafen und habe bis halb elf geschlafen. Den Rest des Tages habe ich versucht, halbwegs sinnvolle Dinge zu erledigen, bin wegen Wattekopf aber nicht sonderlich erfolgreich gewesen und habe mich am Nachmittag lieber um Pippi und ihren Spielbesuch gekümmert (hauptsächlich durch Essen machen und die zwei davon abhalten, nur vor Bildschirmen zu kleben).

Dann bin ich in Pippis Bett eingeschlafen und jetzt wirkt mein eigenes Bett auch schon sehr verlockend.

Morgen ist sicher ein besserer Tag.

Tag 2508 – Käsefest.

Die LAN-Party war ein voller Erfolg, denke ich, es ging sehr friedlich zu und die „ES LAAAAAAGGT!!!“-Rufe hielten sich in Grenzen. Es gab außerdem sehr viel Pizza, viel zu viel, könnte man sagen, denn jetzt ist ziemlich viel Pizzateig in unserem Gefrierschrank. Wir müssen auch erst mal keine Pizzasoße mehr machen, so ca. bis 2025. Worum ich mir allerdings keine Sorgen mache, dass es weg kommt, sind Möhren, Paprika und Käse. Krümelkäse geht ja zu ca. allem und macht alles auch besser. Und kalorienreicher, aber vor allem besser.

Nächstes mal weniger Pizzateig, viel weniger Pizzasoße und dafür wesentlich mehr Snackgurken. Diese Mini-Salatgurken gingen weg wie nichts.

(Leider war der Tag eingerahmt von doofen Dingen. Ich habe mir schon wieder in den Finger genäht, dieses Mal mit Blut und einer abgebrochenen Nadel. Abends habe ich aus Gründen neue Dichtungen für den Badewannenstöpsel bestellt. Aber beides sind andere Geschichten.)

Tag 2504 – Zipperlein.

Inspektion erledigt, ich denke, alle Beteiligten können zufrieden mit sich sein.

Ich bin auch wieder zu Hause, habe zwar letzte Nacht besser geschlafen, aber mich trotzdem heute sehr gefreut, dass ich hier Wärmekissen und Voltaren habe. Geige spielen ging überraschend gut, scheinbar brauche ich da nicht den Teil vom Nacken, der weh tut.

Herr Rabe hat übrigens Gefrierschulter, frei übersetzt (Frozen Shoulder). Das dauert, geht aber wieder weg. Heute gab es eine Cortisonspritze direkt ins Gelenk.

Wir werden ja alle nicht jünger, ne?

Tag 2503 – Muss schlafen.

Ich habe furchtbar schlecht und zu kurz geschlafen und wachte mit Nackenschmerzen aus der Hölle auf. Dann inspizierte ich und morgen werde ich wieder inspizieren und ich hoffe sehr doll darauf, dass ich diese Nacht besser schlafe und mein Nacken morgen bitte bitte wieder in Ordnung ist. Ich verspreche auch hoch und heilig, mich morgen Nachmittag vom Auto aus um eine neue Matratze zu kümmern. Ehrlich wahr. (Bin Beifahrerin, keine Sorge.)

Tag 2355 – Wehwehchen.

Michel trägt seine (wie immer hier) aufblühende Allergie mit Fassung. Wie ebenfalls immer verfolgen wir da einen pragmatischen Ansatz und das ist nun die eine Woche in anderthalb Jahren, in der er gut schläft, weil er Cetirizin bekommt. Er hat außerdem etwas wichtiges gelernt seit dem letzten Bielefeld-Urlaub: Augen reiben macht es nur schlimmer. Also lässt er es. Ja, tatsächlich, er hat es oft genug gesagt bekommen und selbst verifiziert dass wir recht haben und das reicht, um den Impuls, die juckenden Augen zu reiben, unterdrücken zu können. Dieses Kind ist faszinierend.

Ich habe Nackenschmerzen von der Schädelbasis bis zu den Schultern und kann mich kaum rühren. Keine Ahnung, woran das jetzt schon wieder liegt, verlegen, zu wenig bewegt, Handynacken… jedenfalls nicht am Schreibtischstuhl, auf dem habe ich seit einer Woche nicht gesessen. Ich trage das mit etwas weniger Fassung und versuche, mit warmem Duschen und Ibuprofen dagegen anzukommen, aber unbedarfte Bewegungen führen trotzdem zu wärmepflasterwerbungswürdigen Gesichtsausdrücken und Schmerzgeräuschen.

Ansonsten heute: sehr gut gegessen, sehr gewundert über das mit der Risikogruppe bis zum Rand gefüllte Restaurant. Ungetestet, weil 2G. „Man“ fühlt sich so sicher, ich denke nach dem Osloer Julebord: hoffentlich geht das gut. Mit Michel sein Magitrax aufgebaut, eine Art fancy Murmelbahn für größere Kinder, die man immer wieder anders zusammenpuzzeln kann. Ich will jetzt auch ganz viel Magitrax und den 48-Stunden-Tag. Außerdem hab ich ein echt schlaues Kind, das sich, nachdem es das System kapiert hat, sehr schnell gute Lösungen für auftauchende Probleme (zum Beispiel unterwegs verhungernde Kugeln) ausdenken kann. Wie gesagt, dieses Kind ist faszinierend. Wissenshungrig, logisch denkend, schnelle Auffassungsgabe und wenn er will, auch große Selbstdisziplin. Aber wehe, er kann etwas Neues nicht sofort, ohne lernen und ohne üben.

(Ich habe ein dumpfes Gefühl, dass ich auch so war. Minus das Wüten. Ich hab, glaube ich, nur in mir selbst gewütet und mich selbst runtergemacht. Ist das besser? Nein. Nur weniger auffällig. Weniger nervig für die Umwelt.)

Tag 2324 – Aua.

Ich wachte mit einer Migräne direkt aus der Hölle auf, die sich erst nach der zweiten Triptantablette überhaupt anders als im dunklen Schlafzimmer liegend aushalten ließ. Arbeit war also eher nicht und auch zu Hause und mit den Kindern hab ich nur das nötigste überhaupt gemacht und das eigentlich geplante Abendessen gegen Pommes und Fischstäbchen ausgetauscht, weil mehr Anforderung mich überfordert hätte. Außerdem hab ich den ganzen Tag erbärmlich gefroren und bin erst in einer sehr warmen Badewanne irgendwie aufgetaut, nachdem die Kinder im Bett waren.

Die Nebenhöhlen oder die Nase an sich macht mich wahnsinnig, sie ist entweder verstopft und ich kann gar nicht atmen, oder es fühlt sich an, als würde ich Säuredämpfe einatmen, so ein richtig unangenehmes Britzelgefühl oben hinter der Nasenwurzel. Bis hin zu richtig schmerzhaft. Was half, war den Kopf über eine Schüssel heißes Salzwasser zu halten und die Dämpfe zu inhalieren, was Grund Nummer 2 für die Badewanne war.

Komplett für die Tonne, der Tag.

Tag 2272 – Besuch!

Wow, erster Besuch aus dem Ausland seit Corona. Alle sind sehr aufgeregt, Besuch wie Besuchte, alt und jung.

Ich könnte noch so zwei Tage Wochenende gebrauchen, muss ich sagen. Die Kinder haben ja Herbstferien, und ich… nicht. Gemein.

Stattdessen habe ich mir irgendwie in der Schulter was verklemmt oder so, in bestimmten (leider im Alltag recht üblichen) Positionen tut es beim Atmen, Lachen, Singen, Husten, also eigentlich immer, absurd weh. Wenn es nicht gestern Abend erst angefangen hätte und da sehr plötzlich gekommen wäre (allerdings ohne dass ich es irgendeinem bestimmten Anlass zuschreiben könnte), würde ich es ja auf meinen Sturz am Donnerstag Abend schieben. So oder so ist es blöd. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie, die für solche Zwecke Schmerzmittel vertreibt.

Tag 2145 – Sommer, Palmen, Treppensturz.

Es erinnert hier alles an Sommer, wir haben sogar gegrillt! Pippi war den halben Tag bei der Nachbarin, denn die hatten schon das Plantschbecken aufgebaut, Herr Rabe war einkaufen, ich habe im Haus herumgerödelt, einem gelangweilten Michel erst eine Wespe aus dem Zimmer entfernt und dann Hormone erklärt (Anlass war, dass er wissen wollte, was ich in der Hand hatte. Eine leere Flasche Deo, die ich unten zum Glasmüll stellen wollte). Leider ist Michel am Ende des Tages Kopf voran die Treppe runtergefallen und hat jetzt großzügig über den Körper verteilt ein paar Schürfwunden und blaue Flecke und hoffentlich sonst nichts. Armer Zwerg.

Nachdem Herr Rabe von seinem Männerbier mit den Nachbarn zurück ist, bin ich ein Mal mehr froh, dass wir – mit Ausnahmen bei den kleinen Nervereien – gut miteinander reden können. Die wirklich wichtigen Themen bleiben nicht unangesprochen, das erscheint mir immer mehr als das Geheimnis einer (mit Höhen und Tiefen) insgesamt guten Beziehung.

(Jetzt schnarcht er. Da hilft leider auch ansprechen nichts. Aber ich hab noch ein wenig Podcast, den ich zum Einschlafen hören kann, solange ich auf was anderes fokussieren kann, geht’s.)