Tag 2508 – Käsefest.

Die LAN-Party war ein voller Erfolg, denke ich, es ging sehr friedlich zu und die „ES LAAAAAAGGT!!!“-Rufe hielten sich in Grenzen. Es gab außerdem sehr viel Pizza, viel zu viel, könnte man sagen, denn jetzt ist ziemlich viel Pizzateig in unserem Gefrierschrank. Wir müssen auch erst mal keine Pizzasoße mehr machen, so ca. bis 2025. Worum ich mir allerdings keine Sorgen mache, dass es weg kommt, sind Möhren, Paprika und Käse. Krümelkäse geht ja zu ca. allem und macht alles auch besser. Und kalorienreicher, aber vor allem besser.

Nächstes mal weniger Pizzateig, viel weniger Pizzasoße und dafür wesentlich mehr Snackgurken. Diese Mini-Salatgurken gingen weg wie nichts.

(Leider war der Tag eingerahmt von doofen Dingen. Ich habe mir schon wieder in den Finger genäht, dieses Mal mit Blut und einer abgebrochenen Nadel. Abends habe ich aus Gründen neue Dichtungen für den Badewannenstöpsel bestellt. Aber beides sind andere Geschichten.)

Tag 2504 – Zipperlein.

Inspektion erledigt, ich denke, alle Beteiligten können zufrieden mit sich sein.

Ich bin auch wieder zu Hause, habe zwar letzte Nacht besser geschlafen, aber mich trotzdem heute sehr gefreut, dass ich hier Wärmekissen und Voltaren habe. Geige spielen ging überraschend gut, scheinbar brauche ich da nicht den Teil vom Nacken, der weh tut.

Herr Rabe hat übrigens Gefrierschulter, frei übersetzt (Frozen Shoulder). Das dauert, geht aber wieder weg. Heute gab es eine Cortisonspritze direkt ins Gelenk.

Wir werden ja alle nicht jünger, ne?

Tag 2503 – Muss schlafen.

Ich habe furchtbar schlecht und zu kurz geschlafen und wachte mit Nackenschmerzen aus der Hölle auf. Dann inspizierte ich und morgen werde ich wieder inspizieren und ich hoffe sehr doll darauf, dass ich diese Nacht besser schlafe und mein Nacken morgen bitte bitte wieder in Ordnung ist. Ich verspreche auch hoch und heilig, mich morgen Nachmittag vom Auto aus um eine neue Matratze zu kümmern. Ehrlich wahr. (Bin Beifahrerin, keine Sorge.)

Tag 2355 – Wehwehchen.

Michel trägt seine (wie immer hier) aufblühende Allergie mit Fassung. Wie ebenfalls immer verfolgen wir da einen pragmatischen Ansatz und das ist nun die eine Woche in anderthalb Jahren, in der er gut schläft, weil er Cetirizin bekommt. Er hat außerdem etwas wichtiges gelernt seit dem letzten Bielefeld-Urlaub: Augen reiben macht es nur schlimmer. Also lässt er es. Ja, tatsächlich, er hat es oft genug gesagt bekommen und selbst verifiziert dass wir recht haben und das reicht, um den Impuls, die juckenden Augen zu reiben, unterdrücken zu können. Dieses Kind ist faszinierend.

Ich habe Nackenschmerzen von der Schädelbasis bis zu den Schultern und kann mich kaum rühren. Keine Ahnung, woran das jetzt schon wieder liegt, verlegen, zu wenig bewegt, Handynacken… jedenfalls nicht am Schreibtischstuhl, auf dem habe ich seit einer Woche nicht gesessen. Ich trage das mit etwas weniger Fassung und versuche, mit warmem Duschen und Ibuprofen dagegen anzukommen, aber unbedarfte Bewegungen führen trotzdem zu wärmepflasterwerbungswürdigen Gesichtsausdrücken und Schmerzgeräuschen.

Ansonsten heute: sehr gut gegessen, sehr gewundert über das mit der Risikogruppe bis zum Rand gefüllte Restaurant. Ungetestet, weil 2G. „Man“ fühlt sich so sicher, ich denke nach dem Osloer Julebord: hoffentlich geht das gut. Mit Michel sein Magitrax aufgebaut, eine Art fancy Murmelbahn für größere Kinder, die man immer wieder anders zusammenpuzzeln kann. Ich will jetzt auch ganz viel Magitrax und den 48-Stunden-Tag. Außerdem hab ich ein echt schlaues Kind, das sich, nachdem es das System kapiert hat, sehr schnell gute Lösungen für auftauchende Probleme (zum Beispiel unterwegs verhungernde Kugeln) ausdenken kann. Wie gesagt, dieses Kind ist faszinierend. Wissenshungrig, logisch denkend, schnelle Auffassungsgabe und wenn er will, auch große Selbstdisziplin. Aber wehe, er kann etwas Neues nicht sofort, ohne lernen und ohne üben.

(Ich habe ein dumpfes Gefühl, dass ich auch so war. Minus das Wüten. Ich hab, glaube ich, nur in mir selbst gewütet und mich selbst runtergemacht. Ist das besser? Nein. Nur weniger auffällig. Weniger nervig für die Umwelt.)

Tag 2324 – Aua.

Ich wachte mit einer Migräne direkt aus der Hölle auf, die sich erst nach der zweiten Triptantablette überhaupt anders als im dunklen Schlafzimmer liegend aushalten ließ. Arbeit war also eher nicht und auch zu Hause und mit den Kindern hab ich nur das nötigste überhaupt gemacht und das eigentlich geplante Abendessen gegen Pommes und Fischstäbchen ausgetauscht, weil mehr Anforderung mich überfordert hätte. Außerdem hab ich den ganzen Tag erbärmlich gefroren und bin erst in einer sehr warmen Badewanne irgendwie aufgetaut, nachdem die Kinder im Bett waren.

Die Nebenhöhlen oder die Nase an sich macht mich wahnsinnig, sie ist entweder verstopft und ich kann gar nicht atmen, oder es fühlt sich an, als würde ich Säuredämpfe einatmen, so ein richtig unangenehmes Britzelgefühl oben hinter der Nasenwurzel. Bis hin zu richtig schmerzhaft. Was half, war den Kopf über eine Schüssel heißes Salzwasser zu halten und die Dämpfe zu inhalieren, was Grund Nummer 2 für die Badewanne war.

Komplett für die Tonne, der Tag.

Tag 2272 – Besuch!

Wow, erster Besuch aus dem Ausland seit Corona. Alle sind sehr aufgeregt, Besuch wie Besuchte, alt und jung.

Ich könnte noch so zwei Tage Wochenende gebrauchen, muss ich sagen. Die Kinder haben ja Herbstferien, und ich… nicht. Gemein.

Stattdessen habe ich mir irgendwie in der Schulter was verklemmt oder so, in bestimmten (leider im Alltag recht üblichen) Positionen tut es beim Atmen, Lachen, Singen, Husten, also eigentlich immer, absurd weh. Wenn es nicht gestern Abend erst angefangen hätte und da sehr plötzlich gekommen wäre (allerdings ohne dass ich es irgendeinem bestimmten Anlass zuschreiben könnte), würde ich es ja auf meinen Sturz am Donnerstag Abend schieben. So oder so ist es blöd. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie, die für solche Zwecke Schmerzmittel vertreibt.

Tag 2145 – Sommer, Palmen, Treppensturz.

Es erinnert hier alles an Sommer, wir haben sogar gegrillt! Pippi war den halben Tag bei der Nachbarin, denn die hatten schon das Plantschbecken aufgebaut, Herr Rabe war einkaufen, ich habe im Haus herumgerödelt, einem gelangweilten Michel erst eine Wespe aus dem Zimmer entfernt und dann Hormone erklärt (Anlass war, dass er wissen wollte, was ich in der Hand hatte. Eine leere Flasche Deo, die ich unten zum Glasmüll stellen wollte). Leider ist Michel am Ende des Tages Kopf voran die Treppe runtergefallen und hat jetzt großzügig über den Körper verteilt ein paar Schürfwunden und blaue Flecke und hoffentlich sonst nichts. Armer Zwerg.

Nachdem Herr Rabe von seinem Männerbier mit den Nachbarn zurück ist, bin ich ein Mal mehr froh, dass wir – mit Ausnahmen bei den kleinen Nervereien – gut miteinander reden können. Die wirklich wichtigen Themen bleiben nicht unangesprochen, das erscheint mir immer mehr als das Geheimnis einer (mit Höhen und Tiefen) insgesamt guten Beziehung.

(Jetzt schnarcht er. Da hilft leider auch ansprechen nichts. Aber ich hab noch ein wenig Podcast, den ich zum Einschlafen hören kann, solange ich auf was anderes fokussieren kann, geht’s.)

Tag 2128 – Gestern/heute.

Heute war nix, das ist schnell erzählt.

Gestern. Ich war, wegen meiner Bauchschmerzen, die mich immer noch immer mal wieder anfallsmäßig plagen (KEINE TIPPS!), beim Ultraschall. Leider hatte ich mich im Tag vertan (genau genommen sogar im Monat, ähäm) und musste fast drei Stunden warten, bis sie mich dazwischen schieben konnten. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ich nicht vorher nichts gegessen hätte – wie es im Infozettel zu dem Termin stand – und nicht einen Liter Wasser getrunken hätte – wie es auch in der Einladung stand – oder wenigstens aufs Klo gedurft hätte – raten Sie einfach. Als ich dann dran war, musste ich dem Arzt sagen, dass er bitte nicht so doll auf der Blase rumfahren soll, es sei denn, er möchte provozieren, dass ich auf die Liege pullere. Der Arzt war aber sehr vorsichtig und ich sehe innerlich komplett normal aus, bis auf eine grenzwertig große Milz (die aber, wie er meinte, nicht diese Schmerzen verursachen dürfte) und eine wenig überraschend absurd volle Blase und einen komplett leeren Magen. Auch die Blutwerte sind ok, insofern ist das vorläufige Fazit „Ursache nicht gefunden“, super, hab ich halt einfach so Schmerzen (KEINE, wirklich gar keine, Tipps bitte).

Ich wurde außerdem von einem Makler angeschrieben, ob das Haus, das wir Dienstag angeschaut hatten, denn wohl für uns in Frage käme. Meine Antwort war „hahaha Nein, das Haus entsprach nicht unseren Vorstellungen und der Standard rechtfertigt unserer Meinung nach nicht den veranschlagten Preis“ und damit wissen Sie jetzt auch so grob, wie diese Hausbesichtigung war. Neugierig darauf waren wir wegen der Lage geworden und weil die Bilder einiges versprachen, was dann aber der Realität nicht standhielt. Liebe Makler*Innen: Sie haben es selbst in der Hand, ob Leute realistische oder völlig überzogene Erwartungen an das Objekt haben. Zum Beispiel würde ich davon abraten, das Objektiv mit dem weitesten Winkel, das sie finden können, zu benutzen, damit der winzige Flur und die 60 cm breite Treppe aussehen wie eine herrschaftliche Eingangshalle oder das Klo, in das man rückwärts einparken muss, wie ein richtiges Badezimmer. Und vielleicht wäre es auch ratsam, Reparaturbedarf, Schäden und nicht zeitgemäße Kellertreppenlösungen nicht zu verschweigen.

Ich sehe es als erneute Übung im Justieren von Erwartungen und direktes Feedback geben.

Apropos Übung: ich habe mir ein einfaches Concerto runtergeladen und spiele das jetzt und das macht mich sehr sehr glücklich. Ich bin gar nicht so schlecht. Ok, es ist ein Stück für Schüler*Innen, die 2-3 Jahre Unterricht hatten und dementsprechend „unter meinem Niveau“, ähäm, aber ich finde, ich darf ein paar Erfolgserlebnisse haben. Außerdem gibt es auch da noch genug für mich zu tun, unter anderem ist mein Vibrato scheiße ausbaufähig und meine Dynamiken sind auch noch nicht differenziert genug (laut ist einfach. Leise hingegen… hmmmmmmnaja). Intonation mit dem 4. Finger ist auch nicht optimal. Was ich, das kann ich ja mal einfach so behaupten, gut kann sind Phrasierungen und generell Musikalität/Gefühl. Ist auch einfach, das Stück ist in h-Moll und voller Gefühl (Romantik halt) und ich wollte sowas immer spielen und meine Geigenlehrerin war aber eher so Team Telemann (schnarch). Kein Wunder, dass meine Motivation irgendwann sehr stark nachließ, diese Barockstücke klangen für mich alle gleich. Jetzt suche ich mir das selbst aus und Telemann ist da eher nicht dabei, fürs erste. (Hab ich erwähnt, dass ich auch im Blockflötenkreis der selben Lehrerin war? Noch mehr Barock, Hurra…)

Am liebsten würde ich an allen Ecken gleichzeitig bauen, reiße mich da aber am Riemen (ein wenig), mache Bogenübungen auf leeren Seiten und Vibratoübungen ganz ohne Instrument und übe Saite für Saite den Lagenwechsel zwischen 1. und 3. und kontrolliere brav mit leeren Saiten, die ich auch ständig nachstimmen muss, weil ich blöde Saiten hab vor allem das A halt. Und damit das halt nicht langweilig wird, ein kleines, schönes, einfaches Concerto.

Ich bin kurz davor, Herrn Rabe das E-Piano zu kaufen, das er sich wünscht, dann können wir zusammen spielen, das klingt dann (wenn ich irgendwann besser Vibrato kann) irgendwann so: Rieding op. 35. (Nehme an, auch Herr Rabe müsste da vielleicht erst mal ein bisschen üben.)

Tag 2121 – Kurzmeldung.

Hab Bauchweh, Michel hat Schnupfen, Pippi hat Phase und Herr Rabe hat morgen Geburtstag. Deshalb gibt es morgen Kuchen, den ich aber morgen im Laufe des Tages (vermutlich in der Mittagspause) noch fertig stellen muss. Hoffentlich dann nicht mehr mit Bauchweh.

Tag 1897 – Matschetag.

Habe den ganzen Tag furchtbare Kopfschmerzen gehabt, das ging gestern schon los, wurde aber nie eine „richtige“ Migräne, sondern blieb einfach bei starken Kopfschmerzen. Migränetabletten hatte ich fahrlässiger Weise eh nicht mehr, Ibuprofen wirkte erst bei der dritten Dosis. Danach war der Kopf ziemlicher Matsch von den überstandenen Kopfschmerzen, davor wegen der Kopfschmerzen selbst. Das war gar nicht mal so toll, ich hoffe, ich habe den Menschen da draußen keinen Mist per Mail geschrieben.

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Pippi hat jetzt richtig Spaß am Tanzen. Das ist sehr schön zu sehen. Da es aber eh keinen Sinn macht, für die Zeit, die sie da ist, nach Hause zu fahren, sitze ich meistens im Café im Einkaufszentrum und arbeite noch ein bisschen und trinke Kaffee. Falls was ist (vorletzte Woche hat sie sich den Kopf an der Ballettstange gestoßen), findet sie mich da, ansonsten hole ich nach einer Stunde ein fröhlich hopsendes Mäuschen ab, das mir die neuesten Moves vorführt und auch für ein paar Tage nicht damit aufhört. Herr Rabe hat sie heute für den HipHop-Kurs gestylt und weil sie aussehen wollte wie Missy Elliot, ging sie mit Caps über Beanie da hin. Hach! Klappt das mit der Tanzliebe also doch noch.

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Herr Rabe ging heute mit Michel noch eine Runde Pokémon fangen. Das beruhigt Michels Gemüt wenigstens einigermaßen. Am Sonntag haben wir das auch schon gemacht, da hat er wegen Community day an Norwegens bestem Pokémon-Go-Spot bei uns um die Ecke auch noch ein paar Schulfreunde getroffen und war zufrieden. Insgesamt sind wir ja grad in so einer etwas anstrengenden Phase, wo sich anscheinend innen und außen alles mögliche mal wieder neu anordnet und… puh. Ich möchte mein kreatives, lustiges, empathisches Kind zurück und würd auch ganz gern weniger angeschrien werden. Dafür kriege ich jetzt einen großen Sohn, der von einer Woche auf die nächste plötzlich aussieht wie ein großes Kind. Also so, dass es selbst uns, die wir ihn ja täglich sehen, auffällt. Vielleicht ist es auch das, diese gemeine Zeit, in der man für vieles (zu) groß und für vieles (zu) klein ist. ich erinnere mich an ätzende Zeiten. Hmm.

Was ich aber unheimlich niedlich finde, sind seine Eigenheiten beim Sprechen. Zum Beispiel sagt er immer, bevor er eine Frage stellt: „Mama, ich habe eine Frage.“ Oder „Mama, ich möchte dir etwas sagen.“ wie so eine kleine Einleitung und Vorbereitung auf das was kommt. Und natürlich ist er weiterhin klug, weiß total viele scheinbar random Fakten zu allen möglichen Themen und erzählt auch gern darüber besonders gerne wenn er damit seine kleine Schwester korrigieren kann. Und eigentlich will ich doch nur, dass es ihm gut geht und er glücklich ist. Seufz.

Die Hinweise verdichten sich, dass ich wirklich ein kleines Mini-Me habe. Der so klein gar nicht mehr ist, sondern zur Zeit für sein Alter eher groß. Wo ist die Zeit hin?

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Vor sieben Jahren und vier Tagen kamen wir in Norwegen an. Mit Speckzwergi Michel (damals 11 Monate alt) und einem Sprinter und dem Prius voll Kram. Und jetzt haben wir zwei Kinder, ein Haus und zwei echt gute Jobs. Und eine Badewanne. WO IST DIE ZEIT HIN???