Tag 714 – Jetzt sind sie weg.

Herr Rabe und die Kinder sind endlich auf dem Weg zu Herr Rabes Schwester. Endlich, weil sie eigentlich schon längst da sein sollten, aber dann bekam Herr Rabe zwei Stunden vor Abflug eine SMS, dass der Flug gecancelled sei, „due to lack of crew“. Jetzt hab ich ja alles Verständnis dafür, dass auch Crewmitglieder krank werden. Aber Herrschaftszeiten, hat man dafür nicht Bereitschaftsmenschen? Oder werden die bei Norwegian auch schon eingespart? Und dann hing Herr Rabe auch noch geschlagene 45 Minuten in der kostenpflichtigen Hotline-Warteschleife, das finde ich dann schon mehr als dreist. Naja, Herr Rabe wird jedenfalls morgen über fairplane.de eine Entschädigung einfordern. (Dass der Flug, den sie jetzt haben, auch 45 Minuten Verspätung hat, also um viertel nach zwölf Ortszeit (also viertel nach eins „Hier“-Zeit) ankommen wird, ist dann schon fast egal. In England. Hoffentlich stehen sie nicht so lang an den Immigrations.)

Jedenfalls brachte dieses Chaos unseren geplanten Tagesablauf komplett durcheinander und im Endeffekt saßen Herr Rabe und die (natürlich super aufgeregten!) Kinder auf gepackten Koffern, während ich krampfhaft versuchte, etwas Ordnung zu schaffen. Als dann Michel anfing, auszurasten, weil er glaubte, WIR hätten das mit dem Flugzeug irgendwie verkackt, zogen wir die Reißleine und gingen Eis essen. Danach durfte Michel Shaun das Schaf gucken, Pippi machte sehr späten Mittagsschlaf, wir Erwachsenen räumten und tranken Kaffee und schwitzten (in der Wohnung war es sehr viel wärmer als draußen) und als Pippi wach wurde, kehrten wir einfach allesamt plus Gepäck ins Auto und fuhren Burger essen. Wir hatten nämlich für heute Abend kein Essen geplant und entsprechend auch nichts eingekauft und die Kinder waren eh aufgekratzt, da schien uns das eine gute Idee. Wars auch. Dann fuhr ich die Restfamilie zum Flughafen, sie gaben die Koffer auf und gingen zur Sicherheitskontrolle, wir drückten uns alle nochmal eine Runde und nahmen Abschied und dann…

…lief ich ziemlich schnell und den riesigen Kloß in meinem Hals runterschluckend zum Auto zurück, zahlte für 14 Minuten parken (12 sind kostenfrei) 30 Kronen und fuhr…

…direkt auf die Tankstelle, Benzin war grade relativ günstig. Dann überprüfte ich noch in einer Übersprungshandlung den Reifendruck. Twitterte. Und dann fuhr ich mit sehr lauter Musik an nach Hause. Dort überkam mich ein unwiderstehlicher Drang…

…zu putzen. Dabei war’s gar nicht so dreckig. Aber schlafen gehen, das wäre zwar schlau gewesen, aber wie denn, wenn die ganze Zeit der Katastrophenfilm zum Thema „Flugzeugabsturz“ im Kopf abläuft? Nur putzen schien mir noch nicht ganz ausreichend um den Film zu stoppen, also holte ich mir noch ein bisschen Putz- und Entspannungshilfe bei Tante Primitivo aus DutyFree-Land, das wird mir morgen vielleicht leid tun, aber hey, ich bin erwachsen, ich darf das ganz selbst entscheiden, ob ich nen dicken Kopf riskiere. Seit ich also zu Hause bin habe ich gesaugt (nur Küche, Essplatz und Bad, um nach zehn wollte ich nicht noch unbedingt überm Schlafzimmer der Nachbarin staubsaugen), gewischt, den Esstisch aufgeräumt und abgewischt, die Kinderstühle sauber gemacht, das Wohnzimmer aufgeräumt, die Dunstabzugshaube und die Kaffeemaschine geputzt und auf der Kaffeemühle und den Küchenlampen Staub gewischt. Das Glas Primitivo (sehr lecker übrigens) ist jetzt leer, ich habe geduscht, Klamotten sind rausgelegt, bei Twitter habe ich schon ausgiebig rumgeheult, vielleicht versuche ich es doch einfach mal mit dem Bett. Ich kann ja immernoch lesen, wenns mit dem Schlafen nicht klappt.

Tag 713 – Zwei Jahre. 

Meine liebe kleine Pippimaus,

Jetzt bist du schon zwei Jahre alt. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Eigentlich warst du gestern noch ein neugeborenes Minibaby, und vor fünf Minuten hab ich dich noch gestillt. Jetzt bist du so groß! Und so klein. Und so groß! (Wenn man sagt „bist du groß?“ reißt du übrigens die Hände nach oben und schreist „Jaaaaa!“, das ist sehr niedlich.)

Eine typische Unterhaltung mit dir ist ungefähr so:

„Pippi? Hörst du bitte auf, Sand zu essen?“ – „Nein.“

„Hörst du jetzt auf, Sand zu essen?“ – „Nein!“

„Hör jetzt auf, Sand zu essen!“ – „NEIN!!! *streckt Zunge raus und prustet – wie ein Minion*“

Du weißt was du willst. Immer. Du willst Sand essen und keine Eltern der Welt werden dich davon abhalten. Du willst keine Windel anziehen, oder das T-Shirt nicht, dafür den Schlafanzug. Die Schuhe müssen so rum. Du willst aufs Klo, drei mal in fünf Minuten. Auf der Nudel ist zu viel Ketchup. Wie, nur drei Mausclips? Nicht mit Pippi!

Meistens bin ich wegen deinem kleinen, hübschen Dickkopf sehr sehr stolz auf dich. Manchmal macht es mich auch ein kleines bisschen wahnsinnig, zum Beispiel wenn du, wie heute, nicht einschlafen willst. Aber dann, irgendwann, liegst du zusammengerollt im neben dem Bett und schläfst und seufzt manchmal „Hand, Mama“ und dann ist auch schon wieder fast alles vergessen. Und dann sehe ich da nur dich, und ich denke, es passt schon. Du willst viel mehr selbst bestimmen und kannst auch viel mehr selbst bestimmen, als ich das von deinem Bruder gewohnt bin. 

Überhaupt, dein Bruder. Dein größter Held. Du willst, was er hat, isst, tut. Manchmal macht ihr Quatsch zusammen. Dann platzt mein Herz. Er hat dich sehr lieb, das zeigt und sagt er auch ganz offen. Trotzdem gehst du ihm natürlich ganz oft ganz schön auf den Zeiger, wenn du ihm wieder irgendwas wegnimmst oder seine Zugbahn kaputt machst. Dabei willst du doch auch nur damit spielen. Dann ist das Geschrei auf beiden Seiten groß. Im Gegensatz zu dir würde er dich aber nicht hauen 😉

Wenn du mit anderen Kindern zusammen bist, bist du ein kleiner Clown. Der vermutlich niedlichste Clown aller Zeiten. Die „großen“ Kinder im Kindergarten sind dir allesamt verfallen, was mich unglaublich erleichtert, weil ich nach der grauenvollen Eingewöhnung vor knapp einem Jahr wirklich Angst hatte, dass niemand ein Kind mag, das den ganzen Tag motzt und brüllt und an der Erzieherin klebt. Aber nein, seit du da wirklich angekommen bist, nennen sie dich „Søtnos“ und wollen dich auf ihre viertenfünftensechsten Geburtstage einladen. M. möchte eine kleine Schwester, die ist wie du, also genau so. Eine Kopie. Du magst auch die größeren Kinder und jedes mal, wenn es an der Tür klingelt, rufst du freudestrahlend den Namen von Michels bestem Kumpel.

Du liebst es zu singen und zu tanzen und ich glaube in deinem kleinen Kopf geht viel mehr vor, als du verbal ausdrücken kannst.   Ich freue mich wirklich darauf, wenn du mehr sprechen kannst, dein Sturkopf und deine Niedlichkeit verheißen wunderbare Kleinkind-Diskussionen. Und später, ganz sicher, auch noch Großkind-Diskussionen.

Bei allem Wunsch des größer-Werdens möchte ich doch vor allem eins: dass du dir dein Wesen bewahrst. Meine große, kleine, willensstarke, schlaue, quatschige Rübennase. 

Ich hab dich lieb.

Deine Mama

Nur echt mit Rotznase und Erdbeerflecken. ❤

Tag 712 – Ein paar Gedanken.

Die letzten zwei Wochen waren ja mehr oder minder verrückt. Eigentlich die letzten fünf, und eigentlich sogar das ganze letzte halbe Jahr, aber ich wollte doch mal die letzten zwei Wochen irgendwie gefühlsmäßig sortieren. Das wird vielleicht etwas wirr, wie eben auch die letzten Wochen waren.

Also das erste: direkt nach ner Stressphase in den Urlaub starten ist gleichzeitig sehr schlau und unfassbar dämlich. Auf der Con-Seite ist da vor allem die zeitliche Unmöglichkeit, Dinge vernünftig vorzubereiten. Wenn man sowas dann nicht auf den letzten Drücker erledigt bekommt oder allzu hochtrabende Pläne notfalls einfach fahren lassen kann, sollte man das lassen. Auf der Pro-Seite ist da aber die Deadline: Bis daundda muss alles fertig sein, UND DANN IST URLAUB. Muss man der Typ für sein, denke ich. Ich bin der Typ für sowas, das reduziert aber den damit verbundenen Stress nicht wirklich.

Dann: Leute aus dem Internet in echt kennen lernen ist ne ganz großartige Sache. Alle, die ich getroffen habe, sind in echt genau so, wie ich sie mir anhand von Tweets und Blogs und DMs (und Skype und Hangout und Telefon…) vorgestellt hatte. Außer Frau Brüllen. Die ist ein bisschen größer 😉

Dann ist auch noch so eine Sache, und das mag jetzt überraschend für Sie sein, aber: ich bin gar nicht so ne schlechte Mutter. Ich war eine sehr sehr gestresste Mutter, die sehr wenig Zeit für ihre Kinder hatte und so gefalle ich mir nicht, das macht mich dünnhäutig und dann reicht der normale Kinderlärm schon aus um mich aus der Haut fahren zu lassen. Wenn ich halbwegs entspannt bin, komme ich damit und mit viel mehr viel besser zurecht und siehe da: Ich kann mich an den kleinen und großen Rübennasigkeiten oft sogar erfreuen. Manchmal halt erst im Nachhinein, wie das eben so ist mit Kindern. Ich hoffe, dass ich ein bisschen von dem Entspannungsgefühl in den Alltag mitnehmen kann. Vielleicht wenigstens die Erkenntnis, dass meine gelegentlichen mütterlichen… Aussetzer eben nur gelegentlich sind und mit weniger Stress drumrum fast komplett wegfallen.

Aber auch die Erkenntnis ist interessant, dass Michel so eine Art „Sozial-Akku“ hat. In der Woche in Frankfurt hatte ich ein ganz zauberhaftes Kind, ganz offen und fröhlich und es sprach so gut deutsch wie nie! Ich hatte da schon die Vermutung, dass sich das rächen würde und so kam es auch. Zwischen Frankfurt und Bergen ließ Michel, ich kann es nicht anders sagen, die Sau raus. Suchte Streit (mit uns), rastete aus, schrie und schlug und warf Dinge. In Bergen dann wieder: Vorzeigekind. Nach Bergen, genau genommen am Abend der Fahrt von Høyanger nach Dønfoss, sprach Herr Rabe aus Verzweiflung  über die Ausraster from hell iPad-Verbot für den letzten Fahrt-Tag aus. Das führte zwar erstmal zu mehr Geschrei und dann auch am Morgen nochmal zu einem mittleren Terz, aber nach einer Stunde Fahrt und mit vielen phantasievollen Geschichten vom Rücksitz piepste er unvermittelt „Papa? Ich hab mich benehmt.“ Die message war also angekommen. Und das Kind kann seine Ausraster tatsächlich ein Stück weit kontrollieren. Hurra. (Nach nochmal einer Dreiviertel Stunde Fahrt und einer längeren Pause wurde das Verbot dann aufgehoben.) Ich bin maöl gespannt, wie es nächste Woche wird, wenn Herr Rabe und die Kinder Michels Tante in England besuchen.

Insgesamt bleibt noch das Fazit: Ferien mit Kindern sind toll. Ungleich anstrengender, das ganze drumrum, man schleppt plötzlich nen fast Fünfjährigen in Bergen einen Berg runter (davon bekommt man übrigens zornigen Muskelkater in Waden und Hüften), man balanciert zwei Kinderkoffer und ein schlafendes Kleinkind durch enge Flugzeuggänge, während man das nicht lesefähige Kind zur richtigen Reihe zu lotsen versucht, ganz abgesehen von „Ich muss ganz ganz dringend aufs Klo, jetzt sofort“ in den unmöglichsten Momenten, klar, das wäre alles viel einfacher, reiste man nur mit anderen Erwachsenen. Aber Urlaub mit Kindern, das ist schon prima, wie die die Welt sehen. Nur mit Erwachsenen würde man vielleicht mehr auf Berge steigen, aber vermutlich auch weniger in Aquarien gehen. Und dabei finde ich doch Axolotl und Schlangen und Frösche (alles klassische Aquarientiere, *hust*) selbst auch ganz schön toll. (Wandern dann halt später wieder, das, haha, läuft ja nicht weg.)

So, und jetzt ist es so spät, es ist mehr als Zeit, zu schlafen. Morgen wird Pippi zwei. Das mit dem Großwerden geht auch manchmal ganz schön schnell.

Tag 710 – Berge, Bäume, Berge, Bäume…

Also ich kann mich daran ja quasi nicht sattsehen. Michel schon. Heute hat er schon ganz von selbst beim Spülen geholfen, weil ihm langweilig war. Aber morgen gehts ja auch nach Hause, dann hat auch für ihn die Sitzerei ein Ende. 

Heute gings von „Häh, wieso hab ich mir denn die ganze Zeit eingebildet, wir fahren auf dem Rückweg über Flåm?“*, nämlich Høyanger, wieder nach Dønfoss. Mit einem kleinen Abstecher, um einen Wasserfall mit besonders hübscher Brücke drüber zu besichtigen. Im strahlenden Sonnenschein und bei >20 Grad war das einfach ganz wunderbar. Wir haben wieder viel Gegend gesehen, viele freilaufende Ziegen und Schafe auf der Straße getroffen, dann aber doch keine „lokal produzierte“ Ziegenwurst gekauft, uns darüber und über die räumliche Nähe von Elchwarnschildern und Elchburgerbratereien amüsiert, haben Biowürstchen und eine Bio-Salami** gekauft und am Ende waren wir so spät am Campingplatz, dass es grad noch für ein ganz kurzes Eintauchen reichte, bevor das Schwimmbad schloss. Dafür haben wir dafür alle zusammen auch nur 50 Kronen bezahlt, statt 50 Kronen pro Person. Dann Würstchen vom Grill und Ramen-Salat***. Schon schön. 

*Das weiß ich wirklich nicht mehr, wie das kam, aber ich war mir totsicher, bis ich gestern dann beim Navigieren den Campingplatz erst gar nicht und dann in der anderen Richtung fand. Das war… interessant. Mit sowas kann ich auch nur im Urlaub halbwegs umgehen. 

**Da stand kein Preis am Regal und ich sag mal so: das ist jetzt mein Andenken an den Urlaub. 

***Man nehme: „Das schmeckt anders als zu Hause, das mag ich nicht.“ (Gebratene Ramen-Nudeln mit Ei, anders weil Sojasauce dran) von gestern, kalt, rühre „bläh“ (Cocktailtomaten) und „das mag ich nicht, obwohl, doch, wenn’s Käse ist vielleicht schon?“ (Schafskäse) ein, würze mit „was ist das hier für grünes Zeug, das ist eklig“ (Pizzakräuter) und schon hat man einen wirklich erstaunlich schmackhaften Nudelsalat. 

Dieser kleine Wasserfall ist eigentlich ein überlaufender See, was man leider auf dem Bild nicht gut erkennt. Ist aber trotzdem hübsch.


Likholefossen bru. Danach war irgendwie mein Schuh nass, dummdidumm.

Von der anderen Seite. Zu Hause lade ich auch ein Video hoch, das ist mir grad zu teuer mit mobilen Daten.

Voll super Viewpoint mit voll super hohen Bäumen vor der Aussicht.

Endlich angekommen. Ich war schon drin, es war wirklich sehr sehr frisch. Aber schön!

Mit Untertauchen (Beweisfoto). Man sieht auch schön den momentanen Zustand von „Matschauge“. So tuts jetzt immerhin nicht mehr weh, das ist schon die halbe Miete.

Tag 709 – Tja. 

Wir müssen wohl nach Basel ziehen. 

  1. Wir haben jetzt einen Wickelfisch. Wo sonst soll ich den benutzen?*
  2. Ich hab vergessen, Frau Brüllen den extra mitgereisten (und beide Tage mitgeschleppten) Lidschatten zu geben. 
  3. Michel ist schwer beeindruckt von Little L. 
  4. Ich bin schwer beeindruckt von Offline-Vikingpedia Little Q.
  5. Herr Rabe und der Hübsche können dann Ihr Fotografie-Fachsimpeln vertiefen. 
  6. Das allerwichtigste: Pippi ist heute mit Frau Brüllen ohne uns Eltern aus dem Restaurant gegangen, wir konnten so aufessen und sie (also Pippi. Frau Brüllen auch, aber die quietschte dann doch nicht ganz so laut) hatte augenscheinlich Mordsspaß. DAS GAB ES NOCH NIE!!!

Bester Moment: Erwachsenenunterhaltung „Blablabla Chemtrails blabla.“ Little Q.: „Was sind denn Chemtrails?!?“ Frau Brüllen, mit ohne Pokerface: „Ach, es gibt so Leute, die meinen, die Kondensstreifen von Flugzeugen wären irgendwas, was da versprüht wird, mit dem unsere Gedanken kontrolliert werden sollen…“ Little Q., auch kein Pokerface: „??? Bwwaaaahahahaha!“

Sieht so aus, als hätten wir da jetzt Freunde. Echte, greifbare, Real-Life Freunde. (Verrückt, dieses Internet.)

Anbei noch die einzigen paar Fotos, die ich heute gemacht habe. Herr Rabe hat sicher mehr, aber die müssen eben in Trondheim dann erst von der Kamera auf den Computer und dann machen wir hier Dia-Abend. 

Bergen von oben. Ich war so froh, überhaupt an der Bahn zu sein, dass das Adrenalin eh schon auf Maximum war und ich die Fahrt in einer sehr vollen Glasbahn einen steilen Hang hoch quasi entspannt durchstand.

Steintürmchen-Buddies. (So schön, wie unsere Kinder da im Wald aus Gefundenem ein Spiel erschaffen, nicht wahr? Gestern spielten sie noch mit einer Nasenspray-Verpackung und Alufolie.)

Suchbild mit Norwegischer Waldkatze.


*neineinein, die gehen NUR im Rhein und auch NUR in Basel, alles andere will ich auch nicht hören!

P.S. Augen-Update: es wird. Gestern war’s schlimm, sowohl optisch als auch schmerzmäßig, heute schon besser, jetzt ist es halt ein deutlich fühl- und sichtbarer Pickel innen am Lid. Ich bin mir nicht sicher, ob’s das Antibiotikum ist, das wirkt, oder einfach die Zeit, aber die Augenklappe wird vielleicht doch nicht nötig.

Tag 708 – Die Sache mit dem Gin. 

Einstmals, ich lebte in einer 9er-WG, nachdem das mit meinem Ex und dem Zusammenleben so toll geklappt hatte, dass er dann eben mein Ex wurde. Die WG-Zeit war eine tolle, der ich manchmal noch ein bisschen hinterherheule, unter anderem, weil man mit so vielen Leuten in wirklich engen Kontakt kam, die man sonst kaum getroffen hätte. Das war manchmal anstrengend („Wessen Topf ist das hier? Von Hubi? Aber der ist seit ner Woche im Urlaub…?“), manchmal skurril (eine Mitbewohnerin hatte Kinder-Rheuma und kochte sich einmal pro Woche so einen Sud aus irgendwelchen Chinesischen Heilpilzen, das stank total abartig, aber sie schwor drauf), oft aber lehrreich. Ich lernte zum Beispiel da erst richtig kochen. Vor allem vegetarisch kochen. Ich lernte, dass auch Soziolog*Innen/Psycholog*Innen/Fotodesigner*Innen/Geschichtswissenschaftler*Innen/Informatiker*Innen und so weiter normale Menschen sind, die jedenfalls nicht per se irgendwie merkwürdig sind, im Einzelfall natürlich schon, aber das trifft besonders auch auf Biotechnolog*Innen zu. Die besten Parties ergaben sich – wie so oft in WGs – spontan in der Küche, wo dann jeder aus seinem Zimmer irgendwelchen Alkohol herzauberte und wir tranken und rauchten (ach ja, genau: ich lernte da auch Zigaretten drehen) und quatschten und manchmal gingen wir danach noch weg. 

An einem dieser Abende holte eine meiner Mitbewohnerinnen, ich nenne sie mal Julia, weil gefühlt 30% der Frauen meines Alters Julia heißen, ich könnte sie auch Stefanie oder Melanie nennen, aber egal, ich schweife ab, sie holte jedenfalls Gin. Billigen, aus dem Aldi, schätze ich, wir lebten ja quasi alle von BAFöG. Dazu Tonic und die partyerprobten Plastikbecher. Eis hatten wir keins. Und ich sag mal so: IGITT. Wie kann man sowas trinken? Bah. (Kurz darauf trank ich dieselbe Kombi nochmal bei der Besten Freundin und kam zu dem gleichen Schluss.)

Fast forward 10 Jahre, letzte Woche bei Little B. Sie fragt, ob ich einen Gin möchte, ich sage, wahrheisgemäß, dass ich noch nie Gin getrunken hätte, den ich gemocht hätte, aber ich hätte wohl bisher auch nur schlechten Gin getrunken. (Wenn ich nur Burbon kennen würde, wäre ich wohl auch der festen Überzeugung, ich möge keinen Whisk(e)y.) So kam ich zu einem Probierportiönchen Bielefelder Gin und fand es… sehr lecker! Pur, einfach so. (Es kam nicht zu mehr wegen… keine Ahnung, zu viel geredet und zu müde?) Aber, so sagt zumindest Little B., der Bielefelder Gin ist auch etwas speziell, und ich würde mich jetzt nicht als Gin-Kennerin bezeichnen, weil ich einmal einen lecker fand. Deshalb war ich heute von der beeindruckenden Gin-Karte bei Royal Burger dezent überfordert und bestellte mir etwas hilflos einen Gimlet. (Da ist auch Little B. dran Schuld, so als Instagram-Influencerin.) Und der war auch sehr lecker. Sehr lecker!

(Ach so, ja, genau. Wir haben heute Familie Brüllen getroffen. Und eigentlich könnten Sie einfach Frau Brüllens Beitrag nehmen und die Namen umdrehen, jedenfalls ab „Akvariet“, aus unserer Sicht war’s nämlich genauso. Inklusive „Vielleicht sind die doch doof oder die Kinder finden uns blöd“-Angst, die sich als absolut unberechtigt herausstellte. Irgendwie schade, das Pippi um halb acht dafür sorgte, dass wir doch lieber das Restaurant verließen, ich hätte gerne noch einen Gin getrunken. Pur, vielleicht mit gefriergetrocknetem Rotz mit Kernen Maracuja-Fleisch.)

Pic of the day.