Tag 1310 – Warnix.

Ein paar Stichpunkte zum Tag:

  • Arzttermin im Krankenhaus wurde spontan abgesagt. Voll schön. Vor allem weil mir die Arbeitszeit trotzdem bis auf eine Stunde flöten ging, immerhin war ich um acht noch zu Hause, ich sollte ja um viertel vor zehn im Krankenhaus sein. Ich könnte mich immernoch aufregen. Zumal ich noch nicht weiß, wann ich stattdessen antanzen darf.
    Mein Arbeitsrechner, auf dem gestern zeitweise gar nix ging, worauf ich ziemlich angepisst den Support anrief, würde über Nacht wundergeheilt. Die Frau vom Support war’s jedenfalls nicht, sagt sie.
    Heute den halben Tag die Hausaufgabe für den Lead Auditor-Kurs runtergetippt den anderen halben Tag die Inspektion nächste Woche geplant. Mein Plan ist, die Hausaufgabe morgen vor halb elf abzuschicken, dadurch hätte ich nicht nur ein, nein gleich zwei Wochenenden ohne schlechtes Gewissen, das wäre schon sehr schön.
    Allerdings durch letzteres erst spät zu Hause gewesen, da schlief Pippi schon. Michel bastelte mit Herrn Rabe an einem magischen Friedens-Konfettipanzer:
  • Jetzt ist Pippi natürlich wach und hungrig, aber ich falle gleich um. Tjanun.

    Tag 1309 – Diesdas.

    Bis grade gearbeitet und weil ich dachte, Abweichungen schrieben sich vielleicht einfacher mit etwas Muse, hatte ich dazu ein Bier. Hahaha. Das nächste Mal verzichte ich auf die Muse aus der Dose, die Abweichungen sind eh alle etwa so: „Die Routinen für XYZ des Betriebs sind mangelhaft (Beobachtung abc, Gesetzname Paragraph Dings, GMP Teil 1/2 Punkte Bums, Annex Tralala Punkte bla).“ Dann folgt noch eine Einstufung der Abweichung, dafür haben wir strikte Kriterien und der Hersteller hat dann je nachdem kürzer oder länger Zeit, die Abweichungen zu korrigieren. Jedenfalls – das klingt alles ziemlich trocken, aber immerhin werde ich schneller im Suchen nach den entsprechenden Vorschriften und Gesetzen und Richtlinien. Und mir macht es ja auch Spaß, ich geb’s ja zu, es ist schon spannend, aus einer Beobachtung, die, (frei erfunden jetzt, ne?) lauten könnte „Im Schrank im Produktionsbereich befand sich eine Tonne mit Wirkstoff. Dieser war seit 2015 abgelaufen, Retestdaten konnten nicht vorgelegt werden.“ den Kern der Sache rauszukitzeln und dann entsprechend mit Vorgaben zu untermauern. Geht’s mir um’s Abgelaufen, ums „stand im Produktionsbereich“, ums fehlende Retesting? Kann ich das mit anderen Beobachtungen verbinden, hat die Firma vielleicht insgesamt Schwächen beim Aussortieren abgelaufener Produkte? Sie sehen, alles spannend.

    Davon abgesehen: Abendschichten bis halb elf muss ich jetzt nicht dauernd haben. Ich schieb es auf den IT-Support, mit dem ich heute eine Stunde lang telefonierte, was aber mehr oder weniger erfolglos blieb. Heute morgen war die Computersituation wieder so schlimm, dass ich gar nicht arbeiten konnte und dann eben direkt anrief statt einen halben Tag Däumchen drehend auf eine Rückmeldung per Mail zu warten. Nach der Stunde konnte ich immerhin irgendwie und langsam arbeiten, in einem hakeligen System, das sich sehr nach Notlösung anfühlte. Aber arbeiten. Sonst wäre der Rechner wohl heute ernsthaft aus dem Fenster geflogen.

    Nachmittags die Kinder abgeholt. Ist auch mal ganz schön. Ich hab die nämlich sehr gern, alle beide. Michel hat Pippi heute, als sie ausrutschte und aufs Ohr fiel, ein Kühlpack geholt, das war schon sehr niedlich – und Pippi so überrumpelt, dass sie sofort zu Weinen aufhörte. Sehr praktisch. Michel hingegen kam mit eher unschönen Geschichten aus der Schule, da werde ich mal lose dranbleiben, wenn sich da was festfährt, kann ich die Löwenmutter nicht lange bändigen, das kann ich jetzt schon sagen. Es ist zumindest gefühlt ein schmaler Grat zwischen dem Kind das Gefühl geben, dass es gut und richtig war das zu erzählen, dass man es versteht und mit ihm traurig und sauer ist, dass ALLE ein paar der Kinder IMMER TOTAL DOOF SIND heute bei der einen Sache was doofes gemacht haben, dabei aber nicht kopflos werden und wütend die anderen Eltern anrufen oder gar die anderen Kinder beleidigen. Dabei finde ich die Aktion, wenn sie so lief wie Michel es erzählte (daran zweifle ich nicht, möglich ist, dass die anderen Kinder eine andere Wahrnehmung der selben Geschichte hatten), echt richtig kacke und gemein und rücksichtslos und es macht mich wütend, dass Kinder manchmal so kacke sind zueinander, aber ändern kann ich es auch nicht, deshalb bin ich ganz Zen. Wooozaaaa.

    Jetzt Schlafen. Morgen stehe ich, weil unter 6 Stunden Schlaf Folter für mich ist, ganz großzügig erst um sechs auf. Wow.

    Tag 1276 – Füße hoch!

    Wochenende ist zum Wäsche waschen, Fingernägel lackieren und Füße hochlegen da. Ersteres und letzteres haben wir heute ausgiebig getan, war auch nötig. Pippi hielt auf mir einen langen Nachmittagsschlaf, was dazu führte, dass Herr Rabe dann bei der etwas ausufernden Einschlafbegleitung einschlief. Michel schaute während Pippis Mittagsschlaf eine norwegische Kindersendung, in der Teams aus drei Kindern gegen den Steampunk-Lord „Daidalos“ antreten müssen, der sie durch Labyrinthe schickt, in denen sie auf seine Erfindungen und Maschinen treffen, die allesamt nur ein Ziel haben: die Kinder mit grünem Schleim einzuspritzen. Das ist gar nicht mal schlecht gemacht oder so, aber es ist für mich wie 99% aller Kindermusik: ich fremdschäme mich furchtbar. Vermutlich, weil ich als Kind Sendungen wie „1, 2 oder 3?“ super gut fand und Rolf Zuckowski sich durch Dauerbeschallung in den Lebensjahren 5-10 für immer in meine Gehirnwindungen gebrannt hat. Wie gern wär ich so ein Kind im Fernsehen gewesen. Heute gucke ich sowas an und ich mag die Kinder nicht, gekünstelte Anspannung, Altklugheit, gekünstelter Triumph, schreckliche Team-Sprüche. Eine Mädchengruppe sprach offensichtlich abgesprochen dauernd im Chor. Im Chor! Leider war ich ja von Pippi ans Sofa gefesselt. Und Michel findet die Sendung ganz toll, es hält ihn nicht auf dem Sofa:

    Nach dem Essen erzählte mir Michel dann noch ganz viel in seiner Michel-Art, vieles hat er aus der Schule, manches denkt er sich dann selbst dazu und dann wird es sehr lustig. Zum Beispiel:

    „Mama? Haben wir im ganzen Körper Wasser?“

    „Ja, überall in unserem Körper ist Wasser.“

    „Auch IM Gehirn???“

    „Ja, im Gehirn auch.“

    „Aber warum denke ich dann nicht nur ‚Wasser, Wasser, Wasser‘?“

    oder auch

    „Es ist gut, dass wir eine Haut am Auge haben. Wenn sonst eine Fliege ins Auge fliegen würde, käme die direkt ins Gehirn rein und wenn man dann reden würde, würde man nur ‚Bssss Bssss‘ sagen.“

    Ebenfalls fiel mir heute auf, wie unsauber wir manche Worte aussprechen, nachdem Michel einen Zettel an seine Tür gehängt hatte, auf dem er um den Besuch seines Ladens und das Bezahlen in ONKLIE PENER bat. Das sollte wohl „ordentlige penger“ heißen, also „richtiges Geld“ (schlaues Kerlchen), aber genauso wie ENKLICH statt egentlig/eigentlich ist ordentlich auch bei mir so ein Wort, wo ich mir wohl mehr Mühe beim Aussprechen geben sollte. Note to self: ooantlicha attikulian.

    Pippi hat heute auf ihrem Telefon Videos geguckt. Komplett mit danach suchen, dann scrollen, dann anschalten und das Telefon quer auf den Tisch stellen, an eine Wasserflasche gelehnt. Pippis Telefon ist ein hellblaues Plastikteil aus den frühen 2000ern, mit Antenne und ohne Bildschirm, nicht mal einem angedeuteten, einzeiligen Display wie man es ja doch meist hatte, damals, als man mit Telefon noch nicht automatisch Handy meinte und das Attribut „schnurlos“ noch durchaus Sinn besaß. Für Pippi heißt Telefon Smartphone, damit kann man Fotos machen und Videos angucken, so.

    Tag 1269 – Supermus.

    Michel hat uns heute sein Malheft aus dem Hort gezeigt. Es ist sehr niedlich alles. Ich glaube, hier hat er unser Haus gemalt:

    Es ist nämlich so: unser Garten ist halb rund und neben dem Haus (Check), vorm Haus steht direkt eine Straßenlaterne (Check) und unsere Fenster haben Kreuze drin (Check).

    Dann gibt es wohl neues von Supermus:

    Man erkennt es am Cape. Vielleicht ist es auch ein Meerschweinchen oder ein Igel, auf jeden Fall mit Cape also ein Superheld.

    Noch ein paar Bilder von unserem Essen heute, einfach weil es so lecker war und ich, die ich nur alle Jubeljahre Fleisch zubereite und für jeden Pups erst im Internet nach Rezepten suchen muss, das doch ganz gut hingekriegt hab. (Vegetarier*Innen können nach den Maiskolben aufhören zu lesen.)

    Das kann ich noch ohne Rezept. Sous-vide Maiskolben (klingt viel besser als „waren in so ner Vakuumverpackung und da drauf stand ‚vor dem Servieren 3-5 Minuten in kochendes Wasser legen, dann aufschneiden‘, also hab ich das so gemacht“) und Butterkartoffeln.

    Sabber, Sabber

    Medium-Rare. Für’s nächste mal (in fünf Jahren dann) hier die Mischung aus verschiedenen Tipps aus dem Internet

    • Backofen vorheizen, 150 Grad, dazu auch schon einen Teller reinstellen
    • Fleisch wirklich heiß anbraten, 1 Minute pro Seite. Fettspritzerschutz nicht vergessen
    • Mit Zange umdrehen
    • Soeben angebratene Seite mit Salz und Pfeffer würzen
    • Wenn beide Seiten angebraten und gewürzt sind: in den Ofen auf den Teller. 5 Minuten ca.
    • Draufdrücken: sollte etwa so fest sein wie die Nasenspitze
    • Fertig. Achtung: heißer Teller sieht aus wie kälter Teller.

    Omnomnom. Das war wirklich sehr lecker. Und so simpel.

    Tag 1256 – Wochenende.

    Noch einen sehr entspannten Tag verbracht. Deshalb auch gar nix zu erzählen. Ein paar schöne Kindergeschichten:

    Michel kann sich sehr gut Sachen merken, zum Beispiel (wie ich) Worte, aber als Bild. Er kann ja noch nicht sonderlich flüssig lesen, aber mit Zeit buchstabiert er sich zuverlässig Wörter zusammen. Nun ist er an dem Punkt, wo er ein geschriebenes Wort nur ganz kurz sehen muss, um es sich danach aus dem Kopf zusammenzupuzzeln. Dabei kann er das Wort wohl sogar umdrehen und rückwärts vorlesen, das hat er letztens der Mutter von unserem Babysitter vorgeführt und die war ganz aus dem Häuschen. Ja, ich hab schon ein kluges großes Kind.

    Das kluge große Kind isst, wenn es sich unbeobachtet fühlt, permanent Schnee. Es unterscheidet dabei nicht unbedingt zuverlässig nach Fundort, Feldschnee wird ebenso gegessen wie Straßenrandschnee. Aus unserem Küchenfenster kann man die Loipe vorm Haus sehr gut überblicken, daher weiß ich das.

    Ebenfalls das kluge große Kind kam heute dazu, als ich mir die Fingernägel lackierte (Farbe der nächsten Woche ist Edding*-Rot) und wollte dann auch, aber nicht rot. Ich sagte, er solle sich einen aussuchen, woraufhin er ewig im Badezimmer rumorte und am Ende mit einem Lipgloss ankam. Ich zeigte ihm dann noch mal die Box mit den Nagellacken im Schrank daneben und nun hat er dunkelgrüne Fingernägel. Pippi hat sich ebenfalls für Edding-Rot entschieden. Beide fühlen sich sehr schick (sind sie ja auch).

    Pippi hat nach dem Essen selbst ausgedachte Geschichten aufgeführt. Fast hätte ich sie gefressen vor Niedlichkeit und auch den „OH DAS KIND IST SO TALENTIERT ICH MUSS SIE SOFORT ALS KINDERSCHAUSPIELERIN ANMELDEN!!!“-Impuls konnte ich nur ganz knapp zurückhalten. Aber es ist einfach zu goldig, wenn sie sich ganz ernst einen guten Platz sucht, wo sie alle gut sehen können, dann faltet sie die Hände vor der Brust und erzählt mit voller Theatermimik und leuchtenden Augen: „Es war ein mal ein kleiner Vogel. Der saß auf einem Baum. Da kam ein Trollmädchen, weil das in einem Wald war. In einem grooooooßen Wald. Huch! Sagte der Vogel. Und Schluss.“ und dann verbeugt sie sich und stolziert von ihrer Bühne. Hach, hach, hach, hachedihach! Zum Knutschen, wirklich. (Und gänzlich untalentiert ist sie wirklich nicht. Die Geschichten waren kurz, aber prägnant und ohne ein einziges „Äh“ vorgetragen und sie ist sehr präsent da auf ihrer Wohnzimmerbühne. Rampensau mit Bühnenpräsenz, mal gucken ob das so bleibt, ich würde es ihr sehr wünschen.)

    ___

    *Ich habe nur einen Nagellack von Edding, und der ist super, sowohl von der Farbe her, deren Bezeichnung ich immer vergesse, weil ich ja eben nur einen hab, als auch im Auftrag und der Haltbarkeit.

    Tag 1250 – Halbe 2500.

    Heute auf die Minute passend gearbeitet, auf die Minute passend die Kinder abgeholt. Es ist ein Spagat und ich frag mich, ob sich auch Väter schlecht fühlen, wenn sie ihr Kind um zwei vor Schluss aus dem Hort abholen? Ich hoffe es.

    Leider sind wir auf den Hort ja morgens und nachmittags angewiesen und damit ist die kurzzeitig verlockend erscheinend gewesene Idee des „Sport-Hort“ schon wieder passé. Der Sport-Hort kostet das Gleiche wie der normale Hort, hat aber tägliches Sportprogramm und (noch viel besser) tägliche Gelegenheit zum Hausaufgaben machen. Aber der Sport-Hort ist nicht morgens und soweit ich das sehen kann gibt es keine andere Möglichkeit, als beim normalen Hort einen halben Platz zu nehmen um morgens je eine Stunde in Anspruch zu nehmen und dafür aber 67,15% des normalen Hortpreises zu zahlen. Wir würden also 167,15% von dem bezahlen, was wir jetzt zahlen und das ist viel. Enorm viel. Mistekack.

    Mein Meeting heute war mittelspannend, das Eis ist fest, allerdings brauchen wir um der Firma weiterhelfen zu können erstmal mehr Infos von eben dieser.

    Dafür werde ich wohl mit der Dokumentenmanagementsoftware noch viel Spaß haben, die ist nämlich das Gegenteil von selbsterklärend. Bester Tipp aus der Erklärpräsentation: man kann Shortcuts wie zum Beispiel esc benutzen. ACH! Na dann ist ja alles klar.

    Der lange Tag wurde mit einem glücklichen Michel belohnt, weil heute ein Paket aus dem Internet ankam. Da hat er auch gleich halbwegs motiviert Hausaufgaben gemacht. (Sie lernen diese Woche den Buchstaben F und weil er keine Lust hatte, die Worte aus der Wörterliste zu schreiben und zu malen hat er seinen Vater gemalt und seinen Namen geschrieben. Im Auto wollte er dann wissen, ob man Felix denn eigentlich mit k schreibt. Norwegen halt.) Hach, mein großes Kind.

    Sport-Hort wäre wohl wirklich nicht doof für ihn. Immer in Bewegung.

    Tag 1218 – Happy, happy!

    Nun. Schon wieder ist es total spät, aber ich habe es aufgegeben, früh ins Bett zu gehen. Ich bin einfach nicht müde, so what. Wenn ich wirklich früh aufstehen muss, wird es schon gehen. Solange ich nicht muss, gebe ich mein Bestes, es trotzdem zu tun, und wenn’s nicht klappt, dann klappt es eben nicht, ist ja grad noch egal. Dafür habe ich abends all die Energie, die mir morgens abgeht und dann ist es doch schön, wenn ich noch friedlich zwei Stunden Nähen kann, während die Kinder schlafen.

    Überhaupt, die Kinder. Ich hab die sehr lieb. Sage ich vielleicht nicht häufig genug, also zu ihnen schon, aber nicht „über“ sie, zu anderen. Michel zum Beispiel, der große kleine Zwerg, wenn der morgens vom Parkplatz zur Schule stapft und so kleingroß ist, wie es halt nur Erstklässler sein können, da geht mir das Herz auf. Und wenn ich dann sehe, dass die Opis, die Schülerlotsenmäßig den Schulweg bewachen, schon ihre Posten verlassen, weil es ja schon zum ersten Mal geklingelt hat (15 Minuten vor Schulbeginn), dann fahre ich auch ein bisschen Helikopternd einmal um den Block und wieder an der Schule vorbei, wo ich den knallgelben Trondheimer Kommunenrucksack grad noch auf den Schulhof einbiegen sehe. Nach der Schule dann erzählte er mir, dass ihn ein Kind geschubst hat und ein anderes hat ihm einen Schneeball (mit Steinen drin! Und mit Absicht!) voll ins Gesicht geworfen. Meine Reflexe sind dann ja direkt auf WAAAAAS??? ICH RUF DIREKT DIE ELTERN AN WAS SIND DENN DAS FÜR ARSCHLÖCHER?, aber ich fragte erstmal nach, was Michel dann gemacht hätte, und ob das wer vom Hort gesehen hätte (nein), und Michel sagte, er sei dann einfach weggegangen und er habe auch eh keine Lust, mit den entsprechenden Kindern zu spielen. Er scheint es also ganz klug zu lösen und solange das klappt ist ja alles in Butter. (Ich finde das extra gut, dass er das so macht und nicht, wie ich als Kind und zum Teil noch echt lange, ausgerechnet mit denen, die mich am meisten ablehnten, best buddies sein will.) Fruchtet das viele Erklären, was Freunde tun und was nicht, ja vielleicht doch, ich wünsche es mir für ihn. Und ich wünsche ihm Freunde, die auch „blöde Wollsachen“ anhaben und deren Eltern Schießspielzeug konfiszieren. Bei denen er „uncool“ und phantasievoll und lieb und aktiv, aber nicht wild sein kann, wie er halt so ist. Hachz. Pippi ist natürlich auch prima, ganz anders, klar, sie ist auch noch jünger, aber die wird vermutlich eher die Bandenchefin werden, in der neuen KiTa-Gruppe setzt sie sich jedenfalls schon sehr gut durch. Und weil sie in ihrer Gruppe nun fast die älteste ist, statt wie sonst immer die jüngste und kleinste, zählt der „Ich bin so süüüüß“-Faktor nicht mehr. Trotzdem hat sie in der Gruppe ziemlich oft das Sagen, wenn sie da ist, wie sie zu Hause ist, kann ich mir ungefähr vorstellen, wieso. Bestimmerin by nature. Hoffentlich bleibt sie so.

    Was war sonst so? Etwas genäht, Schuhe gekauft, Herr Rabe ist nicht da. Genäht habe ich das Oberteil vom Bettbezug-Kleid. Es scheint ein gutes Verfahren für mich zu sein, immer eine Größe kleiner zu nehmen, als die Größentabelle für mich vorsieht. Ich verstehe das ja nicht. Da nähe ich ein Kleid, das aus (festem) Jersey sein soll, aus gewebtem, gar nicht elastischem Stoff (dann eben mit Reißverschluss) und Größe 38 passt und sitzt super, wo die Größentabelle meint, zwischen 40 (Hüfte) und 42 (Taille) müsste es schon sein. 42 („wenn Sie zwischen 2 Größen liegen, nehmen Sie die kleinere“) säße da wie ein Sack. Und auch dieses Mal habe ich übrigens weniger Stoff gebraucht. Auch so’n Ding. Ist mir bei nem Bettbezug egal, aber bei richtig teuren Stoffen will ich nicht hinterher 25 cm übrig haben.

    Schuhe gekauft. Das kam so: der örtliche Schuhhändler, der mir schon wegen überaus großer Auswahl an sehr geschmackvollen Stiefeletten aufgefallen ist, hat draußen Schilder mit 40% auf alles hängen. Und ich brauchte (tatsächlich) schwarze Stiefeletten. Die habe ich jetzt. Zwei Paar. Hups. Dafür habe ich weder Wildlederstiefel noch Pumps noch so Lumberjack-Schuhe gekauft.

    Herr Rabe ist in Trondheim, mal wieder, morgen ist da auch noch Weihnachtsfeier. Ich möchte auch auf eine Weihnachtsfeier, mich aufbrezeln und so. Naja, nächstes Jahr. Herr Rabe möchte vielleicht auch noch mal in den Schuhladen, könnte ich mir vorstellen.

    Jetzt, endlich, werde ich müde. In diesem Sinne: gute Nacht!