Tag 2637 – Urlaub?

Hmm naja naja, der Arbeitstag lief eher so semi-erfolgreich und das heißt leider, dass ich mir nicht drei Tage frei nehmen kann. Also könnte schon, natürlich, ich könnte ja auch morgen vom Bus überfahren werden und dann würde ja auch die Welt nicht untergehen. Aber da ich gleichzeitig auch möchte, dass „die da draußen“ Antworten auf ihre brennenden Fragen zeitnah halbwegs fristgerecht bekommen, tja. Tjaja.

Aber ein bisschen frei mache ich schon. Vermutlich werde ich einen Arbeitstag auf drei Tage aufteilen und allgemein eine ruhige Kugel schieben. Laut Auto-Reply kann man von mir vor Montag keine Mail erwarten und der Wecker ist auch aus, alles was ich tue ist also Bonus.

Was ich aber auf jeden Fall machen muss, und zwar noch diese Woche: meine Gehaltsforderung fertig machen. Frustrierender Weise mit den selben Argumenten wie letztes Jahr, ich hinke da also (obwohl ich letztes Jahr echt nicht so wenig mehr bekommen hab) irgendwie hinterher und das macht, dass ich mir dezent verarscht vorkomme.

Ach was war das schön, als man noch nicht jedes Jahr aufs neue drum kämpfen musste, ein der Arbeitsleistung, Arbeitsbelastung und Qualifikation angemessenes Gehalt zu bekommen. Ich hasse sowas ja sehr.

Ansonsten war heute hier ein wenig Kinderdrama. Michel ist auf dem Trampolin blöd auf den Nacken gefallen und hat sich aufgrund eines Knackens der Wirbel furchtbar erschreckt und meint jetzt, sein Hals ist gebrochen. Zur einen Seite könne er gar nicht gucken und nach unten auch nicht. Also außer auf der einen Seite ist der Fernseher oder unten der Laptop und man hat grad vergessen, dass man ja einen mindestens gebrochenen Hals hat, dann kann man den Kopf ganz normal bewegen. Pippi packte jedoch die große Eifersucht, weil ich Michel tröstete. Ich hätte Michel lieber als sie, überhaupt hat niemand sie lieb und dieses und jenes Kind war im Hort doof zu ihr und apropos Hort ist es auch brutal ungerecht, dass sie da hin muss und Michel nicht. Wie immer bei Pippi war das Drama aber wesentlich kurzlebiger als bei Michel und bei „morgen geht ihr mit dem Hort in die Bibliothek und da ist eine Veranstaltung mit Reptilien“ plötzlich vergessen. Fünf Minuten später stand sie schon wieder singend vorm Spiegel. Da war Michel noch motzig und rieb sich den Nacken. Es ist wirklich faszinierend, wie unterschiedlich die zwei sind.

Tag 2633 – Go.

Against all odds haben wir heute den IT-Projekt das Go gegeben. Wir haben es getestet und es ist so halb ok, brauchbar und in zwei Wochen wird es dann in Betrieb genommen. (Da bin ich nicht da, deshalb nehmen die Inspekteur*Innen es später in Betrieb.)

Es war holprig und heute waren überall sehr viele Arme und Beine, wie man auf Norwegisch sagt. Meine eine Kollegin hätte im Meeting glaube ich fast geheult, weil insbesondere für sie der Endspurt extrem stressig war, aber jetzt ist es erstmal vorbei. „Vorbei“, haha, es wird ja „kontinuierlich daran weiter entwickelt“. Jajablabla, aber wenigstens muss ich nicht mehr täglich in drei Stand-Ups meine Lebensentscheidungen infrage stellen meine Nase in die Kamera halten. Des Weiteren muss ich nicht mehr mit echt unangenehmen Personen zusammenarbeiten. Hurra.

Außerdem heute: den Schlussreport der Inspektion in den USA unterschrieben, das ist also jetzt sozusagen abgeschlossen. Wow. So geschmeidig sollte das mal immer laufen.

Michel „muss“ jetzt Japanisch lernen. Er hat innerhalb von zwei Tagen fünf Kirby-Mangas (in Buchform) eingeatmet und die weiteren sind nicht übersetzt, es ist eine Katastrophe, sage ich Ihnen, und es gibt keine andere Lösung, als Japanisch zu lernen. Soll er machen, schadet sicher nicht. Persönlich bin ich grad eher auf Koreanisch gepolt, aber jede*r hier im Haus darf ja seine eigenen Seltsamkeiten haben.

Tag 2631 – Platt.

Heute gutes Sushi und einen Haufen Edamame gegessen, ansonsten nicht wirklich viel positives zu berichten.

Anekdote: mitten in der Inspektion, während ich grad im Labor stand und meine Kollegin sich was zeigen ließ, klingelte mein Handy. Das stand auf nicht stören und das heißt, man muss mindestens zwei mal direkt nacheinander anrufen um überhaupt durchzukommen. Und es war Michel, also ging ich ran, vermutend, dass mindestens das Haus brennt oder Herr Rabe mit gebrochenem Genick am Fuß der Treppe liegt. „MAMA?“ brüllte er ins Telefon. „Ich kann grad wirklich nicht, du musst bitte Papa anrufen!“ „Aber Papa kann auch nicht und ich muss was ganz wichtiges sagen!“ [also brennt das Haus, dachte ich] „Hm ok, was ist denn?“ „Ich sehe den Kronprinzen!“ „Was?“ „Den Kronprinzen! Ich sehe den Kronprinzen!“ „Äh, ok?“ sagte ich, aber da hatte Michel schon aufgelegt.

Tag 2581 – Folter.

Wir quälen ja hier im Haus gerne unsere Kinder, insbesondere Michel, insbesondere indem wir sie zu Aktivitäten schicken, die sie selbst vor wenigen Wochen noch gerne machen wollten. Zum Beispiel ein einwöchiges Science-Sommerprojekt, das hier im Ort diese Woche täglich von 9-15 Uhr, also auch unmenschlich lange, stattfindet. Da machen sie so grauenvolle Dinge wie Bakterien züchten, charakterisieren und unter dem Mikroskop anschauen, schrecklich. Mikroskopieren interessiert Michel ja auch gar nicht. Es ist alles sehr grausam. So furchtbar, dass mir Michel hinterher diverse Knöpfe an die Backe laberte, was sie heute alles gemacht haben und was sie die nächsten Tage über machen werden und dass sie die von zu Hause mitgegebenen Materialien (3 x gebrauchte, gespülte und getrocknete Verpackungen und eine leere 1,5 L Plastikflasche, darüber bekamen wir schon vor zwei Wochen Bescheid und daher war ich vorbereitet) doch erst morgen brauchen und er hätte das aber jetzt schon dort gelassen und dann ist er übrigens noch beim Fußball hingefallen und hat jetzt ein Pflaster am Knie, Bolzplätze mit Sand, wer denkt sich denn sowas aus, und die anderen haben alle Bakterienproben vom Klo genommen aber er nicht, er hat die von der Tafel und dem Waschbecken genommen aber das dauert ja jetzt noch ein paar Tage, ne Mama, du arbeitest auch mit sowas, oder früher mal, bevor du inspektør wurdest, ne, haben wir auch mal gemacht, aber heute haben wir auch die Nährböden für die Bakterien selbst gemacht und…

Wahrlich schrecklich muss es gewesen sein.

(Und ein bisschen seufze ich der Zeit hinterher, als Michel noch „Brakterien“ sagte.)

Nur um es erwähnt zu haben, bin ich mal wieder die am wenigsten kümmerige Ehefrau der Welt. Herr Rabe siecht mit irgendeinem nicht-Corona Fieberinfekt dahin und hat sich heute nicht nennenswert aus dem Bett bewegt und ich… naja. Involviere mich eher wenig. Ich wüsste auch nicht, wie. Dutzi dutzi machen hasse ich ja selbst sehr, wenn es mir schlecht geht. Ich will alleine in meiner Höhle sterben. Das übertrage ich vermutlich auf andere, zusätzlich zur Hilflosigkeit. Tja.

Tag 2580 – Tröööt!

So, alle Ehre heute den Organisator*Innen und Instruktor*Innen dieser Korpsfreizeit(en). Das war rundum wirklich beeindruckend. Nicht nur haben sie (sicher nicht nur meines) auch die etwas ängstlichen Kinder abgeholt und voll mitgenommen und allen eine gute Zeit gegeben, sondern sie haben auch echt musikalisch was auf die Beine gestellt. Heute war das Abschlusskonzert, da spielte jede Instrumentengruppe erst ein Stück einzeln, und dann spielten alle zusammen noch mal vier Stücke. Das Konzert dauerte eine Stunde. Und man brauchte wirklich nicht mal viel elterliches Wohlwollen, um das musikalisch gut zu finden! Bei unserem Schulkorps braucht man das ja schon hin und wieder, aber das heute war objektiv richtig gut und würde auf so einem Wettbewerb, wie Michel ihn im Frühjahr mitgemacht hat, alle Preise einfach konkurrenzlos abräumen. Nach drei Tagen! Gut ausgewählte Stücke für das Niveau (oder wie Michel am ersten Tag meinte: VIEL ZU SCHWER OMG WIE SOLL DAS GEHEN!!! Woraufhin ich ganz achtsam, aus dem Fundus meiner langjährigen Musiklernerfahrung schöpfend, schrieb, dass er das schon schaffe, wenn übt. Was er, so unglaublich das klingen mag, so akzeptierte und offenbar umsetzte) und wirklich viel Einsatz von Instruktor*Innen und Kindern. Und alle hatten sichtlich Spaß und waren stolz, zu zeigen, was sie geschafft haben. Wirklich richtig, richtig toll.

Blaskapellenmusik kann echt ok sein! Mind blowing.

Auf Michel bin ich doppelt stolz, weil er sich durchgerungen und viele Ängste überwunden hat. Und ich hab jetzt ein Video, wo er sichtbar mit-swingend das UNGLAUBLICH SCHWERE Stück spielt. Hach!

Gerne wieder. Dass das das zweitniedrigste Niveau war, das man bei diesen Sommerkursen machen kann, lässt einiges erwarten für zukünftige Abschlusskonzerte.

Tag 2545 – Banana.

Wir waren heute im aktuellen Minions-Film, alle zusammen, in unserem Dorfkino. Das war tatsächlich wie erwartet sehr lustig, also wenn man Minions und deren quatschigen Pupshumor ganz grundsätzlich mag. Wir mögen das alle vier und ich fand vor allem sehr schön, wie sich Michel freute und sich mitreißen ließ. Ich mag Ferien-Michel echt gern, der ist wie Michel früher*, nur größer und mit mehr Wissen zum Klugscheißern. Keine Ahnung, wie wir das in die Schulzeit retten sollen, weil ich glaube, dass Erwartungsfreiheit da eine ganz entscheidende Rolle spielt, aber wir können es ja versuchen. Irgendwie.

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*er sagt auch nicht mehr Mimjims, was irgendwie schade ist

Tag 2490 und 2491 – Weggeworfene Zeit.

Gestern bin ich abends auf dem Sofa vom Schlaf übermannt worden. Tjanun.

Es gab aber auch nichts spannendes zu erzählen, außer, das ist natürlich sehr spannend: es hat geregnet. Den ganzen Tag! Das ist eine Meldung wert, das war nämlich, leider wirklich nicht übertrieben, das erste mal seit März, dass es geregnet hat. Vor lauter Schreck ist gleich der Rosmarin (Versuch Nummer 275) im Garten eingegangen und der Rest der Natur ist förmlich explodiert. Zack, Frühling, alles grün. Nur doof, dass der Korps gestern seine finale Marschübung hatte, ich bekam 3 (Herr Rabe marschiert als Begleitelter mit) sehr nasse Raben zurück, die erst mal in der Badewanne auftauen mussten.

In einem Land, in dem der komplette Strom aus Wasserkraft kommt, weiß man Regen gleich ganz anders zu schätzen.

Heute war auch nicht so ganz viel, um ehrlich zu sein. Ich arbeite so vor mich hin, ziemlich unproduktiv aber es saufen halt auch alle die billigen Desinfektionsmittel da, was soll man machen. Die Arbeitszeit fühlt sich ziemlich verschwendet an, oder wie man auf norwegisch sagt: weggeworfen.

Abends habe ich versucht, Pippi die Bräune aus dem Gesicht zu waschen, weil ich dachte, es sei Dreck. Sie hat einen sehr deutlichen Abdruck von ihrer Brille, das passiert mir ja tatsächlich einfach nie, deshalb dachte ich halt, das Braune muss Staub oder Dreck sein. Hoppla. Aber Pippi sieht natürlich auch mit einem weißen Balken auf der Nase ganz bezaubernd aus. Michel hat wieder Sommersprossen auf der Nase und den Wangen bekommen und sieht damit auch ganz hinreißend aus, wie immer. Ich muss neue Sonnencreme kaufen, die Restbestände habe ich alle aus Gründen wie „voller Sand“ entsorgt. Und meine ist leer, aber die kriege ich auch nicht im Supermarkt, die muss ich bestellen oder es wagen, in eine Parfümerie zu gehen. Da ich aber schon die letzten Male im Zug gern Leuten an die Gurgel gegangen wäre, weil sie zu penetrant nach Parfüm rochen, läuft es wohl auf bestellen raus. Ich frage mich, warum mir das jetzt so extrem auffällt? Ich war immer schon geruchsempfindlich, aber doch nicht so? Bei meinem letzten physischen Maskarakauf wollte ich am liebsten rückwärts den Laden wieder verlassen, weil ugggghhhh Parfüm. Werde ich seltsam mit den Jahren? Also noch seltsamer als eh schon? Ist es die Entwöhnung durch Pandemie? Egal was: ich wünsche mir von der Menschheit generell einen sparsameren Umgang mit Düften aller Art.

Tag 2330 – Ende 30.

Die Welt geht vor die Hunde, Baby, aber Leute haben trotzdem Geburtstag, sogar so signifikante Geburtstage wie der 37. passieren täglich überall auf der Welt.

Ich finde älter werden weiterhin im Großen und Ganzen gut. Die Haare werden grau, das Gesucht wird ein bisschen faltig, der Bauch, der Po und die Arme werden weicher (gut, das würde mehr Training vermutlich richten, ähäm). All das ist gut. Wehwehchen, hier mal Rücken, da mal Knie, werden schleichend mehr, das ist nicht so schön. Was aber eigentlich am Besten ist, ist, dass mir, ebenfalls schleichend, eine innere Scheißegalhaltung gegenüber äußeren Erwartungen wächst. Man kann’s eh nicht allen recht machen und der Versuch ist voll anstrengend, warum sollte ich das also tun? Bester Effekt des Älterwerdens. Wer weiß, vielleicht schaffe ich es sogar noch bis zum 20. Abijubiläum, die so weit auszubauen, dass ich da hin gehe und nicht, wie beim 10. den Organisatoren mit „eher schieße ich mir in den Fuß“ antworte.

Geburtstag war so weit allerdings unspektakulär. Ich habe mich sehr über viele Glückwünsche gefreut und mein bestes Geschenk ist ein sehr kleiner Kaktus/Sukkulent in Herzform von Michel, sowie dass sich die Kinder damit angefreundet haben, Essen zu gehen, und sich dort sogar benommen haben. Pippi hat der Bedienung im indischen Restaurant ein deutsches Buch vorgelesen, das war schon ziemlich niedlich. Der Kuchen ist lecker, wenn auch die Glasur nicht gut temperiert war und nicht knackig wurde. Herr Rabe hat sich um alle Kaffees des Tages gekümmert und war mit Michel beim Zahnarzt. Ich habe in Frieden gearbeitet und habe im Flow auch noch ein Meeting vergessen.

(Derweil behauptet der Kriegsverbrecher, er hätte von dem Krankenhaus gar nichts gewusst und überhaupt würde man keine Zivilisten angreifen. Ich habe keine Worte mehr für diese Abscheulichkeit.)

Tag 2316 – Zerschlagen.

Ich wachte auf mit dem Gefühl, vom Traktor überfahren worden zu sein. Mein Körper macht offenbar irgendwas mit der Impfung, es scheint viel Kraft zu kosten und führt zu Kopfschmerzen. Weil es aber absurd schwer ist, Termine zu bekommen, um einen norwegischen Pass zu beantragen, nahm ich meinen heutigen Passtermin trotzdem wahr. Weil der sonst nur YouTube guckt, nahm ich Michel mit. Und weil wir danach gut drauf und eh in der Nähe waren und mein Körper sich wieder dazu in der Lage anfühlte, waren wir dann noch bei IKEA. Und ich weiß nicht, ob es noch an der Impfung liegt oder an den Blumenbällchen, die ich da gegessen habe, aber zu Hause plumpste ich im Grunde nur noch aufs Sofa, schlief dort ein (zu den lieblichen Klängen von Minecraft) und wachte immer noch groggy, aber jetzt auch noch mit Magenkrämpfen auf. Ich habe schon länger den Verdacht, dass ich manche Fleischersatzprodukte nicht vertrage, ich muss das mal beobachten und schärfer eingrenzen.

Jedenfalls – Pass beantragen war total unspektakulär und irritierender Weise wurde nicht mal mein deutscher Pass entwertet. Vielleicht ist dafür die Bundesrepublik zuständig? Meine Daten wurden eingetöckelt, Pass kommt in der Post, bitte bezahlen, schönen Tag noch. Fun fact: ein norwegischer Pass ist wesentlich billiger als ein deutscher. In meinem neuen Pass werde ich nun auch nicht mehr bei meiner Größe lügen (Überbleibsel der Fehlannahme mit 15, dass ich sicher noch wachsen würde) und auf dem Bild sehe ich aus, als würde ich mich fühlen, wie vom Traktor überfahren. Tjanun. Dafür hatte ich mit Michel einen guten Tag, das muss ich ja auch mal sagen. War richtig schön, der Ausflug mit ihm.

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All das wirkt angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine komplett irrelevant (ist es ja auch), aber ich weiß einfach gar nicht, was ich dazu sagen soll. Es macht mich sprachlos, dieser morallose Lügner und spätestens jetzt auch Mörder.

Weil ich das eben gegoogelt habe und Michel das ständige Welt erklären und droppen von random facts ja auch nicht von ungefähr hat: die Grenze zwischen Norwegen und Russland ist 198 km lang.

(Jetzt werd ich bestimmt für immer überwacht.)

Tag 2403 – Babies.

First things first: Herr Rabe geht es schon wieder viel besser und der Rest hat weiter negative Tests. Passend dazu wird morgen vermutlich bekanntgegeben, dass Mundbinde und Meter wegfallen, und vielleicht fällt auch die Isolationspflicht. Es soll dann nur noch eine Empfehlung zur Isolation geben. Tests sollen nur noch Risikogruppen und Leute, die mit Risikogruppen arbeiten, bekommen. Langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass wir alle Omicron kriegen werden/schon haben/schon hatten und dass das mit großer Wahrscheinlichkeit für uns nicht schlimm sein wird. Aus Gründen würde ich trotzdem hoffen, dass ich noch den Booster und die Kinder noch die 1. Impfdosis schaffen, bevor es uns erwischt.

Michel übernachtet heute bei einem Freund. Das ist ein mittleres Wunder, aber für ihn natürlich toll. Es kam sehr spontan dazu, was vielleicht gar nicht so schlecht war, weil er dann keine Zeit hatte, haufenweise Ängste aufzubauen. Er hat seine Bettdecke, sein überdimensionales Kuscheltier, Harry Potter-Schlafi und Zahnbürste und wenn was ist, kann er anrufen. Ich vermute, dass er inzwischen schläft. Ob ich allerdings schlafen kann, wird sich noch zeigen.

Pippi hingegen hat heute Scheiß in der Schule gemacht, woraufhin Herr Rabe einen Anruf und ich eine pissige Mail zu Pippis Missetaten bekam. Ich habe brav mit Pippi geschimpft und sie war sehr zerknirscht aber ehrlich gesagt fand ich die Geschichte ein bisschen lustig, weil sie sehr zu Pippi passt. Die Rübennase halt. Es kam niemand und nichts zu Schaden, so gesehen ist alles gut, aber sie hat halt noch nicht so ein ausgeprägtes Konsequenzdenken. Zwei Kinder, die sich vor allem möglichen und unmöglichen ängstigen, würde ich wohl auch kaum ertragen.

Jaja, sie werden so schnell groß, aber sie bleiben immer meine Babies. Eins eigensinnig, stur und rübennasig, aber unglaublich süß dabei, eins mit viel im Kopf, zurückhaltend und immer irgendwie müde aussehend, aber ebenfalls unglaublich süß.