Tag 568 – Klarkomm-Update. 

Ich komme weiterhin klar, aber es ist anstrendend. Alles kommt mir anstrengend vor. Am Besten geht noch Laborarbeit, da brauche ich nämlich mein Gehirn nicht (klingt jetzt für Sie womöglich komisch, aber für mich ist das allermeiste davon wie Autofahren: man blinkt und bremst und kuppelt und macht Scheibenwischer an und aus, da denkt man ja auch nicht mehr drüber nach). Hirnarbeit aber zieht sich wie Kaugummi weil meine Konzentration einfach noch echt schlecht ist. Heute zum Beispiel hatte mich mein Chef gebeten, meine Versuchsplanung mal zu verschriftlichen, und damit meinte er (leider) kein Gekrakel auf Papier. Ich brauchte zweieinhalb Stunden für ein Flowchart und eine grobe Seite Erklärungen dazu. Musste immerimmerimmer wieder die gleichen Sachen nachgucken. Musste mich sehr zusammenreißen, nicht doch nochmal die Grundlagen zu checken, vielleicht habe ich ja was übersehen, nicht bedacht, falsch erinnert. 

Insgesamt bin ich grade sehr froh, dass ich vermutlich bis Ende nächster Woche meine Zeit im Labor verbringen darf. Und dann geht’s los in die USA. (Das zu organisieren fällt mir lustiger Weise gar nicht schwer, ich habe mein Poster jetzt hier, ich habe Visitenkarten, ich überlege noch, Handouts vom Poster zu machen (vermutlich nicht, Geheimhaltung wird ja nicht grad einfacher, wenn man den Leuten das Geheimzuhaltende auf Papier gedruckt mitgibt), ich habe mir ein iPad Pro zum Abholen im Laden bestellt, habe dabei wunderschöne Schuhe gesehen, ich weiß jetzt grob, wo es Make-Up von welchen Marken zu kaufen gibt, ich habe beim Hotel angefragt, ob die für mich Päckchen annehmen würden, falls ich was bestellen würde… kurz gesagt: läuft!) Und danach mal sehen, da mache ich mir jetzt jedenfalls noch keinen Kopp drum. 

Tag 567 – Knoten geplatzt.

Pippi lernt im Moment in einem rasenden Tempo neue Wörter und Sprechen im Allgemeinen. Was sie jetzt kann:

  • Mama, Papa, Michel*, Pippi*
  • Ja, Jaaaa!, nein, neineinein, Oh neiiiin!
  • Blablabla
  • Hallo!, Ha det! (Tschüss)
  • Mjamjam, Omnomnom
  • Chhhrrrrpschschsch (Fake-Schnarchen)
  • Uiuiuiui
  • Yeah!
  • Okay.
  • fals (falsch)
  • heiß
  • Eis
  • Kaffee
  • Ahne (Sahne)
  • Guga (Kuchen)
  • Det er (das ist)
  • Aua
  • litt Aua (kleines** Aua)
  • vent litt (warte kurz)
  • ryddetid (Aufräumzeit)
  • Bäbi (Bärchen)
  • Gocka (Socken)
  • Gua (Skoa, Schuhe)
  • Gagagei (Papagei)

Außerdem diverse Lieder oder Teile davon, aber erstaunlich Melodie- und Rhythmussicher (viel mehr als Michel):

  • Bææ, bææ lille lamm
  • Mikkel rev
  • Her er jeg (Fingerspiel)
  • Hjulene på bussen (the wheels on the bus)
  • Lille Petter edderkopp
  • Juba, juba

Die kleine Maus wird groß, wie schön ❤

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*natürlich sagt sie die richtigen Namen

**=nonexistentes, das hat sie sich von Michel abgeguckt

Tag 566 – Heimaturlaub in Planung. 

Wir wollten die ganze Zeit, als meine Schwägerin da war, unseren Heimaturlaub über Ostern planen. Wie das so ist, klappte das natürlich nicht. Aber als sie heute Nachmittag gefahren war, da setzten wir uns endlich daran. 

Diese Flug-Geschichte mit Norwegian regt mich immer noch sehr auf. Deshalb musste Herr Rabe mitentscheiden und mitmachen bei der Planung, so Frust-induzierende Dinge kann ich gerade nicht alleine tun. Es wurden also gemeinsam Dinge beschlossen:

  • Wir fahren mit dem Auto. (Ja. Hahaha.) 
  • Wir fahren mit der Oslo-Kiel-Fähre, lieber 20 h auf dem Boot als 10 h Gegurke durch Dänemark. 
  • Wir fahren am 9. April mit dem Boot. Am 8. April fahren wir hier los und übernachten bei unseren Freunden in Oslo*.
  • Am 20. April geht es zurück, am 21. übernachten wir wieder in Oslo. 
  • –> praktisch: so können wir es vielleicht so hinbekommen, dass ein Großteil der Bauarbeiten am Wassertank, den Rohren, der Elektrizität und dem ganzen illegalen Mist noch in unserer Abwesenheit erledigt wird. 

Glauben Sie’s oder nicht, aber fliegen wär fast genauso teuer gewesen, erst recht wenn wir dann noch ein Auto samt Kindersitzen hätten mieten müssen. Und dafür haben wir das Auto ja auch. 

Trotzdem brauche ich ob des Preises für den Spaß gleich noch einen Gute-Nacht-Tee mit Schuss. 

*den Plan hatten wir leider ohne die Freunde gemacht, die sind da nämlich noch gar nicht wieder da. Aber wir dürfen trotzdem in ihrer Wohnung übernachten (Danke :*) und besuchen dann halt zwecks Schlüsselübergabe am Nachmittag/Abend unsere anderen Freunde in Oslo. Und auf dem Rückweg sind sie dann ja wieder da.

Tag 565 – Es ist an der Zeit. 

Heute morgen wachte ich mit Migräne auf. Richtiger, handfester, nach Triptanen verlangender Migräne. Ich nahm eine Tablette, quälte mich durchs Frühstück und ging wieder ins Bett, um die Wirkung abzuwarten. Inzwischen war mir auch schlecht. Ich schaffte es irgendwie eine Dreiviertel Stunde zu dösen und danach waren die Schmerzen weg und die Übelkeit auch, jedenfalls in der Stellung, in der ich gerade lag und im abgedunkelten Raum. Ich verharrte noch eine ganze Weile in ebender Stellung. Dann fühlte ich mich sicher genug um aufzustehen. Inzwischen war es 12 und der halbe Tag also rum. Und den Rest des Tages verbrachte ich mit Migränekater: Kreislauf, Schwindel, allgemeine Schlappheit und Müdigkeit. Toller Samstag. 

Mal ehrlich: das ist kacke. Das habe ich wieder mindestens einmal im Monat mindestens so. Und deshalb werde ich beim nächsten Deutschlandbesuch  wieder die guten freiverkäuflichen Triptane besorgen (tatsächlich das einzige was mir hilft. AspirinParacetamolKoffein bringen bei mir weder einzeln noch in Kombination was) und außerdem dem Hinweis einer Twitterin nachgehen und das hier machen lassen. Das ist unwissenschaftlicher Bullshit und funktioniert sicher nicht. Oder doch. Placeboeffekt olé. Ich habe früher, als ich noch kein Hardcore-Verfechter der evidenzbasierten Medizin war, auch schon ganz tolle Placeboeffekte von „richtiger“ Akupunktur gehen Migräne gehabt. Ich hatte sogar mal an der Stelle einen Dauer-Akupunkturstecker, den ich mit einem Minimagneten immer mal wieder „aktivieren“ konnte. Auch da: super Effekt! Der Placeboeffekt ist mächtig in mir! 

Und was das allerwichtigste ist: ich finde Piercings an Stellen im Ohr, die nicht jede*r so hat, auch einfach schick. Und das letzte Piercing (ein Microdermal in der Halsgrube) ist auch schon über 10 Jahre her. Da könnte man ja schon mal wieder…

Mein allererstes Piercing. Bald wird es 17 Jahre alt. Dafür habe ich ewig auf meine Mutter eingeredet. E-wig.


Mein schmerzhaftestes Piercing. (Abgesehen von dem Microdermal, das war echt Folter.) Mit Schwung durchstechen ging da nicht, der Piercer „schraubte“ langsam die Nadel da durch. Ich sach mal so: es gibt schöneres. Aber schick finde ich es schon nach wie vor.

Tag 564 – So schön!

Wir hatten einen richtig tollen Tag, meine Schwägerin ist da, es gibt endlich mal wieder Schnee, wir waren rodeln, haben einen Schneemann gebaut und dann haben wir Kuchen gebacken und lecker gegessen und jetzt liegen wir alle im Bett und sind satt und platt und glücklich und zufrieden. 

Schneemann in Progress. Der Sohn lässt @rabensalat rollen.

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"Papa, ich will so mit den Augen machen" 🙄😁

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Tag 563 – Ich weiß nicht, ob Sie’s schon wussten…

… aber ich liebe meine Kinder wirklich sehr. Und wenn die weg wären gäbe es für mich wohl drei Möglichkeiten: a) retrograde Amnesie über >5 Jahre, damit ich mich gar nicht dran erinnern kann, jemals Kinder gehabt zu haben. b) sterben. c) irre werden und dann sterben. 

Heißt nicht, dass die nicht auch manchmal nerven, mich manchmal auch schier in den Wahnsinn treiben, ich manchmal vor lauter Verantwortung das Gefühl habe, mich kaum rühren zu können. Insgesamt bleibt einfach das Gefühl, dass sie mein Leben sind. Der Spruch „Kinder zu haben, heißt, sein Herz für immer außerhalb des eigenen Körpers herumlaufen zu lassen“ (oder so ähnlich, Quelle: schlechtes Gedächtnis und irgendwas auf Facebook) trifft auf mich 100%ig zu. Meine Kinder stehen nicht an erster Stelle, sie sind die Stelle. Wenn ich mich wegwünsche, dann mit ihnen zusammen und an einen Ort, an dem es (primär) ihnen gut geht. Das ist vielleicht die größte Veränderung, die ich mit dem Mutter-werden durchgemacht habe: ich und die Kinder, wir sind eine Einheit. Ich würde für die zwei alles* tun. Nicht weil ich muss, weil ich die eben durchbringen muss bis sie 18 sind, sondern weil es einfach so ist. Weil das was da ist noch viel viel mehr ist, als ich je wusste, das man für einen anderen Menschen empfinden kann. Und viel mehr, als ich mit Worten beschreiben kann. 

Ihr zwei. Ihr seid mein Leben. 

(Morgen blogge ich dann wieder vorm Wein und nicht danach.)

*ja, alles. 

Tag 562 – Yeah!

Ich kam klar und machte das Poster fertig! Fertig! Hurra! 

Als ich grade dachte, ich wäre fertig (so um eins) kam meine Kollegin (die, der ich jetzt immer meinen Tagesplan mitteile) herein und schaute mir über die Schulter. „Hmm, schick!“ meinte sie und dann „Aber der Text muss weg. Das liest kein Mensch. Also ich jedenfalls nicht.“. Tja. Da hat sie ja recht. Ich lese Poster mit so viel Text wie eben draufgeht auch nicht. Also speicherte ich eine Version, duplizierte sie und benannte eine Version um in „PosterGRCstichpunkte“. Aus der schmiss ich, bis auf die Einleitung, alle Texte raus und machte Stichpunkte daraus. Radikal. Zeitaufwand: ca. 30 Minuten und ich muss sagen, 30 sehr sinnvolle Minuten. Es ist echt viel besser mit weniger Text und mehr Luft und kondensierterer Information. Jetzt bin ich wirklich zufrieden*. Die neue Version schickte ich an meine Kollegin, bekam ein Daumen-hoch-Emoticon zurück und dann schickte ich beide Versionen an meinen Chef. Als der fragte, welche Version er denn öffnen solle, entschied ich mich direkt für die Stichpunkte-Version. Er fand einen typo (direkt alkylation by…), wir schnackten noch kurz über die allerallerallerneuesten Ergebnisse, die es jetzt nicht mehr aufs Poster schaffen, aber vermutlich in den Artikel, dann war es Zeit für ein Meeting (hätte ich mir sparen können/sollen, ich war so ausgelutscht, dass meine Gedanken überall waren, nur nicht bei der Sache) und zu Hause angekommen half mir Herr Rabe dabei, das Poster bei der Druckerei hochzuladen**.

Also: es ist vollbracht und ich habe mir jetzt die zwei Tage Urlaub auch redlich verdient, finde ich. 

*Ich würde es Ihnen echt gerne zeigen, aber das könnte möglicherweise gegen irgendwelche Geheimhaltungsdinge verstoßen und naja, bis zur Konferenz können Sie sicher warten, oder?

**kurze Verwirrung wegen der Größe: die Konferenzveranstalter schrieben was von 4 x 5,5 feet. Das wäre 2A0. Die Unidruckerei druckt aber nur bis A0. Und 2A0 ist auch einfach mal absurd groß. Das Poster wäre dann fast so lang wie ich. Und um das zu lesen, was unten steht, müsste man sich bücken. Neenee. A0 it is. Man muss ja den Aufsteller nicht komplett ausfüllen.