Tag 2541 – Auf dem Heimweg.

Ich wusste bis letzte Woche nicht, dass es im Flugzeug Dreipunktgurte gibt, und ich wüsste auch nicht so richtig, wozu das gut sein soll, aber egal. Nach einer Woche freue ich mich auf zu Hause, freue mich auf die Horizontale und freue mich auf Temperaturen unter 30 Grad. Mein Plan ist, zwischen den Mahlzeiten im Flugzeug durchzuschlafen. Mal sehen, ob das klappt. Cheers jedenfalls!

Ich sehe etwas mitgenommen aus, so schlimm ist es eigentlich gar nicht.

Übrigens haben wir aus Gründen etwas vom Hersteller geschenkt bekommen. Jeder und jede von uns eins:

Bestes Fidget-Toy.

Insgesamt war das alles sehr spannend und sehr gut. Hach. Den besten Job, den ich mir wünschen könnte, habe ich!

Tag 2540 – Cheers!

Abendessen gewesen, unglaublich viel Geld verballert, aber extrem leckere Linguini mit Meeresfrüchten gegessen. Als Nachtisch gab es ein Key Lime Dingens, in das ich mich hätte reinlegen können. Dazu zwei Gläser Wein. Was macht man nicht alles auf so Inspektionen, ne?

Der Koffer ist gepackt und der Pilotenstreik verschoben. Morgen geht es nach Hause. Ich freue mich, auch wenn das hier wirklich eine gute und spannende und lehrreiche Erfahrung war.

(Lehrreich auch: ich mache das im großen und ganzen schon echt ok und auch wir als Popel-Norwegen-Miniland sind echt nicht schlecht dabei in diesem Spiel.)

Tag 2532 – Nicht cool.

Ich würde gerne behaupten können, dass ich diese Reise routiniert und tiefenentspannt angehe, weil ich ja dauernd reise, aber dieses Mal ist halt alleine (ohne meine Kollegin und meinen Kollegen, mit einem Inspektor aus einem anderen Land, den ich bisher nur auf Bildschirmen gesehen habe) und über mehrere Zeitzonen hinweg. Ein Drittland. Irgendwann musste das ja passieren, aber jetzt ist es sehr real und uff. Wahhh.

Einzig beruhigend, dass ich erfahrungsgemäß souverän rüber komme, egal wie sehr ich mir vorkomme wie ein verkleidetes Kind.

Tag 2503 – Muss schlafen.

Ich habe furchtbar schlecht und zu kurz geschlafen und wachte mit Nackenschmerzen aus der Hölle auf. Dann inspizierte ich und morgen werde ich wieder inspizieren und ich hoffe sehr doll darauf, dass ich diese Nacht besser schlafe und mein Nacken morgen bitte bitte wieder in Ordnung ist. Ich verspreche auch hoch und heilig, mich morgen Nachmittag vom Auto aus um eine neue Matratze zu kümmern. Ehrlich wahr. (Bin Beifahrerin, keine Sorge.)

Tag 2351 – Ächz.

Müdes High Five, ich bin in dieser einen Sache(TM) jetzt up to date, es warten davon erst mal keine neuen To-Dos auf mich. Dafür ging heute der komplette Arbeitstag drauf. Dafür kann ich jetzt wieder rituell eine To-Do-Liste zerknüllen, die fertig abgehakt ist. Hallelujah.

Morgen scheuche ich dann die 24 anderen Kühe vom Eis, aber es ist schon ganz nett, wenigstens in der einen Sache(TM) mal kurz den Kopf über Wasser zu haben.

Außerdem über die Post geärgert, aber dazu vielleicht wann anders mal mehr.

Tag 2338 – Zuhause!

Mit einer Blase, die so voll war, dass ich Herrn Rabe vom Auto aus bat, zu checken, ob die Tür abgeschlossen ist (die Kinder machen manchmal so Quatsch), kam ich heute um 19 Uhr wieder zu Hause an. Die Reisekostenabrechnung zu machen dauerte eine Stunde. Was für ein Gerödel, jede Autofahrt einzeln anzugeben, jede Mautgebühr (beim Elektroauto ja vernachlässigbar wenig), jeden Parkzettel für die 20 Minuten bis zur kostenfreien Parkzeit screenshotten… ächz, ächz, ächz. Der Treppenwitz dabei ist, dass ich bisher noch keine Reisekostenabrechnung im ersten Versuch richtig gemacht habe. Die kommen immer von der Buchhaltung zurück, wegen irgendwas, Hoteladresse war nicht die Firmenadresse, sondern die tatsächliche Adresse, an der das Hotel steht, und ähnliche Späße. So langsam müsste ich alle Fehler, die man machen kann, mal gemacht haben. Vielleicht mache ich mal Fehler-Bingo. Oder kaufe mir ne Flasche Schampus, wenn eine Reiserechnung beim ersten Mal durchgeht.

Es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Was bin ich müde.

Ich kam übrigens auch panisch, weil mit Halskratzen, nach Hause, nachdem bei der Herstellerfirma reihenweise die Personen, mit denen wir wirklich viel gesprochen haben (im Meetingraum, beim Essen, bei der Begehung…) wegen positiver Tests ausfielen. Mein Schnelltest sagt aber, ich sei gesund. Falls das so bleibt, glaube ich, man sollte mal gucken, ob man aus meinem Blut irgendeine Wunderdroge machen kann, so viele super enge Nahkontakte kann man eigentlich nicht haben, ohne sich anzustecken. Immerhin hätte ich dann Herrn Rabe, Michel, meinen Chef, eine Kollegin, sowie mindestens zwei Angestellte der Firma diese Woche „überstanden“. Und mit allen hatte ich die Art Kontakt, die mich eigentlich direkt in die Fieberhölle katapultieren müsste. Stattdessen habe ich bisher gar nichts. Selbst das Halskratzen war spontan am Abend wieder weg. Vielleicht habe ich es mit dem Teststäbchen weggeschabt.

Es ist ein Rätsel.