Tag 1672 – Zwischen whoa und whoa.

Inspektion: läuft. Und sie ist so unfassbar spannend! Ahhhhh! Ich würd so gern mehr erzählen, aber daaaaarf nicht ahhhhhhh!

Ab morgen hat das ganze Werk Homeoffice. Die Aktion wirkt unkoordiniert und panisch. Man weiß weder genaues über die Gründe noch hat man an uns gedacht, die einfach mal mitten in einer Inspektion stecken, die wichtig ist, auch, hüstelhüstel gesamtgesellschaftlich für die Versorgung norwegischer Patienten. Jedenfalls wussten wir etwa 2 Stunden lang weder, ob wir Freitag wieder nach Hause dürfen, noch ob wir eventuell alles abbrechen und sofort nach Hause kommen müssen. Müssen wir nicht, wir dürfen hier erst mal weiter machen. Trotzdem haben wir heute ein bisschen Risikobewertet und ziehen jetzt alle kritischen Themen vor. Wer weiß was morgen Nachmittag ist.

489.

Tag 1671 – Hotelzimmeraussichten Teil 4. und 35.

Iiiiiiiich hab Geburtstag.

Bester Geburtstag. Habe den ganzen Tag inspiziert und damit das gemacht, was mir viel Freude bereitet. Hach! Hach. Wer hätte das gedacht, nach 2017 und 2018? Ich jedenfalls nicht.

Das 35. wird mein Lebensjahr, das hab ich so beschlossen.

Jedenfalls, die Aussicht:

(Falls Sie’s erkennen: behalten Sie’s bitte für sich.)

Restlichen Tag mit Amüsement über Reiserichtlinien verbracht. Ob jemand dran gedacht hat, dass drei Inspekteure grade schon auf Reisen sind? Wohl kaum. Jedenfalls sollen wir jetzt nicht mehr reisen. Mal sehen, ob wir Freitag wirklich nach Hause kommen oder laufen müssen. (Im Hotel ließe es sich zur Not noch etwas aushalten.)

Tag 1658 – Bumms.

Ich platze gleich. Ich habe einen riesigen Teller (wirklich gute) Fischsuppe gegessen. Zum Mittagessen gab es Spinat-Schafskäse-Quiche und Salat und danach Pavlova weil jemand beim Hersteller 50 wurde und das ein netter Hersteller ist. Zum Frühstück Müsli. So schlimm kann die Schilddrüse also momentan nicht eskalieren, wenn ich mich so fix überfresse.

Der Hersteller kriegt ein kleines Extra-Herzchen weil ich mir auf Nachfrage vegetarisches Essen gewünscht habe und jetzt alle mit mir vegetarisch essen. Herzchen-Herzchen!

Tag 1644 – Mit den Ohren schlackern.

Hui, 2 Inspektionen an drei Tagen, morgens abschließendes Meeting mit der einen, dann direkt zur anderen Firma… das ist schon echt anstrengend.

Leider durfte ich heute kein Foto machen. In rotem Overall, gelber Weste und orangem Helm sehe ich aus wie Bob der Baumeister.

Meine Kollegin kennt Byggmester Bob nicht. Fühle mich sehr Muttimäßig. Dabei haben meine Kinder das nie geguckt.

Arbeit quasi ohne Unterbrechung (außer Taxi fahren) von acht bis einundzwanzig Uhr ist mörderisch. Kann man mal machen, aber als Lebensentwurf taugt das für mich höchstens wenn ich unbedingt in 5 Jahren nen Herzinfarkt haben will.

(Ich definiere ~40 Tage im Jahr mal großzügig als „mal“. Hust.)

Tag 1643 – Hotelzimmeraussichten, Folge 2.

Heute war vieles sehr aufregend, unter anderem verlor ich einen Baumwollnuppi vom Q-Tipp in meinem Ohr (und war ehrlich gesagt drauf und dran, ihn da einfach zu lassen) und dann flog ich mit einem sehr kleinen Flugzeug, zum ersten Mal, das war nicht schön.

Dafür habe ich den Tag eigentlich gut überstanden, aber jetzt bin ich leider total im Eimer und will nur noch schlafen, bis halb sieben ungestört, wenn’s geht.

Tag 1628 – Alles sehr schlimm.

Meine Hose ist kaputt.

Es gibt pharmazeutische Hersteller, da wird man vor der Inspektion von der QP angerufen, und vorgewarnt, man solle keine „feinen Sachen“ anziehen, der Prozess wäre sehr speziell. Und die Kollegin sagt dann auch „Jeans reicht völlig“. Dann schmeiße ich mich also in meine beste (lies:Lieblings-) Jeans und kraxele damit in der Produktion rum (Treppen bei denen ich nur ganz stur gradeaus gucken kann, nicht hoch, nicht runter, wahhhh!) und dann macht es ratsch und die Hose ist hin.

Mimimi.

Tag 1627 – Hotelzimmeraussichten, Folge 1.

Das ist doch ein lustiges Projekt. Hoffentlich denke ich öfter da dran.

Außerdem Nissan Qashquai als Mietwagen, was für ein Monster und schrecklich unübersichtlich. Lieb gemeinte 3 von 10 Punkten. Die schlechte Bewertung hat natürlich gar nichts damit zu tun, dass ich schrecklich aufgeregt war/bin, weil ich dieses Mal fahren und also die Kollegin durch die Gegend kutschieren muss. Im Dunkeln, in einer Gegend, die ich nicht kenne, mit einem Auto, das ich nicht kenne. What could possibly go wrong?

Jetzt Hotelbett. Garantiert keine Kinder morgen früh auf meinem Kopfkissen oder am Fußende. Auch mal schön.

Tag 1577 – Hab dich!

Ok, dass Herr Rabe am Abend vor meinem MRT-Termin nicht da sein würde war so nicht geplant. Und ich sag es mal so: der neue Ohrring, der „ganz leicht“ auf und zu geht, geht überhaupt gar nicht leicht auf und zu. Ich musste erst ein paar Verzweiflungstränen darüber vergießen, bis ich auf die Idee kam, ihn mit der Spreizzange aufzubiegen. Dann ging er auf, aber zu bekam ich ihn trotzdem wieder nicht, obwohl ich ihn dann ja in der Hand hatte. Das muss ich wohl noch ein paar mal üben. Aus Spaß guckte ich dann mal, ob der Ring denn nun überhaupt magnetisch ist und Überraschung:

Ja.

Der Ring an sich ist aus Chirurgenstahl und nicht magnetisch, aber das Schließsegment ist mit einem winzigen Scharnier angebracht und das ist offenbar aus einem magnetischen Metall. Das hätte morgen echt weh tun können.

Das Zungenpiercing hingegen ist immer noch drin. Ich hab da keine Chance, auch mit zwei Zangen nicht. Keine Ahnung, was ich noch machen soll, ein Piercingstudio das morgens auf hat, gibt’s in Hamar, wo das MRT-Labor ist, nicht. Vielleicht haben sie einen Dremel da oder so.

Wie sehr ich keine Lust hab, mir morgen den Hohn der Praxis anzuhören, kann man sich vermutlich in etwa vorstellen.

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Was war sonst? Letzte Inspektion des Jahres gut überstanden. Möchte meine Kollegen aber irgendwie gern ein bisschen schütteln, weil ich Montag noch fragte, was wir antworten sollen, wenn Die Frage(TM) der Qualitätschefin kommt und keine Antwort bekam und heute als Die Frage(TM) kam, guckte mich dann nicht nur die Qualitätschefin erwartungsvoll an sondern auch die Kollegen. Hallo? Bin ich hier die mit Ahnung oder die? Ich hab schon auch was geantwortet aber meine Güte wir hatten zu dem Thema Meetings in verschiedenen Zusammensetzungen und haben keine Antwort gefunden. Was sagt man da, so als Behörde? „Keine Ahnung“ ist nicht gut, rumeiern auch nicht, schwafeln erst recht nicht. Meh.

Manchmal, da möchte ich allein auf einer einsamen Insel leben.

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Wir haben mal wieder Bettzeug gewaschen und aus irgendeinem Grund riecht der Trockner innerlich wie schlecht gewordene Nudeln. So roch dann auch das Bettzeug. Das ist sehr eklig. Gut, dass ich seit Stoffwindeltagen weiß, dass Teebaumöl absolut jeden Geruch übertüncht killt, also ein paar Tropfen Teebaumöl auf einen Waschlappen getropft und noch mal 10 Minuten den Trockner samt Bettzeug laufen lassen und jetzt erinnert mich mein Bett zwar an picklige Teenager-Tage aber immerhin riecht es nicht mehr nach gammligen Nudeln.