Tag 1603 – Platte Raben.

Das waren wunderbare 4 Tage bei Tanja, Familie Drehumdiebolzen und Familie Wunnibar-Igelbert. Ach, das Internet. So oft ich damit auf Kriegsfuß stehe und hadere und über meinen Social Media-Konsum grüble reflektiere, so oft denke ich auch an inzwischen einen ganzen Haufen Leute, die ich darüber kennen gelernt habe und die meine Freunde und Freundinnen geworden sind. Obwohl man sich selten, seltenst oder nie in echt sieht. Die Overall-Internet-Bilanz ist doch positiv.

Die vier Tage konnten wir alle nutzen um unsere Batterien wieder aufzuladen. Wie viel umgänglicher Kinder sind, wenn man sie mit anderen Kindern auf einen Haufen wirft. Plötzlich können die Eltern auch mal wieder atmen und haben nicht permanent Kinder an der Backe kleben. Gut, man riskiert Scheißelkram, dass die Kinder viel Tablet schauen oder hinterher wer weint, weil wer anders irgendwas gesagt oder nicht gesagt hat. Aber bis dahin war’s entspannt, echt!

Erwachsene mit anderen Gleichaltrigen ähnlich tickendenden Erwachsenen zusammenwerfen ist auch immer sehr ratsam und ich vermisse die anderen Erwachsenen jetzt schon doll. Ich bin total froh, dass wir in unserem straffen Urlaubs-Zeitplan noch Zeit gefunden haben für J. und V., Little B., M. und C., D., M. und A., Tanja Tollpatsch, Dr. Drehumdiebolzeningenieurin und Zusehrverkürzt und Frau Wunnibar und Herrn Igelbert. Familie ist schön, Freundschaften sind eben was anderes und die ideale Anzahl Kinder ist 4, sofern man maximal 2 davon wieder mit nach Hause nehmen muss.

Allerdings fordert der wenige Schlaf, der viele Alkohol und, Ja, auch die viele soziale Interaktion hier seinen Tribut und wir sind alle 4 ziemlich platt. Da wir auch nur noch morgen haben bevor es zurück geht, schlafen wir lieber noch mal früh um morgen alles gut zu schaffen. Deshalb: gute Nacht!

Tag 1599 – Kleine Pause.

War ein bisschen viel alles in den letzten Tagen. Die Kinder drehten langsam schon am Rad und meine rechte Kieferhöhle sitzt wohl voll Rotz, jedenfalls habe ich diffuse Zahnschmerzen ohne erkennbare Quelle und immer wenn ich mich bücke buckert es wie wild und ich habe das Gefühl, die Zähne fallen alle aus. Das ist unschön (keine Gesundheitstipps, danke).

Jedenfalls haben wir heute recht wenig gemacht und das hat trotzdem dicke gereicht: ein kleiner Ausflug in die Stadt, wo Herr Rabe diverses Bekleidungszeug erstand und dann ein Nachmittag bei M. und A., samt I. und M., im Babychaos und mit richtig gutem Kaffee und einem sehr heilsamen Baby auf dem Schoß und einfach wir sein ohne Erwartungen. Das war schön. Richtig schön.

Foto vergessen vor lauter schön.

Tag 1594 – Litt av hvert.

(Ein bisschen von allem.)

Der Tag begann mit Allergiedrama, weil Michel schlecht Luft bekam und bellend hustete. Es hörte sich an wie Pseudokrupp und war insgesamt wirklich schlimm.

Gut dass wir mit Little B. verabredet waren, das war eine willkommene Abwechslung und ein gutes Ziel außerhalb des Hauses.

Und, hach. Es gibt Leute, die trifft man zu selten in echt und Little B. (und Scott) gehören für mich einfach inzwischen dazu. So schön. Hach, hach!

Leider war das Treffen zeitlich eingeschränkt durch Programmpunkt 2: Stadttheater, Weihnachtsmärchen, Der Zauberer von Oz.

Da hatte der Opa zu eingeladen und auch das war schön, vor allem zu sehen, wie Pippi da mitgeht. Da steht sie auf dem Theatersitz und ruft laut die „Zaubersprüche“ mit und tanzt den „Wir gehen auf eine Reise“-Tanz. Herrlich!

Zwischen Theater und weiterem Programm erledigte ich ein paar Besorgungen und die Kinder hopsten in eine Pfütze und mussten dann leider mit Opa und Tante nach Hause und verpassten Programmpunkt 3: Standesamt, der Trauung von M. und C. beiwohnen.

(Die Deko hat’s schon ziemlich hinter sich…)

Hach, Hochzeiten finde ich ja immer schön! Zugegebener Maßen krähte mein Hirn schon beim ersten Satz der Standesbeamtin „Mein Name ist Adelheid Müller-Lüdenscheid“ [Name von der Redaktion geändert] UND SIE HABEN IMMER DAS RECHT EINEN DOPPELNAMEN ZU FÜHREN, JEDERZEIT, DA MÜSSEN SIE IHREN EHEMANN NICHT MAL VON UNTERRICHTEN!!!, weil das die Standesbeamtin bei der Eheanmeldung bei Herrn Rabe und mir damals etwa drei mal gesagt hat. Aber es war eine wirklich schöne, ungezwungene Trauung. Alles Gute auch an dieser Stelle noch mal, M. und C.!

Danach Kinder einsammeln und auf zur Party im neuen Haus des Bräutigampaares, das noch nicht fertig renoviert ist, aber Lage, Lage, Lage und uhhhh, das Potential! Das wird sicher richtig schick, wenn es fertig ist.

Michel und später Michel und Pippi halfen dem Bräutigampaar dabei, geschenktes Geld aus einer Sandmuschel auszubuddeln. Unermüdlich. Und als sie fertig waren, warfen sie es wieder rein und buddelten es wieder aus. Das war schon sehr niedlich anzuschauen und beste, pädagogisch wertvolle Kinderbeschäftigung obendrein. Bald schreibe ich Elternratgeber: Kinder zu Großkapitalisten erziehen von Anfang an.

Das war ein voller und voll toller Tag. Hach, hach.

Tag 1593 – Warum hast du so ein‘ dicken Bauch?

Wir haben heute Freunde von Herrn Rabe aus Schulzeiten besucht. Genau genommen trafen wir uns da mit insgesamt drei Familien und dann sechs Kindern zwischen eins und sieben. Das war ziemlich wuselig aber auch sehr lustig und wir sind zwar nicht zum Kekse backen gekommen, haben dafür aber sehr viel gequatscht und die Kinder hatten auch alle Spaß. Pippi hat jetzt eine neue Freundin, die sie zwar nicht versteht aber yolo! Ich hatte ein fast-noch-Baby auf dem Arm und bin ganz beglückt, niedlich sind die ja schon immer, ich will nur kein eigenes mehr. Ich und das fast-noch-Baby haben etwa 10 mal die Uhr angeguckt, dann den Baum und dann auch den runden Babybauch, weil das ja fast gleich klingt.

Pippis neue Freundin – die Tochter der Gastgeber – ist ein sehr neugieriges Kind und als ich mit Pippi auf dem Klo war, fragte sie mich, warum ich denn so einen dicken Bauch hätte. Ob da ein Baby drin sei? Mein erster Reflex war irgendwas von „Ich bin gar nicht dick!!1elf!“ zu sagen, aber gemessen an ihrer Mutter bin ich schon deutlich runder und meinen Bauch kann man auch nicht verleugnen auch wenn er nicht ausreicht um Strumpfhosen oben zu halten. „Nee, ich hab nur viel gegessen.“ sagte ich deshalb. „Nein, da ist ein Baby drin!“ sagte das Mädchen und dann führte ich eine einigermaßen absurde Diskussion über Familienplanung mit einer Vierjährigen. Später erklärte ich auch noch, warum ich Glitzer auf den Augen habe („weil es mir gefällt“), warum ich Ohrringe trage („weil es mir gefällt“) und warum ich ein Kleid anhabe („weil es bequem ist und mir gefällt“) und jetzt denkt das Mädchen vielleicht bestimmt hoffentlich, dass man als erwachsene Frau machen kann, was man will und das ist ja auch fast genau so und bis sie erwachsen ist hoffentlich noch mehr.

Den Wichtel haben wir allerdings vergessen mitzunehmen.

Tag 1537 – Uff, Menschen.

Einen eigentlich netten Abend gebracht, aber uneigentlich gar nicht in der Stimmung gewesen

  • Schon wieder Norwegisch zu sprechen
  • Smalltalk zu machen
  • Generell Menschen zu treffen

Ich war dann auch eher still und dankbar über eine Aufgabe, die sich am besten schweigsam und mit einem großen, scharfen Messer in der Hand erledigen lässt: Kürbis schnitzen. Ich find sowas ja eigentlich doof aber so musste ich wenigstens nicht mit Leuten reden.

Dieser Kürbis hat 4 Gesichter und ich habe noch einen weiteren gemacht.

Nicht falsch verstehen, ich hab die Freunde wirklich gern und auch die Leute die da waren (Freunde und Bekannte) mag ich alle gerne, aber heute war halt einfach ein bisschen viel.

Und dann wieder toben 8 Kinder johlend durchs Haus und ich denke, dass an solchen Abenden vielleicht Erinnerungen bei ihnen gemacht werden, die für immer bleiben.

Ich hoffe es sehr.

(Am Ende ist Pippi auf meinem Arm eingeschlafen. „Mama, ich bin müde, ich will kuscheln und schlafen“, war die Ankündigung. Da platzt ja dann immer noch mein Herz, wenn sie dann auf meinem Arm ganz schwer wird und der Ohrknibbelarm runtersinkt und hach.)

Tag 1503 – Bullerbü-Tag.

Wir hatten heute Besuch aus der Großstadt, von A. und MM und das war einfach ganz großartig toll. Bei wunderschönem Spätsommerwetter gab es Kaffee, Kuchen, quatschen* und einen Ausflug zum persönlichen Bullerbü, Tiere gucken und Kürbisse! <3

Das war einfach ein toller Tag.

___

* ich bin nicht allein mit meinem Haareraufen, was die Schnarchnasigkeit der Norweger*Innen beim Umwelt- und Klimaschutz angeht. Man hat hier manchmal das Gefühl, die Norweger*Innen glauben, weil sie alle Tesla fahren, haben sie ihren Teil getan und können hemmungslos unfassbare Mengen Plastikmüll erzeugen, zweimal im Jahr ins Warme fliegen und jeden Tag Fleisch essen. Meh.