Tag 1017 – Kleine Brötchen.

Wenn ich irgendwas nicht brauche, dann ist es „kleine Brötchen backen“. Ich red mir doch eh schon alles immer schlecht und klein, herrje. Ich gehe mir selbst auf den Zeiger mit meiner Negativität. Kaputt klopft schon wieder an, aber ich bin noch in der Verweigerungsphase. Noch rede ich mir selbst nach Kräften ein, dass grad einfach alles auch Mist *ist* und man da schon mal überdurchschnittlich häufig sehr gefrustet und lustlos und weinerlich sein kann. Oder halt auch einfach mal die Welt untergehen sieht und sich ausmalt, wie viel besser die Leute im Umfeld ohne eine dranwären. Das kann schon mal passieren. Jaja, sicher.

Aber dann sind so Tage wie heute und ich mache eigentlich gar nicht mal wenig, ich habe Brötchen gebacken, eine wirklich WIRKLICH zähe Bewerbung geschrieben (fast hätte ich’s gelassen, aber dann machte ich andere Anzeigen aus Norwegen auf und die wollten alle „richtige“ Bioingenieure, was hier eine geschützte Berufsbezeichnung ist, und das bin ich dann eben nicht und, ach, wenigstens eine Bewerbung, das kann ja wohl so schwer nicht… doch.), war Kleinigkeiten einkaufen, Habe Unmengen Altglas und anderen Müll entsorgt und das Auto umgeparkt, war ausgiebig duschen mit fast allem Pipapo, kurz: eigentlich echt okayer Tag. Und trotzdem spult mein Kopf lauter Kritik ab. Kein Sport gemacht, nur eine Bewerbung, die Kinderklamotten stehen immernoch im Schlafzimmer statt im Internet zum Verkauf, und überhaupt, wieso schläfst du denn noch nicht?

Mein Kopf soll seine Klappe halten. Echt mal.

Tag 1016 – Nur schnell das Fahrrad reparieren.

Als meine Fahrradbatterie geklaut wurde, war ich ja sicher, dass das Batterieschloss kaputt gegangen sein muss, schließlich war die Batterie aus dem geschlossenen Schloss einfach herausgerissen worden und außerdem sah das auch unten so aus. Und weil aber ja eh Januar war und nicht sooo tolles Fahrradfahrwetter, machte ich erstmal genau gar nix.

Und dann war plötzlich April und kein Schnee mehr und ich dachte, oh, das Fahrrad. Leider war ja kein Fachmensch aufzutreiben, der mir mein Rad reparieren wollte, deshalb bestellte ich schlussendlich ja eine neue Batterie, ein neues Batterieschloss und einen neuen Fahrradcomputer im Internet.

Dann passierte sehr lange nichts, weil der Internethändler seinerseits erstmal die Batterie bestellen musste. Anfang Mai wurde dann endlich das Paket an mich verschickt und es passierte wieder so lange nichts, dass ich letzte Woche (aus dem Urlaub) doch mal nachhakte, was denn mit dem Paket passiert sei. Ich bekam auch schnell eine Antwort mit der Sendungsverfolgung, demnach lag das Paket schon seit drei Tage nach Versenden bei der Post bei uns um die Ecke. Angeblich hatte mir die Post drei SMS geschickt, ich solle doch mein Paket abholen. Frage mich nur, wie die das gemacht haben wollen – so ohne Telefonnummer. Tjanun, jedenfalls holte ich das Paket direkt am Samstag Dienstag morgen ab.

Gestern machte ich mich dann an die Reparatur. Kein Ding, so ein Schloss auswechseln. Dachte ich. Herr Rabe hatte gesagt, man müsse da das Hinterrad für ausbauen, sonst käme man nicht an die Schrauben, die das Schloss am Gepäckträger festhalten. Also stellte ich das Rad auf den Kopf und baute „mal schnell“ das Hinterrad aus. Genau genommen musste ich erstmal so Sachen googeln wie „wie macht man das Rad ab, wenn man Nabenschaltung hat“ und so war die erste Stunde meines als halbstündig eingeschätzten To-Do-Listen-Punktes schon um, als ich das Rad dann endlich abhatte. Ich war auch etwa fünf mal in unsere Wohnung (2. OG) und den Keller gelaufen, um diverse weitere Werkzeuge zu holen, die nicht in Herrn Rabes schniekem Werkzeugkoffer sind sondern… halt sonstwo. Und meine Hände waren natürlich schwarz. Aber ich hatte das Rad ab und auch zwei der Schrauben, die das Schloss am Gepäckträger halten. Glücksgefühl! An die dritte Schraube kam ich leider nicht ran und irgendwie sah es aus, als müsse ich dafür auch das Schutzblech mitsamt der ganzen darin verbauten Kabelage ausbauen… Das konnte es irgendwie nicht sein, also besah ich mir den Gepäckträger noch mal genauer und siehe da – das ganze Ding, das die Batterie (und das Schloss) hält, ist mit zwei popeligen Schrauben am Gepäckträger befestigt und die sind hinten, unterm Rücklicht, total gut erreichbar. Ich löste also die zwei Schrauben und konnte dann das ganze Teil ein Stück herausziehen (nicht ganz, war ja noch das Kabel dran) und so weit drehen, dass ich gut an die dritte Schraube kam. Löste die, konnte dann das Gehäuse vom Schloss abmachen und frickelte dann geschlagene 15 Minuten herum, um das *mieeeep* Schloss vom Rest zu trennen, bis mir aufging, dass man das einfach abziehen kann, wenn man geduldig genug ruckelt. Ein bisschen wie dieses Magnet-Dings bei Brüllens, das „irgendwie ganz von selbst“ in ungünstiger Stellung ineinander gefunden hatte und sich dann nur mit viel Geduld wieder zerlegen ließ (und ich habe das grade nachgeguckt, niemand hat das bisher im Internet berichtet, wie ich heldenhaft… aber eigentlich ist es auch nicht so wichtig). Und wie ich dann endlich so das alte Schloss in der Hand hatte, sah ich auch, dass es genauso aussah, wie das neue. Nur halt älter. Aber nicht kaputter. War es auch nicht. Das Schloss ist offenbar einfach ein Witz und mit einem beherzten Ruck geht es auf, ohne dass Schloss oder Batterie Schaden nehmen. ORRRRRR!

Weil ich aber bockig war, weil ich erst das blöde Hinterrad ausgebaut hatte, was ja für das Lösen des Batteriehalters doch gar nicht nötig gewesen wäre, um ein Schloss auszutauschen, was gar nicht kaputt war, baute ich doch das neue Schloss ein. Pah! 180 Kronen hab ich ja wohl nicht für nichts ausgegeben! Der Einbau ging auch relativ gut, der Wiedereinbau des Hinterrades war da schon spannender, vor allem weil ich inzwischen – es waren ja auch etwa zwei Stunden rum – die Kinder dabei hatte, die nur Mist machten. Grandios. Die Gangschaltung zickte, die Kette zickte, dann lief das Rad nicht gerade, die Bremse fiel mir auseinander… Allen Widrigkeiten zum Trotz schaffte ich es dann doch irgendwann, alles zusammenzubasteln und musste nur noch den Reifen, der sich nur im schlaffen Zustand hatte ausbauen lassen (was ja nicht nötig… aber Schwamm drüber), wieder aufpumpen. Und das ging einfach nicht. Nicht mit der Standpumpe, nicht mit diversen Luftpumpen, Es. Ging. Nicht. Ich pumpte und pumpte und es kam keine Luft in den verdammten Reifen. Irgendwann gab ich völlig gefrustet auf, schnauzte die Kinder an, den Mann, der irgendwann nach Hause kam, auch, kurz: der Abend war eigentlich gelaufen. Dass der Mann das Problem „Ventil verstopft“ dann mit Gewalt löste und mir noch aufs Brot schmieren musste, dass da ja eine Kappe auf das Ventil gehört, machte nichts besser. Essen aber schon und so konnte ich wenigstens das Fahrrad abends wieder reinräumen ohne es anzuzünden.

Heute wollte ich dann „nur noch kurz“ das Rad waschen. Machte ich auch, das dauerte aber trotzdem eine nicht ganz so kurze Stunde. Und brauchte drei mal frisches Spüliwasser, zwei Glitzischwämme und einen normalen Schwamm, die ich hinterher einfach weggeworfen habe, die schwarze Fettschmiere hätte man da sicher nicht rausbekommen. Was mir aber Herr Rabe noch gesagt hatte, war, dass die Kette vorne abgerutscht war, ich musste also nochmal das Hinterrad lösen, die Kette auffummeln und dann das Hinterrad wieder festschrauben. So dass es grade läuft, die Bremsen gleichzeitig greifen…Yeah. Das mit den Bremsen wollte auch einfach nicht klappen, sodass ich mir die Bremsen nochmal genauer ansah. Die griffen auch einfach nicht, die Bremsbeläge waren ziemlich verschlissen. Also guckte ich mir ein YouTube-Video zum Nachstellen von Bremsen an. Und frickelte die folgenden zwei Stunden an den Bremsen herum, mit so tollem Erfolg, dass ich am Ende (mit schwarzen Händen, zerzausten Haaren und dreckigen Jeans) das Fahrrad und die komplett demontierte hintere Bremse zum Fahrradladen schob, der ist ja um die Ecke, immerhin. Der Mann im Fahrradladen schaute dann, weshalb sich die eine Bremsbacke nicht bewegte, indem er dreimal den Hebel zog und dann meinte: „wieso, geht doch?“ Und guckte dann nach neuen Bremsklötzen, die hatte er aber nicht da, aber er habe eh keine Zeit für den Einbau, frühestens nächste Woche. Traf sich gut, ich hatte nämlich kein Geld für den Einbau. Also rollte ich nach Hause, stellte das Rad wieder ab, aß eine Scheibe Brot (mein Frühstück um zwölf, jaja, ganz toll gelaufen alles) und fuhr mit dem Auto zum Einkaufscenter, wo ich dann 450 Kronen für neue Bremsbeläge ausgab. Juchhei. Wieder zu Hause baute ich die neuen Bremsklötze ein und alles wieder zusammen, was beim etwa 5. mal viel einfacher geht, als beim 1. Dann stellte ich die vordere Bremse ein, ölte in einem Affenzahn die Kette und sämtliche, neue und alte, Schlösser des Rads, spritzte Rostschutzöl auf die Pedalkurbeln, rannte nach oben, wusch mich und zog mir frische Sachen an, zackzack, Sonnencreme ins Gesicht und dann fuhr ich mit dem Rad, der neuen Batterie, dem neuen Display, dem neuen Schloss und neuen hinteren Bremsbacken zur KiTa, Michel zur Schuleingangsuntersuchung abholen. Leider fing nach etwa 10 Metern die vordere Bremse auf einer Seite herzerweichend rhythmisch an zu schleifen, aber das konnte ich beim besten Willen nun auch nicht ändern.

Allerdings konnte ich es dann ändern, als ich mit Pippi zu Hause ankam, Michel hatte ich bei seinem besten Freund abgeliefert, Pippi war im Kinderwagen eingeschlafen, in der Packung noch zwei Bremsklötze… Ein Zeichen.

Beim 6. mal geht das mit dem Bremsen ausbauen, Klötze raus, Klötze rein, einbauen, einstellen, noch mal viel schneller als beim 5.

Und jetzt habe ich also, nach zwei Tagen Arbeit, endlich wieder ein funktionierendes Fahrrad. Mit Batterie, gängigen Schlössern, einer glänzenden Kette, Top Bremsen, die sofort greifen und bei denen man die Hebel nicht bis an den Griff ziehen kann, und es blitzt und blinkt sogar obendrein. Hach. Und dass die Bremsen nirgends schleifen, habe ich dann noch auf dem Weg Michel abzuholen überprüft.

Ich bin sehr stolz auf mich. Ehrlich. Das habe ich schlussendlich dann doch gut hinbekommen. Jetzt muss ich dann nur noch Fahrrad fahren mögen.

Tag 1014 – To-Do.

Wie ich schon des Öfteren beschrieb, brauche ich einen Plan, um nicht ziellos im Kreis zu laufen. Ich machte mir also heute morgen eine To-Do-Liste für die Woche. Und machte mich mit dem Punkt „Einkaufen“ (nachdem das am Samstag ja einigermaßen gescheitert war) auch direkt an die Erledigung. Und weil die Autowaschmenschen im Parkhaus vom Supermarkt die Autos waschen und das sehr viel besser machen als jede Anlage und dabei nur ein bisschen mehr kosten, fragte ich auch gleich nach nem Termin für „Reifenwechsel, Waschen innen, außen, unten, mit alles unn‘ scharf“. Womit ich nicht rechnete, war „können Wir in einer Stunde machen“. Daraufhin kaufte ich in Rekordzeit ein, fuhr nach Hause, baute die Kindersitze aus, holte die Sommerreifen aus dem Keller, räumte die Sommerreifen ins Auto, räumte die Einkäufe in den Kühlschrank, exte einen Dreiviertel Liter Wasser, suchte gefühlt ewig nach den Schrauben für die Sommerreifen*, rupfte die speckigenBezüge von Michels Kindersitz und stopfte sie in die Waschmaschine und fuhr wieder zum Supermarkt. Dauer: exakt eine Stunde. Lieferte das Auto ab, wusch mir auf dem Supermarktklo die Reifen-dreckigen Hände und ging nach Hause. Hängte die Kindersitzbezüge auf, startete eine Maschine dreckiger Wintersachen, ging auf den Dachboden, nach Gummistiefeln für Pippi suchen, hakte „Gummistiefel“ und „Einkaufen“ ab, und dann ging ich wieder zum Supermarkt. Holte das Auto ab, jetzt glänzend und mit Sommerreifen, fuhr nach Hause, räumte die Winterreifen aus dem Auto in den Keller**, baute Pippis Kindersitz wieder ein, wusch, nein, schrubbte meine Reifen-dreckigen Hände, hakte „Reifen wechseln und Auto waschen“ ab und dann hatte ich noch 15 Minuten Zeit, bis ich die Kinder abholen musste.

Ich hab dann mal das Tarkus-Buch ausgefüllt. Tarkus ist das Kindergarten-Kuscheltier. Ein Gürteltier. Tarkus war mit in Kroatien, den Tarkus wird jedes Wochenende verlost und das Los fiel auf Michel. Und weil Tarkus von allen Kindern heiß geliebt wird, durfte Tarkus auch erstmal in Hygienespüler baden, bevor ich bereit war, ihn mit in ein Flugzeug zu nehmen. Aber wenn wir dann morgen früh die eben ausgedruckten Bilder noch ins Tarkus-Buch geklebt haben werden, kann ich auch „Tarkus“ auf der Liste abhaken.

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*Jetzt liegen die Schrauben für die Winterreifen AUF DEM WINTERREIFENSTAPEL. Wo sie hingehören.

**So ein Tag hat dann auch über 18.000 Schritte, fast 40 gestiegene Etagen und über 2 Stunden „körperliche Aktivität“ und jetzt fühlt sich der Körper halt auch, als hätte ich acht Autoreifen jeweils etwa 30 Meter weit und über ein Stockwerk geschleppt. Uffz.

Tag 1013 – Back in the game.

Pippi hat Fieber, schon seit Samstag, ist halt periodisch, das periodische Fiebersyndrom.

Ich schreibe wieder Bewerbungen.

Michel hat seinen allerbesten Freund immernoch sehr lieb.

Die Schnecken stehen wie letztes Jahr total auf Löwenzahn.

Auch die zur Promotion von der Fakultät geschenkt bekommene Orchidee geht mir ein (wirft zumindest die Blüten von sich, ja, ich weiß, dass man die nicht oft und nicht viel gießen soll, mache ich auch nicht, geht trotzdem kaputt).

Herr Rabe lädt Fotos hoch und killt damit wie immer unser Internet.

Ab morgen wieder KiTa für mindestens Michel, mal sehen, wie Pippis Nacht so wird.

Alles wieder wie immer also.

Tag 1011 – Home, Sweet Home.

Wir sind wieder zu Hause. Die Abreise hat sehr gut geklappt und der Flug war auch bis auf die Landung echt ok, allerdings das „dazwischen“, nämlich der etwa einstündige Aufenthalt jenseits der Sicherheitskontrolle im Flughafen Split, das war recht schrecklich. Der Flughafen ist winzig klein, es gibt laaaaaaaaange nicht genug Sitzmöglichkeiten, und es war hoffnungslos überfüllt. Also so, dass mir der Gedanke durch den Kopf zuckte „Wenn’s hier ne Massenpanik gibt, dann gute Nacht“. Und dabei war es ja noch lange nicht Hauptsaison. In der Hauptsaison kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das gehen soll, ich stand so schon je 10 Minuten in der Klo-, der Kaffee- und der DutyFree-Shop-Schlange. Nun ja, wir haben es ohne Massenpanik und mit der korrekten Anzahl Kinder, die auch aussehen wie unsere, aus dem Flughafen und ins Flugzeug geschafft. Hurra.

Daheim in Trondheim dann auch endlich mal Frühling.

Und hier ist es auch jetzt, um fast halb elf, noch taghell.

Dafür überhaupt nicht drüber nachgedacht, dass hier ja am Donnerstag schon Feiertag war und am Montag auch Feiertag sein wird und was läge da näher, als heute (gestern auch) die Geschäfte einfach mal am Nachmittag schon zu schließen? Ja, alle. Da stand ich da mit meiner ausgetüftelten „Wir müssen jetzt echt wieder die Kröten zusammenhalten“-Einkaufsliste, vorm geschlossenen Supermarkt, und guckte doof. Beim zweiten Supermarkt guckte ich noch doofer. Beim dritten wurde ich langsam wütend und beim sechsten war ich so weit, alles in meinem heiligen Zorn niederzubrennen. Ich wollte doch keinen fancy Kram, ich wollte Milch, Eier und Käse kaufen, wir brauchen doch was zu essen die nächsten Tage. Herrje. Am Ende kaufte ich das Nötigste im einzigen geöffneten Laden weit und breit, einem wirklich winzig kleinen Joker der heute den Reibach schlechthin macht, indem er „das Nötigste“ an sämtliche verplanten Einkaufenden der Umgebung zu deutlich höheren Preisen als die großen Supermärkte es können verkauft. Aber hey, wir haben jetzt Milch und Eier, das Frühstück ist also gerettet. Und auch abends werden wir voraussichtlich nicht verhungern.

Ansonsten: getan, was man halt nach dem Urlaub tut. Wäsche gewaschen*, Schnecken**, Kaffeemaschine, Bett begrüßt***, sehr viel Blubberwasser ohne salzigen Geschmack getrunken, Zeug verräumt, Blumen gegossen. Jetzt Bett, in vollen Zügen genießend dass hier niemand auf die Idee käme, Raumbedufter zu verwenden****.

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*wir haben gar nicht mal so viel Dreckwäsche mitgebracht, weil wir Füchse nämlich schon im Urlaub zwei Maschinen gewaschen haben. Das nächste mal nehme ich ein bisschen von unserem Waschmittel mit, dann riecht die Wäsche auch nicht hinterher nach der kroatischen Auffassung von „angenehm blumig“.

**Die haben die Woche super überstanden, hatten ihren Apfel noch nicht ganz, den Arm voll Löwenzahn aber schon aufgefressen und die Erde war auch noch gut feucht. Es hatte sich noch nicht mal eine eingegraben.

***Hach, mein Bett, meine Matratze, mein Teddybär, meine Bettdecke, hachhachhach.

****Die Ferienwohnung war durchaus ok, vor allem für den Preis und in der Umgebung, aber die Gerüche waren schon nicht angenehm zum Teil. Ein Küchenschrank roch extrem muffig und selbst Gläser aus diesem Schrank rochen danach. Und in Kroatien stehen die Leute offenbar total auf alle Sorten von Beduftung. Raumsprays, Duft-Dingsis, die vor sich hinriechen, sehr stark parfümiertes Klo-Zeug, Wunderbäumchen in jedem (!) Auto. Die Vermieterin unserer Ferienwohnung beduftete den Flur mit penetrant vanillig riechendem Zeug, das löste bei mir schon fast Übelkeit aus. Nur die Handseife, die roch nach Klostein.

Tag 1010 – Krka Nationalpark.

Der Krka Nationalpark liegt nur ca. 75 km von Split entfernt und da kann man unter einem Wasserfall schwimmen. Das mussten wir sehen, also buchten wir einen Ausflug mit einer sympathisch anmutenden Reiseleitung. Und es war auch wirklich schön, auch wenn man natürlich nur von Juni bis September baden darf.

Zuerst ging es durch ein altes kroatisches Dorf, mit Mühle und Weberei und Korbflechterei und allem. Dann ging es zu den Wasserfällen. Hui, so viel grün. Und so viel Wasser.

Unsere Kinder so: „wie, nicht baden?!? Ok, dann matschen wir hier halt rum.“

Michel baute dann einen Kanal von diesem Mangroven-ähnlichen Tümpel zum nächsten Bach.

(Kurz der Blick auf die andere Seite: das ist alles extrem touristisch. Es war jetzt schon für meinen Geschmack grenzwertig voll, im Juli möchte ich hier gar nicht sein, trotz baden könnens. So, also noch nicht mega überfüllt und mit super gut ausgebauten Pfaden in der richtigen Länge auch für kürzere Beine, war’s aber echt auch für die und mit den Kindern toll.)

Es rauscht wirklich überall und dann hört man plötzlich ein sehr lautes Quaken.

(Suchbild mit mindestens zwei Fröschen.)

Das waren dann neben unzähligen Fischen und Libellen auch die einzigen Tiere, die wir gesehen haben. Wobei ich nicht ganz undankbar bin, keine Schlange getroffen zu haben.

Oh, doch noch eins:

Der Parkplatz-Schwan.

Ein wirklich schöner Ausflug an einem wirklich schönen Tag.

(Kurze Beobachtung: viele Leute scheinen nur zum Fotos machen herzukommen. Da ist alles bei, Mutti vorm Wasserfall, Vati in gewichtiger Denkerpose unter einem wasserumplätscherten Baum, Teenietochter und Freundinnen ignorieren das Badeverbot und präsentieren im glitzernden Wasser ihre jugendlich perfekten Körper und modischen Badeanzüge in gekonnter Instagram-Pose. Immer für ein Foto. Latschlatsch, unter den Baum, Foto, latschlatsch, auf die Empore, Foto, latschlatsch, ins Wasserhuikaltfoto. Mein Fall ist das ja nicht gerade.)

Tag 1009 – Sonnentag.

Unerwartet gutes Wetter heute, also gingen wir einfach an den Strand und Baden und ich ging ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann gingen wir Essen und dann war der Tag irgendwie sowie auch schon fast um.

Kleinigkeiten: ich liebe es ja, im Urlaub neuen Süßkram auszuprobieren. Heute kaufte ich so Waffeldinger, wie Männer-Waffeln, aber mit Zitronencreme drin. Mjammi! Was ich allerdings nicht vermissen werde: das Mineralwasser hier schmeckt richtig salzig. Bah.

Essen: es ist so ein Ding mit den Kindern. Die können sich schon benehmen. Wenn es Pommes gibt und es noch nicht allzu spät ist. Heute war es spät und es gab keine Pommes. Das ergab dann eine elende Spielerei mit der Salzmühle, bis sich Michel sein Brot so versalzen hatte, dass er’s nicht mehr mochte, Pippi verkrümelte eine Scheibe Brot überall und warf tausendundeine Sache mehr oder weniger absichtlich vom Tisch und dann noch ihr Glas um, kein Kind aß nennenswert was und Herr Rabe und ich waren recht gehetzt beim Essen. Das macht so ja auch nicht so viel Spaß. Vielleicht gehen wir doch dazu über, für solche Fälle immer das iPad dabeizuhaben, denn im Urlaub nicht mehr essen gehen? Kommt nicht in Frage. Dazu kam noch, dass Michel eine trockene Hautstelle am Po hat und (wie grad jeden Tag abends wegen irgendwelchen random Gründen) ein Heidentheater veranstaltete, dass man meinen konnte, es fräßen ihn grad die Lake Lachrymose Leeches* bei lebendigem Leib vom Po her auf. Wundersamer weise war das ganze Trara nach dem Verzehr eines am Kiosk gekauften Eises vergessen.

Pippi singt gern das Kaptein Sabeltann**-Lied. Aber statt „snart er skatten vår!“ [bald ist der Schatz unser!] singt sie „snart er katten vår!“ [bald ist die Katze unsre!] und das ist schon sehr niedlich. Auch wenn sie mit typisch norwegischem Sprachfehler – geschlagenes r wird zu l – weitersingt „så kan vi ta de‘ looooli‘ de neste hundle åååål!“. Hachja. Heute sagte ich zu ihr übrigens „Komm, Süße!“ und bekam zurück „Ich bin keine Süße! Ich bin Pippi.“ Okay, Süße!

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*Frau Brüllen hat eh oft recht und Lemony Snicket bei Netflix ist wirklich eine tolle Serie.

**Käpt’n Säbelzahn, das kennen alle norwegischen Kinder. (Dafür kennen die Wickie nicht, die armen Menschen hier, es ist schlimm. Bildungslücke!)