Tag 680 – Ordnung und Dankbarkeit. 

Huch, so spät schon. Schlaf kann ich für die nächsten Wochen wohl vergessen, ich kriege zwar am Abend nix wirklich produktives mehr geschrieben, aber so langweilige und stumpfsinnige Dinge wie Zitate suchen, runterladen und in die Bibliografie eindutzeln, das geht auch im Halbschlaf noch. Und morgen dann: Nitrosamine aus Tabak, Pflanzen, dem Magen und Dings und was sie mit DNA machen. Yeahy. 

Des Weiteren war ich heute beim Arzt und es war blöd. Ich bin jetzt zwar krank geschrieben, aber der Vertretungsarzt war noch ganz jung und dachte wohl, ich hüpfe demnächst aus dem nächstbesten Fenster. Das habe ich sowas von nicht vor! Hinschmeißen übrigens auch nicht. 

Beim NAV (der Agentur für alles Soziale) habe ich auch angerufen. Da wird sich dann ein Mensch bei mir melden. Bald. 

Das Beste aber ist: es werden von meinem Institut kurzfristig kleine Forschungsmittel ausgeschrieben, ich habe mich da direkt erkundigt und ja, mein Chef kann die für mich beantragen. Hab ich ihm auch geschrieben, aber er hat sich noch nicht zurückgemeldet. 

(Insgesamt ein ok erfolgreicher Tag.)

Das Allerallerallerbeste aber, das sind heute echt: Sie. Sie alle. Ehrlich. Ich freue mich riesig und bin auch ziemlich gerührt über so viel Zuspruch und die vielen praktischen Tipps und Hilfsangebote! Sie sind, das kann ich ja mal so sagen, ungefähr tausend mal hilfreicher und unterstützender, als mein Chef. Wenn ich etwas geschlafen habe antworte ich Ihnen auch morgen auf Ihre Nachrichten, wirklich hoch und heilig versprochen, aber jetzt muss ich schlafen. 

Aber Danke. 

Sie sind die Besten!

Tag 677 – Mimimimalziel.

Ich hatte heute viel vor, aber dann kam alles anderes und ich machte plötzlich ganz andere Dinge. Ehrlich gesagt machte ich erstmal zwei Stunden lang sogar gar nix, weil mich Menstruationskrämpfe quasi ausknockten und mich mit Wärmflasche und auf die Wirkung der Schmerztablette (zu lange!) wartend ans Sofa fesselten. Das ist im Moment recht blöd, ich habe nämlich total Hummeln im Hintern und dauernd Tatendrang, meine Geduld ist parallel dazu auf einem Tief, meine Nervenstärke eh, ich bin also eine explosiv-missmutige Mischung aus Ich-muss-jetzt-alles-erledigen und Wie-das-geht-nicht-Rabäähhhh. Ich möchte im Moment eigentlich nicht mit mir zusammen wohnen und auch nicht mein Kind sein. Nunja. Es wird schon irgendwie irgendwann wieder besser werden. 

Also jedenfalls habe ich heute:

  • Geputzt (Liv hat morgen Urlaub, nein, ich putze immer noch nicht gerne, aber sowas ausnahmsweise mal machen fühlt sich komplett anders an als die wöchentliche, verhasste Sisyphusarbeit!), nämlich Bad, Küche sowie hinteren Flur, Abstellkammer und Treppe nach oben gesaugt, denn ich habe auch
  • Die kleine Abstellkammer etwas umgeräumt und einen Teil der Sachen, die wegen der Bauarbeiten oben in der Dachkammer standen, da aber eigentlich nicht hingehören (Backkram zum Beispiel) nach unten geschleppt und verräumt
  • Kindersachen aussortiert und die nun volle Box mit Größe 98/104 auf den Dachboden geräumt
  • Sämtliche Mützen, Handschuhe, Schals für kalt und saukalt (und Regen und kalt mit Regen) von mir und den Kindern in Boxen sortiert
  • Meine Sommersachen (ok, nicht alles, aber einiges, ich habe auch so viele Sommerkleider, dass ich fast zwei Wochen lang täglich ein frisches anziehen könnte, das war mir so tatsächlich gar nicht klar) in die Kommode geräumt und dafür Winterpullis und -Kleider über den Sommer eingelagert, dabei dann auch
  • Stillsachen aussortiert und auf den Dachboden geräumt (genau wie die Babysachen sollen die da nicht bleiben, sondern bei Gelegenheit verscherbelt oder verschenkt werden. Jetzt gerade ist keine Gelegenheit.)
  • Herrn Rabe ein wenig beim Aufbau der neuen Regalergänzung im vorderen Flur geholfen und dann da
  • Alles wieder eingeräumt, umsortiert, weggepackt und übersichtlich hingestellt (mit 1/3 weniger Platz als vorher, ein bisschen was steht immer noch im Schlafzimmer, aber oben auf dem Schrank stört’s ja auch nicht)
  • Pizzateig für morgen angesetzt
  • Brotdosen für die Kinder für morgen fertig gemacht
  • Brotteig vorbereitet (also Sauerteig hochgefüttert

Davon geplant war:

  • Ein wenig (!) räumen
  • Bad und Küche putzen
  • Brotdosen machen
  • (Pizzateig und Brotteig sollten eigentlich schon gestern gemacht werden, aber das passierte dann nicht und Tjanun. Wir haben dann halt das Essen umdisponiert.)

Geplant (von mir) aber nicht gemacht wurde:

  • Bude saugen und wischen
  • Klamotten für morgen rauslegen (die Wettervorhersage war zu frustrierend)
  • Früh ins Bett gehen
  • Eine E-Mail schreiben
  • Musik von Herrn Rabe kopieren

Na gut. Insgesamt könnte es alles schlimmer sein. Wenn man das mal so aufschreibt, wird einem erst klar, was man ja doch alles geschafft hat. 

Tag 676 – How to: Rømmegrøt.

Kack Tag, Zeit ein Rezept mit Ihnen zu teilen. 


Vorher-Nachher. Und die *mieeeep* Bildunterschriften gehen schon wieder nicht. 

Rømmegrøt, das ist Grøt (Grütze/Pudding/Brei) aus Rømme (saurer Sahne). Das ist sehr lecker. Überhaupt tun die Norweger ja Rømme an alles und ich mag das sehr, gerade Waffeln und so* sind mit Rømme einfach nochmal besser als mit Schlagsahne (ok, ich mag auch einfach Schlagsahne nicht so gerne und bin ja generell eher von der herzhaften Fraktion).
Man isst dazu die ausgelassene Butter, Zimtzucker und… Spekemat. Pökelfleisch, aka Schinken, Salami und co. Das habe ich noch nie gemacht, kanns mir aber geschmacklich wirklich sehr gut vorstellen, übernächste Woche ist Essensfestival, vielleicht sollte man da mal ordentliches Spekemat einkaufen*.

Jedenfalls, Rømmegrøt. Laut dieser Webseite (von der ich jetzt auch einfach mal das Bild entwende und vermutlich komme ich dafür in Teufels Küche) ein typisches Sommeressen. Nun ja. Der Sommer ist hier ja nicht warm. Das Gericht reicht nämlich auch ohne Sommerhitze schon für ein zünftiges Fresskoma im Anschluss. Vermutlich weil das ca. fünftausend Kilokalorien pro Löffel hat. 

So wird es jedenfalls gemacht:

  • 5 dL Vollfett Saure Sahne (35% Fett) ca. 5 Minuten köcheln lassen
  • Ca. 1 dL Mehl einrühren. Weiter köcheln, bis Butter austritt. Die immer wieder abschöpfen oder abgießen, sammeln und warm (flüssig, nicht brutzelnd) halten. Bei mir kam so ein guter Deziliter Butter raus. 
  • Nochmal 1 dL Mehl einrühren. 
  • Nach und nach mit ca. 0,5 L Milch auf eine Breiähnliche Konsistenz runterverdünnen. Wirklich nach und nach, sonst gibt’s Klumpen. 
  • Ca. 5 Minuten weiter köcheln lassen, dabei rühren, brennt sonst an. Ich wünsche Unterarme aus Stahl. 
  • Mit Salz abschmecken. „Abschmecken“, haha. Ich hab so ca. nen Teelöffel reingetan, abschmecken klingt immer so nach Prise, Messerspitze und co. 

Fertig. Dazu, wie gesagt, die Butter und Zimtzucker servieren. Und Spekemat. 

Und nen Verdauungsschnäpschen bereitzuhalten kann bestimmt auch nicht schaden. 

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*Sowas wie Elch/Bär/Rentiersalami** eignet sich ja auch immer gut als Mitbringsel, zwinkerzwinker…

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**Woran man merkt, dass der Sommer da ist? In den Innenstadtsupermärkten gibt es plötzlich wieder Elch- und Rentierbraten. Für die Touristen. 

Tag 675 – Nix zu sagen.

Pippi ist krank und schnauft auf meinem Bauch liegend herum, ich habe endlich die vierte Saffel House of Cards zu Ende geguckt, langsam kommt ein Schreibe-Gefühl* auf, das nicht nur reine Panik ist und ich veratme tapfer meinen Neid** gegenüber allen, die morgen miteinander Frau Muttis Gartyparty feiern.

Insgesamt ist das vielleicht alles nicht spektakulär, aber ich mag’s so wie’s ist.

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* Nicht, dass ich schon angefangen hätte, ne? Bisher habe ich ja nur Zeug gelesen, aber viel und hochwertiges und so langsam überwiegt halt das „weiß ich schon“ gegenüber dem „häähhh???“ Und dem „Oh Gott, das kann ich mir doch nie im Leben alles merken!“ Und das Gesamt-Gefühl verschiebt sich zu „wird schon schief gehen“***.

** Neid, nicht Missgunst, ne? Also im Sinne von: Ich wäre sehr sehr gerne auch da. Aus naheliegender Gründen geht das aber nicht. Deshalb wünsche ich einfach allen eine ganz tolle Party und schlucke den wehmütigen Seufzer einfach runter.

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*** Bester Kommentar schon im Vorfeld: „Schön, das wird spannend, mal was anderes als immer nur Base Excision Repair! Ich freu‘ mich drauf.“ (Chef).

Tag 673 – Baustellen-Update.

Die Bauarbeiten sind im Prinzip jetzt fertig. Im Prinzip, weil gewisse Dinge eben nur zu 60-80% fertig sind, oder einfach total falsch gemacht wurden. Unsere Vermieter sind auch schon auf 180 und weigern sich momentan, Bob den Baumeister zu bezahlen, weil der so viel Murks gemacht hat. 

Beispiele gefällig?

  • Die Tür zum vorderen Flur ist nach wie vor zu kurz und knarrt auch immer noch. Außerdem fehlen an der Innenseite (also der Wohnungsseite) noch Leisten. Die Leisten an der Außenseite passen nicht und sind stümperhaft zusammengestückelt worden. Außerdem wurde auf der Außenseite der komplette Rahmen lackiert, ohne den vorher anzuschleifen. Einfach drübergejaucht. Ergebnis: Rumgesaut, Nasen und sehr dicke Lackschichten, die sicherlich eher früher als später abplatzen werden.
  • Im hinteren Flur fehlt auch nach wie vor ein Regal, was das Regal von vorher ersetzt. Das ist aber Vermietersache. Trotzdem leben wir seit April mit überall in der Wohnung verteilten Schuhen, weil wir die im Flur nirgends mehr lassen können außer auf dem Boden.
  • Die Leisten an der hinteren Tür (im Bad) wurden nicht lackiert. Unbehandeltes Holz in einem Feuchtraum. Mal sehen, wie lange das gut geht.
  • Im Abstellkämmerlein fehlt Fußboden, da liegt nur Pappe. Außerdem haben die da ja eine Wand versetzt. Das heißt, da liegt jetzt ein Streifen Mauerwerk frei. Und jedes Mal, wenn man die Tür öffnet oder schließt, rieselt es fröhlich aus diesem Mauerwerk. (Angeblich soll das irgendwann noch verputzt werden. Vielleicht sollen wir das machen. Man weiß es nicht und ich sehe es auch eigentlich nicht ein.)
  • Ebenfalls im Abstellkämmerlein: das Rohr des Wassertanks ist rundherum nicht mit dem Mauerwerk abgedichtet. Ich dachte, es geht bei diesen Umbaumaßnahmen explizit darum, isolierte Brandkammern zu schaffen, ohne offene Stellen zur nächsten Kammer. Deshalb wurde ja auch
  • Im Wohnzimmer das eine Licht abgeklemmt. Ist auch immer noch so. Gut, jetzt ist Sommer, aber bis zum WInter hätte ich da schon gerne wieder was.
  • In der Dachbodenkammer wurde auch eine neue Tür eingesetzt: die knarrt auch und schließt nur widerwillig. Außerdem fehlt da auch noch eine Leiste auf dem Fußboden.
  • Die Krönung: Heute „durfte“ ich feststellen, dass der neu installierte Feuermelder, der (sofern er nicht abgeschaltet wird) auch direkt nach fünf Minuten in allen Wohnungen losschrillt und die Feuerwehr alarmiert*, mit dem Feuermelder der Dachgeschosswohnung verbunden ist. Unsere Nachbarin oben briet nämlich, während die Kinder duschten, wohl irgendwas etwas scharf an und plötzlich heulte hier die Sirene los. Die Kinder so O-O, ich so „Ahhhh“, die Nachbarin so *schlurfschlurf, ausschalt*. Und das Gleiche passierte dann nochmal, während ich versuchte, Pippi zum Schlafen zu bringen. Außerordentlich grandioses timing. Und natürlich ist es nicht nur ärgerlich, wenn der Rauchmelder uns aus dem Bett wirft, wenn die Nachbarin beim Kiffen zu nah am Rauchmelder steht, es wäre auch mehr als ärgerlich, wenn mal bei uns Alarm wäre und sie stellt den aus, weil es sie nervt, dass es heult. 

Tja. So sieht es aus. Blöd sieht es aus.

Brandschutzeffekt mit Pappe über der Tür: fraglich.


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*Und wegen dem unsere Hausratsversicherung jetzt einen Tucken billiger werden müsste.

Tag 668 – Freitag Abend.

Die Sonne scheint. 

Bei der Arbeit kurz vorm Durchdrehen gewesen. Am Ende keinen Nerv mehr gehabt, noch zwei bis drei Stunden auf das vollständige Trocknen der Proben zu warten, alles eingefroren, Montag muss ich also doch noch die letzten drei Prozent im Labor machen, aber: die Sonne scheint.

Auf dem Nachhauseweg überall Jogger*Innen, Fahrrad fahren nervt total, alle irre, aber: die Sonne scheint.

Beim Laden mit den schönen Kinderklamotten ist Sale, es ist aber auch wirklich nur das runtergesetzt, was keiner jemals für den vollen Preis kaufen würde, aber: die Sonne scheint.

 Grillzeug gekauft, horrende Preise werden hier ja für Fleisch generell aufgerufen, wenns dann auch noch Bio sein soll, wirds vollends absurd, aber: die Sonne scheint und das heißt, man kann grillen. Das ist hier ja jetzt wirklich nicht andauernd so.

Mit den Kindern im Garten gegrillt. Michel laberte den (kinderlosen) Nachbarn von ganz unten wirklich mehrere Schnitzel an die Backe, die waren aber total cool dabei und lachten nur ein bisschen in sich hinein, als Michel dann auch noch seine Stocksammlung anschleppte und wirklich jeden einzelnen Stock vorzeigte und beschrieb, was an dem jetzt besonders sei. Manchmal ist der so niedlich, da möchte ich den fressen. Und die Sonne schien dabei, seine Löckchen lockten sich, Pippi lief durch den Garten und war Dreckspatzkönigin und alles war ganz wunderbar.

Jetzt sitze ich auf dem Sofa, mit Rotwein und Netflix* und Nagellackentferner und meine Füße stecken im Fußbad, weil sie dank Babyfüßen sich gerade wie verrückt pellen und dabei leider auch jucken. Aber: die Sonne scheint. Tatsächlich immer noch.

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*auf dem iPad, Herr Rabe spielt sein Ballerspiel hoch komplexes Assassination-Strategiespiel auf der Playstation, an der der Fernseher hängt.

Tag 667 – Liegengebliebenes. 

Während ich bei der Arbeit in unschönen Hauruck-Aktionen* die zwei Versuche zu Ende bringe und versuche, zweimal die Woche zum Sport** zu kommen, bleibt alles andere irgendwie liegen. Und ich hasse es. 

  • Brief an die Versicherung zurückschicken, bei der ich die Riester-Rente*** habe. Weil ich ja schon seit, ohhhh, 2014 gar nicht mehr unmittelbar zulagenberechtigt bin. Brief liegt seit zwei Wochen fertig auf meinem Schreibtisch. 
  • Mich als Auslandsdeutsche registrieren lassen, um mich dann ins Wahlverzeichnis  für die Bundestagswahl eintragen zu lassen. Gnäh. Auch längst überfällig. 
  • Meine Kreditkartendaten bei Apple wegen abgelaufener Karte aktualisieren. Apple droht schon damit, meinen iCloud-Speicher auf das  winzige default-Datenvolumen zurückzusetzen. 
  • Meine gmail-Accountdaten in Mail aktualisieren, damit es endlich aufhört, über die ungültigen Verbindungsdaten zu nörgeln.
  • Kindergartenbeitrag überweisen!!1Elf!
  • Aus Gründen: eine email zwei emails schreiben. 
  • Ebenfalls aus Gründen: ein Päckchen schicken. 
  • Den Frankfurt-Urlaub etwas mehr planen. 
  • Auf Blogs kommentieren. 
  • Mir diverse Musik von Herrn Rabe ziehen, aber dafür muss ich ja meinen Computer anmachen und da war ja was…
  • … mir irgendwas zu der Batterie-Problematik des Computers überlegen. 

Bestimmt müsste mir eigentlich noch mehr einfallen, aber meistens denke ich gar nicht dran, bis mir dann irgendwas in die Hände fällt und ich denke: ach ja. Da war ja noch was. 

    * zum Beispiel hab ich heute nur eine Probe von je drei Replikaten gemessen, bevor ich daraus mRNA isoliert habe. Wird schon passen. 

    ** weiterhin faszinierend. Und mein Ehrgeiz ist ja sehr simpel gestrickt: wenn ich gegen wen gewinnen kann, reicht das als Ansporn. Heute: ca. Fünfhundert Wiederholungen einer Bauchmuskelübung gemacht, aber immer schön weitergelächelt, damit der Schauf- und Fluch-Mann neben mir nichts mitbekommt. 

    ***yes, so spießig sind wir. Ist aber jetzt zurückgestuft auf 10€/Monat, wegen eben der mangelnden Zulageberechtigung.