Tag 858 – Ist auch vorbei.

Verschenkt ist der Tag. Ich kann nach wie vor nicht schlafen und all der Scheiß von gestern… ich hab den ganzen Tag im Bett gelegen und die Hälfte davon geheult und drüber nachgedacht, wie ich eine „ich geb’s auf, ich bin zu dumm und zu schwach“-Nachricht an den Chef formulieren soll.

Ich gebe noch nicht auf, aber ich laufe auf dem allerletzten Rest meiner Reserve. Es sind nur noch ein paar Tage. Wäre es mehr, keine Ahnung. Ich würde aufgeben, vermutlich und eventuell würde ich meinen täglichen Beitrag hier für ein paar… Tage? Wochen? Aus irgendeiner Psycho-Klinik schreiben. Denn, ja, so schlecht geht es mir.

Eventuell wird es hier die nächsten Tage nur ein kurzes Piep pro Tag geben. Das heißt dann „Ich lebe noch, ich stehe noch, ich melde mich bald wieder ausführlich, aber grad ist es nicht drin.“.

Ach, ach, ach.

(Ich wette meinen Arsch drauf, dass es am Ende scheitert, aber nicht an mir, sondern irgendeinem Scheiß Zettel, der nicht schnell genug zurück kommt.)

(Auto-Lobhudelei: gibt’s nicht. Sorry, ich habe grad wahnsinnige Probleme, mich nicht als Vollversagerin wahrzunehmen.)

Tag 857 – Vergossene Tränen heute.

Auf der Beerdigung: 0*.

Als ich die Absage für den Job bekam**: 0.

Zwei Stunden bis fünf Stunden später: 3.

Als mein Koffer*** nicht ankam: noch nicht fertig.

BITTE WAS HAB ICH DENN VERBROCHEN DASS MIR JEDE ERDENKLICHE SCHEIßE PASSIERT???

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* mein Opa und ich standen uns offenbar nicht nah. Ich teile nur kleine Teile der Erinnerungen, die andere an ihn hatten. Da waren in dem Trauerraum vier identische Fenster, mit vier identischen und sehr hübschen Kerzenständern in jedem Fenster und in zwei von den Fenstern standen die mittig, in den anderen beiden ca. 5 und ca. 7 cm von der Mitte entfernt und vielleicht sollte ich mal überprüfen lassen, ob ich so neurotypisch bin, wie ich bisher annahm. Die Urne sieht aus wie ein Badezimmermülleimer in Holzfurnieroptik, mein Onkel hat alle Anwesenden bis auf meinen Bruder namentlich aufgezählt, und dann spielen sie Pachelbel und ich erinnere mich sehr lebhaft, wie meine Großeltern mich damals, als ich wegen Kur meiner Mutter da für sechs Wochen gewohnt habe, jeden Tag zum Geige üben gezwungen haben, mindestens 30 Minuten. Unter anderem dieses Stück. Katholizismus sagt mir gar nichts, Männer in Kleidern, die aber was gegen Frauen haben… Sorry, wer auf meinem Begräbnis mal Geistliche anschleppt, den verfolge ich die nächsten hundert Jahre mit Kettenrasseln und Heulen und allem. Dann: Da wird also diese ganze Urne (aus was ist sowas? Metall?) in ein Loch im Boden abgelassen und dann schmeißt man Sand und kleine Sträußchen dazu, mitsamt dem ganzen Bindezeugs an den Sträußchen, metallverstärkte Plastikstrips. Und in 500 Jahren werden sich Archäologinnen oder Aliens sehr wundern, was wir für lustige Totenkulte hatten. Ich habe mich sehr gefreut, meine Omi zu sehen, meine Mutter hat sich sehr gefreut, mich zu sehen, aber mal ne Frage: wieso krame ich mein altes Kellnerinnen-Hemd aus dem Schrank, in Größe 34 (passt wieder), weil ich nichts anderes schwarzes habe, mein Bruder, der auch kein Schwarz trägt, bemüht sich um Grau/Braun/Dunkelblau und meine Mutter kommt in zwei nicht zueinander passenden Türkistönen, mit einem Hoodie mit der Aufschrift „Don’t read the next sentence!… You little rebel. I like you!“?!? Ohhhh, die Migräne pocht schon wieder.

** Ich war sehr sympathisch, aber den Job trauen sie mir nicht zu und meinem Ich von gestern würde ich das auch nicht zutrauen. Ich lass es einfach. Kindergärtnerinnen sind hier sehr gesucht, ist ja auch ein schöner Beruf.

*** Den ich am Gate abgeben musste, weil ich zu weit hinten in der Schlange stand. Und der aber angeblich durchgecheckt wurde. Und im Flugbus geht natürlich das WLAN nicht, warum auch, den hab ich ja einzig und allein zu dem Zweck genommen und das Retur-Ticket für die andere Busgesellschaft ohne WLAN verfallen lassen, TJANUN.

Tag 856 – Ach, ach, ach.

Mein Tag in Abrissen:

  • Aufgestanden nach dreieinhalb Stunden Schlaf, mit Kopfschmerzen ähnlich wie Kater.
  • Schmink, Anzieh, Pack, Auscheck, Frühstück mit Businesskaspern, morgens um vor sechs am Flughafen halt. Nicht meine Zeit, ich kann da auch noch nix richtiges essen.
  • Hurra, Pressbyrån verkauft auch um sechs Uhr morgens schon Ibuprofen.
  • Lange Schlange an der Sicherheitskontrolle. Sehr lange. Trotzdem entspannt geblieben.
  • Mit frischem Kaffee ins Flugzeug. Zu dösen versucht. Nix.
  • Mein Herz, wie auch schon gestern Nacht, versucht mir aus dem Hals zu hüpfen.
  • Gerädert in Frankfurt angekommen. Ohne über Los zu gehen direkt zum neuen Gate. Mit Last Call das Gate erreicht.
  • Hops nach Stuttgart.
  • Glanzleistung des Tages: Ich erblicke einen Menschen, der auf jemanden zugeht, der ein Schild mit „MPI Tübingen“ in der Hand hält. Mein Gehirn ist aus und ich renne auf den Menschen zu „Hallo, ich muss genau da* auch hin, können Sie mich vielleicht mitnehmen?“ und dann sage ich das nochmal auf Englisch, denn der Mensch ist Franzose und kann kein Deutsch.
  • Ich und der französische Professor werden vom Privattaxi nach Tübingen gefahren.
  • Im Taxi nehme ich endlich den Beta-Blocker. So sollte die maximale Wirkung zu Anfang des Gesprächs da sein. Kann ich gut gebrauchen, ich bin so aufgeregt, dass mir schlecht wird. Meine Hände zittern, das Herz hopst. Dazu Kopfschmerzen. Mir geht es eigentlich echt nicht gut.
  • Ich bin 30 Minuten zu früh (dank Taxi) und fixe Make-up, Deo und Schuhe im Klo. Außerdem esse ich den Lufthansa Frühstücks-Cookie.
  • Gespräch.
  • Oh damn.
  • Mir geht es nicht gut, ich bin hypernervös, wirke unerfahren, unsicher, vielleicht fahrig, bin ich ja auch.
  • Gefühlt rede ich mich um Kopf und Kragen.
  • Nach der zweiten Gesprächsrunde möchte ich mich unterm Tisch verstecken. Meine Hände zittern jetzt wie bei ner Parkinson-Patientin.
  • Dritte Runde: HR-Dame. Das war schön. Ich bin vermutlich zu offen, aber schlimmer kann ich’s echt nicht mehr machen.
  • Es ist vorbei. Ich hole meine Sachen. Ich vermeide, mir im Gesicht rumzufummeln, weil ich merke, wie ich zittere und jeder wird es sehen, wenn ich meine Hände nicht verstecke.
  • Damn, jetzt merke ich auch die Migräne.
  • Fuck ey, verkackt, weil krank und da uneinsichtig.
  • Selbes Klo. Migränetablette einwerfen.
  • Jetzt merke ich erst die Müdigkeit. Ich möchte mich zusammenrollen und schlafen.
  • Ich habe kein Bargeld. Ich gehe zu Fuß zum Bahnhof. 45 Minuten.
  • Tübingen ist echt hübsch.
  • Ich finde den Bahnhof nicht.
  • Ich hole mir einen Döner.
  • Ich finde den Bahnhof doch noch und fahre mit dem Bus über tausend schwäbische Käffer zum Flughafen. Ich döse und esse abwechselnd, ich fühle mich kacke und gleiche meine Erscheinung dem an.
  • Super nervige Kosmetikverkäufer wollen mir heillos überteuertes Zeug andrehen.
  • Flug. War. Ich döse.
  • Abgeholt von Tante, Leid geklagt.
  • Grünkohl mit Mettwurst. Viel Liebe!
  • Quatsch, Tee, Opi-Gespräche mit dem Onkel, der Tante und einem meiner Cousins. Mein Cousin und ich sind uns einig: Opi sah als junger Mann EXAKT aus wie Pete Campbell.
  • Abschminken, oh jöss, meine Haut, Tablette, bloggen, Bett.

Ich danke Ihnen echt allen für die Daumen. Und ich verfluche meinen Stoffwechsel.

Auto-Lobhudelei: alles irgendwie durchgezogen trotz widrigster Umstände. Und die Sache mit dem Taxi war preisverdächtig.

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*nicht genau da, ein bisschen den Hügel hoch und ums Eck. Aber genau genug.

Tag 855 – Plan F bis M.

Ich bin nicht in Deutschland. Ich bin in Stockholm im Flughafenhotel, weil mein Flug von Trondheim nach Oslo und auch der von Oslo nach Kopenhagen gestrichen wurde. Um 06:55 Uhr morgen früh soll ich nach Frankfurt fliegen, aber, haha, es schneit die ganze Zeit. Ich möchte Schnaps, aber die Minibar ist teuer und ich sollte, just in case, vielleicht morgen nicht verkatert sein.

Und oben drauf Schilddrüsenscheiß, ich stehe also quasi im Bett, bin hypernervös und kann nicht schlafen, das klappt doch morgen zu 105% nicht, gnaaaahhh. GNAAAHHHH! Gnah. (Ja, nee, Optimismus ist aus. Pragmatismus kann ich anbieten: im Zweifel muss ich halt mit dem Eisen Telefonkonferenz machen, in der Hotellobby oder so.)

Gnah.

Tag 853 – Growin‘ up like a boss.

Ich hatte es ja schon angedeutet: die Telefongespräche mit den Schweden waren nicht so ganz erfreulich. Es ging um Geld, aber nicht nur, ich schlug zum Beispiel andere Möglichkeiten, mir unter die Arme zu greifen, vor und es wurde einfach alles abgeblockt. Machen wir nicht, haben wir nie, werden wir nie, friss oder stirb, das war der Tenor. Ich hatte meinen Betrag ja nun genannt und war entschlossen, bei einem bestimmten Betrag darunter nein zu sagen und so kam es dann auch. Heute im Bus auf dem Weg zur Arbeit musste ich den Schweden leider mitteilen, dass ich zu deren letztem Wort leider keine Möglichkeit sehe, darauf eine Zukunft in einem anderen Land aufzubauen. Badumm, Tssss. Tja schade, dann viel Glück und schon war ich raus aus dem Bus. Leicht zittrig ging ich zur Arbeit und wurde natürlich sofort von allen möglichen Leuten gefragt, ob ich was von dem Job gehört hätte und die Reaktionen auf mein „Ich hab grad abgesagt“ rangierten von Verständnis über mehr oder weniger gut geheucheltes Verständnis bis zu entsetztem „Du bist verrückt!“. Tjanun. Können sich alle gern da bewerben und sich dann tot arbeiten und mit dem Lohn grad so über die Runden kommen, vom Umzug und der damit verbundenen Kohle und vor allem den Nerven mal ganz zu schweigen. Trust me, ich bin schon mal in ein fremdes Land gezogen und musste alles selbst organisieren, das ist absolut nicht ohne und, Jöss, ist das denn so schwer sowas zu sagen wie „wir können ja mal Angebote für Expat-Agenturen einholen“? Damit wär ich doch schon viel zufriedener gewesen.

(bester Mann.)

Egal, jedenfalls brennt mir natürlich das Feuer jetzt wieder etwas spürbarer unterm Po. Und während ich so mein zweites Drittel Daten hin und her schob und plottete und rechnete und rätselte, fasste ich den Entschluss, mit Eisen Nummer 2 ein bisschen zu pokern. Von einem kleinen Raum im Keller des „Banksals“, wo wir heute Instituts-Weihnachts-Mittagessen hatten, rief ich also mein zweites Eisen an und sagte (wahrheitsgemäß), ich hätte nun ein anderes Angebot vorliegen, sei aber weiterhin sehr interessiert an der Stelle und (nicht so ganz wahrheitsgemäß) möchte nichts entscheiden ohne nochmal mit ihnen gesprochen zu haben. Und überhaupt, es hätte sich kurzfristig ergeben, dass ich Donnerstag in Deutschland sein könnte. (Ich kam mir schon total souverän vor, ich stand quasi neben mir und bewunderte mich für meinen Mut und meine sympathische Offenheit und so.) tja, und wie soll ich sagen: der Recruiter rief etwas später wieder an, zu welcher Uhrzeit ich denn könne, wann mein Rückflug ginge und was ich denn so verdienen wollen würde. Bei letzterem hat er mich offen gestanden kalt erwischt, ich hatte keine Ahnung von den deutschen Verhältnissen, das sagte ich auch und dann sagte ich, was ich in Norwegen anstreben würde und was das in Euro wäre. Und er lachte mich zumindest nicht aus, sondern klang als wäre das eine okaye, möglicherweise sogar recht niedrige Forderung. Es sieht also so aus, als hätte ich mich quasi dreist selbst zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen (möglicherweise bin ich die geborene Chefin. Für Projektmanagement sollte es jedenfalls reichen). Am Donnerstag. DIESEN Donnerstag. Wenn ich (morgen, hoffentlich) die Bestätigung für den Termin bekomme, buche ich die Flüge, fliege dann Mittwoch nach der Arbeit nach Deutschland, übernachte bei einem Bekannten, rede Donnerstag mit dem Eisen, fliege dann nach Hannover, übernachte bei meinem Onkel, fahre mit meinem Onkel am Freitag zu der Beerdigung meines Opas, verpasse das KiTa-Weihnachtsfest und die kleine Arbeitsgruppen-Weihnachtsfeier, gehe mit der Familie essen, fahre wieder nach Hannover und fliege zurück nach Trondheim.

Und dann schreib ich meine Thesis fertig und alles wird gut.

(Nach dem Weihnachts-Mittagessen ging ich übrigens wieder zur Arbeit und plottete das letzte Drittel Daten, das während des Essens angekommen war. Von nix kommt ja nix, ne?)

Auto-Lobhudelei: Bwaaahahaha. Heute fand ich mich mal rundum saucool und erwachsen. Steht alles da oben. Selbstzweifel dann ab morgen wieder oder wenn ich in nem halben Jahr immer noch arbeitslos bin. Aber heute habe ich auf die Entscheidung, den Schweden abzusagen, den Sekt aufgemacht, den ich am Dienstag nach dem Angebot gekauft habe.

Tag 852 – Wiedada.

Pippi und ich sind gut wieder nach Hause gekommen. Der Start in Zürich war zwar wie befürchtet wegen des Wetters (Schnee, Wind, bah) wirklich furchtbar holprig, aber Pippi versteht das ja zum Glück noch nicht und guckt unbeirrt Peppa Wutz. Da wir wieder eine halbe Stunde Verspätung hatten, investierte ich in Pizza im Flugzeug, statt nervös mit Pippi unterm Arm in Gardermoen irgendwas zu Essen zu jagen, wäre dann am Ende fast wurscht gewesen, weil wir in Gardermoen grenzwertig lange drauf warten mussten, dass unser aufgegebenes Gepäck vom Zoll kontrolliert wurde und wir in den national transfers Bereich durften, aber sowas kann man ja vorher nicht wissen. So nutzte ich die Zeit, um Wein und Mascara* zu kaufen und Foundations zu swatchen, war auch schön.

„Jaaaa! Baby Peppa Wutz drückt!“

Dann große Wiedersehensfreude mit Michel und Herrn Rabe, nach Hause kommen, Pippi ins Bett bringen und dann endlich meine Omi anrufen, denn, das ist traurig und leider nicht unerwartet, aber dann doch überraschend: mein Opi ist gestorben. Ich denke da noch dran rum und möchte das auch nicht breittreten. Aber nach dem Gespräch mit meiner Omi müsste ich dann doch nochmal meine Mutter anrufen und das war, also, äh, interessant. Jedenfalls, falls auf Ihrer Terrasse zufällig eine Packung Pinnekjøtt herumliegt, so bereiten Sie das zu:

  1. Das Fleisch über Nacht einweichen (bei Zimmertemperatur, es geht natürlich auch gekühlt, aber dann dauert es eben länger). Einfach die Folie abziehen und die Packung mit Wasser auffüllen, unter anderem deshalb ist das Fleisch da so locker drin gepackt. Ich schütte nach ein paar Stunden einmal das Wasser weg und nehme frisches, das muss man aber nicht zwingend machen.
  2. Die Pinnekjøtt-Pinne in einem großen Topf wie ein Rost oder ein Gitter auslegen. So drei Lagen Pinne reichen dicke. Darauf das eingeweichte Fleisch stapeln. Dann so viel Wasser in den Topf gießen, dass es grad so nicht an das Fleisch herankommt.
  3. Deckel drauf und köcheln lassen, bis das Fleisch von den Knochen fällt. Das dauert, mindestens 2 Stunden, ich rechne eher mit 4. Natürlich wenn das Wasser verkocht ist, welches nachfüllen.
  4. In der Zwischenzeit kann man Beilagen vorbereiten, klassisch wäre Kålrotstappe, also Steckrübenpürree. Dazu eine halbe Steckrübe, zwei Kartoffeln und zwei, drei große Möhren schälen, in Stücke schneiden, in Salzwasser kochen, abgießen und stampfen. Mit (Trick 17) dem salzigen, fettigen Sud unten aus dem Pinnekjøtttopf, Pfeffer und eventuell einem Schluck Sahne oder Milch abschmecken. Wer ein Problem mit stückigem Brei hat, kann auch einfach Kartoffeln und Knäckebrot/Baguette dazu machen.
  5. Das Fleisch kann man, wenn man mag, nochmal kurz im Ofen grillen, dann ist es weniger schlonzig und etwas knusprig, ich finde es so am leckersten.
  6. Nö, keine Soße und das Fleisch wird auch nicht noch mal gewürzt.

Voila! Sie haben ihr erstes norwegisches Weihnachtsessen zubereitet!

Dazu passt Arvesølvet, hinterher, zum Verdauen. Der muss übrigens nicht kalt sein, kann aber.

Auto-Lobhudelei: Entspannt geblieben. Vorm Fliegen, beim Fliegen, am Telefon.

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*den Clinique-Mascara kaufe ich immer im Duty-Free Shop, weil der hier sonst noch teurer wär als eh schon. Heute war ich mal mutig und hab einen anderen gekauft als sonst. Aber trotzdem von Clinique, bei Mascara bin ich echt eigen. Vorher war ich bestimmt 5 Jahre lang dem Manhattan-Mascara „Volcano explosive Volume waterproof“ treu. Hachja.

Tag 851 – Partey!

Ich gebe ja zu, nach den Schilderungen der letztjährigen Feier hatte ich etwas Angst. Weil, also, meine Kinder sind noch recht klein und ich wohne in dem Land, in dem jedweder Alkohol absurd hoch besteuert wird, ich vertrage echt fast nix und richtig lange feiern schaffe ich auch gar nicht mehr, glaube ich.

Im Endeffekt war es dann aber wirklich sehr sehr schön, ganz entspannt, lustig und es gab echt viel leckeres Essen, das eine sehr gute Grundlage für Wein und Sekt und Co. bildete. Pippi war am Anfang der Party nach Verweigerung eines Mittagsschlafs zu zivileren Zeiten an Little L.s Schulter eingeschlafen und hielt echt gut durch, bis sie sich irgendwann in den Kopf gesetzt hatte, dass sie meinen Bauch sehen wolle, „Mama Bauch zeigen! Mama Bauch zeigen jeeeeetzt!!!“, ich das aus diversen Gründen nicht wollte und wir so einen kleinen Disput hatten. Am Ende zeigte ich ihr meinen Bauch auf dem Klo. Dann brachte ich sie (eine anstrengende dreiviertel Stunde lang) ins Bett und als ich wieder kam, gingen leider kurz drauf die meisten Gäste, aber wir räumten noch bei Wein und Unterhaltung auf, starteten die Spülmaschine zum sicher 15. mal seit gestern morgen und arbeiteten Glitzerstaub noch ein bisschen tiefer in die Maserung des Holztisches, statt ihn wie geplant wegzuwischen (ok, letzteres war ich ganz allein). Dann erfuhr ich noch ein paar Sachen über Herrn (und Frau) Brüllen, ich sach mal… life goals. Jetzt bin ich ganz aufgeräumt und liege im Bett neben dem Schnorchelmädchen und denke mir: doch, ich hatte schon viel viel schlechtere Ideen, als diesen Kurztrip.

Anekdote: wie Pippi das Glas mit den Kuchen-Dekokügelchen in die Finger bekam und anschließend zwei Frauen auf dem Boden rumrobbten um die Kügelchen aufzusammeln und wegzufegen. Mein educated guess lautet: bis März werden hier noch ab und an Dekokügelchen auftauchen, bis Juni werden Dinge glitzern.

Andere Anekdote: wie Pippi beim Malen mit einem Filzstift über das Buch hinaus malte, auf den Tisch und die Brüllen-Kinder schon gleich die Luft zwischen den Zähnen reinzogen und meinten „Das war jetzt gar nicht gut!“ und ich das Übergemalte einfach wegwischte, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass jemand wie Frau Brüllen Stifte im Haushalt zulassen würde, die nicht abwaschbar sind.

Auto-Lobhudelei: echt wenig geschimpft heute, obwohl Pippi zwischenzeitlich im Übermüdet-Modus war.