Tag 2329 – Kurzgeschichten.

In Deutschland, zumindest in manchen Ecken auf Twitter, scheint der Lack weiter im Angebot zu sein. Manchmal schicken mir Leute da was aus Absurdistan (ich lese immer noch nicht aktiv da, genau wegen solcher Leute, wenn ich mich sowas dauerhaft aussetze, ist es nicht mehr lustig sondern macht mich regelrecht fertig), wie zum Beispiel, dass Leute sich nicht gut damit fühlen, ihre Kinder off-Label (doppelt off-label, weil U5 und mit Erwachsenenimpfstoff) auf einem Parkplatz von einer Person impfen zu lassen, die nicht mal ihren Namen nennt. Die Impfperson beteuert, Ärztin zu sein, und ein Account aus dem Internet beteuert das auch. Legit! Dass die Elternperson unter diesen Bedingungen doch lieber nicht mit ihrem Kind an dem Experiment „ist es Comirnaty, Kochsalz oder aufgelöstes Backpulver?“ teilnimmt, finde ich überhaupt nicht verwunderlich, das kam jetzt vielleicht falsch rüber. Nein – Da machen random Menschen aus dem Internet diese Elternperson runter, als würde sie ihr Kind in der Wüste in einer Schlucht voller hungriger Koyoten zurücklassen. Die Kirche im Dorf lassen ist da schon lange nicht mehr.

Kurzes Update zum Stand der Gesundheit: ich möchte am liebsten nur schlafen und meine Nase tut immer noch weh. Heute musste ich in einem Meeting Protokoll schreiben und das war ein ernüchterndes Erlebnis – ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Völlig unmöglich: einen Satz zum vorherigen Agendapunkt zuende schreiben und gleichzeitig dem nächsten Agendapunkt zuhören. Haha, nice try. Einzige Beruhigung (Spaß, überhaupt gar nicht beruhigend sondern überaus beängstigend), ist, dass es allein in unserem Kaff allein aus der letzten Woche vermutlich ca. 75 Personen so gehen wird, denn so viele voll geimpfte haben letzte Woche allein hier Covid nachgewiesen bekommen. Dass sich Hausstandsmitglieder von infizierten (meist Kindern) testen lassen müssen, ist ja noch neu, also vermutlich ist die Dunkelziffer immer noch hoch. 75, in unserem Kaff, sind viele. Wir haben halt eine Pandemie. Trotzdem tun alle so, als wäre das alles kein Problem, easy peasy bisschen Corona haben ist doch nicht schlimm, wenn man geimpft ist… doch. Ist es. Ich hatte noch Glück, ich kenne auch Leute, die liegen nach zwei Wochen immer noch im Bett und sind schon froh, dass sie inzwischen wieder selbst das Hörbuch am Handy wechseln können. [This is fine-gif]

Ich hab mir nahtlose, bügellose, verschlusslose BHs gekauft. Homeoffice-BHs. Ich erhoffe mir größtmögliche Bequemlichkeit, beim gleichzeitigen Vermeiden von Haut auf Haut und leichten Entgegenwirken der Schwerkraft. Ich werde berichten. Vom Anprobieren bin ich erst mal sehr angetan, ich glaub das sind so Dinger, die manche Menschen nachts tragen (da hab ich keine Meinung zu, macht man, wie man mag, ne? Es ist mir auch egal, ob Sie überhaupt BHs tragen oder nicht, wirklich).

Für die Weihnachtsferien ist ein Schweinesitter organisiert. Vermutlich rentiert sich das sogar (leider kein Scherz), denn dann können wir eine Woche lang die Heizung runterdrehen. Strompreise sind DAS Gesprächsthema. Jeden Tag neue Rekorde, heute waren wir bei 53 Cent/kWh, das ist… absurd teuer für unsere Verhältnisse. Es wird dann gerne gesagt, wir müssten uns an „europäische“ Strompreise gewöhnen, ich kann mich aber aus Deutschland nicht an 500€-Stromrechnungen (im Monat) erinnern, irgendwie, was aber diesen Winter so das ist, auf das wir uns einstellen müssen (und mehr, wenn es so weitergeht, zahlen wir im Januar/Februar ca. 1000€ für Strom). Winter geht bis einschließlich März, mit Pech muss man bis weit in den Mai rein viel heizen. Lustige Anekdote: im Büro ging heute aus unerfindlichen Gründen kurz das Licht aus, was jemand trocken mit „Tja, Strom ist halt teuer“ kommentierte.

Galgenhumor können wir, auf allen Gebieten.

Tag 2328 – Hier gibt es nichts zu sehen.

Erster Advent, vermutlich glauben Sie mir nicht, dass wir einen Adventskranz haben, wenn ich davon kein Bild habe, wie alle Jahre wieder sind wahrscheinlich Instagram und Twitter voll damit, aber ich muss Sie enttäuschen, es gibt kein Bild. Es gibt aber einen Adventskranz. Dieses Mal habe ich ihn nicht selbst gebunden, sondern wir haben einen schlichten, hübschen Türkranz aus dem Supermarkt umfunktioniert. Man muss haushalten mit den Kräften.

Draußen ist es kalt, aber es schneit nicht. Dafür ist Sonnenuntergang um zwanzig nach drei. Winter, wie ihn wohl niemand mag. (Ok, es könnte noch bei 2 Grad plus regnen. Das wäre noch ätzender.)

Omicron bekümmert, aber nur mich. Politik und FHI sind tiefenentspannt, bzw. sehen der baldigen, raschen Durchseuchung mit einer „weniger krank machenden“ Variante (bevor man das weiß, bevor man Spätfolgen weiß… aber erst mal rausblasen, was man sich feucht zusammenträumt) freudig entgegen. Ich möchte echt nicht mehr, außer alle schütteln.

Tag 2327 – Verzaubert.

Einen Tag, an dem ich am liebsten mindestens ein Kind (das Große) im Wald ausgesetzt hätte, auf dem Sofa beendet, als Familie mit Popcorn und dem ersten Harry Potter-Film. Das war eine sehr gute Idee. (Und ja, bevor Sie fragen, beide Kinder konnten zumindest gut einschlafen. Wir hätten das nicht gemacht, wenn wir nicht davon ausgehen würden, dass unsere Kinder das jetzt verdauen können.)

Tag 2326 – Windmühlen.

Der Schulelternrat hat von der Schulleitung den Auftrag bekommen, zu diskutieren, ob Weihnachtsfeiern mit den Eltern und sonstigen Interessierten stattfinden sollten. Ja, das lesen Sie richtig, die Schulleitung selbst hat offenbar keine Lust, das zu entscheiden. Wir haben das also heute diskutiert und ich bin jetzt sehr müde, weil das hier halt Norwegen ist. Ich hab mir den Mund fusselig geredet bzw. die Finger wund getippt, aber niemanden überzeugt. Ich hoffe, die Leiterin vermittelt wenigstens unseren Dissens weiter, und sagt nicht „Wir finden Weihnachtsfeiern alle supi!“ zur Schulleitung.

Unsere 7-Tages-Inzidenz in unserem Kaff ist derweil bei 550, norwegenweit ist sie bei 350 (das schließt ja immer auch die dünn besiedelten Gebiete mit ein), die Krankenhäuser füllen sich, aber weil die Regierung nicht aus dem Quark kommt mit Regeln, kommen die Kommunen nicht aus dem Quark mit Regeln und damit kommen auch Schulelternräte nicht aus dem Quark mit Regeln. Denn „die Kommune ist auf grünem Niveau“* „die Kinder kriegen es doch eh irgendwann“** und „die Kinder sind doch eh schon den ganzen Tag in Schule und Hort“***.

Ach ja, Boosterdosen für alle ab 45 und Kinder werden erst mal nur geimpft, wenn sie schwere Vorerkrankungen (Krebs, Immunschwäche, Organtransplantationen) haben, „damit diese Kinder ein normales Leben leben können“. Will ich sehen, wie ein beispielsweise organtransplantiertes Kind ein normales Leben lebt, während außer Covid auch noch RS-Virus, Noro, Grippe und (in Pippis Stufe) Windpocken umgeht. Und Krätze.

Was ganz anderes: diese Weihnachtskonzerte, auf die man als Eltern muss, das ist auch sowas wie ein Generationenvertrag, oder? Wir hatten da heute ein recht lorioteskes Erlebnis. Ich glaube nicht, dass meine Schulkonzerte damals so… äh… herausfordernd für die Selbstbeherrschung waren. Ich glaube, lachen kommt nicht gut bei sowas, aber das ist nicht so einfach, wenn jede Instrumentengruppe in einem ganz eigenen Tempo vor sich hintutet, während jemand völlig random ab und zu mit Klanghölzern dazwischenklönkt. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel kriegt dadurch ganz interessante Dimensionen, fast wie Jazz, sage ich Ihnen. Ja, ich verstehe ja, dass viele dieser klassischen Kirchen-Weihnachtslieder auch noch in wenig gefälligen Rhythmen und heutzutage komischen Melodieführungen geschrieben sind, mit 6 bis 13 Jahren ist „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ sicher nicht ohne, aber Jingle Bells fällt für mich jetzt nicht unter diese Kategorie. Michel hat das eine Stück, was er mitgespielt hat, aber super gemacht und ist einen Meter gewachsen.

Und ja, ich denke eigentlich gehört auch sowas abgesagt, bei einer Inzidenz von über 500.

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*sollte sie aber vielleicht nicht sein

**ja, aber das muss man doch deshalb nicht unnötig befeuern, und dann auch noch direkt vor Weihnachten, wo man vielleicht ältere Verwandschaft treffen möchte

***ja, aber zusätzliches Risiko kann man doch trotzdem meiden? Man macht doch auch nicht auf der trockenen Wiese Lagerfeuer, bloß weil der Wald daneben eh schon brennt? Außer man will kontrolliert abbrennen, aber das traue ich den Schulelternratsmitgliedern nicht zu, so weit zu denken. Der Politik (Immunitätslücken schließen, bevor die Eltern anfangen, ernsthaft nach Impfungen für ihre Kinder zu verlangen) hingegen schon.

Tag 2325 – Verbittert.

Fun fact, in Norwegen redet keine Sau darüber, dass „die EMA“ heute „den Kinderimpfstoff“ „freigegeben“ hat. Liegt vermutlich dran, dass wir ihn nicht kriegen werden (im Sinne von: Norwegen wird die breite Masse der Kinder nicht impfen, wenn ich das Stimmungsbild in den Medien richtig lese und deute) aber das ist jetzt Geunke.

Kurz bloß weil es mich kolossal nervt: Das CHMP (Comittee for Medicinal Products for human use), das ein ständiges Komitee der EMA ist, hat empfohlen, dass die Europäische Kommission die Zulassung für Comirnaty mit einer neuen Formulierung zur Anwendung an Kindern von 5-11 Jahren erweitert.

Nach viel Gesuche fand ich auch raus, was an dem Impfstoff denn nun anders ist, es ist die Konzentration, damit man 0,2 mL statt 0,1 mL injizieren kann um 10 Mikrogramm Wirkstoff zu bekommen, was ein wenig mehr Kontrolle und Genauigkeit bei der injizierten Dosis bietet. Ansonsten ist noch die Farbe vom Gummipröppel anders, nämlich orange. Es gibt noch lila (Konzentrat zur Herstellung einer Dispersion zur Injektion für Erwachsene) und graue (fertige Dispersion zur Injektion für Erwachsene) Gummipröppel.

Ob es nun quasi unmöglich ist, 0,1 mL zu injizieren oder nicht, das müssen andere beantworten (ich nehme an, jeder Kleintierveterinär kichert leise in seine Minispritzensammlung), aber bitte gehen Sie nicht hin und verdünnen den Erwachsenenimpfstoff runter, oder „spülen“ die Spritze vorher mit NaCl oder sonstige Späße, die nämlich alle nicht im SmPC stehen, weil sie niemals koordiniert und dokumentiert erprobt wurden. Machen Sie das bitte nicht. Alle Pharmazeut*Innen Europas und so Pseudopharmazeut*Innen wie ich kriegen Schluckauf, Ausschlag und Augenzucken, wenn Sie das machen. Ob Sie 0,1 oder 0,2 mL injizieren ist mir persönlich verhältnismäßig wurscht (es ist immer noch off label, wenn Sie aus den Vials mit den lila oder grauen Kappen nicht 0,3 mL aufziehen und nicht Menschen >11 Jahre verabreichen), aber ob sie mit einer mit Flüssigkeit aus Töpfchen A gefüllten Nadel noch mal in Töpfchen B pieken, und das Ganze dann ca. 50 mal, das ist eine andere Sache. Sterilität! Ahhh! Und der Proppen ist sicher nicht für 50 mal Reinpieken validiert! Ahhhhh! Gummiteilchen im unsterilen Injektionspräparat, ungenaue Dosis, inhomogenes Präparat, ahhhhhhh!

Man kann alles über Comirnaty nachlesen, wenn man möchte. Infoseite Comirnaty: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/comirnaty#assessment-history-section, sämtliche Änderungsanträge: https://www.ema.europa.eu/en/documents/procedural-steps-after/comirnaty-epar-procedural-steps-taken-scientific-information-after-authorisation_en.pdf, SmPC: https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_en.pdf. Zu bestimmten Änderungsanträgen kann man auch die Scientific Communication nachlesen, einfach zu finden durch Google.

Aber, Achtung, jetzt wird’s zynisch. Vielen ist ja scheinbar egal, was überhaupt vom CHMP evaluiert wurde und was nicht, dann ist das sicher auch nicht so tragisch, wenn sich der Kinderarzt selbst ausdenkt, wie er das macht und im über hundertseitigen SmPC steht auch so viel Zeug, wer soll da schon noch durchfinden und überhaupt, wozu diese ganzen Prozesse, die nur alles verlangsamen. Und wie kann sich überhaupt irgendwer erdreisten, nicht schon mal auf gut Glück die Lager mit Vials mit orangenen Kappen vollzupacken (von Hersteller/MAH über EU-Einkaufsallianz bis zum einzelnen Staat). Dass das CHMP keine Empfehlung zur Zulassungserweiterung ausspricht, war ja nie wirklich eine Möglichkeit, nicht wahr. [irgendwas mit „unabhängiges“ Gremium mit sehr großen Anführungszeichen.]

Jetzt kann man dann noch eine Weile toben, dass die STIKO sich Zeit lässt mit ihrer Entscheidung und dass die Friseurin der Kindergärtnerin der ihre Schwester ihre Kinder nicht beim Kinderarzt von Tante Jutta impfen lässt, obwohl der doch nur ne Stunde entfernt ist und weder auf die Vials mit den orangenen Kappen noch die Entscheidung der STIKO wartet, im Gegensatz zum absolut unmöglichen, verantwortungslosen Kinderarzt von der Friseurin der Kindergärtnerin der ihre Schwester.

Entschuldigen Sie die Bissigkeit, ich bin müde von all dem. Es macht mich bitter. Wahrscheinlich reiner Neid, siehe 1. Absatz.

Insofern gut, dass hier niemand davon spricht.

P.S. ja, es heißt nicht Pröppel, nicht Pijaukel, nicht Pömpel, Kappe auch nicht, Kapsel ist das, was gegebenenfalls noch drum rum ist (Metall oder Schrumpfplastik), wie heißt das Gummidingen denn? Schön, dieses Covid brain.

P.P.S. Stopfen? Gummistopfen klingt besser als Pröppel.

Tag 2324 – Aua.

Ich wachte mit einer Migräne direkt aus der Hölle auf, die sich erst nach der zweiten Triptantablette überhaupt anders als im dunklen Schlafzimmer liegend aushalten ließ. Arbeit war also eher nicht und auch zu Hause und mit den Kindern hab ich nur das nötigste überhaupt gemacht und das eigentlich geplante Abendessen gegen Pommes und Fischstäbchen ausgetauscht, weil mehr Anforderung mich überfordert hätte. Außerdem hab ich den ganzen Tag erbärmlich gefroren und bin erst in einer sehr warmen Badewanne irgendwie aufgetaut, nachdem die Kinder im Bett waren.

Die Nebenhöhlen oder die Nase an sich macht mich wahnsinnig, sie ist entweder verstopft und ich kann gar nicht atmen, oder es fühlt sich an, als würde ich Säuredämpfe einatmen, so ein richtig unangenehmes Britzelgefühl oben hinter der Nasenwurzel. Bis hin zu richtig schmerzhaft. Was half, war den Kopf über eine Schüssel heißes Salzwasser zu halten und die Dämpfe zu inhalieren, was Grund Nummer 2 für die Badewanne war.

Komplett für die Tonne, der Tag.

Tag 2322 – Nacht.

Nach vier Stunden Schlaf und mit Restcorona* in den Knochen war heute arbeiten irgendwie ne schlechte Idee. Im Zug auf dem Rückweg schlief ich ein (bei uns ist ja Endhaltestelle, insofern egal) und jetzt geht nichts mehr. Mir ist furchtbar kalt und die Augen tränen.

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*müdemüdemüde und wie bei vielen Erkältungskrankheiten sind jetzt im Nachgang meine Ohren zu. Da hilft mir erfahrungsgemäß nur Nasenspray, Geduld und Eukalyptusölkapseln, die, ich sage es lieber dazu, meines Wissens nach in klinischen Studien keinen über den Placeboeffekt hinausgehenden Effekt zeigen konnten. Ich mag aber den Placeboeffekt, vom Nasenspray bekomme ich Nasenbluten (deshalb bin ich sehr bemüht, die Behandlungszeit damit möglichst kurz zu halten) und, ganz wichtig, es ist keine Nasendusche involviert.

Tag 2321 – Huch, Zeit vergessen.

Weil Herr Rabe nicht sonderlich eifrig zu sein scheint, mit mir Squid Game weiter zu schauen (sehen Sie, wie ich elegant gar nicht selbst schuld bin?), habe ich angefangen „Broen“ zu schauen, also die Serie, die auf Deutsch „Die Brücke“ heißt, mit dem unfassbar peinlichen und auch thematisch unpassenden Untertitel „Transit in den Tod“. Man kann über die Serie viel sagen, gutes und schlechtes, aber sie ist auf jeden Fall spannend. Da kann man schon mal drüber versacken.

Jetzt ist aber sehr dringend Bettzeit, morgen muss ich im Büro arbeiten.

Tag 2320 – Es werde Licht.

Uff, Ende November in Norwegen, es gibt schöneres. Es ist kalt, aber schneit nicht, es ist nass, und vor allem ist es dunkel. Da hilft auch alles künstlich zugeführte Vitamin D nichts. Noch vier Wochen, dann wird es wieder heller.

Strom, immer so ein Thema. Jetzt verrät mir die App, dass bei uns Beleuchtung, was so ziemlich das einzige Thema ist, an dem wir noch, ohne erstmal was zu investieren, Strom sparen können, im Schnitt 3% unseres monatlichen Stromverbrauchs ausmacht. Tja, hmm. Vielleicht kann ich dann aufhören, mich ständig zu ärgern, dass die Kinder immer überall Festbeleuchtung machen und anlassen. Großverbraucher, nicht überraschend: Heizung, Warmwasser, Autos. Alles nichts, bei dem man in der Menge wirklich sparen kann. Kalt duschen kommt nicht in die Tüte, im Kalten sitzen auch nicht, die Autos tanken nun mal Strom. Letztere laden wir bereits nachts, wenn der Strom am billigsten ist. An unserem Stromverbrauch 2019-2021 sieht man aber sehr schön zwei Dinge: wann wir Carona bekommen haben (Verbrauchssprung), wann wir den Durchlauferhitzer bekommen haben (kleine Einsparung) und dass Cardos den Kohl nicht fett macht, im Gegenteil, dadurch dass wir ein bisschen weniger Carona laden müssen, sparen wir Strom. Es ist halt schon auch ein Unterschied ob ein Auto mehr oder weniger Strom pro 100 km verbraucht. Wir haben nahezu die beiden Verbrauchsextreme vor der Haustür stehen, obwohl Cardos ja schon älter ist und modernere E-Autos in seiner Größe sicherlich noch effizienter sind. Jedenfalls, ich schweife ab, was ich eigentlich sagen wollte: wir haben dieses Jahr einen geringeren Verbrauch als letztes Jahr zur gleichen Zeit (war es da kälter?), die Rechnung ist aber doppelt so hoch und mehr. Es ist frustrierend. (Gleichzeitig bin ich froh, dass wir das jeden Monat direkt merken und nicht irgendwann eine Jahresendabrechnung mit einer ganz bösen Überraschung kommt.)

Gesundheitlich geht es eindeutig bergauf. Herr Rabe war auf den Beinen und hat unter anderem Post von der Post geholt und Kleinigkeiten eingekauft, ich war auf den Beinen und habe mich darauf sogar lange genug halten können, um Geige zu spielen. Danach habe ich aus Gründen „how to play chords on violin“ gegoogelt und festgestellt, dass ich das intuitiv richtig mache, nur noch zu langsam bin. Wie immer zu langsam.

Was die Kinder angeht habe ich nur eine Anekdote von Michel zu teilen. Ich glaube nämlich langsam, dass er ohne uns im Grunde besser schläft, als wenn wir ewig neben ihm sitzen bleiben. Weil er, solange wir da sitzen, einen so leichten Schlaf hat, dass er SOFORT, wenn wir irgendwann aufstehen (egal, wann das ist), senkrecht im Bett sitzt und fragt, was wir wollen. Heute sogar ganz eindeutig im Schlaf, denn auf meine Antwort „runter zu Papa, soll ich die Tür auflassen, damit du uns hören kannst?“ kam nur unzusammenhängendes Gestammel zurück, und kaum lag er wieder, schnarchte er. Wenn ich aber irgendwann genervt aufgebe und er allein, mit Musik an, Nachtlicht und offener Tür einschläft (wenn auch unter Protest und manchmal leider auch Heulen und Zähneklappern), schläft er meistens die ersten Stunden wie ein Stein und manchmal sogar im eigenen Bett die ganze Nacht durch. Aber dass diese Erkenntnis von allein kommt, oder irgendeine magische Hirnreife eintritt und mein Baby seinen Schnuller selbst an den Weihnachtsmann schicken will (hoppla, falsches Alter), darauf warten wir bei Michel vielleicht einfach vergebens. Was ok ist, so ist er halt, er braucht da mehr Vorgaben und Regeln als manch ein anderes Kind. Vielleicht führen wir demnächst mal eine neue Regel ein, die in die Richtung geht, dass wir vorlesen, noch x Minuten kuscheln und dann seine Einschlafmusik anmachen und gehen. Ich glaube, das würde uns allen gut tun. Ich glaube aber auch, dass Michel von der Idee nicht begeistert sein wird, weil sich in seinem Kopf schon sehr festgesetzt hat, dass er alleine nicht einschlafen kann.