Tag 1404 – Punk…

… ist tot. Mausetot. Punk hat 2,5 Stunden Die Ärzte-Mitschnitt vom Rock am Ring geguckt (hier, aber nur noch bis morgen irgendwann), dabei Weißwein getrunken und die Fußnägel lackiert. Aber schön war’s. Die Herren Farin und Bela sind ja inzwischen auch Ü fast 60. Trotzdem noch eine schöne quatschige Sache abgeliefert. Ich mag das einfach, die können von mir aus auch den ganzen Abend nur Witze erzählen, mir alles egal: beste Band der Welt. Isso.

Oder wie Herr Rabe sagte: „das dauert 2,5 Stunden weil die die ganze Zeit nur labern!“

Tag 1403 – Zipperlein.

Das Alter. Uffuffuff. Ächz, Seufz, Stöhn.

Spaß beiseite: ich hab Schulter und das seit Wochen. Ich glaube ich ziehe die rechte Schulter unbewusst dauernd hoch, selbst im Sitzen und auch mit Maus mittig vorm Bauch noch (was übrigens nach kurzer Umgewöhnung und wenn man meist *entweder* tippt *oder* längere Mausdinge macht eine echt gute Sache ist). Die Schulter tut leider immer weh und ich fürchte, sie sagt ganz einfach, sie möchte mehr Bewegung und mehr Muskeltraining haben, das möchte vermutlich mein ganzer Rumpf, was sage ich, der ganze Körper. Das muss ich dringend wieder in Angriff nehmen, jetzt hab ich ja so langsam Routine bei der Arbeit und bin halt eh immer müde, dann doch vielleicht gleich richtig und wieder ein tägliches Sportprogramm, und wenn es nur 10 Minuten sind.

Jedenfalls, damit fange ich bald an. Morgen oder so. Nächste Woche. Ganz bestimmt. Heute Abend trinke ich Wein und lasse mich von Herrn Rabe massieren, das hilft auch schon recht gut.

Tag 1402 – Nicht so schlau.

Huch, so spät schon!

So geht es mir gerade jeden Tag und jeden Morgen dann auch, wenn der Wecker klingelt: huch, schon Aufstehzeit. Mag nicht. Noch fünf Minuten. Nochmal fünf Minuten. Oh, jetzt wird’s echt Zeit. Oh, ich renne schon wieder zum Bus.

Lerneffekt? Nope. Jeden Abend wieder: huch, so spät schon, zackig ins Bett, duschen* noch, dann bloggen, hups, alle guten Blogideen sind wie weggeblasen, naja, nicht so schlimm, ist ja auch schon spät. Klug. Nicht.

Ich schiebe folgende Gründe vor:

  • Es ist einfach immer hell, man kann auch um zehn noch ohne elektrisches Licht Stoffe zuschneiden, Melamin, dings.
  • Die Kinder kommen (s.o.) abends auch schlecht ins Bett und kaum zur Ruhe, bis ich aus dem Kinderzimmer raus bin ist es also auch meist schon halb neun und bei aller Liebe, ich will schon gern noch was von meinem Abend haben bevor ich mich selbst ins Bett schicke
  • Schlechte Jobhygiene (nicht nur bei mir) führt dazu, dass ich oft abends noch Mails bekomme, lese und beantworte (nur interne Inspektoratssachen und nur kurze Dinge, die sich am Handy erledigen lassen)
  • Wenig Sport macht körperliche Unruhe (und auch Zipperlein aber das ist ein anderes Thema)
  • Kinder schlafen gern auf mir und ich deshalb ultra schlecht (das als vorgeschobener Grund warum ich nicht aus dem Bett raus komme)

Aber letztlich… ich komme halt abends nicht ins Bett und morgens da nicht raus weil mein Biorhythmus was ganz anderes will. Es scheitert also an meiner inneren Uhr und dass meine Willenskraft das mit zunehmendem Schlafdefizit unter der Woche irgendwann nur noch gerade so ausgleichen kann. Mich retten also meine Willenskraft und ein großes Talent und viel Übung im Sprinten zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Wunderbar. Wenn ich groß bin lerne ich auch was aus dieser Erkenntnis, ich weiß nur noch nicht, was genau.

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*abends duschen spart morgens 10 Minuten und ich schmiere kein Haarzeug ins Kissen. Deshalb versuche ich mir das grad anzugewöhnen.

Tag 1401 – Hammer und Nägel.

Heute ein „externes Meeting“ gehabt. Das heißt, ein Meeting mit Leuten von außen. Das machen wir, wir beraten ja auch* und falls Sie planen, in Norwegen eine große Tablettenfabrik oder sowas zu errichten, bitte fragen Sie erst, wir sind da gern behilflich, jedenfalls ist uns das viel lieber als dass wir hinterher meckern müssen.

Das externe Meeting war ein erstes Treffen, es wurde uns also erst mal recht viel und detailliert über das geplante Projekt erzählt. Derjenige, der die Idee zu dem Projekt hatte ist Professor und ein überaus guter Redner, es war angenehm ihm zuzuhören, er erzählte erst eine rührende Geschichte über den Hund seiner Tochter, es war alles ganz dramatisch mit Spannungsbogen und allem, wirklich sehr unterhaltsam. Aber wie das so ist mit dem Wissenschaftsvolk: das eigene Fachgebiet ist einfach überall relevant. Die Immunsystemleute: das Immunsystem ist alles, Krebs, Alzheimer, die Waschmaschine frisst Socken: an allem ist das Immunsystem schuld. Für DNA-Reparaturleute ist es halt eine Deregulation der Reparaturprozesse. Für Mikrobiomleute: genau. Und auch dieser Professor hatte seinen Lieblingshammer und sah überall Nägel, Prostatahypoplasien, offene Diabetesbeine, der Hund der Tochter, alles Nägel, nehmt mein Zeug es wird alle Nägel versenken!!!

Doch, es war wirklich interessant. Mal gucken, ob die Geschichte weitergeht, mein Kollege und ich waren vielleicht ein wenig desillusionierend.

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*schließlich ist einer unserer Werte „Teile“. Also eigentlich „wir teilen“, nämlich Wissen, innerhalb und auch nach außen, aber so wie es in der Liste unserer Werte steht heißt es „Teile“ oder ganz streng genommen „wir sind… und Teile“ und es macht mich immer, immer, immer ganz wuschig

Tag 1400 – Alles drin.

Heute morgen dachte ich schon, dass heute ein besonderer Tag sein müsse, heute Nachmittag bestätigte sich das.

Was ich mich dabei ja oft nicht zu schreiben traue: mit „alles möglich“ meine ich nicht nur ein Verbot der AfD, Weltfrieden, Erfindung der CO2-Speicherkapsel sondern auch Meteor trifft Erde, Zombieapokalypse, sofortiges Versiegen des Golfstroms.

Tatsächlich war der Tag dann recht ok und ich wiegte mich in Sicherheit bis etwa 16:30. Arbeit war ok, ich schaffte es in den Stoffladen und kaufte da was ich wollte und nicht viel mehr und kam mit unter 15€ auf dem Bon wieder raus. Ich bekam den Zug um 16:24 und da fing es an irgendwie zu haken, der Zug war viel zu spät und dann auch überfüllt, ich hatte Kopfschmerzen und nicht so richtig Lust auf das Sommerfest der Erstklässler.

Was mir dann aber echt die Laune versaute, war, dass Herr Rabe meine Abrechnung für das Gehalt, das ich von der Chipsfabrik nie bekommen habe und das letzte Woche aus dem Lohngarantiefonds bezahlt wurde (juhu!), dabei hatte. Denn da ist dem Insolvenzverwalter ein ziemlicher Schnitzer unterlaufen, der dazu geführt hat, dass er mir viel (!) zu viel Einkommensteuer abgezogen hat. Nun hab ich ja die Einkommensteuererklärung schon längst gemacht (wir erinnern uns – da meldete sich der Insolvenzverwalter auf meine Nachfragen, wie ich das denn da angeben solle, einfach nicht), das heißt, ich darf dann wohl morgen beim Skatteetaten anrufen und nachfragen, was ich jetzt machen muss um irgendwann dann mal mit der Steuerrückerstattung dieses Geld zurück zu kriegen, eventuell halt erst nächstes Jahr. Zombieapokalypse wär mir fast lieber gewesen als nun weiter mit dieser Chipsfabriksache rumzulaborieren.

Wie heißt es so schön? Jede Firma kriegt den Insolvenzverwalter, den sie verdient.

Zur Auflockerung: heute keine Zombieapokalypse und ein Bild, das Michel beim Sommerfest gemacht hat.

Tag 1399 – Kinder zu verleihen.

Ich fühle mich ja immer echt schlecht, wenn ich das mache, aber heute Mittag ging mir Michel so auf den Senkel mit seiner zur Schau getragenen Langeweile, dass ich I. schrieb, ob Michel nicht B. besuchen könne, der ginge zu Hause die Wände hoch. Kein Problem, schrieb I., es ist eigentlich nie ein Problem außer sie sind nicht da oder krank, außerdem haben sie das riesige Haus und den noch viel riesigeren Garten umgeben von Äckern weil sie halt einen großen Bauernhof bewirtschaften. Das Haus ist jetzt im Sommer noch viel schöner als im Winter, am liebsten hätte ich mich gleich mit eingeladen, aber ich wollte ja auch nähen und so lieferte ich Michel ab und fuhr… tanken. „Nur“ 15,55 kr/L, zwei Kronen weniger als irgendwann letzte Woche, aber immer noch 2 Kronen mehr als ich zu bezahlen wünsche, also tankte ich nur halb voll.

Zu Hause nähte ich dann den Rock fertig, er hat jetzt ein Bündchen und einen Geradband-eingefassten Saum im Ex-Lieblingshosenstoff, sehr hübsch sieht das aus. Morgen besorge ich einen Reißverschluss und ein bis zwei Knöpfe. Zwischenfall: ich kam in den Rock zwar durch über den Kopf ziehen trotz zugenähter Reißverschluss-Öffnung rein, aber dann nicht wieder raus. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, aber es war mir nicht möglich, meine Schultern wieder aus dem Ding rauszuwurschteln. Sehr seltsam. Am Ende musste ich, den Rock über den Brüsten hängend wie ein groteskes, trägerloses Zelttop, die Reißverschlussöffnung (die ja dann quasi direkt unter meinem Kinn war) ein Stück auftrennen um mich zu befreien.

Irgendwie ging so der Tag recht fix rum. Pippi ging zwischen hier und den Nachbarn ein und aus, die Nachbarn waren auch immer mal wieder hier, Herr Rabe kämpfte gegen den Löwenzahn und überhaupt kann man ja jetzt eigentlich jede Woche Rasen mähen. Alle zusammen fuhren wir dann Michel wieder abholen, bewunderten die Terrasse, Pippi durfte auch noch Trampolin hüpfen und Herr Rabe das Musikzimmer besichtigen. Sehr schön und sehr entspannt das alles. Michel war nach dem Besuch auch deutlich umgänglicher, Pippi leider nicht, die war danach eigentlich müde, sah das aber nicht ein. Sie musste auch noch baden, denn sie hat sich gestern so einen Kinder-Lippenpflegestift mit (ca.) Marshmallow-Einhornpups-Sugarcookie-Geruch in die Haare geschmiert. Dreimal haben wir seither ihre Haare gewaschen, es riecht nun nicht mehr ganz so streng aber die Haare sehen auch nach dem (mit dem Bad heute Abend) vierten Mal waschen und Spülung einfach total strähnig-fettig aus. Tjanun. Mir fällt dazu nix mehr ein, das muss nun die Zeit regeln. Jedenfalls war Pippi ins Bett bringen eher Kampf als Entspannung, aber es glückte dann doch noch und ich konnte noch Pizzaschnecken für das Sommerfest der Schule (der 1. Klassen) morgen backen. Wer denkt sich denn aus, dass man gemeinsam Picknicken soll, aber Grillen ist verboten? Die Info kam darüber hinaus am Freitag, man hatte also einen ganzen Dreiviertel Tag, sich irgendwas Picknickmäßiges als Grillalternative auszudenken. Mir kam die Idee dann auch erst heute, aber wir haben ja gewisse Dinge immer da: Mehl, Hefe, Zwiebeln, Knoblauch, gehackte Tomaten aus der Dose, dann war noch eine halbe Tüte Veggie-Hack da und eine kleine Dose Mais (von der ich den Rest löffelte und dabei an Twittermenschen dachte) und Käse muss man halt im Zweifel vom Stück runterhobeln, ist aber auch immer da. Morgen also Pizzaschnecken zum vermutlich unorganisierten Picknick. Schade, dass Bier auf solche Events mitbringen hier total verpönt ist.

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Über Twitter wurde mir ein Text von graslutscher.de angespült, der eine „Doku“ auseinandernimmt, die die ARD zum Thema Elektromobilität ausgestrahlt hat. [Disclaimer: ich habe die Doku nicht gesehen wegen des drecksver… Geoblockings.] Da sind eigentlich alle Argumente, die gegen E-Autos von so „besonders gut“ informierten Mitmenschen kommen, ganz gut aufgegriffen und dagegen argumentiert. Etwas länger zu lesen, aber wirklich ein guter Text zum Thema.

„Und jetzt das Schrillste: Selbst wenn es 100.000 km wären, die ein E-Auto fahren müsste, bis es klimafreundlicher ist als die Benzinversion, wäre das immer noch ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn die Technik ist sehr robust: Es gibt bereits Teslas mit über 600.000 km Fahrleistung, im Durchschnitt verfügen die Batterien nach 300.000 km noch über 90 Prozent ihrer Leistung und nach 800.000 über 80 Prozent. Es wäre selbst mit diesen sehr pessimistischen Rechnung die deutlich klimaschonendere Technologie. Ich halte kurz mal fest:

  1. Deutsche Elektro-SUV sind ein kleines Nischenprodukt auf dem Markt, die Doku tut jedoch so, als seien sie die Regel

  2. Die zitierte, veraltete Studie setzt zu hohe CO2-Emissionen an und spricht selbst an keiner Stelle von 17 Tonnen CO2 pro Akku

  3. Nur wenige E-Autos haben 100-kWh-Akkus

  4. Diese großen Modelle aus dem Luxussegment vergleicht die Doku mit kleinen, sparsamen 6-Liter-Autos

  5. Selbst mit dem behaupteten 17-Tonnen-CO2-Rucksack wären die Elektroautos insgesamt die klimaschonendere Variante

Übrigens: Das meistverkaufte Elektroauto weltweit, das Tesla Model 3, verfügt im Standard über nur 50 kWh und wird bis Ende 2019 voraussichtlich komplett klimaneutral hergestellt. Vor dem Hintergrund gerät der komplette Abschnitt beginnend mit „Doch die Rechnung geht so nicht auf“ zu peinlichem Fake-News-Mumpitz.“

Im Artikel wird auch genannt, was ich auch gerne anführe: ein heute gebautes Elektroauto kann in 15 Jahren vielleicht komplett mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, auch in Deutschland, wenn da endlich dieser Blödsinn mit dem Kohleabbau sein gelassen wird. Ein Benziner verbrennt auch dann noch Benzin, unweigerlich, genau so viel wie heute. Und wie wird eigentlich so ein SUV recycelt, in der Boardelektronik stecken doch sicher auch da ganz viele seltene Erden.

Tag 1398 – Wiedersehen mit Nähmaschine.

Leider keine Bilder. Mein und Michels fehlgeschlagener Ausflug gestern hatte ja zum Ziel, Stoff zu kaufen, nämlich für ein Taillenband und Halsausschnitt/ eventuell Ärmelbündchen an einem Kleid. Ich hab da nämlich diesen groß gemusterten, sehr bunten Stoff und ich glaube, wenn man das nicht optisch unterbricht, wird man von dem Muster vermutlich total wuschig. Jedenfalls gibt es eben noch keinen Unterbrechungsstoff. Ich hab zwar heute Ober- und Unterteil fertig genäht, aber mehr halt noch nicht und ja, ich hab die Einzelteile anprobiert aber so bauchfrei sieht das schon reichlich bescheuert aus, muss ich sagen. Generell finde ich ja die Rückkehr von „bauchfrei aber extra weit“ eine optische Zumutung und zwar völlig egal, wie der drin steckende Körper geformt ist. Hochwasserhosen ebenso, das sieht immer alles aus wie „ach komm, der Konfirmationsanzug, der geht noch!“. So.

Dann noch spontan einen Rock zugeschnitten, aus einem Leinenreist und einer alten Hose, die ich sehr liebte und die deshalb nach Riss im morschen Stoff nicht in den Müll wanderte, sondern in die Stoffkiste. Morgen muss ich mir ein Bündchen dazu improvisieren und Dienstag einen Reißverschluss besorgen. Und Unterbrechungsstoff, siehe oben.

Dann habe ich noch diverse Stoffe und keinen Plan dazu, unter anderem einen hellgrünen, dünnen Jersey mit weißen Punkten, aber in hell- also pastellig-grün sehe ich echt nicht gut aus, da muss ebenfalls eine Unterbrechung her, mindestens ein farblich abgesetztes Halsbündchen. Hmmhmm. Der Stoff würde für ein Kleid reichen, aber ich weiß nicht was ich da will, ein weites, luftiges Sommerkleid, bequem, aber figurbetont, vielleicht denke ich mir einfach selbst was aus. Mit Unterbrechungen. Türkis geht vielleicht, oder hellblau. Wir werden sehen. Und Sie auch, wenn’s nicht bauchfrei ist.