Tag 2499 – Hätte, hätte.

Ich wollte früh ins Bett gehen, bin dann aber in ein Wikipedia-Loch gefallen. Hoppla.

Ich wollte früh ins Bett gehen, weil ich müde bin und Kopfschmerzen habe und dadurch auch Laune habe und überhaupt.

Es war einfach ein langer Tag und dezent doof noch dazu. Teilweise auch gut.

Vielleicht bin ich auch nur wieder mal frustriert, dass mein Tag nur 24 Stunden hat, von denen ich 1/3 eigentlich schlafen sollte, um klar zu kommen, maximal 1/3 arbeiten sollte und in den Rest soll irgendwie der Rest des Lebens passen, aber es ist so viel zu tun. Was mache ich am Ende? Wikipedia lesen. Spitze. So sinnvoll.

Tag 2314 – Das Großraumbüro-Paradox.

Unser Direktor hat bestimmt: wir sollen drei Tage die Woche ins Büro. Weil Büro ist wichtig, wir haben ja schließlich alle unsere Kollegen vermisst, Homeoffice ist nicht ergonomisch* und wir müssen schließlich wieder eine Arbeitsplatzkultur und eine Gemeinschaft aufbauen. Sagt er. Beziehungsweise sagte er das am Freitag und es kostete mich da schon einiges an Energie, nicht laut zu protestieren. Durch gründliches In-mich-Gehen habe ich beschlossen, dass ich einfach nur bockig bin, weil ich es absolut hasse, wenn mir irgendwas mit derart fadenscheinigen Argumenten befohlen wird. Ich hab ja gar nichts gegen das Büro an sich. Davon überzeugte ich mich über das Wochenende.

Heute fuhr ich also ins Büro. Gemeinschaft, Kultur usw. Ich hatte den heutigen Tag mit dem Lieblingskollegen entschieden, weil es wirklich ein immenser Anreiz ist, zu wissen, dass man im Büro nette Menschen treffen wird. Außerdem macht die Lieblingskollegin grad Inspektion vom Büro aus, Mittagessen zu mindestens viert war also gesichert.

Im Büro ist es nach wie vor leer. Die 3-Tage-die-Woche-Regel tritt erst übernächste Woche in Kraft. Diese Woche sind außerdem Winterferien und einige haben frei. Auf unserer Etage waren (außer dem Labor, die können naturgemäß nicht so gut Homeoffice machen wie andere) vielleicht so 10 Leute da. Plus Labor also vielleicht so 20, auf einer Etage mit 80 Arbeitsplätzen, gut verteilt. Ich sprach ein paar mal mit dem Lieblingskollegen, über dies und das, Reisebuchung zum Beispiel, oder ob er ISO-Standards auf Papier, von denen es inzwischen neue Revisionen gibt, behalten oder wegwerfen soll. Clean Desk, alles muss raus.

Wir waren wirklich nicht laut. Wir haben eine Bürokultur, die auch schon vor der Pandemie Unterhaltungen maximal in sehr gedämpfter Lautstärke, am besten Flüstern, noch besser in einem Meetingraum vorsah. Weil in diesem Großraumbüro halt alle alles mithören und, surprise, gar nicht mal alle sich optimal konzentrieren können in so einer Schreibtischfabrik. Wir haben alle Bose-Kopfhörer, aber die sind einigen unangenehm auf den Ohren. Wir haben auch noch anderthalb Wochen die Möglichkeit, einfach nach Gutdünken zu Hause zu bleiben, wenn einen die potentiell im Büro anwesenden 10 Menschen stören. Wir haben ebenfalls drei weitere Etagen und es ist bereits ok, sich einfach irgendwo einen freien Platz zu suchen.

Trotzdem kam zwei mal jemand und psch-te uns an. Es war offenbar schon zu viel, dass wir uns flüsternd kurz unterhielten. Das sei sehr störend, wurde gesagt, mit Verweis auf die superwichtige Konzentrationsarbeit die man zu leisten habe. Wir rollten ein bisschen mit den Augen, ich ging an meinen Schreibtisch zurück und wir machten superwichtige Konzentrationsarbeit, bis der Kollege kam und Hilfe bei Computerdingen brauchte, wo sich unglückliche Umstände verketteten und am Ende gar nichts mehr ging, worauf ich ein bisschen lachen musste. Wir lösten das Problem trotzdem, keine Computer kamen zu Schaden. Plötzlich stand aber unser Chef neben uns. Er habe eine Mail bekommen, er solle uns sagen, wir seien zu laut.

Tja, und jetzt weiß ich auch irgendwie nicht. Wir sollen also ins Büro kommen, um uns da anzuschweigen. Bürokultur aufbauen ohne hörbare Kommunikation. Ich schrieb mit dem Lieblingskollegen Chat-Nachrichten über eine Distanz von 5 Metern statt, wie sonst, 70 km, auf einem Stuhl sitzend, der nicht so gut ist, wie der zu Hause, auf einer Tastatur tippend, die nicht so gut ist, wie die zu Hause. Machte identische Arbeit zu dem, was ich sonst zu Hause gemacht hätte. Einziger Unterschied: ich hatte keine Jogginghose an und habe 274 Kronen** ausgegeben, um ins Büro zu kommen. Plus 46 für die Salatbar, die immerhin langsam wieder voll bestückt ist nach Monaten des Covid-Sparangebots.

Ich frage mich da wirklich, was ich da soll. Mich anranzen lassen, dass ich dort bin? Spitzenmäßige Gemeinschaft! Zusammenarbeit ja, aber bitte nur in absoluter Stille oder hinter fest geschlossenen Türen. Und bloß nicht lachen, dann wird beim Chef gepetzt***.

Wahrscheinlich bin ich eigentlich nur beleidigt oder fühle mich ertappt oder so. Wir hätten wirklich nicht miteinander reden sollen. Hätten uns woanders hinsetzen sollen, wo wir niemanden stören (bisschen schlecht dass der Kollege seinen Arbeitsplatz noch Clean Desk-fertig machen muss). Oder nen Meetingraum suchen, jedes Mal, für „haben wir jetzt eigentlich gar kein Adobe Pro mehr?“ „Nee, glaub nicht, ist schon ne Weile weg.“ Aber die ganze Bockigkeit kommt mit geballter Kraft zurück, ich möchte mich nur noch beleidigt hinsetzen und sagen „So! Dann mache ich jetzt gar nichts mehr! Macht euren Gemeinschaftsscheiß doch alleine, ich bleib zu Hause!!!“

Mache ich natürlich nicht, aber vielleicht schreibe ich morgen zumindest an meinen Chef (an den gepetzt wurde), dass ich aufgrund dieses Erlebnisses bis die 3-Tage-Regelung offiziell in Kraft tritt nicht mehr ins Büro komme.

Und dann gebe ich dem ganzen zwei, drei Wochen, und wenn dann immer noch Gemecker kommt, obwohl zwischen uns und der superwichtigen Konzentrationsarbeit mehrere Etagen liegen werden, schreibe ich ne Mail an weiter oben.

(Irgendwas mit besserer Zusammenarbeit und Kommunikation im Großraumbüro.)

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*witzig, ich erinnere mich, präpandemisch unterschrieben zu haben, dass mein Arbeitsplatz zu Hause, den ich natürlich nur gelegentlich nutze, ergonomisch eingerichtet ist. Da bisher auch nichts neues zum Unterschreiben gekommen ist, gilt das wohl noch. Genau genommen haben wir ja auch 2020 gar nicht mal wenig Geld investiert, um hier zu Hause vernünftige Arbeitsplätze zu haben. Wenn irgendwer knausrig war mit Ausrüstung, dann der werte Arbeitgeber, der z.B. maximal 1 „großen“ Bildschirm stellt. Also, nicht wirklich groß, wäre meiner so groß wie der von Herrn Rabe, würde ich überhaupt nicht meckern und ich komme ja zurecht, aber…!

**2 x Ruterticket alle Zonen, 1 x Parken am Bahnhof. Wenn man 1 oder 2 mal die Woche fährt, ist das die günstigere Variante. Danach lohnt sich das Monatsticket, weil man dann auch ein Pendlerparkticket kaufen kann. Aber mir wird schon ein bisschen schwindelig, wenn ich dran denke, dass wir zugunsten von Arbeitsklima und Gemeinschaft und weil Direktoren das so bestimmt haben demnächst wieder knapp 5000 Kronen im Monat fürs Pendeln hinblättern sollen. Für die wir dann nicht mal Pendlerpauschale kriegen, weil wir mit drei Tagen die Woche nicht oft genug pendeln, auch wenn es das Gleiche kostet, wie 5 mal die Woche zu fahren. Es ist alles so… Arrrgh!

***wo sind wir eigentlich, im Kindergarten?

Tag 1952 – Leichter gesagt als getan.

Ich wollte ja heute einen online-Kurs beginnen, der drei Tage dauert. Tja, Pustekuchen, denn ich habe offenbar irgendwann zwischen Januar 2019 und jetzt mein Passwort für die Lernplattform vergessen. Natürlich lag es auch nicht im Passwort-Manager und natürlich ließ es sich auch nicht mit einem einfachen Klick zurücksetzen. Ich musste da eine Mail schreiben, mit der Bitte, mich zu meinem (unbekannten) local administrator durchzustellen, damit diese*r dann das Passwort zurücksetzen kann oder sonst irgendeine magic macht. Die Mail an die local administrator ging dann um 17:01 raus (und in CC an mich) und die betreffende Kollegin gehört offenbar nicht zu denjenigen, die rund um die Uhr arbeiten (kluge Frau!!!). Vielleicht habe ich ja Glück und es geht dann morgen. Es ist nämlich wirklich nicht leicht, sich drei Tage für sowas frei zu halten.

Statt Kurs habe ich dann heute lauter doofe Sachen gemacht, die ich aus guten Gründen wegprokrastiniert hatte, und am Ende hatte ich echt schlechte Laune.

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Abends war ich mit Michel schwimmen, während Pippi beim Tanzen war. Kinder dürfen ja noch machen, was sie wollen. Unser Bad hat da harte Zugangsbeschränkungen, deshalb ist man mit sehr wenigen Leuten gleichzeitig da, das ist nicht das allerschlimmste. Im Gegensatz zu meinem Tanzkurs fühlt sich das auch nicht nach Himmelfahrtskommando an, weshalb ich den Tanzkurs ja auch abgesagt habe. Michel hat, weil er in der dritten Klasse ist, im Schwimmbad das ganze Jahr über freien Eintritt und, was wichtiger ist, er muss schwimmen lernen. Es macht mich irre, zu wissen, dass Michel einfach absäuft, wenn man ihn kurz alleine lässt. Der ist acht, hat kaum Respekt vor dem Wasser, überschätzt seine Fähigkeiten, kriegt dann aber Panik und fängt an zu zappeln, kurz: es ist nicht einfach. Gleichzeitig kann er nicht treiben, auf dem Rücken gar nicht und auf dem Bauch nur mäßig und da kann er den Kopf aber auch nicht bei heben. Der geht unter wie ne Bleiente. Er ist da genauso verzweifelt wie ich und hat heute wirklich fleißig geübt, aber es will nicht klappen, der Po bleibt nicht oben und der Kopf schon mal gar nicht. Ich habe Schwierigkeiten, ihm das zu erklären, weil ich so ca. schon immer schwimmen konnte und als Kind im Schwimmverein war. Ich hab alles versucht, von Hand unter Michels Bauch halten, über „Fühl mal wie hart mein Bauch ist, wenn ich das mache“ bis zu wissenschaftlichen Erklärungen von Auftrieb, Michel bekommt es nicht hin. Armer Zwerg. Da würde ich auch jetzt in unserem Bett liegen und herumschnarchen.

Ich merke mir das jetzt und judge nie wieder Eltern von Kindern, die nicht schwimmen können.

Tag 922 – Kann doch nicht wahr sein…

Ja, genau. Michel hat irgendeinen Infekt oder so, ihn plagen weiterhin Kopfschmerzen, trockener Husten und manchmal leichtes Fieber. Es ist zum Mäusemelken. Und ja, ich nörgle über die Untätigkeit, und dann nörgle ich auch, wenn ich was zu tun hab – nämlich kranke Kinder betreuen. Aber, herrje, die sind ja im Moment auch echt dauernd krank. Und ich verstehe rational, dass ich wirklich nun mal diejenige bin, die keinen Job hat. Aber halt nur rational. Emotional bleibt damit IMMER ALLES an mir hängen. (Ich benutze jetzt grad mal absichtlich die Paarberatungs-Triggerphrasen zur Verdeutlichung.) Ich waschetrocknefalteverräume nebenher Wäsche, räume nebenher die Spülmaschine ein und aus, räume auf, rödle herum. Ich besorge Dinge. Ich gehe zur Post. Ich, ich, ich.

Ha! Schön wär’s! Ich mache das ja noch nicht mal alles! Ich gebe mir jede Mühe, eben nicht den kompletten Haushalt zu schmeißen. Aber das kostet richtig bewusstes Nicht-tun von mir, immer wieder muss ich mir sagen, nein, du bist jetzt nicht automatisch Hausfrau, dein Job ist jetzt die Jobsuche und die Vorbereitung auf die Defense. Herr Rabe arbeitet grad die Stunden wieder rein, die ihm im Dezember verloren gegangen sind, das hält ihn aber nicht davon ab, abends eine Maschine Wäsche aufzuhängen. Oder einen Liter Milch mitzubringen. Und diese Schieflage – ich, die ich mich bewusst bremsen muss, Dinge zu tun, die ich total blöd finde, die ich aber gut machen könnte und zu denen ich mich auf eine fiese, diffus protestantische und hundertprozentig von meiner Mutter übernommene Art auch stark verpflichtet fühle – auf der anderen Seite Herr Rabe, der (wegen mir) Arbeit liegen lassen musste, die jetzt wartet und der sich vermutlich auch dazu verpflichtet fühlt, gerade jetzt bei seiner Arbeit vollen Einsatz zu zeigen, hängt doch unser Familieneinkommen maßgeblich davon ab – diese Schieflage jedenfalls, die ist richtig unangenehm. (War das der längste Satz bisher in diesem Blog? Ich vermute es stark. Nun Ellipsen. Obwohl. Nee.)

Und dann fühlt man frühmorgens ungewöhnlich warme Füße am Bein und weiß: mein Job ist grad eben doch kein Job. Und wenn nichts super wichtiges ansteht (Mittwoch zum Beispiel habe ich einen Augenarzttermin und ich sage es mal so: noch eine Person, der Michel offenherzig erzählt, dass seine Mama „einfach keinen Job findet“ und ich nehme den nie wieder irgendwo hin mit), bin ich dran. Dran, dranner, am dransten.

Gut, dass mir das wenigstens bewusst ist, da ist die Gefahr etwas geringer, es sich in der Situation bequem zu machen. Und für die Zeit ab Donnerstag, wenn ich die Vorträge, den Druck, das ganze Tralala einfach fertig bekommen *muss*, haben wir schon abgemacht: da teilen wir auch die Kindkrank-Tage wieder.

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Auto-Lobhudelei: Gezielt in einen Glitzertopf gefallen und Bombe ausgesehen, während ich mitsamt Michel bei der komplett sinnfreien Beratung des Karrierecenters war. Bombe ausgesehen, während ich Blubberwasserpatronen kaufte. Pippi aus der KiTa holte. Das Spitzenoberteil anpasste. Mit einer Dame telefonierte, die mich ein wenig über die Arbeit der EMA aufklärte. Mit Michel fünfzig Mal durchdiskutierte, dass er kein Fernsehen gucken darf, weil wir das so abgemacht haben, als er am Morgen sagte, er wolle nicht in die KiTa. Also auch: viel geschafft. Erwachsenenpunkte verdient.

Tag 821 – Ich könnte ja…

Mich aufregen. Über den Augenarzt*, oder darüber, dass ich jetzt für das Manuskript doch Word nehmen muss, weil meine Kolleg*Innen Journals LaTeX nicht schnallen akzeptieren, oder das Wetter, meinen Kreislauf, PMS, drei Tage Linsenlasagne, die Abwesenheit von Sankt Martin, den verlorenen Schlüssel, die Bewerbungen, die ich nicht schreibe, weil’s grad echt zu viel wäre, Kopfschmerzen, diverse Launen der Kinder, britzelige Vitamin C-Cremes, Extrasystolen, Zahnarzttermine, die einfach per SMS reinkommen oder darüber, dass ich’s immernoch nicht geschafft habe, die Miete korrekt zu überweisen.

Mache ich aber nicht. Hilft ja nix. Morgen (weiter) machen.

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*erinnert sich noch wer? Pippi schielt immer noch nicht, aber wegen dieser Geschichte dürfen wir das jetzt regelmäßig kontrollieren lassen. Wir haben ja sonst nichts zu tun**. Und weil’s gestern um 10:30 für Herrn Rabe so schön war, war dann der Augenarzt auch krank und der zweite Teil der Untersuchung wird dann Ende November sein. So schön.

**Ich hab das ehrlich erst getippt und dann den alten Text nochmal gelesen. Chrchrchr. Ist ja auch irgendwie schön, wenn man seinem Stil treu bleibt, ne?

Tag 814 – Grumpy Pumpkin.

Halloween mag ich nicht. So, jetzt ist’s raus. Hier waren diesmal auch zum ersten mal überhaupt Kinder. Zwei. Von denen ich eins sah. Und so ganz schienen sie das Konzept nicht verstanden zu haben, denn das ganze lief ca. so ab:

*ring*

Ich, in den Hörer: „Hallo?“

Kinderstimme: „Hallo?“

Ich: „…“

Kinderstimme: „Äh, können wir rein?“

Ich: „Ihr müsst schon erst was sagen.“

Kinderstimme: „Äh, wir wollen rein um Süßigkeiten zu kriegen?“

Ich, nach kurzem Lachanfall: „Na, dann kommt mal hoch.“

Ja, und wie gesagt: gesehen hab ich dann von zwei Kindern nur eins (ca. 8 oder 9 Jahre alt, also auch kein schüchternes Kleinkind), das hatte seine Hexen-Gummimaske in der Hand (vermutlich ist die halt schwitzig-eklig innendrin, Augen auf und Hirn an beim Kostümkauf, würde ich da sagen) und war schneller wieder weg, als ich gucken konnte.

Laaaaangweilig!

(Außerdem vermisse ich ECHT RICHTIG DOLL Laterne-singen. Dafür würde ich sogar basteln. Und dass Michel heute einen Heulanfall bekam, weil ich ihm keine Fledermausflügel genäht hab (hahaha, wann denn? Ich hab noch nicht mal schwarzen Stoff!), macht’s auch nicht grad besser.)

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(Ganz kurzes Karri-Update: heute hab ich das Haus verlassen und es war wohl etwas übermütig, dass ich noch einen Espresso auswärts getrunken hab, jedenfalls brüllte Pippi ziemlich als ich zurückkam und wollte danach am liebsten in mich reinkriechen. Hmmhmmhmm. Donnerstag geht’s weiter, dann aber mit Herrn Rabe – ich werde mal wieder am Mikroskop sitzen.)

Tag 304 – Heute nur Gemotze

Hrmpf. Alles ist heute Hrmpf.

Haut: Hrmpf. Eine Woche mit dem teuren Zeug und der Gegen-Akne-Reihe und ich habe exakt so viele Pickel wie vorher, meine Poren sind genauso groß, mattierende Tagescreme mattiert nix, Mitesser sind auch noch da. Also entweder ich mache was grundlegend falsch, oder ich hab da noch nicht die richtige Pflege für mich gefunden. (Wobei sich die Tagescreme schon gut auf der Haut anfühlt, auch der Reiniger fühlt sich gut an, nur gehen eben die Probleme nicht weg. Und dafür ist das Zeug dann einfach zu teuer, in Norwegen ja eh, weil Norwegen.)

Arbeit: Hrmpf. Gestern ewig lang im Meeting gesessen, versucht mit dickem Kopf schlaue Fragen zu stellen, versucht dem wirren Hin-und-her meines Chefs und eines unfassbar selbstverliebten Doktoranden zu folgen. Am Ende dann sagte ich: „Also ich warte jetzt einfach auf Zellen von dir?“ – „Jupp.“ Naja also das hätten wir schneller haben können. Und weil das Meeting so ewig dauerte, gerade irgendwelche Deadlines sind, mein Chef heute nicht da war und so weiter wird mein Es-brennt-mir-unter-den-Nägeln-Thema mindestens auf Montag verschoben. Hrmpf. 

Mutter: Hrmpf. 

Pippi slash Nachtschlaf: HRMPF! Schrieb ich nicht vor ein Paar Tagen noch, dass sie ja halbwegs schlafen würde? Das war dämlich von mir, damit habe ich Murphy heraufbeschworen und jetzt sind wir bei Wenn-Du-mich-nicht-pausenlos-an-dir-rumnuckeln-lässt-brülle-ich-alles-zusammen. Ich werde bekloppt. Seit Tagen kaum noch Schlaf, es kommt auch kaum noch Milch nachts, weil sie nachmittags und abends alles wegtrinkt (für mich voll ok) und es aber etwas braucht um nachproduziert zu werden. Sie will aber ja eh erstmal nur Nuckeln, das macht mich aber (vor allem in Verbindung mit Bauchkneifen und -kratzen) wahnsinnig und wird dann von mir unterbunden. Dann schreit sie sich wach (HRMPF!!!) und hungrig (AAAARRGGH!!!) und weil aber eben keine Milch musste Herr Rabe mit ihr in den letzten Nächten wirklich mitten in der Nacht Banane essen. Als sie dann letzte Nacht es schaffte, sich auf meine (leergepumpte, einstmals jugendlich-feste, jetzt nur noch traurige) Brust zu KNIEN war ich kurz davor, sie an die Wand zu klatschen. Also so geht das nicht weiter. Selbst Michel war komplett im Eimer heute. 

Nach Flügen geguckt nach Wien und zur Hochzeit meines Schwagers im Oktober: Hrmpf. Mit zwei Kindern wird sowas immer gleich unheimlich teuer. Wir werden wohl nicht zu beiden Veranstaltungen alle hinkönnen. Weil wegen zu teuer, nach Korfu (und Fahrradkauf)  möchte auch erstmal wieder etwas Geld auf die Konten eingezahlt werden. Was machen eigentlich Leute mit mehr als zwei Kindern? Nie Urlaub? Ich könnte es verstehen. 

Und dann ist ja jetzt auch noch EM. Ich finde fast nichts langweiliger, als Fußball im Fernsehen gucken. Fast nichts, weil: Langlaufski. Das löst bei mir augenblicklichen komatösen Tiefschlaf aus. Bei Fußball dämmere ich eher langsam weg. Am liebsten gucke ich es aber einfach gar nicht. Herr Rabe schon, deshalb haben wir wohl in den nächsten Wochen unterschiedliche Auffassungen von der optimalen Abendplanung. Hrmpf. 

So, und morgen geht’s wieder. Hab mich ja jetzt hier gründlich ausgehrmpft.