Tag 1816 – Takk for nå.

Nach einer überaus entspannten Autofahrt sind wir auf der Fähre angekommen, haben unsere Kabine bezogen, haben festgestellt, dass das Schwimmbad für heute schon ausgebucht ist, und jetzt hab ich noch fünf Minuten zum Schreiben, bevor ich das Handy ausmache, weil eh kein Empfang ist.

Tschüss, Deutschland. Ich finde dich zunehmend merkwürdig, aber du bleibst halt mein (und Herrn Rabes) Herkunftsland.

Tag 1605 – Nirgends ist es schöner…

… als daheim.

Heute gut angekommen, direkt viel gerödelt, damit der Wäscheberg bezwingbar bleibt und abends am Computer gerödelt damit ein kurzzeitiger, teilweiser Verlust der Übersicht über die Finanzen schnell und ohne allzu großen Verlust von Nerven behoben werden kann.

Urlaub ist fast vorbei, ein bisschen wehmütig bin ich ja schon. Allerdings verbuche ich einen kleinen Erfolg: alle Pflanzen, inklusive der Mango, leben noch.

Und die Orchideen blühen.

Tag 1604 – Bis morgen!

Nach wenig Schlaf sind wir nun auf dem Boot und gleich auf dem Weg. Da wir heute früh essen müssen wir auch früh ins Schwimmbad und danach ist vermutlich das Netz weg, deshalb hier jetzt schon ein kleines Piep. Heute früh hat alles soweit gut geklappt, auch wenn die Kinder nach 7 Stunden Schlaf eher mittelgut auszuhalten sind. Wir haben in Kiel noch mal vollgetankt, Nutella und Katjes gekauft und sogar noch neue Scheibenwischerblätter besorgt. Juhu!

Tschüss, Deutschland. Schön war’s mal wieder aber jetzt will ich wirklich gern einfach nach Hause.

Tag 1604 – Nur noch…

… schnell das Auto beladen. Vorher packen. Vorher W. zum Geburtstag gratulieren. Vorher Grünkohl essen (Grünkohl! Richtiger echter Grünkohl!!!).

Vorher in den Zirkus. Ohne Tiere und ohne Torten-Clowns.

Dafür mit 8 Leuten auf Motorrädern in einem Stahlglobus. (Nicht mit 10, Ich habe das eben recherchiert, sonst machen sie es wohl oft mit 10 aber es gab schon öfter mal Unfälle mit und in dem Ding, vielleicht sind sie ja vernünftiger geworden.)

Vorher noch einmal zu meiner Omi, und mit ihr einkaufen. Vorher noch in die Stadt, ein Buch und einen neuen Kopfhörer für Michel kaufen. Vorher noch zu dm, Hygienespüler und Rasierklingen und ähnlichen Kram kaufen. Vorher Frühstücken. Vorher Brötchen holen. Vorher duschen.

Das war ein langer Tag. Schön, aber lang. Nun eine kurze Nacht und morgen geht es (endlich) heim. Am meisten freue ich mich drauf, Michel nicht mehr mit Ceterizin vollpumpen zu müssen, damit er schlafen kann und sich nicht die juckenden Augen auskratzt.

Tag 1599 – Kleine Pause.

War ein bisschen viel alles in den letzten Tagen. Die Kinder drehten langsam schon am Rad und meine rechte Kieferhöhle sitzt wohl voll Rotz, jedenfalls habe ich diffuse Zahnschmerzen ohne erkennbare Quelle und immer wenn ich mich bücke buckert es wie wild und ich habe das Gefühl, die Zähne fallen alle aus. Das ist unschön (keine Gesundheitstipps, danke).

Jedenfalls haben wir heute recht wenig gemacht und das hat trotzdem dicke gereicht: ein kleiner Ausflug in die Stadt, wo Herr Rabe diverses Bekleidungszeug erstand und dann ein Nachmittag bei M. und A., samt I. und M., im Babychaos und mit richtig gutem Kaffee und einem sehr heilsamen Baby auf dem Schoß und einfach wir sein ohne Erwartungen. Das war schön. Richtig schön.

Foto vergessen vor lauter schön.

Tag 1597 – Frohe Weihnachten die 3.

(Morgen geht es noch weiter.)

Also heute startete der Tag bei mir mit schrecklichem Kater, ging dann weiter mit Besuch von D. (dem Bürokollegen von Herrn Rabe aus einem anderen Leben Diplomarbeitszeiten), dann Besuch bei J. und A. in der neuen Wohnung (schick! Ich bin auf die Küche ein wenig neidisch), dann Besuch mit J. bei den Ponies und dann ein sehr langes Essen (weil sehr viel Warten) im Kreuzkruuch, weil Tradition. Das war lecker, allerdings schlief Michel auf meinem Schoß ein und nun findet er nicht in den Schlaf, dabei wollte ich doch früh schlafen. Tjanun.

Lustigster Moment: als wir im Kreuzkruuch grade gehen wollten und uns Unni vom Nachbartisch ansprach, die Kinder sprächen ja Norwegisch und sie sei aus Holmestrand, und wie sich Unni und Pippi dann unterhielten, Pippi sichtlich froh, dass mal jemand (im wahrsten Sinne) ihre Sprache sprach.

Tag 1593 – Warum hast du so ein‘ dicken Bauch?

Wir haben heute Freunde von Herrn Rabe aus Schulzeiten besucht. Genau genommen trafen wir uns da mit insgesamt drei Familien und dann sechs Kindern zwischen eins und sieben. Das war ziemlich wuselig aber auch sehr lustig und wir sind zwar nicht zum Kekse backen gekommen, haben dafür aber sehr viel gequatscht und die Kinder hatten auch alle Spaß. Pippi hat jetzt eine neue Freundin, die sie zwar nicht versteht aber yolo! Ich hatte ein fast-noch-Baby auf dem Arm und bin ganz beglückt, niedlich sind die ja schon immer, ich will nur kein eigenes mehr. Ich und das fast-noch-Baby haben etwa 10 mal die Uhr angeguckt, dann den Baum und dann auch den runden Babybauch, weil das ja fast gleich klingt.

Pippis neue Freundin – die Tochter der Gastgeber – ist ein sehr neugieriges Kind und als ich mit Pippi auf dem Klo war, fragte sie mich, warum ich denn so einen dicken Bauch hätte. Ob da ein Baby drin sei? Mein erster Reflex war irgendwas von „Ich bin gar nicht dick!!1elf!“ zu sagen, aber gemessen an ihrer Mutter bin ich schon deutlich runder und meinen Bauch kann man auch nicht verleugnen auch wenn er nicht ausreicht um Strumpfhosen oben zu halten. „Nee, ich hab nur viel gegessen.“ sagte ich deshalb. „Nein, da ist ein Baby drin!“ sagte das Mädchen und dann führte ich eine einigermaßen absurde Diskussion über Familienplanung mit einer Vierjährigen. Später erklärte ich auch noch, warum ich Glitzer auf den Augen habe („weil es mir gefällt“), warum ich Ohrringe trage („weil es mir gefällt“) und warum ich ein Kleid anhabe („weil es bequem ist und mir gefällt“) und jetzt denkt das Mädchen vielleicht bestimmt hoffentlich, dass man als erwachsene Frau machen kann, was man will und das ist ja auch fast genau so und bis sie erwachsen ist hoffentlich noch mehr.

Den Wichtel haben wir allerdings vergessen mitzunehmen.

Tag 1592 – Mehr deutsche Merkwürdigkeiten.

Nach anfänglichem Schwächeln wegen der blöden Erkältung habe ich mich dann doch mit der Familie auf den Weihnachtsmarkt geschleppt. Ich wollte nämlich un-be-dingt Glühwein. Der erste Gang führte aber erstmal in eine Apotheke, denn Michels Allergie ist trotz neuer Bettwäsche noch da (sind halt weiter überall Teppiche). Da fiel ich fast vom Glauben ab, dass es hier Rabatt auf die Bestseller gibt. Medikamente. Rabatt auf Medikamente. Das gibt’s in Norwegen nicht, die Reklamegesetzgebung ist sehr streng und eigentlich darf man im Großen und Ganzen gar nicht groß für Medikamente werben und schon gar keine Rabatte nach Gutdünken geben.

Weiter am Kinderkarussell. In Norwegen haben wir so selten Kirmes, dass Michel begeistert zwei Mal mit dem Kleinkindkarussell mitfuhr, einmal davon sogar hinten im Polizeiauto, das sich Pippi sofort gesichert hatte. Am Karussell fiel mir auf, dass unsere Kinder gemessen an den deutschen Kindern sehr leicht bekleidet waren. Aber es waren 9 Grad, da brauchen die keine Mütze, und solange keiner friert muss auch nicht zwingend ne Jacke angezogen werden. Naja, wir sind da wohl inzwischen hartgesotten.

Glühwein. War lecker, wäre entspannter gewesen mit entspannteren Kindern.

Michel und mir einen Paradiesapfel gekauft und er hat gefragt, wie man den isst. Endlich konnte ich mal Lebensweisheiten weitergeben! Die anderen Leute auf dem Weihnachtsmarkt haben wahrscheinlich gedacht, wir wären vom Mars, aber es war eben sein erster Paradiesapfel, die gibt’s in Norwegen nämlich auch nicht.

Dann kurze Tour zu dm. Es gibt jetzt einen neuen dm, der ist riesig, neben Zara. Zwei Etagen. Und das erste mal hatte ich ein deutliches Absurditätsgefühl bei dem völlig überbordenden Angebot. Ich lege mich fest: es gibt keinen reellen Bedarf für über 100 verschiedene Sorten Shampoo. Ich habe kurz mal ausgerechnet: wenn das Regal 5 m lang ist und eine Shampooflasche im Schnitt 7 cm breit, sowie sechs Reihen (Zeilen?) Shampoo da stehen und jeweils 2 von 1 Sorte nebeneinanderstehen, dann stehen da etwa 210 Sorten Shampoo. 210. Leute, das ist völlig bekloppt.

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Pippi ist dann auf dem Rückweg auf Herrn Rabes Schultern eingeschlafen, das war sehr niedlich, wie er sie im Fahrstuhl da zurechtrücken wollte und sie anfing zu schnarchen. Die andern Leute im Fahrstuhl haben sich auch sehr amüsiert.

So. Und nun nach einem langen Tag voller Rotz endlich schlafen.

Tag 1591 – Dunkles Deutschland.

Zuerst das wichtigste: Wir sind heile angekommen! Wir hatten insgesamt alle einen guten Tag, denke ich, auch wenn Pippi und ich ordentlich erkältet sind. In Kiel haben wir eine nette Twitterin samt Mann und K2 getroffen und sind staunend durch den Citti geschlendert. Auf der Autobahn haben die Kinder die Tablets leer geguckt und ich habe die deutschen Autofahrenden vom Beifahrersitz aus veratmet. In Bielefeld angekommen haben wir das Auto ausgeladen und sind direkt weiter zur besten Friseurin überhaupt gefahren. Dabei ist Pippi auf den 5 Minuten Fahrt eingeschlafen und deshalb hat sie nun als einzige keinen frischen Haarschnitt.

Bei der Friseurin noch zufällig einen Freund von früher getroffen, der inzwischen in der Schweiz lebt aber auch noch in der alten Heimat zur besten Friseurin überhaupt geht. Das war schön.

Danach noch Döner und nun platzen wir alle fast. Die Kinder nicht, die schlafen selig, sogar Michel, der Dank der Schwägerin auch beim Opa daunenfreies Bettzeug hat und deshalb nicht so allergiegeplagt ist wie die letzten Male als wir hier waren.

Was uns bisher aufgefallen ist, zum ersten Mal so extrem: wie voll und hektisch Deutschland ist. Wie schlecht die Straßen und insbesondere die Menschen auf ihr (zu Fuß oder auf dem Rad) beleuchtet sind. Mein Puls im Straßenverkehr ist permanent 180, weil überall Autos sind, die fahren wie die Henker und dann hopst einem noch ein komplett schwarz gekleideter Fußgänger fast vors Auto.

Dafür bin ich nicht mehr gemacht.