Tag 788 – WmDedgT Oktober ’17.

Heute ist der 5. und wie immer will Frau Brüllen. da von uns Bloggenden wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Weil es schon halb zwölf ist und ich sehr müde und leicht Weinbeduselt, hier Stichpunkteversion.

  • Aufstehen, zu spät, dadurch Stress mit Mann (weil gestresst) und Kindern (weil wuselig/fordernd/dauernölend), alles blöd. Mann und Kinder sind um kurz nach acht weg und ich habe endlich Zeit, mir einen Kaffee zu machen und mich zu schminken. Email lesen mit Absage für eine der Bewerbungen, die ich letzte Woche abgeschickt habe. Tjanun. Tut beim zweiten Mal und mit nem Gespräch in Planung gar nicht mehr so weh.
  • Einige Zeit geht bei dem Versuch drauf, mein Augenmakeup zu fotografieren. Ich fand das heute früh nämlich sehr gelungen. Aber meine Augen sind furchtbar rot und das Glitzer kommt auch nicht rüber und überhaupt. 
  • Kurze Überlegung, welche Jacke ich anziehen soll. Ich entscheide mich für den Regenmantel, weil der etwas wärmer ist, als meine normale Jacke, aber nicht so warm wie die Jacke mit eingezingeltem Fleece. Noch sind 8-10 Grad, da muss man ja noch nicht alles Pulver verschießen.
  • Fahrrad zur Arbeit im ganz leichten Nieselregen. So schön. Memo to self: morgen Handschuhe mitnehmen.
  • Bei der Arbeit: Bezug vom Fahrradsitz mit reinnehmen, weil Regen, der saugt sich sonst voll. 
  • Noch im Mantel Medium ins Wasserbad, PBS aus dem Autoklaven holen und ins Wasserbad stellen, Trypsin auftauen.
  • Mantel aus, Nachricht an Kollegin, ob Kaffe? Dann auf dem Klo die Haare richten (macht nicht so viel Sinn, erst Wachs in die Haare zu schmieren und dann nen Helm draufzusetzen. Deshalb nehme ich das Wachs eben mit. Ich hatte auch welches bei der Arbeit, aber das ist eingetrocknet (?). Tipps zum Wieder weich machen sind willkommen, sonst schmeiße ich es weg.
  • Die Kollegin kommt mir entgegen, war grad Kaffee trinken.
  • Zum Chef, fragen, ob wir heute ein Meeting mit C. Haben können. Können wir, um zwei.
  • Zu C., ob sie um zwei kann. Ja, kann sie.
  • Ins Labor, die gefärbten Zellen waschen. Ein Glasdingsi rutscht blöde weg und ich verbringe sicher drei Minuten damit, herauszufinden, auf welcher Seite die Zellen sind. Zwischendurch Mr. I-trust-You gefragt, ob er auch um zwei dazu kommen möchte. Zellen wieder in den Kühlschrank und Kaffee holen.
  • Auf dem Weg zum Kaffee nochmal alle Nummern der Ex-Arbeit anrufen. Es geht niemand ran. 
  • Mit Kaffee Telefonbuch überprüft: da fehlen tatsächlich ALLE Nummern von der Ex-Arbeit, auch und besonders ärgerlich die Handynummern. 
  • Mit Kaffee eine Facebook-messenger Nachricht an den Ex-Chef geschrieben, wann wir mal telefonieren können.
  • Nachricht zurückbekommen: gerne, aber erst ab Dienstag. Labor ist umgezogen, Ex-Chef krank, Sekretärin und Oberchef im Urlaub. Erklärt, weshalb ich keinen erreicht habe.
  • Zurück ins Labor, die gewaschenen Zellen „mounten“. Also nochmal kurz mit Wasser abspülen, Wasser ablaufen lassen und dann mit einer speziellen Flüssigkeit mit ganz vielen Antioxidatien und Öl und Zeug dazwischen auf einen Objektträger montieren. Bei 16 Slides dauert das ne ganze Weile, vor allem wenn man sich doof anstellt und Luftblasen dazwischen bekommt.
  • Zellen, jetzt auf Objektträgern wieder in den Kühlschrank.
  • Essen holen. Es gibt Burger, mit Aioli, aber mein Gehirn schafft die Verknüpfung Knoblauch-Meeting-Ungünstig nicht.
  • Essen, alleine. Auch mal schön.
  • Computer: Versuche planen, Dinge aufschrieben, alte Ergebnisse nochmal ausdrucken. Hups, schon viertel vor zwei.
  • Kaffee holen.
  • Telefon klingelt: Ex-Oberchef hat weiterhin eine Weiterleitung vom Büro aufs Handy. Wir schnacken ein bisschen und es läuft insofern wie geplant, dass ich mir einen Referenzbrief (auf Englisch, deshalb schreibe ich den auch, ist besser so *hust*) schreiben werde, den er dann unterschreibt. Er bietet mir auch Hilfe an, falls ich in Deutschland nen Job suchen würde. Als FH-Prof ist er nämlich in der Industrie ganz gut vernetzt. Ich danke artig und falls ich mich doch nach Deutschland orientieren sollte, werde ich das Angebot auch annehmen.
  • Huch, schon drei nach zwei.
  • Im Trab beim Chef ins Büro. 
  • Mr. I-trust-You und C. Haben um viertel nach ein anderes Meeting, das kam spontan rein, ist aber wichtiger als meins.
  • Ich komme grade so dazu, meine letzten Versuche grob zu schildern, da müssen die zwei los.
  • Der Chef und ich versuchen, wie ich glaube, mein letztes Manuskript zu planen. Er glaubt aber, wir reden über den „fast fertig“-Artikel. Es dauert fast ne Stunde, bis wir alle Misverständnisse beigelegt haben.
  • Huch, schon viertel nach drei.
  • Ins Labor, noch mal zwei Zelllinien auftauen. Anderen PhD-Studenten darüber informieren, dass das Arbeiten am offenen Stickstofftank alleine und bei geschlossener Tür sau gefährlich ist und deshalb mit Recht auch laut Laborregeln verboten. Er reagiert mit sehr wenig Verständnis. Muss an meinen Kritik-Skills arbeiten.
  • Hups, schon viertel vor vier. Zackig los, zum Kindergarten.
  • M. Schickt Nachrichten, ob Michel heute zu H. Kommen möchte.
  • Im Kindergarten frage ich Michel: natürlich will er.
  • Vier Jacken, eine Hose, zwei Rucksäcke, zwei Bilder und Pippi balancierend aus dem Kindergarten – direkt in den Regen.
  • Mit Michel auf dem Weg zu H. Klitschnass werden.
  • Michel abliefern. Pippi ist not amused, dass sie nicht auch dableiben darf.
  • Zu Hause drei Kinderjacken, eine Hose, zwei Rucksäcke und Pippi die Treppe hochschleppen.
  • Pippi Peppa Wutz anmachen.
  • Nudelwasser aufsetzen.
  • Aus Gründen: Lidschatten fotografieren und dann ein hardcore glitzerndes Auge und die erste cut crease meines Lebens schminken, aber nur an einem Auge, weil faul. Wieder einen abbrechen beim Versuch, das Meisterwerk zu fotografieren. 
  • Abschminken.
  • Nudeln ins Wasser werfen.
  • Umziehen.
  • Schminken. Ich gehe ja heute noch essen.
  • Zwischendurch: Nudeln abgießen.
  • Pippi mit ein paar Nudeln versorgen, Herr Rabe kommt heim und übernimmt den Kochpart. Ich schminke mich in purpur/gold, das ist ja eine sehr schöne Kombi für blaue blutunterlaufene Augen. Haare fixieren (in der Hoffnung, dass sie den Helm überleben).
  • Michel abholen. Unten feststellen, dass ich den AUtoschlüssel in der andern Jacke habe. Wieder rauf laufen. 
  • Michel trödelt bei H. Rum. 
  • Ich kriege das Fahrrad mal wieder nicht ins Auto.
  • Fahren.
  • Ich kriege das Fahrrad mal wieder nicht aus dem Auto heraus.
  • Michel nach oben geleiten und uiuiui, schon zwanzig nach sieben.
  • Keine Chance auf zu Fuß gehen, also: Fahrrad.
  • Im Restaurant: Lecker, lecker und saulecker. Drei-Gänge Menü, aber mit Dorade statt Huhn im Hauptgang. Nach dem Dessert (Schokokuchen und Himbeersorbet. Platze ich fast. Nebenbei nett mit den Kollegen und dem recht fix recht vollen Chef geschnackt. Zwei unterschiediche Gläser zu sauren Weißwein und einen furchtbar schlechten Espresso getrunken. Und viel Wasser.
  • Nachhauseweg: es regnet in Strömen, es sind ca. 8 Grad und das beides zusammen ist ganz toll, in Feinstrumpfhose und mit Wildlederstiefeletten. 
  • Zu Hause noch ein paar Socken aus dem AUto gefischt (beim Michel abholen da vergessen), dann hoch, Waschen, Nachtcreme, Zähneputzen, Schlafi anziehen, Fertig, aus. 
  • Ach nee, Bloggen noch 😉

Jo. Und in diesem Sinne: gute Nacht!

Tag 758 – WmDedgT September ’17.

Heute ist schon wieder der fünfte, das heißt, wir alle schreiben für Frau Brüllen auf, was wir so den ganzen Tag gemacht haben.

Ein Tag voller Aufs und Abs.

Es ging damit los, dass um 05:35 (?) Herr Rabes Wecker laut und penetrant klingelte. Herr Rabe stellte seinen Wecker aber nicht ab. Als ich kurz davor war, mit meinem Kissen nach ihm zu werfen, realisierte ich in meinem halb schlafenden Gehirn dass der Mensch da an der Stelle wo ich Herrn Rabe vermutete viel zu klein war. Und zu lockig. Da lag also Michel, Herr Rabe lag mit Pippi in Michels Bett. Das erklärte einiges und ich brauchte dann auch nur drei Anläufe, um den Wecker auszustellen. Dann döste ich noch eine Weile weiter, stellte irgendwann auch Herr Rabes zweiten Wecker aus und dann meinen und dann las ich Blogs und sonnte mich ein bisschen im Lob über den Beitrag von gestern und dann stand ich auf. Weckte Herrn Rabe, schaltete die Kaffeemaschine an und ging ins Bad. Haare waschen, Gesicht waschen, anziehen, zwischendurch Grøt für das Kinderfrühstück ansetzen, Haare föhnen, schminken. Sie lachen vielleicht, aber inzwischen war es halb acht. Aber da ich heute eigentlich sogar gar nicht zur Arbeit fahren wollte, war mir das ausnahmsweise mal egal. Pippi war wach geworden, ich holte sie aus Michels Bett und dann weckten wir Michel. Die Kinder wurden mit Frühstück versorgt und Herr Rabe drückte mir einen Kaffee in die Hand. Die Kinder frühstückten wie immer in Zeitlupe, ich zog während er aß Michel um (das funktioniert am besten, da hampelt er wenigstens nicht rum), Herr Rabe machte sich auf den Weg zur Arbeit. Michel wollte noch einen Brief an Einhalb schreiben, er möchte nämlich gerne auch selbst Post bekommen und da ich da gestern etwas angeleiert hab, fand ich es eine gute Idee, wenn er schon mal „in Vorleistung geht“, gewissermaßen. Michel malte sehr hingebungsvoll eine Rakete mit Boosterraketen und Klappfenstern und dann noch ein Haus mit vielen Fenstern, vor dem Pippi steht. Ich war wirklich beeindruckt, vor allem Pippi ist eindeutig als Würfelbaby Mensch identifizierbar, das ist ein enormer Fortschritt. Aber natürlich dauerte das ganz schön lange und Pippi musste nebenher natürlich auch malen und dann Stifte anspitzen und dann ihre Finger anspitzen, dann musste Michel noch Einhalbs Namen schreiben, der erste Buchstabe ist auch aus Pippis Namen und den kann er ganz gut, dann kam aber ein neuer und „den muss ich so ganz groß malen, das geht sonst nicht gut“ und jetzt steht da halt der erste Buchstabe in ca. Schriftgröße 15 und der Rest in 65, aber das ist einfach so niedlich. Den Rest der Karte (bis auf Michels Namen am Schluss) schrieb dann ich in Druckschrift, Einhalb hat ja auch gerade erst mit der Schule angefangen. Dann tüteten wir den Brief ein und ich zog mit Pippi ins Bad, um sie endlich anzuziehen. Michel fragte, ob er seinen Namen auf den Briefumschlag schreiben dürfe, „Ja, hinten!“, rief ich aus dem Bad und natürlich stand hinterher vorne auf dem Briefumschlag fett in Kleinkindschrift „MICHEL RABE“, mit Punkt auf dem I. Ich fand keinen Radiergummi, Michel schrieb seinen Namen auch hinten noch mal drauf, dann putzte ich uns allen die Zähne, machte Lippenstift drauf (ich hab grad keine Nude-Phase, das Ergebnis gefiel mir jedenfalls nicht so wirklich) und scheuchte die Kinder aus der Tür. Auf der Treppe nach unten fiel mir auf, dass Pippi schon wieder einen Kamm mit geschmuggelt hatte. „Du bist eine kleine Rübennase, Pippi!“, sagte ich und „Pippi Dübenase, hehe!“, sagte Pippi.

Weil ich mein Fahrrad gestern bei der Arbeit gelassen hatte, montierte ich das Hilfsrad an den Croozer und schob Pippi darin in den Kindergarten. Michel fuhr Rad und schwafelte mich dabei voll, wie immer. Im Kindergarten angekommen rannte Pippi direkt ohne Verabschiedung in den Gruppenraum, Michel drückte mich nochmal und knutschte mich ab und dann stand ich auch schon wieder draußen und machte mich auf den Weg zur Arbeit. Beim Überlegen, ob ich mir eine Banane holen sollte, fiel mir ein, dass das, was ich als Mittagessen geplant hatte, noch zu Hause war. Chili von Sonntag, wäre es von gestern gewesen, hätte ich es wohl einfach stehen gelassen und mir halt heute was gekauft, aber so sprang ich eben kurz nochmal in die Wohnung und holte das Chili und noch eine halbe Waffel, die ich dann zum Frühstück auf dem Weg aß. Ein Kaffee vom Rema 1000, vorbei an der ultra eklig stinkenden Pfütze (aus der es, ohne Witz, warm aufsteigt, da muss doch was drin verendet sein und verwest da jetzt langsam!) und so war ich auch „schon“ um halb zehn bei der Arbeit. Aber wie gesagt, eigentlich wollte ich ja gar nicht hin, ich musste nur was bestellen und einmal nach meinen Zellen sehen und dann wollte ich auch eigentlich schon wieder fahren.

Eigentlich. Dann googelte ich aber doch noch schnell nach Phenolrot-freiem Medium, um nochmal bessere Konfokalbilder zu bekommen (ich nerde mich da grad total rein und finde es, gelinde gesagt, total geil) und fand auch das, was ich für meine Knock-Out Zellen laut Hersteller benutzen soll als Phenolrot-frei, las mir die Formulierung spaßeshalber (!) durch und stolperte über den Satz „… our special formulation is iron-free.“. Jetzt ist es so, dass ich unter anderem mit einer Knock-out-Zelllinie die Funktion einer Eisen(II)-abhängigen Dioxigenase untersuche. Abhängig heißt, ohne Eisen keine Reaktion. Das Enzym funktioniert nicht. Knock-out heißt, das Enzym ist auf der genetischen Ebene zerstört, wird also gar nicht gemacht. Ich vergleiche im Prinzip dann, wie der Wildtyp (mit intaktem Enzym) und der Knock-Out (ohne Enzym) Schäden reparieren, die ich den Zellen chemisch zufüge. Nur dass ich halt kein Eisen im Medium hatte, was ich nicht wusste, und damit hat halt auch im Wildtyp das Enzym nicht funktioniert und meine Arbeit damit war komplett Sinn- und wertlos.

Ich eskalierte kurz.

Dann schrieb ich eine Mail an den Zelllinienhersteller, was ich denn jetzt machen sollte, verglich Medien, berichtete dem Chef von meinem grandiosen Fund, aß Mittag, verglich weiter Medien, verglich verschiedene Eisen-Salze, versuchte herauszubekommen, ob nicht vielleicht doch ausreichende Mengen Eisen im Kälberserum sind (Antwort: who knows, das untersuchen die ja nicht jedes Mal, hahaha), bestellte Eisennitrat, bestellte neue Kits zur Aufreinigung von mRNA, weil mir vermutlich halt der letzte Versuch deshalb in die Hose gegangen ist. Drei echt volle Tage Arbeit und Kits im Wert von fast 1000 USD. Oh, welch Freude.

Dann ging ich zum Chef um ihm von meinen Eisenrecherchen zu berichten. Er empfing mich mit „Congrats!“. Ich guckte fragend und er sagte „To You! And to me! They [der amerikanische Collaborator] got their article [in Nature] accepted!“. Ich sage es mal so: WHOOOOOOOHOOOOOOO! Da steht mein Name mit drauf, in fucking Nature, ich hab zwischendurch immer wieder nicht dran geglaubt, aber es ist tatsächlich wahr: der kommt jetzt raus! Damit habe ich auch das eine Paper, was für die Thesis veröffentlicht sein muss, im Kasten. Yeah!

Danach war mir alles ein bisschen egal, es kam noch eine Mail, ein Antikörper sei gekommen, ich schwankte zwischen „direkt nach Hause und den Sekt öffnen“ und „morgen schon ein Ergebnis für den Antikörper haben“ und entschloss mich, gerade meiner ausgelassenen Stimmung wegen, für letzteres. Buchte mir eine halbe Stunde am Mikroskop morgen und färbte Zellen. Aber grinsend, und während der 45 Minuten Blocking (aka. Wartezeit) ging ich beschwingt zum 7Eleven und holte mir noch einen Kaffee und einen riesigen Schokomuffin. Ging zurück ins Labor, räumte die zu färbenden Zellen in den Kühlschrank und war bereit, nach Hause zu gehen. Im Büro fiel mir dann der Brief wieder ein, im Büro habe ich ein Radiergummi und ich radierte schnell und bekam auch Fluchs die Adresse. Beschwingt verließ ich das Büro, zog im Fahrstuhl nochmal den Lippenstift nach (ja, der hat so lange gehalten) und dann klingelte mein Handy. 

Meine Mutter. Mit ihr telefonierend schloss ich mein Fahrrad auf und schob dann bis zum Samfundet, weil sie, unbeeindruckt der Tatsache, dass es bei mir ziemlich stürmisch war und sie deshalb von mir dauernd nur Rauschen hörte, einfach immer weiter erzählte. Irgendwann merkte sie dann aber doch, dass sich so keine richtigen Gespräche führen lassen und wir verabschiedeten uns – unter der Voraussetzung, dass ich sie anrufen würde, wenn ich zu Hause sei. Ich fuhr also los, sprang kurz vor zu Hause noch mal ab und in den Bunnpris um den Brief abzugeben, traf noch kurz Kindergartenkind E. und seine Mutter und dann war ich auch um sechs schon zu Hause. Toll.

Herr Rabe war schon am Kochen, die Kinder und ich riefen per Skype die Oma wieder an. Pippi rollte während des Gesprächs dauernd mit den Augen, was einerseits sehr niedlich war, andererseits aber auch unglaublich komisch, jedenfalls fand ich das in meinem immer noch ziemlich euphorischen Zustand. Michel zeigte der Oma alle seine Lieblingsspielzeuge. Pippi rollte mit den Augen. Dann kam die Frage „Kommt ihr denn dann nächstes Jahr nach Hause?“, ich dachte auf einigen Ebenen „What the fuck?“, sagte aber nur „Ich weiß es noch nicht, Mama.“ Haha. Zu Hause. Dann gab es glücklicherweise Essen, sodass ich meine Mutter leider, leider abwürgen musste.

Lecker Essen (Couscous mit Gemüse und Quorn-Schnitzel), dann Kinder-Bettzeit. Planmäßig nicht neben Michel eingeschlafen, sondern stand nach einer Runde Twitter- und Blogslesen (Ich winke mal nach Finnland: Hier ist auch Herbst, richtig und in echt und ich bin auch so gar nicht bereit dafür!) wieder auf. Lauschte noch kurz den zwei schnurchelnden Mäusen und ging dann ins Bad. Schminkte mich ab, cremte mich ein, betrachtete etwas sorgenvoll meine im Moment wieder ziemlich picklige Haut (Memo an mich: gucken, ob The Body Shop mehr als nur die Verpackung der Nachtcreme geändert hat!) und machte dann Brotdosen für die Kinder morgen fertig. Sprühte die Schnecken ein, betrachtete sorgenvoll auch die Quarantäne-Schnecke, die so viele Eier gelegt hat und jetzt, so vermute ich jedenfalls, leider stirbt, vielleicht waren es ein bisschen sehr viele Eier… Jedenfalls frisst sie nicht und zieht sich immer weiter in ihr Haus zurück. Öffnete mir ein Feier-Bier, kippte den Rest vom Sekt von Freitag weg (der war auch echt einfach nicht lecker und dann noch mit ohne Kohlensäure… *schauder*) und seitdem sitze ich hier und schreibe. Gerade kam eine Mail, dass der Zelllinienhersteller „meine Anfrage bearbeitet“ und sich bis Ende der Woche zurückmelden wird. Super, davon kann ich mir ja jetzt auch nen Blumentopf kaufen. Aber egal, das verhagelt mir meine Laune jetzt auch nicht mehr, ich gehe gleich ins Bett und lese noch eine Runde über Harry Hole in Bangkok (ich lese ja die Harry Hole-Bücher von Jo Nesbø nicht chronologisch, um meine Zwanghaftigkeit abzubauen das hat sich einfach so ergeben und ist… auch mal interessant!) und dann ist Licht aus angesagt, morgen kann ich nicht wieder so spät bei der Arbeit auflaufen, ich hab ja zu tun.

Tag 727 – WmDedgT August ’17. 

Heute ist der fünfte, das heißt, Frau Brüllen will wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Erstmal durfte ich verhältnismäßig lange schlafen, nachdem ich Pippi um halb acht noch eine Banane geholt hatte, war sie natürlich wach, aber Herr Rabe stand mit ihr auf. Dann weckten sie mich wieder um viertel nach neun. Mit Kaffee. So lobe ich mir das. Ich schrieb dann direkt eine SMS an unsere Freundin M., die ihren Sohn (Michels besten Kumpel) vormittags vorbeibringen wollte. 

Dann Frühstück und nach dem Frühstück standen auch schon M. und H. vor der Tür. Pippi war ganz aus dem Häuschen, durfte aber nur mittelviel mitspielen. Michel und H. verschwanden quasi sofort und ich konnte duschen. 

Es ist viertel vor drei. Deshalb: fast forward

  • Nägel lackiert (rosa)
  • Michel Nägel lackiert (blau und Gold)
  • Pippi zum Mittagsschlaf hingelegt
  • Michels Innenbeinlänge ausgemessen (48 cm bis zum Knöchel)
  • Losgefahren und Dinge gekauft:
  1. Hosen für Michel (Größe 122)
  2. Ein Geschenk für das frisch geborene Baby meiner Cousine
  3. Wollunterwäsche für Michel (Größe: 6 Jahre)
  4. Gratulationskarten für das Cousinenbaby und I.
  5. Vier Bücher für mich (Hupsi, naja, war halt im Angebot)
  6. Einen Farn
  7. Nach elendig langer Suche in zwei Plantasjen-Filialen: einen Sack nicht mineralisch* gedüngte Blumenerde und das kleinste erhältliche Gebinde Kalk (25 kg), ohne Wagen, weil keine Münze dabei, zur Kasse und zum Auto geschleppt, ich sach mal so: ungeil. 
  • Nach Hause gefahren, Zeug ausgeladen, Zeug für I. und das Cousinenbaby eingepackt, Karten  geschrieben, alles in zwei Päckchen verpackt
  • Mit Pippi und Herrn Rabe (Michel war mit zum besten Freund gegangen) zu Clas Ohlsson getrabt
  • Gepresste Kokosfasern* gekauft
  • Festgestellt, dass es die Post im Meny Solsiden nicht mehr gibt
  • Zum Rema gegangen, dabei ca. 50 mal Pippi fliegen lassen
  • Zwei Paprika gekauft, weil Michel und H. die aufgegessen haben
  • Zum Bunnpris gegangen und das Cousinenbabypäckchen und das an I. aufgegeben, dabei aufgepasst, dass Pippi „Ich kann meinen Kinderwagen selbst schieben!“-Rübennase selbigen nicht auf die Straße oder in anderer Leute Hacken schiebt
  • Nach Hause gegangen, auf dem Weg noch Löwenzahn für die Schnecken gepflückt
  • Aufs Essen gewartet (das Herr Rabe kochte), derweil
  • Terrarienzeug wegen Schimmel in den Backofen gestellt
  • Farn geteilt
  • Gepresste Kokosfaser mit Wasser begossen
  • Gegessen (Nudeln mit Lachssauce)
  • Aufgeräumt (die Wohnung sah nach dem Kinderbesuch aus wie ein Schlachtfeld inklusive Lazarett)
  • Einen Eimer geschnappt und mit Pippi und Herrn Rabe losgefahren, Michel abzuholen. 

Und dann begann der Teil des Abends, der dazu führte, dass ich jetzt ein bisschen tüderich bin. Ich blieb nämlich einfach bei M., um Wein zu trinken und Johannisbeeren zu ernten. Ich erntete einen Teil von 2 ihrer 12 (!!!) Sträucher. Danach war mein Eimer zu drei Vierteln voll. M. findet die ganze Sache mit „Arme zwischen Zweige stecken, dahin, wo man nicht mehr gut gucken kann“ ziemlich eklig und deshalb hat sie auch nur ein paar gut zugängliche Alibi-Beeren geerntet. Meine Fotos von auf dem Busch gefundenen Weichtieren waren da wohl auch nicht so recht hilfreich. Als sie H. ins Bett brachte, erntete ich noch ein bisschen und fing dann den Beitrag hier an. 


Im Anschluss saßen wir noch sehr lange auf der Terrasse, reinigten den Haufen Johannisbeeren, tranken Wein, aßen Käse, Schokolade, Chips und Johannisbeeren und unterhielten uns. Ich weiß jetzt einiges über ihren neuen Job, ihren Freund, ihren Ex und sie**, was ich vorher nicht wusste. Und umgekehrt. Irgendwann kam dann noch ihr Freund vorbei und ich weiß jetzt, was das Wort „Klemmekar“*** bedeutet. Irgendwann noch später war es sehr spät, der Freund im Bett, die Johannisbeeren im Kühlschrank und ich sehr müde, da brachte mich M. noch zur Straße, weil sie nicht wollte, dass ich des Nachts alleine am Friedhof lang gehe und von da wanderte ich, immer wieder reichlich verzaubertem Jungfolk ausweichend, in 10 Minuten nach Hause. 


Doch, es war ein richtig gelungener Tag. 

___

*Terrariensubstrat. Eine Wissenschaft für sich. 

**zum Beispiel ekelt sie sich noch mehr vor Spinnen, als ich. 

***Umarmungskerl

Tag 696 – WmDedgT Juli ’17

Huch, es ist schon der 5. im JULI! Wo ist denn das letzte halbe Jahr hin, bitte? 

Aber egal, wie an jedem 5. will Frau Brüllen wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen. Dann wollen wir mal, nicht wahr?

Erstmal: irgendwie halb verschlafen, aber doch nicht so richtig und, ach, es gibt irgendwie bessere Starts in den Tag. Ist gibt auch bestimmt bald wieder Nächte, in denen ich nicht davon träume, dass ich in Proteinseen ertrinke während all die Leute, deren Arbeiten ich zitiert habe, lachend am Rand stehen und mich mit Stöckern immer weiter reinschubsen. Für manche Träume braucht man auch einfach keinen Deuter. 

Nach dem Aufstehen Haare waschen, Gesicht waschen, anziehen. Jeans, es ist kalt. Michel zieht sich eine lange Wollunterhose an. Den Gürtel schließe ich auf dem letzten Loch und, naja, ich überlege kurz, ob ich nicht doch noch ein neues Loch reinstanzen soll. Aber nein. Ich mache Brotdosen für die Kinder fertig, Herr Rabe macht die Kinder selbst fertig, muss dann aber los. Ich putze Michel die Zähne und überrede ihn zu einer Windhose und -Jacke, quatsche Pippi in die Schuhe und eine Jacke, versuche ihr mehrmals den Kamm abzuluchsen, den sie aber nicht hergibt und dann wird es aber echt mal Zeit, dass wir loskommen. 

Pippi will auch gar keinen Fall im Anhänger sitzen und macht Mordstheater, obwohl wir ihr „Fahrrad“ sogar dabei haben. Im Kindergarten angekommen, will sie dann erst den Helm nicht absetzen und dann den Kamm nicht hergeben. Ich nehme ihn ihr weg und ernte Geschrei. Halte Geschrei aus, bekomme irgendwann ein schnoddrigen Kuss und kann gehen. Sage noch Bescheid, dass die Kinder nicht mit Sonnencreme eingecremt sind und sie aber zumindest Michel bitte eincremen sollen, wenn sie rausgehen und es so sonnig bleibt. 

Dann fahre ich mit dem Rad zur Arbeit, obwohl ich viel lieber zu Fuß gehen würde. Aber ich hab ja keine Zeit. Nachdem das Fahrrad abgeschlossen ist, schreibe ich der Lieblingskollegin, ob sie einen Kaffee möchte, ja, möchte sie. Ich warte auf sie und beantworte dabei Urlaubsplanungs-Nachrichten. Nachdem mir heute morgen schon die Wettervorhersage zugespielt wurde, freue ich mich noch mehr als eh schon auf den Urlaub. Wir holen Kaffee und trinken ihn auf dem (gemütlichen) Weg zurück ins Büro. Da lade ich meinen Kram ab und …

… gehe ins Labor. „Das letzte“ Experiment. Das bestimmt genauso wenig das letzte sein wird, wie das letzte letzte das letzte war. Ich suche Kram zusammen und hole meine Proben, überlege und inkubiere und dann erzeuge ich (hoffentlich) kovalente Verbindungen zwischen RNA und Proteinen mit UV-Licht. Ich wasche meine Proben und bereite sie für den Proteinverdau vor. Dabei habe ich zwei mal eine halbe Stunde Inkubationszeit, eine nutze ich dazu, für die Masterstudentin haarklein aufzuschreiben, was ich mache und wo sie die Reagenzien findet, die andere für eine frühe Mittagspause. Nach der Mittagspause noch schnell den Enzymcocktail zur Verdauung von RNA und Proteinen dazu und ab dafür in den Thermoblock bis morgen. Noch ein schneller Kaffee und dann: 

Schreibschreibschreib. Die Zeit rennt. Zwei Stunden später habe ich etwas über eine Seite geschrieben und es ist irgendwie schon halb vier. Aber so rein vom Schreibfluss auch ein guter Zeitpunkt für eine Unterbrechung, mir fehlt nämlich nur noch ein Unterkapitel. Außerdem kriege ich Hunger, das Mittagessen war eher spärlich. Ich füge noch ein paar Referenzen ein und…

… frage Mr. I-Trust-you wies denn mit meinen Zellen so gelaufen ist. Schlecht, sagt er, der Mikroskopmann ist nicht aufgetaucht. Ob ich denn nach den Zellen geschaut hätte, wenn die zu dicht werden, müsste er eben den Mikroskopmann anrufen. Nee, bisher nicht, ich gehe also ins Labor und sehe nach den Zellen, die sind aber noch nicht zu dicht. Dann verquatsche ich mich noch kurz mit unserem Computerinder (Selbstbezeichnung von ihm!), der mir dieses lustige und dieses nützliche tool zeigt und dann gehts endlich ab nach Hause.

Obwohl, nein, ich muss noch einkaufen. Wir haben kein Brot mehr und zum Abendessen soll es Fisch geben, den wir auch noch nicht haben. Es gibt frische, norwegische Erdbeeren (dass ich mal von norwegischen Erdbeeren schwärmen würde, hätte ich auch nie gedacht, aber: norwegische Erdbeeren sind die Besten!), Ørret von der Frischetheke und leckeres Brot, aber keine, äh, Dinge nach denen ich auch noch gucken wollte.

Zu Hause angekommen bin ich unterzuckert und bekomme Kopfschmerzen. Dieses dauernde Wettergewechsle, gepaart mit dem nicht so ganz unerheblichen Stresslevel, das bekommt meinem Kopf gar nicht. Herr Rabe ist auch gestresst. Die Kinder gucken DinoTrux und ich setze mich für die letzten zehn Minuten dazu. Herr Rabe auch – und schläft direkt ein. Als DinoTrux vorbei ist, ist Michel sauer, weil es nur eine Folge gibt. Herr Rabe ist sauer, weil ich ihn wecke. Pippi leert Puzzles aus. Ich frage Herrn Rabe, ob ich einkaufen gehen soll. Ja, bitte. Ok. Michel will mit. Ich seufze. Ok. Ich erkläre, dass wir für ihn nichts kaufen. Er will trotzdem mit und wir fahren los. Auf dem Weg raus nehme ich mir noch einen Brotknust mit, um den Unterzucker zu bekämpfen. (Wundert dann auch keinen mehr, dass ich abnehme.)

Erst kaufen wir einen Trunki für Pippi. Michel sucht ein Kuh-Muster aus. Mir ist alles recht, ich bin von den Preisen paralysiert und nur froh, dass die Kinder so großzügige Großeltern haben. Wir gucken in dem Laden auch noch nach Dingen, die gibt es auch, aber Michel ist dagegen. Also ab in den Nachbarladen, für Pippi Kopfhörer kaufen. Und hier finden wir dann auch endlich Dinge und andere Dinge und dann will Michel Crocs haben (sind im Angebot) und die sind zwar noch zu groß, aber er will unbedingt und setzt den Dackelblick auf und naja. Wir kaufen also Dinge, Dinge, Kopfhörer und Crocs. Dann hat Michel Hunger. Ich habe auch schon wieder Hunger. Noch schnell in den Supermarkt, denke ich, fahre ins Parkhaus, es ist voll, Michel labert mich voll, jemand hat einen Einkaufswagen so blöd stehen gelassen, dass ich beim Einparken Probleme habe, ich hätte rückwärts einparken sollen, denke ich noch, das kann ich besser, jemand wedelt hektisch und es macht „Popp“ während mein linker Außenspiegel den linken Außenspiegel den nebenstehenden Autos umklappt. 

Der hektische Wedler war der Fahrer des anderen Wagens gewesen. Maximal 20 Jahre alt und garantiert mit Papis (oder Mamis) recht neuem, schicken, sauberen Auto unterwegs. Während ich noch das Auto gerade hinstelle, rubbelt er schon an der feinen roten Linie herum, die mein Auto an dem weißen Außenspiegel hinterlassen hat. Nichts passiert, die Linie ist hartnäckig. Ich steige aus und entschuldige mich und kratze Dreiviertel der Linie mit meinem Fingernagel weg, Michel klopft von innen an die Autotür, der junge Typ rubbelt, ich lasse Michel raus und fluche und rubble und fluche noch mehr, weil ich keine Feuchttücher dabei habe, mit Feuchttüchern geht bekanntermaßen alles weg. Michel labert, der Typ leuchtet mit dem gnadenlosen Handylicht die Linie aus, da ist kein Kratzer, aber ich krieg es so auch nicht weg. Mir fällt das Mikrofasertuch ein, das zur Kondenswasserentfernung im Auto liegt und damit (und Spucke, jaja, so eine bin ich, wenn ich keine Feuchttücher hab) kriege ich nochmal ein bisschen Linie entfernt. Michel hampelt rum und stresst mich und den Typen, der meint, er könne das sicher wegpolieren (bloß weg von der hektischen Mutti). Ich gebe ihm meine Telefonnummer, falls das nicht hinhauen sollte, er fährt. Ich besehe mir meinen eigenen Außenspiegel, der hat auch drölfzig Macken, die sind aber nicht von ihm, einer sieht eher aus wie… Wand? Naja. Vorm Auto verkaufen linken Außenspiegel polieren und Lack ausbessern. Gut, dass die Dinger nicht mehr aus Metall sind, wie früher.

Michel und ich gehen in den Supermarkt und kaufen ein bisschen Lebensmittel ein, ich kaufe Michel ein Brötchen und irgendwann sind wir wieder im Auto und Michel nervt mit Forderungen im Sekundentakt und, als ich dem nicht nachkomme, Genöle. „HmmmmmmHmmmmmmHmmmmm“ macht er und ich werde langsam wahnsinnig. Der Supermarkt ist mit dem Auto fünf Minuten von zu Hause weg und er treibt mich auf die Palme. Zu Hause ist Michel dann zu müde um die Treppe hochzugehen und zu schwach, um seine Jacke zu tragen. Ich ertrage alles stoisch mit der Aussicht auf Essen. Das ist fertig, aber die Stimmung ist… also. Äh. Ich weiß nicht, was Pippi gemacht hat, aber Herr Rabe ist total abgenervt und ranzt Michel an, der müde ist und fordertfordertfordert und dann heult Michel weil er angeranzt wird und Herr Rabe knallt ihm das gewünschte Schälchen auf den Tisch und Michel heult noch mehr und an der Stelle bin ich alleine im Schlafzimmer essen gegangen, weil *das* ertrage ich heute nicht auch noch. Die Kopfschmerzen werden auch immer fieser.

Ich höre die Kinder ins Bad gehen und Herrn Rabe Orren und mache die Kinder mit Bettfertig. Ich bringe Michel ins Bett, dann blogge ich schon mal ein bisschen, döse aber dabei dauernd ein. Pippi will nicht schlafen und Herr Rabe lässt sie herumölen. Dann kommen Pippi und Herr Rabe und Herr Rabe versucht, Pippi zum Schlafen zu überreden, aber irgendwann sitzt sie oben im Bett und ich liege eingepfercht zwischen zwei Kindern, von denen eins schläft und eins herumhampelt und mich kneift und an meinem Fingernagel schnippt in einem 90 cm Bett. Irgendwann schläft Pippi doch tatsächlich ein und ich flüchte aus dem Kinderzimmer. Herr Rabe versucht, Pippi in ihr eigenes Bett zu verfrachten, sie wird wach und schreit aber das ist jetzt nicht mehr mein Problem, einmal EInschlafbegleitung reicht dann auch pro Tag.

Bloggen im Bett, ich müsste eigentlich noch schreiben, das eine Unterkapitel, aber, ach, die Kopfschmerzen, die Müdigkeit, morgen ist auch noch ein Tag.

Aber ne Maschine Wäsche, die muss ich noch anwerfen, sonst habe ich zu wenig saubere Unterwäsche für knapp zwei Wochen Urlaub.

Urlaub. Das wird schön.

Tag 633 – #WmDedgT Mai ’17

Oh, mein Opa hat heute Geburtstag und ich hab’s bisher vergessen. Kann man da jetzt noch anrufen? Vielleicht lieber morgen…

Jedenfalls ist ja der 5. und da will Frau Brüllen von der gemeinen Blogger*In wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Erstmal stehe ich zu spät auf. Irgendwie bin ich nach dem Weckerklingeln in einem Döse-Zustand, nur kleine Patschfüße und „Mama?“-Rufe aus der Küche reißen mich dann doch aus dem Bett. Dann Frühstück machen für die Kinder, Kaffee machen für die Großen. Nebenbei Twitter aufgemacht. Böser Fehler, weil schwuppdiwupp eine Diskussion über arm und reich und Verdienst und Abgaben und weiß nicht was gestartet. Vorm ersten Kaffee. Ich empfehle das nicht. Sowas regt auf und frisst Zeit. Und regt auf. 

Naja, irgendwann Dusche, Zähneputzen, Make-up in der Sparversion wegen keine Zeit, Kinder mit Frühstück versorgen, Kinder anziehen (das meiste davon hat aber Herr Rabe gemacht, genauso wie Zähne putzen und Eincremen) Kaffee trinken und los. Ach nee, erst noch merken, dass auf meinem Shirt Schokoflecken sind, also schnell ein anderes Shirt angezogen. Kinder in den Kindergarten gebracht, da erfahren, dass die Kitaleiterin die Schuhe von Pippi mitgenommen hatte – ihr Sohn hat welche die ganz ähnlich aussehen. Noch mit der Betreuerin abgeklärt, dass Pippi bei 15 Grad und strahlendem Sonnenschein nicht Wollunterwäsche, dicken Wollanzug UND Spielanzug anhaben muss. Sollte. 

Auf dem Weg zur Arbeit nur das Rad zu Hause abgestellt und dann zu Fuß gegangen. Kaffee und Banane als Ersatzfrühstück auf dem Weg. Ich Google nach Herrn Rabes Geburtstagswunsch und gucke in die Röhre. Weiter Twitterdiskussion, aber das geht alles viel besser (und macht mich nicht so aggressiv) nach Kaffee und den ersten Kalorien im Magen. Auf dem Weg überall grün. Es wird wirklich Frühling hier, kaum zu fassen. 


Dann Arbeit. Unheimlich stressig. Ich schachtele alles und rotiere sechs Stunden lang quasi ununterbrochen. Mein Mittagessen hole ich während eines Roboterprogramms von 14:32 Minuten (!) Länge beim vegetarischen Imbiss und esse es stehend im Flur vorm Labor. Leider sind Teile der Versuche nur von mäßigem Erfolg gekrönt und am Ende gehen mir auch noch die Materialien aus. Als letzte Amtshandlung bestelle ich also neuen Kram (von der Firma, deren Vertreter gestern da war – das hätten wir einfacher haben können…), exe 2 Gläser Wasser, amüsiere mich über den Titel der Doktorarbeit meiner Kollegin und gehe dann nach Hause. 


Ich spaziere nach Hause. Das Wetter ist „deilig“ (das g ist stumm), also wunderbar. Ich schwitze ein bisschen in meiner Jacke, die Sonne scheint, es ist einfach ganz toll und ich denke die ganze Zeit „DEILIIII!“. Alle Menschen, denen ich begegne, Lächeln. Was so ein bisschen Vitamin D mit den Leuten macht!

Zu Hause hole ich das Fahrrad und fahre in den Kindergarten. Hole zwei dreckige, aber glückliche Kinder ab, schnacke noch ein bisschen mit der KiTa-Leiterin, unterschreibe einen Wisch, dass in dem Altenheim, das Michel öfter mit den anderen großen Kindern besucht, eine Reportage über Kindergartenbesuche in Altenheimen gedreht werden darf und dass es ok ist, wenn Michel da mit auf den Bildern ist. Michel will unbedingt nach Hause laufen, also schiebe ich das Fahrrad und den Anhänger mit Pippi drin nach Hause. Ist egal, die Sonne scheint („DEILIIIII!“). 

Zu Hause Wäsche ich den gröbsten Dreck von den Kindern, dann dürfen sie essen. Beide Kinder wollen getoastetes Brot mit „nur Butter“. Meine Kinder halt. Nach dem Essen will Michel Peppa Wutz gucken. Pippi guckt mit und ich ergoogle mir ein Alternativgeschenk für Herrn Rabe. Dann habe ich es plötzlich eilig, Herr Rabe kommt nach Hause und ich sprinte quasi sofort los. Radle („DEILIIII!“) wo hin, erfülle meine geheime Mission und radle zurück. Wieder zu Hause sacke ich die Kinder ein und fahre kurz entschlossen zum Stoffladen. Mein Ersatzshirt von heute früh ist schuld. Das war mal mein Lieblingsshirt. Jetzt, nach nur 10 Jahren regelmäßigen Tragens selbst in zwei Schwangerschaften, ist es aber langsam hinüber. Der Stoff ist schon ganz dünn und nach ca. einer halben Stunde Tragen geht es total aus der Form. Vermutlich ist das Elasthan langsam tot. Aber ich hab ja noch schöne Jerseystoffe. Ich brauche nur noch was neutraleres, damit man vom gemusterten Kinderstoff nicht erschlagen wird. Und dann nehme ich einfach (haha) den Schnitt von dem jetzt langsam hinüberen Shirt. 

Im Stoffladen eskaliert alles ein bisschen. Wie immer. Dann erfüllen Michel, Pippi und ich unsere geheime Restmission, Michel muss aufs Klo, neben uns versucht eine Frau ihren Einkaufswagen mit in die Klokabine zu nehmen und lässt am Ende einfach die Tür auf. Michel ist beeindruckt. Beide Kinder grabbeln auf dem Supermarktklo alles an und das stresst mich sehr. Wir waschen alle sehr gründlich die Hände und kaufen dann noch Himbeeren. Etwa sechstausendmal sage ich „Nein, wir kaufen das jetzt nicht.“, beim sechstausendersten Mal mag ich nicht mehr und Michel kann seine Tüte Knusperfische haben. Stolz drückt er seine Trophäe im Auto an sich, bis er einschläft. Pippi fallen auch die Augen zu, aber irgendwie gelangt es mir, ihr Einschlafen zu verhindern. 

Zu Hause gibt es frisch erwachten Nörgelmichel und frisch gemachten Kirschmichel. Die Kinder wollen nicht so recht. Dann geht es erst für Michel ins Bett. Ich kleide derweil Pippi um, die sich sehr über die vielen kleinen „Bäsen“ auf ihrem Schlafanzug freut. Dann putze ich ihr die Zähne. Aus dem Schlafzimmer kommt die Meldung: Michel schläft noch nicht. Ich schaue mit Pippi Eule und dann noch zwei Mausclips. Michel schläft ein und ich bringe Pippi ins Schlafzimmer. 

Ich wasche alle dunklen Stoffe und lese ein bisschen im Internet herum. Ich höre Pippi brüllen. 

Deutlich später löse ich Herrn Rabe ab. Pippi möchte nicht ins Bett. Pippi möchte herumbrüllen. Nach einer halben Stunde trösten und kuscheln gebe ich auf. Pippi will nicht schlafen. Wir gehen aufs Sofa, wo ich diesen Beitrag schreibe und Pippi spielt. Irgendwann, Pippis Augen sind schon ganz klein, steckt Herr Rabe sie in die Manduca. Ich tippe. Ich döse weg. Ich wache auf und tippe weiter. Jetzt bin ich fertig. Und reif fürs Bett. 

Tag 572 – WmDedgT im März ’17

Es ist spät, aber ich will noch schnell aufschreiben, was ich heute den ganzen Tag gemacht habe, schließlich möchte Frau Brüllen das heute wissen. Wegen der Uhrzeit und der anderen Uhrzeit auf dem Wecker gibt es aber nur Stichpunkte.

  • Ich war dran mit „Ausschlafen“, das heißt, als Herr Rabe um halb acht mit der greinenden Pippi aufstand, durfte ich noch eine Stunde dösen. In dieser Stunde hatte ich merkwürdige Stress-Träume, in denen ich in einem Kloster versuchte, ein WG-Zimmer zu finden und dafür allerlei Prüfungen machen musste.
  • Frühstück war lecker, ich habe am Freitag Abend endlich mal wieder Brötchen gebacken, die gab es.
  • Nach dem Frühstück versuchten wir, Maus zu gucken, das ging aber nicht. Michel war immer noch sehr fordernd-nörgelig und wir Erwachsenen davon abgenervt ohne Ende, also durfte er zwei Folgen Dinotrux gucken. Ich wünsche mir die Dinozug-Phase zurück. Während Dinotrux lief las ich meinen Feedreader leer und rekapitulierte dann aus Gründen etwas Wissen über die enzymatische Spaltung verschiedener Mehrfachzucker in ihre Einfachzuckerbestandteile. Dazu gibt es hier zeitnah was.
  • Herr Rabe ging von da nahtlos zum Räumen über, ich kam nicht so recht aus dem Quark und dödelte mit den Kindern und Twitter herum. Pippi schlief ein und ich legte sie ins Bett, dann malte ich ein bisschen mit Michel. Herr Rabe war schon auf dem Dachboden. Michel überraschte mich sehr (sehr sehr sehr und außerdem wäre ich fast vor Stolz geplatzt) als er seinen Namen auf das Blatt Papier schrieb. Krakelig, die Buchstaben unterschiedlich groß, das M hat einen Zacken zu viel, aber es ist alles erkennbar und er hat das einfach so gelernt, im Kindergarten, nehme ich an. Mit Vormalen durch mich schrieb er dann auch noch den Namen der Babysitterin und Pippis (richtigen) Namen. Wir zeigten das Ergebnis stolz dem ebenfalls sehr stolzen Herrn Rabe und dann kam auch schon die Babysitterin.
  • Pippi wollte partout nicht bei der Babysitterin bleiben, also schnallte ich mir sie auf den Rücken in die Manduca (wo sie wieder einschlief) und gesellte mich zu Herrn Rabe auf den Dachboden. Es musste heute nämlich wegen der anstehenden Bauarbeiten alles aus unserem Kabuff in ein etwas größeres Kabuff, das wir aber vorerst mit der Nachbarin von oben teilen. Außerdem mussten da auch die Möbel hin, mit denen die Wohnung hier vermietet wurde, die wir aber nicht nutzen (das Bett zum Beispiel). Im Zusammenhang mit der Räumerei wurde ein Beschluss gefasst, allen sperrigen Babykram (Klamotten erstmal nicht, weil zu viel Arbeit und lohnt sich weder finanziell noch platzmäßig) zu verschenken oder zu verkaufen, je nachdem. Das führte bei mir zu heftigem Schlucken, aber Vernunft und Gefühl sagen, dass mindestens ein paar Jahre ins Land gehen werden, bis ich mir überhaupt vorstellen kann, noch ein Baby zu bekommen und vielleicht wird das auch nie passieren. Was aber passieren wird, sind Umzüge und so und da Zeug mitschleppen, das man dann am nächsten Ort nur in das nächste Kabuff stellt „für den Fall der Fälle“, wäre totaler Quatsch. Ich fotografierte also weiterhin heftig schluckend und wehmütig seufzend und aber auch irgendwie befreit diverse Babydinge und werde sie in den nächsten Tagen ins Internet stellen. Schluck.
  • Ich rief meine Omi an. Nachdem ich ihren 85. Geburtstag total verdrabbelt habe (das war, als ich krank geschrieben war) wollten wir jetzt wenigstens unsere Urlaubspläne mitteilen. Wenig überraschend ist meine Cousine (die mit der Hochzeit in Portugal) schwanger, mein Opi verwirrt, meine Mutter meldet sich nie und es ist warm in Bielefeld. Überraschend ist auch meine Omi zunehmend verwirrt und außerdem hat sie ein Buch von Walter Moers gelesen (wir mögen Walter Moers beide sehr, haben ihr aber mehrfach gesagt, dass wir nicht glauben, dass ihr das gefallen würde), was ihr, wieder wenig überraschend, überhaupt nicht gefiel.
  • Dann machten wir einen Spaziergang. Erst diskutierten wir mit Michel erfolglos die Wahl der Draußenbekleidung. Er weigerte sich standhaft, seinen Winteranzug anzuziehen. Also ließen wir ihn mit Fleecejacke und Jogginghose raus. Ca. 25 Meter vor der Haustür sagte er „Mir ist kalt.“, was aber auf Nachfragen zu „Mir ist Wald.“ erklärt wurde. Schon klar. Naja, wir wollten ja nur bis zum Bakklandet, tranken dann da halt drinnen einen Kaffee und auf dem Rückweg rannte er dann den Großteil des Weges um nicht zu frieren. Ich fror auf dem Rückweg auch nicht, weil ich Pippi nach Hause trug, die nicht im Wagen sitzen wollte, aber beim Laufen wegen dem kalten Wind im Gesicht auch sehr fror. Dazu sang ich ihr „Der lustige Astronaut“ vor, beim „Laaaaalalalalaaaalaaaalaaaala“ machte sie nach dem dritten mal auch mit, das ist schon sehr niedlich, wenn sie singt. Alles in allem war es ein schöner Ausflug und vor allem eine willkommene Abwechslung vom Aufräumen. Und das beste: Rexto Plexto hat derweil die Bude gesaugt.
  • Sendung mit der Maus und paralleles Brokkoli-schnippeln. Wir mögen alle gerne rohen Brokkoli, deshalb kam nicht ganz die anvisierte Menge in der Suppe an.
  • Brokkolisuppe zum Abendbrot, dazu Brot und einen Klecks saurer Sahne. Michel brachte uns alle zum Lachen mit dem Spruch „Ich will auch Rømme, aber erst muss ich aufs Klo. Bis später dann!“ Dann servierte uns Michel noch Nachtisch: Weintrauben für Pippi (die sehr dankbar war) und Minipaprika und „Gurke“ für sich. Die Gurke war aber eine Zucchini, was er auf Nachfrage mit „Ja. Für Papa.“ erklärte. Dann holte er aber noch richtige Gurke, steckte Gurkenstücke und Paprika auf einen Spieß und aß es wie Schaschlik. Manchmal könnte ich den einfach auffressen, weil der so toll ist.
  • Rund ums Essenzubereiten haben wir schon mal angefangen, aufzuräumen. Morgen kommt ja Liv.
  • Nach dem Essen satt die satten Kinder ins Bett gebracht. Beide Erwachsenen schliefen kurz bei den jeweiligen Kindern ein. Nachdem Karen das in einem Kommentar hier vorschlug, habe ich beschlossen, nicht mehr dagegen anzukämpfen, sondern mich darauf einzulassen und zu hoffen, dass ich recht schnell wieder aufwache. Und es hat, zumindest heute, funktioniert. Erstens schläft Pippi schneller ein, wenn ich mich auch entspanne (sie will nicht mehr in die Manduca zum Einschlafen, sondern einfach im Bett liegen und kuscheln, es muss aber dunkel sein und Handy ist nicht) und ich döse eben eine halbe Stunde. Danach stehe ich wieder auf (so der Plan, und wie gesagt, heute hat’s geklappt) und mache mit dem Abendprogramm weiter.
  • Abendprogramm: Wohnung Liv-fertig machen, Pizzateig ansetzen, Gemüse für Pizza grillen, Brotdosen machen, eine Maschine Wäsche waschen, aufhängen, eine weitere Maschine Wäsche anwerfen, Spülmaschine laufen lassen, Schnecken füttern und sprühen, Müll runterbringen, eine email schreiben. Zähneputzenabinsbett.
  • Den Tag am Computer aufschreiben, damit’s schneller geht.

Und jetzt: ganz schnell schlafen!

 

Tag 545 – WmDedgT im Februar ’17

Es ist der 5., das heißt, dass Frau Brüllen von uns wissen möchte: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Ja, erstmal früh aufstehen. Yeah. Mein persönlicher Tiefpunkt des Tages: vor halb acht die Kinder beide zum Teufel wünschen (da war Pippi schon ewig wach und hatte ihre Füßchen immer wieder in meine Unterhose gesteckt, kleine Füßchen, mit kleinen Knubbelzehen, mit scharfkantigen Zehennägeln), inklusive anschnauzen. Egal. Wer so schon morgens die Hoffnung auf den Mutterorden fahren lassen kann, der kann dann auch die Kinder Nutellabrötchen und Muffins frühstücken lassen. Auf die Art konnte ich mir genug Zeit erkaufen, um mir einen Kaffee zu machen und nach dem Kaffee war ich dann auch ein Mensch. Ein grummeliger immernoch, aber mit frischen Brötchen auf dem Tisch ging es dann weiter bergauf. 

Um halb neun waren wir mit dem Frühstück fertig. Gut das die Sendung mit der Maus da schon abrufbar ist. Wir räumten also zusammen das Frühstück weg und sahen dann Maus. Und dann Dino-Zug. Dann rief Herr Rabe an, der auf seinen Bus wartete und wir FaceTime-Redeten ein bisschen, wobei hauptsächlich die Kinder redeten und ich aufpasste, dass sie mein Handy pfleglich behandeln. Nach dem Telefonat waren die Kinder etwas aufgedreht und wir spielten ein bisschen Dino-Zug (Michel ruft dann „Zeit-Tunnel!“ und dann müssen wir uns alle festhalten und dann besuchen wir ganz tolle Dinosaurierfreunde), Pippi sogar mit Brille. 


Nachdem wir so munter durch die Zeit gereist waren, wollten wir duschen. Ich machte die Badewannen fertig, währenddessen zerdepperte Pippi Michels Glas. Alle barfuß und Glassplitter, wie schön. Immerhin holte Michel sofort den Staubsauger, als ich ihn darum bat. Und stöpselte ihn ein und machte ihn an. Und aus. Und an. Irgendwann hatte ich aber tatsächlich alle Splitter weggesaugt und wir gingen Baden / machten aus Ermangelung an 1,70 m langen Faltbadewannen andere Körperpflegedinge. Derweil schickte ich Rexto Plexto durch die Küche. Fertig gereinigt schmierten wir uns alle gegenseitig mit der neu gekauften Bodylotion ein, hatten dabei viel Spaß und dann zogen wir uns an. 

Zum Mittagessen machte ich uns aus den Resten von gestern Bratnudeln. Dabei kam bei Michel etwas Sprachverwirrung auf: 

Das ist aber auch komisch. 

Pippi war inzwischen hundemüde und Herr Rabe vermeldete, dass sie an Værnes vorbei gefahren seien. Ich überredete die Kinder mit Engelszungen zum Aufräumen im Wohnzimmer, Rexto Plexto saugte derweil das Esszimmer, ich komplimentierte die Kinder in ihre Draußensachen und dann gingen wir los, Herrn Rabe abholen. Nach drei Minuten Kinderwagengeschaukel war Pippi eingeschlafen. Michel war sehr aufgeregt und laberte in einer Tour. Als wir dann am Bus waren und Herrn Rabe wiederhatten, sagte er dann erstmal nichts. 

Zwei Minuten später hatte er sich gefangen und hörte von da an bis zum Einschlafen am Abend quasi nicht mehr zu reden auf. Wir gingen unter Erzählen einen Kaffee holen, wurden dann nach Hause gequatscht, dort wurde der Einkauf von Herrn Rabe ausgiebig kommentiert, uns wurde noch einmal etwas Dinozug erklärt, das Kochen und Aufräumen wurde kommentiert, das Essen selbst natürlich auch, ungelogen nicht mal beim Zähneputzen schaffte er es, nicht zu reden. Uff. Wir alle haben jetzt nicht nur einen Knopf an der Backe. 

Nach dem Essen (Nudeln mit Sauce) machten wir die Kinder bettfertig, putzten alle die Zähne und dann brachte Herr Rabe Michel ins Bett, während ich Pippi in den Schlaf schaukelte (mein armer Rücken). Wie durch ein Wunder schaffte ich es, sie ins Bett zu verfrachten ohne dass sie aufwachte und so konnte ich noch weiter aufräumen, morgen früh kommt nämlich unsere neue eventuell-Putzfrau. Aufregend!

So, und jetzt nehmen Sie’s mir bitte nicht übel, ich hab sicher die Hälfte vergessen, aber mir fallen schon beim Schreiben die Augen zu. Gute Nacht!