Tag 2730 – Winterwonderland.

Eigentlich hatte Michel heute einen Arzttermin, zu dem ich ihn 30 Minuten hätte fahren müssen, aber der wurde heute morgen wegen Krankheit der Ärztin abgesagt. Das fand ich erst reichlich schockierend, einfach weil ich (und Michel) sehr darauf eingeschossen waren, aber im Endeffekt war das gar nicht so schlimm. Wir versinken nämlich hier sogar am nördlichen Rand von Østlandet im Schnee. Es schneit seit gestern Abend feinsten Pulverschnee, was schön anzusehen ist, aber zum Auto fahren ist das eher nicht so schön. Es gab auch viele Unfälle, quer gestellte LKWs, Staus und die Putzhilfe kam etwas zu spät, weil sie hinter dem Räumfahrzeug herkriechen musste. Die Räumenden kommen gar nicht hinterher, Salz und Split ist eh aus, und so hoffen wir alle einfach, dass sich Konacar auch morgen noch durch den Schnee pflügen kann, damit die Kinder zur Schule kommen, ohne durch (für sie) knietiefen Schnee waten zu müssen. Unter dem sehr losen Schnee ist ja auch nach wie vor eine massive Eisschicht, was ein ganz neues und echt anstrengendes Spaziererlebnis ergibt, ich habe das ausprobiert. Und es soll jetzt erst mal so weiter schneien. Ich hoffe, die Müllabfuhr kommt trotzdem irgendwann zu uns durch, die Feiertage waren geradezu peinlich müllintensiv.

Apropos Putzhilfe, das ist eigentlich auch so ein Nachtrag zu den losen Fäden: ich habe heute eine andere Firma beauftragt. Die waren 5 Stunden zum Erstreinigen da, das ist viel, aber jetzt ist es auch richtig sauber. So richtig richtig. Es ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Und ab jetzt soll es auch nur 3 Stunden dauern.

Weiterer Nachtrag: Herr Rabe hat heute die neue Heizspirale in den Backofen eingebaut und jetzt geht der Ofen auch auf Oberhitze wieder, ohne, dass die Sicherung rausfliegt, Hurra! Die Gütersloher Firma war echt schnell mit der Lieferung und wir haben sogar noch in letzter Minute einen Nupsi für den Staubsauger in den Warenkorb werfen können. Für den allein (so ein kleines Plastikdings, mit dem man die Größe des Loches am Schlauch, bei dem ich gar nicht verstehe, warum es da überhaupt ist, regulieren kann) hätten sich die Versandkosten nie im Leben gelohnt, aber jetzt ist das Loch endlich nicht mehr mit Gaffa zugeklebt.

Tag 2713 – Drei Viertel.

Bäder geputzt, Schweine gegossen, Blumen sauber gemacht, Kamin und Flur gesaugt. Mich bei der ganzen Putzerei noch mal über die Putzhilfe geärgert, weil ich überall runde Ecken, die schon lange rund sind, finde. Eine kleine* Spinne erst obdachlos und dann leblos gemacht, weil bei Spinnen im Schlafzimmer bei mir echt Grenzen weit überschritten sind. Nach draußen setzen hat grad den selben Effekt wie der Hausschuh, nur langsamer.

Als Herr Rabe wieder da war, hat er mit den Kindern den Baum geschmückt, während ich gekocht habe. Michel war erst voll dabei, aber dann kam er in die Küche gerannt und wusch sich mehrmals laut schimpfend die Hände, weil er „Baumsirup“ an den Händen hatte. Schlimm, diese Naturprodukte, harzen einen einfach an. Das Wort Baumsirup hat Michel übrigens selbst erfunden, auf Norwegisch heißt es harpiks und hat weder mit Baum noch mit Sirup irgendwas zu tun. Ich finde Baumsirup kommt in die Kategorie „Pinguinlatschen“** – also Wörter, die Michel sich ausdenkt, weil sie beschreiben, was in seinem Kopf dazu vorgeht. Der Baumsirup veranlasste ihn dann aber zum Baden, immerhin.

Morgen ist Büro und dann Zahnarzt mit Bohren und teuer. Weiß noch nicht, was mich mehr „freut“.

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*sah aus, als hätte sie Potential, ordentlich groß zu werden

**Flossen (zum Schwimmen)

Tag 2712 – Halb.

Herr Rabe ist Geburtstag feiern, ich schaukele den Rest. Das ist ok, erstaunlicherweise bin ich bisher gar nicht in Panik ausgebrochen. Pippi hat sich dann auch sehr spontan überlegt, dass sie von ihrer Freundin gar nicht mehr nach Hause möchte und heute da schläft. Statt Pippi abzuholen, habe ich also nur ihre Zahnbürste, frische Unterwäsche und einen Teddy da hin gebracht. Davor und danach habe ich geräumt und geputzt und jetzt fühle ich mich in Küche und Wohnzimmer wieder wohl und kann morgen direkt mit den Bädern weiter machen (ohne da noch groß aufräumen zu müssen). Ich bin zufrieden mit mir, so insgesamt. Es war sogar noch genug Zeit und Ruhe für lange Vorlesen und eine Runde kuscheln mit Michel und eine Stunde Geige spielen. Hurra.

Tag 2573 – Gubblox der Spülmaschinengubbel.

Unsere Spülmaschine macht in letzter Zeit immer mal wieder nicht richtig sauber. Da ist dann nach dem Spülen so ein fettiger Film auf allem Plastik. Das ist ganz schön eklig. Gestern kam erschwerend hinzu, dass ich die Spülmaschine im Glauben, die Putzhilfe käme am nächsten Tag und würde sie zumindest öffnen, vorm Urlaub noch angestellt hatte. Aber dann kam die Putzhilfe ja gar nicht und die Spülmaschine stand zwar sauber aber auch dicht geschlossen (also innen feucht) drei Wochen herum. Während es warm war. Das sind gute Voraussetzungen für mikrobielles Wachstum und aus dem vorher schon vorhandenen Siff in Ritzen, Rädchen und sonstigem (der dafür sorgte, dass es manchmal nicht sauber wurde) wurde Gubblox der Spülmaschinengubbel. Er grüßte freundlich („Gubblox! Gubblox!“) als ich die Maschine öffnete. Interessante Farben auch. Äh ja.

Das klingt jetzt, als wären wir siffig, das sind wir aber gar nicht. Ich mache wirklich regelmäßig das Spülmaschinensieb sauber und wische gründlich über die Dichtung um die Klappe und dachte bisher, damit sei es getan. Und ich wette, viele von Ihnen machen auch nicht wesentlich mehr. Deshalb hier ein wohlgemeinter Rat: so eine Spülmaschine hat erstaunlich viele Ritzen und Löchlein und Laufschienen und auch Dichtungen. Und eine sollte da wohl sauber machen, BEVOR Gubblox grüßt. So richtig sauber machen, nicht nur ne Tablette reinschmeißen und leer laufen lassen. Bei unserem Modell kann man fast alles aus- und auseinanderbauen. Allein das Spülmaschinensieb besteht bei uns zum Beispiel aus drei Teilen und an eines von denen kommt man schlecht ran, solange das noch zusammengebaut ist. Und genau da bildet sich dann der Gubbel. Oder wussten Sie, dass man die Klappe vom Klarspülerfach abmachen kann, oder dass sich unter der Dichtung vom Spülmittellfach auch Siff ablagert? Ich schätze, das kann ich allerdings jetzt natürlich nicht belegen, dass das viel weniger eklig ist, wenn man das etwas öfter sauber macht als, sagen wir mal so rein hypothetisch, alle 4 Jahre*.

Ich plane, das in Zukunft eher so jährlich zu machen. Also alles abbauen und einzeln gründlich schrubben. Das Spülmaschinensieb wird in Zukunft jedes Mal auseinander gebaut, wenn es eh sauber gemacht wird. Und die Gummilippe UNTEN an der Klappe würde ich vielleicht so alle 6 Monate** so gut es geht reinigen. Die Klappe kann man nämlich nicht einfach abbauen und an diese Lippe, die man ja auch nicht sieht, kommt man deshalb echt schlecht ran. Da kam aber heute einiges zum Vorschein, ich erspare Ihnen Details.

Es gibt kein Vorher-Foto von Gubblox. Aber ein Nachher-Foto von der blitzsauberen, shiny Spülmaschine:

Bling bling.

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*Unter der Annahme, dass die Vorbesitzerin des Hauses die Spülmaschine ähnlich grundgereinigt hat, bevor wir das Haus übernommen haben. Was, btw., exakt 4 Jahre her ist.

**Wir brauchen langsam so was wie einen Jahresplaner für selten(er) anfallende Haushaltstätigkeiten.

Tag 2566 – Ruhig angehen.

Familie Wunnibar hat heute ihren Legoland-Ausflug nachgeholt und wir waren also allein. Nicht ganz allein, weil gestern Teile meiner Schwiegerfamilie angereist sind, die 5 km von hier ein Ferienhaus gemietet haben. Aber immerhin so allein, dass wir lange geschlafen haben und *hust* keine Alibi-Schlafanzughose fürs Frühstück angezogen haben.

Nach dem Frühstück fuhren wir zu besagtem Ferienhaus in 5 km Entfernung, eigentlich, um die Kinder abzuliefern, uneigentlich brauchte Michel etwas Überredung und Pippi erst noch Hilfe dabei, das Batteriefach an ihrer Seifenblasenmaschine zu öffnen. Das hat nämlich vier kleine Schräubchen, die tief versenkt in dem Plastikdeckel sind. Die Schrauben loszudrehen war leider mit diversen Multitools nicht machbar, weil zu spitz, schief, dick… aber am Ende schaffte ich es mit einer Bastelschere und Geduld. In your face, fake Schweizer Taschenmesser.

Nachdem die Kinder aber doch bereit waren, mit „Oma“ (Tante) und Opa in den Ort zu fahren und einzukaufen, fuhren wir zurück zu unserem Ferienhaus, um da zu… putzen. So romantisch. Aber jetzt ist es aufgeräumt und sauber. Kurz.

(Es ist hier allerdings, dafür dass hier 8 Menschen auf 120 qm „wohnen“, von denen 4 ungefähr gar nicht freiwillig aufräumen, durchgängig sowohl überraschend aufgeräumt als auch überraschend sauber.)

Den Rest der kinderfreien Zeit („Oma“ und Opa waren mit den Kindern Eis essen gegangen) nutzten wir zur Körperpflege und dazu, den Whirlpool auch mal auszuprobieren. Fazit: ist nice so mal im Urlaub, aber zu Hause bade ich lieber mit Schaum statt mit Chlortabletten, dafür nehme ich gerne in Kauf, dass meine Badewanne nicht blubbert.

Als wir die Kinder zurück hatten, schleuste Herr Rabe sie ebenfalls durch das Körperpflegeprogramm, während ich einkaufte, danach gingen wir spontan Burger im Ort essen und trafen auch da die Schwiegerfamilie.

Danach Bett (Pippi) und Rumhängen und dann Bett (Michel) und Rumhängen (wir).

Ein gelungener Tag.

Tag 2175 – Was schaffen.

Ja, also ich hab ja Urlaub, ne? Dementsprechend habe ich heute lange geschlafen, im Bett Kaffee getrunken und ein Buch auf der Terrasse gelesen.

Nicht.

Ich hatte um neun einen Termin zur Blutabnahme, war um viertel nach neun im Baumarkt, habe den noch bewölkten Himmel zum Unkraut jäten genutzt und dann zum Fenster putzen. Jetzt kann man zwar wieder rein und raus gucken, aber das mit dem Urlaub machen, das muss ich noch üben, scheint mir.

Ich möchte dafür weder Lob noch Mitleid. Es ist eine reine Feststellung, dass ich immer erst mal irgendwas „arbeiten“ muss, bevor ich was „zum Vergnügen“ machen „darf“. All das kommt rein aus mir, niemand steht mit der Peitsche hinter mir, ich höre nicht mal irgendeine konkrete Stimme in meinem Kopf oder sehe einen konkreten tadelnden Blick. Nichts. Einfach ganz tief verwurzelte, von allen Seiten schon immer vorgelebte, protestantische Arbeitsethik. Plus Frausein, vermutlich, Frauen haben ja auch sonntags nicht frei, wer macht denn dann den Braten. Und ein Tacken Zwanghaftigkeit kommt bei mir auch noch dazu, ja.

Wie gesagt. Ich übe das noch. Die Fenster sind ja jetzt auch geputzt.

Tag 1696 – Corontäne Tag 23.

Same procedure as last weekend, Mrs. Rabe?

Same procedure as every weekend, Mr. Rabe.

Wir haben geputzt. Herr Rabe hat dann mal grad unsere Jutebeutelsammlung sortiert und gefaltet. Ich lebe mit einer unstrukturierten, männlichen Marie Kondo zusammen.

Wir haben außerdem heute, aus Gründen*, die Scheren versteckt.

*der Grund war ein abgeschnittenes Rolloband, was natürlich erst niemand und dann „jemand, der zu Besuch gekommen ist“ war. Wir hatten seit Mitte Februar keinen Besuch.

Michel ist ganz alleine und ohne Weinen eingeschlafen, und das kam so: ich wollte mich nach der Einschlafbegleitung aus dem Bett schleichen, im Glauben, beide Kinder schliefen. Da sagte Michel „Mama?“. Ich sagte „Ich geh grad in die Küche und kümmere mich um die Hefe, dann komme ich wieder.“ „Versprochen?“ „Versprochen.“ und als ich dann 10 Minuten später wieder hoch kam, schlief er. Das kann ich an einer Hand abzählen, dass Michel in 7,5 Jahren mal alleine und ohne Weinen oder 35 mal aus dem Zimmer wieder raus zu kommen eingeschlafen ist.

Die Hefe. Hefe ist aus, überall in Norwegen, die Leute scheinen zu backen als gäb’s kein Morgen mehr. Roggenmehl ist auch aus, das bekümmert mich mehr, denn Hefe ist ja nun mal Hefe und recht einfach zu vermehren. Ich habe also heute unseren letzten Drittel Hefeklotz mit ein bisschen Wasser (so etwa 100 mL), einem Esslöffel Zucker und etwa drei Esslöffeln Mehl zu einer Suppe verrührt, das durfte dann etwa 4 Stunden in der warmen Küche stehen, ich hab immer mal wieder kräftig umgerührt (ich will ja Vermehrung, keine Gärung, also rein mit dem Sauerstoff) und als es anfing, säuerlich zu riechen (also als Michel kurz vorm Einschlafen war), habe ich so viel Mehl reingeknetet, dass ich einen hantierbaren Teig hatte. Davon habe ich etwa die Hälfte portionsweise eingefroren und die andere Hälfte in den Kühlschrank gestellt, wo sie noch ein bisschen rumpupsen und morgen so zur Hälfte in einen Hefezopf wandern darf. Und dann gucke ich weiter, theoretisch kann man die ja auch immer weiter führen wie Sauerteig, praktisch wird man die wohl relativ schnell kontaminieren und dann aufpassen müssen, dass die Hefe die Oberhand behält und man nicht am Ende einen zweiten, hefelastigen Weizensauer hat.

Nawwww, Hefebaby pupst.

Tag 1689 – Corontäne Tag 16.

Großer Putztag, aber spät, weil erst noch Putzmittel eingekauft werden mussten. Ok, ein Putzmittel. Und Lebensmittel. Es war eigentlich abgemacht, dass Herr Rabe schon mal mit dem Putzen anfängt, während ich das eine Putzmittel besorge. Man hätte ohne dieses Putzmittel schätzungsweise etwa 97% des Hauses putzen können. Ich kaufte also ein. Das war schön, so alleine, und überall wenige Leute, die alle auf Abstand achten, überall lagen Handschuhe und Desinfektionsmittel aus, und bis auf Hefe und geschälte Tomaten in der Dose gab es auch alles noch. Ich kaufte, weil es die gab*, Hanteln, damit ist jetzt jede Ausrede weg und ich kann deutlich effektiveres Krafttraining für die Schulter machen auch wenn ich zur Zeit nicht in den Fitnessraum bei der Arbeit oder das Fitnessstudio kann. Ich kaufte auch einen neuen Mopp, weil ich dachte, das würde vielleicht motivieren, aber Herr Rabe mobbt den Mopp und hätte lieber einen Wischer, aber die sind leider, leider alle weggehamstert**.

Jedenfalls kam ich nach Hause, verräumte die Einkäufe und wollte nur eben Herrn Rabe mitteilen, dass nun auch die letzten 3% geputzt werden können, aber als ich nach oben kam, entfleuchte mir ein „Oh je.“. Herr Rabe hatte nämlich irgendwie zu Anfang des Putzens aus Gründen den Lagerraum betreten und dann da angefangen aufzuräumen. Dazu wurde der ganze Raum zunächst ausgeräumt, diverses umsortiert und manches wieder zurückgeräumt, aber nicht alles und das lag alles lustig verstreut und aufgetürmt vor dem Lagerraum herum. Man kennt das – putzen wollen und dann erst mal mehr Chaos veranstalten, weil man im so ziemlich unwichtigsten Raum des Hauses drauf kommt, dass die Weihnachtsbaumkugeln in einer durchsichtigen Box doch besser zur Geltung kommen.

Also Herr Rabe kennt das. Ich kenne sowas überhaupt gar nicht, ich kann ja bei einem Plan von diesem nicht abweichen. Inzwischen hatte ich fast 13 Jahre Zeit um mich daran zu gewöhnen und an guten Tagen, so wie heute, kann ich mit Herrn Rabe zusammen über unsere manchmal schwer zu vereinbaren Eigenheiten lachen. An schlechten (die deutlich überwiegen) flippe ich wegen sowas gerne aus und wir kriegen uns darüber furchtbar in die Haare.

Immerhin haben wir jetzt einen sehr aufgeräumten Lagerraum und Herr Rabe hat auch noch Bilder aufgehängt. Und unter dem Bett gesaugt.

Ich habe die Küche geputzt und die Bäder so halb. So zum Vergleich.

Während des Ganzen hatte ich übrigens den ganzen Tag „Pink fluffy unicorns dancing on rainbows“ im Ohr, weil Pippi gestern ein Bastelset von der Tante bekam und den ganzen Tag rosa Einhörner anmalt.

In meinem Kopf war es heute sehr lustig.

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*online sind Hanteln und vieles andere Sportzeug überall ausverkauft

**nicht wirklich aber wer den Mopp kauft hat die Macht, so will es das Gesetz

Tag 1552 – Tag des Ekelgubbels.

Es gibt so Ecken in Haushalten, da sollte man wohl öfter hingucken, tut es aber aus Gründen nicht. Also wir jedenfalls. Obwohl wir vermutlich schon viel öfter gucken als viele andere, aber trotzdem ist es jedes Mal echt richtig schlimm eklig. Die Ecken sind (meiner Meinung nach und bestimmt keine vollständige Auflistung):

  • Das Spülmaschinensieb
  • Das Dichtungsgummi der Spülmaschine
  • Das Flusensieb der Waschmaschine
  • Das Dichtungsgummi der Waschmaschine
  • Der Duschabfluss (und zwar nicht der „oben“, sondern der danach, wo all die durchgeflutschten Haare sich drin sammeln)
  • Generell Abflüsse

In der alten Wohnung hatte ich auch immer ein Grauen davor, die Filter der Dunstabzugshaube zu reinigen, weil das beim Einzug so eine widerliche Geschichte war, aber siehe da, wenn man das alle halbe Jahr mal macht, ist das gar nicht schlimm, das hat es also von der Liste runter geschafft.

Heute hat mich aber der Rappel gepackt und die Dusche und die Waschmaschine sind nun erledigt. Die Dusche… herrje. Ich weiß ja, dass das ganz menschliche Dinge sind, die sich da ablagern. Hauptsächlich vermutlich Hautschuppen, Haare und Seifenreste. Aber dass das so ein ekliger Schlonz werden muss, der sich auch kaum entfernen lässt (weil FETT), ist schon etwas abstoßend. Hier hilft (zum Merken fürs nächste mal) alles in einen Eimer mit Wasser und Kloreiniger stellen und einweichen lassen. Und dann halt schrubben, schrubben, schrubben. Blärgs. Spülbürste hinterher wegwerfen.

Dagegen war das Flusensieb der Waschmaschine ein Spaziergang. Ich hab sogar 10 Kronen drin gefunden, die jetzt aber Michel gehören. Allerdings war die Türdichtung da voller Schmier, der sich gefühlt durch Wischen nur verteilte, aber nicht entfernen ließ. Ich wischte alles Grobe weg, googelte kurz und warf dann 2 Spülmaschinentabs in die Trommel und ließ das 95 Grad-Programm laufen. Das benutzen wir sonst nie (wozu auch). Das half tatsächlich, die Dichtung ist wieder gubbelfrei.

Zusammen mit einem größeren Einsatz im Kinderkleiderschrank und in allen unseren „andere Saison/noch zu groß“-Kisten war das ein haushaltsmäßig produktives Wochenende. Morgen wird eine weitere Tüte Kinderkleidung an die befreundete Familie übergeben, die haben nämlich eine Tochter in Michels Alter, die zwar eher klein ist aber keine Kleider mehr anziehen will (von da kommen also viele Sachen für Pippi) und einen Sohn der ein Jahr jünger ist als Pippi und auch recht klein, alles was Pippi nicht mehr passt (außer Kleider) geht also an die. So haben wir einen lustigen Kleidungskreislauf und sind auch alle cool damit, dass das was nicht passt oder gewollt ist halt anderweitig weitergegeben wird. Wie Kleiderkreisel nur ohne Geld.

Und dann war da noch der Picasso-T-Rex, den Pippi immer wieder neu zusammengebaut hat: und der winzige Rosenkohl, den Pippi eifrig aus seinen Hüllen freigelegt hat:

Und jetzt Augen zu, damit es wenigstens noch sechs Stunden Schlaf werden.

Tag 1208 – Drei Stunden.

Ich habe heute geputzt. Jaja, mal wieder, ich weiß, der Putzfimmel lugt schon ums Eck, aber nach der Backaktion klebte die Küche und Badezimmer sollten schon, finde ich jedenfalls, ein mal die Woche geputzt werden. Zumal sich da immer viel Haar-Flusen-Staub ansammelt, der auf weißen Fliesen natürlich noch mehr auffällt, als zum Beispiel auf den graumelierten Flurfliesen. Außerdem wollte ich gerne mal wissen, wie lange es tatsächlich dauert, hier einmal so durchzufeudeln, wie ich finde, dass es getan werden sollte.

Es dauert ziemlich genau drei Stunden reines Putzen (und dazugehöriges Räumen, also Stühle vorm Wischen aus einem Raum und wenn der Boden trocken ist wieder in den Raum tragen). Wenn man halt überall erstmal aufräumen muss, dauert es deutlich länger und ich finde das Aufräumen auch 538 mal schlimmer als das Putzen an sich. Gnah, überall Spielzeug, ein Flummi und ein Wasserball unterm Sofa, Tannenzapfen unterm Fernseh-Möbel, Tausend Kunstwerke* in der Küche. Obendrein ist die Küche voller Verpackungen. Kartons verschiedenster Größe warten da darauf, dass ich die Schnauze voll habe und sie entweder auf den Dachboden oder direkt in die Altpapiertonne bringe. Wegen des Aufräumens habe ich auch weder Kinderzimmer noch Arbeitszimmer überhaupt betreten, weil, hui, nö. Das Kinderzimmer sieht aus, als wären da vier bis sieben Spielzeugkisten explodiert und was bin ich froh, dass ich da einfach die Tür zumachen kann und dann muss ich das nicht mehr sehen. Davon räumt es sich auch nicht auf, aber ich kann’s besser ignorieren. Aber egal, ich schweife ab, ich weiß jetzt also: einmal Putzen dauert etwa drei Stunden, sagen wir mal, mit Arbeits- und Kinderzimmer, mit (hoffentlich demnächst mal vorhandenen) Regalen im Wohnzimmer (die man dann natürlich auch abstauben muss) und einem Päuschen zwischendurch vier.

Mal sehen, ob ich wen hier finde, der das gegen Geld tut. Vier Wochen Vorlauf scheint mir eine gute Zeitspanne für die Suche, zumal ja noch Weihnachten** dazwischen ist.

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*Vulkane! Alles Vulkane! Michel malt pro Tag ca. drei Vulkane und ich frag mich langsam schon, ob er uns damit irgendwas anderes sagen will, als dass ihn Vulkane und Dinosaurier halt immer noch faszinieren.

**Ich hab heute auch nur leise geflucht, ein bisschen ge-orrrt und viel geseufzt, als die neu gekaufte Lichterkette für draußen schon total verwurschtelt aus der Packung kam. Und als das Verlängerungskabel ganz verbogene Anschlusskontakte hatte, hab ich nur „Hm.“ gemacht und es dann halt umgetauscht. Und nun ist es hübsch (Foto morgen, die Zeitschaltuhr hat es schon ausgestellt.)