Tag 2573 – Gubblox der Spülmaschinengubbel.

Unsere Spülmaschine macht in letzter Zeit immer mal wieder nicht richtig sauber. Da ist dann nach dem Spülen so ein fettiger Film auf allem Plastik. Das ist ganz schön eklig. Gestern kam erschwerend hinzu, dass ich die Spülmaschine im Glauben, die Putzhilfe käme am nächsten Tag und würde sie zumindest öffnen, vorm Urlaub noch angestellt hatte. Aber dann kam die Putzhilfe ja gar nicht und die Spülmaschine stand zwar sauber aber auch dicht geschlossen (also innen feucht) drei Wochen herum. Während es warm war. Das sind gute Voraussetzungen für mikrobielles Wachstum und aus dem vorher schon vorhandenen Siff in Ritzen, Rädchen und sonstigem (der dafür sorgte, dass es manchmal nicht sauber wurde) wurde Gubblox der Spülmaschinengubbel. Er grüßte freundlich („Gubblox! Gubblox!“) als ich die Maschine öffnete. Interessante Farben auch. Äh ja.

Das klingt jetzt, als wären wir siffig, das sind wir aber gar nicht. Ich mache wirklich regelmäßig das Spülmaschinensieb sauber und wische gründlich über die Dichtung um die Klappe und dachte bisher, damit sei es getan. Und ich wette, viele von Ihnen machen auch nicht wesentlich mehr. Deshalb hier ein wohlgemeinter Rat: so eine Spülmaschine hat erstaunlich viele Ritzen und Löchlein und Laufschienen und auch Dichtungen. Und eine sollte da wohl sauber machen, BEVOR Gubblox grüßt. So richtig sauber machen, nicht nur ne Tablette reinschmeißen und leer laufen lassen. Bei unserem Modell kann man fast alles aus- und auseinanderbauen. Allein das Spülmaschinensieb besteht bei uns zum Beispiel aus drei Teilen und an eines von denen kommt man schlecht ran, solange das noch zusammengebaut ist. Und genau da bildet sich dann der Gubbel. Oder wussten Sie, dass man die Klappe vom Klarspülerfach abmachen kann, oder dass sich unter der Dichtung vom Spülmittellfach auch Siff ablagert? Ich schätze, das kann ich allerdings jetzt natürlich nicht belegen, dass das viel weniger eklig ist, wenn man das etwas öfter sauber macht als, sagen wir mal so rein hypothetisch, alle 4 Jahre*.

Ich plane, das in Zukunft eher so jährlich zu machen. Also alles abbauen und einzeln gründlich schrubben. Das Spülmaschinensieb wird in Zukunft jedes Mal auseinander gebaut, wenn es eh sauber gemacht wird. Und die Gummilippe UNTEN an der Klappe würde ich vielleicht so alle 6 Monate** so gut es geht reinigen. Die Klappe kann man nämlich nicht einfach abbauen und an diese Lippe, die man ja auch nicht sieht, kommt man deshalb echt schlecht ran. Da kam aber heute einiges zum Vorschein, ich erspare Ihnen Details.

Es gibt kein Vorher-Foto von Gubblox. Aber ein Nachher-Foto von der blitzsauberen, shiny Spülmaschine:

Bling bling.

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*Unter der Annahme, dass die Vorbesitzerin des Hauses die Spülmaschine ähnlich grundgereinigt hat, bevor wir das Haus übernommen haben. Was, btw., exakt 4 Jahre her ist.

**Wir brauchen langsam so was wie einen Jahresplaner für selten(er) anfallende Haushaltstätigkeiten.

Tag 2566 – Ruhig angehen.

Familie Wunnibar hat heute ihren Legoland-Ausflug nachgeholt und wir waren also allein. Nicht ganz allein, weil gestern Teile meiner Schwiegerfamilie angereist sind, die 5 km von hier ein Ferienhaus gemietet haben. Aber immerhin so allein, dass wir lange geschlafen haben und *hust* keine Alibi-Schlafanzughose fürs Frühstück angezogen haben.

Nach dem Frühstück fuhren wir zu besagtem Ferienhaus in 5 km Entfernung, eigentlich, um die Kinder abzuliefern, uneigentlich brauchte Michel etwas Überredung und Pippi erst noch Hilfe dabei, das Batteriefach an ihrer Seifenblasenmaschine zu öffnen. Das hat nämlich vier kleine Schräubchen, die tief versenkt in dem Plastikdeckel sind. Die Schrauben loszudrehen war leider mit diversen Multitools nicht machbar, weil zu spitz, schief, dick… aber am Ende schaffte ich es mit einer Bastelschere und Geduld. In your face, fake Schweizer Taschenmesser.

Nachdem die Kinder aber doch bereit waren, mit „Oma“ (Tante) und Opa in den Ort zu fahren und einzukaufen, fuhren wir zurück zu unserem Ferienhaus, um da zu… putzen. So romantisch. Aber jetzt ist es aufgeräumt und sauber. Kurz.

(Es ist hier allerdings, dafür dass hier 8 Menschen auf 120 qm „wohnen“, von denen 4 ungefähr gar nicht freiwillig aufräumen, durchgängig sowohl überraschend aufgeräumt als auch überraschend sauber.)

Den Rest der kinderfreien Zeit („Oma“ und Opa waren mit den Kindern Eis essen gegangen) nutzten wir zur Körperpflege und dazu, den Whirlpool auch mal auszuprobieren. Fazit: ist nice so mal im Urlaub, aber zu Hause bade ich lieber mit Schaum statt mit Chlortabletten, dafür nehme ich gerne in Kauf, dass meine Badewanne nicht blubbert.

Als wir die Kinder zurück hatten, schleuste Herr Rabe sie ebenfalls durch das Körperpflegeprogramm, während ich einkaufte, danach gingen wir spontan Burger im Ort essen und trafen auch da die Schwiegerfamilie.

Danach Bett (Pippi) und Rumhängen und dann Bett (Michel) und Rumhängen (wir).

Ein gelungener Tag.

Tag 2175 – Was schaffen.

Ja, also ich hab ja Urlaub, ne? Dementsprechend habe ich heute lange geschlafen, im Bett Kaffee getrunken und ein Buch auf der Terrasse gelesen.

Nicht.

Ich hatte um neun einen Termin zur Blutabnahme, war um viertel nach neun im Baumarkt, habe den noch bewölkten Himmel zum Unkraut jäten genutzt und dann zum Fenster putzen. Jetzt kann man zwar wieder rein und raus gucken, aber das mit dem Urlaub machen, das muss ich noch üben, scheint mir.

Ich möchte dafür weder Lob noch Mitleid. Es ist eine reine Feststellung, dass ich immer erst mal irgendwas „arbeiten“ muss, bevor ich was „zum Vergnügen“ machen „darf“. All das kommt rein aus mir, niemand steht mit der Peitsche hinter mir, ich höre nicht mal irgendeine konkrete Stimme in meinem Kopf oder sehe einen konkreten tadelnden Blick. Nichts. Einfach ganz tief verwurzelte, von allen Seiten schon immer vorgelebte, protestantische Arbeitsethik. Plus Frausein, vermutlich, Frauen haben ja auch sonntags nicht frei, wer macht denn dann den Braten. Und ein Tacken Zwanghaftigkeit kommt bei mir auch noch dazu, ja.

Wie gesagt. Ich übe das noch. Die Fenster sind ja jetzt auch geputzt.

Tag 1696 – Corontäne Tag 23.

Same procedure as last weekend, Mrs. Rabe?

Same procedure as every weekend, Mr. Rabe.

Wir haben geputzt. Herr Rabe hat dann mal grad unsere Jutebeutelsammlung sortiert und gefaltet. Ich lebe mit einer unstrukturierten, männlichen Marie Kondo zusammen.

Wir haben außerdem heute, aus Gründen*, die Scheren versteckt.

*der Grund war ein abgeschnittenes Rolloband, was natürlich erst niemand und dann „jemand, der zu Besuch gekommen ist“ war. Wir hatten seit Mitte Februar keinen Besuch.

Michel ist ganz alleine und ohne Weinen eingeschlafen, und das kam so: ich wollte mich nach der Einschlafbegleitung aus dem Bett schleichen, im Glauben, beide Kinder schliefen. Da sagte Michel „Mama?“. Ich sagte „Ich geh grad in die Küche und kümmere mich um die Hefe, dann komme ich wieder.“ „Versprochen?“ „Versprochen.“ und als ich dann 10 Minuten später wieder hoch kam, schlief er. Das kann ich an einer Hand abzählen, dass Michel in 7,5 Jahren mal alleine und ohne Weinen oder 35 mal aus dem Zimmer wieder raus zu kommen eingeschlafen ist.

Die Hefe. Hefe ist aus, überall in Norwegen, die Leute scheinen zu backen als gäb’s kein Morgen mehr. Roggenmehl ist auch aus, das bekümmert mich mehr, denn Hefe ist ja nun mal Hefe und recht einfach zu vermehren. Ich habe also heute unseren letzten Drittel Hefeklotz mit ein bisschen Wasser (so etwa 100 mL), einem Esslöffel Zucker und etwa drei Esslöffeln Mehl zu einer Suppe verrührt, das durfte dann etwa 4 Stunden in der warmen Küche stehen, ich hab immer mal wieder kräftig umgerührt (ich will ja Vermehrung, keine Gärung, also rein mit dem Sauerstoff) und als es anfing, säuerlich zu riechen (also als Michel kurz vorm Einschlafen war), habe ich so viel Mehl reingeknetet, dass ich einen hantierbaren Teig hatte. Davon habe ich etwa die Hälfte portionsweise eingefroren und die andere Hälfte in den Kühlschrank gestellt, wo sie noch ein bisschen rumpupsen und morgen so zur Hälfte in einen Hefezopf wandern darf. Und dann gucke ich weiter, theoretisch kann man die ja auch immer weiter führen wie Sauerteig, praktisch wird man die wohl relativ schnell kontaminieren und dann aufpassen müssen, dass die Hefe die Oberhand behält und man nicht am Ende einen zweiten, hefelastigen Weizensauer hat.

Nawwww, Hefebaby pupst.

Tag 1689 – Corontäne Tag 16.

Großer Putztag, aber spät, weil erst noch Putzmittel eingekauft werden mussten. Ok, ein Putzmittel. Und Lebensmittel. Es war eigentlich abgemacht, dass Herr Rabe schon mal mit dem Putzen anfängt, während ich das eine Putzmittel besorge. Man hätte ohne dieses Putzmittel schätzungsweise etwa 97% des Hauses putzen können. Ich kaufte also ein. Das war schön, so alleine, und überall wenige Leute, die alle auf Abstand achten, überall lagen Handschuhe und Desinfektionsmittel aus, und bis auf Hefe und geschälte Tomaten in der Dose gab es auch alles noch. Ich kaufte, weil es die gab*, Hanteln, damit ist jetzt jede Ausrede weg und ich kann deutlich effektiveres Krafttraining für die Schulter machen auch wenn ich zur Zeit nicht in den Fitnessraum bei der Arbeit oder das Fitnessstudio kann. Ich kaufte auch einen neuen Mopp, weil ich dachte, das würde vielleicht motivieren, aber Herr Rabe mobbt den Mopp und hätte lieber einen Wischer, aber die sind leider, leider alle weggehamstert**.

Jedenfalls kam ich nach Hause, verräumte die Einkäufe und wollte nur eben Herrn Rabe mitteilen, dass nun auch die letzten 3% geputzt werden können, aber als ich nach oben kam, entfleuchte mir ein „Oh je.“. Herr Rabe hatte nämlich irgendwie zu Anfang des Putzens aus Gründen den Lagerraum betreten und dann da angefangen aufzuräumen. Dazu wurde der ganze Raum zunächst ausgeräumt, diverses umsortiert und manches wieder zurückgeräumt, aber nicht alles und das lag alles lustig verstreut und aufgetürmt vor dem Lagerraum herum. Man kennt das – putzen wollen und dann erst mal mehr Chaos veranstalten, weil man im so ziemlich unwichtigsten Raum des Hauses drauf kommt, dass die Weihnachtsbaumkugeln in einer durchsichtigen Box doch besser zur Geltung kommen.

Also Herr Rabe kennt das. Ich kenne sowas überhaupt gar nicht, ich kann ja bei einem Plan von diesem nicht abweichen. Inzwischen hatte ich fast 13 Jahre Zeit um mich daran zu gewöhnen und an guten Tagen, so wie heute, kann ich mit Herrn Rabe zusammen über unsere manchmal schwer zu vereinbaren Eigenheiten lachen. An schlechten (die deutlich überwiegen) flippe ich wegen sowas gerne aus und wir kriegen uns darüber furchtbar in die Haare.

Immerhin haben wir jetzt einen sehr aufgeräumten Lagerraum und Herr Rabe hat auch noch Bilder aufgehängt. Und unter dem Bett gesaugt.

Ich habe die Küche geputzt und die Bäder so halb. So zum Vergleich.

Während des Ganzen hatte ich übrigens den ganzen Tag „Pink fluffy unicorns dancing on rainbows“ im Ohr, weil Pippi gestern ein Bastelset von der Tante bekam und den ganzen Tag rosa Einhörner anmalt.

In meinem Kopf war es heute sehr lustig.

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*online sind Hanteln und vieles andere Sportzeug überall ausverkauft

**nicht wirklich aber wer den Mopp kauft hat die Macht, so will es das Gesetz

Tag 1552 – Tag des Ekelgubbels.

Es gibt so Ecken in Haushalten, da sollte man wohl öfter hingucken, tut es aber aus Gründen nicht. Also wir jedenfalls. Obwohl wir vermutlich schon viel öfter gucken als viele andere, aber trotzdem ist es jedes Mal echt richtig schlimm eklig. Die Ecken sind (meiner Meinung nach und bestimmt keine vollständige Auflistung):

  • Das Spülmaschinensieb
  • Das Dichtungsgummi der Spülmaschine
  • Das Flusensieb der Waschmaschine
  • Das Dichtungsgummi der Waschmaschine
  • Der Duschabfluss (und zwar nicht der „oben“, sondern der danach, wo all die durchgeflutschten Haare sich drin sammeln)
  • Generell Abflüsse

In der alten Wohnung hatte ich auch immer ein Grauen davor, die Filter der Dunstabzugshaube zu reinigen, weil das beim Einzug so eine widerliche Geschichte war, aber siehe da, wenn man das alle halbe Jahr mal macht, ist das gar nicht schlimm, das hat es also von der Liste runter geschafft.

Heute hat mich aber der Rappel gepackt und die Dusche und die Waschmaschine sind nun erledigt. Die Dusche… herrje. Ich weiß ja, dass das ganz menschliche Dinge sind, die sich da ablagern. Hauptsächlich vermutlich Hautschuppen, Haare und Seifenreste. Aber dass das so ein ekliger Schlonz werden muss, der sich auch kaum entfernen lässt (weil FETT), ist schon etwas abstoßend. Hier hilft (zum Merken fürs nächste mal) alles in einen Eimer mit Wasser und Kloreiniger stellen und einweichen lassen. Und dann halt schrubben, schrubben, schrubben. Blärgs. Spülbürste hinterher wegwerfen.

Dagegen war das Flusensieb der Waschmaschine ein Spaziergang. Ich hab sogar 10 Kronen drin gefunden, die jetzt aber Michel gehören. Allerdings war die Türdichtung da voller Schmier, der sich gefühlt durch Wischen nur verteilte, aber nicht entfernen ließ. Ich wischte alles Grobe weg, googelte kurz und warf dann 2 Spülmaschinentabs in die Trommel und ließ das 95 Grad-Programm laufen. Das benutzen wir sonst nie (wozu auch). Das half tatsächlich, die Dichtung ist wieder gubbelfrei.

Zusammen mit einem größeren Einsatz im Kinderkleiderschrank und in allen unseren „andere Saison/noch zu groß“-Kisten war das ein haushaltsmäßig produktives Wochenende. Morgen wird eine weitere Tüte Kinderkleidung an die befreundete Familie übergeben, die haben nämlich eine Tochter in Michels Alter, die zwar eher klein ist aber keine Kleider mehr anziehen will (von da kommen also viele Sachen für Pippi) und einen Sohn der ein Jahr jünger ist als Pippi und auch recht klein, alles was Pippi nicht mehr passt (außer Kleider) geht also an die. So haben wir einen lustigen Kleidungskreislauf und sind auch alle cool damit, dass das was nicht passt oder gewollt ist halt anderweitig weitergegeben wird. Wie Kleiderkreisel nur ohne Geld.

Und dann war da noch der Picasso-T-Rex, den Pippi immer wieder neu zusammengebaut hat: und der winzige Rosenkohl, den Pippi eifrig aus seinen Hüllen freigelegt hat:

Und jetzt Augen zu, damit es wenigstens noch sechs Stunden Schlaf werden.

Tag 1208 – Drei Stunden.

Ich habe heute geputzt. Jaja, mal wieder, ich weiß, der Putzfimmel lugt schon ums Eck, aber nach der Backaktion klebte die Küche und Badezimmer sollten schon, finde ich jedenfalls, ein mal die Woche geputzt werden. Zumal sich da immer viel Haar-Flusen-Staub ansammelt, der auf weißen Fliesen natürlich noch mehr auffällt, als zum Beispiel auf den graumelierten Flurfliesen. Außerdem wollte ich gerne mal wissen, wie lange es tatsächlich dauert, hier einmal so durchzufeudeln, wie ich finde, dass es getan werden sollte.

Es dauert ziemlich genau drei Stunden reines Putzen (und dazugehöriges Räumen, also Stühle vorm Wischen aus einem Raum und wenn der Boden trocken ist wieder in den Raum tragen). Wenn man halt überall erstmal aufräumen muss, dauert es deutlich länger und ich finde das Aufräumen auch 538 mal schlimmer als das Putzen an sich. Gnah, überall Spielzeug, ein Flummi und ein Wasserball unterm Sofa, Tannenzapfen unterm Fernseh-Möbel, Tausend Kunstwerke* in der Küche. Obendrein ist die Küche voller Verpackungen. Kartons verschiedenster Größe warten da darauf, dass ich die Schnauze voll habe und sie entweder auf den Dachboden oder direkt in die Altpapiertonne bringe. Wegen des Aufräumens habe ich auch weder Kinderzimmer noch Arbeitszimmer überhaupt betreten, weil, hui, nö. Das Kinderzimmer sieht aus, als wären da vier bis sieben Spielzeugkisten explodiert und was bin ich froh, dass ich da einfach die Tür zumachen kann und dann muss ich das nicht mehr sehen. Davon räumt es sich auch nicht auf, aber ich kann’s besser ignorieren. Aber egal, ich schweife ab, ich weiß jetzt also: einmal Putzen dauert etwa drei Stunden, sagen wir mal, mit Arbeits- und Kinderzimmer, mit (hoffentlich demnächst mal vorhandenen) Regalen im Wohnzimmer (die man dann natürlich auch abstauben muss) und einem Päuschen zwischendurch vier.

Mal sehen, ob ich wen hier finde, der das gegen Geld tut. Vier Wochen Vorlauf scheint mir eine gute Zeitspanne für die Suche, zumal ja noch Weihnachten** dazwischen ist.

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*Vulkane! Alles Vulkane! Michel malt pro Tag ca. drei Vulkane und ich frag mich langsam schon, ob er uns damit irgendwas anderes sagen will, als dass ihn Vulkane und Dinosaurier halt immer noch faszinieren.

**Ich hab heute auch nur leise geflucht, ein bisschen ge-orrrt und viel geseufzt, als die neu gekaufte Lichterkette für draußen schon total verwurschtelt aus der Packung kam. Und als das Verlängerungskabel ganz verbogene Anschlusskontakte hatte, hab ich nur „Hm.“ gemacht und es dann halt umgetauscht. Und nun ist es hübsch (Foto morgen, die Zeitschaltuhr hat es schon ausgestellt.)

Tag 1123 – Arbeit, Arbeit.

Heute haben wir alle viel gearbeitet, außer Pippi, die war die meiste Zeit wütend und unausstehlich. Ich habe die Badezimmer geputzt, vier Maschinen Wäsche gewaschen, zwei Wäscheständer voll gehängt, eine Trocknerladung angestellt und dann war für die Badezimmerteppiche leider kein Platz mehr und die hängen jetzt überm Treppengeländer. Ich habe außerdem einen großen Topf Apfelmus gekocht, das leider im Nachgang bitter ist. Ich muss morgen, wenn es ganz ausgekühlt ist, nochmal probieren und entscheiden, ob es wirklich so schlimm ist. Bei Apfelmus bin ich ja pingelig, wenn das nicht so schmeckt wie bei Oma, find ich’s blöd. Und das hier sieht nicht mal so aus, nachdem ich versucht habe, es mit Karamell zu retten. Jetzt ist es halt Karamellfarben. Hmm.

Herr Rabe hat Pappe weggebracht, mit Michel ein Buch über Meerschweinchenhaltung aus der Bibliothek ausgeliehen, war einkaufen, hat das Auto innerlich gereinigt und war viel sehr genervt von der dauerheulenden Pippi. Da bin ich ja immer ein bisschen froh, dass ich nicht die einzige bin, die das auf die Palme bringt.

Michel hat auch gearbeitet. Gestern kam er nämlich an und meinte, ob er Geld verdienen könne, wenn er für uns was arbeitet. Nun ist unser Rasen komplett tot (da wächst sozusagen kein Gras mehr, muhahaha), die traditionelle Aufgabe für Kinderarbeit ist also raus. Ich habe ihm auch gleich gesagt, dass ich alltägliche Dinge von ihm einfach langsam erwarte, so wie Spülmaschine einräumen, Klamotten selbst in den Wäschesammler und den Schrank bringen, Tisch abwischen, etc. Aber ich fand, er könne mal das Auto saugen, das wäre eine gute Sache, da könne er auch ein bisschen sein Taschengeld mit aufstocken. Also hat Michel heute das Auto gesaugt, bis in die kleinsten Ecken und weil ich mit Herrn Rabe keinen Preis abgemacht hatte, hat er wie ich finde ziemlich gut dran verdient. Aber es ist schon ok, ich hoffe ja auch, dass er gesehen hat, wie viel Krümel und Zeug* da immer drin liegen und dann vielleicht nicht so rumkrümelt. Wäre zu hoffen. Vielleicht krümelt er jetzt auch extra, damit er öfter saugen kann.

Schön war heute, mit meiner Tante und vorher auch mit meiner Mutter zu telefonieren und mich über die Situation auf der Arbeit auszuheulen. Da ist ja alles so absurd, allein heute hat mein Chef einen abgesprochenen Telefontermin mit einem Professor, mit dem er eigentlich gern kooperieren würde** einfach nicht eingehalten. Professionalität ist nicht so seins. Mal sehen, wer daran nun wieder schuld war.

Morgen werde ich weiter an meinem Mini-Gewächshaus bauen, das hat mich heute einiges an Nerven gekostet. Ich hab es auch nur deshalb nicht „Verf*cktes Scheißdrecksding“ genannt, weil Michel ganz eifrig zu helfen daneben stand. Es war auch gut, dass er da stand, weil mir sonst das ganze Alu-Glas-Konstrukt vermutlich auseinandergefallen wäre. Und nein, das ist nicht von Ikea, ich glaube, bei Ikea hätte ich mich lange nicht so aufgeregt, die machen wenigstens verständliche, komplette und sinnvolle Anleitungen.

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*Unser Auto ist, für eine Familie mit zwei noch recht kleinen Kindern, eigentlich immer erstaunlich sauber. Weil mich und auch Herrn Rabe auch leichtes Chaos im Auto schon sehr schnell stört. Zum Beispiel liegt im Kofferraum nur, was wir wirklich auf der Fahrt brauchen, sowie eine Not-Einkaufstüte. Ich bin da echt pingelig, bei meinem Auto.

**was schon allein deshalb einigermaßen lächerlich ist, weil wir einfach nichts, aber auch wirklich gar nichts, zu bieten haben.

Tag 1110 – Putzebackeputzekoch.

Es meldet sich zum Dienst: die frustrierte Hausfrau. Ich hasse einfach Putzen. Ich liebe leider das Endergebnis und sehe auch sehr schnell Dreck und Unordnung, aber Putzen finde ich scheiße. Zumal ich wirklich aggressiv werde, wenn ich den ganzen Tag putze, nebenher backe, dann wieder putze und dann kommen die Kinder rein und fragen „was gibt’s zu essen“. Da platzt mir dann auch recht fix der Arsch, gegenüber den Kindern, die ihren Kram einfach überall im Haus verteilen*, und gegenüber Herrn Rabe, der draußen einen Zermürbungskrieg gegen den Löwenzahn im Rasen führt und der deshalb, schade, schade, leider nicht anpacken kann. Immerhin. Es ist jetzt sauber. Endlich. Und es hat auch nur einen echten Ausraster gebraucht.

Wir brauchen, wenn sich meine Jobsituation etwas stabilisiert, unbedingt wieder eine Putzhilfe, damit wir uns nicht gegenseitig wegen des Putzens zerfleischen.

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Auto-Lobhudelei: 1 Kuchen, 2 Brote, 18 Brötchen. Küche, 2 Bäder, unten komplett gesaugt.

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*und wenn’s nur das wäre, aber dann findet man plötzlich überall seltsame blaue Krümel, die sich bei Kontakt mit Wasser auflösen und großflächig verschmieren und keiner ist es gewesen. Argh!

Tag 733 – Von PUTZ-FRAUEN.

Herrje. Schon in der Überschrift geschrien, was soll das werden? Nunja – ein Beitrag über Haushaltshilfen. Inspiriert (wie so oft) von Twitter-Beef.

Es begab sich also zu der Zeit, da eine Familie beschloss, das Putzen nicht mehr selbst erledigen zu wollen. Diese Familie konnte sich auch leisten, das nicht mehr zu tun. Sie suchte also eine Hauhaltshilfe. Es kam eine Dame und putzte sehr gut und wurde gut entlohnt und plötzlich kam sie dann nicht mehr. Das war ziemlich ärgerlich. Die Familie suchte eine neue Haushaltshilfe, die erst einmal zur Probe kommen sollte. Die Dame kam und es wurde vereinbart, dass sie eben, zu einem festgesetzten Stundenlohn, putzen solle um mal zu schauen, wie lange sie bräuchte. Nach vier Stunden verkündete die Dame, sie sei fertig, den Rest mache sie nicht mehr. Die „Dame des Hauses“ (um beim feudalen Bild zu bleiben) inspizierte das Ergebnis und… war sehr unzufrieden. Denn es war einfach nicht sauber genug. Es lagen noch Barthaare am Waschbecken und überhaupt hatte die Dame nur zwei Drittel des Hauses geputzt. Auf Nachfrage, warum da noch Barthaare lägen, antwortete die Dame, dass sie das eben nicht mache. Daraufhin beschloss die Familie, die Leistungen dieser Dame nicht weiter in Anspruch zu nehmen.

Ende.

Nein! Denn die „Dame des Hauses“ hatte ihrem Ärger über diesen schlechten Service, für den sie recht viel Geld (da eben vier Stunden) bezahlt hatte, im Internet Luft gemacht. Auch über die Umgangsformen (nach der „Kündigung“ kein Wort mehr sprechen ist schon… hui.). Und wie es so ist, gaben Leute aus allen Richtungen ihren Senf dazu. Da wurde auf der einen Seite auf Basis dieser paar Tweets unschön über die Putzhilfe hergezogen, auf der anderen Seite wurde aber genauso unschön auf Basis dieser paar Tweets über die Familie hergezogen. Es sei unsolidarisch, Leute Frauen derart auszubeuten und dann noch Ansprüche an die erbrachte Leistung zu haben. Die Putzhilfe ist ja schließlich keine Leibeigene und für viele sei das die einzige Alternative.

Ende.

Nein! Denn es entbrannte ein handfester Streit. Den ich, mit Verlaub, eigentlich nicht verstehe. Oder doch, aber anders. Oder… Orrr. Plötzlich drehte sich alles um die Frage: Darf man überhaupt Diener eine Putzhilfe haben? Dürfen Frauen für Frauenarbeit Frauen anstellen? Die dann am Ende wieder Frauen anstellen müssen für ihre eigene Frauenarbeit? Ist das im Sinne der Gleichberechtigung oder eher nicht?

So, und diese Fragen kann ich natürlich auch nicht allgemeingültig beantworten, aber ich kann vielleicht mal ein bisschen öffentlich und laut darüber nachdenken.

Fangen wir mal mit der Frauenarbeit an: NEIN! Herrgott. Care-Arbeit ist jedes Menschen Sache, dieses Narrativ der „zum Kümmern geborenen Frau“ kann ich einfach nicht mehr hören. So, fertig aus. Ändern wir den Satz also schon mal in „Dürfen Frauen für Dienstleistungen im häuslichen Bereich Frauen anstellen?“.

Dann geht es weiter: Dürfen Frauen…? JA NATÜRLICH DÜRFEN SIE! Wir sind ja nicht mehr in den 50ern, wo eine Frau tatsächlich noch dazu verpflichtet war, den Haushalt zu führen und die Kinder großzuziehen und den Mann mit dem ganzen Quatsch bitteschön nicht zu belästigen. Frauen dürfen, was Männer dürfen (und zum Teil immer schon durften). Auch da: fertig aus. Falls da Zweifel bestehen, hilft ein Blick ins Grundgesetz. Der Satz ist also jetzt „Dürfen Menschen für Dienstleistungen im häuslichen Bereich Frauen anstellen?“.

Bleibt also: … Frauen anstellen? WARUM DENN NICHT? Ist es ein kleineres Problem, wenn ein Mann meine Bude putzt? Weil der ja „theoretisch auch was anderes machen könnte“? Mit seinen starken Armen Prinzessinnen vor Drachen und Katzenbabys von Bäumen und überhaupt im Unterhemd die Welt retten?  Ähhh, Sexismus, ick hör dir trapsen!

Der Satz ist jetzt also eingedampft auf: Dürfen Menschen für Dienstleistungen im häuslichen Bereich Menschen anstellen?

Tja. Ich würde ja jetzt sagen, das ist eine ganz individuelle moralische Frage, aber vielleicht möchten Sie ja teilhaben an meinen Gedanken zu dem Thema. In der Realität, allem Idealismus zum Trotz, sieht es eben weiterhin so aus, dass meistens Frauen die Hausarbeit erledigen. Auch die, die, wie ihre Partner, Vollzeit arbeiten. Gefühlte Gleichberechtigung ist halt vielerorts da erreicht, wo beide gleich viel arbeiten. Dadurch, dass Frauen die Care-Arbeit eben doch zum Großteil erledigen, nährt sich natürlich das „Frauenarbeit“-Bild, zumindest unterbewusst, auch wenn viele, individuell befragt, natürlich ganz anderer Meinung sind. Denn, da kann man dem Feminismus(TM) wirklich mal anerkennend auf die Schulter klopfen, so unter Mittelschicht-Akademikern sind Sexismus und allzu offensichtliche patriarchialische Strukturen ziemlich uncool. Weshalb ich ja auch optimistisch bin, dass wir dieses Kapitel der Menschheitsgeschichte wirklich irgendwann hinter uns lassen, falls nicht vorher der Verrückte von Drüben auf den roten Knopf drückt und einen Atomkrieg mit dem Verrückten vom anderen Drüben anzettelt. Nichtsdestotrotz gibt es noch einiges zu tun. Und selbst wenn wir in unserer hübschen Wohlstandsblase uns langsam auf der rationalen Ebene vom Frauenarbeit-Bild frei machen, dauert es nochmal eine ganze Weile, bis sowas auf die gesamte Gesellschaft und dann auf andere Gesellschaften wirkt. Denn wer macht denn dann die Care-Arbeit, wenn ich sie nicht tue? Die Kinderbetreuung übernehmen (in Deutschland, DAS ist in Norwegen wirklich schon besser) unterirdisch bezahlte Kindergärtnerinnen. Generisches Femininum, weil es eben fast nur Frauen sind (97%, steht auf Seite 15). Schlecht bezahlt, weil: Frauenarbeit. Die Männer(TM) dann nicht als Beruf wählen, weil: schlecht bezahlt. Wieso in Norwegen immerhin 9% aller Angestellten und 11,5% aller „assistenten“ in Kindergärten Männer sind? Weil es das Stigma der Frauenarbeit nicht (mehr) hat und man als Erzieher im Kindergarten zwar nicht reich wird, aber gut über die Runden kommt. Und da hier ja eh niemand wirklich reich wird… Egal, ich schweife ab. Die Kinder werden also von Frauen betreut, Nannys und auch Babysitter sind ja auch meist weiblich. Auch geputzt wird meist von Frauen. Da mag es wenig überraschen, das die allermeisten, die auf eine „Suche Putzhilfe“-Anzeige reagieren, Frauen sind. Oder Männer, die Zuhältermäßig ihre Frau vermieten. Wenn ich mich also nicht total reinhänge oder unheimlich großes Glück habe, werde ich vermutlich eine Putzfrau einstellen. Und vermutlich wird diese Putzfrau keinen akademischen Grad haben, eventuell wird sie schlecht die Landessprache sprechen, möglicherweise wird sie sich dagegegen sträuben, die Arbeit offiziell anzumelden, weil schwarz einfach viel mehr dabei herumkommt. Vielleicht muss sie sogar um bei mir putzen zu können ihrerseits eine Nanny für ihre Kinder anstellen. Das ist alles richtig und vom System her falsch, gar keine Frage. Die Ungerechtigkeit macht mich wütend und am liebsten würde ich morgen losgehen und das ganze System(TM) stürzen! Genauso wie es keine „Frauenarbeit“ sein sollte, sollte Putzen auch keine „Drecksarbeit“ sein, die nur ungebildete, ausgebeutete Fast-Sklaven verrichten! Aber!

Ich finde, genau da kann man ansetzen. Im Kleinen. Als jemand, der eine Putzhilfe hat, kann ich zuallererst mal keine Ausbeuterin sein. Das heißt für mich, dass ich die Putzhilfe anständig bezahle. Ich habe das grade mal total grob am Nettoäquivalenzeinkommen und mit dem völlig fiktiven Steuer- und Abgabensatz von 50% durchgerechnet: die selbständige, angemeldete (!) Durchschnittsputzhilfe in Deutschland müsste 15 €/Stunde plus zeitanteilige Anfahrtskosten verlangen, wenn sie das Vollzeit macht, ist sie dann gerade so nicht armutsgefährdet. Mit meinen fiktiven Zahlen und ja, mir ist bewusst, dass es in München teurer ist als in Bielefeld. Die Putzhilfe muss halt auch in jedem Fall angemeldet werden, was, die Erfahrung haben wir auch gemacht, viele einfach nicht wollen. Da ist dann Altersarmut und der ganze Murks (der ja auch wieder vorwiegend Frauen betrifft, wegen „Frauenarbeit“) vorprogrammiert und wenn die Putzhilfe bei Dir zu Hause von der Leiter fällt und sich das Bein bricht wird es auch mindestens interessant. Dann kann ich auch darauf achten, aus welcher Motivation heraus jemand meine Wohnung putzen möchte. „Weil Mann sagt!“ ist vielleicht ein Hinweis auf… nicht so viel Empowerment. „Weil ich putzen total super finde und mir von dem Geld einmal im Jahr nen Urlaub in Tunesien leiste.“ schon eher. Und da sind wir halt auch schon bei einem ganz wesentlichen Punkt: Nicht alle finden putzen schlimm. Manche finden es neutral „muss halt gemacht werden“, manche finden es auch total gut. Ehrlich. Wenn jetzt also jemand aus freien Stücken bei mir putzen möchte, daran eventuell sogar Spaß hat und damit seinen Tunesienurlaub die Schulhefte für seine Kinder bezahlen kann, sehe ich keinen Grund, diejenige nicht einzustellen. Ein weiteres Argument gegen Putzhilfen ist auch oft die Alternativlosigkeit. „Hast nix gelernt, gehst halt putzen.“ Als jemand, der putzen furchtbar findet, aber schon jede Menge Nebenjobs hatte für die man zum Großteil nichts können musste, kann ich sagen: man muss dann nicht putzen gehen. Der oder diejenige, die bei McD die Burger umdreht, braucht dafür auch keinen Bachelor und oft auch nur wenige Deutschkenntisse (hier natürlich auch die Annahme, dass die Burgerumdreherin ca. so viel verdient, wie die Putzhilfe). Viele finden Kellnern total schlimm, da muss man schließlich Leute ertragen bedienen. Ich fand es einen super Job (mit dem ich, tadaa, unter anderem meinen Anteil an unserer ersten Putzfrau bezahlt hab). (Die Idee des Zeittauschs finde ich übrigens echt super!)

Menschen sind verschieden. Vorlieben und Abneigungen sind verschieden. Nicht jeder Mensch, der eine Putzhilfe hat, ist ein Ausbeuter. Nicht hinter jeder Putzhilfe steckt ein ausgebeuteter Mensch. Letztlich ist Putzen halt auch nur ein Job, kein „schlechterer“ als ein anderer*.

Dann wäre da noch das Ding mit Angebot und Nachfrage. Wenn jetzt „plötzlich“ alle Putzhilfen mehr Geld verlangen, können sich nicht mehr so viele Leute Putzhilfen leisten. Das ist richtig. Wir wären vermutlich mit dabei, bei den Leuten, die dann eben keine mehr hätten. Das wäre für uns bitter. Ja. Aber gesellschaftliche Veränderung, insbesondere Umverteilung nach unten, geht eben auch nicht ohne dass die Mittelschicht abgibt. Wir sind die Mittelschicht. Wenn meine Putzhilfe auch dazu gehören soll, damit ihre Kinder vielleicht mal eine Ausbildung machen können, ohne sich nebenher als Kellner*Innen die Hacken abzurennen, muss ich damit rechnen, dass mich das was kostet. Umgekehrt wird meine Putzhilfe dann vielleicht erfahren, dass sich nicht mehr so viele Leute ihre Dienste leisten können und es wird einen härteren Konkurrenzdruck unter Putzhilfen geben. Aber erstens geht sowas ja nicht von heute auf morgen (außer bei der Einführung des Mindestlohns und – Überraschung! – es gibt weiterhin Paketboten) und zweitens denke ich in meinem, zugegebenermaßen auf dem Gebiet schrecklich naiven und ungebildeten Gehirn, dass der Markt sowas doch ausgleichen wird. Die Putzhilfe, die Bartstoppeln liegen lässt, wird dann wohl schneller um ihren Job bangen müssen, eine andere wäscht vielleicht in der selben Zeit sogar noch die Bettwäsche und braucht sich um Aufträge nicht so zu sorgen? Aber wie gesagt, da bin ich naiv, mein Wissensstand entspricht „SoWi-Ergänzung 2003, ich war manchmal dabei und schlecht„.

Und als nächstes stürzen wir und unsere Putzhilfen dann den Kapitalismus und das Patriarchat, ja?

 

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*sehe nur ich die Parallelen zu Sexarbeit?