Tag 1290 – Verquatscht die II.

Herrje, der Plan, früher ins Bett zu gehen ist auch… naja. Gescheitert nicht, aber geglückt ist auch anders.

Heute haben wir den Bus verpasst und waren dann nicht in Oslo, dafür aber auf einem Spielplatz und Frau Wunnibars K1 ist jetzt eingenorwegert. Während Michel sehr traurig über den verpassten Bus war und viele, viele Kuscheleinheiten brauchte, machten Pippi und K1 nämlich das:

„Da ist jetzt ALLES ganz nass im Häuschen, bis unter die Decke!“

Was für coole Kinder wir haben!

Den Nachmittag verbrachten wir dann auf unterschiedliche* Arten müde, wir kochten sehr lecker und dann brachten wir die müde Kinderhorde ins Bett. Ein wunderbarer Tag, auch ohne Oslo.

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*schlafend, motzend, schmollend, Kabel essend, zunehmend genervt, wasserfarbwasser anreichend, Apfelschorle mischend, you name it. Morgen nehmen wir dann den früheren Bus und planen noch mal 5 Minuten mehr für den Weg zur Haltestelle ein.

Tag 1289 – Verquatscht.

Also, die Frau Wunnibar, die hat schon eine sehr tolle Familie, mit sehr sehr putzigen Kindern! Eins schläft total entspannt in Pippis Bett, während Pippi und Michel auf der Matratze auf dem Boden schlafen, das andere – das finde ich noch viel faszinierender – schläft seit neun Uhr mit nur einem Maunzer zwischendurch alleine im Gästebett. Überhaupt ein entspanntes Baby, fröhlich, neugierig und willensstark, aber dabei nicht so diffus, wie Babies ja durchaus auch oft sind. Es mag Stromkabel, das ist natürlich eine kleine Herausforderung, bei uns ist ja nichts mehr entsprechend gesichert. Aber drei Erwachsene werden schon für drei Tage aufpassen können, dass ein Baby keine Kabel ankaut. (Full disclosure: Babies sind toll, ich liebe Babies, es war auch toll, selbst welche zu haben, aber noch viel toller als das alles ist es, dass sie jetzt keine Babies mehr sind!) Die großen Kinder haben schon zusammen Laden gespielt und ein bisschen Mist gemacht, nämlich heimlich das iPad, das zur Bedienung des Lego-Roboters mit ins Kinderzimmer gewandert war, zum Mausclips gucken benutzt. Läuft also. Ich hab eine total positive Geschichte über Kindersklaven als Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen und gucke das nächste Mal genauer worum es geht, bevor ich lese. Aber alle Kinder schlafen und wir Erwachsenen haben uns im Anschluss bei Wasser und Schokolade ordentlich verquatscht. Wenn morgen wirklich um fünf Kinder wach sind, wird das ein langer Tag.

Tag 1288 – Ref Deko.

So, dies sind also die Bilder, sie sind sehr schön wie ich finde und außerdem muss mich mir das zwecks Reduktion der kognitiven Dissonanz* einreden. Ich weiß, auf dem Bild ist wenig zu erkennen, sorry, schon dafür musste ich mich ziemlich verrenken. Ich liefere morgen noch mal was bei Tageslicht nach.

Und Sie werfen mir nun Stichworte zu oder gern auch konkrete Ideen zu Dekogegenständen, die sich gut in Regalkästen mit 35 cm Höhe machen und vom Stil her dazu passen. So hab ich mir das jedenfalls gedacht.

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*war teuer. Arschteuer, vor allem die Bilderrahmen, meine Güte. Nächstes mal wieder IK*A. Gleiche Qualität, viel schnellere Beschaffung, ein Viertel des Preises. Lokaler Einzelhandel, sorry, aber das war Käse.

Tag 1287 – Mehr Ausweisgeschichten.

Jaha, etwas eintöniger Blogcontent zur Zeit. Ich könnte Sie auch mit Feinheiten des norwegischen Betäubungsmittelgesetzes belästigen langweilen, aber ich kann ja auch das lose Führerscheinende nicht so lassen, also machen wir erst das eine und dann erzähle ich Ihnen ne spaßige Drogengeschichte.

Jedenfalls: der Führerschein. Ich war ja auf vier Wochen Bearbeitungszeit eingestellt und deshalb letzte Woche sehr verwundert, als ich eine Digipost* bekam, der Antrag auf Führerscheintausch sei bearbeitet und bewilligt und ich könnte dann jetzt vorbeikommen und die Ausstellung des norwegischen Führerscheins beantragen. Ich war auch ein bisschen überfordert, so spontan, aber dann dauerte Donnerstag morgen irgendwie eh alles länger als geplant und dann dachte ich, ach, ich kann das auch jetzt grad machen, dann komme ich halt richtig zu spät, yolo. Oder so ähnlich jedenfalls. Durch Ultra schnelle Recherche fand ich im Zug sitzend heraus, dass es günstiger ist, in Lillestrøm aus dem Zug zu steigen und dann da mit dem Bus zur Trafikkstasjon in Lillestrøm zu fahren (und dann wieder zurück und von Lillestrøm wieder Zug, T-Bane, das übliche), statt in Oslo in eine T-Bane zu steigen, recht lang in eine Richtung zu fahren, und dann auf dem Rückweg in diese T-Bane und dann in eine andere T-Bane zu steigen. Ich lernte so also die Trafikkstasjon in Lillestrøm kennen und das war schön, die ist nämlich viel koseliger. Es war so leer, dass ich nach dem obligatorischen Nummer ziehen nicht mal Zeit hatte, meine Jacke auszuziehen, da war ich schon dran. Eine nette Dame fragte mich nach meiner Erklärung, ich wolle nun den Führerschein beantragen, nach meiner Personennummer, dann schickte sie mich in die Fotokabine, ich machte ein Foto, dann unterschrieb ich auf einem Elektronischen Feld und dann unterschrieb ich da noch mal ohne überzumalen**, bezahlen, fertig. Ich bekam noch einen neuen vorläufigen Führerschein mit, auf dem nun stand, ich hätte die Ausstellung eines Führerscheins beantragt, auf dem alten vorläufigen Führerschein stand ja nur, ich hätte das Eintauschen eines ausländischen Führerscheins beantragt. Jaja, das ist natürlich ein riesiger Unterschied! Aber sehr angenehm, das ganze Prozedere dauerte keine 10 Minuten inklusive Foto machen.

Heute kam der Führerschein mit der Post. Er ist rosa und erstaunlich dünn, im Gegensatz zum deutschen erstmal nur 15 Jahre gültig (danach muss ein neues Foto drauf) und hat lustige Sicherheitsdingsis, wie zum Beispiel mein Bild nochmal als Wackelbild und als eine Art Hologramm. Sehr spannend alles. Aber dann doch auch überraschend einfach und schnell.

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Die Drogen-Geschichte. Nächste Woche nehme ich an einer Inspektion bei einem Unternehmen teil, das unter anderem Narkotika herstellt. Narkotikaherstellung, -Lagerung und -Vertrieb sind natürlich noch mal speziell reguliert und weil ich ja kein Pharmazeut bin (hier Augenrollen denken) muss ich extra Einarbeitung in Narkotika-Klassifizierung und so weiter kriegen. Überraschung: ich gehe nicht unvorbereitet in sowas und hatte natürlich das norwegische Betäubungsmittelgesetz gelesen und die nächste Woche relevanten Narkotika auf der Narkotikaliste herausgesucht und auch schon ein wenig Recherche betrieben, was den Wirkmechanismus angeht und zu welcher Klasse denn das gehört. Jaja. Streber und stolz drauf***. Aber es war trotzdem nicht umsonst, wir sprachen unter anderem darüber, wie Stoffe auf die Narkotikaliste kommen und dass man im Moment in Norwegen darüber diskutiert, ob nicht Tramadol auf diese Liste kommen sollte, weil der Schwarzmarkt für Tramadol wohl grad blüht. Das hatte ich auch letztens schon gelesen (im Internet auf der Webseite irgendeiner Zeitung, das sind also keine Behörden-Interna, falls Sie schon Augenzucken hatten) und mich doch sehr gewundert. Weil: Tramadol? Davon hatte ich vor über zehn Jahren mal einen echt unangenehmen und total unbeabsichtigten Trip, nachdem ich keine Migränemedikamente im Haus, aber Migräne aus der Hölle hatte, mit Brechen und Weinen und „ruf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst an“. Es kam ein Urologe. Er gab mir eine Spritze und etwa eine Minute später war ich komplett schmerzfrei, das war wunderschön, ich bedankte mich ausgiebig beim Urologen dafür und als er meine Zimmertür schloss übergab ich mich das erste Mal. Damit hörte ich auch für zwei Tage nicht wirklich auf. Nach weiteren zehn Minuten kam noch ein wattig-rosanes Wolkengefühl dazu, ich war total happy und lachte mich kaputt, während ich mir die Seele aus dem Leib kotzte. Ich hab’s ja nicht soooo mit Kontrollverlust und hui, da war ich so druff, ich stand die ganze Zeit neben mir und dachte „jetzt reiß dich mal am Riemen!“, aber es ging nicht, so wie wenn man versucht, sich selbst aus einem Albtraum zu wecken. Nur dass ich letzteres kann, aber dieser Drogenzustand ließ sich genau so wenig abstellen wie die Kotzerei. Und davon werden Leute abhängig? Wundersam ist die Welt.

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*ich liebe Norwegen für die online-Lösungen für alles. Einmal bei Digipost mit der Bank-ID registriert, schon kriegt man Behördenpost zu 90% nicht mehr als Papier. Überhaupt, Bank-ID. So praktisch!

**Ausladende Handschrift halt.

***das ist noch nicht lange so und ein Ergebnis jahrelanger Bemühungen, die Hänseleien und das Mobbing der Schulzeit in ein positives Selbstbild umzudeuten.

Tag 1286 – Wir sind ja hier nicht beim Konsum!

Heute also endlich der Termin bei der Botschaft, um einen neuen Personalausweis und Pass zu bekommen. Ich hatte mir ja in den Kopf gesetzt, beides in einem Abwasch zu machen, der Perso läuft in ein paar Monaten, der Pass in nicht ganz drei Jahren ab. Einen Perso braucht man als Auslandsdeutsche eigentlich gar nicht, übrigens auch als Inlandsdeutsche nicht, solange man einen gültigen Reisepass besitzt. Und nein, man muss im Normalfall nicht jederzeit einen Lichtbildausweis mit sich führen, (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mitführpflicht wieso lässt sich denn Wikipedia nicht mehr verlinken, was soll denn sowas?) das ist eine hartnäckige Legende. Aber ich schweife ab, ich werd bei dem Gedanken dran, keinen gültigen Perso zu haben, ganz nervös, also ein neuer Perso sollte her. Und weil ich dafür ja eh drülfzig Dokumente anfordern musste und eh zur Botschaft musste, und allgemein auch wenig Lust auf doppelten Zeit- und Nervenaufwand habe, dachte ich, ach, ich mache den Pass halt gleich mit.

Fand die Frau in der Botschaft eine ganz doofe Idee von mir. Völlig verständnislos wurde auf meinen Wunsch, sie möglichst in den nächsten 10 Jahren nicht erneut zu besuchen, reagiert. „Aber der ist ja noch gültig! Hmm. Also wir sind ja hier kein Ausweisladen, wir sind ja hier nicht beim Konsum!“. Ich war etwa genauso verständnislos, denke ich, ist das nicht irgendwie meine Entscheidung, was ich finde, was „gar nicht abgenutzt!“ oder „und das Bild ist auch noch ok!“ für mich heißt? Oder für welche Ausweise zu welcher Zeit ich mein Geld verbrenne verwende?

„Oder geht’s Ihnen um den Titel?“

„Äh, ja! Ja, genau. Den Titel hätt ich schon gern drinstehen!“

Und so bekomme ich jetzt, weil ich aus einer Mischung aus Witz* und kalter Berechnung** bei Titel „Dr.“ eingetragen hatte, doch auch einen neuen Pass. Mit einem Bild auf dem ich aussehe wie jetzt und nicht wie vor zwei Kindern und viel gesammelter Lebenserfahrung. Und muss erst in zehn Jahren wieder hin. Hurra.

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Auf dem Weg zur Arbeit fiel mir dann auf, dass Michels Kinderreisepass ca. im August ablaufen müsste. Und weil dafür Kind plus beide Eltern antanzen müssen, schmolz meine Botschaftsfreie Zeit sehr schnell von 10 Jahren auf 6 Monate. Hurra – Ach nee doch nicht.

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*als würd sich irgendwer für den Titel interessieren, außer es doch durchgezogen zu haben*** bedeutet der auch mir nichts

**aber Eindruck macht’s schon und man trifft ja nicht ständig auf „molekulare Irgendwas“ fellow PhDs, die genau wissen, dass das nur heißt, dass mans durchgezogen hat***

***das ist worauf ich wirklich stolz bin. Ich hab’s durchgezogen. Fertig gemacht. Obwohl ich zwischendurch dauernd dachte, ich schaff’s nicht, ich kann’s nicht, zu doof, zu schwach, zu fertig sei ich dafür. Ha! Gar nicht! Hahaaaa! So.

Tag 1285 – Das Ende der Konsequenz.

Michel ist nicht so vorsichtig mit seinen Sachen, wie ich mir das wünschen würde. Genau genommen kriegt er alles ziemlich schnell kaputt, nicht mit Absicht aber aus totaler Unachtsamkeit und nicht-Mitdenken. Ich habe mich damit abgefunden, dass, seit er drei war, keine Sachen mehr an Pippi weitergegeben werden können, weil eigentlich alles, was Michel ab diesem Alter besessen und benutzt hat, danach ein Fall für die Tonne war. Zerkaute Jackenkrägen, durchgeschubberte Hosen, großgeprokelte Löcher, lauter einzelne Handschuhe. Bei manchen Sachen kann ich damit seufzend leben, bei (Winter-)Schuhen und Draußenkleidung knirsche ich aber schon recht vernehmlich mit den Zähnen und wenn ich sehe, wie es zu bestimmten Abnutzungserscheinungen kommt, kriege ich ganz schlimmes Augenzucken und nach der dritten „pass auf, du trittst schon wieder vorne die Schuhspitze kaputt“ habe ich die Ansage gemacht, dass ich diesen Winter jedenfalls nicht ein zweites Paar neue Winterstiefel kaufen werde* und wenn die Schuhspitze dann kaputt ist und er nasse und/oder kalte Zehen kriegt, sei das halt sein Problem.

Heute brachte ich Michel zum Hort und als wir ankamen und er seine Schuhe auszog, waren seine Socken von unten nass. Die Schuhe sahen trocken aus, was mich dann doch verwunderte, erst dachte ich, er sei im Flur in eine Pfütze getreten. Aber nein. Die Schuhe sind beeindruckend hinüber. Wirklich nicht mehr verantwortbar, das Kind damit rumlaufen zu lassen, Konsequenz hin oder her. Zumal ich bezweifle, dass Unachtsamkeit allein das schafft:

Die Schuhspitzen hat er selbst runtergerockt, aber…

Kein Wunder dass da nix mehr dicht ist.

Also machten die recht fitte Pippi und ich heute einen spontanen Ausflug ins Einkaufscenter, wo wir im Saisonschlussverkauf reduzierte Winterstiefel kauften, Marke und Synthetik, in der Hoffnung, dass die länger halten. Plus neue Gummistiefel für Michel, weil die alten, das merkte ich, als ich ihm die als heutigen Ersatz für die Winterstiefel brachte, mit Größe 28 gar nicht mehr passen können. Plus Winterstiefel in den wahrscheinlichsten nächsten-Winter-Größen für beide Kinder und eine Winterjacke in der nächsten Größe für Michel. Den Rest des Monats gibts hier Knäckebrot.

Auf dem Hin- und Rückweg durch unfassbar tristen Nebel und graubraune Schneematschlandschaften gefahren. Fast möchte ich hoffen, dass noch nicht Frühling wird, auch runtergesetzt waren Winterstiefel und Gummistiefel zu teuer um sie nie anzuziehen. Obwohl, dann kann Pippi sie auftragen. Vielleicht doch ganz schön mit Frühling.

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*wären sie in der Zwischenzeit zu klein geworden, wäre das ja noch mal eine andere Sache

Tag 1284 – Ein paar lose Enden.

Discovery. Die neue Staffel kriegt mich nicht ganz so wie die erste. Mal sehen, ob das noch wird. Spezifische Kritikpunkte (mit verklausulierten aber schon halt Spoilern):

  • Die zuletzt ausgestrahlte Folge war mir zu schnulzig
  • Die davor auch
  • Die davor war komplett absurd
  • Figuren kommen und verschwinden erklärungslos (die neue Technikerin, eine Figur, so nerdy und eigen, dass man sie so wunderbar ins Team integrieren könnte, aber sie ist halt mal sehr präsent da und dann komplett weg. Ist die Schauspielerin zwischendrin in den Urlaub gefahren? Haben die Drehbuchautor*Innen nicht miteinander geredet? Sowas ist doch Käse.)
  • „Security Consultant“. Und diese ganze Weltraum-Rowdy-Truppe.
  • Das enorme Plothole „das Mycelium wird uns sofort angreifen, wir haben nur eine Stunde, danach sind wir alle tot und das Schiff aufgelöst!“, wie es gestopft wurde „ach ja, äh, wenn wir hier durch rein gehen, ist es eigentlich safe!“, plus dass der Dings da angeblich monatelang überlebt haben soll, wo doch Kontakt zum Myzel ihn direkt hätte auflösen müssen. Aber klar, er hat sich ja mit Rinde bedeckt. Natürlich.

So. Weiterhin mag ich die verschiedenen Frauenfiguren. Vor allem Philippa Georgiou, selbst in dieser Weltraum-Rowdy-Truppe.

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Die Hort-Sache. Tja, neulich redete ich mit dem Hort-Chef und das lief wie erwartet schlecht. Er konnte mir keine Hoffnung machen, dass sich zeitnah irgendwas an der Qualität der Betreuung ändert. Des Weiteren verwies er an die Lokalpolitiker, auch für die Möglichkeit, nur den Morgen-Hort zu nutzen und dafür nicht 2000 Kronen im Monat zu zahlen, diese Möglichkeit ist nämlich nicht existent und das kommt halt „von oben“, machste nix, Pech gehabt. Nachdem die Nachbardamen aber gesagt haben, dass sie ihre Kinder ab dem Sommer auch im Sport-Hort anmelden werden und wir die Morgenstunden dann schon irgendwie abgedeckt bekämen, haben wir Michel nun kurzentschlossen doch beim Sport-Hort angemeldet, ab 1.4.* und drei Tage die Woche. Gleichzeitig reduzieren wir den normalen Hort auf 50%, entsprechend 15 Stunden pro Woche, nämlich jeden Tag eine Stunde morgens plus zwei Nachmittage. Diese Lösung kostet uns etwa 1000 Kronen pro Monat mehr, das kriegen wir hin. Und ab 1.8. dann eben nur noch Sport-Hort, 5 Tage die Woche und die Morgenstunden teilen wir uns unter sechs Erwachsenen auf, das muss ja irgendwie gehen. Spannend wird dann noch, wie wir es mit einem Auto lösen, vier Kinder und zwei Erwachsene zu verteilen. Aber auch das wird hinhauen. Hab ich jetzt beschlossen.

(Mit der Lokalpolitik werde ich trotzdem noch mal reden. Die müssten ja auch ein Interesse dran haben, dass Kinder wenigstens einen kleinen Teil der Betreuung nutzen und Eltern dafür bezahlen. Aber man muss vielleicht noch mal sehr deutlich sagen, dass 2000 Kronen für ~20 Stunden tatsächlich genutzte Betreuung pro Monat einfach nicht drin sind, die Alternative zu einem sinnvolleren Tarif ist also halt dass meins und andere Kinder gar nicht mehr angemeldet sind, das bedeutet weniger Geld für die Kommune und wegen weniger angemeldeten Kindern weniger Personal für die restlichen Kinder im Hort.)

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Die Milben kamen letzte Woche, es waren tagsüber -8 Grad, ich nehme an, sie waren alle tot gefroren. Ich habe keine einzige lebende Milbe gesehen, aber vielleicht sind die ja auch ganz klein, wer weiß. Jedenfalls flogen heute wieder ganz viele Erdmücken hier rum und ich habe dann wieder die Erde getauscht und die restlichen toten Milben drin verteilt. Ich hab so die Schnauze voll von diesen kack Mücken. Und die Schnecken glaube ich auch, sobald fliegende Mücken (und nicht nur Larven in der Erde) da sind, werden sie inaktiv. Die Mücken sind aber auch dumm wie Mücken halt und fliegen den Schnecken gegen die Augen und kriechen vielleicht auch in die Atemlöcher, da würde ich mich als Schnecke auch eingraben und nicht mehr rauskommen.

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Pippi ist wieder fiebrig und hat geschwollene Lymphknoten am Hals, sonst aber nichts. Ich bete zu allen höheren Mächten, an die ich nicht glaube, dass das nicht heißt, dass die Mandelentfernung das PFAPA nicht besiegt hat. Ebenfalls bete ich, dass mir das in der Probezeit nicht irgendwie angekreidet wird.

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Das Regal habe ich, nachdem es letzte Woche endlich die richtigen Dübel bekommen hat, heute eingeräumt. Es stehen nun hauptsächlich Bücher drin, weil wir kaum Dekogegenstände haben, die ich mir heute noch in mein Wohnzimmer stellen würde. Das sind halt alles Dinge, die wir mit Anfang 20 angeschafft haben, als wir zusammenzogen, zum Teil waren die auch schon in unseren KinderZimmern vorhanden, aus denen wir damals auszogen. Ingesamt seit langem nicht mehr mein Geschmack. Habe dann lange drüber nachgedacht, was denn mein Deko-Geschmack sein könnte und naja, vielleicht sind Bücher halt auch eine ausreichende Deko. Mir fiel jedenfalls nichts ein, dass ich mir ins Regal stellen würde. Ich hatte neulich schon das Problem mit Bildern an der Wand: mein Geschmack ist da eigen, es muss was sein, das ich mir gut angucken kann, aber das meine Aufmerksamkeit nicht komplett frisst. Schon manche Landschaftsbilder waren mir da zu viel, alles mit Menschen drauf eh, Tiere, hmm, Wellen, Sinnsprüche, Ballettschuhe und so weiter genauso wenig wie TigerLöweElefantenPanther oder chomglänzende Retro-Motorräder. Wenn die Bilderrahmen für die schon längst angekommenen Plakate mit Abbildungen von blauen Blumen auch da sind, zeige ich Ihnen mal die und Sie sagen mir dann, was die Dekogegenständliche Entsprechung zu blauen Blumen ist, ja?

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Mit dem Mantel habe ich immer noch nicht weiter gemacht. Nachdem ich gestern unvorsichtiger Weise gesagt habe, ich möchte gern am Wochenende nähen, musste ich heute für und mit Michel einen Lemming nähen. Danach Hausarbeit, Regal, Erde, krankes Kind, Zack, Tag um.

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*das war möglicherweise verfrüht, weil ich „1 Monat Kündigungsfrist“ so interpretiert habe, dass ich jetzt zum Ende des nächsten Monats kündigen kann. Aber dann hieß es plötzlich „Änderung wirksam ab 2 Monate, beginnend am 1. des Monats nach der Änderung“. Aber da war’s mir dann zu schade um die Nerven, echt mal, sind dann auch nur noch mal 1000 Kronen mehr für den einen Monat, da rege ich mich nun nicht drüber auf.