Tag 1552 – Tag des Ekelgubbels.

Es gibt so Ecken in Haushalten, da sollte man wohl öfter hingucken, tut es aber aus Gründen nicht. Also wir jedenfalls. Obwohl wir vermutlich schon viel öfter gucken als viele andere, aber trotzdem ist es jedes Mal echt richtig schlimm eklig. Die Ecken sind (meiner Meinung nach und bestimmt keine vollständige Auflistung):

  • Das Spülmaschinensieb
  • Das Dichtungsgummi der Spülmaschine
  • Das Flusensieb der Waschmaschine
  • Das Dichtungsgummi der Waschmaschine
  • Der Duschabfluss (und zwar nicht der „oben“, sondern der danach, wo all die durchgeflutschten Haare sich drin sammeln)
  • Generell Abflüsse

In der alten Wohnung hatte ich auch immer ein Grauen davor, die Filter der Dunstabzugshaube zu reinigen, weil das beim Einzug so eine widerliche Geschichte war, aber siehe da, wenn man das alle halbe Jahr mal macht, ist das gar nicht schlimm, das hat es also von der Liste runter geschafft.

Heute hat mich aber der Rappel gepackt und die Dusche und die Waschmaschine sind nun erledigt. Die Dusche… herrje. Ich weiß ja, dass das ganz menschliche Dinge sind, die sich da ablagern. Hauptsächlich vermutlich Hautschuppen, Haare und Seifenreste. Aber dass das so ein ekliger Schlonz werden muss, der sich auch kaum entfernen lässt (weil FETT), ist schon etwas abstoßend. Hier hilft (zum Merken fürs nächste mal) alles in einen Eimer mit Wasser und Kloreiniger stellen und einweichen lassen. Und dann halt schrubben, schrubben, schrubben. Blärgs. Spülbürste hinterher wegwerfen.

Dagegen war das Flusensieb der Waschmaschine ein Spaziergang. Ich hab sogar 10 Kronen drin gefunden, die jetzt aber Michel gehören. Allerdings war die Türdichtung da voller Schmier, der sich gefühlt durch Wischen nur verteilte, aber nicht entfernen ließ. Ich wischte alles Grobe weg, googelte kurz und warf dann 2 Spülmaschinentabs in die Trommel und ließ das 95 Grad-Programm laufen. Das benutzen wir sonst nie (wozu auch). Das half tatsächlich, die Dichtung ist wieder gubbelfrei.

Zusammen mit einem größeren Einsatz im Kinderkleiderschrank und in allen unseren „andere Saison/noch zu groß“-Kisten war das ein haushaltsmäßig produktives Wochenende. Morgen wird eine weitere Tüte Kinderkleidung an die befreundete Familie übergeben, die haben nämlich eine Tochter in Michels Alter, die zwar eher klein ist aber keine Kleider mehr anziehen will (von da kommen also viele Sachen für Pippi) und einen Sohn der ein Jahr jünger ist als Pippi und auch recht klein, alles was Pippi nicht mehr passt (außer Kleider) geht also an die. So haben wir einen lustigen Kleidungskreislauf und sind auch alle cool damit, dass das was nicht passt oder gewollt ist halt anderweitig weitergegeben wird. Wie Kleiderkreisel nur ohne Geld.

Und dann war da noch der Picasso-T-Rex, den Pippi immer wieder neu zusammengebaut hat: und der winzige Rosenkohl, den Pippi eifrig aus seinen Hüllen freigelegt hat:

Und jetzt Augen zu, damit es wenigstens noch sechs Stunden Schlaf werden.

Tag 1547 – Ich möchte nicht.

Eigentlich möchte ich über den ganzen Tag nicht reden.

Eins war gut, wir waren zum Entwicklungsgespräch in Pippis Kindergarten und Pippi ist ein überaus gut entwickeltes und gewitztes Kind, alles gut, alles prächtig, super Kind, weiter so.

Michel habe ich heute gezwungen, ein paar Penisse* aus seinen Hausaufgaben wieder wegzuradieren, ich Supermutter, die hatte natürlich nicht er da reingemalt und ich sehe mal kurz voraus dass Sie in etwa 3500 Tagen hier lesen, dass die Zigaretten gar nicht seine gewesen sind. Rübennase. Aber wenigstens habe ich die zwei Tage länger schlafen können dazu genutzt, morgens ausgiebig mit Michel zu kuscheln und ihn wachzuknutschen und dann hat er morgens auch nicht so schlechte Laune, wer hätte das gedacht.

Und wie ich so schreibe kommt die kleine Rübennase mit seinem Lemuren-Kuscheltier und kuschelt sich ans Fußende und naja, das mit den Penissen war ihm so peinlich, vielleicht hat es ja wenigstens was gebracht. Kleiner Zwerg. So schnell werden sie groß und machen Blödsinn.

(Bevor Sie jetzt denken, oh, ein Kind voll toll und das andere macht nur Blödsinn: das voll tolle Kind macht mich momentan irre nicht nur mit ihrem morgendlichen „Ich muss noch was mitnehmen!!!“ Theater, sondern auch weil sie beim Essen rülpst, dass ein sechzigjähriger Bauarbeiter nach drei Bier neidisch würde und sich dann totlacht und schelmisch „unnskyld meg“ sagt, aber die Entschuldigung null so meint und naja, das finde ich halt aus ganz vielen Perspektiven überhaupt nicht witzig.)

___

*pinkelnde

Tag 1510 – Schwups!

Wochenende rum.

Wo ist es hin?

Hier gibt’s auch wenig zu berichten. Ich bin wegen der Schulter-Nacken-Sache zunehmend ungehalten, dieser halbwrack-Zustand geht mir unsäglich auf die Nerven. Permanent teils üble Schmerzen, die sich nur unter Dauermedikation (meh) oder täglichem Sport von mindestens einer Stunde (meh) unter Kontrolle halten lassen. Ich weiß nicht, wo ich die Extra-Stunde grad hernehmen soll, ich muss wohl einen Antrag auf Tagesverlängerung stellen.

Michel hatte wieder Besuch von dem nun Drittklässler, der ihn vor den Ferien auch schon dazu verleitet hat, mit dem Fahrrad deutlich aus dem für uns komfortablen Bereich rauszufahren. Sie haben Pippi gemein erschreckt, das fand ich schon nicht so cool, aber vor allem haben sie innerhalb einer Stunde das Kinderzimmer quasi völlig verwüstet und nun ist Michels Treppenspirale hinüber. Das ist alles nicht ungewöhnlich für Jungs in dem Alter, das ist mir schon klar, aber es ist ungewöhnlich für Michel. Das nächste Mal, wenn der vor der Tür steht, muss ich wohl mal ein paar Worte gänzlich unnorwegischen Klartext reden.

Mit Michel hatten wir abends direkt mal wieder ein „was Freunde machen [mit aufräumen] und was nicht [Dinge kaputt]“ Gespräch. Er war sehr geknickt, das war gar nicht meine Absicht.

Seufz.

(Ich wünsche ihm so sehr Freunde. Aber ich wünsche ihm vor allem welche, für die er sich nicht in komische Richtungen verbiegt, die gar nicht zu ihm passen.)

Tag 1507 – Von allem was.

Heute morgen wollte ich gern Pippi an der Bushaltestelle aussetzen, auf dass sie sich selber zum Kindergarten brächte. Haben wir natürlich nicht gemacht, aber der Wunsch war da. Nach schlechten Nächten, weil Kinder auf mir lagen, habe ich morgens für Geschrei ebendieser Kinder noch weniger Nerven als sonst.

Arbeit ein einziger wilder Ritt. Report Hersteller A durchgehen, drucken, stempeln, unterschreiben, schicken. Programm Hersteller B entwerfen, schicken. Kollegin an entworfene Ankündigung Hersteller C erinnern, nach Genehmigung schicken. Vorbereitung für Hersteller D ausdrucken und abheften für die Kollegin. Drei Anfragen zu vollständig unterschiedlichen Dingen aufgehalst bekommen, eine mit den beiden Kollegen sofort wegarbeiten aber dafür plötzlich in einem spontanen Telefonmeeting hängen. Eine soll bis Montag beantwortet sein, eine asap. Von allen habe ich eigentlich gar nicht mal so viel Ahnung, aber „da kannst du was lernen!“, ja super. Zwischendurch eine kleine Not-Unterweisung in Rezeptkontrolle, Expedierung, Pharmazeut*Innenkontrolle und allem was sonst so in Apotheken vor sich geht erhalten, aus Gründen. Ich weiß jetzt, was der Unterschied zwischen einem Rezept und einer Requisition ist, was Reiteration ist, dass man Rezepte und Requisitionen hier noch offiziell per Fax schicken darf aber nicht per Mail und lauter andere lustige Sachen. Das alles zur Vorbereitung auf Hersteller D, nächste Woche. Morgen im Homeoffice werd ich jedenfalls gut rotieren, denke ich. Report Hersteller E und den Rest der Vorbereitung auf Hersteller D stehen an plus halt diese zwei „super dringend, supi, Frau Rabe macht das, die braucht für jede Mail eh schon ne Stunde“-Anfragen. Koselig!

Weiterhin: festgezurrt, dass wir Michels Geburtstag mit einem seiner Kumpels in der Turnhalle der Schule feiern und die ganze Klasse einladen – sonst kriegt man ja die Turnhalle nicht. Wünschen Sie mir Glück und Nerven aus Stahl.

Tag 1502 – Bestimmt langweilig, aber…

… heute ist halt nicht so viel passiert. Wir waren in Jessheim, neue Jogginghosen und Leggins für die momentan wie Unkraut wachsenden Kinder kaufen (Pippi hat Hosengröße 110. HUNDERTZEHN!!!), das war wegen mangelnder Compliance seitens Pippi überaus anstrengend. So sehr, dass ich danach, als das Brot im Ofen und Herr Rabe und die Kinder Pizzateig kaufen waren beim „nur kurz in Ruhe auf dem Sofa sitzen“ sofort eingeschlafen bin. Danach tat aber meine Schulter noch mehr weh als eh schon und ich sah mich quasi gezwungen, einen schnellen Spaziergang zu machen. Danach tat es etwas weniger weh und die Pizza war fast fertig in der Mache. Grünkohl auf Pizza ist sehr lecker. Grünkohl ist eigentlich immer lecker.

Um wenigstens das Gefühl zu haben, was geschafft zu haben, habe ich dann abends meine 3 identischen Hosen und 5 Blusen, davon 3 im identischen Schnitt, gebügelt. Morgen früh packe ich dann für den (tatsächlich) hohen Norden. Bügeln ist weiterhin nicht mein Freund, aber solange ich keine Reinigung finde, die das zu einem vertretbaren Preis macht, muss ich damit wohl ab und an leben. (Disclaimer, Hinweis, das übliche: wenn Sie total gerne bügeln oder auch aus Prinzip gar nicht bügeln oder aus diversen Gründen seit 1997 Reinigungen boykottieren, ist das schön für Sie (oder auch nicht, kommt jetzt auf die Gründe für den Boykott an), hilft mir aber beim Bügeln nicht. Ich möchte gebügelte Chinos und Blusen anziehen.)

Tag 1484 – Gepuzzel.

Follow-up Schulter und Daumen. Ich habe heute meine tatsächliche Hausärztin kennen gelernt, die war jetzt ein Jahr in Elternzeit. Mein Stoffwechsel ist grad ok, das ist das Gute, die Ärztin ist auch nett, das ist auch gut, die Ärztin war auch nicht so alarmiert, dass bildgebendes Tralala angeleiert wird, das ist wohl auch gut. Dafür habe ich jetzt eine Packung von dem Zeug, was auch in der wohlriechenden Salbe ist, in Tablettenform zur Behandlung von innen und obendrein Physiotherapie gewonnen. Ich wurde sehr gelobt für mein Training und meine Gesamtfitness, ich soll aber erst mal die Arme generell nicht über Schulterhöhe und nicht unter Belastung vor dem Körper heben. Das muss eben die Physiotherapie richten. Das wird unter Umständen ganz schön teuer aber vor allem wird es ein lustiges Gebastel, das in meinen Terminkalender einzubauen. Also, wenn ich dann mal nen Termin hab, denn die Physiotherapeuten, die ich nicht komplett selbst bezahlen muss, haben wohl ganz ordentliche Wartelisten. (Aber ist es mir das wert, sofort einen Termin zu kriegen, dafür aber das Dreifache für jeden Termin zu zahlen? Hahaha, nein.) Aber egal, Hauptsache es hilft.

Und wenn der Daumen irgendwie anders wird, egal wie, soll ich sofort wieder kommen, das ist ja halbwegs erfreulich. Vor allem finde ich überaus sympathisch, dass die Ärztin da geradeheraus sagt: ich weiß nicht, was das ist, es kommt mir komisch vor und ich höre mich mal ein bisschen um, ich melde mich wenn ich ne Idee hab.

(Hoffentlich hat sie keine Idee, die dann wieder weitere drülfzig Termine nach sich zieht.)

___

Ansonsten heute traurig. Das schöne Wochenende ist halt vorbei. So schön es war, hab ich aber auch zu wenig geschlafen und eventuell will mein Körper nach nur drei Wochen schon wieder einen Zyklus beenden, das schlägt alles auf die Laune.

___

Michel hat Sportzeug vom Sport-Hort bekommen. Hier ist jemand sehr sehr stolz und jemand anderes ist sehr verwundert, wie groß ihre Kinder plötzlich beide geworden sind. Hammer.

___

Pippi hat heute meine Zugangskarte von der Arbeit „vorgelesen“. Da steht drauf: „MAMA GEHT ZUR ARBEIT“. Nämlich. (Die kleine Zwergmaus kann ein astreines gekratztes R. Nämlich am Anfang meines Vornamens. Aber auch nur da. Faszinierend.)

Tag 1452 – Einhornkacke.

Rote Beete zum Abendessen führt bei uns zu Gesprächen, die sind… naja, sehen Sie selbst:

Ich: „… man kriegt davon rotes Pipi.“

Pippi: „Meine Kacke ist auch rosa!“

Ich: „Ja. Und riecht nach Einhorn.“*

Michel: „Es gibt keine Einhörner! … Und rosa Kacke auch nicht.“

Pippi: „Wir können die anmalen! Da müssen wir nur den Pinsel gut auswaschen.“

Halten wir fest: eins meiner Kinder ist sehr direkt und ein wenig klugscheißerisch veranlagt, das andere ist sehr kreativ und reinlich. Beruhigend.

___

*Jaja, Kinder verstehen keine Ironie. Deshalb trainieren wir sie ja auch unermüdlich darin.