Tag 2508 – Käsefest.

Die LAN-Party war ein voller Erfolg, denke ich, es ging sehr friedlich zu und die „ES LAAAAAAGGT!!!“-Rufe hielten sich in Grenzen. Es gab außerdem sehr viel Pizza, viel zu viel, könnte man sagen, denn jetzt ist ziemlich viel Pizzateig in unserem Gefrierschrank. Wir müssen auch erst mal keine Pizzasoße mehr machen, so ca. bis 2025. Worum ich mir allerdings keine Sorgen mache, dass es weg kommt, sind Möhren, Paprika und Käse. Krümelkäse geht ja zu ca. allem und macht alles auch besser. Und kalorienreicher, aber vor allem besser.

Nächstes mal weniger Pizzateig, viel weniger Pizzasoße und dafür wesentlich mehr Snackgurken. Diese Mini-Salatgurken gingen weg wie nichts.

(Leider war der Tag eingerahmt von doofen Dingen. Ich habe mir schon wieder in den Finger genäht, dieses Mal mit Blut und einer abgebrochenen Nadel. Abends habe ich aus Gründen neue Dichtungen für den Badewannenstöpsel bestellt. Aber beides sind andere Geschichten.)

Tag 2350 – Fischähnliche.

Zyklusende, Zyklusanfang, Zack, Laune besser, Wasser weg, keine Schmerzen mehr, produktiv gearbeitet. Ein monatlich wiederkehrendes Wunder.

Anekdote von heute: ich war mit Pippi bei der Schulschwester, zum Kennenlerngespräch und um abzuchecken, ob wir vernünftig füttern, pflegen und impfen. Auf einem Bild mit verschiedenen Nahrungsmitteln sollte Pippi auf das zeigen, was sie mag, und dann fragte die Schulschwester, ob sie denn auch *zeigte auf ein Weißfischfilet* das hier möge. Was das sei, fragte Pippi. Fisch, sagte die Schulschwester. Neeeee, Fisch möge sie nicht, behauptete Pippi. Da musste ich widersprechen, Pippi möge ja Lachs, Lachs sei auch Fisch. Und Fischstäbchen und Fiskekake (Fischfrikadellen) möge sie ja auch. Nein, das sei kein Fisch, Lachs sei nur so ähnlich wie Fisch, davon war Pippi überzeugt.

Abends holte ich mir dann aus einer Laune heraus eine Portion Sushi, was mir Pippi dann mit großer Begeisterung wegaß.

(Michel nannte einen im ganzen gebackenen Lachs bei einer Freundin mal „Fischfleisch“, das muss so ein Ding sein bei Kindern, dass sie Lachs nicht als Fisch wahrnehmen. Vielleicht auch nur bei norwegischen Kindern.)

Tag 2318 – Sauber!

Tagesaufgabe sämtliche Raben waschen. Erledigt!

Pippi prüfte dabei noch schnell meine Assoziationsfähigkeit. Als ich ihr nämlich wunschgemäß die Taucherbrille angereicht hatte, verlangte sie dazu auch noch „den Schnauzel“. Auf deutsch-ish, wie sie eben so spricht. Taucherbrille und ähnliche Laute brachten mich dann aber recht schnell auf den Schnorchel. Pippi schnauzelte daraufhin fröhlich in der Badewanne.

Sonderlich viel mehr war nicht, jedenfalls nichts berichtenswertes. Ukraine-Doomscrolling, aber das können Sie sicher auch alleine, das brauche ich hier nicht noch mal alles wiedergeben.

Tag 2383 und 2384 – Wochenende.

KW 3 ist zu Ende. Die Woche des Jahres, in der man wohl feststellt, dass es nicht so einfach wird, die guten Vorsätze durchzuhalten, und in der der Weihnachtsurlaubseffekt schon wieder verpufft ist. Das las ich jedenfalls irgendwo. Also falls Sie sich schlecht fühlen, weil sie auch nach drei Wochen Training noch keinen Marathon laufen können – grämen Sie sich nicht, Sie sind nicht allein damit.

Gestern Abend hatte ich einfach besseres zu tun als Bloggen und dann war es schon so spät und ich sehr müde und passiert war den Tag über eigentlich auch gar nichts. Außer dass Michel beim Friseur war (mit Herrn Rabe zusammen) und jetzt seine wuscheligen Locken los ist. Jetzt sieht er ganz anders aus und wir alle, inklusive ihm, müssen uns da erst noch dran gewöhnen. Was aber ein bisschen niedlich ist: jetzt kann man von hinten wieder seine lustige Ohrmuschelform erkennen.

Weil Michels Ohren ja auch ganz weich sind (das ist so ein Ding auf der männlichen Seite meiner Familie), will ich die immer gerne anfassen, aber das möchte er nicht (mehr).

Heute war auch nicht sonderlich viel mehr los. Pippi und ihre Freundin haben unerlaubter Weise mit Glitzer gespielt und jetzt glitzert das ganze Haus und alle seine Bewohner und Bewohnerinnen, wahrscheinlich inklusive Meerschweinchen, aber die haben sich im Heu in der frisch gesäuberten Kiste eingegraben. Das finden sie toll, deshalb stopfe ich ihnen an die Lieblingecken immer eine extra Handvoll lockeres Heu, da kriechen sie dann rein wie in einen Kokon und fressen um sich rum. Glitzer ist der Feind, nur getoppt von Slime. Dinge, auf die Kinder keinen Zugriff haben sollten, wenn überhaupt dann unter ununterbrochener Aufsicht. Die Schnecken glitzern nicht, die sind allesamt in Trockenruhe. Ich verstehe das sehr gut, ich würde auch lieber den ganzen Winter eingegraben verschlafen und erst wieder aufstehen, wenn es wärmer und vor allem heller wird.

Tag 2350 – Hellschooling.

Heute dauerte es 30 Minuten Homeschooling, bis ich beide Kinder und eine Lehrerin gerne zum Mond geschossen hätte. Gerne zusammen. Ich tauge dafür nicht und die Kombi aus mir und Michel ist eine höchst explosive. Wenn Michel explodiert tut er das aber auch gleich richtig und ausdauernd und danach sind gerne Sachen kaputt und wir heulen beide. Kurz und gut: funktioniert nicht. Einfach nein. Singen und Klatschen geht vielleicht noch, aber die Lehrerin unterbindet jeden Kommunikationsversuch der Kinder untereinander, da macht auch Singen und Klatschen nicht so viel Spaß. Michel hatte aber nicht nur Singen und Klatschen auf, sondern auch Mathe und Norwegisch und an Mathe zerbrach die eh schon fragile weihnachtliche Harmonie sehr gründlich. Bei Pippi muss man sehr drauf achten, dass sie nicht mit ihrem iPad abhaut und statt Aufgaben darauf zu machen, Kinderfernsehen schaut (habe ich erwähnt, dass die Kinder im Browser absolut jede Webseite der Welt aufrufen können? Und dass wir Eltern das nicht begrenzen können? Und dass die Schule, die das begrenzen könnte, dazu sagt, wir Eltern müssten den Kindern eben Medienkompetenz beibringen? Das ist alles sehr schön und überhaupt gar kein wunder Punkt, wooooozaaaaaaa…). Morgen um zwölf endet der Schultag offiziell, ab dann machen die iPads auch Ferien. Und ich dreiundneunzig Kreuze.

Unsere Reise ist weiterhin ein unschöner Nervenkitzel. Heute wurde unsere Rückreise storniert – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Hotline, die man zum Umbuchen kontaktieren muss, schon nicht mehr besetzt war. Deutlicher kann man den Kund*Innen den Mittelfinger auch nicht zeigen.

Keinen Bock mehr auf Corona. Das ist doch alles scheiße hoch zehn.

Tag 2300 – Grusel.

Michel war natürlich erst mal sehr traurig. Wir hatten ihn aber gestern schon darauf vorbereitet, dass Muffin vielleicht bald stirbt und er fing sich recht schnell und ging dann gewohnt pragmatisch an die Sache. „Wo ist Muffin jetzt?“ – „Draußen. In einem Schuhkarton.“ [Aus zwei Gründen, 1. wollte ich nicht, dass Michel morgens als erstes über den toten Muffin stolpert, 2. wollte ich lieber kein totes Tier mit dem Bauch voller Gas bei Raumtemperatur aufbewahren. Den Karton hatten wir noch Raubtiersicher verpackt, für alle Fälle.] „Können wir den Karton einfach mit begraben?“ – „Ja, so war das gedacht.“ [Deshalb haben wir vorher noch sämtliches Klebeband abgefriemelt, ich hebe ja eigentlich keine Schuhkartons und ähnlichen Müll auf, in dem hier hatten wir mal Post bekommen und dann war er in den Abstellraum gewandert.] „Ok, gut, ich will das JETZT machen.“

Also hatten wir eine sehr spontane kleine und sehr unzeremonielle Beerdigung auf Raben-Art (unsentimental). Michel hat einen Platz unter seinem Apfelbäumchen ausgesucht, als Grabbepflanzung dient ein fast abgegraster Topf Petersilie aus der Küche und Michel möchte noch einen Stein bemalen. Beide Kinder haben noch mal geguckt, wie Muffin im Schuhkarton lag und jetzt wird er Apfelbaumdünger.

Abends hat Michel das Grab dekoriert. Mit „Augen“.

Pippi war auf einer Halloweenparty, als Gruseleinhorn-Patomimen-Prinzessin. Als ich sie abholte, kam sie mir freudestrahlend entgegen: „Mama, ich hab ganz viel Cola getrunken!“

Memo to self: Allen, wirklich allen Norwegern, die mit den Kindern zu tun haben, mitteilen, dass MEINE KINDER KEINE COLA DÜRFEN, GAR KEINE, AUCH KEINE ZUCKERFREIE.

Hier waren recht viele Kinder zum Trick-or-treat-en, Herr Rabe hatte da vorgesorgt und deshalb war das auch gar kein Problem. Besonders freute mich das Mädchen, das über seinem Zombiekostüm eine Reflexweste des norwegischen Diabetesverbandes trug. Chrchrchr.

Tag 2281 – Muss Augen zumachen.

Pippi heute Morgen im Bad: „Mama? Warum hast du so rot auf den Augen?“ (auf Deutsch, faktisk.) „Weil ich müde bin. Sehr müde.“ „Dann musst du wohl früher ins Bett gehen!“ (wieder auf Norwegisch.)

Pippi ist ein sehr kluges Kind. Überhaupt habe ich sehr kluge Kinder und einen klugen Mann und hoffentlich morgen was schriftliches raus, damit endlich mal ein paar Tage Ruhe ist.

(Und Hey – es kommt was an von dem, was ich versuche, den Kindern mitzugeben. Es geht nicht zum anderen Ohr wieder raus, sondern biegt im Kopf ab und kommt durch den Mund wieder raus. Ich bin ganz fasziniert.)

Tag 2278 – Schon klar.

Sie erwarten hier content. Aber auch heute kann ich keinen liefern. Das spannendste berichtbare was heute passiert ist, ist, dass ich einen kompletten Ørret (Lachsforelle) gekauft habe, tiefgefroren, ohne zu schnallen, dass der noch nicht ausgenommen ist und niemals bis zum Abendessen komplett aufgetaut sein würde. Außerdem sitzt eine Lachlaus dran, ebenfalls tiefgefroren. Heute gab es dann doch Lachsfilet und morgen gibt es ørret (ohne Laus).

Lustige Anekdote des Tages: wie Michel den kompletten Fisch mit leicht übertriebenem Ausholen, gefolgt von einem lauten Klonk auf das Warentransbortband wuchtete, die Kassiererin etwas pikiert schaute und Michel trocken zu ihr sagte „Der ist schon tot“.

Tag 2206 – Uuuuuufffffff.

Ich gehe nie wieder einen Schritt.

Dieses Mal Freizeitpark ist wesentlich anstrengender als das letzte, keine Ahnung warum.

Hier ein Suchbild mit Löwe:

Ich muss sagen, für einen Tierpark (!) ist das hier wirklich ok, die Tiere haben alle sehr, sehr viel Platz vor allem die, die auch sehr viel Platz brauchen, und das führt halt dazu, dass man die meisten Tiere nicht sieht.

Wettermäßig heute leider eher scheiße, launemäßig hatten wir ein Kind, das dauernd vorrannte und ein Kind, das wir dauernd antreiben mussten und zwei Eltern sind jetzt sehr sehr müde und heiser vom ständigen rufen.

Was ich mir auch lieber gar nicht erst vorstellen will: wie voll der Park sein muss, wenn sie die Besucherzahl nicht begrenzen.

Morgen noch mal, mit laut Vorhersage besserem Wetter und Fokus eher auf Freizeit- als auf Tierpark.

Protipp für Eltern: wenn man mehrere Kinder hat, die NIEMALS irgendwelche Glücksspiele machen lassen. Wenn ein Kind gewinnt und ein anderes nicht, haben sie den Super-GAU.

Tag 2141 – Bloßkäse.

„Pippi, zieh ne Jacke an, bitte.“

„Nein, ich will nicht, mir ist nicht kalt.“

„Aber es regnet.“

„Wir können ja ne Jacke *mitnehmen*. Der Ordnung halber.“

(Warum man diesem Kind oft nichts abschlagen kann.)

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Michel: „Was ist das?“

„Tortellini.“

„Sind die gefüllt? Ich maaaaag nicht gefüllt!“

„Es ist bloß Käse, probier doch wenigstens erst!“

Michel: „Nein, ich mag das nicht, das weiß ich.“

Pippi: *probiert* „Hmmmmm, lecker, ich mag Bloßkäse!“

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Vibrato-Übung „Große Sirene“, im grunde Finger auf die Saite setzen und dann in großen, runden, weichen Bewegungen über das ganze Griffbrett schubbern. 1 Minute jede Saite jeder Finger, eine Woche lang geräuschlos, dann eine Woche mit Streichen. Dann in kleiner, eine Woche geräuschlos, eine Woche mit Streichen. Danach bin ich einem schönen Vibrato bestimmt schon viel näher, brauche aber sicher neue Saiten und vermutlich neue Fingerkuppen. (Ich hab mir das nicht so ausgedacht, ich mache da online so ein kleines Programm… fragen Sie nicht, es ist alles sehr rosa, aber klingt einleuchtend und hilfreich. Und wirkt tatsächlich schon ein wenig.)

Nein, die Finger sind nicht nass oder fettig, die sind nur blank poliert.