Tag 16:30 – Genug.

Um 16:30 Uhr wollte ich heute in den Trainingsraum gehen.

In echt ging ich um 16:45 meine Kollegin suchen, um ihr zu sagen, dass ich jetzt trainieren und dann nach Hause gehe und dann das offizielle Dokument, was sie noch durchschauen wollte, eben morgen von zu Hause aus schicke.

Die Kollegin war mit dem Kollegen in einer informellen Besprechung, der Kollege wollte dann auch noch was von mir, die Chefin kam dazu, plötzlich ging es um China und das Corona-Virus und was das für uns als Behörde heißt (jedenfalls keine Aussicht auf Däumchen drehen) und dann war es 17:30 und ich echt nicht mehr motiviert, dann noch zu trainieren.

Das Überstundenkonto schreit freut sich auf großzügige Sommerferien. Das andere, echte Überstundenkonto wird ja dieses Jahr nicht mehr gefüllt, wenn es sich vermeiden lässt, sondern eben alles ausbezahlt. Es sind so schon genug Stunden und dieses Jahr habe ich ja echten, bezahlten Urlaub, wie so eine Erwachsene.

Um das zu feiern, nehme ich morgen direkt mal einen dieser Urlaubstage und gucke mal, wie sich das anfühlt. Der Kindergarten hat nämlich zu. Pippi und ich werden meine neue Brille abholen und dann zu Herrn Rabe in die Hauptstadt fahren und mit ihm Mittag essen. Und dann machen wir noch ein bisschen Gurkenmaske und lackieren die Fußnägel und was Mädels(TM) noch so machen, wenn sie unter sich sind. Hochoffizielle Briefe verschicken. Sowas halt.

Tag 1628 – Alles sehr schlimm.

Meine Hose ist kaputt.

Es gibt pharmazeutische Hersteller, da wird man vor der Inspektion von der QP angerufen, und vorgewarnt, man solle keine „feinen Sachen“ anziehen, der Prozess wäre sehr speziell. Und die Kollegin sagt dann auch „Jeans reicht völlig“. Dann schmeiße ich mich also in meine beste (lies:Lieblings-) Jeans und kraxele damit in der Produktion rum (Treppen bei denen ich nur ganz stur gradeaus gucken kann, nicht hoch, nicht runter, wahhhh!) und dann macht es ratsch und die Hose ist hin.

Mimimi.

Tag 1627 – Hotelzimmeraussichten, Folge 1.

Das ist doch ein lustiges Projekt. Hoffentlich denke ich öfter da dran.

Außerdem Nissan Qashquai als Mietwagen, was für ein Monster und schrecklich unübersichtlich. Lieb gemeinte 3 von 10 Punkten. Die schlechte Bewertung hat natürlich gar nichts damit zu tun, dass ich schrecklich aufgeregt war/bin, weil ich dieses Mal fahren und also die Kollegin durch die Gegend kutschieren muss. Im Dunkeln, in einer Gegend, die ich nicht kenne, mit einem Auto, das ich nicht kenne. What could possibly go wrong?

Jetzt Hotelbett. Garantiert keine Kinder morgen früh auf meinem Kopfkissen oder am Fußende. Auch mal schön.

Tag 1626 – Orange.

„Wie siehst du denn aus, was hast du am Mund???“ fragte ich Michel heute Abend. „Nichts!“ sagte Michel. „Möhre.“ sagte Herr Rabe. Ich habe nun also zwei Kinder, die selbst Möhren schälen können. Ich habe sechs* Schnecken, davon fünf zur Zeit wach, die demnächst viele orangene Häufchen machen werden. Und ich habe zwei Kinder, 7 und 4,5 Jahre alt, die aussehen wie Babies in der besten Karottenbreiphase.

Ca. so.

Dann muss Herr Rabe wohl morgen neue Möhren kaufen.

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*ein Haus habe ich gestern nahezu leer ausgegraben. Seufz.

Tag 1625 – Ein bisschen Drama.

Nicht, dass sie denken, ich hätte das Bloggen wieder vergessen, ich bin nur total vorm Fernseher versackt. Ich gucke eine erstaunlich spannende Dokumentation über Cheerleading. Sie heißt Cheerleading (kreativ, jaja) und ich möchte jetzt mit Cheerleading anfangen alle meine Kinder zum Cheerleading anmelden weiter gucken.

Passend zum Drama im Fernsehen hat Michel gestern eine Impfung bekommen. In der Schule. So wie alle seine Klassenkameraden und -kameradinnen. Und meine Güte. Wie man leiden kann. Ja, sein Arm ist dick, aber sein demonstratives Leiden veranlasste mich dann doch während des Abendessens zu einem kleinen Vortrag über Kinderlähmung.

Danach ging es dann. Kleine Drama-Queen.