Tag 2243 – Neuentdeckung.

Also, ich rasiere mir ja ganz unfeministisch die Beine und Achseln, aus Gründen der Hautfreundlichkeit und der mangelnden Zeit und der eigentlichen Unnötigkeit des Ganzen aber nur ein Mal die Woche. Ich hatte dazu sehr lange so einen Damenrasierer mit austauschbaren Klingen, Aloe Vera-Streifen und dem Namen einer römischen Göttin. Die Klingen dazu sind sehr teuer und hier noch mal mit Reiches-Öl-Land-Zuschlag versehen, also quasi unbezahlbar, zumal ich jede Klinge maximal zwei mal benutzen konnte, danach wuchsen mir immer derart viele Haare ein, dass ich mich tagelang an den Beinen kratzte, als hätte ich Krätze. Was mich aber seit einiger Zeit noch mehr störte als der Preis dieser Klingen, war das Wegwerfen. Jede Klinge in einem Plastikdingelchen mit Plastikdeckel und dann noch jeweils 8 Klingen in der Plastikverpackung mit etwas bedruckter und beschichteter Pappe, die man vermutlich auch kaum noch recyceln kann. Und dann schmeißt man alle zwei Wochen so ein Plastikdings mit Metall drin weg, das vermutlich weder als Metall noch als Plastik recycelt werden kann. Für Nachhaltigkeit geb ich dem lieb gemeinte 2 von 10 Punkten, und das auch nur, weil man immerhin den Griff immer wieder benutzen kann.

Nun kam es aber so, dass mir wegen Corona und keinen Heimatbesuchen die Klingen ausgingen. Im Laden stand ich vor dem Regal mit den Auswechselklingen und hatte große Unlust, für ein Produkt, das ich eigentlich aus Umweltgründen gar nicht haben will, sehr viel Geld zu bezahlen.

Herr Rabe hat so einen Rasierhobel aus Edelstahl, in den man einfach Rasierklingen legt, die kommen in so einer kleinen Schachtel und sind zwar einzeln in ein komisches Papier eingewickelt, aber insgesamt ist der entstehende Müll kaum der Rede wert im Vergleich zur Göttin. Ich habe aber ja große Angst vor scharfen Klingen und mich deshalb nicht getraut – bis letzte Woche Herr Rabe nicht da war und mich deshalb auch niemand für versehentlich aufgeschlitzte Schienenbeine auslachen konnte. Da probierte ich das einfach mal.

Und siehe da: das geht super gut. Geschnitten habe ich mich, am Schienenbein, aber kaum was davon bemerkt. Die Stelle war auch nur klein. Ich hatte letzte Woche und heute gehörigen Respekt vor der Schärfe der Klingen, besonders unter den Achseln. Aber auch das ging problemlos unter der Dusche mit ein bisschen Duschgelschaum, um die Klinge an Gleiten zu halten. In der letzten Woche sind mir auch keine Haare eingewachsen, obwohl ich die ganze Woche mit Hosen herumgelaufen bin, was normalerweise zu einwachsenden Haaren führt. Aber dieses Mal nicht.

Doppel-gut also, weniger Müll und scheinbar (n=1 reicht noch nicht für eine zuverlässige Aussage) bessere Hautverträglichkeit. Ich glaube, damit sind die Tage für mich und die Göttin gezählt und ich brauche keine teuren Rasieraufsätze mehr kaufen, sondern nur Rasierklingen und die sind Centartikel. Den Edelstahlhobel können wir gut teilen.

Hurra!

Tag 2092 – Ausgefranst.

„Wie geht es euch?“ fragte die Nähmutter neulich (coronakonform per Messenger). „Naja“, schrieb ich, „Gut, aber die Ferien sind jetzt echt nötig, wir haben schon ne Woche Quarantäne hinter uns.“ „Oh“, schrieb sie zurück, „Quarantäne ist blöd. Ich fühl mich ja schon ohne Quarantäne ganz ausgefranst.“

Ausgefranst trifft es sehr gut. Die Kanten sind nicht mehr glatt, die Enden hängen lose rum und zum Vernähen, stopfen, umnähen, wasauchimmer fehlt inzwischen jede Kraft.

Man macht irgendwie weiter, immer weiter, tunnelblick und ab dafür, bloß nicht anhalten, bloß nicht zu viel nachdenken, es muss doch irgendwann mal vorbei sein, dieser März 2020.

Die einen lenken sich mit Belanglosigkeiten ab, die anderen haben nicht mal mehr dafür Energie.

Ich rede hier ausdrücklich nicht nur von mir. Ich sehe das um mich rum bei immer mehr Leuten. Selbst coronakonform per Messenger werden die Kontakte weniger. Die Fransen bei allen länger und verknoteter. Den fransigsten Eindruck machen auf mich (keine Statistik hier, rein Bauchgefühl) Mütter von Kindern unterhalb des Teenie-Alters. Ich hätte da Theorien, weshalb das so ist, stellen sie sich hier einfach einen fulminanten Rant auf das Patriarchat vor, aber selbst für den bin ich grad zu ausgefranst.

Passen Sie bitte alle auf sich auf. Das hier wird noch dauern* und danach werden keine Psychotherapieplätze vom Himmel regnen, um uns wieder zusammen zu flicken, im Gegenteil, dann können wir ja endlich alle wieder schön produktiv die Wirtschaft ankurbeln. (Hier Kapitalismus-Rant denken.)

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Etwas ganz anderes: ich wusste immer, dass es das geben muss, habe aber noch nie eins gesehen. Heute kitzelte es mich im Nacken:

Ein Haar, an der Spitze noch pigmentiert, an der Wurzel farblos.

Ich freu mich, als hätte ich grad eine wissenschaftliche Theorie bewiesen. Bester Moment des Tages, was sag ich, der Woche.

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*ich las da heute was, das war so desillusionierend (und auf Norwegisch), das zeige ich Ihnen nicht, um Ihre Fransen zu schonen.

Tag 2034 – Lampe aus.

Die Quittung für den lustigen Abend war natürlich ein leichter aber anhaltender Kater. Gemeinheit.

(Apropos Kater: ich hätte immer noch gerne ne Katze. Michel auch, das tut mir am meisten leid, weil er ja derjenige ist, der allergisch ist. Wir warten also einfach auf die „Impfung“, die bei der Katze verhindert, dass sie das Allergen produziert.)

Naja, wegen leichter Langsamkeit haben wir heute nicht sonderlich viel unternommen. Eine kurze Pokémon-Runde und Herr Rabe ist noch dabei, den Flur zu streichen. Ansonsten nur Maus und Sofa und das nötigste im Haushalt. Ich habe abends gebadet und beim Beine rasieren über einen Artikel nachgedacht, den ich heute las, demzufolge schon 10-Jährige Mädchen sich die ersten Haare von der Vulva wieder entfernen. „Dass die Eltern das erlauben!“ sagte Herr Rabe und ich bin nicht so sicher, ob die Eltern da gefragt wurden. Ich hoffe einfach, dass meine Kinder und ich da im Dialog bleiben, weil halt. Ich bin einigermaßen entsetzt, wenn Gynäkolog*Innen berichten, sie hätten schon länger keine Vulva (an einer jüngeren Person) mehr mit irgendwelchen Haaren gesehen – und wenn, entschuldigen sich die Patient*Innen. Also – wem’s gefällt, di*er soll’s bitte untenrum frisieren wie si*er lustig ist, aber die reine Anwesenheit von Haar, jeglichen Haares in egal welcher Länge, an egal welcher Stelle, als eklig zu empfinden finde ich… bedenklich? Ich denke, bedenklich passt.

Noch ein paar Jahre um mir meine flammende feministische Rede zu Körperbehaarung und was sie über Hygiene aussagt (nichts) auszudenken. Die können sich beide Kinder anhören. Müssen. Da versteht Mama keinen Spaß.

Andererseits: ich rasiere ja auch Beine (unterhalb vom Knie) und Achseln. Jedes Wochenende. Warum mache ich das? Mache ich das wirklich, ganz ehrlich wirklich, weil ich es schöner finde? Hmmhmmhmm. Aber ich kann meinen Kindern immerhin sagen: ich weiß, wie meine Beine mit vollem Busch aussehen. Oder meine Arme mit langen Achselhaaren. Hab ich probiert, hat mir nicht so wirklich gut gefallen. Auch in der „Bikinizone“ hab ich schon diverses probiert und manches hat gefallen, anderes weniger. Kann man ja alles machen, aber ab dem 1. Haar täglich alles der Barbie angleichen, mit der eins vor kurzem noch gespielt hat? Schwierig. Ganz ganz schwierig.

Tag 2010 – Unsichtbar weiß.

Meine Haare werden in rapidem Tempo weiß. Das ist schon ok so, ich erhoffe mir ja mit sichtbar fortschreitendem Alter eine entsprechend seriösere Erscheinung, das kann als Inspektørin definitiv nicht schaden. Was mich allerdings ein bisschen betrübt, ist dass das auf Bildern nicht sichtbar ist, Sie müssen mir das also einfach glauben. Es sind jedenfalls inzwischen ziemlich viele weiße Haare zwischen den blonden. Bei Herrn Rabe auch, bei dem fällt das nur natürlich gegen die dunkelbraunen Haare viel mehr auf.

Michel haben wir heute versucht weiszumachen, dass man vom Durchmachen graue Haare und Falten bekommt. Er wollte nämlich wissen, ob wir schon mal durchgemacht hätten. „Früher, als wir noch jünger und cooler waren, da ja.“ sagten wir, „Und jetzt guck uns an, jetzt sind wir alt!“, „Ja, das kommt alles vom Durchmachen!“ Aber Michel wäre nicht Michel, wenn er uns das wirklich abkaufen würde. Wir hoffen mal stark, dass wir noch acht bis zehn Jahre Zeit haben, bis unsere Kinder die Nächte durchmachen.

Ich denke, die grauen Haare kommen hauptsächlich vom Alter. Die Falten auch. Und vielleicht ein bisschen von Kindern, Covid und Co. Schon ok so.

Tag 1943 – Geschoren.

Keiner von uns weiß mehr, wie wir drauf kamen aber nach dem Frühstück haben Herr Rabe und ich uns gegenseitig die Haare geschnitten. Herr Rabe aus kophautgesundheitlichen Gründen komplett alles ab, ich kürzer und „unfrisuriger“ als überhaupt jemals und… ich liebe es.

Michel bekam dann auch noch die Haare geschnitten, der will sie aber oben lang haben und mit seinen Wellen sieht das super cool aus. Pippi wollte sie dann auch „so wie Mama!“ aber das haben wir abgewendet. Bei einer Fünfjährigen vertraue ich nicht unbedingt darauf, dass ihr klar ist, dass es sehr lange dauern wird, bis sie dann wieder „Anna-Zöpfe“ haben kann.

Tag 1829 – Dies und das.

Ich war heute relativ viel alleine und das war schön. Erst war ich bei der Friseurin, jetzt sehe ich etwas anders aus als vorher:

Undercut und Jutebeutel…

Dann bin ich ins große Einkaufszentrum gefahren, dabei habe ich laut Musik gehört (wieder einmal eine ausgeprägte Muse-Phase bei mir, ich liebe es einfach) und im Einkaufszentrum habe ich dann außer der Dinge auf der Liste (Federmappe für Michel, Anspitzer, Trinkflasche, Socken für Michel) noch Zeug für mich gekauft, nämlich einen Arbeitsrucksack, der nett aussieht, bequeme Gurte hat und in den mein Laptop samt Lade- und sonstigem Gedöns passt:

War im Angebot. Hätte ich vielleicht auch für den eigentlichen Preis gekauft, weil ich nach sowas schon länger erfolglos gesucht habe.

und Socken und Unterhosen. Alle 5 Jahre kann eine mal neue Unterhosen kaufen, finde ich. Zum ersten Mal habe ich gleich einen ganzen Satz gekauft, obwohl die einzeln und nicht im x-Fach-Pack verkauft wurden. Über sowas preislich nicht so sehr nachdenken müssen, ist schon sehr schön und auch privilegiert, ich weiß das aus erster Hand, leider. Als nächstes kaufe ich mir dann 10-20 Paar Falke-Socken (nein, Happy Socks können nicht gegen Falke anstinken, sorry). Bis dahin müssen es die Lindex-Socken tun, aber die haben in der Qualität leider stark nachgelassen, von den zuletzt gekauften 4 Paar lebt nach nicht mal zwei Jahren nur noch eines.

Abends habe ich dann mit Herrn Rabe erst die Bude gründlich gelüftet (Hitzewelle jetzt auch bei uns, aber voll im Rahmen mit knapp unter 30 Grad und nächtlicher, deutlicher Abkühlung) und dann Pippis Geburtstagskuchen gebacken, für die Kinderparty morgen. Es wird ein Regenbogenkuchen mit… naja. Interessanten Farben. Vom Regenbogen inspiriert. Oder so.

Leberwurst und grau dürfen halt in keinem Regenbogen fehlen.

In der Form sah es schon besser aus.

Ich werde berichten, wie es fertig gebacken aussah. Von außen schon mal gut, von innen gibt es eben erst morgen.

Tag 1785 – [Muss noch Titel überlegen].

Heute war ein Tag, an dem ich auch wieder viele Fotos hätte machen können, aber kaum welche gemacht habe. Aber fangen wir von vorne an, ein Update zum Blogpost von gestern:

Michel hat gar nicht heimlich gelesen. Michel hatte heimlich Herrn Rabes iPad gemopst, im Zimmer versteckt, hat heimlich geguckt und als der Akku leer war, stand er im Wohnzimmer und meinte, er könne doch nicht alleine einschlafen. Also totaler Reinfall, zu früh gefreut, ich weiß gar nicht recht was ich dazu sagen soll, ehrlich gesagt.

Dann heute. Weil der Lack bei ein paar Leuten wohl kurz vorm Urlaub im Angebot war, und ich Dienstag Nacht einen doofen Fehler gemacht und in meine emails geguckt habe (fragen Sie einfach nicht, ich tue das auch nie wieder!) hatte ich gestern ein sehr spontanes und heute ein weniger spontanes Meeting, auf das ich mich vorbereiten musste, indem ich möglichst viel Energie bei möglichst sinnstiftenden Arbeiten verbrauchte. Dass der Bauernhof, bei dem wir einen Gemüseanteil (und Eier) haben, gestern eine Erntemeldung geschrieben hat, in der stand, dass das gute Wetter im Wechsel mit Regen dazu führt, dass alles gut wächst, aber eben auch UnBeikräuter, und sie ja bio machen und deshalb von Hand jäten (was hat das mit Bio zu tun, aber egal), und da sei Hilfe beim Jäten willkommen, kam recht gelegen. Und so hab ich heute Vormittag erst eine Reihe rote Beete von etwa vier mal so viel UnBeikräutern befreit und dann eine riesige Tüte Grünzeug geerntet. Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, irgendwelche Beete, Salat, Ruccola, Gurke, Zucchini, Zuckererbsen, Frühlingszwiebeln und Radieschen. Umsummt von Bienen und diverse Regenwürmer aufschreckend. Der Bauernhof hat in jeder 10. Reihe auf dem Acker Blumen stehen, und zwischendrin darf sich auch immer wieder aussähen, was halt so da landet, nur da wo Gemüse wachsen soll, muss nicht unbedingt alles voller Disteln, Ackerwinde, Hornveilchen und Gänsefuß wuchern. Jedenfalls wäre Fotowert gewesen, wie schlimm die Jäte-Reihe vorher und wie hübsch nachher aussah, und was für einen Haufen Gemüse ich da weggeschleppt habe und überhaupt das Bullerbü da. Es war jedenfalls sehr erholsam.

Zu Hause besprach ich mit Herrn Rabe diverse Dinge beim dringend nötigen Mittagessen und dann war es auch schon an der Zeit, zu duschen und mich für das Meeting fertig zu machen. Das Meeting lief dann recht ok, würde ich sagen. Die Lacksaufenden waren ziemlich klein mit Hut und versuchten sich rauszureden, mal gucken, was da noch so draus wird. Sehe ich dann Anfang August, weil ich ja keine Mails mehr lese. Erinnern Sie mich ANFANG AUGUST dran, dass ich insgesamt 3 Arbeitsstunden nachtragen muss.

(Ich muss einschieben: es KANN sein, dass ich vom 13.-15. arbeite. Da bin ich back-up für die Überwachung einer wichtigen Mailadresse und FALLS die Person, die eigentlich diesen Job in der Woche hat, krank wird oder sonstwie nicht kann, muss ich übernehmen. Das ist aber schon seit ein paar Wochen so abgesprochen und wir hoffen einfach mal alle, dass ich da gar nichts übernehmen muss.)

Nach dem Meeting war ich leider spät dran für meinen Friseurtermin, aber ich kam dank Carona um Punkt 17 Uhr an. Die Friseurin (diesmal die Chefin des Salons) war sehr nett und kompetent und scheute sich nicht, gleich beim ersten Versuch viel abzuschneiden, Hurra. Leider sah man durch das kurz scheren, wie schlecht ich offenbar letzte Woche gefärbt habe und ich sah hinterher aus wie ein Streifenhörnchen. Deshalb verbrachte ich den Abend erneut mit Farbe auf dem Kopf. Jetzt sind sie durchgehend lila und ich bin total froh, dass ich heute bei der Chefin war, weil der Schnitt trotz der irritierenden Flecken wirklich gut ist. Uff. Aber auch davon keine Bilder, weder vor noch nach dem erneuten Färben. Weil wegen weiß nich.

Tag 1778 – Corontäne Tag 4 v2.

Ich mag die norwegische Art „Lila“ auszusprechen, nicht. Lilla. Das ist in meinen Ohren falsch.

Meine Haare sind jetzt wieder lila. Nur doller als letztes Mal, weil ich aus Versehen „Violet“ statt „Lilac“ bestellt habe (wahrscheinlich wegen des Lilla) und bevor Sie es sagen: das *ist schon* das Ergebnis mit 50% Conditioner. Ähäm. Hoppla.

Langsam glaube ich auch, dass die dezente Scheckigkeit der Directions-Farben ein Feature ist und kein Bug. Naja, da spart man sich die Strähnchen.

Vorher waren die Haare kurz weiß, und zwar richtig weiß, wie früher (hatte das lange in genau dieser Farbe):

Also die Directions-Blondierung kann richtig was.

Jetzt muss ich nur noch sehr dringend zur Friseurin. Tjanun – nächste Woche dann, ab Donnerstag darf ich ja wieder.

Tag 1725 – 18 Eiweiß.

Ich präsentiere hier unsere Lösung für 18 Eiweiß. Die ersten ca. 6 wanderten in einen Schneekuchen mit Haselnüssen, weil nicht mehr genug Walnüsse da waren. Sehr lecker, nicht zu süß, sehr zu empfehlen. Einziges Problem: wegen Gier nicht rechtzeitig ein Foto gemacht.

Schneekuchen ohne Eigelb.

Heute wanderte der Rest der Eiweiße (ca. 12) in einen Angel Food Cake, nach einer Mischung aus Rezepten, aber das Internet ist voll von Rezepten dazu, wenn man Googleaffin ist. Das war eine aufregende Sache, unter anderem weil meine Ringkuchenform wohl kaputt ist.

Hängend auskühlen. Man sieht es nicht, aber er balanciert auf dem inneren Ring.
Sieht vielversprechend aus.
Innenansicht, beim Schneiden leicht zusammengedrückt.

Also das ist mal ein etwas anderer Kuchen. Hauptsächlich süß und ich glaube, ich weiß jetzt, aus was Löffelbisquit ist. Es schmeckt fast genau wie Löffelbisquit, hat aber eine ganz andere Konsistenz, nämlich eher fluffig, ein bisschen klebrig und im Mund ein bisschen gummimäßig. Kann man machen, aber man sollte süß schon mögen, es ist halt quasi Baisers mit ein bisschen Mehl.

Während der Angel Food Cake gemacht und gebacken wird, kann man eins a Haartönung einwirken lassen. Hallo, Lilac. Passt auch super zu Pippis Krönchen!

Prinzessinnenselfie.

Apropos Pippi: die hat sich heute früh, aus akuten Entzugserscheinungen heraus, erstmal eine „Schwitz“ (Switch) gebastelt. Mit Yoshi.

Das war das lange Wochenende. Gleich noch einen letzten Pulli aufhängen, der eine extra Runde mit Entfärber brauchte, nachdem ein Kleid ein wenig abgefärbt hatte, dann die Kindersachen zusammen suchen und dann ab ins Bett, damit der Morgen morgen nicht ganz so schlimm wird.

Tag 1710 – Corontäne Tag 37.

Die Tage kriechen und fliegen gleichzeitig. Faszinierend.

Heute war ich einkaufen. Im Meny gibt es lose abgewogene Hefe, falls Sie welche brauchen. Norwegen hat jetzt auch wieder Roggenmehl.

Was ich noch erzählen wollte: ich war Donnerstag bei der Endokrinologin im Krankenhaus, wegen der Schilddrüse. Wie zu erwarten, zweites Rezidiv heißt, Organ soll raus. Aber weil ich nicht grad begeistert davon bin, zum jetzigen Zeitpunkt von Levaxin abhängig zu werden, warten wir erstmal ab, dann bin ich halt von Carbimazol abhängig, so what. Mit einer sehr niedrigen Carbimazoldosis lebe ich ein recht gutes Leben. Was mich überrascht hat waren zwei Dinge: 1. kommt Radioiod doch in Frage, unter Cortisonschutz für die Augen und wenn ich mich danach für ein paar Tage von der Familie isolieren könnte (oder die Familie wo anders sein könnte). Geht also zur Zeit nicht. 2. würde man mich, auch wegen der Augen, ganz am unteren Ende des TSH-Normbereiches einstellen und das versuchen wir jetzt auch mit dem Carbimazol. Ich muss also immerhin nicht befürchten, dass man versuchen wird, mich „langsam zu machen“. Das war eine Angst von mir, die mir jetzt genommen wurde. Weiterhin wurde nicht mit mir geschimpft, weil ich mich um meine Medikamentendosis dieses Mal komplett selbst gekümmert habe. Das macht mich auch froh. Ich empfehle das ausdrücklich nicht zur Nachahmung, wenn man nicht schon einige Erfahrung mit der eigenen Schilddrüse hat, aber meine jetzige Hausärztin hat halt, so nett sie ist, keinen Plan von dieser Krankheit. Zu Anfang sagte sie mir eine zu niedrige Medikamentendosis an. Dann bestellte sie mich nicht zu weiteren Blutproben ein. Ich organisierte mir selbst welche. Woraufhin sie mir mitteilte, meine Werte seien „schon viel besser“, ohne mir zu sagen, was das genau heißen soll und ob ich die Dosis anpassen soll. Ich rief an und erfragte die Werte, passte die Dosis an und machte neue Blutprobentermine aus. Irgendwann fand ich raus, dass man sich bei dem Labor, in dem die Proben analysiert werden, als Patientin einfach einloggen kann und da alle Ergebnisse einsehen kann. Meine ganze Historik liegt da! Ich bin entzückt! Und über all das hat die Endokrinologin nicht geschimpft! Ich darf die nächsten 6 Monate so weiter machen, immer mal kontrollieren, wenn ich oder die Hausärztin Fragen haben, sollen wir im Krankenhaus anrufen, und dann gucken wir in 6 Monaten noch mal, wie sich die globale Versorgungskette für Levothyroxin so entwickelt hat. Klingt wie ein guter Plan.

Am Ende des Termins gab es einen kurzen seltsamen Moment, in dem ich die Türklinke anstarrte, als sei die hochgradig infektiös. Dann wusch ich mir sehr sehr gründlich die Hände, machte die Tür mit einem Papiertuch auf und winkte der Ärztin zum Abschied, die über die Aktion sehr lachen müsste und meinte, man merke, dass ich wisse, was ich da tue. Joa. Gelernt ist gelernt, ne?

Ich weiß immer noch nicht, was ich mit meinen Haaren machen soll. Heute Morgen sah ich so aus:

Elvis wär neidisch.

Die Friseur*Innen machen zwar am 27. auf, werden ja aber zu Anfang völlig überlaufen sein. Mich reizt auch der Gedanke nicht, zum Friseur nach Oslo zu fahren. Aber irgendwas muss passieren, schon allein weil es (das kenne ich so gar nicht!) unter der Haarmasse juckt. Undercut? Hat man das noch? (Haha, als wär mir das nicht egal, was „man“ so hat.) Vielleicht lasse ich einfach Herr Rabe morgen mal kreativ werden?

Jupp, das unter meinem Auge da, das ist ein blauer Fleck. Das war Pippi neulich, jedenfalls indirekt. Macht Freude, zur Zeit mit einem blauen Fleck im Gesicht rumzulaufen, wo die Medien voll von Berichten über häusliche Gewalt sind. Auch in Norwegen ist das so und es ist ja auch ein großes Problem in vielen Familien. Seufz.

Sobald ich mich im Freien befinde, habe ich Niesreiz und tränende Augen (trotz Sonnenbrille, an der Helligkeit liegt es also nicht). Das war letztes Jahr im Frühling auch schon so. Ich werd doch nicht mit Mitte 30 noch Heuschnupfen kriegen? Ich habe aus Prinzip keine Allergien! Allergien haben die Kinder, die nie im Matsch spielen durften! Und Hypochonder (ok, also ich), die auch. Mimimi. Seufz.

Hier ist R0 jetzt bei 0,67. Des Weiteren ist die Smittestopp-App bereits von 1,2 Millionen Leuten runtergeladen worden. In zwei Tagen. Noch 800.000 und sie wird sinnvoll einsetzbar. Ich hab sie schon. Ja, da kann man jetzt den Untergang der individuellen Freiheit und aller Persönlichkeitsrechte befürchten, ich habe mich dazu entschieden, zu glauben, was die App verspricht: die Daten werden nur dazu benutzt, herauszufinden, wer mit jemandem, der infiziert ist, seit dessen vermuteter Ansteckung mehr als 15 Minuten näheren Kontakt hatte. Die werden dann gewarnt und können sich in Quarantäne begeben. Die Daten werden nicht genutzt, um die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen, des Hütteverbots oder einer Quarantäne zu kontrollieren. Nach 30 Tagen werden alle Daten automatisch gelöscht (und man kann auch selbst jederzeit alle seine Daten löschen). Ich glaube das mal. Fertig.