Tag 2203 – Endlich Regen.

Yeah, Sommerliebe und alles, haha, aber… jetzt reicht’s dann auch. Die letzten Tage, besonders heute, war es nicht nur warm sondern auch drückend und schwül und generell eklig. Jetzt regnet es endlich, das wurde auch Zeit und es darf jetzt dann gerne auch ein paar Liter geben, die Pflanzen brauchen das. Ich hoffe, damit sind dann jetzt auch die Wetterumschwungs-Kopfschmerzen durchgestanden und die ständige Müdigkeit (auch durch die Kopfschmerzen) verfliegt dann mal.

Ansonsten gibt es hier nicht so viel zu erzählen. Pippi nimmt heute und morgen an einem historischen Theaterprojekt teil und heißt jetzt Siri (oder Sigrid? Schwer zu sagen, auf Norwegisch ist das d am Ende ja stumm und Siri und Sigri(d) kommt per Pippi-stille-Post hier eventuell nicht richtig an). Michel spielt viel Minecraft und guckt noch mehr YouTube, das müssen wir morgen mal begrenzen, er hat ein Puzzle bekommen, das er gerne machen kann, von dem YouTube-Gesülze kommt er auf Dauer komisch drauf. Ich habe H-Dur stoisch bearbeitet und es geht schon wesentlich besser, und weil ich ständige Herausforderungen brauche (ähähähä) hab ich direkt c-Moll „Vivace“ angefangen, wobei ich mir aber leider die Finger breche (nicht nur wegen c-Moll, sondern weil das gemein komponiert ist, Etüden halt) und vivace ist auch eher so herzschwacher Rentner. In halbem Tempo geht’s. Ansonsten übe ich Intonation mit der Stimm-App. Herr Rabe hat die Hecke fertig (hier Jubel vorstellen).

Ich fürchte, morgen muss ich das Pflaster wechseln. Sind dann halt 12 statt 14 Tage, aber bringt ja auch nix, wenn das nur noch partiell klebt.

Nach 11 Tagen kann ich zu 95% wieder Fragen stellen, die auch klingen, wie ne Frage. Sehr seltsam, wenn die Stimme solche Selbstverständlichkeiten nicht mitmacht, das kann ich Ihnen sagen. Ich kann singen und rufen, aber das ? am Satzende hörbar machen, das dauerte nun am längsten.

Tag 2165 – Nur noch ein paar Tage.

Ein bisschen noch durchhalten, dann ist Urlaub. Ich bin ganz schön platt insgesamt, muss ich sagen. Also einfach urlaubsreif.

Wir haben unsere Arbeit zur Arbeitsplatzverteilung wieder aufgenommen, nach den Ferien dürfen wir vermutlich alle wieder zurück ins Büro, aber es gibt neue Regelungen zum mobilen Arbeiten* und die sind überraschend flexibel. Damit hat sich eine meiner Prophezeiungen schon mal nicht erfüllt. Trotzdem oder grad deshalb wäre es irgendwie schon nett, wenn sich unsereins irgendwie auf irgendwas vorbereiten könnte, das nicht unglaublich vage ist.

Impfnebenwirkungsstatus: alles gut, sogar der Arm tut nur noch weh, wenn ich drauf drücke. Das Aua ging genauso schnell wieder weg, wie es gekommen war.

Kinderstatus: Michel hat heute seine Schulmappen mit nach Hause gebracht und dass ein Drittklässler über Tröpfcheninfektion Bescheid weiß und mit „Amungus“ erklärt, hätte man ja vor 2 Jahren auch noch nicht gedacht.

Wir können dann später immer bei Familienfeiern peinliche Geschichten auspacken. „Als wir jünger waren, haben wir noch allen möglichen Leuten die Hand gegeben. Der Reihe nach und ohne desinfizieren! Und es war ganz wichtig, kräftig zuzudrücken, aber nicht zu hart!Wenn man irgendwen wichtiges falsch begrüßt hat, konnte das richtig Ärger geben.“

So, ab ins Bett jetzt. Wird Zeit für ein bisschen Schlaf, die letzte Nacht war eher unruhig (unter anderem wurde ich um zwei davon wach, dass ein Kind, dessen Ankunft dort ich nicht bemerkt hatte, unser Bett verließ. Momentan muss man leider ein bisschen dahinter her sein, dass die Kinder dann nicht mitten in der Nacht aufstehen, also ging ich gucken, ob alle in ihren Betten lagen. Taten sie und schliefen selig, vielleicht hab ich mir das Aufwachen auch nur eingebildet…)

Tag 2163 – Zu müde.

Heute: Arbeitarbeit (blöde, sinnlose Aufgabe ist fast fertig, ehrlich, so 95%), am Ende ein wichtiges Meeting. Ein neues Schülerkonzert (Seitz op. 13), das ich gestern schon mal zur Orientierung durchgespielt hatte, angefangen, ordentlich zu bearbeiten. Abendspaziergang mit Sammeln von allerlei Grünzeug für die Schweinchen, die jetzt wieder täglich gefühlt ihr Körpergewicht an verschiedenen UnKräutern und Gräsern verdrücken und mich gierig anquietschen, sobald ich zur Haustür reinkomme. Badewanne, Steuer 2018 und 2019 und dann 2018 noch mal, weil ich den falschen Umrechnungskurs genommen hatte. Jetzt ist aber mal gut mit Steuer, echt mal.

Einer von uns muss morgen um 8 mit Pippi beim Augenarzt sein und wir haben noch nicht besprochen, wer das übernimmt, morgen früh um sieben können sich also zwei müde Eltern darum prügeln. Yeah.

Tag 2155 – Kurz-vor-Ferien-Alltag.

Ach so, ja, vielleicht sollte ich auch auf Veröffentlichen klicken, das könnte helfen.

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Hier passiert nichts spannendes. Wir arbeiten so herum, dann holt Herr Rabe die Kinder ab, wir fahren sie (dienstags) beide zeitgleich zu unterschiedlichen Aktivitäten, ich gehe in der Zeit einkaufen und manchmal zur Apotheke (heute wieder, weil bei 4 Tabletten am Tag eine 100er-Packung halt nur für 25 Tage reicht). Besonders war heute, dass Michel noch Sommerabschluss mit dem Korps hatte (und da Cola trank, und dann schlecht schlafen konnte) und Pippi beim Tanzen gefilmt wurde. Alle Kurse filmen diesen Sommer ihre Choreografien, und zwar draußen. Statt Show im Theater mit Publikum* – ich begrüße das sehr, aus verschiedenen Gründen.

Weiterhin war für heute Gewitter angekündigt, mein Kopf möchte auch gerne, dass das endlich runter kommt, der ist nämlich seit heute Mittag schon kurz vor Migräne, aber es kommt einfach nicht.

Geige gespielt, deutliche Fortschritte bemerkt. Viel bessere Klangqualität, und ich beginne zuversichtlich zu werden, dass auch mein 1. Finger irgendwann in der Lage sein wird, ein Vibrato zu erzeugen. Möglicherweise sollte ich mir aber tatsächlich mal langsam nen neuen Dämpfer anschaffen (mein alter war Kolophonium-verkrustet), meinem linken Ohr zuliebe.

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*ich glaube nicht, dass Infektionsschutz seitens der Veranstaltenden eine große Rolle bei der Entscheidung zu Film statt Show gespielt hat, muss ich leider sagen. Der Infektionsschutz da ist nach wie vor ein schlechter Witz. Aber wir sind ja auch in Norwegen, wo es keine Aerosole gibt und am Wochenende die Pandemie – die hier auch gerne mal Epidemie genannt wird – schon quasi abgeblasen wurde, bevor dann hektisch zurückgerudert und richtig gestellt wurde, weil nix vorbei ist, auch wenn wir zur Zeit auf einem guten Weg sind (was wiederum nichts mit überragendem Infektionsschutz zu tun haben kann, denn der ist hier einfach nicht allzu dolle. Das einzige was wir sehr konsequent haben ist Homeoffice. Alles andere haben wir nicht/nur lokal/nur eingeschränkt.)

Tag 2152 – Nicht wirklich was zu erzählen.

Sommerwetter, immer noch, hurra!

Herr Rabe hat heute an den Autos 11 Reifen gewechselt. Jetzt weiß er auch, dass die Reifen hinten an Carona breiter sind als vorne.

(Elektroautos fressen tatsächlich Reifen, eieiei.)

Hungrig einkaufen gewesen, wir haben jetzt genug Essen für die Apokalypse und selbige wird ein großes Grillfest.

Festgestellt, dass hier im Ort diesen Sommer ein paar verschiedene Sommeraktivitäten für Kinder angeboten werden, vielleicht haben die Kinder ja Lust auf einiges davon (Nähen, Schnitzen, Musik, Malen, Schwimmen, Parcouring…). Immer mal einen Tag oder zwei nicht nur zu Hause abgammeln tut denen sicher ganz gut (und uns auch).

Mit der Babysittermama lose besprochen, dass wir denen die Kinder auch in den Ferien gerne mal leihen werden. Die Babysittermama ist durchgeimpft wegen hohem Risiko, da kann man das ja langsam wieder aufnehmen. Es ist schon wieder über eineinhalb Jahre her, dass Herr Rabe und ich einfach so was miteinander unternommen haben. Wer da Moralkeuleschwingend von Kinder outsourcen schwafeln möchte, möge ein paar Meter in unseren Schuhen laufen (oder in anderen von Leuten, die keinerlei regelmäßige, eingespielte Möglichkeit haben, mal Zeit als Paar zu verbringen).

Jaja, im letzten Jahr hatten wir sehr viel Paarzeit. Romantisch, Rücken an Rücken im Homeoffice in Videomeetings, oft nicht mal Mittagspause gleichzeitig habend. (Homeoffice hat viele Vorteile, den Mann öfter zu sehen gehört auch dazu, aber viel mehr als sehen ist das meist halt auch nicht.)

Mir fällt grad auf, dass ich grad fast genau die Klamotten trage, die ich anhatte, als wir zu Pippis Geburt ins Krankenhaus gefahren sind. Fast, weil ich das selbe Hosenmodell auch in einer Nummer größer habe und an dem Tag anhatte. Sehr elastische Gummibündchen machen vieles möglich.

Tag 2054 – Nicht vergessen.

Ich hab nicht so viel Lust zu Bloggen, es gibt auch eh nichts zu erzählen. Die Nachbarn tauen langsam wieder auf und man sieht jetzt tatsächlich hin und wieder wieder Leute draußen. Ich feuere den Schnee an, schneller zu tauen, ich möchte wieder im Garten buddeln. Herr Rabe hat Carona gewaschen, die hatte es sehr sehr dringend nötig (dass man das Nummernschild hinten nicht mehr erkennen kann ist in Norwegen ja im Winter fast üblich, aber mich macht es trotzdem nervös). Drei Maschinen Wäsche habe ich auch gewaschen, morgen werden noch einige folgen. Ich hab mich auch über einen Klimaabdruck-Test gewundert, der mehrere Maschinen Wäsche pro Woche (pro Haushalt!) als irgendwie schlimm ansah, aber was sollen wir denn machen, die dreckige Wäsche wegwerfen, statt sie zu waschen? Klar ist norwegisches Tauwetter und Kinder eine extreme Kombi was die Dreckwäsche angeht, aber mei, Wäsche wird dreckig und dann gewaschen, wenn eine volle Maschine des betreffenden Wäschetyps gesammelt ist. Oder halt erst, wenn es eigentlich schon 2 Maschinen sind, momentan sind wir eher da, leider.

Jetzt gehe ich ins Bett, vorher darf ich nicht vergessen, noch meine Schilddrüsentablette zu nehmen. Abends vergesse ich die gerne, weil ich sie nicht auf dem Tisch stehen haben will und sie im Küchenschrank parke (Medikamentenkiste ist nicht zweckmäßig bei Einnahme zwei mal täglich) und dann dort vergesse, wenn wir essen. Ist aber auch nicht so schlimm, der Spiegel hält ne Weile.

Tag 2024 – Kurzmeldung.

Zwei Stunden Sport und ich bin komplett im Eimer.

Viel Arbeit. Hatte mir Anfang des Tages eine halbe Stunde nur zum Planen des Tages genommen. Das mache ich jetzt glaube ich öfter, ich hab nämlich so viel Kleinscheiß zu tun, dass mir in den letzten Monaten immer öfter Sachen durchrutschen.

Abends hat mir mein Kollege auf dem Mundstück seines großen Blechblasinstruments (ich weiß nicht welches, keine Tuba, keine Posaune, vielleicht etwas das laut Google Euphonium heißt?) eins vorgetrötet, nachdem ich ihm vom Caroffice aus angerufen hatte, um nach seiner Meinung in einer Sache zu fragen. Passender weise kam da auch Pippi ins Auto und musste sofort erzählen, dass sie beim Kulturhjulet Trompete gespielt haben und „Wie will wok ju“ gesungen. Wenn das so weiter geht, hat sich mein Kollege am Ende der Pandemie über Teams mit beiden Kindern angefreundet, über gemeinsame Blechblasnerderie. (Ich fänd ein Holzblasinstrument für Pippi ja passender, oder tatsächlich ein Streichinstrument. Ach mal sehen, was ihr gefällt.)

Tag 2004 – Nix zu erzählen.

Homeoffice, viel zu tun.

Michel kommt nach der Schule seit Dienstag allein nach Hause. Wenn er sich nach der Schule nicht noch eine Pølse an der Tankstelle holt, denkt er auch dran, anzurufen, wenn er losgeht.

In den Kindergarten dürfen wir jetzt gar nicht mehr. Damit ist der Kindergarten endgültig ein schwarzes Loch, in dem Kindersachen verschwinden.

Sehr pandemiemüde, aber es hilft ja alles nix.

Tag 1976 – Dies und das.

Bei der Arbeit war heute ein sehr zerfaserter Tag, aber am Ende hatte ich immerhin lauter Kleinscheiß weggeschafft, das ist ja auch mal schön.

(Ich könnte mich da auch über diverses aufregen, aber das bringt ja auch nix.)

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Michel ist weiter im Gnihihi-Modus, wenn man Penis sagt. Oder Hoden. Oder generell irgendeine biologisch korrekte Bezeichnung fürs untenrum. „Hihihi, sag das nicht immer!“ sagte er heute zu mir, und war dabei knallrot im Gesicht. (Es ging wirklich nur um was ganz harmloses, wo ich den Gebrauch irgendwelcher Kinderausdrücke wie das norwegische Tiss auch unpassend gefunden hätte.) So schön, wenn die Kinder ihre eigene Scham entdecken, bald darf ich bestimmt auch auf dem Klo sitzen, ohne dass irgendein Kind reinplatzt und irgendwas von mir haben will oder mich vollschwafelt.

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Pippi hat sich gestern selbst ins Bett gebracht (lies: sie hatte das iPad am späten Nachmittag mit in ihr Bett genommen und ist darüber eingeschlafen, allerdings nicht ohne vorher den Becher mit den Keksen und ihre Brille ordentlich neben dem Kissen zu verstauen). Heute wollte sie das auch erst (ohne iPad, Kekse und Brille), dann ging ihr auf, dass sie ja gar nicht lesen kann, und dann sollte ich nach dem Lesen doch noch kuscheln. Na gut. (Ich würde gleichzeitig feiern und seufzen, wenn hier eins der Kinder anfangen würde, sich selbst ins Bett zu bringen.)

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Ups, zehn nach eins. „Früh ins Bett“, hahahahaha.

Tag 1966 – Tja, hmm, dann halt nicht.

Der Handwerkerchef wollte ja heute wieder kommen, kam aber nicht. Sagte auch nichts. Er kommt jetzt morgen. Ich bin ganz leicht angepisst, vor allem weil ich gestern das Fenster bezahlt habe, weil ne Mahnung kam. Man will sich ja gut stellen mit den Leuten, von denen man abhängig ist, dachte ich. Meh.

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Michel ist jetzt in der Phase, wo ihn das Wort „Penis“ zum Erröten und Kichern bringt. Man kann ihn damit sehr gut aufziehen, das würde ich natürlich NIEEEEE machen. Hihihi, Penis.

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Arbeit eskaliert ein wenig vor sich hin, aber manchmal macht mir das mehr aus, mal weniger, grad macht mir das nicht so viel aus. Noch zweieinhalb Wochen bis Urlaub, jedenfalls falls keine ganz dramatischen Dinge passieren (Potential ist die nächsten zweieinhalb Wochen jedenfalls gegeben).

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Gestern hatte ich wieder einen Hausfrauengenie-Moment und ich weiß jetzt, dass es zwischenzeitlich nicht so aussieht, aber Kunstblut (von Halloween) geht aus weißen Sachen restlos raus und färbt auch nicht ab, jedenfalls nicht, wenn man panisch die ganze rot gefärbte Weißwäsche noch zwei mal mit Oxi-Action spült. Hust.

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Bis mindestens Weihnachten weiter Homeoffice. Mag nimmer. Donnerstag darf ich einen halben Tag ins Büro, um Zeig zu holen und anderes wegzubringen (Ich kann ja zu Hause nicht makulieren)