Tag 2024 – Kurzmeldung.

Zwei Stunden Sport und ich bin komplett im Eimer.

Viel Arbeit. Hatte mir Anfang des Tages eine halbe Stunde nur zum Planen des Tages genommen. Das mache ich jetzt glaube ich öfter, ich hab nämlich so viel Kleinscheiß zu tun, dass mir in den letzten Monaten immer öfter Sachen durchrutschen.

Abends hat mir mein Kollege auf dem Mundstück seines großen Blechblasinstruments (ich weiß nicht welches, keine Tuba, keine Posaune, vielleicht etwas das laut Google Euphonium heißt?) eins vorgetrötet, nachdem ich ihm vom Caroffice aus angerufen hatte, um nach seiner Meinung in einer Sache zu fragen. Passender weise kam da auch Pippi ins Auto und musste sofort erzählen, dass sie beim Kulturhjulet Trompete gespielt haben und „Wie will wok ju“ gesungen. Wenn das so weiter geht, hat sich mein Kollege am Ende der Pandemie über Teams mit beiden Kindern angefreundet, über gemeinsame Blechblasnerderie. (Ich fänd ein Holzblasinstrument für Pippi ja passender, oder tatsächlich ein Streichinstrument. Ach mal sehen, was ihr gefällt.)

Tag 2004 – Nix zu erzählen.

Homeoffice, viel zu tun.

Michel kommt nach der Schule seit Dienstag allein nach Hause. Wenn er sich nach der Schule nicht noch eine Pølse an der Tankstelle holt, denkt er auch dran, anzurufen, wenn er losgeht.

In den Kindergarten dürfen wir jetzt gar nicht mehr. Damit ist der Kindergarten endgültig ein schwarzes Loch, in dem Kindersachen verschwinden.

Sehr pandemiemüde, aber es hilft ja alles nix.

Tag 1976 – Dies und das.

Bei der Arbeit war heute ein sehr zerfaserter Tag, aber am Ende hatte ich immerhin lauter Kleinscheiß weggeschafft, das ist ja auch mal schön.

(Ich könnte mich da auch über diverses aufregen, aber das bringt ja auch nix.)

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Michel ist weiter im Gnihihi-Modus, wenn man Penis sagt. Oder Hoden. Oder generell irgendeine biologisch korrekte Bezeichnung fürs untenrum. „Hihihi, sag das nicht immer!“ sagte er heute zu mir, und war dabei knallrot im Gesicht. (Es ging wirklich nur um was ganz harmloses, wo ich den Gebrauch irgendwelcher Kinderausdrücke wie das norwegische Tiss auch unpassend gefunden hätte.) So schön, wenn die Kinder ihre eigene Scham entdecken, bald darf ich bestimmt auch auf dem Klo sitzen, ohne dass irgendein Kind reinplatzt und irgendwas von mir haben will oder mich vollschwafelt.

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Pippi hat sich gestern selbst ins Bett gebracht (lies: sie hatte das iPad am späten Nachmittag mit in ihr Bett genommen und ist darüber eingeschlafen, allerdings nicht ohne vorher den Becher mit den Keksen und ihre Brille ordentlich neben dem Kissen zu verstauen). Heute wollte sie das auch erst (ohne iPad, Kekse und Brille), dann ging ihr auf, dass sie ja gar nicht lesen kann, und dann sollte ich nach dem Lesen doch noch kuscheln. Na gut. (Ich würde gleichzeitig feiern und seufzen, wenn hier eins der Kinder anfangen würde, sich selbst ins Bett zu bringen.)

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Ups, zehn nach eins. „Früh ins Bett“, hahahahaha.

Tag 1966 – Tja, hmm, dann halt nicht.

Der Handwerkerchef wollte ja heute wieder kommen, kam aber nicht. Sagte auch nichts. Er kommt jetzt morgen. Ich bin ganz leicht angepisst, vor allem weil ich gestern das Fenster bezahlt habe, weil ne Mahnung kam. Man will sich ja gut stellen mit den Leuten, von denen man abhängig ist, dachte ich. Meh.

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Michel ist jetzt in der Phase, wo ihn das Wort „Penis“ zum Erröten und Kichern bringt. Man kann ihn damit sehr gut aufziehen, das würde ich natürlich NIEEEEE machen. Hihihi, Penis.

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Arbeit eskaliert ein wenig vor sich hin, aber manchmal macht mir das mehr aus, mal weniger, grad macht mir das nicht so viel aus. Noch zweieinhalb Wochen bis Urlaub, jedenfalls falls keine ganz dramatischen Dinge passieren (Potential ist die nächsten zweieinhalb Wochen jedenfalls gegeben).

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Gestern hatte ich wieder einen Hausfrauengenie-Moment und ich weiß jetzt, dass es zwischenzeitlich nicht so aussieht, aber Kunstblut (von Halloween) geht aus weißen Sachen restlos raus und färbt auch nicht ab, jedenfalls nicht, wenn man panisch die ganze rot gefärbte Weißwäsche noch zwei mal mit Oxi-Action spült. Hust.

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Bis mindestens Weihnachten weiter Homeoffice. Mag nimmer. Donnerstag darf ich einen halben Tag ins Büro, um Zeig zu holen und anderes wegzubringen (Ich kann ja zu Hause nicht makulieren)

Tag 1956 – Pokémon, Grünkohl, Schwein(chen), Evergreens.

Wir waren heute wieder auf einer längeren Pokémon-Runde am Eidsvoll-bygningen. Da waren zwar auch viele andere Leute, aber nicht so, dass ich mich unwohl gefühlt hätte. Die meiste Zeit waren wir ja auch eh draußen und geredet habe ich nur kurz mit der anderen Kindergartenmutter, die wir immer treffen. Über die Kinder sind wir ja quasi eh eine Kohorte.

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Nach der Pokémonrunde war ich kurz einkaufen, damit wir noch Bier bekamen, das gibt es am Samstag ja nur bis 18 Uhr. (Immer, nicht speziell wegen Corona.) Man sieht jetzt immer mehr Leute mit Maske, ich bin keine Exotin mehr, juhu! Weil ich wusste, dass Pippi im Auto eingeschlafen war und Michel sehr konzentriert Pokémon spielte, kaufte ich noch zwei Schoko-Adventskalender. So stand ich an der Kasse beladen mit vier Dosen Weihnachtsbier, zwei Adventskalendern und einer Tüte Schmalzringe (Hungerkauf) und traf natürlich jemanden, nämlich H., den Vater von I. „Ist schon Weihnachten?“ fragte der. „Wir fangen dieses Jahr früh an.“ sagte ich. Das klingt jetzt bissiger als es war, der H. ist der nett, alle H.s sind nett, und ich bin ja auch nett.

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Grünkohl ernten waren wir ebenfalls. So viel gibt es in dieser Jahreszeit ja nicht mehr zu ernten, aber wir haben Kürbis, Lauch, Weiß- und ich Ben Grünkohl geholt, letzteren in rauen Mengen, um daraus westfälischen Grünkohl zu kochen und dann traurig einzufrieren, bis wir irgendwann mal Kohlwürste, Mettenden oder Kassler bekommen. Haha. Seufz. Rosenkohl haben wir auch geerntet, der wird morgen eingefroren bis Weihnachten.

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Ich plane, siehe obiger Punkt, schon fleißig das Weihnachtsessen. Seit heute. Da habe ich nämlich, aus einer Laune heraus, Bio-Fleisch beim Osloer Supermetzger vorbestellt, zur kontaktarmen Abholung bei der Warenausgabe am 22.12. Es gibt wieder Krustenbraten, an zwei Tagen vermutlich, und an am dritten dann Lammcarree.

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Die Schweinchen sind im Petersilienhimmel, da stand nämlich auch noch das halbe Kräuterbeet beim Bauernhof von voll. Da lässt sich Muffin auch für streicheln (sogar Pølse lässt sich dafür die Nase kraulen), nur am Hals darf ich ihm nicht fühlen, dann warnbeißt er. Also so, dass man merkt, dass er könnte, wenn er wollte, noch will er nicht, aber…! Es sieht aber alles am Hals gut aus, bisher kein neuer Abszess. Jetzt muss das Schweinchen nur noch wieder dicker werden. Wir waren da ja schon auf einem guten Weg und dann kam der Abszess. Aber er ist fit und auch weiterhin der Chef im Gehege und wenn er sich kraulen lässt, lässt auch Pølse das zu. Marshmallow nicht. Nicht mal für Petersilie lässt die sich anfassen. Dabei bin ich doch total nett, ehrlich, gar nicht gefährlich und selbst an Marshmallow ist nicht genug dran für nen Weihnachtsbraten.

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Abends mit Herrn Rabe Discovery geguckt, wir hinken da etwas hinterher. Mich amüsiert ein wenig, wie sie die Trill als so einen Star-Treck Klassiker aus dem Hut zaubern. „Wir brauchen ne Charakterentwicklungsfolge, mit ordentlich viel Zwischenmenschlichem, hat wer ne Idee? Boah nee, nicht schon wieder Trill, hat noch wer ne andere Idee? Keine? Na schön. Trill it is.“

(War aber ne schöne Folge.)

Tag 1942 – Weg damit.

Die orange Wurst drüben ist abgewählt, Hurra! Nur noch dingsundsiebzig Tage bis da wieder jemand an der Macht ist, der nicht vollständig auf seinem eigenen Planeten lebt. Und in zehn Jahren erklären wir dann unseren halbstarken Kindern, wie das eigentlich angefangen hat, damals, mit diesem superreichen* Rumpelstilzchen-Typen, der mit schöner Regelmäßigkeit in irgendwelchen halbseidenen Medien auftaucht und behauptet, ja eigentlich immer noch rechtmäßiger POTUS zu sein, weil er ja nie abgewählt worden sei. Das wird dann bestimmt lustig, wenn wir das so erzählen, wie das war, mit „Fake News“ und allem.

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Hier im Rabenhaus geht alles seinen gewohnten Gang, will sagen: wir machen tolle Pläne und setzen sie im Tempo einer sedierten Schnecke um.

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Die Kinder, ne? Ich hab die so lieb und trotzdem möchte ich sie so oft im Wald aussetzen. Aber dann kuscheln wir abends und da ist so viel Vertrauen und hach und im Wald ist es kalt und feucht und voller Mücken, das wäre vielleicht doch ganz schön gemein.

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*angeblich hat er ja auch irre hohe Schulden, aber machen wir uns nix vor: der wird immer reich bleiben, egal wie viele Schulden er eigentlich hat.

Tag 1917 – Wieder nicht früh im Bett.

Ach, ach. Ich wünschte wirklich, ich könnte das besser steuern, aber es gelingt mir einfach nicht. Morgens müde, tagsüber müde (bis hundemüde, gerne nach dem Mittagessen) abends wach.

Morgen Meetings von 9-16 Uhr, also „schaffe“ ich da auch wieder nichts.

Ich weiß jetzt etwas mehr über den Streik und naja. So exorbitant sind die Forderungen nicht, ich vermute, es geht auf beiden Seiten rein ums Prinzip. Aber watt mutt datt mutt, alles andere ist strafbar.

Sorgenschwein ist fitter, jedenfalls fit genug, um sich gegen Antibiotika- und Schmerzmittelgabe zu wehren. Da ist allerdings weiter eine dicke, recht feste Kugel an seinem Hals.

Norwegisch werden ist teuer, dabei deutsch bleiben ist noch teurer und dauert absurd lange. Der ganze Prozess würde sich dann über fast zweieinhalb Jahre hinziehen, das finde ich inakzeptabel. Scheiß Brexit.

Ich will nicht, dass der Coronaherbst und der Coronawinter kommen. Wirklich nicht. Lieber Winterschlaf.

Tag 1833 – Nicht viel los gewesen.

Alltag halt (yeah!). Homeoffice mit vielen Meetings und emails. Michel hat’s in der Schule mit dem Fuß übertrieben und jetzt ist der Fuß wieder ein bisschen dick und tut auch wieder weh. Michel war nach der Schule im Hort und die waren wieder bei der Betreuerin mit den Pferden, diesmal haben wir ihm aber Ceterizin mitgegeben und die Betreuer*Innen instruiert, dass er eine halbe davon nehmen soll, bevor sie los fahren. Das hat gut geklappt und Michel konnte dann sogar ein bisschen Sulky fahren. Pippi war im Kindergarten und die haben einen Ausflug nur mit den Vorschulkindern gemacht. Dementsprechend platt war Pippi aber nachmittags. Abends Sport mit Herrn Rabe und uns tut inzwischen alles weh vor Muskelkater aber das ist das gute Wehtun, nicht das verspannte Homeoffice-blöde-Stühle Wehtun.

Jetzt Bett. Die neue Unsicherheit angesichts steigender Fallzahlen überall frisst viel meiner Energie und ich brauche wieder mehr Schlaf. Gute Nacht!

Tag 1770 – Gleichförmig.

Das Problem an diesen gleichförmigen Tagen ist, dass eben nichts passiert, das irgendwie bloggenswert wäre. Halbwegs spannende Dinge, die heute passiert sind:

  • Der Meerschwein-Auslauf ist jetzt fertig und die Ladies haben davon heute ca. 1/10 zum herumliegen genutzt
  • Der Support rief an und ich hab den Typen nicht durchs Telefon geholt (ich kann seit Tagen nicht in unserem Remote Desktop-Dings arbeiten weil es Ultra langsam ist und halt und überhaupt)
  • Pippi hat ein Kaugummi ins Auto gespuckt und Michel im Auto Slushspritzer verteilt und ich habe beide nicht vorm Einkaufszentrum angebunden und bin weg gefahren
  • Ich musste zum ersten Mal im Meeting den Arbeitsplatz wechseln, weil die Meerschweinchen zu laut mitreden wollten
  • Muffin lässt sich jetzt streicheln, über die Nase (dann macht er die Augen zu) und über die Ohren

Mehr war nicht. Also echt nicht. Ich habe deshalb für morgen eine total spannende Exkursion geplant, damit ich was zu bloggen hab. Ich fahre ins Büro*! Ha. Mal gucken, ob ich meinen Türcode noch kann. Ist immerhin das erste mal seit 09.03., dass ich da arbeiten werde.

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*ich muss. Wir alle müssen ein „kritisches Sicherheitsupdate“ machen, bin zum 30.06. Das geht wohl nur im Büro und ich muss dann ne Stunde mindestens da rum hängen, dann kann ich auch gleich einen kurzen** Arbeitstag einschieben

**heute war schon wieder lang. Ich mag die Pre-Ferien-alle-wollen-ihre-Schreibtische-leer-bekommen-Zeit nicht

Tag 1741 – Schnipsel.

Michel klagt seit Wochen über Übelkeit nach dem Essen und ich bin langsam nicht mehr sicher, ob das echt „nur“ zu schnell zu viel gegessen ist oder mehr dahinter steckt also gingen wir heute zur Hausärztin. Die hat wieder eine Vertretung und auch diese Vertretung ist sehr nett, auch zum sehr aufgeregten und deshalb etwas quatschigen Michel. Als sie dann aber ankündigte, dass wir Blut abnehmen müssten war das Quatschige komplett weg und zehn Minuten später hatte ich einen sehr kleinen, weinenden und dann schreienden Michel auf dem Schoß, mit Nadel im Arm. Mein armes, armes Baby. Gut fand ich, dass niemand ankam mit „das tut doch gar nicht weh“ oder ähnlichem Stuss. Michel wurde von allen Seiten gelobt, dass er das gemacht hat, obwohl er so Angst hatte und es ihm so weh getan hat. Uff. Aber – mein armes Baby. Hinterher gab es ein Eis, für seine und meine Nerven. Bis zur Schule waren auch die Tränen getrocknet, aber ich war dann froh, zu Fuß nach Hause zu müssen um ein bisschen runter kommen zu können.

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Die norwegische Bezeichnung „Kartoffel“ für Menschen ist ein Kompliment. Kartoffeln gehen nämlich zu allem, sind vielseitig und nahrhaft. Ha.

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Wir kriegen einen neuen Inspektør, er ist 29 und Biomediziner. Da er ein Mann ist, ist er vermutlich nicht so stark vom Impostorsyndrom betroffen, aber ich werd ihn trotzdem ein bisschen extra herzlich willkommen heißen. Wir molekulare-Irgendwas-Menschen müssen zusammenhalten.

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Pippi kam heute aus dem Kindergarten wieder so dreckig nach Hause, dass ein Bad kein Diskussionsgegenstand mehr war. Irgendwann sagte ich zu ihr, dass wir dann jetzt mal ihre Haare waschen müssen und sie dann raus kommen soll, da sagte sie „Moment, Mama, ich rieche kurz an meinem Fuß… nein, der stinkt noch, ich muss noch drin bleiben.“ Diese kleine Rübennase, ey. Quatschkind. Aber jetzt mit sauberen Füßen (und Ohren und Hals und überhaupt allem).

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Herr Rabe hat sich heute einen Rasenmäher gekauft und ich habe zwei mal sagen müssen, dass der nicht im Haus benutzt wird. Corona macht seltsame Sachen mit uns.

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Donnerstag zieht hier ein Meerschwein namens Muffin ein. Erstmal eins, weil es ein alleinstehender Herr ist. Sobald der kastriert ist und die Karenzzeit danach rum ist, dürfen dann noch Damen dazu kommen. Ich freu mich – und Michel sich auch. Dem hatten wir das ja versprochen für „nach dem Umzug“. Wir sind vor fast zwei Jahren umgezogen.