Tag 2748 – Aufatmen.

Erholungstag. Ich war etwa eine Stunde allein zu Hause, das war schön. In der Zeit habe ich die Meerschweinchen sauber gemacht. Danach habe ich einen sehr schnellen Spaziergang gemacht, schnell vor allem deshalb, weil es saukalt war und ich nur eine Sportleggings anhatte, das wurde ziemlich schnell ziemlich kalt an den Oberschenkeln. Da hilft nur Bewegung und die Motivation, möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen. Der Plan ging also voll auf. Spazieren gehen geht auch mit Schwitzen. Und dabei an den Beinen frieren.

Auch ansonsten habe ich heute alles mögliche gemacht, das ich mag und ich finde sogar, „Meditation“ klingt schon echt ganz ok. Dann gucke ich mir noch mal auf YouTube die Aufnahme von Ray Chen an und dann weine ich in meine Überheblichkeit und versuche es noch mal mit deutlicheren Dynamikwechseln und dann fällt mir wieder ein, dass ich mich nicht mit den Chens und Hahns dieser Welt vergleichen sollte, weil das nur zu Frust führen kann. Dann kommt Michel und sagt „Du spielst sehr gut“ und das reicht mir an Publikumskritik. Es ist schon echt ok, so für ein Hobby, ohne Lehrperson und mit etwas unter 40 Stunden Üben am Tag.

Morgen geht die neue Woche los. Bin ich bereit? Naja. Es wird schon gehen.

Tag 2734 – Nahezu gut.

Es wäre sehr einfach, das zu tun, aber ich versuche, mich nicht dafür fertig zu machen, dass ich heute (und gestern auch schon, und Freitag nur ne halbe Stunde) nicht Geige gespielt habe. Sehr vieles anderes habe ich geschafft, sogar Sport gemacht und für morgen (Bürotag) gepackt.

Hier im Rabenhaus ist jetzt nicht mehr Weihnachten. Ein bisschen traurig stimmt mich das tatsächlich, aber man kann diese riesige Schnittblume ja nicht ewig herumstehen haben, zumal sie jetzt schon ziemlich trocken war. Auch noch ein loser Faden-Nachtrag: der gefrorene Weihnachtsbaum ist sehr schön geworden, nachdem er dann aufgetaut war. Nicht sehr ausladend, aber gleichmäßig und passend dicht. Glück gehabt. Im Gegensatz zum 2020er-Baum hat dieser auch überhaupt nicht genadelt. Er war zwar, wie gesagt, jetzt sehr trocken, aber es sind eher gleich die ganzen Zweigspitzen abgebrochen, als dass er einzelne Nadeln verloren hätte. Der 2020er-Baum hat, wenn ich mich richtig erinnere, beim Abschmücken schon so dermaßen genadelt, dass wir ihn durch die Terrassentür raus gebracht haben, damit wir nicht damit durch den Flur müssen. Draußen hat er dann den Rest Nadeln gelassen und war eigentlich nur noch ein Gerippe. Der 2022er-TK-Baum gewinnt da eindeutig.

Aus Gründen frage ich mich, ob Kinderfüße eigentlich in den Augen von Müttern immer irgendwie niedlich bleiben.

Insgesamt, und speziell die Zyklusphase in Betracht gezogen, war das ein gutes Wochenende.

Tag 2726 – Lose Fäden und unbeantwortete Fragen.

So möchte ich nicht ins neue Jahr starten. Am liebsten hätte ich möglichst wenig Ballast und könnte einfach von vorne Anfangen, mit einem neuen Blatt und getauschter Batterie. Das wird wohl nichts, aber ich kann wenigstens hier ein paar Dinge zu Ende erzählen und einen Haken dran machen. (Keine Angst, ich blogge weiter. Ist ja auch eine dieser Routinen geworden, ohne die sich ein Tag unvollständig anfühlt.)

Die Reihenfolge weiß ich nicht mehr, insofern wird das eher so eine lose Sammlung.

  • Ohne Schilddrüse geht es mir prima. Ich hätte die OP früher machen sollen, denn endlich ist wenigstens die ständige Frage „könnte es die Schilddrüse sein?“ bei jedem Wehwehchen und jeder Verstimmung weg. Eine gute Dosis für das Ersatzhormon zu finden, war bei mir nicht besonders schwer und meine Ärzte und Ärztinnen sind eigentlich alle auch Team „Hauptsache, die Patientin fühlt sich gut“ (also nicht nur fixiert auf nominelle Blutwerte und Normbereiche). Die Narbe ist ganz ok geworden, bis auf am rechten Ende, da, wo ich vermute, dass auch die Elektrode für den Stimmbandnerv steckte, da ist sie noch ein mini bisschen rosa. Inzwischen kann ich auch wieder normal singen, das hat aber echt richtig lange gedauert. Ein Jahr bis ok, anderthalb bis fast wie vorher. Auch wenn das ja angeblich niemand gehört hat, dass meine Sprache weniger moduliert war als vorher, hat es mich sehr gestört. Das war aber auch echt das einzige Problem, ansonsten würde ich jeder empfehlen, maximal ein Rezidiv mitzumachen. Die Morbus-Basedow-Antikörper sind bei mir auch weiterhin auf dem Rückzug und nähern sich der Messbarkeitsgrenze. Daumen hoch.
  • Mit der Markgräfin (dem neuen Geigenbogen) bin ich super zufrieden. Es haben sich alle latent vorhandenen Wünsche nach einer besseren Geige in Luft aufgelöst, weil ich so rundum mit dem Klang zufrieden bin. Voll, rund, etwas dunkel, weich, aber präsent (Herr Rabe nennt es laut) und voller facettenreicher Obertöne, was es einfacher macht, zu hören, wie sauber man so spielt (das hat für mich mehr Vor- als Nachteile, weil ich sehr perfektionistisch bin). Gute Saiten und ein guter Bogen machen jede Menge aus, ich kann nur empfehlen, erst mal da zu investieren, bevor man meint, man müsse ein neues Instrument haben.
  • Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Violistin, die mich ganz am Anfang ermutigte, dran zu bleiben. Es war es absolut wert, dran zu bleiben und macht nach wie vor großen Spaß, und, oh Wunder, ich werde auch nach wie vor immer besser, Hurra.
  • Vibrato läuft für mein Können gut, Doppelgriffe laufen so weit echt gut und sogar einfache Akkorde gehen inzwischen. Yeah!
  • Barfußschuhe bzw. Probleme mit einem Hallux. Ich habe festgestellt, dass bei mir das Wichtigste ist, dass der große Zeh GERADEAUS abrollen kann. Das bedeutet, dass ich keine Schuhe tragen kann, die vorne den großen Zeh nach innen „biegen“, was allerdings nahezu alle herkömmlichen Schuhe machen, unter anderem meine geliebten Chucks und Adidas. Es müssen nicht unbedingt Barfußschuhe für mich sein, es gehen alle Schuhe mit breiter Zehenbox. Ich nenne sie liebevoll Ökotrulla-Schuhe (El Naturalista und co.) bzw. Oma-Schuhe (Rieker, Birkenstock und co.). Die sind nicht unbedingt wesentlich günstiger, aber wenigstens zum Teil hübscher und (großer Vorteil) ich bekomme sie hier. Ich bin zu jung für ständige Schmerzen im Fuß, dann lieber Ökotrullaschuhe. Oder halt Barfußschuhe, für noch mehr Komfort und die eingebaute Möglichkeit, beim Stehen mein exorbitantes Bedürfnis nach Bewegung der Füße (auf Zehenspitzen stellen, auswärts drehen, Zehen knacken lassen, Zehen anziehen, einrollen, Mittelfuß hochziehen, kleinen Zeh in den Boden drücken…) erfüllen zu können.
  • Apropos letzter Punkt: ja, das ist auch eine Art von Stimming, eine, die nicht so offensichtlich ist und sich gut „verstecken“ lässt (besser als ständiges Kuli-Gespiele jedenfalls). Mit Michel sind wir immer noch nicht fertig mit der Neurodiversitäts-Diagnostik. Das ist also weiter ein loser Faden. Ob ich je offiziell eine machen kann, ist fraglich, ob sie wirklich nötig ist, auch (let’s face it: es ist recht offensichtlich). Bringen würde sie mir Rechte (hoffe ich), Vorurteile (fürchte ich) und möglicherweise diese verruchten Medikamente, falls ich da auch offiziell ausschlage. So, Sie dürfen jetzt alle augenrollend entfolgen, weil ich mich in die immer länger werdende Reihe der (vorläufig nur selbst diagnostizierten) neurodiversen Eltern mit neurodiversen Kindern stelle.
  • Wir haben leider kein gebrauchtes Drittschwein auftreiben können, aber da mir grad auch die Löffel dafür fehlen, ein weiteres Lebewesen zu versorgen (das heißt ja dann auch wieder öfter sauber machen und so weiter), ist das vielleicht gar nicht so schlimm.
  • Die Schneckenmango lebt! Sie sah sehr lange nicht so aus, es war eigentlich nur ein toter Stock, aber ich habe sie eisern jede Woche gegossen, weil die Wurzeln immer noch ok aussahen. Vor ein paar Wochen entdeckte ich einen kleinen Trieb an der Wurzel und jetzt ist schon ein ca. 7 cm großes neues Mangobäumchen mit zwei Blättchen daraus gewachsen.
  • Die Schnecken selbst sind leider der Erdfliegenseuche zum Opfer gefallen. Die hatten nach meiner Umtopfaktion ja nur noch das Terrarium als Rückzugsort und haben das massiv befallen. Die vier verbliebenen Schnecken kamen kaum noch aus den Häusern und waren alle von den Fliegen selbst befallen, die krochen in die Atemlöcher. Sie hatten einfach kein gutes Schneckenleben mehr unter diesen Umständen und ich habe keine Möglichkeit mehr gesehen, die Fliegen loszuwerden, ohne den Schnecken zu schaden. Das ist ein sehr wunder Punkt, weil ich denke, dass ich mehr hätte machen müssen.
  • Warum hab ich gedacht, Kinder haben sei alternativlos? Ich habe keine Ahnung. Das beschäftigt mich seither, aber ich weiß es einfach nicht. Mir kam einfach nie in den Sinn, dass eine fest heterosexuell verpartnerte Frau mit festem Einkommen, guter Ausbildung, Dach über dem Kopf und (damals noch) robuster Gesundheit nicht als nahezu logische Konsequenz Kinder bekommt oder es zumindest versucht.
  • Konacar bestes Auto. Bin sehr zufrieden, das einzige, was ich vermisse (bei dem Wetter) ist Allradantrieb. Allen anderen Schnickschnack von Carona braucht man bei Licht betrachtet einfach nicht. Die Fahrassistenzsysteme sind, Achtung!, meiner Meinung nach sogar besser, weil Konacar nicht phantombremst, nicht wegen Schneematsch auf der mittleren Fahrbahnmarkierung plötzlich meint, die Gegenspur gehört auch noch zu uns und mitten in der Mitte (also halb im Gegenverkehr) fährt und der Übergang vom Spurhaltesystem zum selber lenken butterweich ist (bei Carona nicht, ganz im Gegenteil). Meine ehrliche Meinung: Tesla hat die Elektroautorevolution so richtig in Gang gebracht mit den ersten E-Autos, die tatsächlich im Alltag wie Verbrenner nutzbar waren, aber inzwischen bauen andere Hersteller einfach bessere, weil technisch rundere und erschwinglichere, E-Autos. Man merkte bei Carona einfach oft, dass da hinter kein erfahrener Autohersteller steckt. Da hilft auch kein Weihnachtsmodus und keine Pupsgeräusche.
  • Den Kastanienmann hab ich nicht zu Ende gelesen, das ist kein gutes Buch.
  • Die Puzzles, die ich vor dem Urlaub gekauft habe, habe ich bisher nicht gepuzzelt, aus Mangel an Zeit, Platz, Löffeln und Muße.
  • Mit der DnD-Kampagne kümmern wir auch nicht weiter, aus den selben Gründen.

Ich glaube, das war’s vorerst. Dieses Jahr möchte ich einfach gern abhaken, war nicht so doll, vor allem hinten raus nicht. Mein einziger guter Vorsatz fürs nächste Jahr: mehr (haha, überhaupt mal) nein sagen und Aufgaben loswerden, damit wieder mehr Zeit für mich bleibt.

Tag 2711 – Zäh.

Urlaubsreif ist untertrieben.

Immerhin haben meine Kinder heute früh nicht neben dem Auto auf den Parkplatz gekotzt. Es sind die kleinen Dinge, ne? Abwärtsvergleich ist ja immer gut. Pippi hat die Ohrenschmerzen scheinbar überstanden und schnieft nur noch, ist ansonsten aber fit. Michel hustet gelegentlich, wenn dann aber schlimm, ist ansonsten aber auch fit und, wenn er dann erst mal in der Schule ist, auch überaus gerne da. Heute Nachmittag und Abend klagte er dann aber so wehleidig über ein schmerzendes Auge (ohne erkennbaren Anlass, es ist nicht rot, geschwollen, verklebt oder sonst was), dass ich es ihm kurzerhand zuklebte – hauptsächlich damit er nicht mehr dran reibt. Ein Taschentuch und zu Anfang ein Streifen Tape, was Michel dann flugs auf komplettes Bedecken des Gesichtsquadranten ausdehnte. Whatever, Hauptsache er wimmert nicht mehr theatralisch herum.

Ich bin weiter körperlich fit, scheinbar ist die Fieber-Husten-Seuche an meinem Immunsystem abgeprallt.

Vielleicht hat Michel auch heimlich meine eine Gesichtscreme benutzt. Die lief mir gestern Abend irgendwann in die Augen und brannte wie Sau. Das finde ich nicht cool von der Creme und die kaufe ich dann wohl nicht nach. (Ich kenne das sonst nur von Sonnencreme, aber wer kein Tageslicht sieht, braucht ja bekanntermaßen keine Sonnencreme, ne? War deshalb nur ne Feuchtigkeitscreme, ein großes Pröbchen in Reisegröße, was ich bekommen habe, weil ich gerne mal Geld für teurere Kosmetik und Hautpflege von Paulas Choice, Bare Minerals oder Clinique ausgebe und dann dank Warenkorbwert auch die teureren Pröbchen kriege.)

Jetzt liege ich im Bett und Herr Rabe packt aus Gründen eine Tasche. Morgen muss ich dringend hier aufräumen und auch ein mal grob durchputzen – die Putzhilfe war heute, ebenfalls aus Gründen, nicht da. Und dann muss ich vermutlich mit Pippi den Baum schmücken, bevor die mir aufs Dach steigt.

Noch zwei Arbeitstage bis Urlaub.

Tag 2699 – Nicht viel zu erzählen.

Heute waren Pippi und ihr Übernachtungsbesuch um sechs Uhr wach. Ich war das nicht, also nicht wirklich, allerdings lag Michel bei uns schniefend im Bett und bevor ich um sechs Uhr morgens alle, inklusive Besuchskind, anschreie, habe ich mich in Michels Bett verkrochen, mit Ohrenstöpseln die Kinder ausgeblendet und noch eine ganze Weile weiter geschlafen. Danach der übliche Sonntagskram, Schweinchen sauber machen, Blumen gießen und so weiter. Dann rief ich meine Mutter an, während Herr Rabe mit Michel ein Lebkuchenhaus bastelte und Pippi inzwischen von allen Nachbarsmädchen gleichzeitig Besuch hatte. Als die weg waren, bastelte Herr Rabe ein weiteres Lebkuchenhaus mit Pippi.

Nachdem ich Pippi (die innerhalb von 30 Sekunden laut schnarchend schlief) ins Bett gebracht hatte, pröddelte ich noch ein bisschen in der Küche herum, brachte Müll raus und so, spielte eine knappe halbe Stunde Geige und ging dann baden.

Sonst war nix.

Tag 2685 – Das Wochenende.

Inklusive Freitag, weil ich da ja auch schon nicht so richtig geschrieben hab. Freitag hatte ich Homeoffice. Ersehnt und notwendig. Nachdem Donnerstag ein Gespräch mit meiner Chefin stattgefunden hat, in dem ich dazu beordert wurde, das IT-Projekt quasi fallen zu lassen (möge es in der Hölle landen), habe ich da auch nur tatsächliche Superuser-Fragen beantwortet (also sowas wie „wo muss ich nochmal klicken damit x passiert?“) und sehe dem Spektakel jetzt mit etwas mehr und stetig wachsendem Abstand zu. Habe einen Report, der seit über einem Monat überfällig ist, fertig gestellt, approven lassen und werde ihn morgen verschicken. Und dann riefen halt zwischendurch die Autohändler von Mittwoch an und nachdem ich gesagt hatte, ja, wir hätten gerne $Auto, aber gebraucht, und zwar so und so ausgestattet und maximal so alt und maximal so viel runter, ging das alles ganz fix. Eine andere Geschäftsstelle des Händlers verkauft den Wagen, den der Geschäftsführer ein Jahr lang gefahren hat, $Auto ist so wie wir wollen und sogar rot, gebongt. Ja, wir würden erwägen, den Tesla in Zahlung zu geben, was würdet ihr denn dafür geben? Hmmhmm, da hat $Internetseite aber noch mal 5000 (Kronen, nicht €) mehr gesagt, matcht ihr das? Ja, cool. Wann soll ich kommen? Ja, Montag ist ok. Ja, kümmert euch gerne drum, dass die Versicherung auf das neue Auto umgedutzelt wird. Ja, Vertrag bitte aufs Handy schicken, ich unterschreibe dann (Ein Hoch auf Bank-ID).

So schnell kann das gehen. Montag ist nur mäßig ok, aber besser als den Rest der Woche, da geht es nämlich einfach gar nicht.

Gestern war dann der Garten dran mit endgültig winterfertig werden. Last minute die Regentonne geleert, was aber schon gar nicht mehr so leicht war, weil der Schlauch bereits eingefroren war. Wir mussten sie also kippen und sie war wirklich randvoll. Außerdem haben wir den Kompost warm eingepackt, das Trampolin abgebaut, die Hängeampeln geleert, den Deckel vom Außenkäfig abgemacht und zur Seite gestellt und alles Mobiliar auf der Terrasse zusammengestellt und wo nötig, abgedeckt.

Pippi hatte gestern ein wenig Besuch und Michel rupfte sich gleich zwei Milchzähne raus. Oben rechts den Eckzahn und den Backenzahn daneben. Der ist da so schmerzbefreit wie ich es als Kind war und ich bin genauso quiekig wie meine Mutter es beim Anblick von nur noch an einer Ecke hängenden Milchzähnen war. Yierks, das ist echt ein spezieller Anblick.

Außerdem habe ich gestern versehentlich das ganze Pickert-Rezept gemacht. Wir haben jetzt sehr viel Pickert. Gestern habe ich mich auch daran überfressen, was vermutlich auch zum Einschlafen geführt hat. Aber lecker. Herr Rabe hat eine neue perverse Kombi ausprobiert: Pickert mit Senf und Majo. Ich habe so getan, als würde ich das nicht sehen.

Heute war Herr Rabe mit Pippi schwimmen, ich habe die Schweinchen saubergemacht, war spazieren, habe Geige gespielt (gut, das habe ich gestern und vorgestern auch) und dann haben wir peinlich viel Zeit darauf verwenden müssen, die Belege für Caronas Service zusammenzusuchen. Ablage ist hier echt so ein wunder Punkt. Jetzt liegen im Auto die Sommerreifen und alles an Zubehör und Kabeln und Tralala, dafür nicht mal mehr die gute alte (deutsche) Parkscheibe, die Michel mal mit Bleistift vollgemalt hat, als er noch sehr klein war. Morgen dann factory reset und aus der App abmelden, aber erst, wenn der Händler bezahlt hat, höhö. Voll gut, ein Auto kaufen und dafür noch Geld kriegen.

Joa. Das wars.

Tag 2642 – Platt und so weiter.

Während Herr Rabe heute mit Carona voller aufgekratzter Jungs in den Trampolinpark fuhr, um Michels Geburtstag (vor-) zu feiern, fuhr ich mit Pippi ins Schwimmbad. Man muss das nutzen, dass 1.-3.-Klässler*Innen, die in der Kommune zur Schule gehen, da freien Eintritt bekommen. Außerdem fand Pippi natürlich extrem ungerecht, dass sie nicht mit in den Trampolinpark konnte.

Herr Rabe klingelten nachher die Ohren, aber es war wohl gut.

Mir klingelte nachher auch alles Mögliche, aber auch Pippi hatte Spaß.

Nachmittags versuchte ich erfolglos, einige Menschen zwecks Listenerstellung für die Kommunalwahl nächstes Jahr zu erreichen. Der einzige, den ich erreichte, meinte, ich sei eigentlich doch auch ne tolle Kandidatin. Ja, äh, danke für‘s Kompliment, aber nein danke und darum geht’s ja auch gar nicht, sondern um dich! (Sagte ich nicht, oder besser: ich hörte nach danke fürs Kompliment auf.)

Danach räumte ich sehr lange die seit Wochen angestaute Wäsche in die Kinderschränke. Haben die viel Klamotten, ey. Vor allem wenn sich alles so im Elternschlafzimmer stapelt, in unterschiedlichen Stadien des Zusammengelegtseins (vorher, während und nachher – wenn nämlich schon mal wer im Korb gewühlt und alles wieder auseinandergerupft hat).

Weil ich morgen Carona zum Service fahre, bei dem auch die Reifen gewechselt werden, wuppte ich „mal grad“ die Winterreifen ins Auto. Die sind scheiße schwer. Macht keinen Spaß, die durch die Gegend zu tragen.

Dann war irgendwie schon 18 Uhr, die Erwachsenen hatten Hunger, aber keine Lust zu kochen, also taute ich Mac‘n‘Cheese auf.

Essen, Kinder ins Bett, Geige gespielt und Geige eingepackt, weil auch die morgen zum Service geht (wenn ich eh auf langer Jobreise bin, darf der Geigenbauer die ganzen „nackten“ Ecken mit Lack bedecken, damit ich nicht mehr mit dem Staubtuch am Holz hängen bleibe). Brotdosen gemacht, aufgeräumt, Wäsche angestellt, und jetzt freue ich mich auf das Zähne putzen. Wir haben für uns Erwachsene absolute Luxus-Zahnbürsten (elektrisch und im Angebot, sonst wären mir die auch echt zu teuer gewesen) gekauft, da fühlen sich die Zähne nach dem Putzen echt an, wie nach ner Zahnreinigung beim Zahnarzt. So glatt und sauber bis an den Zahnfleischrand und, es ist ein Wunder, aber ich kriege nicht mal Zahnfleischbluten davon. Ich kann da gerne in zwei Wochen noch mal ein Update zu geben, weil ich am Zyklusende immer gern so ziemlich überall blute (Zahnfleisch, Nase…). Aber bisher bin ich sehr begeistert.

Außerdem bin ich gespannt, ob ich recht damit habe, dass die Zahnbürste auf irgendwas zwischen A und C summt.

Update: C it is, aber ein bisschen flat, 258,9 Hertz.

Tag 2635 – Umzug.

Die Schweinchen wohnen jetzt wieder drinnen. Für Ganzjahres-Außenhaltung ist norwegisches Klima dann doch eher nicht gemacht. Die Schweinchen sind allerdings not amused über diesen Wechsel, denn allen Wechseln ist mit großer Skepsis zu begegnen.

Ansonsten war hier heute nicht viel los, muss ich sagen. Herr Rabe war mit Pippi schwimmen, Michel hat sich das Knie beim Fahrrad fahren angehauen, wir haben sehr spontan zu einer Geburtstagsfeier für Michel (Vorfeiern! So weit haben sie uns schon in diesem komischen Land!) nächsten Sonntag eingeladen. Ich hätte gern mehr als eine Dreiviertelstunde Geige gespielt, aber es war nicht drin, dafür war ich baden als der Strom kurz halbwegs günstig war.

Jetzt ist langsam Bettzeit. Morgen ist ja wieder Arbeit angesagt, jedenfalls für Herrn Rabe und mich, die Kinder haben Ferien, Pippi geht in den Hort. Ab Mittwoch habe ich dann auch noch ein bisschen frei – oder „frei“, zumindest frei von der Erwerbsarbeit. (Es ist ja schon fast wieder Winter, also werde ich wohl Carona zum Reifenwechsel fahren und dann noch die vermackelte Sommerfelge zur Reparatur bringen, Cardos müsste auch die Reifen gewechselt und die Bremsen geschmiert bekommen, mindestens Cardos braucht außerdem dringend neue Scheibenwischerblätter und der Garten ist auch noch nicht herbstfertig. Fenster sehen auch schon wieder aus wie hulle und der Ventilationsfilter muss gewechselt werden. Und und und.)

Tag 2611 – Frau Rabe redet laut am Telefon.

Herr Rabe sagt das und jetzt sagt es auch noch der Lieblingskollege. Ich merke das nur leider gar nicht.

Ansonsten war Arbeit so lala, ehrlich gesagt graut mir vor nächster Woche schon sehr gründlich. Auf der Rückfahrt rief auch noch meine Teamchefin an und überbrachte Hiobsbotschaften zum IT-Projekt. Und das wo ich grade Hoffnung geschöpft hatte, dass es tatsächlich was wird bis Montag. Darüber hinaus wurde eine Reise nach Indien gebucht und wir sind damit spät dran und deshalb werden wir jetzt auf beiden Wegen total gerädert ankommen. Und wir schaffen es noch nicht mal, alle drei im gleichen Flieger zurück zu fliegen, weil die Kollegin und ich einen Tag länger bleiben als der Lieblingskollege, der zufällig zeitgleich eine andere Site im selben Land inspiziert. Zitat Lieblingskollege: meh. Die Teamchefin fragte auch, ob ich wirklich echt Herbstferien haben will, weil wir da ja ne neue Kollegin bekommen und „alle“ anderen in Dublin auf einem Seminar sind (nicht alle, aber mehrere). Aber ich habe frei, weil ich nicht auf dieses Seminar fahre. Ich wäre gern auf dieses Seminar gefahren! Aber es sind so viele Hardcore-Inspektionen bis Weihnachten, dass ich ein bisschen Realismus walten lassen muss, was meinen Akku angeht. Arbeiten statt Beine hochlegen ist deshalb in dieser Woche keine Option, auch nicht, wenn das heißt, dass ich die neue Kollegin erst so richtig nach der Indien-Reise kennenlerne. Manchmal haben die da bei meiner Arbeit lustige Ideen, alle miteinander.

Michel hatte nach der Schule einen Platten am Rad, wogegen ich von Oslo aus herzlich wenig tun konnte. Aber Herr Rabe konnte ihn, von Oslo aus, überreden, sein Rad zum Fahrradladen zu bringen, mit dem er vorher besprochen hatte, dass er das morgen oder Freitag bezahlt. Aber ich glaube wirklich, Michel dachte, ich schwänge mich mal eben in den Zug, um dann meine heilenden Hände auf den Reifen zu legen und ihn zu reparieren. Ich hab das letzte mal so vor 25 Jahren einen Reifen geflickt, ich weiß noch nicht mal, ob, und wenn, wo, wir Flickzeug haben. Aber Herr Rabe hat es ja nun fern-gefixt.

Auch heute war wieder ein lustiges Vereinbarkeitsgehampel, was durch einen vergessenen Schlüssel und einen Schlüssel, der statt in der Schlüsselbox auf dem Terrarium im abgeschlossenen Haus lag, auf die Spitze getrieben wurde. Auch da wieder die Erwartung, dass ich sofort komme, wen juckt es, dass die kleine Schwester zum Tanzen muss. Es löste sich übrigens auch das Thema recht einfach, Michel fuhr mit seinem Kumpel zum Schlagzeugunterricht und hing danach noch etwas bei ihm ab bis Pippi und ich wieder da waren. Aber ich bin jetzt mal bereit für einen entspannten Tag im Homeoffice, an dem ich zumindest theoretisch irgendwelche Fahrräder irgendwo abholen könnte und sich die Frage nach dem Haustürschlüssel gar nicht stellt. Wie haben wir das 2019 eigentlich noch alles gemacht? (Der Notfallschlüssel ist aber auch wieder in der Schlüsselbox.)