Tag 1686 – Corontäne Tag 13.

Heute hatte ich den Vormittag mit den Kindern und ich hatte einen Ausflug ins Werk ausgelobt, falls Schulaufgaben zügig erledigt würden und Sport gemacht würde. Hat so einigermaßen geklappt, allerdings habe ich mich beim Sportprogramm für Grundschüler von Alba Berlin einigermaßen zum Horst gemacht. Die Kinder fanden es aber ganz ok.

Der Ausflug ins Werk war dann, um einen hastig beschafften extra Bildschirm abzuholen. Jetzt können wir Nachmittags, wenn die Kinder Medienzeit haben, beide arbeiten – eine*r oben, eine*r unten. Dann muss abends nicht mehr ganz so viel nachgeholt werden.

Nachmittags dann Arbeit, da ist versehentlich was eskaliert und jetzt hab ich eine lustige kleine Covid19-Sache an der Backe, mal gucken, was daraus noch wird. Jedenfalls musste ich nach einem Telefongespräch mit anderen Leuten zwecks gemeinsamen Haareraufens erst mal meinen Kollegen anrufen.

Apropos Haare raufen: ich werd am Ende dieses Lockdowns echt schlimm aussehen, ich müsste eigentlich ca. jetzt dringend Haare schneiden. Ob ich Herrn Rabe ranlasse? Sieht ja eh keiner von nahem in den nächsten 3,5 Wochen.

Nach der Arbeit war ich dann das erste mal seit Freitag dem 13. mittags eine signifikant lange Zeit ohne die Familie, nämlich bei der Apotheke und ein paar Lebensmittel einkaufen – zu Fuß. 15 Minuten hin, 10 Minuten für die 2 Einkäufe, 20 Minuten zurück (bepackt und bergauf). Ehrlich gesagt war das sehr schön.

Huch, ein Haus! Das war da neulich noch nicht.
Supermarkt-Impressionen 1.
Supermarkt-Impressionen 2.

Was 45 Minuten für die Laune ausmachen.

Dass ich das immer wieder vergesse.

Abends sehr lecker gegessen (Crêpes mit Käse für die Kinder, Crêpes mit Champignons, Zwiebeln und etwas Käse für mich), Kinder ins Bett verfrachtet und dann ins Hochzeitsoutfit (!) geschmissen für die Twitter-Kneipe. Da kam neulich eine Frage: wir machen das über Zoom, der Host braucht da einen Account, die anderen loggen sich einfach ins Meeting ein. Sehr einfach und gute Qualität des Gesprächs.

Tag 1646 – Doppel-Homeoffice.

Huh, neue Schriftart im WordPress-Editor. Was ist das für eine Zermürbungstechnik hier? Das macht mich doch jetzt wieder drei Wochen lang wuschig. Das komische Absatzgehampel nervt mich ja auch noch. (Jaja, dochdoch, ich bin total technikaffin.)

Herr Rabe und ich haben heute beide Homeoffice gehabt, ich, weil ich um halb zehn eine Blutentnahme hatte und es Quatsch fand, danach dann noch ins Büro zu fahren, Herr Rabe weil ich auch Homeoffice hatte. Und so saß ich dann am Esstisch und Herr Rabe im Arbeitszimmer und wir homeofficeten halt so rum, aber immerhin mit gemeinsamer Mittags- und Kaffeepause (und wem, bei dem man sich über #alleirre auskotzen kann). Das war sehr nett, vielleicht können wir das hin und wieder so einschieben, zumindest die Blutentnahmen, wurde mir heute gesagt, finden nicht früher statt, weil ich ja nicht nüchtern kommen muss, wen interessiert da schon, ob Leute vielleicht auch noch andere Dinge zu tun haben, als sich um halb zehn („Das ist aber wirklich das allerfrüheste!“) Blut abnehmen zu lassen. Alle zwei Wochen.

Ich bin darüber so sauer, und es stimmt auch einfach nicht, weil ich nämlich auch schon um halb neun Termine zur (nicht nüchternen) Blutentnahme dort hatte und dann um acht da auflief und um fünf nach acht mit zwei Röhrchen Blut weniger rausspazierte. Dieses Aus-Prinzip-Macht-Demonstrieren-Weil-Du-Bist-Patientin-Und-Von-Uns-Abhängig-Ätsch nervt mich sehr.

Sonst war heute nicht viel. Michel hatte drei mal sehr herausfordernde Laune, nämlich

  • Direkt nach dem Aufstehen
  • Beim Abholen aus dem Hort und
  • Beim/nach dem Abendessen

Und da ich gestern die steile These las, dass Kinder grundsätzlich immer kooperieren wollen, aber manchmal (sic!) nicht können, weil sie entweder schon zu viel kooperiert haben oder „ihre Integrität verletzt wurde“, frage ich mich halt jetzt schon, was genau Michels Kooperationsbereitschaft heute so in Mitleidenschaft gezogen haben soll bzw. inwiefern ich seine Integrität verletzte. „Geld kann man immer nur ein Mal ausgeben“ war’s wahrscheinlich.

Geld ist an allem schuld und ich las heute, dass meine Einstellung zum Kapitalismus zum linksextremen Antikapitalismus gezählt wird. Tscha, dann ist das wohl so. Gleich mal nen schwarzen Hoodie kaufen einem Kapitalistenschwein rauben.

Tag 1546 – Abspaziert.

Heute tatsächlich die To-Do-Liste abgehakt, ENDLICH EINEN TERMIN BEI DER PHYSIOTHERAPIE BEKOMMEN ist es denn zu fassen halleloo, aus Gründen unseren Hauskredit untersucht und eine einen Tucken günstigere Bank zwecks Finanzierungsangebot angefragt, an deren Online-Tool gescheitert und dann sogar noch richtig rumgeschlunzt und einfach auf dem Sofa ferngesehen. Wie früher. Das war schön.

Recht wenig getwittert und abends, als ich mal reinschaute, festgestellt, dass das eine gute Entscheidung war, es gibt ja die seltsamsten Seltsamkeiten in diesem Internet.

Mit Herrn Rabe die vierte (und letzte) Folge Queer Eye in Japan geguckt und furchtbar rumgeheult.

Insgesamt ein schöner Tag. Solche Inseln muss ich mir öfter einbauen (und nicht erst wenn es an allen Ecken und Enden blau brennt).

Tag 1545 – Hehre Pläne.

Heute wieder wenig gemacht. Lag aber heute unter anderem an Migräne. Mantel fertig genäht und einen Haufen Blusen und Hosen gebügelt, jetzt bin ich vorerst wieder versorgt. Sowas stumpfsinniges wie Bügeln und Knöpfe annähen geht ja auch mit Matschbirne.

Der Mantel ist sehr schön, sieht laut Herrn Rabe ein bisschen lustig aus, ist, glaube ich, sehr schön warm und – sehr schwer. Überlege, ob ich in der Mitte einmal rundum steppe, damit sich das nicht alles aushängt und unten ausbeult. Hmmhmm.

Pippi ist heute beim Orchideen gießen vom Stuhl gefallen und hat jetzt ne riesen Beule am Hinterkopf. Wir haben ein ernsthaftes Gespräch zu den Themen Orchideenpflege und auf Stühle klettern geführt. Ich hoffe es hilft.

Morgen habe ich frei. Eigentlich habe ich auch Dienstag frei aber das tausche ich eventuell um gegen Donnerstag (Homeoffice) aus Gründen. Jedenfalls, morgen. Ich möchte Sport machen, Mittagsschlaf machen, die Schneckenerde tauschen, aus Gründen die Hausarztpraxis anrufen, aus Gründen die Physiotherapiepraxis anrufen, aus Gründen die Bank kontaktieren, aus Gründen meine ehemalige deutsche Krankenkasse kontaktieren und vermutlich ist dann der Tag auch schon wieder rum und ich werde das Gefühl haben, nichts geschafft zu haben, noch nicht mal, gezielt nichts zu tun. Das wird super.

Möchte außerdem meinen Twitter-Konsum minimal halten, wenigstens an diesen freien Tagen. Das tut mir da alles nicht gut momentan.

Ab ins Bett. Routine ins frühe(re) ins Bett gehen kriegen.

Tag 1538 – Abschlappen.

Wir haben heute alle eher wenig gemacht, die Kinder quasi gar nichts. Die Kinder weil sie beide ein bisschen angeschlagen sind und morgen zur Schule fit sein wichtiger ist als Sonntags Kastanienmännchen zu basteln, wir weil es nötig war.

Ich habe sehr viel Wäsche gemacht und genäht und war beim Sport.

Herr Rabe hat den Rasen winterfertig gemacht. Wir haben es tatsächlich geschafft, unseren Rasen in diesem Jahr von „Wüste“ zu „Man möchte sich reinlegen“ zu verwandeln und das soll bitte im nächsten Jahr nicht wieder so eine riesige Aktion sein sondern einfach hübsch nachwachsen.

Ansonsten viel Organisationsarbeit, die aber bisher nur in meinem Kopf ist. Wir werden hier mal umstrukturieren müssen, es läuft nämlich eher unrund und knirscht ein wenig im Getriebe, was hauptsächlich daran liegt, dass wir beide glauben jeweils mehr Familienarbeit zu erledigen als der andere. Da hilft leider nix als mal wirklich aufzudröseln, wer was macht, inklusive Zeiterfassung und Zielerreichung. Das klingt furchtbar unromantisch aber so ein ständig auf Halbmast hängender Haussegen ist tatsächlich auch sehr unromantisch und sparkt kein joy.

Endlich gehen die Uhren wieder richtig. Trotzdem muss ich jetzt schlafen, morgen geht es wieder früh raus und für einen Tag inkognito (ich habe die Out-of-Office-Nachricht bis 6.11. eingestellt) ins Büro. Motivation dafür eher gering, aber Tjanun, auch das ist halt manchmal so.

Tag 1510 – Schwups!

Wochenende rum.

Wo ist es hin?

Hier gibt’s auch wenig zu berichten. Ich bin wegen der Schulter-Nacken-Sache zunehmend ungehalten, dieser halbwrack-Zustand geht mir unsäglich auf die Nerven. Permanent teils üble Schmerzen, die sich nur unter Dauermedikation (meh) oder täglichem Sport von mindestens einer Stunde (meh) unter Kontrolle halten lassen. Ich weiß nicht, wo ich die Extra-Stunde grad hernehmen soll, ich muss wohl einen Antrag auf Tagesverlängerung stellen.

Michel hatte wieder Besuch von dem nun Drittklässler, der ihn vor den Ferien auch schon dazu verleitet hat, mit dem Fahrrad deutlich aus dem für uns komfortablen Bereich rauszufahren. Sie haben Pippi gemein erschreckt, das fand ich schon nicht so cool, aber vor allem haben sie innerhalb einer Stunde das Kinderzimmer quasi völlig verwüstet und nun ist Michels Treppenspirale hinüber. Das ist alles nicht ungewöhnlich für Jungs in dem Alter, das ist mir schon klar, aber es ist ungewöhnlich für Michel. Das nächste Mal, wenn der vor der Tür steht, muss ich wohl mal ein paar Worte gänzlich unnorwegischen Klartext reden.

Mit Michel hatten wir abends direkt mal wieder ein „was Freunde machen [mit aufräumen] und was nicht [Dinge kaputt]“ Gespräch. Er war sehr geknickt, das war gar nicht meine Absicht.

Seufz.

(Ich wünsche ihm so sehr Freunde. Aber ich wünsche ihm vor allem welche, für die er sich nicht in komische Richtungen verbiegt, die gar nicht zu ihm passen.)

Tag 1473 – Dies und das.

Schon so spät und Gin getrunken. Deshalb ein paar Stichpunkte:

  • Arzttermin zur Blutentnahme. Termin war um neun, um viertel vor neun saß ich im Wartezimmer, um auf die Sekunde genau neun wurde ich aufgerufen, um drei nach neun war ich fertig und um sechs nach neun draußen.
    Inspektion verschoben, Flüge und Hotel umgebucht, dafür insgesamt 15 Minuten in der Warteschleife unseres Reisebüros gehangen und drei mal hin und her weitergeleitet worden. Ich glaube, bei der letzten Dame hörte ich dann im Hintergrund diejenige, die meinen ursprünglichen Anruf angenommen hatte. (Dabei auch gemerkt: ich kann zwischen meinem Namen, den ich mit gekratzten R ausspreche, und „fra“ (vom [Werk]) nicht auf geschlagenes R umstellen und es klingt dann halt sehr nach deutschem Akzent. Hurgs.)
    Für Ernte etwas zu spät, keinen mehr angetroffen, also nur klitzekleine Küken bewundert und unverrichteter Dinge wieder gefahren. Dann halt morgen.
    Ganz viel über Kunst nachgedacht, die, so vermute ich, erstmal alles darf, die ich aber recht schnell nur noch widerlich finde, zum Beispiel, wenn Leute oder Tiere darunter leiden (gab’s nicht mal irgendwas, wo eine Künstlerin einen Hund verhungern ließ?). Kaputtmachen, im Netz auch Trollen, und das Kunst nennen kann eine sicher tun, find ich aber kacke. Das kann hundertmal „gesellschaftskritisch“ gemeint sein, ich find’s widerlich.
    Michel meckerte doch heute Abend ernsthaft über Milchreis zum Abendessen. Ich hoffe wir müssen nicht noch ein Gericht von der eh schon kurzen Liste über Gerichte, die Michel isst, streichen.
    Kein Sport ist auch keine Lösung. Also Sport gemacht.
    Mit Salbe geht alles, ohne geht auch alles aber aggressiv und mit zusammengebissenen Zähnen. Davon werden aber so Anspannungsschmerzen auch nicht besser, also Salbe.
    Abends mit Herrn Rabe „How to sell drugs online (fast)“ geguckt, das kann man schon mal machen.