Tag 1313 – Nachgeholt und vorgeholt.

Am Freitag:

  • Personalgespräch gehabt, Routine in der Probezeit. War ganz gut, meine Chefin ist mehr als zufrieden mit meinem Vorankommen im Einarbeitungsplan (ACH!), ich konnte loswerden, was man machen könnte, um Leuten den Start noch ein wenig mehr zu erleichtern, was ich mir für die nächsten drei Monate wünsche und wie ich das angehen will und wo ich mit den Ohren geschlackert habe.
  • Die Aufgabe für den Lead Auditor-Kurs abgegeben, was weg ist ist weg und ich wollte den Kopf freihaben weil
  • Apropos mit den Ohren schlackern: ich freu mich ja schon, dass ich eine ganz eigene SOP schreiben darf, hatte mich auch schon ein wenig gewundert, dass das Tool, dessen Benutzung ich beschreiben soll, noch gar nicht existiert und surprise: das Tool soll ich auch erstellen. Also irgendwie. Zur Not in Excel*. Weil aber alle anderen zur Zeit noch viel mehr mit den Ohren schlackern als ich und ich ja bis (festhalten!) Ostern Zeit hab, geht das alles voll klar. Muhahaha. Schlacker.
  • Schlackerdischlacker: nachdem mich meine Chefin morgens noch gefragt hatte, wann ich denn Auditor sein könnte (1-2 Monate dachte ich so, dann auch direkt Lead, weil aus Gründen halt) fragte ich am Nachmittag meine Kollegen, ob ich bei der Inspektion nächste Woche eigentlich ganz selbst Themengebiete bearbeiten sollte. Sie guckten sich seltsam an, sodass ich fragte, ob ich kurz rausgehen soll, dann lachten sie und dann durfte ich mir ein paar Rosinen aussuchen. So schnell ist man halt zum Auditor befördert**.

Kein Wunder dass ich müde bin.

Samstag:

  • Herr Rabe war auf einem Treffen, um eine Konferenz im Herbst zu organisieren. Den ganzen Tag. Ich war also mit den Kindern alleine.
  • Pippi war auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Einem 4. Geburtstag und der Zwillingsbruder des Geburtstagskinds geht in die andere KiTa-Gruppe, weshalb quasi der ganze Kindergarten eingeladen war. Pippi machte allerdings im Vorfeld nur Scheiß, sodass wir viel (!) zu spät zu Hause loskamen, dann noch ein Geschenk besorgen mussten (es wurde so ein Glitzer-Glubschaugen-Tier, Pippi hat’s ausgesucht und das Geburtstagskind hatte auch direkt Glitzer-Herzchenaugen, insofern immerhin ein Erfolg) und 20 Minuten zu spät kamen. Vielleicht lags daran, aber die folgenden 1,5 Stunden redete kaum jemand mit mir. Ich hatte ja noch die Hoffnung gehabt, dass ich Pippi einfach dalassen kann und mit Michel zur Bibliothek fahre, aber alle anderen Eltern aus Pippis Gruppe waren auch da und dann bin ich sicher nicht die, die ihr Kind ablädt und „Tschöhö!“ in den Raum ruft, bevor sie jubelnd von dannen zieht. Dafür hatte ich halt Michel dabei, der dann den Doppel-4. Geburtstag rockte. Zwischendurch verwandelte er sich kurz in einen brüllenden Dino, worauf ich ihn in die Küche zog und er sofort sagte, es sei zu laut und die kleinen Kinder so wild. Ach ja, I feel you, Michel. Nach kurzem Kuscheln ging es dann aber wieder und er musste kein Dino mehr sein. Nach dem Geburtstag hatte ich jedenfalls zwei Zuckerselige Kinder im Auto, die dringend mal ein Päuschen brauchten und so fuhr ich mit ihnen nach Jessheim.
  • Weil ich möglicherweise am Dienstag meine Piercings aus den Ohren nehmen muss, aber Montag die Piercer in Oslo alle nur bis 18 Uhr offen haben, musste ein Plan her. Der Plan war, die Piercings vorsorglich entfernen zu lassen und zu fragen, wo ich Werkzeug herbekomme, um das in Zukunft selbst zu machen. Dann sagte der Piercer aber, das könne ich auch alles selbst machen, also auch das initiale Entfernen und was ich dafür bräuchte. Danach hatte ich ein ärgerliches Fehlberatungserlebnis im Baumarkt mit einem Typen, der zwar keine Ahnung hatte, aber mir meine Aussage, was ich bräuchte, trotzdem nicht abkaufte. Naja. Nachdem der weg war, kaufte ich was ich brauchte.
  • Pippi schlief die ganze Zeit über im Auto. Wie ein Stein. Sehr niedlich. Dafür gab es dann natürlich Gehampel beim ins Bett bringen, bis ich (vor ihr) und einschlief.

Heute:

  • Sehr viel gebacken***
  • Gebügelt
  • Wäsche gewaschen, aufgehängt, zusammengelegt, verräumt
  • Körperpflege
  • Nägel lackiert
  • Sämtliche Outfits für die nächste Woche herausgesucht
  • Etwas gearbeitet****
  • Jetzt viel zu spät ins Bett.

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* klar kann ich sowas in Excel erstellen, aber das muss ich ja dann auch validieren (Inspektør for life!) und hui. Ostern ist ja gefühlt auch schon sehr bald.

** ich muss allerdings alles noch viel genauer aufschreiben als eh schon, weil ich als Observatør angekündigt bin, das heißt, ein anderer Inspektør muss die Verantwortung übernehmen, dass ich das alles ordentlich durchgegangen bin. Machen die natürlich nicht, wenn ich mit halbgaren Unterlagen ankomme.

*** mehr dazu morgen, mit Fotos

**** jaja, aber ich brauche die Checklisten eben morgen

Tag 1284 – Ein paar lose Enden.

Discovery. Die neue Staffel kriegt mich nicht ganz so wie die erste. Mal sehen, ob das noch wird. Spezifische Kritikpunkte (mit verklausulierten aber schon halt Spoilern):

  • Die zuletzt ausgestrahlte Folge war mir zu schnulzig
  • Die davor auch
  • Die davor war komplett absurd
  • Figuren kommen und verschwinden erklärungslos (die neue Technikerin, eine Figur, so nerdy und eigen, dass man sie so wunderbar ins Team integrieren könnte, aber sie ist halt mal sehr präsent da und dann komplett weg. Ist die Schauspielerin zwischendrin in den Urlaub gefahren? Haben die Drehbuchautor*Innen nicht miteinander geredet? Sowas ist doch Käse.)
  • „Security Consultant“. Und diese ganze Weltraum-Rowdy-Truppe.
  • Das enorme Plothole „das Mycelium wird uns sofort angreifen, wir haben nur eine Stunde, danach sind wir alle tot und das Schiff aufgelöst!“, wie es gestopft wurde „ach ja, äh, wenn wir hier durch rein gehen, ist es eigentlich safe!“, plus dass der Dings da angeblich monatelang überlebt haben soll, wo doch Kontakt zum Myzel ihn direkt hätte auflösen müssen. Aber klar, er hat sich ja mit Rinde bedeckt. Natürlich.

So. Weiterhin mag ich die verschiedenen Frauenfiguren. Vor allem Philippa Georgiou, selbst in dieser Weltraum-Rowdy-Truppe.

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Die Hort-Sache. Tja, neulich redete ich mit dem Hort-Chef und das lief wie erwartet schlecht. Er konnte mir keine Hoffnung machen, dass sich zeitnah irgendwas an der Qualität der Betreuung ändert. Des Weiteren verwies er an die Lokalpolitiker, auch für die Möglichkeit, nur den Morgen-Hort zu nutzen und dafür nicht 2000 Kronen im Monat zu zahlen, diese Möglichkeit ist nämlich nicht existent und das kommt halt „von oben“, machste nix, Pech gehabt. Nachdem die Nachbardamen aber gesagt haben, dass sie ihre Kinder ab dem Sommer auch im Sport-Hort anmelden werden und wir die Morgenstunden dann schon irgendwie abgedeckt bekämen, haben wir Michel nun kurzentschlossen doch beim Sport-Hort angemeldet, ab 1.4.* und drei Tage die Woche. Gleichzeitig reduzieren wir den normalen Hort auf 50%, entsprechend 15 Stunden pro Woche, nämlich jeden Tag eine Stunde morgens plus zwei Nachmittage. Diese Lösung kostet uns etwa 1000 Kronen pro Monat mehr, das kriegen wir hin. Und ab 1.8. dann eben nur noch Sport-Hort, 5 Tage die Woche und die Morgenstunden teilen wir uns unter sechs Erwachsenen auf, das muss ja irgendwie gehen. Spannend wird dann noch, wie wir es mit einem Auto lösen, vier Kinder und zwei Erwachsene zu verteilen. Aber auch das wird hinhauen. Hab ich jetzt beschlossen.

(Mit der Lokalpolitik werde ich trotzdem noch mal reden. Die müssten ja auch ein Interesse dran haben, dass Kinder wenigstens einen kleinen Teil der Betreuung nutzen und Eltern dafür bezahlen. Aber man muss vielleicht noch mal sehr deutlich sagen, dass 2000 Kronen für ~20 Stunden tatsächlich genutzte Betreuung pro Monat einfach nicht drin sind, die Alternative zu einem sinnvolleren Tarif ist also halt dass meins und andere Kinder gar nicht mehr angemeldet sind, das bedeutet weniger Geld für die Kommune und wegen weniger angemeldeten Kindern weniger Personal für die restlichen Kinder im Hort.)

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Die Milben kamen letzte Woche, es waren tagsüber -8 Grad, ich nehme an, sie waren alle tot gefroren. Ich habe keine einzige lebende Milbe gesehen, aber vielleicht sind die ja auch ganz klein, wer weiß. Jedenfalls flogen heute wieder ganz viele Erdmücken hier rum und ich habe dann wieder die Erde getauscht und die restlichen toten Milben drin verteilt. Ich hab so die Schnauze voll von diesen kack Mücken. Und die Schnecken glaube ich auch, sobald fliegende Mücken (und nicht nur Larven in der Erde) da sind, werden sie inaktiv. Die Mücken sind aber auch dumm wie Mücken halt und fliegen den Schnecken gegen die Augen und kriechen vielleicht auch in die Atemlöcher, da würde ich mich als Schnecke auch eingraben und nicht mehr rauskommen.

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Pippi ist wieder fiebrig und hat geschwollene Lymphknoten am Hals, sonst aber nichts. Ich bete zu allen höheren Mächten, an die ich nicht glaube, dass das nicht heißt, dass die Mandelentfernung das PFAPA nicht besiegt hat. Ebenfalls bete ich, dass mir das in der Probezeit nicht irgendwie angekreidet wird.

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Das Regal habe ich, nachdem es letzte Woche endlich die richtigen Dübel bekommen hat, heute eingeräumt. Es stehen nun hauptsächlich Bücher drin, weil wir kaum Dekogegenstände haben, die ich mir heute noch in mein Wohnzimmer stellen würde. Das sind halt alles Dinge, die wir mit Anfang 20 angeschafft haben, als wir zusammenzogen, zum Teil waren die auch schon in unseren KinderZimmern vorhanden, aus denen wir damals auszogen. Ingesamt seit langem nicht mehr mein Geschmack. Habe dann lange drüber nachgedacht, was denn mein Deko-Geschmack sein könnte und naja, vielleicht sind Bücher halt auch eine ausreichende Deko. Mir fiel jedenfalls nichts ein, dass ich mir ins Regal stellen würde. Ich hatte neulich schon das Problem mit Bildern an der Wand: mein Geschmack ist da eigen, es muss was sein, das ich mir gut angucken kann, aber das meine Aufmerksamkeit nicht komplett frisst. Schon manche Landschaftsbilder waren mir da zu viel, alles mit Menschen drauf eh, Tiere, hmm, Wellen, Sinnsprüche, Ballettschuhe und so weiter genauso wenig wie TigerLöweElefantenPanther oder chomglänzende Retro-Motorräder. Wenn die Bilderrahmen für die schon längst angekommenen Plakate mit Abbildungen von blauen Blumen auch da sind, zeige ich Ihnen mal die und Sie sagen mir dann, was die Dekogegenständliche Entsprechung zu blauen Blumen ist, ja?

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Mit dem Mantel habe ich immer noch nicht weiter gemacht. Nachdem ich gestern unvorsichtiger Weise gesagt habe, ich möchte gern am Wochenende nähen, musste ich heute für und mit Michel einen Lemming nähen. Danach Hausarbeit, Regal, Erde, krankes Kind, Zack, Tag um.

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*das war möglicherweise verfrüht, weil ich „1 Monat Kündigungsfrist“ so interpretiert habe, dass ich jetzt zum Ende des nächsten Monats kündigen kann. Aber dann hieß es plötzlich „Änderung wirksam ab 2 Monate, beginnend am 1. des Monats nach der Änderung“. Aber da war’s mir dann zu schade um die Nerven, echt mal, sind dann auch nur noch mal 1000 Kronen mehr für den einen Monat, da rege ich mich nun nicht drüber auf.

Tag 1282 – Logisch!

Herr Rabe sagt, diese ganze Mycelium-Sache bei Discovery sei voll unlogisch. Ich sage, Warp ist mindestens genauso unlogisch. So.

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Die Kinder gingen natürlich heute als Hasen! Pippi Mit aufgemalter Hasen-Nase, Schnurrhaaren und Hasenzähnen, Michel mit im Hort selbst gebastelter Maske, beide mit gestern gekauften grauen Outfits und gestern gebauten Puschelschwänzen. Kinder glücklich, alle glücklich.

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Müde, müde, müde. Und Frühlingsneid.

Tag 1246 – Strategie, Plan, Vorschrift, hui.

Ich ackere mich tapfer durch meine tausend Vorschriften. Dazu hatte ich heute noch zwei Meetings mit jeweils einer meiner insgesamt vier Chefinnen.

Im ersten ging es um die Struktur, Organisation und Strategie der Behörde und ich erfuhr noch mal genaueres über die Umstrukturierung, die letztes Jahr stattgefunden hat. Das Meeting war sehr nützlich, weil ich jetzt verstehe, welche Absicht hinter der Organisationsstruktur steckt. Das nimmt der (weiterhin vorhandenen) Unübersichtlichkeit ein wenig den Schrecken und ich sehe nun, dass das gut sein kann, wenn es auch in allen Köpfen angekommen ist.

Das zweite Meeting war mit der Chefin, die für mein lag die Verantwortung hat. Auch das sehr gut, es ging um „was macht unsere Einheit, unser lag, deine Kollegen…“. Nach dem Gespräch verstehe ich nun ein paar der Zusammenhänge besser und weiß nun, mit welcher Chefin ich was besprechen kann. Das mit der Gleitzeit nämlich zum Beispiel nicht mit dieser Chefin sondern mit der, die für mich die Personalverantwortung trägt. Das hat sich aber schon gestern geklärt, alles gut sozusagen, die Gleitzeittage werden nur „verbraucht“, wenn ich nicht die volle Kernarbeitszeit da bin und das wird wohl tatsächlich eher selten so sein. Das war ein Missverständnis, dem ich da aufsaß. Heute bin ich dann auch direkt mal ne viertel Stunde eher gegangen, weil die Züge immer zu spät sind und das blöd ist. Diese meiner Chefinnen ist übrigens sehr froh, dass ich da bin, genau ich, jung und anders und modern. Das ist mal schön, das nach hundert mal „bist du QP???“ zu hören.

Die Züge sind immer zu spät und da bröckelt die Planung etwas. Ich hab da noch nicht fertig drüber nachgedacht. Ich hoffe einfach, dass es irgendeine Baustelle oder so irgendwo vor Oslo ist, die grad auf der Strecke für Verzögerungen sorgt, aber sonst die Züge wenigstens einigermaßen pünktlich fahren. Haha, ja, ich bin noch so Pendel-naiv.

Bisher ist das Pendeln noch ganz ok. Ich lese morgens im Zug, Blogs oder ein Buch oder ich höre Podcasts. Nachmittags muss ich meistens bis zum Flughafen stehen und dann höre ich Podcasts oder Musik. Das frühe Aufstehen schlaucht mich aber sehr, hoffentlich gewöhne ich mich da noch dran.

Die neue Putzhilfe schickt versehentlich Textnachrichten mit „Chcesz cos ze sklepu“ an mich (Google Translate sagt sowas wie „Brauchst du noch was aus dem Laden“), sie putzt super, faltet Waschlappen und Putzlappen ganz akkurat und hat, weil das Bettzeug und die gewaschenen Bezüge da noch oben drauf lagen, einfach das Gästebett bezogen. Und die Spülmaschine ausgeräumt. Ich bin schwer beeindruckt. Und froh. Vor allem froh.

Morgen wird ein Einkauf geliefert. Da bin ich sehr gespannt drauf. Ich möchte den Lieferanten gern treffen und fragen, ob es ne Möglichkeit gibt, die 8 (!) Plastiktüten in Zukunft zu umgehen. Dann müssen wir nur noch zum Vinmonopolet und zum Meny (für Brot) und doch noch mal in den Supermarkt, weil unser Waschmittel wohl nicht mehr fürs Wochenende reicht.

Nächste Woche werde ich meinen Führerschein eintauschen. Erst gegen einen vorläufigen und dann gegen einen norwegischen Führerschein. Denn im EWR sind Führerscheine aus anderen EWR-Staaten zwar unbegrenzt gültig, aber ein deutscher Führerschein ist hier kein Ausweis und ich will echt nicht immer meinen Pass zur Post mitschleppen müssen, um ein Paket abzuholen. Außerdem stelle ich es mir einfacher vor, zum Beispiel Autos zu mieten, wenn man einen Führerschein hat, mit dem die Leute hier vertraut sind. Jedenfalls musste ich für diesen Führerschein noch einen Sehtest machen, damit nun auf dem Führerschein vermerkt werden kann, dass ich eine Sehhilfe benötige und nutze und die Sehhilfe auch zur Kurzsichtigkeit passt. Michel und Pippi haben also heute gesehen, wie so ein Sehtest abläuft. Michel hat auch nur ganz am Anfang Buchstaben gespoilert, dann hab ich gesagt, dass er das in seinem Kopf machen soll und nicht laut sagen. Als wir dann aus dem Raum gingen, sagte er „Ne, Mama? Da stand F G O R P. Fgorp. Was ist das für ein Wort?“ Michel kann schon echt viel lesen und liest nun halt alles vor, was er sieht. Und er sagt, er liest gerne, das freut mich ganz außerordentlich, ein Kind das gar nicht lesen mag wäre mir irgendwie fremd.

Pippi hat heute einen Ausflug gemacht. Das machen aus ihrer Gruppe jeden Donnerstag ein paar Kinder. Nach dem ersten Ausflug kam sie freudestrahlend an und sagte, sie seien in der „Apothek!“ gewesen, das kam mir unwahrscheinlich vor. Heute waren sie jedenfalls in der „Biblothek!“, das erscheint mir auch als ein besseres Ausflugsziel. Apotheke wär jetzt irgendwie zu sehr „ganz die Mama“. Apotheken inspiziert die Behörde nämlich auch.

Ebenfalls gelernt: wir als Inspektøre können jederzeit und unangemeldet Inspektionen durchführen. Selbst in Privatwohnungen, da könnte man zum Beispiel die korrekte Lagerung überprüfen. Jetzt stelle ich mir vor, wie tierisch beliebt man sich wohl macht, wenn man bei Freunden erst mal den Medizinschank aufreißt um dann Tenperatur, Luftfeuchtigkeit und die nicht-Vorhandenheit eines rollierenden Warenmanagements zu bemängeln. „Report kommt in spätestens 30 Tagen!“

Ich sehe eine glorreiche Zukunft als Partypooper auf mich zukommen.

Tag 1198 – Nicht viel zu erzählen.

Herr Rabe ist jetzt drei Tage in Trondheim. Heute lief es mit den Kindern… total entspannt. Ich habe das ja schon öfter festgestellt: wenn kein Backup-Erwachsener da ist, niemand, der halt vielleicht auch irgendwann die Spülmaschine ausräumen kann, klappt hier alles geschmeidiger. Keine Verantwortungsdiffusion. Das ist interessant.

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Projekt Lerche läuft grad nicht so. Also ich bin zwar wach, aber stehe halt nicht auf. Ohne Bewegung geht nix am Morgen, wirklich nix, auch nicht mit Kaffee intravenös. Ächz. Und dann bin ich den Tag über träge, bis abends, da bin ich wach. Es ist zum Mäusemelken.

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Heute kam der schriftliche Vertrag, ich habe unterschrieben und ihn direkt zurückgeschickt. Ich war um vier an der Post, der Postmann, der um vier den Kasten leert, hat extra noch gewartet, bis ich die Briefmarke gekauft hatte. Hach! Damit ist es jetzt wohl wirklich fest, ich bin immer noch so aus dem Häuschen, dass…

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… auch die To-Do-Listen-Abarbeitung irgendwie stagniert. Immerhin hab ich die Gardinen fürs Wohnzimmer fertig genäht und gleich schneide reiße ich noch die Kissenbezüge zurecht. Heute habe ich Reißverschlüsse gekauft, aber für Gedön für ein Raffrollo muss ich wohl wirklich in die Hauptstadt fahren.

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Apropos Nähen. Ohhh, so viele Pläne. Und so schwierig, die passenden Stoffe zu finden. Oder Schnitte für die 4 Kisten Stoff, die ich schon habe. Ähäm. Irgendwie habe ich auch heute morgen gedacht, es sei ne gute Idee, für das Schul-Weihnachtsfest ein paar selbstgenähte Mützen als Losprämie zu versprechen. Vielleicht verwachse ich einfach mit der Nähmaschine.

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Wenn wer nen Tipp hat, wo ich flaschengrünen Loden herbekomme, schweren, festen Wollstoff, gewebt, nicht gestrickt, immer her damit. Ich möchte mir einen Mantel nähen, in dessen Anleitung steht „mitteldicker Loden“. Ich habe den halben Tag damit zugebracht, herauszufinden, dass das hier „Vadmel“ heißt. Vielleicht jedenfalls, weil in der Hand gehabt hab ich noch keinen. Es ist alles nicht so einfach. Jedenfalls gab es bei einem Onlineshop in Norwegen „Vadmel, flaskegrønn“ und mein Finger zuckte schon zum Bestellknopf, da war der Knopf grau weil der Stoff ausverkauft ist. Gnaahh! Ob ein Laden nach Norwegen versendet, ist egal, weil meine beste Freundin zu Weihnachten kommt und das mitbringen kann.

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Joa. Das wars auch schon. Das nicht so interessante Hausfrauenleben grad.

Tag 959 – Nix zu erzählen.

Naja, fast nix.

– Wir, also die Kinder (haben Ferien) und ich haben meine Mutter zum Flughafen gebracht.

– Danach waren wir einkaufen.

– Und Eis essen.

– dann haben wir aufgeräumt, die Kinder nur so mittelviel, Michel noch deutlich mehr als Pippi.

– aber Pippi hätte ich heute absolut alles verziehen, wegen dieses Zöpfchens:

– Ich bin bei Peppa Wutz kurz weggenickt.

– Ich hab Eier ausgeblasen. Mit Hack, weil der Klassiker ‚Oben ein Loch, unten ein Loch, Eigelb kaputtstochern und dann halt blasen‘ ist ja mal scheiße anstrengend. YouTube hilft aber und so bastelte ich mir dann aus dem Spritze mit Kanüle-Trick aus Mangel an Kanülen meinen eigenen Hack: in die spitze Seite vom Ei ein Loch pieken und das dann so groß prökeln, dass man einen Strohhalm reinbekommt. Den Strohhalm (mit Knick) reinstecken und kräftig Luft ins Ei pusten. Inhalt des Eis läuft/quillt dann durch das gleiche Loch raus. Vorteil: es ist nicht so anstrengend wie normales Pusten, man hat keinen Mund-zu-Ei-Kontakt, es geht echt schnell. Nachteil: das eine Loch ist relativ groß, halt so Strohhalmdurchmesser.

– Resteessen.

– Kinder ins Bett komplimentiert.

– Mit Herrn Rabe, Champagner (von der Schwägerin, zur Disputation mitgebracht, aber heute anlasslos getrunken) und Netflix auf dem Sofa abgehangen.

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Auto-Lobhudelei: Distanzlose Fragen einsilbig beantwortet, nur wenig dem geplatzten Urlaub hinterhergeheult.