Tag 1894 – Ordnung und Chaos.

Nach ein paar Wochenenden ohne wirklichen Plan und dafür mit Streit über fehlende Pläne und Chaos überall (vor allem innen, vor allem bei mir, weil kein Plan. Kein Plan heißt Stress) haben wir dieses Wochenende endlich wieder eine To-Do-Liste gemacht. Da liegen wir jetzt ganz gut an und haben uns deshalb auch heute Abend einen Fernsehabend gegönnt.

Allerdings hatten wir die tolle Idee, „Joker“ zu gucken. Das ist ein sehr sehr guter Film, aber halt auch echt düster und verstörend und verrückt. Deshalb gucken wir jetzt zum runterkommen noch eine Folge „Aufräumen mit Marie Kondo“.

Tag 1893 – Yeahannnnaja.

Die Badewanne wurde geliefert! Leider sagte uns niemand Bescheid oder klingelte gar, sodass wir gegen Mittag beim Verlassen des Hauses quasi über die Badewanne fielen.

Ich hatte mir schon ausgemalt, wie ich das ganze Wochenende bade (solange ich warmes Wasser habe, jedenfalls), aber der Installateur kann nun erst am Montag kommen. Seufz.

Wenigstens konnte ich so noch die grad freie Ecke im Bad nutzen und den Ablauf im Boden reinigen. Da kommt man ja sonst schlecht dran, da steht ja demnächst eine Badewanne und stand bisher eine Dusche drauf. Hurrrrrgs wie eklig das ist. Was sich da ansammelt! Igitt einfach. Gut, dass ich noch Chlorreiniger hatte, das und eine Klobürste machten es immerhin möglich, mit maximal möglichem Abstand zu dem Gubbel im Loch den Ablauf zu reinigen. Ist jetzt sauber. (Urgs trotzdem.)

Weiterhin hustet Michel tagsüber gar nicht. Dafür aber nachts um so mehr, weshalb er auch heute nicht in der Schule war. Seufz.

Wir haben einen Bürostuhl besichtigt. Herr Rabe will ihn haben. Ich fahre nächste Woche mal zu einem großen Büroausstatter und sitze einige Modelle Probe. Ich hab mich so an das Beine hochlegen können am Esstisch im Wohnzimmer gewöhnt, dass ich mir grad gar nichts anderes vorstellen kann.

Insgesamt ratlos wegen allem.

Tag 1892 – Laune.

Schlechte Laune. Wir waren heute wieder back im zwei-Kinder-zu-Hause-zwei-Jobs-Game, weil beide Kinder leicht verkühlt sind. Michel geht aber morgen wieder zur Schule, der hat quasi nichts. Pippi klingt eindeutig verschnoddert, ist (und war) aber fieberfrei und fit und könnte laut der offiziellen Regelung eigentlich auch wieder in den Kindergarten, aber um anderen Eltern und vor allem den Kindergartenangestellten den Scheiß zu ersparen, selbst mildeste Symptome erst mal zu Hause beobachten zu müssen, bleibt die morgen noch hier.

Daran liegt meine Laune aber nicht. Ich kann es gar nicht mal an was konkretem festmachen, es ist einfach so. Ich gehe jetzt wohl besser einfach (endlich) schlafen.

Tag 1891 – Überraschung!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Allerdings etwas überraschende Schatten, denn heute um viertel nach sieben (morgens!) klingelte es und der Klempner stand vor der Tür. Angekündigt durch einen SMS-Wechsel gestern, der etwa so ablief:

14:30, Klempner: kann ich morgen kommen und die Dusche umsetzen?

17:00, Ich lese die SMS: Ja, mein Mann ist zu Hause.

Danach keine weitere Antwort und ich erwarte auch keine Antwort von irgendwem in Norwegen nach 17 16 Uhr. War aber dann auch nicht davon ausgegangen, dass der hier plötzlich steht – natürlich bevor irgendwer von uns auch nur Zähne geputzt hatte.

Aber die Dusche ist jetzt schon mal unten. Die Badewanne kommt vielleicht am Freitag schon und wird dann eventuell sogar am selben Tag noch eingebaut. Nächste Woche kommt der Elektriker* und wenn der da war, kann der Durchlauferhitzer eingebaut werden.

Dass das noch was wird, nach nur einem Dreiviertel Jahr Gehampel damit!

Leere Ecke.
Alte Duschkabine an neuem Ort.

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*denke ich zumindest, denn auf „nächste Woche passt, aber am besten nicht Freitag“ kam auch keine Antwort.

Tag 1860 – Kaputt geladen.

Wegen Inspektion habe ich wieder einen Leihwagen, wieder einen elektrischen (wie bestellt), aber dieses Mal hab ich ein Upgrade bekommen und deshalb fahre ich jetzt einen Tesla Model 3. Das ist ja schon auch ein schickes Teil, zumindest von außen, von innen so najaaaaa ich würd wohl Folie reinkleben lassen, wär’s meins.

Was natürlich nett ist an so einem Tesla, ist die im Vergleich zum i3 von neulich doppelt so große Reichweite. Und was auch nett ist, ist Supercharging. Supercharging bei Tesla ist sowohl schneller als auch wesentlich billiger als die anderen Anbieter, es gibt also keinen Grund mit einem Tesla an einem großen Rastplatz mit allen Lademöglichkeiten über Fortum zu laden statt am Supercharger. Jedenfalls wenn ein Supercharger frei ist.

Und wenn man nicht irgendwie geschafft hat, einen Leihwagen zu bekommen, bei dem die Bezahlmethode (laut Autovermietung ist eine hinterlegt und für mich als Kundin der Autovermietung ist superchargen kostenlos) nicht korrekt hinterlegt ist. Da ich gestern aber schon geladen habe, ist der Supercharger jetzt sauer auf mich und meckert, dass ich bitte eine Bezahlmethode „in meinem Tesla-Konto“ hinterlege.

Laut Autovermietung ein Fehler, den sie sich auch nicht erklären können.

Ich hab also gestern die Supercharging-Funktion am Leihwagen kaputt bekommen. Awesome.

(Und jetzt im Bett mich selbst superchargen. Ich bin so müde, ich schlafe gleich beim Tippen ein.)

Tag 1859 – Superschweinchen.

Flausch am Schweinehimmel, sehen Sie hier drei verängstigte Schweinchen, die grad gründlich durchgecheckt, gewogen und pedikürt wurden und das alles überhaupt nicht lustig finden, außerdem ist der Untergrund auf der Holzbank zu glatt und überhaupt nur deshalb sind sie da sitzen geblieben, für die jeweils 15-30 Sekunden, die es dauerte ein Bild zu machen. Mir ist aber neulich aufgefallen, dass ich kaum Fotos von Muffin am Anfang habe, und wie wir ja alle wissen [setzt Inspektørhut auf] sind Bilder eine gute Dokumentation. Jetzt habe ich halt kaum Vergleich, aber Muffin hat sich optisch mindestens verdoppelt, was auch an den Fellmassen liegt, die er sich hat wachsen lassen. Ich hätte anfangs echt nicht gedacht, dass er ein langhaariges Meerschwein ist.

Marshmallow, 1248 g (+120 g seit Ende Juni)
Pølse, 1231 g (+ 110 g seit Ende Juni)
Muffin, 1210 g (+ 360 g seit Mitte Mai)
Der Fellblob von oben.

Jetzt wird, nach Rückkehr in die vertraute Kiste, Salat geschnurpst und ich bin sehr zufrieden, weil ich nichts zu beanstanden habe, mit Ausnahme von Muffins nach wie vor verstopfter Talgdrüse, die ihn aber nicht weiter zu belasten scheint. Aber keinerlei Verletzungen, keine Schuppen (die ich nach den Milbenepisoden sehr argwöhnisch betrachte, auch ohne Kratzen) und das ganze Fell ist ganz weich. Hach!

Tag 1858 – Schlafiplanung.

Ich sag heute bis zum späten Abend (als ich meine schnelle Spazierrunde startete) keinen Grund, mir etwas anderes anzuziehen als meinen Schlafanzug. Yeah, faul sein, bzw. Yeah, zu Hause herumrödeln. Bügeln, Aufräumen, Schlafzimmereinrichtung planen. Es wird schwierig, natürlich, sonst wär’s ja einfach. Wir werden aber ganz ernsthaft unseren kompletten Schrank durch-Marie-Kondo-en, auf dass wir alles stehend in Schubladen haben und nicht mehr so schrecklich viel Platz verschwenden, wie wir es jetzt tun.

Herr Rabe und ich können übrigens ganz toll zusammen planen und so gab es fruchtbare Diskussionen zu den Themen „An dem Punkt war ich schon fünf mal“ und „Du machst immer alles gleichzeitig“. Aber jetzt sind wir uns sowas wie einig. Denke ich. Vielleicht.

Dafür habe ich auch eigentlich schon keine Lust mehr auf Umbauen.

Tag 1857 – Hjemme.

Michel hat ja einen neuen Kumpel, E. E. ist auch im Sport-Hort und E. wohnt literally 3 Häuser weiter. E. ist ein Jahr älter als Michel und hat eine große Schwester „die ist aber eigentlich wie eine kleine Schwester, weil die hat Downs“. E.s Papa wohnt auch in der Nähe, aber nicht mit der Mama zusammen.

E. geht hier inzwischen ein und aus. Für uns kein großes Ding, der ist ein umgänglicher Typ, vielleicht etwas sehr gesprächig, aber das ist Michel ja auch. Gemeinsam reden die dann ohne Unterlass, das ist schon manchmal ein bisschen anstrengend, aber besser vollgelabert als angeschrien werden.

Heute hatte E. seine Mutter belabert, dass Michel bei ihm schlafen darf. Michel war, hmm, verhalten begeistert. Also er wollte schon, packte auch seine Sachen, hätte aber zum Beispiel fast Bunti vergessen, sein aktuelles Lieblings-Kuscheltier, einen riesigen Hund mit bunten Applikationen. E. war aber ganz begeistert und ich kenne ja mein Kind: der sagt nicht „du, eigentlich hab ich ein bisschen Schiss“. Denn das letzte Mal, dass er woanders übernachtet hat, war bei H. in Trondheim, als wir noch da wohnten. Das ist eine ziemlich lange Weile her.

Ich brachte Michel und E. zu E. nach Hause, weil ich auch ganz gerne die Nummer von E.s Mutter haben wollte, die hatte ich nämlich bisher noch nicht kennen gelernt. E. fand das zwar übertrieben, aber das ist mir ja wurscht und Michel schien mir etwas seltsam, da dachte ich, es ist eh besser, wenn ich ihn bringe. Auf dem Weg (ca. 150 Meter) wurde Michel immer kleiner und stiller und als E. kurz vorm Haus abbog, um seinen Roller in den Schuppen zu räumen, kniete ich mich vor Michel hin und sagte, er müsse nicht übernachten, wenn er nicht will. Michel drückte sein Gesicht in Bunti und murmelte was von „vielleicht“ und da ging schon die Tür auf und E. bat uns herein. Michel versteckte sich hinter mir und ich begrüßte erst mal die Mutter von E., die sehr nett war. Ich sagte ihr, dass Michel ziemlich lange nicht bei anderen übernachtet hat und vielleicht lieber zu Hause schlafen will. G. (die Mutter) sagte, das sei gar kein Problem, die Jungs könnten auch einfach Pizza essen und einen Film gucken und dann könnte Michel auch nach Hause wenn er möchte, überhaupt kein Problem. Ich machte mit Michel ab, dass ich ihn in einer halben Stunde anrufen würde, um zu hören, wie es läuft. Das fand Michel ok.

Das erste Telefonat war ungefähr so:

Norwegische Schreiblern-Schrift verstehen ist für Fortgeschrittene.

Ich rief an, fragte wie es läuft, „ein bisschen gut“, und ob er bleiben will, „vielleicht“. Wir machten wieder ein Telefonat nach 30 Minuten ab.

Zweites Telefonat. „Es ist ein bisschen gut. Die Pizza machen die leckerer als ihr!“. Wieder auf die Frage, ob er bleiben will „vielleicht“, wieder Telefonat nach 30 Minuten.

Ich rief an „hmm?“ „wie geht es?“ „ein bisschen gut“ „sollen wir es so machen, dass du mich beim nächsten mal anrufst?“ „ok“.

Es dauerte keine 30 Minuten, sondern eher 15, bis mein Telefon klingelte. Er würde gern nach Hause kommen um zu erzählen, wie es ist. Well, ok? Ob ich ihn abholen solle? Nein, E. und seine Mutter kämen mit.

Da standen sie also vor der Tür und G. sagte, Michel hätte wohl eine Umarmung von uns haben wollen. Michel druckste rum und daddelte auf dem Telefon (eine neue Übersprungshandlung, Yeah). Ich fragte, ob er denn noch mal zurück und dort, oder lieber zu Hause schlafen wolle. „Vielleicht“. Naja, es war halb zehn, also sagte ich, es sei jetzt doch mal langsam an der Zeit, sich zu entscheiden. G. sagte, es sei wirklich in Ordnung, Michel und E. würden sich ja auch morgen früh wieder sehen. „Vielleicht.“ sagte Michel und daddelte auf dem Handy. Ich drückte ihn und er murmelte was. „Das hab ich nicht verstanden, was hast du gesagt?“ „hjemme.“ murmelte er. Zu Hause. Dem Telefon erzählte er das.

Long story short: wir gingen noch mal mit zurück und holten Bunti und die Übernachtungssachen. Michel druckste herum und wollte nicht mit mir reden, sondern lieber die Sterne fotografieren. Im Bad beim Schlafanzug anziehen sagte ich ihm aber, dass ich das sehr tøff von ihm fand, zu sagen, dass er lieber nicht übernachten will, weil man da mutig sein muss, wenn man weiß, dass das den Freund vielleicht enttäuscht. Und dass wir das gerne noch mal probieren können, vielleicht, wenn Michel auch E.s Mama besser kennt?

„Ich schlafe lieber bei Leuten, die ich gut kenne. Eigentlich nur bei H.“

Ach, mein Zwerg. H. ist leider wirklich weit weg. Ich bin sicher, auch E. und G. sind sehr nette, warme Menschen. Für mich musst du gar nichts machen, du bist gut, wie du bist. Und es ist wirklich mutig, zu sagen, dass man was nicht möchte. Auch nach vielen „vielleichts“.

Tag 1856 – Darf nichts spannendes erzählen.

Die einzigen interessanten Dinge, die mir heute passiert sind, unterliegen leider der Schweigepflicht. Tjanun.

Ich kann ja erzählen, dass meine Kollegin und ich uns ein bisschen zum Horst gemacht haben, weil wir beide drei Tage lang nicht gemerkt haben, dass wir von einem Dokument nur die ungeraden Seiten bekommen hatten (wahrscheinlich ein Scanfehler). Das war ein bisschen lustig, immerhin. Oder dass ich heute als „überraschend positiv“ bezeichnet wurde, das war… überraschend. Dabei bin ich doch so ein grundpositiver Mensch, ähm. Hrmhrm.

Etwas schönes habe ich auch, nämlich dass Muffin das Meerschwein nicht nur des Öfteren liegend, sondern heute das erste mal auch schlafend, mit geschlossenen Augen gesichtet wurde. Das freut mich sehr, denn das heißt, dass er sich bei uns wohl und sicher fühlt und die Rangordnungskämpfe wohl beigelegt sind. Man sieht ihm ja schon länger immer mehr an, dass es ihm gut geht, er hat jetzt so ca. doppelt so viel Fell wie als er zu uns kam. Vor allem sieht das Fell auch gesund aus, es glänzt und die Schuppen sind verschwunden. Dazu hat er ordentlich an Gewicht zugelegt und ist jetzt so schwer wie die Ladies (wirkt aber wegen des vielen Fells viel massiver). Dass er nur 850 g wog, als er hier einzog, macht mich nachträglich immer noch traurig.

Ich hoffe an der Schweinefront bleibt alles eine Weile so flauschig wie es grade ist.

Tag 1855 – Internetliebe, die Weißauchnichtwas-te.

Frau Wunnibar hat das heute schon ganz wunderbar verbloggt, wie toll die Twitterkneipe ist. Ich liebe sie ebenfalls sehr, hab ich ja auch schon öfter geschrieben, es ist einfach eine wunderbare Ablenkung von dem Abfuck, der 2020 bisher ist. Ich mag auch ganz besonders, dass in der Kneipe so viele verschiedene Leute sind, die mir vor allem im echten Leben wohl nie über den Weg laufen würden. Manche kenne ich schon länger aus dem Internet, andere habe ich in der Kneipe erst kennengelernt, alle mag ich gern. Hach!

Jetzt ist es aber so, dass einer von uns Hilfe braucht, und zwar finanzieller Art. Bei Nils ist nämlich die Heizung kaputt und Nils samt Familie haben es zur Zeit kalt. Noch nicht sooooo kalt, aber der Herbst kommt ja auch erst noch, deshalb wäre es eben schon schön, wenn dann zum Herbst eine funktionierende Heizung installiert wäre. Wie die meisten von uns hat aber auch Nils‘ Familie nicht mal eben etwa 20.000 € herumliegen (21.600 € um genau zu sein.). Um Nils‘ Familie zu entlasten hat Little B. deshalb einen Moneypool eingerichtet und es wäre schön, wenn wir damit ein bisschen helfen könnten. Wenn Sie da ein bisschen was übrig haben, freut sich Nils und die Twitterkneipe freut sich mit.

Mir hat das Internet auch geholfen, als es an Geld haperte, ich möchte gerne zurückgeben, jetzt wo es geht.

Machen wir das erste viertel voll!

(Achtung, ganz schlechter Witz: machen wir Nils Feuer unterm Hintern!)