Tag 2515 und 2516 – Rödel-Pfingsten.

Gestern bin ich eingeschlafen, bevor ich zum Bloggen kam.

Pfingsten werden in diesem hochkristlichen (das war Ironie) Land die Bürgersteige hochgeklappt. Darauf sind wir schon ein paar mal reingefallen, trotzdem war ich gestern überrascht, als Herr Rabe schrieb, die Läden machen um vier zu. Wir machten deshalb alle Einkäufe vor vier, was etwas herausfordern war.

Dieses Pfingsten wird hier im hochkristlichen (das war Ironie) Haushalt gerödelt. Gestern zogen erst mal die Schweinchen nach draußen. Weil wir immer noch kein Drittschwein aufgetrieben haben, muss Michel den zweien so lange Gesellschaft leisten.

Das war natürlich Quatsch. Er hat sich da irgendwie mit rein gelegt. Die Schweinchen waren eh nicht zu sehen, die waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich vor all dem Platz und den ungewohnten Geräuschen zu fürchten.

Natürlich haben wir den Deckel noch festgeschraubt, eine Trinkflasche angebracht und eine Treppe vors Haus gelegt.

Weiteres Wochenendgerödel: Gartenarbeit, Schnecken sauber machen, Rasen mähen, Kinderklamotten (aus-)sortieren, Sommersachen in den Schrank räumen, Fenster putzen. Vorher Fensterkreuze entfernen. Sich darüber freuen, dass es ohne die Kreuze wesentlich heller ist.

Und Grillen, weil endlich ein neuer Gasschlauch für den Grill beschafft wurde und es auch genug geregnet hat, dass Grillen wieder erlaubt ist (solange man es nicht auf dem offenen Feuer im Wald tut).

Tag 2502 – Plantschen.

Pippi hatte von gestern auf heute das erste mal Übernachtungsbesuch, nämlich das eine Nachbarsmädchen. Da wurde sehr viel gequatscht und gekichert und es gab einen Film und Popcorn und bis alle schliefen war es elf, aber das muss ja irgendwie auch so. Das Nachbarsmädchen ist eine sehr angenehme Hausgästin. Und so schnell war Pippis Zimmer noch nie aufgeräumt, wie nach der Ansage „Wenn L. hier schlafen soll, muss da aber aufgeräumt sein!“.

Heute Morgen beim Frühstück erbettelten die Kinder sich dann Schwimmen. Also in erster Linie unsere eigenen Kinder, aber das Besuchskind fragte, ob sie auch mitkommen kann. Ich fragte, ob sie schwimmen könne, ja klar sagte sie, also durfte sie von uns aus mitkommen. Pippi kann nicht schwimmen und Michel kann grad so gut schwimmen, dass man nicht mehr permanent Angst haben muss, dass er absäuft, sobald man kurz den Blick von ihm abwendet. (Dass er inzwischen überhaupt so gut schwimmen kann verdanken wir der Schule und dem eisernen Willen dieses Kindes, das das unbedingt wollte.) Da können wir nicht noch die Verantwortung für weitere Nichtschwimmerkinder übernehmen. Aber das Nachbarsmädchen kann schwimmen, ziemlich gut sogar, und durfte auch von ihren Eltern aus mit (und dann gab es noch einen Eklat, weil das andere Nachbarsmädchen mitbekommen hatte, dass wir schwimmen gehen wollen, und quasi schon dabei war, ihre Sachen zu packen, aber die kann eben nicht schwimmen und auch ihre Eltern hielten das für gar keine gute Idee). Und siehe da: Pippi kann fast schwimmen, also sie treibt sehr schön im Wasser, kommt auch gut voran, sie muss nur noch lernen, den Kopf zu heben. Aber schnauzeln Schnorcheln geht super. Die Mädels pendelten zwischen Rutsche und „dem warmen Becken“ (so ein Spaß/Therapiebecken, das an einem Ende 0,90 m und am anderen 1,90 m tief ist, also eher flach), Michel pendelte zwischen Sauna, Dampfbad, Tauchbecken, 1 m-Brett und Spielgerätdingsbums (so ein aufblasbarer Hindernisparcours, der auf dem Wasser schwimmt), wir Erwachsenen pendelten den Kindern hinterher und als alle hungrig waren, fuhren wir nach Hause. Da waren die Kinder auch ziemlich im Eimer, nach wenig Schlaf und Schwimmen, und bei Pippi gab es dann ein paar Tränen, als sie sich vom Nachbarsmädchen trennen musste, aber alles in allem war es ein echt schönes Wochenende und den ersten Übernachtungsbesuch für ein Kind haben wir auch gut gemeistert, finde ich.

Tag 2380 – Ding, Ding, Ding…

Dingdidelding Ding Ding Ding Ding Ding Ding Ding.

Das ist der Anfang vom Teil der Choreo der gestern einfach mal so gar nicht geklappt hat. Ich hab mir das heute noch ein paar mal angeschaut und jetzt hoffe ich für morgen aufs beste. Es ist nicht streng rhythmisch und man kann es nicht gut zählen, sondern muss auf die Melodie tanzen, deshalb Ding Ding. Habe einen heftigen Ohrwurm davon.

Ansonsten war heute nicht viel. Ich habe sehr viele weitere Pflanzen umgetopft und bin jetzt soweit durch damit, abgesehen von den Pflanzen, die ich als Herr Rabes respektive Michels betrachte. Michel hat ja eine kleine Kakteenherde angelegt, aber in der Erde leben auch keine Erdmücken, die ist ja viel zu trocken.

Ich hab auch länger Geige gespielt. Das war schön. Abends mit Herrn Rabe auf dem Sofa abgehangen, das war auch sehr schön.

Tag 2339 – Warm.

Mein Gesicht fühlt sich sehr warm an, das kann mehrere Gründe haben. Wahrscheinlich ist, dass es an einem Samstagabendbier liegt, genossen in Fleecejacke und unter einer Sofadecke (mir war kalt, als wir uns zum Film gucken setzten). Michel wollte nämlich unbedingt mal Fluch der Karibik gucken (hatte vergessen, wie, äh, wenig subtil tiefsinnig der ist, meine Güte…). Vielleicht habe ich aber auch zu viel Sonne bekommen, wir haben nämlich die 10 Grad plus bei strahlendem Sonnenschein für einen langen Spaziergang genutzt. Im Garten kann man eh noch nichts machen, oder kaum was, es ist alles braun und tot und zu großen Teilen mit altem Schnee und Eis bedeckt. Die furchtbarste Jahreszeit, wie ich finde. Laut Kalender ist (fast) Frühling, aber bis hier tatsächlich Frühling ist, wie man sich Frühling vorstellt, mit blühenden Narzissen und Forsythien, grünen Trieben und Weidenkätzchen, gehen noch vier bis sechs Wochen ins Land. Kotzi.

Aber, wie gesagt, immerhin scheint die Sonne, da ist der tauende (und nachts wieder überfrierende), dreckige, braungraue Schneematsch und das hier und da hervorlugende braune, tote Gras schon viel besser zu ertragen.

Ansonsten wie in jedem Jahr ein Hoch auf Vitamin-D-Tabletten. Ohne würde ich zu dieser Zeit nur noch lustlos in der Ecke hängen. Mit geht’s. Und ich bilde mir auch ein, dass viel viel hilft. Nach der Schilddrüsen-OP bin ich zur Sicherheit auf 2000 IE pro Tag umgestiegen und fühle mich tatsächlich besser damit, als den „normalen“ 800. [Dies ist keine Empfehlung, nur eine Aussage, was bei mir gefühlt funktioniert! Außerdem habe ich belegt nicht optimal funktionierende Nebenschilddrüsen und mein Körper kann jede Hilfe, Kalzium zu verwerten, gebrauchen.]

Tag 2318 – Sauber!

Tagesaufgabe sämtliche Raben waschen. Erledigt!

Pippi prüfte dabei noch schnell meine Assoziationsfähigkeit. Als ich ihr nämlich wunschgemäß die Taucherbrille angereicht hatte, verlangte sie dazu auch noch „den Schnauzel“. Auf deutsch-ish, wie sie eben so spricht. Taucherbrille und ähnliche Laute brachten mich dann aber recht schnell auf den Schnorchel. Pippi schnauzelte daraufhin fröhlich in der Badewanne.

Sonderlich viel mehr war nicht, jedenfalls nichts berichtenswertes. Ukraine-Doomscrolling, aber das können Sie sicher auch alleine, das brauche ich hier nicht noch mal alles wiedergeben.

Tag 2310 und 2311 – Zwooosh! (Und Quietschschschrebbel)

Gestern bin ich abends auf dem Sofa eingeschlafen. War aber auch nicht viel los gewesen ansonsten, nur viel Arbeit.

Heute ist auch nicht so viel los gewesen. Wochenende eben. Essensplan, Einkaufen, Blumen gießen, Schweine saubermachen, Kinder baden. Ein bisschen Rumhängen und ein bisschen mehr Geige spielen. Ich mache weiter mit der Selbstfolter und übe Dinge, die ich nicht kann – Spiccato und Doppelgriffe. Nicht gleichzeitig, das ist beides schon einzeln schwer genug. Besonders Doppelgriffe sind ein einziger Schmerz im Po, weil mein kleiner Finger im Verhältnis zu den anderen Fingern ziemlich kurz ist. Das führt dazu, dass es wirklich schwierig ist, den zu greifen, ohne die höhere Nachbarsaite mit zu berühren, insbesondere wenn ich auf der Nachbarsaite den 2. Finger greifen muss. Das sind leider die Terzen, also recht gebräuchliche Intervalle. Auf der G-Saite in der 1. Lage geht’s quasi gar nicht, aber eine andere, bequemere Lage nehmen erscheint mir wie Schummeln. Manchmal mache ich es aber doch, 1-3 auf 2-4 auf D und G im schnellen Fluss klingt nämlich einfach grausam im Vergleich zu 1-3 auf 1-3. aber wie gesagt, ich übe, es wird ganz ganz langsam besser. (Ich habe zu viel „Hilary Hahn plays Bach“ gehört, selbst mit 40 Stunden Üben am Tag komme ich da nicht mehr hin. Aber die Doppelgriffe häufen sich auch in dem, was ich spielen möchte zunehmend, also muss ich da wohl durch.)

Abends haben Herr Rabe und ich Matrix – Resurrection geguckt. Matrix habe ich damals sicher mehr als 10 mal geguckt, weil der mich so beeindruckt hat. Ich war aber ja auch grad erst 14. Den 2. und 3. fand ich dann ziemlich scheiße, aber der Trailer vom neuen Film war verhältnismäßig vielversprechend und wir haben eh ein HBO-Abo. Und ich muss sagen – das war ein guter Film. Keine Spoiler, aber mir hat die Selbstironie und die Nostalgie sehr gut gefallen. Man sollte die früheren Filme aber schon kennen, sonst bleibt einem beides verborgen und dann bleibt eine komplizierte Geschichte voller Referenzen auf ein diffuses „früher“. Ein extra Herzchen kriegen die Filmemacher*Innen für die Wiederverwendung von (Teilen von) Kampfchoreografien und Drehorten aus dem 1. Teil. Da bin ich gleich wieder 14.

Tag 2390 – Wochenendroutinen.

Essensplan, Wocheneinkauf, Kinder baden (Pippi hat auch Dienstag gebadet, weil sie sich mit einem Nilpferdstempel vollgestempelt hatte – unter anderem im Gesicht), Blumen gießen, Schweinchen sauber machen. Wäsche waschen, Geige spielen, Pokémon fangen. Ein bisschen was aufwändigeres kochen, heute war es Pilzrisotto.

Eigentlich wollte Michel Harry Potter 5 gucken, aber das hatte er dann wohl doch vergessen und so schlimm finde ich das nicht, die Filme werden ja nicht weniger gruselig. Jetzt liegt er bei uns im Bett, weil der Sturm draußen an seinen Fensterläden gerüttelt hat. Und der ist ja noch so klein! Ok, 1,40 m Mensch mit langen Gräten überall, aber im Gesicht sieht er aus wie ein Baby. Und da er wohl grad in einer Traumphase ist, schläft er wie ein kleiner Hund, mit zuckenden Gliedmaßen und Gesichtskirmes. Würde mich nicht wundern, wenn er gleich lacht oder spricht, das macht er auch häufig.

So sehr ich mir wünsche, zwei Kinder zu haben, die nachts einfach in ihren Betten bleiben, manchmal ist es ja doch niedlich. (Bis ich dann um fünf komplett nassgeschwitzt aufwache, weil Michel den Körperkontakt zu mir maximiert hat und mir einfach viel zu warm ist. Oder um drei, weil mir Arme ins Gesicht geklatscht werden. Oder um sechs, weil Michel versucht, seine Füße zwischen meine Beine zu schieben. Oder oder oder.)

Tag 2383 und 2384 – Wochenende.

KW 3 ist zu Ende. Die Woche des Jahres, in der man wohl feststellt, dass es nicht so einfach wird, die guten Vorsätze durchzuhalten, und in der der Weihnachtsurlaubseffekt schon wieder verpufft ist. Das las ich jedenfalls irgendwo. Also falls Sie sich schlecht fühlen, weil sie auch nach drei Wochen Training noch keinen Marathon laufen können – grämen Sie sich nicht, Sie sind nicht allein damit.

Gestern Abend hatte ich einfach besseres zu tun als Bloggen und dann war es schon so spät und ich sehr müde und passiert war den Tag über eigentlich auch gar nichts. Außer dass Michel beim Friseur war (mit Herrn Rabe zusammen) und jetzt seine wuscheligen Locken los ist. Jetzt sieht er ganz anders aus und wir alle, inklusive ihm, müssen uns da erst noch dran gewöhnen. Was aber ein bisschen niedlich ist: jetzt kann man von hinten wieder seine lustige Ohrmuschelform erkennen.

Weil Michels Ohren ja auch ganz weich sind (das ist so ein Ding auf der männlichen Seite meiner Familie), will ich die immer gerne anfassen, aber das möchte er nicht (mehr).

Heute war auch nicht sonderlich viel mehr los. Pippi und ihre Freundin haben unerlaubter Weise mit Glitzer gespielt und jetzt glitzert das ganze Haus und alle seine Bewohner und Bewohnerinnen, wahrscheinlich inklusive Meerschweinchen, aber die haben sich im Heu in der frisch gesäuberten Kiste eingegraben. Das finden sie toll, deshalb stopfe ich ihnen an die Lieblingecken immer eine extra Handvoll lockeres Heu, da kriechen sie dann rein wie in einen Kokon und fressen um sich rum. Glitzer ist der Feind, nur getoppt von Slime. Dinge, auf die Kinder keinen Zugriff haben sollten, wenn überhaupt dann unter ununterbrochener Aufsicht. Die Schnecken glitzern nicht, die sind allesamt in Trockenruhe. Ich verstehe das sehr gut, ich würde auch lieber den ganzen Winter eingegraben verschlafen und erst wieder aufstehen, wenn es wärmer und vor allem heller wird.

Tag 2370 – Eis.

Heute gut: wir waren Eislaufen. Auf dem Fußballplatz beim Sport-Hort. Alle zusammen und alle hatten Spaß. Die Kinder haben das wundersamer Weise einfach fast ohne unser Zutun gelernt, wir müssen nur die richtige Ausrüstung stellen. Herr Rabe kann eh sehr gut Eislaufen (wir erinnern uns an die Eishockey-Ausrüstung, die aus Deutschland mitgenommen wurde, die kam nicht von ungefähr) und ich, naja, falle immerhin nicht hin. Für‘s nächste Mal merken: auch für die Erwachsenen Helme mitnehmen, Helm beim Eislaufen ist in Norwegen wie Helm beim Fahrrad fahren. Alle Kinder und die meisten Erwachsenen machen es und die anderen Erwachsenen werden strafend angeschaut. Mit Recht, mit dem Kopf auf dem Eis aufschlagen kann schnell richtig schief gehen.

Wir haben auch die Nachbarn und die Ex-Nachbarn getroffen und das war auch sehr schön, aber am besten war, beide Kinder an der frischen Luft so zufrieden zu sehen.

Tag 2306 – Ein ganz normales Wochenende.

Endlich mal wieder ein Wochenende ohne irgendein extra-Gehampel. Keine Geburtstagsfeiern, keine Kinderkonzerte, ich muss nicht mal Wäsche bügeln, weil nächste Woche irgendwas wäre. Hallelujah.

Dementsprechend gibt es vom heutigen Tag auch nicht so viel zu erzählen. Herr Rabe war beim Friseur, Pippi mit einem Freund aus dem Kindergarten im Kino (Paw Patrol) und dann noch bei ihm, Michel war mit der PS5 verwachsen und ich habe den Bankwechsel finalisiert (hoffentlich jedenfalls), generell Gelddinge betrieben, habe nach Ferienhäusern geschaut, Geige gespielt, Essen gemacht und war in der Badewanne. Und danach war immer noch genug Zeit und Kraft über, um mit Herrn Rabe eine Folge Netflix zu schauen. Wir hinken dem Trend ein paar Kilometer hinterher und schauen Squid Game. Die erste Folge auf Koreanisch mit Untertiteln, mal schauen, ob wir noch auf eine synchronisierte Version wechseln. Ich fand es übrigens nicht so schrecklich wie einige Medien es dargestellt haben – da ist Hunger Games* lesen härtere Kost (bisher). Natürlich ist es trotzdem nichts, was ich mit meinen Kindern gucken würde, aber die sind ja auch erst sechs und neun.

Damit morgen ein produktiverer Tag wird, ist jetzt aber Schlafenszeit. Nattinatt.

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*oder 95% der skandinavischen Krimis, die ich konsumiere