Tag 2370 – Eis.

Heute gut: wir waren Eislaufen. Auf dem Fußballplatz beim Sport-Hort. Alle zusammen und alle hatten Spaß. Die Kinder haben das wundersamer Weise einfach fast ohne unser Zutun gelernt, wir müssen nur die richtige Ausrüstung stellen. Herr Rabe kann eh sehr gut Eislaufen (wir erinnern uns an die Eishockey-Ausrüstung, die aus Deutschland mitgenommen wurde, die kam nicht von ungefähr) und ich, naja, falle immerhin nicht hin. Für‘s nächste Mal merken: auch für die Erwachsenen Helme mitnehmen, Helm beim Eislaufen ist in Norwegen wie Helm beim Fahrrad fahren. Alle Kinder und die meisten Erwachsenen machen es und die anderen Erwachsenen werden strafend angeschaut. Mit Recht, mit dem Kopf auf dem Eis aufschlagen kann schnell richtig schief gehen.

Wir haben auch die Nachbarn und die Ex-Nachbarn getroffen und das war auch sehr schön, aber am besten war, beide Kinder an der frischen Luft so zufrieden zu sehen.

Tag 2306 – Ein ganz normales Wochenende.

Endlich mal wieder ein Wochenende ohne irgendein extra-Gehampel. Keine Geburtstagsfeiern, keine Kinderkonzerte, ich muss nicht mal Wäsche bügeln, weil nächste Woche irgendwas wäre. Hallelujah.

Dementsprechend gibt es vom heutigen Tag auch nicht so viel zu erzählen. Herr Rabe war beim Friseur, Pippi mit einem Freund aus dem Kindergarten im Kino (Paw Patrol) und dann noch bei ihm, Michel war mit der PS5 verwachsen und ich habe den Bankwechsel finalisiert (hoffentlich jedenfalls), generell Gelddinge betrieben, habe nach Ferienhäusern geschaut, Geige gespielt, Essen gemacht und war in der Badewanne. Und danach war immer noch genug Zeit und Kraft über, um mit Herrn Rabe eine Folge Netflix zu schauen. Wir hinken dem Trend ein paar Kilometer hinterher und schauen Squid Game. Die erste Folge auf Koreanisch mit Untertiteln, mal schauen, ob wir noch auf eine synchronisierte Version wechseln. Ich fand es übrigens nicht so schrecklich wie einige Medien es dargestellt haben – da ist Hunger Games* lesen härtere Kost (bisher). Natürlich ist es trotzdem nichts, was ich mit meinen Kindern gucken würde, aber die sind ja auch erst sechs und neun.

Damit morgen ein produktiverer Tag wird, ist jetzt aber Schlafenszeit. Nattinatt.

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*oder 95% der skandinavischen Krimis, die ich konsumiere

Tag 2278 – Schon klar.

Sie erwarten hier content. Aber auch heute kann ich keinen liefern. Das spannendste berichtbare was heute passiert ist, ist, dass ich einen kompletten Ørret (Lachsforelle) gekauft habe, tiefgefroren, ohne zu schnallen, dass der noch nicht ausgenommen ist und niemals bis zum Abendessen komplett aufgetaut sein würde. Außerdem sitzt eine Lachlaus dran, ebenfalls tiefgefroren. Heute gab es dann doch Lachsfilet und morgen gibt es ørret (ohne Laus).

Lustige Anekdote des Tages: wie Michel den kompletten Fisch mit leicht übertriebenem Ausholen, gefolgt von einem lauten Klonk auf das Warentransbortband wuchtete, die Kassiererin etwas pikiert schaute und Michel trocken zu ihr sagte „Der ist schon tot“.

Tag 2250 – Feiges Huhn.

Heute bin ich zwei mal ordentlich nass geworden. Beim ersten Mal war ich mit den Kindern auf dem Bauernhof, da war alles üdüllüsch wie immer, auf dem Weg zum Acker folgten mir drei ausgebüxte Lämmer und auf dem Weg zurück ein paar Enten-Kleinkinder. Man weiß ja nie, was diese Menschen vielleicht alles so fallen lassen, ne? Während ich auf dem Acker erst frohlockend und dann fluchend Wirsing erntete (meine Güte, hat der nen dicken, harten Strunk!) fing es an zu regnen und da ich eh nichts hätte machen können, hielt ich das einfach stoisch aus. Ich war nur nicht dafür gekleidet und musste mich nachher umziehen, inklusive Schuhen und Socken.

Im Kühlschrank beim Bauernhof waren keine Eier, ich brauchte aber dringend welche, also fragte ich den Bauern, ob im Hühnerhaus wohl noch welche wären und bekam gesagt, ich solle es einfach versuchen. „Und wenn die Hühner auf den Eiern sitzen, einfach hochheben.“

Nun ja, es stellte sich heraus, dass Hühner gar nicht mal so begeistert davon sind, von ihren Eiern gehoben zu werden, wer hätte das gedacht. Genau genommen machte Huhn 1 sehr bedrohliche Geräusche, Huhn 2 versuchte nach mir zu hacken und schlug dann Alarm, woraufhin sämtliche Hühner angerannt kamen und mich gackernd beäugten, wie ich versuchte, Huhn 3 zum Aufstehen zu bewegen. Huhn 3 machte aber einen ziemlich geschafften Eindruck und war glaube ich schon ziemlich alt, da wollte ich jetzt auch nicht… naja, die Wahrheit ist, dass ich wirklich keinen Hühnerschnabel in der Hand haben will. Inzwischen war aber Huhn 2 aufgestanden (im Sitzen gackert es sich scheinbar nicht so gut) und ich fand 2 Eier, 2 weitere fand ich einfach in einer Ecke herumliegend (aber noch warm) und ein Huhn machte einen relativ gechillten Eindruck und ich hob es todesmutig von den Eiern herunter (überraschend formstabil, so ein hochgehobenes Huhn). Das waren noch mal 2 Eier, immer noch weit entfernt von 30, aber das überlasse ich echt lieber den Bauern. Für heute Abend und morgen früh reicht(e) es.

Das zweite mal wurde ich nass, als ich mit den Kindern auf dem kleinen Jahrmarkt war, der hier einmal im Jahr ist. Das hatte ich den Kindern für gutes Benehmen ausgelobt, also musste ich es halten. Es regnete immer noch, was auch seine guten Seiten hatte, zum Beispiel kein Gedränge und keine Schlangen. Aber es war eben nass, und wir am Ende auch alle. Die Kinder fanden es trotzdem total super und haben jetzt jeder ein neues, qualitativ sicher enorm hochwertiges, Kirmeskuscheltier.

Nach der frischen Luft waren die Kinder dann früh im Bett und ich hatte einen Alleineabend mit mir, das war auch mal sehr schön. Hach ja.

Vielleicht traue ich mich ja morgen noch mal, Hühner hochzuheben, dann kann ich mal wieder Apfelkuchen backen.

Tag 2140 – … und draußen schreien die Katzen (?).

Wir haben ein wenig weiter an der To-Do-Liste gearbeitet. Es hört ja einfach nie auf. Die Kinder wachsen dauernd, zu kleine Kleidung muss aussortiert werden, in verschiedene Haufen: a) Aufheben für Pippi (hauptsächlich sowas wie Jogginghosen) b) vererben an Bekannte c) Altkleidersammlung d) Müll. Japp, Müll, weil mit ner wirklich kaputten Skihose, aus der die Fütterung quillt, kann auch die Altkleidersammlung nichts tun, da kann man ja nicht mal Malervlies draus machen.

Wir sind auch den Hamstervorrat durchgegangen und haben jetzt eine laaaaange Einkaufsliste für morgen, und den festen Vorsatz, Ketchup, Saft und Nudeln besser rotieren zu lassen.

Und ich frage mich mal wieder, warum man laut norwegischen Bereitschaftsempfehlungen für drei Tage Krise ohne alles pro Person eine Packung Haferflocken haben soll. Wer soll das denn essen? Knäckebrot, makrell i tomat, Trockenobst, das verstehe ich ja noch. Aber 500 g trockene Haferflocken pro Person erscheinen mir dann doch etwas sehr viel. (Oder will man dafür sorgen, dass Leute dann auch möglichst wenig groß aufs Klo müssen?) Egal, ich bin da ordentlicher als ordentlich, wenn die Empfehlung so ist, wird das so vorgehalten. Punkt.

Die Quarantänevorräte haben wir im Grunde nie gebraucht, man kam ja immer noch an alles ran, sogar als die Geschäfte eigentlich zu hatten. Eine kleine Krise gab es, als uns im Februar (?) mal das Gas für den Wassersprudler ausging, während alle Geschäfte, wo man die Nachfüllpatronen bekommt, geschlossen hatten. Aber auch das ließ sich lösen, durch eine einfache Mail an den nächstgelegenen Europris und eine so organisierte ClickMail and Collect-Bestellung. So kamen wir auch an Heu für die Meerschweinchen, Espressobohnen und WC-Reiniger. Die letzten 2 Dinge gäbe es auch in jedem Supermarkt, aber beim Europris sind sie günstiger. Obwohl wir ihn nicht wirklich gebraucht haben, behalten wir den Quarantänevorrat zusätzlich zum Bereitschaftsvorrat, man weiß ja nie, wann die nächste Krise kommt und man aus unerfindlichen Gründen kein Roggenmehl bekommt (jetzt gerade, unveränderte Roggenmehlkrise). Es ist auch sehr angenehm, zu wissen, dass man nicht verhungern muss, wenn man zum Beispiel verpeilt, dass am Samstag vor Pfingsten die Geschäfte um vier schließen. Ähäm. Man kann dann entweder Kioskpreise für frisches Gemüse in 30 km Entfernung zahlen, oder Nudeln mit Pesto essen, oder Teigfladen backen und mit Bohnen, Tomaten und Mais füllen, oder oder oder. Alle Möglichkeiten der Welt hätte man. Rein hypothetisch natürlich.

Jetzt muss es nur noch warm werden, sodass wir das Plantschbecken aufbauen und partiell mit dem Krisenbereitschaftswasser befüllen können. Bis ca. zum 1.7. sollte das gemacht werden, dann ist das Wasser ein Jahr in dem Kanister und sollte dann langsam mal ausgetauscht werden.

So, und nun muss ich schnell schlafen und aktiv verdrängen, dass das der letzte Feiertag vor Weihnachten war.

Tag 2075 – Samstagsdinge.

Es gibt angeblich kein Bier auf Hawaii, es gibt ganz sicher aber kein Roggenmehl in Eidsvoll. Was ist da los, backen schon wieder alle Bananenbrot?

Lange geschlafen, kurz zufällig beide Kinder gleichzeitig aus dem Haus gehabt, etwas Geige gespielt, lange spazieren gegangen, lange gekneipt.

Sehr schön war’s, so insgesamt.

Jetzt Bett.

1921 – Shiny Samstag.

Unser Samstag war recht entspannt. Wir haben Pokémons und Prophecy records und ministry memos gefangen und Michel war tatsächlich den ganzen Tag über relativ zufrieden, weil er hemmungslos über Pokémon faseln konnte. Bestes Gespräch:

Michel: WHOAAA ICH HAB EIN SHINY CHARMANDER, PAPA, EIN SHINY!!!

Pippi: Michel, kannst du leise sein? Ich möchte schlafen.

Ich: Pippi, wir sind gleich da, nicht einschlafen jetzt.

Pippi: Aber Michel stört mich!

Michel: EIN SHINY CHARMANDER!

Herr Rabe: Michel redet halt die ganze Zeit mit sich selbst. Das stört schon ein bisschen.

Michel: SHINY!

Ich: Ja, das wissen wir jetzt.

Michel: SHINY CHARMANDER!

Alle: …

Michel: DAS IST WICHTIG!

Tag 1355 – Some less drama, baby.

Wochenende. Ausschlafen (für mich), Frühstück, dann fertig machen zum 7. Geburtstag der Klassenkameradin von Michel. Ich hatte angeboten zu helfen und hatte Pippi dabei, die mit dem kleinen Bruder des Geburtstagskinds spielen sollte. Diese zwei Dinge waren ein wenig inkompatibel, aber alle hatten eine gute Zeit, das ist ja das wichtigste. Es war auch wirklich nett, wenn ich auch wieder weiß, weshalb ich nicht (!!!) die ganze Klasse einladen werde.

Abends dann dem (gestern) frisch gesäten Rasen beim Wachsen zugesehen und 15 der drülfzig Aronia-Büsche mit unserem neuen, extra stabilen Spaten ausgegraben. Halleloo. Und die Narzissen (im Sonderangebot für 10 Kronen pro Pott gekauft) hab ich bewundert. Ich freue mich immer wieder über den Garten, das ist alles so schön, hach. Im Sommer müssen dann noch die Löcher im Beet voll gepflanzt werden, aber das wird kein Problem, die Ringelblumen zum Beispiel sind eigentlich schon startklar. Hach, hach, hach!

Radieschenbabies sprießen auch bereits!

Doch, ein schöner Wochenendausklang.

Tag 1277 – In den Pfützen schwimmt Benzin…

Na, Ohrwurm? Sorry, es geht ja aber einfach nicht an, dass ich damit den Tag über alleine rumlaufe.

Nachdem ich mit einer Freundin nämlich per WhatsApp über Nagellacke konferierte, hatte ich unbändige Lust, meine Fingernägel im Farbton Benzinpfütze zu lackieren. Und tadaa:

Das ist Deborah Lippmann „Wicked Game“ auf Essie „Liquorice“. Wicked Game ist ein Lila-Grüner Duochrome, sprich, je nach Licht sehen meine Fingernägel nun Metallic-Lila oder Metallic-Grün aus und ich bin sehr begeistert. Hach, hach.

Was war sonst noch? Wetter. Nachdem es seit Wochen durchgehend Minusgrade hatte und Wasser wenn überhaupt, in der letzten Woche aber massiv, gefroren vom Himmel kam, hat es gestern viel und heute ein wenig bei knapp über null Grad geregnet. Das heißt, man kann aus dem Schnee endlich mal was machen. Wenn man schon nicht Ski fahren kann… Zum Beispiel ein richtiges Iglu bauen.

Das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, ich war in der Zeit in der Küche mit Brot, Hefezopf und danach dann Abendessen (Reis mit Dal und Naan, hatten wir lange nicht und ich frage mich warum. Wahrscheinlich weil ich in der Schwangerschaft mit Pippi kein Curry und alles was in die Richtung ging mochte und wir seither generell wenig Curryartiges machen.) beschäftigt. Ganz in Ruhe. Das war auch mal sehr schön.

Nicht so ganz schön: mein Handy erkannte irgendwann heute mein Gesicht nicht mehr, ich dachte, es könnte dann eine gute Idee sein, das Betriebssystemupdate, das seit Tagen nervt, zu machen. Blöd dabei: ich weiß meine PIN nicht. Die liegt, da sie nicht hier ist, höchstwahrscheinlich bei der Arbeit. Da liegt sie natürlich gut. Nicht. Meh. Aber immerhin wird mein Gesicht wieder erkannt.