Tag 1123 – Arbeit, Arbeit.

Heute haben wir alle viel gearbeitet, außer Pippi, die war die meiste Zeit wütend und unausstehlich. Ich habe die Badezimmer geputzt, vier Maschinen Wäsche gewaschen, zwei Wäscheständer voll gehängt, eine Trocknerladung angestellt und dann war für die Badezimmerteppiche leider kein Platz mehr und die hängen jetzt überm Treppengeländer. Ich habe außerdem einen großen Topf Apfelmus gekocht, das leider im Nachgang bitter ist. Ich muss morgen, wenn es ganz ausgekühlt ist, nochmal probieren und entscheiden, ob es wirklich so schlimm ist. Bei Apfelmus bin ich ja pingelig, wenn das nicht so schmeckt wie bei Oma, find ich’s blöd. Und das hier sieht nicht mal so aus, nachdem ich versucht habe, es mit Karamell zu retten. Jetzt ist es halt Karamellfarben. Hmm.

Herr Rabe hat Pappe weggebracht, mit Michel ein Buch über Meerschweinchenhaltung aus der Bibliothek ausgeliehen, war einkaufen, hat das Auto innerlich gereinigt und war viel sehr genervt von der dauerheulenden Pippi. Da bin ich ja immer ein bisschen froh, dass ich nicht die einzige bin, die das auf die Palme bringt.

Michel hat auch gearbeitet. Gestern kam er nämlich an und meinte, ob er Geld verdienen könne, wenn er für uns was arbeitet. Nun ist unser Rasen komplett tot (da wächst sozusagen kein Gras mehr, muhahaha), die traditionelle Aufgabe für Kinderarbeit ist also raus. Ich habe ihm auch gleich gesagt, dass ich alltägliche Dinge von ihm einfach langsam erwarte, so wie Spülmaschine einräumen, Klamotten selbst in den Wäschesammler und den Schrank bringen, Tisch abwischen, etc. Aber ich fand, er könne mal das Auto saugen, das wäre eine gute Sache, da könne er auch ein bisschen sein Taschengeld mit aufstocken. Also hat Michel heute das Auto gesaugt, bis in die kleinsten Ecken und weil ich mit Herrn Rabe keinen Preis abgemacht hatte, hat er wie ich finde ziemlich gut dran verdient. Aber es ist schon ok, ich hoffe ja auch, dass er gesehen hat, wie viel Krümel und Zeug* da immer drin liegen und dann vielleicht nicht so rumkrümelt. Wäre zu hoffen. Vielleicht krümelt er jetzt auch extra, damit er öfter saugen kann.

Schön war heute, mit meiner Tante und vorher auch mit meiner Mutter zu telefonieren und mich über die Situation auf der Arbeit auszuheulen. Da ist ja alles so absurd, allein heute hat mein Chef einen abgesprochenen Telefontermin mit einem Professor, mit dem er eigentlich gern kooperieren würde** einfach nicht eingehalten. Professionalität ist nicht so seins. Mal sehen, wer daran nun wieder schuld war.

Morgen werde ich weiter an meinem Mini-Gewächshaus bauen, das hat mich heute einiges an Nerven gekostet. Ich hab es auch nur deshalb nicht „Verf*cktes Scheißdrecksding“ genannt, weil Michel ganz eifrig zu helfen daneben stand. Es war auch gut, dass er da stand, weil mir sonst das ganze Alu-Glas-Konstrukt vermutlich auseinandergefallen wäre. Und nein, das ist nicht von Ikea, ich glaube, bei Ikea hätte ich mich lange nicht so aufgeregt, die machen wenigstens verständliche, komplette und sinnvolle Anleitungen.

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*Unser Auto ist, für eine Familie mit zwei noch recht kleinen Kindern, eigentlich immer erstaunlich sauber. Weil mich und auch Herrn Rabe auch leichtes Chaos im Auto schon sehr schnell stört. Zum Beispiel liegt im Kofferraum nur, was wir wirklich auf der Fahrt brauchen, sowie eine Not-Einkaufstüte. Ich bin da echt pingelig, bei meinem Auto.

**was schon allein deshalb einigermaßen lächerlich ist, weil wir einfach nichts, aber auch wirklich gar nichts, zu bieten haben.

Tag 844 – Shopping.

Heute war unsere To-Do-Liste relativ lang, aber hauptsächlich mit Einkaufsplänen. Michel ist nämlich aus allen seinen Pullis rausgewachsen, außer aus der Wollunterwäsche, die er aber grad wegen „äähhhhh, das kraaaaaaatzt!“* nicht anziehen mag. Pippi hingegen hat jede Menge Zeug für „obenrum“ aber dafür wurden die zwei „guten“ (weil dickeren) Wollleggins und alle Strumpfhosen zu kurz. Strumpfhosennachschub haben wir noch von Michel, aber die Wollunterwäsche hält echt nur ein Kindergartenkind aus, danach kann man das leider alles echt nur noch wegtun, das teure Zeug. Ich hasse es, und ich hasse es auch, das Zeug zur Lebenszeitverlängerung drölfzig mal zu flicken (immerhin kann man dafür die alten Teile wiederverwenden), aber so ist es halt. Jedenfalls zogen wir also los zum Einkaufszentrum und stellten als erstes fest, das der Lindex da zu gemacht hat, sonst meine liebste Quelle für Kinderkleidung (und BHs!), weil preislich ähnlich wie H&M, aber qualitativ deutlich besser. Kommt nicht an Polarn o‘ Pyret ran, auch nicht an Me&I (da hatten wir mal ein paar Sachen in einer „geerbten“ Kiste und die waren alle ausnahmslos toll, aber dieses Tupperwareprinzip geht mir so dermaßen gegen den Strich, da bin ich leider raus), aber wer kann sich das schon für die ganze Kindergarderobe leisten? Ich kaufe sehr gern und viel im Sale bei Polarn und verschenke da auch gern Sachen von, weil die wirklich hübsche und hochwertige Kinderkleidung haben, aber jeder Pulli 35€, das ist einfach nicht drin. Oder, doch, wäre es natürlich schon, wir müssten dann nur an was anderem sparen, Essen oder so. Also, langer Rede kurzer Sinn: Herr Rabe kaufte Michel einen Pulli bei Polarn, Herr Rabe ist viel großzügiger als ich. Und Pippi bekam eine Strumpfhose, die ihr dann nächstes Jahr irgendwann passen dürfte, aber so ist das da: die Größenangaben beziehen sich eher auf riesige norwegische Sverres und Ingvilds, als auf meine „voll im deutschen Durchschnitt“-Kinder. Dass Pippi da beschloss, ihre Windel vollzukacken, nutzte ich um alleine zu Coop Obs zu gehen, Windeln und für Pippi die neuen Woll-Leggins kaufen. Bonus: als ich an der Kasse stand, bezahlte vor mir eine Dame einen riesigen Teddybär. Also wirklich riesig. Deutlich größer als Michel. War ich froh, dass die Kinder das nicht sahen, die hätten wir ja nie mehr davon abbringen können, auch so einen riesigen Bär haben zu wollen. Herr Rabe zockelte dann mit Pippi los, die Windel zu wechseln und ich ging mit Michel zu H&M, einmal quer durch die Mädchenabteilung zu den Jungs. Bei den Mädchen fielen mir ein paar Sachen im Vorbeigehen auf, es scheint drei Kategorien Zeug zu geben: a) glitzerrosawendepaillettenblingblingpferdchen, b) was Mama anhat, nur in klein und c) Fanware, Markus und Martinus (kennt man die außerhalb Norwegens?) sind wohl grad der letzte Schrei bei den, ähh, Fünfjährigen?. Aber darum ging es ja nicht sondern um Pullis für Michel und der war da quasi im Paradies. Erster Ständer, erster Pulli: Dinos. Zweiter Ständer: Silberner Glitzer-Triceratops-Roboter auf blauem Grund. Dass das Kind nicht vor Entzückung gekreischt hat, war echt alles. Er wollte dann gerne noch einen DRITTEN Dinopulli, den fand ich aber dann ein bisschen teuer und konnte seine Enttäuschung echt verstehen. „Mama? Aber ich stehe ja schon sehr auf Dinosaurier?“ mit Dackelblick und allem. Es war dann noch eine echt coole Sweatjacke im Angebot, im Dino-Look mit Stacheln über die Kapuze und den Rücken und jetzt haben wir auch noch gleich ein Weihnachtsgeschenk für Michels allerbesten Freund, der halt auch riesen Dino-Fan ist. Und weil mein Kind das mit dem Dackelblick perfekt beherrscht*, hat es auch so eine Jacke bekommen, weil ich aber zu zwanghaft bin, um mir irgendwas von „die Jacke ist ja so gut wie ein Pulli“ einreden zu können, gab’s noch so ein Doppelpack Basics, auf des Kindes Wunsch hin wenigstens in Dino-grün.

Jetzt sind wir hoffentlich erst mal wieder eingedeckt mit allem.

Auto-Lobhudelei: Hmmmm, schwer heut. Ich habe es geschafft, Pause zu machen und mich nicht mit Schreiben zu stressen. Außerdem sah ich echt gut aus, ich teste ja am Wochenende gern mal Make-up und heute mal meine neu erworbene Foundation von Catrice: ich bin schwer beeindruckt! Sooooo viel besser als die The Ordinary! Und dabei nicht so viel teurer. Ich muss nur noch sehen, ob meine Haut damit zurechtkommt, dass die parfümiert ist. Vielleicht muss ich mal wieder ein neues Video machen, ich hab viel neues Schminkgedöns.

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*ich bin da ja auch empfindlich und kann Schafwolle nicht direkt auf der Haut tragen, aber dieses Merinounterwäschezeug geht echt gut, das kratzt absolut gar nicht. Mimöschen.

**Pippi sieht ja, dass es bei Michel gut funktioniert mit dem Dackelblick und übt das jetzt auch fleißig, das ist aber bisher eher niedlich als erfolgreich.

Tag 367 – Zehn Minuten. 

Zehn Minuten ist der Tag noch lang. Das ist machbar. Heute war nämlich auch nicht so wirklich viel los. Ist ja auch wirklich ganz schön, wenn man am Wochenende nicht arbeiten muss. Trotz Kindern, die um halb acht auf sind, trotz Wut-Michel, der für seine Maus tausend Dinge (best of heute: Rutsche, Schwimmbrille, Schlitten) einfordert, trotz Pippi, die man jedes Mal, wenn man am Esstisch vorbei geht, von selbigem pflücken kann, trotz Bügelwäsche und diversen Maschinen, die zwar trocken aber nicht zusammengelegt sind. Alles egal, wir haben uns. Am Ende sprang sogar Pärchenzeit für uns Große raus. <3