Tag 2547 – God nok.

Ich war im Büro, um sehr viel Papier wegzuwerfen, das ich nicht einfach in die heimische Papiertonne werfen kann, weil das Betriebsgeheimnisse sind. Das gelang mir, ich fuhr mit einer sehr vollen Tasche ins Büro und mit dem Beutel zusammengeknüllt im Rucksack von dort wieder los. Ich weiß jetzt auch, dass der Schlitz an der Destruktionstonne im Werk exakt DIN A4 breit ist, also knapp zu schmal für US Letter-Format. Ich weiß ebenfalls, dass unser Scanner schlau genug ist, auf 90% der Seiten den gelben Hintergrund (die Amerikaner hatten alles auf gelbes Papier gedruckt, warum auch immer) im Scan weiß zu machen. Dass der Scanner auch A5 (meine Notizen) und doppelte Letter-Größe (Floorplan der Fabrik) problemlos scannt. Und dass ich beim nächsten mal noch rigoroser aussortieren kann, was ich mitnehme, weil das meiste halt dann doch unnötiger Kram ist, den man nie mehr anschaut. Zugeschicktes ausdrucken ist auch Blödsinn, das wusste ich vorher, hab es aber noch mal probiert mit diesem Papier und nee, das ist nichts für mich, da kann man schlechter drin suchen als in jedem pdf und einzelne Sätze oder Bilder in One Note (als, ich glaube, einzige Inspektørin im Werk bevorzuge ich das für meine nicht handschriftlichen Notizen) kopieren ist auch nicht so einfach.

Bei der Arbeit war ich auch ansonsten sehr produktiv und muss jetzt morgen „nur noch“ eineinhalb sehr dicke Kühe vom Eis schaffen, von denen eine auch noch taub, blind, lahm und überaus stur ist. Danach ist aber Urlaub.

Nach der Arbeit hatte ich, vom Papier befreit, sehr gute Laune. Ich fragte zu Hause an, ob es wohl ok sei, wenn ich mir spontan die Haare schneiden ließe. Jaja, hieß es. Also schlenderte ich so Richtung Oslo City durch Byporten (die Frisörkettenapp hatte gesagt, da sei die kürzeste Schlange und „zufällig“ kommt man da auch an einer Backstube vorbei und Backstube hat authentische Laugenstangen, Franzbrötchen und Apfeltaschen, was will eine da machen). Oh, Taschenbücher, schau an, ein neuer Jussi Adler Olsen, dachte ich, als ich an einer Buchhandlung vorbei kam. Oh, und Kastaniemannen als Buch, da brauche ich die Serie nicht schauen (traumatisiert von True Detective hier, was in Bäumen hängende Basteleien an Tatorten angeht). Oh, 40% auf alle Spiele und Puzzles. Oh, Puzzles von Lisa Aisato. Oha.

Gekauft. (Strong enough ist eine seltsame Übersetzung. Gut genug reicht doch?)
Gekauft. (In dieser Übersetzung geht der Wortwitz verloren. Den kann man aber auch schlecht erklären, es ist eine Anspielung auf „bergtatt“, was etwa „gefesselt“ oder „versunken“ heißt, inklusive der mitschwingenden nicht-ganz-Freiwilligkeit.)

Wie so jemand, der Zeit zum Puzzeln hat.

Hier, das wünsche ich mir zu Weihnachten, nicht dass es wieder heißt, ich hätte ja nichts gesagt: https://salg.aisato.no/produkt/digitaltrykk/hverdagskjaeresterhttps://salg.aisato.no/produkt/digitaltrykk/hverdagskjaerester.

Das hier „hit too close to home“:

Ist aber wahrscheinlich einfacher zu puzzeln.

Haare schneiden lassen war ich dann tatsächlich auch noch. Das ist ja bei mir eine Sache von wenigen Minuten und deshalb gehe ich gerne zur 15-Minuten-Friseurkette, einmal 9 mm an den Seiten und im Nacken, leichten Fade und oben irgendwie wieder wie ne Frisur. Duschen kann ich zu Hause, die wenigsten Friseure waschen ja überhaupt nach dem Schneiden nochmal, da brauche ich die Wascherei generell nicht. Wenn ich mal Geld beim Friseur lasse, dann gerne richtig, aber insgesamt waren die meisten der Friseurbesuche in den letzten Jahren, die eher viel Geld gekostet haben, Verschwendung. Manchmal sah ich hinterher auch eher pfiffig aus. Da lasse ich mich lieber innerhalb von 5 Minuten mit der Maschine scheren und lasse die Farbe „mausblond mit wachsendem Anteil von unpigmentiert“.

P. S. Das Parfum ist wieder da. Ganz von selbst stand es plötzlich wieder im Bad, nachdem ich den Kindern gesagt hatte, dass ich es wirklich schön fände, wenn es wieder auftauchen würde. Schon kriegen die Dinge Beine und ein Gewissen und laufen selbst zurück.

Tag 2363 – Frühling, He Who Must Not Be Named und Erkältung.

Hier ist alles grün und blüht! Für uns aus dem hohen Norden ist das höchst faszinierend, bei uns ist alles braun und tot. Ich wünschte, ich würde übertreiben, aber die norwegische Natur sieht, wenn der Schnee wegtaut, jedes Jahr aus als würde nie wieder irgendwas da wachsen. Zur gleichen Zeit sind Wiesen in Deutschland grün. Hier fängt der Raps an zu blühen, die Osterglocken und Tulpen blühen, es gibt Gänseblümchen und Butterblumen und die Bäume blühen. (Schwenk nach Norwegen, am Sonntag hatten die Erdbeeren ca. 3 grünliche Blättchen, sie leben also, schön.)

Gestern waren wir mit Pippi am Strand und Pippi ist endlich der schon seit Tagen überreife zweite obere Schneidezahn ausgefallen. Jetzt hat sie also eine beeindruckend große Zahnlücke und kann wieder essen ohne zu meckern, dass der Wackelzahn dann wehtue. Abends waren wir noch shoppen, denn manche von uns (ich) haben ihre Schlafanzüge zu Hause vergessen, andere (Herr Rabe) haben den Kindern für den englischen Frühling norwegische Winterstiefel angezogen und keine Turnschuhe eingepackt und wieder andere (Michel) haben einen enormen Jogginghosenverschleiß durch Längenwachstum und unbewusstes Friemeln und Popeln an kleinen Löchlein, die dann schnell zu riesigen Löchern werden. Danach waren Kinder und Erwachsene wieder zu spät im Bett.

Heute waren wir in einem Shop namens Oliver‘s Brighton, das kann ich sehr empfehlen, wenn man Harry Potter mag, J.K. Rowling noch (wenn auch über einige Umwege und sicherlich anteilsmäßig nicht sonderlich viel) Geld in den Hals werfen mag oder Kinder hat, die trotz aller Toleranz nur ganz wenig Verständnis dafür haben, wenn man das eigentlich überhaupt nicht mehr will.

Geheim, geheim!

Das ist ein ganz liebevoll gemachter, kleiner Shop, in dem man hochwertigen Harry Potter-Krams kaufen kann. Unter anderem gibt es Nachbildungen der Film-Zauberstäbe, und zwar allen. Schwer sind die, wie die Film-Requisiten auch, kein Plastik. Michels erste Frage an den Shop-Besitzer (Oliver) dazu (nach schlechten Erfahrungen mit einem billigeren Plastik-Stab), in astreinem Englisch: Sind die hohl innendrin? Nein, sind sie nicht, die haben einen Metallkern, da drum ist ein „Resin“ und dann sind sie handbemalt. Also falls Sie mal in Brighton sein sollten, und, sagen wir mal, Molly Weasleys oder Katie Bells Zauberstab haben wollen, buchen Sie ruhig einen Termin bei Oliver. Man kann auch Butterbeer kaufen, die Marauders Map, Death Eater Masks oder oder oder. Was das Herz begehrt. Dabei kann man außerdem Oliver treffen, was ein Anlass für sich sein dürfte.

Leider plagt uns (Herrn Rabe, Michel und mich) weiterhin die Erkältung, aber ich habe das Gefühl, es geht jetzt wieder bergauf. Michel plagt außerdem Allergie. Gut, dass ich eine halbe Apotheke dabei habe.

Morgen, allerspätestens übermorgen, muss ich mich für einen Bogen entscheiden. Zwei (die, die vom anderen Laden in der Cello-Version ankamen) hatte ich über ein Trial-Program hier her bestellt und spätestens Donnerstag muss ich die zurückschicken, wenn ich sie nicht haben will. Ich möchte die gerne mögen, aber inzwischen bilde ich mir bei allen Bögen Nebengeräusche ein, die da vermutlich gar nicht sind oder sich mit optimalisiertem Kolophonieren beheben ließen und macht nicht der eine, dass die Geige auf den höheren Saiten metallisch und schrill klingt??? Ahhhhh. Vielleicht müssen morgen wirklich Herr Rabe und die Schwägerin was dazu sagen, aber dann müssen sie ja zuhören und über das nicht-Solisten-Qualität-spiel hinweghören… ahhhhh.

Tag 1843 – Sportlich.

Kurzentschlossen haben wir heute einen weiteren Wochenendlichen Wutanfall von Michel dadurch abgewürgt, dass wir uns ins Auto geschmissen und nach Oslo gefahren sind, mit dem Ziel, Sportklamotten für quasi alle zu kaufen. Natürlich kann man das alles auch mehr in der Nähe kaufen, aber da ist man dann schnell auf die tatsächlichen Sportgeschäfte reduziert und die haben zwar tolle Fußballschuhe aber eben erst ab 500 Kronen aufwärts. In Olso gibt es aber die günstigere Sportladenkette, bei der ich auch schon eine Reihe Sport- und Freizeitschuhe für mich gekauft habe. Natürlich hat da so ein Kinderturnschuh nicht ganz die Qualität von Viking und co., aber die Fußbetten sind schon ordentlich, die Sohlen sind gut, und wenn sie ansonsten eine Saison durchhalten, bin ich zufrieden. Winterstiefel sind noch mal was anderes, da habe ich bisher keine günstigen guten gefunden. Aber Turnschuhe, Sandalen, etc… pfft.

Wie auch immer, das Konto ist jetzt leer und dafür aber der Schuhschrank voll. Herbststiefel für Michel, mit hohem Schaft, um den Knöchel zu schützen. Fußballschuhe für Michel für den Sport-Hort. Herbstschuhe für Pippi. HipHop-Schuhe für mich (klingt fancy, sind einfach nur sehr leichte Laufschuhe mit sehr flexibler Sohle).

Wenn man schon mal da ist, kann man ja auch gleich weitermachen. Also noch einen Winteranzug und eine „Turbukse“ für Pippi (so ein Norweger-Ding, gemeint sind so Outdoor-Hosen. Muss man haben. Wir haben alle eine oder mehrere.). Einen Jogginganzug für Michel. Zwei Bambus-T-Shirts, einen Sport-BH und eine Sporthose für mich (von letzterem beiden besitze ich dann jetzt zwei, welch Überschwang). Die Sporthose ist mit „Compression“ und super bequem und optisch ok, in Kombination mit dem Sport-BH könnte ich jetzt fast so Influencerinnenfotos machen, mit Hohlkreuz und angestelltem Bein, mit der Hand in den Haaren wühlend, die mähnengleich meine Hüfte… äh, naja, so ähnlich. Socken für Herrn Rabe und ein „Balalett-Kleid“ für Pippi. Gemeint ist ein Kleinmädchentraum eines rosa Trikots mit angenähtem Glitzer-tütü. Ich finds schrecklich, aber Pippi ist zufrieden und ich glaube, optisch in die Gruppe zu passen, kann ihr das Ankommen da erleichtern. Leider hatte der Laden, in dem wir auch „Balalett-Schuhe“ kaufen wollten, schon zu. Denn da kaufe ich was anständiges und eben keine Gymnastikschläppchen mit Gummisohle im Supermarkt. Das Kind wird das Tanzen schon noch lieben lernen!* Gefälligst!

Danach waren wir immens sportlich bei McDonalds essen, weil es so spät war, dass die Kinder kurz vorm Verhungern waren und die Erwachsenen eigentlich auch, nur weniger nölig dadurch.

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*Das ist ein Witz. Wegen mir muss sie das nicht, aber sie liebt es ja jetzt schon zu tanzen, nur die allererste Stunde richtiger Unterricht war nicht so der große Erfolg. Natürlich fände ich es schön, wenn eins meiner Kinder Lust auf körperlichen Ausdruck zu Musik hat, aber da muss jetzt kein Kind Spitzentanz lernen weil Mama es nie so weit gebracht hat buhuhuuuu.

Tag 1829 – Dies und das.

Ich war heute relativ viel alleine und das war schön. Erst war ich bei der Friseurin, jetzt sehe ich etwas anders aus als vorher:

Undercut und Jutebeutel…

Dann bin ich ins große Einkaufszentrum gefahren, dabei habe ich laut Musik gehört (wieder einmal eine ausgeprägte Muse-Phase bei mir, ich liebe es einfach) und im Einkaufszentrum habe ich dann außer der Dinge auf der Liste (Federmappe für Michel, Anspitzer, Trinkflasche, Socken für Michel) noch Zeug für mich gekauft, nämlich einen Arbeitsrucksack, der nett aussieht, bequeme Gurte hat und in den mein Laptop samt Lade- und sonstigem Gedöns passt:

War im Angebot. Hätte ich vielleicht auch für den eigentlichen Preis gekauft, weil ich nach sowas schon länger erfolglos gesucht habe.

und Socken und Unterhosen. Alle 5 Jahre kann eine mal neue Unterhosen kaufen, finde ich. Zum ersten Mal habe ich gleich einen ganzen Satz gekauft, obwohl die einzeln und nicht im x-Fach-Pack verkauft wurden. Über sowas preislich nicht so sehr nachdenken müssen, ist schon sehr schön und auch privilegiert, ich weiß das aus erster Hand, leider. Als nächstes kaufe ich mir dann 10-20 Paar Falke-Socken (nein, Happy Socks können nicht gegen Falke anstinken, sorry). Bis dahin müssen es die Lindex-Socken tun, aber die haben in der Qualität leider stark nachgelassen, von den zuletzt gekauften 4 Paar lebt nach nicht mal zwei Jahren nur noch eines.

Abends habe ich dann mit Herrn Rabe erst die Bude gründlich gelüftet (Hitzewelle jetzt auch bei uns, aber voll im Rahmen mit knapp unter 30 Grad und nächtlicher, deutlicher Abkühlung) und dann Pippis Geburtstagskuchen gebacken, für die Kinderparty morgen. Es wird ein Regenbogenkuchen mit… naja. Interessanten Farben. Vom Regenbogen inspiriert. Oder so.

Leberwurst und grau dürfen halt in keinem Regenbogen fehlen.

In der Form sah es schon besser aus.

Ich werde berichten, wie es fertig gebacken aussah. Von außen schon mal gut, von innen gibt es eben erst morgen.

Tag 1735 – Carona ist da.

Huiiiii das war ein aufregender Tag. Gestern habe ich Carona schon als meins angemeldet, das ging total einfach online, theoretisch jedenfalls, praktisch war die Seite sehr hakelig. Das läuft in Norwegen so: der Verkäufer stellt online bei Statens Vegvesen ein, dass das Auto einen neuen Besitzer haben soll (mich). Statens Vegvesen schickt mir eine SMS, ich logge mich auf der Webseite von Statens Vegvesen ein und dann kann ich diesen Besitzerwechsel entweder annehmen oder ablehnen. Ich habe angenommen. Der zweite Schritt ist dann die Umregistrierung, da muss der Verkäufer *für alle Autos außer reine Elektroautos* eine Gebühr überweisen und es muss eine Versicherung auf das Auto registriert sein. Letzteres geht auch automatisch, jedenfalls war meine Versicherung heute morgen schon da hinterlegt. Es musste also nur noch der Verkäufer eine Gebühr über 0 Kronen bezahlen. Den Fahrzeugschein kann ich mir dann ausdrucken, wenn ich will (kann ich auch lassen, jede*r kann anhand des Nummernschildes abfragen, auf wen das Auto zugelassen ist und wann es wieder zur Abgaskontrolle muss, hab ich sogar schon mal gemacht, das geht per SMS) und den Fahrzeugbrief bekomme ich von Statens Vegvesen zugeschickt. Vom Händler bekam ich einen vorläufigen Fahrzeugbrief ausgedruckt. Die Nummernschilder sind einfach die alten von der Vorbesitzerin. So einfach kann all das gehen!

Vor der ganzen Umregistriererei war aber noch eine kleine Probefahrt (japp. Fährt.) und ziemlich viel Bankgehampel angesagt, meine Nerven, ey. Beleg, dass ich den Kreditvertrag auch unterschrieben hab, Ja, ähhh, wenn man halt alles immer nur elektronisch unterschreibt… und dann war unser Eigenkapital noch von einer Bank zur anderen im Äther unterwegs, das braucht ja dann auch keiner. Und dann das Ummelden nochmal rückwärts für den Prius.

Nunja. Jetzt ist sie jedenfalls da. Sie ist ganz wunderschön und ich freue mich wie ein kleines Kind.

Hat mehr Batterie als mein Habdy.
Tschüss, Prius. Es war eine gute Zeit.
Ich bin dann auch noch gefahren, konnte aber derweil schlecht Fotos machen.
Zu Hause <3

Wir haben Carona dann erst mal mit unserem WLAN bekannt gemacht und fast eine Stunde Updates gemacht, die Arme hatte seit geraumer Zeit keine bekommen.

Wir haben jetzt also ein Auto, das kein Benzin verbraucht aber dafür Updates machen muss. Hihi. Endlich standesgemäß rumnerden.

Tag 1730 – Bämm.

Wir haben heute ein Auto gekauft. Einfach so. Es war ein wirklich gutes Angebot, und es ist rot. Es hat sieben Sitze. Es fährt von selbst und es ist erst ein Jahr alt und überhaupt, es ist rot!

Wir sind jetzt Mitglied im Tesla Owners Club Norwegen und in der norwegischen Elektroautovereinigung.

Ich muss noch ein bisschen atmen, plötzlich ist man noch mal um ein Stück Schulden reicher. Ein bisschen fühle ich mich auch wie eine Corona-Profiteurin, weil grad echt viele dieser Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind, deren Besitzer*innen sich die Rate nicht mehr leisten können. Dann kann man ein Schnäppchen machen (ok, bei den Größenordnungen von Schnäppchen zu reden ist absurd).

Jetzt noch Finanzierung und Versicherung klar machen (Versicherungspreise lassen mich grade ein bisschen mit den Ohren schlackern) und dann können wir es nächste Woche holen.

Hat noch keinen Namen.

Ja, die Frunk-Haube steht ein bisschen auf. Weil da drunter die 12V-Batterie ist, die Licht und Einbruchsicherung und so versorgt. Der Händler hat die aus Versehen tiefenentladen und da ging sie kaputt. Da hat er sie getauscht. Der Händler ist keine zertifizierte Tesla-Werkstatt und deshalb weigert sich das Auto jetzt, zu fahren. Ich stelle mir das so vor wie wenn man in den HP-Drucker ne billige Patrone steckt.

Ja, das bedeutet, wir haben ein Auto gekauft, ohne es Probe zu fahren.

Aber dafür ist es halt rot!

(Keine Sorge. Wir haben in den Vertrag reinschreiben lassen, dass der Service, der laut des Autos tausend blinkenden Anzeigen durchgeführt werden soll, noch gemacht wird und dass alle Fehlermeldungen behoben werden müssen. Geld ist noch keins geflossen und das Auto hat noch vier Jahre volle Garantie. Aber ja, ein bisschen irre ist das schon, ein Auto anzugucken und vom Fleck weg zu kaufen. Würde ja sagen „typisch wir“ aber das sind eher so die seltenen Ausreißer in unserem spießigen und geordneten Kleinstadt-Leben. Ein bisschen fühlt es sich an, wie als wir damals den Bulli gekauft haben. Nur dass wir in dem immerhin einmal um den Block getuckert sind, bevor wir ihn mitnahmen. Hachja.)

Tag 1425 – Sehenswürdigkeiten.

Also, ich fühle mich ein wenig schlecht deswegen, aber wir haben meinem Bruder heute das supersexy Käsebrot Einkaufszentrum in der nächsten größeren Stadt gezeigt. Da kann man immerhin Pokémon fangen Foundables befreien. An sich finde ich Einkaufsbummel in den Ferien ja schön, weil man dann die Muße hat, aber mit zwei überdrehten Quatschnasen am Bein die Verkäuferin davon überzeugen, dass ich echt nur drei Jogginghosen habe und deshalb auch nur zwei (wegen drei-für-zwei-Angebot) bezahle und ganz sicher nicht vier, das ist dann nicht so schön. Für sowas hätte ich lieber keine Kinder dabei, dann geht das auch dreimal schneller. Aber dann würde Michel auch kein Damenfußballnationalmannschaftstrikot haben wollen, das wäre natürlich zu bedenken. Wie dem auch sei: das shoppen muss mal aufhören, die Kinder haben nun alles und noch mehr. Ok, ne Trinkflasche für Michel und Brotdosen für beide, das noch. Dann ist aber echt mal gut!

Und morgen dann vielleicht mehr Sightseeing. Oder Naturseeing. Was anderes als Shoppingcenterseeing jedenfalls.

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Muss darüber nachdenken, dass Leute unser Familienleben als abschreckend empfinden. Kinder haben sei ja voll anstrengend. Hmmhmmhmm.

Ich lieb meine Kinder ja, aber grundsätzlich finde ich, es muss echt nicht jeder welche kriegen. Genau genommen kann ich vom Kinderkriegen aus vielen Gründen rational gesehen nur abraten und das einzige Argument pro Kinder ist so diffuses „wollte ich halt irgendwie“.

Ich würd gern weniger Sorgen haben. Zum Beispiel darum, ob meine Kinder nen Schaden kriegen, wenn ich so übers Kinderhaben rede. Dabei sind die doch das allerwertvollste, was ich hab. Weshalb ich mir ja dauernd Sorgen mache. Gnah.

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Muss im Urlaub:

  • Mehr Trinken
  • Mich mehr bewegen
  • Mehr allein sein
  • Mehr schlafen

Das werde ich nächste Woche alles mal angehen. Mit mehr Trinken (Wasser! Und kalten Pfefferminztee) hab ich schon angefangen, das lässt sich ja recht einfach in die normalen Abläufe integrieren.

Tag 1423 – Ferientag 4.

Leichter Koller heute. 12 Stunden lang für beide Kinder im Grunde allein zuständig zu sein, schlaucht ganz schön. Weiß nicht, wie ich das finden soll, ich würd ja gern entspannen, aber so richtig will keine Entspannung aufkommen, wenn ich um sechs von Herrn Rabes Wecker und um sieben von dessen Tochter geweckt werde. Hrmpf.

Heute zwei Ausflüge getätigt, wider dem Koller oder so. Nämlich zum Bauernhof um, äh, Würstchen zu kaufen.

Da dieses Lamm mit der Flasche aufgezogen wird, ist es eher so ein Hündchen und wird vermutlich auch eher kein Würstchen.

Das war alles sehr idyllisch, dieses Jahr wächst und gedeiht alles auf dem Bauernhof, nur die Himbeeren, die leiden noch ein bisschen nach unter dem Dürresommer 2018, die sollten wohl ca. doppelt so hoch sein, wie sie sind. Hängen aber voller Beeren, also meckern auf halbhohem Niveau.

Von dort aus liefen mein Bruder und seine Freundin in den Ort (und verfransten sich, ich fühle mich ein bisschen schuldig), ich fuhr mit den Kindern zu IKEA. Am Gästebett ist eine Latte gebrochen, für meine drülfzig Natures (huiii Luxusproblem) sind mir die Zeitschriftensammler ausgegangen, im Flur sind schon wieder die Glühbirnen kaputt und so generell kann man da ja schnell mal nen halben Tag rumbringen, zumal einen, an dem nur 13 Grad sind und alle deshalb meckerig drauf sind. Im Auto schlief Pippi ein und war danach mies drauf, was sich erst mit der Aussicht auf Småland änderte. Da blieben dann auch beide Kinder, sodass ich es tatsächlich schaffte, alles einzukaufen was ich wollte, plus dies und jenes an Gedön – die Muße fehlt sonst oft. Jetzt haben wir zum Beispiel endlich wieder zwei heile (!) Knirpse im Haushalt. Sogar Bettwäsche kaufte ich, aus der Fundgrube. Fast wie früher, ohne Kinder.

Eine Stunde Rückfahrt später dann leckeres Abendbrot. Wir haben zum ersten Mal die einigermaßen gehypten Burger-Patties von Beyond Meat ausprobiert und ich muss sagen, das war sehr lecker. Schmeckt wie Fleisch, das muss man natürlich mögen, die Optik ist auch fast so, die Haptik auch und man kann es so braten, dass es innen rosa und saftig bleibt. Für mich definitiv geeignet als Fleisch-Ersatz.

Tag 1421 – Ferientag 2.

Ach ja: keine Probezeit mehr! *Sektkorkenknallgeräusch*

Heute habe ich den Kindern Sandalen gekauft und bin dabei etwa 10 Jahre gealtert, auch mein Bruder und seine Freundin wissen jetzt etwas besser, was „10 Sack Flöhe“ bedeutet.

Abends einen kleinen Trondheim-Besuch in zwei Wochen abgekaspert und die haben da grad 10 Grad und Dauerregen, alles richtig gemacht (und weggezogen) würd ich sagen. Trotzdem freue ich mich auf M. und H. (und werauchimmer noch da sein möge.)

Und dann war da gestern noch diese lustige Sache, wie ich mal ein Radio-Interview gab. Zum Thema Ess- und Atemgeräusche. Der ganze Podcast vom DLF Nova ist hörenswert, aber wenn Sie so Podcast-Abneigungen haben, aber jetzt neugierig sind, wie ich mich anhöre: ab Minute 20:55. Ab Minute 26 mit einem der schrecklichsten Geräusche der Welt, als Bonus sozusagen.

Tag 1342 – Alna.

Michel hat heute statt Hort-Ferienbetreuung seinen Freund besucht, das war wohl sehr schön, wir bekamen nur leider ein ziemlich aufgekratzes Kind zurück, das war für uns nicht ganz so schön. Aber „wir haben Michel so gern zu Besuch, der verbreitet immer gute Laune und die Jungs spielen so schön zusammen“ hört man ja doch gern. Pippi und ich nutzten den Tag für drei Dinge:

  1. Werkzeug zurückfahren (habe die Miete für das Handschleifgerät zurückbekommen, obwohl sich herausstellte, dass wir einfach das falsche Schleifpapier hatten [aber die Typenbezeichnung auf dem Schleifpapier war die für das Gerät, das sahen auch die zwei Verkäuferinnen so] und auch den unbenutzten Beutel für das große Schleifgerät haben sie zurückgenommen)
  2. Gartencenter in Jessheim, das angeblich Holunder hat (völlig eskaliert. Habe jetzt ein neues Lieblingsgartencenter und ganz viele Tausendschön und Kräuter und Blümkes und wasweißich. Pippi hat Stiefmütterchen und Primeln ausgesucht. Holunder gibt es auch, sogar mehrere Sorten, aber der war noch nicht ausgepackt. Ich habe etwas gekauft, das aussieht wie ein Topf voll Erde, aber angeblich Rhabarber ist und Herr Rabe und ich müssen die Obstbaumdiskussion noch mal aufnehmen. Jedenfalls: bestes Gartencenter.)
  3. Terrasse streichen, Farbton „Alna“ (während Pippi im Auto schlief. Mit Sonnenhut, damit ich mir nicht den Nacken verbrenne. Ich habe genau einen der zwei Eimer für die erste Schicht gebraucht, ich glaube aber, eine zweite Schicht wird nicht ganz so viel verbrauchen, weil das Holz nicht mehr so enorm viel Farbe aufsaugt. Morgen zweite Runde, falls ich mich noch bewegen kann. Ich wage es zu bezweifeln.)

Für einen ersten Ferientag ganz schön voll.

(Ach ja: Erde hab ich auch noch organisiert, erst hieß es, sie käme dann nächsten Dienstag, das sei der erste mögliche Termin, dann riefen sie aber direkt wieder an, es sei ein Termin am Mittwoch freigeworden. Mittwoch dann also große Primelpflanzung Erdverteilung.)

Jetzt möchte ich eigentlich nur noch duschen und dann ins Bett plumpsen. Und dann bitte nicht aufwachen und Notre Dame ist komplett ausgebrannt, auch wenn ich das von den Bildern her befürchte.