Tag 1516 – Man sollte…

… so vieles. Für die PMS-Tage vorbloggen, zum Beispiel. Ich hasse alles an diesen Tagen, vor allem hasse ich, dass ich so ein Opfer meiner Hormone bin und mich null unter Kontrolle habe und alles so hasse. Dann wieder fange ich an zu heulen, weil Herr Rabe ein Lied anmacht, das ich mag, das ist so lieb und ich ärgere mich doch nur die ganze Zeit über alles, also auch ihn und die Kinder und die übervolle Maschine Wäsche, die ich gewaschen und aufgehängt habe und in der außer Socken von mir ungelogen kein einziges f*cking Kleidungsstück war, ja bin ich denn hier der Haushalts-Arsch-vom-Dienst oder was?

So ein Tag ist heute und deshalb bin ich jetzt auch im Bett und nicht unten bei Herrn Rabe, weil ich dann vielleicht Sachen sagen würde, die alle mit Beziehungstötenden Worten wie „IMMER“ und „NIE“ anfangen und die mir in drei Tagen sehr leid tun würden.

Am meisten hasse ich übrigens die Spirale, die mir in dieser Hinsicht entgegen aller Hoffnung gar nix gebracht hat und die auch ansonsten (abgesehen von der erfolgreichen Verhütung) nur mit Nebenwirkungen glänzt – zum Beispiel damit dass ich den Scheiß nun im drei-Wochen-Takt mitmachen darf. WUNDERSCHÖN, danke Merkel M*re*a.

Tag 1330 – Technik! So großartig! Alles daran!

Während ich heute morgen mit denkbar schlechter Laune (Kinder, Schlaf, Kombi daraus) im Zug saß, las ich den gestrigen Beitrag von Frau Wunnibar. Also, in Etappen tat ich das, weil die Netzdeckung zwischen Eidsvoll und Eidsvoll Verk nur so lala ist und das Internet deshalb immer etwas hakt. Und mit dem Zug-WLAN redet mein Handy ja aus irgendeinem Grund nicht. Unterbrochen von blankem Bildschirm beim Scrollen las ich also, wie großartig das alles ist, wie viel einfacher unser Leben geworden ist, weil wir immer Computer im Hosentaschenformat mit uns rumschleppen, die die vielfache Rechenpower einer der Möhren haben, auf denen wir damals Tetris und Mahjong und Lemmings spielten und über die großartige Graphik von Monkey Island völlig aus dem Häuschen gerieten.

Bei dem Artikel fiel mir siedend heiß ein, dass ich ein neues Bahnticket brauchte, und zwar ab in 30 Minuten. Ich hatte gestern schon versucht, das zu kaufen, natürlich über die App, aber da war noch meine alte Kreditkarte gespeichert, die inzwischen abgelaufen ist und irgendwie hatte es gestern meine neue Karte nicht registrieren wollen. Also versuchte ich dasselbe heute nochmal, BankID spinnt ja gerne mal rum und kriegt sich kurz drauf wieder ein.

Es klappte aber wieder nicht. Selber Fehler wie gestern, selber Fehlercode. Auch bei einer weiteren Kreditkarte. Aber es gibt ja die Möglichkeit, in der NSB-App mit Vipps zu bezahlen. Logischerweise war das der nächste Versuch. Bei Vipps war auch noch die alte Kreditkarte registriert, aber da klappte das Einlesen der neuen komischerweise problemlos, obwohl beide Systeme (also NSB und Vipps) scheinbar auf den selben Dienst zugreifen. Seltsam. Aber egal, innerlich klopfte ich mir schon auf die Schulter für diesen Workaround. „Zahlung gesendet, Vipps möchte auf die NSB App zugreifen“ zeigte es an und ich klickte auf ok auf dass mir das Ticket in die NSB App geflogen käme. Und dann passierte nichts. Kein Ticket in der NSB App. Geld aus Vipps weg, Geld laut Bank-App auch vom Konto runter, aber kein Ticket. Ich atmete sehr heftig und vielleicht sagte ich auch sowas wie „What the fuck?“ ziemlich laut da im Zug und Spotify war fertig mit Linkin Park und spielte nun Hammerhead von The Offspring, das war so fröhlich und damit in Diskrepanz zu meiner Laune, dass ich kurz davor war, das Handy einfach aus dem Zugfenster zu werfen, aber das wär ja blöd, dann hab ich kein Ticket und keine Möglichkeit, wen bei irgendwelchen Hotlines anzuschreien. Die 30 Minuten waren inzwischen auch rum, ich musste aussteigen und so machte ich einfach fluchend Screenshots von der Bezahlung in Vipps, der Bezahlung in der Bank und dem nicht-Ticket in der NSB-App und fuhr den Rest des Wegs dunkelgrau zur Arbeit.

Da kaufte ich dann zuerst ein Ticket über die Ruter-App, natürlich nachdem ich auch dort meine neue Kreditkarte registriert hatte und dann suchte ich auf der NSB-Webseite nach einer Hotlinenummer um Menschen anzuschreien, die auch nichts dafür können, dass die Uhrzeit falsch ist und die Kinder sich dauernd streiten. So eine bin ich nämlich. Schlau von den NSB-Media-Menschen ist es an dieser Stelle gewesen, den „Chat“-Button sehr groß und prominent auf der Seite anzubringen. So kotzte ich mich schriftlich aus schilderte wutschnaubend mein Problem. Die Dame sagte, da sei kein Ticket in meinem Account, wenn die Bank das Geld tatsächlich abbuche, solle ich mich morgen noch mal melden. Morgen??? Ich schnaubte noch mehr. Da plopped an meinem Arbeitsrechner ein Feld auf, ich solle mich für eine Anwendung einloggen, das wunderte mich, das hätte ich noch nie gemusst, aber ich gab mein Passwort ein und dann nochmal das richtige Passwort und dann nochmal das wirklich ganz sicher richtige Passwort und dann sagte das System, mein Account sei nun gesperrt.

Mein Arbeitsaccount, dessen Passwort ich gestern erst geändert hatte, war gesperrt, ich draußen und die NSB-Chat-Frau drinnen. Zum Glück [hier vor Ironie triefenden Tonfall vorstellen] haben wir ja unseren Support, der für solche Fälle Selbstbedienungslösungen bereit hält, die man mit Autentifizierung über drülfzig Faktoren erreicht. So hatte ich meinen Account schnell wieder entsperrt und dabei auch gleich mein Passwort noch einmal geändert, diesmal auf etwas, das sich gut schreiben statt nur gut merken lässt. Natürlich half diese Sache nicht grad beim Heben meiner Laune. Natürlich war auch, bis ich wieder drin war, die NSB-Chat-Frau mit den Worten „Meld dich sonst einfach morgen nochmal, wenn es doch abgebucht wurde.“ gegangen. Mit inzwischen ziemlichem Blutdruck machte ich mich an die Arbeit, Arbeit Arbeit, oh, Meeting, oh, Meetingergebnis ist: schreib denen eine Mail, dann kannste auch gleich im Dokumentenverwaltungssystem eine neue „Sache“ anlegen, sag Bescheid, wenn was ist, oh, oh, oh. Sache anlegen dann viel einfacher als gedacht, aber Mail schreiben eher so ein Großprojekt, meine erste Mail als Inspektørin, sozusagen, eine Mail nach draußen, mit erhobenem Zeigefinger, uiuiui. Ich hab noch nie so lange für eine fünf Zeilen lange Mail gebraucht. Ich hab aber auch noch nie von einer @behörde.no Adresse und mit „Inspektør“ unterzeichnete Mails mit erhobenen Zeigefingern drin geschrieben.

Nach dem Mittagessen dann zurück an den Rechner und eine Arbeit verrichten „für einen, der Vadda und Mudda erschlagen hat“, wie mein Opa früher sachte, Abweichungen zählen und daraus eine kleine Statistik basteln, die SOP, es ist kompliziert. Jedenfalls ca. 40 Reports aus unserem Dokumentenverwaltungssystem rausgesucht, scroll scroll, Zähl Zähl, scroll scroll, Zähl, zähl, immer so weiter, bis plötzlich „Passwort eingeben“. Was tun? Eingeben vorhin war doof, also „Abbrechen“. Oh, geht gut. Weiter gescrollt und gezählt und gescrollt und gezählt und schwupps „Account gesperrt“, aber komplett, ich kam gar nicht mehr rein.

Und da bin ich dann auch einfach nach Hause gegangen. Einfach so. Ganz ruhig. Innerlich alles kleinhackend.

Zusammenfassung: Technik, voll schön wie abhängig man sich davon gemacht hat und nun ist. Weiterhin schön, wenn sie denn funktioniert, was sie ja nie zu 100% tut, und wenn so richtig ernsthaft was nicht geht möchte ich alles einfach zerstören und allein im Wald ein elektrofreies Leben leben. Heute jedenfalls male ich mir das da im Wald als überaus befreiend und gemütlich aus. Fragt mich dann nochmal, wenn es seit Tagen nur Dreckwasser zu trinken gab.

Tag 1220 – Verschenkt.

Tja, gut dass der Tag vorbei ist. Habe nichts zu erzählen, denn ich habe im Grunde den ganzen Tag Selbstsabotage betrieben und weder Dinge, die auf meiner kilometerlangen To-Do-Liste stehen getan, noch irgendwas, das mir erfahrungsgemäß gut tut (zum Beispiel die To-Do-Liste abarbeiten) und nun werfe ich mir beides vor, sowie das, was ich als Alternaive tat: viel nichts, viel Kinder anmotzen, sehr viel „The Crown“ schauen. Großartige Serie übrigens.

In diesem Sinne: ich gehe jetzt einfach schlafen, dann ist der Tag endgültig rum. Gute Nacht

Tag 1211 – Whyyyyyy?

Eh schon kein guter Tag. PMS und fühle mich schmierig und eklig und einfach wäh und das Auge suppt nun natürlich fettige Antibiotikum-Salbe, es ist widerlich. Dann den ganzen Abend mit Herrn Rabe Regallösungen besprochen und ENDLICH einen Entschluss gefasst und dann dachte ich, komm, was soll’s, das ordere ich einfach mit Click&Collect direkt bei IKEA, dann kann ich’s morgen einfach abholen, aber dann konnte ich da mit meiner IKEA-Kreditkarte nicht bezahlen, was ich aber gerne möchte, dann musste ich alles vom Warenkorb in eine Einkaufsliste übertragen, wollte das nur abspeichern und dann ist irgendwas schief gegangen beim Einloggen und JETZT IST ALLES WEG!!! ARRRRRRRRGH!!!

Ich fluche grade gar sehr.

Außerdem kann ich den Reißverschluss meiner Stiefel weder öffnen noch schließen, weil er den Beleg gefressen hat und ich hasse einfach alles grad. So ein Scheiß.

Tag 1184 – Aber.

Heute alles eigentlich gut gewesen, trotzdem seit abends Kacklaune. Hat keinen Grund*, ist einfach so, morgen dann wieder mehr.

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Auto-Lobhudelei: etwa 500 m weit über meinen Schatten gesprungen und dieses Networking versucht, oh my, wie ich es hasse, wie ich mich dabei auch fühle wie ein Kind in Erwachsenenverkleidung, das versucht, bei der Vorstandssitzung nicht aufzufallen, herrje. Dafür ganz ok hinbekommen. Uff. Auch: Schreibtisch unter bergeweise Papier freigelegt.

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*ok, das Roggenmehl war alle, ich hab mir richtig fies in den Finger geschnitten und RuPaul hat keine rausgeschmissen, aber das sind ja alles keine richtigen Gründe.

Tag 1173 – Menno.

Ich hatte mich so aufs nach Hause kommen gefreut. Wirklich sehr. Ich dachte, wir kämen um acht hier rein, es gäbe schnell noch einen Happen zu essen, danach plumpsen die Kinder ins Bett, dank Uhrzeitumstellungstralala schlafen sie direkt ein und ab viertel vor neun hätten Herr Rabe und ich dann Feierabend und würden das Wochenende gemütlich auf dem Sofa ausklingen lassen.

So kam es aber nicht, jetzt ist es fast elf, auf dem Sofa gesessen habe ich gar nicht und Herr Rabe werkelt irgendwas unten rum. Ich bin hundemüde aber auch wütend wegen des verkorksten Abends und der undankbaren, gierigen, dauerstreitenden Kinder und hasse einfach alles.

Das geht so nicht weiter mit den Abenden. So. Wir müssen früher essen, damit die Kinder früher ins Bett kommen. Schluss, aus. Kein Gehampel mehr und noch ein Video und noch ne Folge Tralala bis es super spät ist und die Kinder vor lauter Bildschirm ganz gaga sind und meinen „Dumme Mama!“ und wütendes Schnauben als Kommunikationsform seien angemessen. Einfach nein. Und genauso muss das Gehampel beim vorm und nach dem Essen aufhören. Wenn die Kinder kurz vorm Essen halt noch diesdasjenes essen, essen sie beim Essen nix, rennen rum, stehen dauernd auf (vor allem Michel) und zumindest Pippi meint dann nach dem Zähneputzen regelmäßig, sie habe ja Hunger und könne so nicht schlafen.

ROUTINE! Ich will Routine. Ich will Feierabend, möglichst ab acht. Ja, das werden dann ein paar harte Wochen, aber ich kriege hier sonst echt zu viel.

Und das am besten Tag des Jahres, wenn endlich die Uhr wieder richtig geht. Hrmpf.