Tag 979 – Arrrrgh!!!

Wenn das kleinere Kind krank ist, ist das ja schon scheiße.

Wenn dann Herr Rabe verspricht, nicht allzu spät nach Hause zu kommen, damit ich trotzdem am Nachmittag und Abend noch lernen kann, ist das nicht so dramatisch.

Wenn dann aber das Kind um vier einschläft, zwei Stunden Mittagsschlaf macht, man selbst beim Lernen eindöst und Herr Rabe um fünf erst wiederkommt, ist das schon wieder nur noch so mittel.

Wenn Herrn Rabe dann um sechs auffällt, dass der Lachs nicht mehr für ist, muss man halt nochmal los, was, da man sich eh schon fühlte wie ein Tiger im Käfig, nicht so dramatisch ist.

Wenn man dann wiederkommt und das kleinere Kind ist wach und brüllt und ist knalleheiß und will ins Bett, ist das ziemlich scheiße.

Wenn dieses Kind dann aber trotzdem nicht schläft, ist das mega ätzend.

Wenn man dann deshalb um viertel nach sieben erst isst und um halb acht loskommt, das große Kind vom Freund abzuholen, ist es schon echt spät.

Wenn man dann um zwanzig nach acht (nachdem man neben dem Kind auf dem Fahrrad hergejoggt ist) erst mit dem Kind zu Hause ist, ist es für das Kind eigentlich schon viel zu spät und das Lernen… wird auch spät. Aber geht noch. Irgendwie.

Wenn dann aber das kleine Kind durch Nurofen wie auf Speed ist und eine geschlagene Stunde lang im Bett einen singen lässt während es an die Wand klopft und mit ihrem Buch rumspielt und Blödsinn macht, dann platzt mir irgendwann der Arsch und ich schreie, das Kind schreit, Herr Rabe muss übernehmen, ich knalle noch ein bis drei Türen und dann gehe ich ins Bett und scheiße aufs Lernen, und vielleicht ziehe ich auch einfach demnächst auf eine einsame Insel.

Tag 976 – Gut Abgehangen.

Möglicherweise habe ich mich gestern ein klitzekleines bisschen übernommen, heute ging ich jedenfalls auf allen Ebenen echt durch. Den halben Tag verbrachte ich halb dösend im Bett, den anderen halben mit schlechter Laune und dann Super Mario Odyssey* alleine auf dem Sofa, während Herr Rabe im Kino ist/war und die Kinder schlafen. Ach ja, und Pippi hat Fieber. Ich halte es nicht mehr aus.

Jetzt ins Bett, morgen hoffentlich wieder mehr.

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Auto-Lobhudelei: Sport gemacht, Haare frisch aufgesilbert, mich ansonsten zu nix gezwungen und mich ins Bett gelegt, weils mir schlecht ging.

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*Lustiger Nebeneffekt des Fitbit-Tragens: ich weiß jetzt, dass mein Puls, wenn ich zum dritten Mal den gleichen Endboss bekämpfe, auch bis auf 136 bpm geht. Demnächst kriege ich das noch als Workout angerechnet.

Tag 960 – Geplatzte Träume.

Bei beiden Schwangerschaften hab ich bis nach der 12. Woche gewartet, es Leuten zu erzählen (Ausnahme beide Male: meine jeweiligen Chefs, wegen Chemikalien/schwer heben), weil ich mit dem betroffenen Schweigen, was ich nach einer Fehlgeburt erwarten würde, nicht umgehen könnte und erst recht nicht mit Mitleid. Ich mag nicht bemitleidet werden. Das lässt mich mich schwach fühlen. (Jajaja, da „könnte man jetzt mal genauer hinschauen“, will ich aber nicht und das hier ist ja auch keine Gruppentherapie, nicht wahr?). Also bitte kein Mitleid, wenn ich jetzt sage: ich hatte mich auf eine echte Traumstelle beworben, war da sogar in die erste (Telefon-)Interviewrunde gekommen und heute haben sie abgesagt. Das tut weh, weil Traumstelle, das tut extra weh, weil mir wieder aufgegangen ist, dass es genau das ist, was ich will, und eben nichts anderes und jetzt ist es *puff* einfach geplatzt*. Solche Stellen kommen auch echt nicht oft in meinen Radarbereich. Klar, ich mache weiter, jaja, ich gebe nicht auf (vielleicht doch, aber noch nicht sofort) aber heute war Fluchen und Selbstmitleid angesagt. Warum erzähle ich Ihnen das, wenn ich doch eh kein Köpfchengetätschel haben will? Weiß ich doch auch nicht.

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Auto-Lobhudelei: am Telefon noch die Fassung gewahrt.

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* ach ja und extra bitter: beim Nachschauen im Bewerbungsportal der Firma sah ich am Montag schon, dass ich für 2 andere Stellen auf die ich mich dort beworben hatte, auch nicht mehr in Frage komme, aber auch keine Absage bekommen habe. Sowas kann ich ja eh gut haben. Meine Güte, HR-Leute: you had one job.

Tag 947 – Kleiner Tipp…

… wenn Sie mal in wenigen Tagen was wichtiges anstehen haben und es Sie eh schon viel Kraft kostet, sich davon zu überzeugen, dass das alles zeitlich und kräftemäßig hinhauen wird, dann ist die Kinder-Notaufnahme* im Krankenhaus nicht der Ort für Sie.

Wenn Sie aber eh Migräne haben und die Folien vor Ihren Augen Samba tanzen und deshalb auch weder Nähen noch Sport geht, isses eigentlich auch egal.

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Auto-Lobhudelei: nichts angezündet.

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*Nichts Schlimmes. Nur Pippis Fieber wurde dieses Mal nach drei Tagen kein Stück besser sondern schlimmer. Dazu hat sie wohl Halsschmerzen und dichte Nebenhöhlen. Also ging Herr Rabe doch mit ihr zum Arzt, da wurde ein hoher CRP gemessen und keine Streptokokken (beides völlig normal bei PFAPA) aber wegen der offensichtlichen Besiedlung mit Bakterien wollte die Ärztin trotzdem ein Antibiotikum aufschreiben. Hier gibt’s ja immer nur Penicillin ohne Geschmack, und das kotzt Pippi postwendend aus. Das sagte Herr Rabe auch und was sagte die Ärztin dazu? „Naja, dann müssen Sie heute halt noch in die Notaufnahme fahren.“

Joa. Wir probierten das also mit dem Penicillin, Pippi kotzte und dann saßen wir wirklich ewig** mit einem, später dann zwei unzufriedenen Kindern da in der Notaufnahme rum. Jetzt haben wir ein anderes Antibiotikum und ich habe starke Aggressionen gegenüber der Ärztin, die uns das alles hätte ersparen können, hätte sie einfach geglaubt, was Herr Rabe sagt.

** viereinhalb Stunden

Tag 935 – Bluse – Ich: 1:0.

Heute Nachmittag war es soweit. Bis auf die Knopfleiste hatte ich die Bluse fertig und ich zog sie voller Vorfreude an.

Sie saß wie ein Sack. Ein Sack mit Überbreite in den Schultern und obendrein noch Puffärmeln. Trutscherl ist gar kein Ausdruck für mich in dem Ding.

Und nein, ich muss nicht zwingend figurbetont gekleidet sein (auch wenn ich das eigentlich sehr mag), aber wenn ich mir schon selbst was nähe, sollte das wirklich, WIRKLICH nicht aussehen, wie zwei Nummern zu groß. Ich nehme an, dass es schlicht und einfach zwei Nummern zu groß *ist*. Ich habe aber grad nochmal nachgesehen: laut Brustweite müsste 10 genau passen, laut Taille auch. Ich habe auch wirklich die 1,5 cm Nahtzugabe verbraucht. Es gibt keine Erklärung für „hoppla, die Ärmelnähte hängen mir drei cm zu tief“, oder mein Maßband geht wirklich falsch. Jedenfalls, hier was ich alles geändert habe, nachdem ich dachte, ich sei – bis auf die Knöpfe – fertig:

  • Die Ärmel etwa vier cm nach oben versetzt, auf die „einfache“ Art, also ohne vorher auftrennen. Es ergab sich dadurch auch, dass die Ärmel jetzt nicht mehr viel zu lang sind, die Rüschen sind verschwunden und die Schulterpartie schon mal etwas schmaler.
  • Dann habe ich hinten zwei Rückenabnäher reingemacht, die direkt unter dem Schulterblatt ansetzen. So habe ich in Taillenhöhe noch mal sicher 8 cm der Weite herausgenommen.
  • Weil das immer noch nicht reichte, hab ich auch vorne noch mal zwei senkrechte Abnäher reingemacht. Noch mal 4 cm weg. Yeah! Man kann jetzt erkennen, dass ich Brüste habe.
  • Problem jetzt: unterm Arm und in der Schulterbreite ist am Rücken noch viel zu viel Stoff, der da lustige Wellen wirft, nachdem der Rest jetzt ganz gut sitzt. Da muss die Schulterpartie bis unter die Brust noch mal bis zu 6 cm schmaler werden, aber nur hinten, nicht am Ärmel!

Das Beseitigen dieser Wellen hat mich den letzten Nerv gekostet, ich habe zwischendurch viel geflucht und am Ende geheult und das Ding an die Wand geworfen und Michel hat mich gefragt, wieso ich so gestresst bin. Ich überlege, ob ich meinen Glitzerbikini aus Samba-Zeiten rauskrame und mit Rock und ohne Bluse gehe. Alternativ vielleicht die Gelegenheit, so Burlesque-Troddeln für die Nippel anzuschaffen. Jedenfalls, diese Bluse… Hass. With a cherry on top.

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Auto-Lobhudelei: aus dem Sack eine Bluse mit Wellen an den Schulterblättern gemacht, nichts angezündet.