Tag 1162 – Laune.

Morgen muss produktiver werden, denn heute Abend ist meine Laune so im Keller, dass ich von Grundschule bis Zäpfchenfabrik alles anzünden möchte. Ich werd jetzt auch nur noch schauen, ob die eine Schnecke ihr Gelege, von dem ich gestern nur drei Eier fand, fertig gelegt hat und dann werde ich ins Bett fallen und hoffentlich nicht mehr grollen weil einfach alles heute so super kacke war.

Tag 1161 – Irgendwo in Skandinavien.

Pippi und ich sind wieder zu Hause. Was gut ist, im Krankenhaus hätte ich sonst heute wen umgebracht, weil sich eine ganz schlechte Nacht, PMS und die missglückte Lieferung unseres Krams aus Deutschland ganz ungünstig auf meine Laune auswirkten. Der Spediteur kam nämlich heute *nicht* um zwölf, wie er gestern Abend (was ja auch schon totaaaaal weit im Voraus und super gut für uns planbar war) angekündigt hatte, sondern um zehn. Und dabei hatte er den Schrank, den Stuhl, den Lampenfuß und drei Umzugskartons. Drei. Es waren 13. 10 unserer Umzugskartons, nämlich

  • 6 mit Büchern
  • 2 mit CDs und
  • 2 mit Küchen- und Dekokram

sind verschollen. 7 sind angeblich in Umeå und der Spediteur meint, das seien alle, das könne gar nicht sein, dass er die anderen vielleicht in Linköping vergessen habe, wir hätten nur sieben weitere gehabt. Äh, nein, es waren 10, die stehen auf der Liste und wir haben Fotos davon und ich will verdammt noch mal meine Bücher haben. Die sieben in Umeå versehentlich ausgeladenen Kartons werden vermutlich im Dezember abgeholt, da fährt der Spediteur nämlich nach Tromsø und kommt dann ja quasi da vorbei.

Ich bin etwas sehr angesäuert. Das einzige, was mich besänftigt ist mein Schatz Schrank. (Wechselt vielleicht noch in die Küche, das müssen wir mal messen, andererseits: was soll dann da ins Wohnzimmer? Hmm.)

Der sieht so klein aus. Das Ding ist riesig. Und ich liebe es.

___

Auto-Lobhudelei: Keinen gebissen, noch nicht mal wen angeschrien, dafür immerhin versucht, wen anzurufen (der dann aber nicht dranging).

Tag 1109 – Immerhin.

Immerhin haben wir heute: Michel neue Unterhosen gekauft, den Schnecken neue Erde, uns allen etwas zu Essen, keine Mikrowelle* aber dafür Herrn Rabe eine neue Speicherkarte. Immerhin habe ich heute die Kinder** nur mehrmals angeschrien und nichts schlimmeres. Immerhin habe ich beide Toiletten geputzt und tausend Teige angesetzt.

Mehr positives gibt’s über den Tag nicht zu sagen.

___

*In einem anderen Land hätte ich längst einfach eine bestellt. Ich möchte einfach gerne eine Mikrowelle haben, und zwar keine zum Einbauen, weil die einfach das drei- bis fünffache von den normalen kosten. So, wie schwer kann das sein? Sehr schwer. Die einen können zu viel und sind deshalb zu teuer. Die anderen sind zu klein. Wieder andere zu groß. Hat jemand eine Empfehlung für eine Mikrowelle? Sie sollte auftauen können (und zwar ohne dass Teile schon gar sind, andere aber noch gefroren) und ansonsten warm machen. Ich werd da keine Kartoffeln oder ganze Hähnchen drin zubereiten, es ist eine Mikrowelle und wie haben auch einen Ofen.

** Pippi ist jetzt volle Möhre in der A-Phase. Und es ist schlimm. Sie hat heute allein drei mal mehr schreiend in Einkaufsladengängen gelegen, als Michel überhaupt bisher.

Tag 979 – Arrrrgh!!!

Wenn das kleinere Kind krank ist, ist das ja schon scheiße.

Wenn dann Herr Rabe verspricht, nicht allzu spät nach Hause zu kommen, damit ich trotzdem am Nachmittag und Abend noch lernen kann, ist das nicht so dramatisch.

Wenn dann aber das Kind um vier einschläft, zwei Stunden Mittagsschlaf macht, man selbst beim Lernen eindöst und Herr Rabe um fünf erst wiederkommt, ist das schon wieder nur noch so mittel.

Wenn Herrn Rabe dann um sechs auffällt, dass der Lachs nicht mehr für ist, muss man halt nochmal los, was, da man sich eh schon fühlte wie ein Tiger im Käfig, nicht so dramatisch ist.

Wenn man dann wiederkommt und das kleinere Kind ist wach und brüllt und ist knalleheiß und will ins Bett, ist das ziemlich scheiße.

Wenn dieses Kind dann aber trotzdem nicht schläft, ist das mega ätzend.

Wenn man dann deshalb um viertel nach sieben erst isst und um halb acht loskommt, das große Kind vom Freund abzuholen, ist es schon echt spät.

Wenn man dann um zwanzig nach acht (nachdem man neben dem Kind auf dem Fahrrad hergejoggt ist) erst mit dem Kind zu Hause ist, ist es für das Kind eigentlich schon viel zu spät und das Lernen… wird auch spät. Aber geht noch. Irgendwie.

Wenn dann aber das kleine Kind durch Nurofen wie auf Speed ist und eine geschlagene Stunde lang im Bett einen singen lässt während es an die Wand klopft und mit ihrem Buch rumspielt und Blödsinn macht, dann platzt mir irgendwann der Arsch und ich schreie, das Kind schreit, Herr Rabe muss übernehmen, ich knalle noch ein bis drei Türen und dann gehe ich ins Bett und scheiße aufs Lernen, und vielleicht ziehe ich auch einfach demnächst auf eine einsame Insel.

Tag 976 – Gut Abgehangen.

Möglicherweise habe ich mich gestern ein klitzekleines bisschen übernommen, heute ging ich jedenfalls auf allen Ebenen echt durch. Den halben Tag verbrachte ich halb dösend im Bett, den anderen halben mit schlechter Laune und dann Super Mario Odyssey* alleine auf dem Sofa, während Herr Rabe im Kino ist/war und die Kinder schlafen. Ach ja, und Pippi hat Fieber. Ich halte es nicht mehr aus.

Jetzt ins Bett, morgen hoffentlich wieder mehr.

___

Auto-Lobhudelei: Sport gemacht, Haare frisch aufgesilbert, mich ansonsten zu nix gezwungen und mich ins Bett gelegt, weils mir schlecht ging.

___

*Lustiger Nebeneffekt des Fitbit-Tragens: ich weiß jetzt, dass mein Puls, wenn ich zum dritten Mal den gleichen Endboss bekämpfe, auch bis auf 136 bpm geht. Demnächst kriege ich das noch als Workout angerechnet.

Tag 960 – Geplatzte Träume.

Bei beiden Schwangerschaften hab ich bis nach der 12. Woche gewartet, es Leuten zu erzählen (Ausnahme beide Male: meine jeweiligen Chefs, wegen Chemikalien/schwer heben), weil ich mit dem betroffenen Schweigen, was ich nach einer Fehlgeburt erwarten würde, nicht umgehen könnte und erst recht nicht mit Mitleid. Ich mag nicht bemitleidet werden. Das lässt mich mich schwach fühlen. (Jajaja, da „könnte man jetzt mal genauer hinschauen“, will ich aber nicht und das hier ist ja auch keine Gruppentherapie, nicht wahr?). Also bitte kein Mitleid, wenn ich jetzt sage: ich hatte mich auf eine echte Traumstelle beworben, war da sogar in die erste (Telefon-)Interviewrunde gekommen und heute haben sie abgesagt. Das tut weh, weil Traumstelle, das tut extra weh, weil mir wieder aufgegangen ist, dass es genau das ist, was ich will, und eben nichts anderes und jetzt ist es *puff* einfach geplatzt*. Solche Stellen kommen auch echt nicht oft in meinen Radarbereich. Klar, ich mache weiter, jaja, ich gebe nicht auf (vielleicht doch, aber noch nicht sofort) aber heute war Fluchen und Selbstmitleid angesagt. Warum erzähle ich Ihnen das, wenn ich doch eh kein Köpfchengetätschel haben will? Weiß ich doch auch nicht.

___

Auto-Lobhudelei: am Telefon noch die Fassung gewahrt.

___

* ach ja und extra bitter: beim Nachschauen im Bewerbungsportal der Firma sah ich am Montag schon, dass ich für 2 andere Stellen auf die ich mich dort beworben hatte, auch nicht mehr in Frage komme, aber auch keine Absage bekommen habe. Sowas kann ich ja eh gut haben. Meine Güte, HR-Leute: you had one job.