Tag 1380 – Dritter Tag geschafft.

Uff, ich bin durch. Nur ein kleiner Piep deshalb. Pippi hatte heute morgen nichts, hat auch ganz ok geschlafen, um zwei bekam ich eine SMS, die Punkte wären wieder da. Und sie sei müde. Aber sie wollten nur Bescheid sagen. Aha, aha, dachte ich, Oje, die Arme, habt ihr was gegessen? schrieb ich und bekam als Antwort „Ja, sie hat ganz viel gegessen!“ zurück.

So ähnlich war es heute auch bei der Arbeit, also das dumpfe Gefühl dass wir zwar „Xyz ist so nicht richtig, weil Vorschrift, Paragraph, blabla“ schreiben, aber manchmal halt als Antwort kommt „Wir haben den Lieferanten gefragt und der hat gesagt, xyz sei wohl richtig, aber zur Sicherheit haben wir xyz noch rot angemalt.“

Auto tralala lief auch ok. Klingt jetzt nicht mehr so fies, das Auto.

Abends leider Kopfschmerzen aber viel zu viel zu tun um vernünftig zu sein und um neun ins Bett zu gehen. Morgen kommt die Putzhilfe.

Morgen dann um neun ins Bett.

Haha.

Jetzt liegt Pippi auch noch auf meinem Arm. Deshalb gute Nacht.

Tag 1379 – Zweiter Tag gesch… naja rum.

Heute lieg es nicht ganz so glatt. Eigentlich gar nicht. Pippi schlief wieder schlecht (und es zeichnet sich nicht grad ab, dass diese Nacht besser wird, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, ne?) und war heute morgen dann unausstehlich. Aber was will man erwarten, wenn man das Kind weckt und das erste was es sagt ist „Ich will SCHLAFEN!!!“. Ich lieferte die Kinder trotzdem in Rekordzeit ab und erwischte den 07:30-Zug. Dann arbeitete ich bis zum Mittagessen, telefonierte erst rum, besprach mich mit den Kollegen, hatte einen Teil einer Schulung, telefonierte noch mal rum und dann rief der Kindergarten an. Pippi hätte Ausschlag. Ich solle sie abholen kommen. Das könnte ansteckend sein, vielleicht Masern??? (Neulich ist jemand mit Masern Zug nach Eidsvoll gefahren und es gab ein riesiges Trara, alle Leute in diesem Zug zu kontaktieren. Und das ist ja auch richtig so, nicht falsch verstehen.). Naja, den nächsten Zug hätte ich dann eh nicht mehr bekommen also aß ich noch Mittag mit meinen Kollegen und fuhr dann das Kind abholen. Auf dem Weg machte ich noch direkt einen Arzttermin aus. Als ich am Kindergarten ankam, war der Ausschlag schon fast ganz verschwunden und Pippi war das blühende Leben, es tut mir ja leid aber sowas pisst mich an. Das Kind hat Quaddeln (einmal Masern googeln bitte, das sieht einfach KOMPLETT anders aus) an den Armen, die nicht jucken oder brennen oder schmerzen, die sogar innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden, aber Mutti soll bitte antanzen, es KÖNNTE ja ansteckend sein. Nun gut, den Arzttermin hatte ich ja eh, also ging ich mit Pippi nach einer kleinen Pause zu Hause, in der ich meine heute eigentlich noch anstehenden Dinge teils erledigte und teils umorganisierte und verschob, hin. Und Überraschung, ich zitiere mal

  • Ausschlag der ganz spontan ohne Fieber oder sonstige Krankheitszeichen kommt und nach kurzer Zeit genauso spontan wieder verschwindet ist ziemlich sicher eine Allergie, alternativ Insektenbisse
    Windpocken und Impetigo wären die einzigen Infektionen, die zum Erscheinungsbild des Ausschlags passen würden, aber da verschwindet der Ausschlag nicht fix wieder sondern hält sich
    Andere Kinderkrankheiten (die „durchnummerierten“ im englischen Sprachgebrauch) sehen anders aus und gehen meistens in Kindergruppen crum, da wäre also mein Kind nicht das einzige im Kindergarten mit Symptomen

Wenn es bis Donnerstag schlimmer werden oder gleich bleiben sollte, sollen wir noch mal wiederkommen. Aber da war der Ausschlag schon fast weg, also fragte ich, ob „kommt und geht“ als schlimmer werden gezählt würde. Er meinte, nein, dann sei es wirklich eine Allergie und dann müssten wir austesten, wogegen sie denn nun allergisch sei, das könne von neuen Kleidern, Waschmittel, Duschgel bis irgendwas gegessen oder mit Tieren gespielt einfach erstmal alles sein.

Dann gingen wir ein Eis essen und der Ausschlag flammte wieder auf, die Arme voller Quaddeln. Also entweder war es das Eis (zwei Sorten, darin potentielle Allergene: Erdbeeren, Orangen, Mandeln, Milch, Haselnüsse, kann bestimmt auch noch Spuren von allem und Tralala enthalten), das Trinkpäckchen oder irgendwas auf dem Teppich, auf dem sich das Kind dringend wälzen musste.

Alles so schön.

Beim Sport-Hort dann erfahren, dass die Kinder morgen auf den Hof der einen Betreuerin fahren. Die hat Pferde. Die Mutter des Babysitter-Vikingers (erst dachte ich, er, aber er ist nur mittelmäßig allergisch gegen alles unter der Sonne) ist so allergisch gegen Pferde und Hunde, dass sie mal nen Herzstillstand wegen anaphylaktischem Schock hatte, weil ihr ein Hund zu nahe gekommen ist. Ihre eigenen Kinder müssen sich draußen umziehen, wenn sie mit Hunden oder Pferden Kontakt hatten. Wenn Michel also mit einem Pferd schmust, kann er nicht danach in ihr Auto. Wir haben die Problematik nun so gelöst, dass Michel einen Satz Wechselkleidung mitnimmt und nach Instruktion vom Wikinger-Babysitter sich eben umzieht, falls er mit den Pferden oder dem Hund gespielt hat. Der Hund ist so ne Fußhupe, ich denke da nie an Hund, aber man kann sicher auch gegen Rehpinscher allergisch sein, Hund ist da ja Hund.

Auch das: voll schön.

Und dann fiel mir ein, dass ja morgen das Auto repariert wird und wenn ich nicht irgendwie Remote bezahlen kann, muss ich das Auto bis vier Uhr abgeholt haben. Yeah. Aber dann setze ich mich danach eben noch eine Stunde irgendwo in ein Café und arbeite fertig, zu viel zu tun um einfach drauf zu *miep* und zu leerer Orga-Akku für heute um das grade erst geschlossene Fass „Abholung durch schrecklich allergische Menschen“ wieder aufzureißen.

Jetzt bitte nicht noch so ne schreckliche Nacht wie die letzten zwei. Soeben sagte Pippi, als ich sie ins große Bett umziehen wollte weil sie schlecht träumte und strampelte und schrie, sie wolle ganz alleine sein. Wie unterschiedlich doch meine Kinder sind.

Tag 1378 – Erster Tag geschafft.

Pippi war um viertel vor fünf wach und dann um viertel vor sieben (aka viertel vor Abfahrt) wieder total müde. Das ist nicht schön, beides. Es regt mich sogar richtig auf aber was soll man machen. Gut, das schabende und am Bettlaken rumzupfende Kind fesseln und knebeln hätte mir vielleicht die fehlende Dreiviertelstunde Schlaf gesichert, aber das kommt ja irgendwie nicht so richtig gut an. Jedenfalls hatte ich um halb acht beide Kinder samt Kram verteilt und saß im Zug, hatte aber auch die Krawatte echt auf. Dann im Zug arbeiten macht es auch nicht besser. Nunja. Der Arbeitstag war dann auch… interessant (hier Biolek-Gesicht vorstellen). Mit einem deutlichen Tief am späten Vormittag, danach ging es aber bergauf. Seit 14:08 denke ich mit einem Teil meines Hirns darüber nach, ob ich meine Telefonnummer wohl erfolgreich und verständlich auf einen Anrufbeantworter gesprochen habe. Meine Telefonnummer enthält die Nummern 7 (sprich: schüh) und 22 (sprich schüetu) direkt hintereinander und das ist echt mein Endgegner im Norwegischen, weshalb ich dazu übergegangen bin, die 7 als sühv und die 22 überbetont als chüeh-tuh auszusprechen. Aber genau wie bei meinem Namen (Rave? Raabe? Und den Vornamen vergessen wir einfach mal komplett.) scheint da die Verbindung von meinem Mund zum Ohr des Gegenübers sehr oft sehr verschlungen zu sein. Angenehm für die nächsten Wochen ist auch, dass ich mich nicht langweilen werde. Das war bis nach dem Mittagessen eine ernsthafte Befürchtung von mir. Die A-Karte ist nämlich seit heute auch abgearbeitet und weg, weg, weg!

Nachmittags dann zu Vikinger-Babysitter und aufgedrehten Kindern nach Hause gekommen, die Wäsche war noch nicht trocken, der Garten dank Regen nicht zu wässern und Kartoffeln kochen ist ja auch nicht grad mit daneben stehen verbunden, also hatte ich tatsächlich einen recht entspannten Abend, bis dann die Kinder ins Bett sollten. Die überdrehte und völlig übermüdete Pippi wollte nämlich ü-ber-haupt-gar-nicht schlafen und hampelte noch ewig rum, dann döste ich auch weg und das macht mir ja immer schlechte Laune, zumal ja noch Brotdosen gerichtet und Klamotten rausgelegt werden wollten. Also zwang ich mich aus dem Kinderbett, aber nun ist alles so weit für morgen bereit.

Ach ja: Michels Hausaufgabe war, das Märchen von Goldlöckchen und den drei Bären nachzuerzählen. Er stellte sich ungemein an, er könne das nicht und die Geschichte sei sowieso doof und wenn überhaupt würde er das lieber malen als erzählen. Und dann erzählte er murrend die Geschichte nach. Quasi wortgetreu. Nur mit mehr „und der kleine Bär so… und der große Bär so…“. Goldig. (Wenn bloß das Gemecker vorher nicht immer wär.)

Snipp snapp pute, eventyret er ute!

Tag 1377 – Nicht aufregen.

Im letzten Jahr hab ich eins* gelernt: Schreiend im Kreis rennen hilft nur ganz bedingt. Eigentlich bin ich auch nicht der Typ dafür, unter Stress kann ich sehr gut fokussieren und Dinge erledigen, aber während der Doktorarbeit und besonders der Arbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit und Ungewissheit und all dem, da gab es ja nix zu erledigen, da gab es nur schreiend im Kreis rennen. Nunja. Das ist auch Vergangenheit, Deckel drauf, danke für deinen Beitrag, wir melden uns, Tschüss. Jedenfalls: es hilft ja auch nichts. Ich könnte zum Beispiel heute im Kreis gerannt sein, weil Herr Rabe nun eine Woche auf einer Konferenz in Barcelona ist und ich hier allein mit den Kindern (und dem Babysitter) den Alltag wuppen muss. Ich möchte das gern, also im Kreis rennen und Haare raufen und verzweifeln und schreien „OH HIMMEL HILF DAS WIRD NIEMALS KLAPPEN ICH BIN DOCH SO EINE FURCHTBARE MUTTER UND KANN DAS NICHT!!!“ aber davon kommen die Kinder morgens auch nicht zur Schule und zum Kindergarten, kriegen nichts zu essen und kommen abends nicht ins Bett. Also fokussieren. Essensplan, Einkaufsbestellung, Erinnerungen für abendliches Vorbereiten des Essens für den nächsten Tag, Brotdosen fertig machen, Klamotten rauslegen. Wäsche waschen, mehr Wäsche waschen, verschiedene Eskalationsstufen der Sonnencremerandbekämpfung an weißen Herrenoberhemden**, Aufräumen, Kochen, Kinder ins Bett stecken.

Das hat heute so gut geklappt, dass ich sogar zwei Stunden im Garten werkeln konnte vor lauter Erledigungsflow. Mit Michel, Pippi streunerte in der Nachbarschaft herum. Wie Michel sagte: „Pippi kommt so schnell mit Leuten*** in Kontakt. Ich hab nicht so viele Freunde, das ist oft so bei Wissenschaftlern.“ Ach, ach. Dann säten wir, ganz wissenschaftlich, Salat im Gewächshaus und im offenen Beet aus, um zu gucken ob überhaupt wo es schneller wächst.

Nun liege ich geduscht im Bett und hoffe einfach auf das Beste. Wenn’s scheitert, dann jedenfalls nicht an der Vorbereitung.

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*ok ich hab noch sehr viel mehr gelernt, aber das wäre ein oder fünf eigene Posts

**in Größe 122 und, äh, Herr Rabes Hemdgröße halt, der wäscht ja bekanntlich solche Sachen meist selbst, aber ich war bei Michels Hemd dabei und dann mache ich Herr Rabes halt mit, dafür bügelt er dann mal wieder meine Blusen wenn’s anfällt

***anderen Dreijährigen

Tag 1376 – Duhs poäh.

Ohje ohje so spät schon. Erwartungsgemäß begann mein Tag mit Restalkohol und dem damit verbundenen Unvermögen, weiter zu schlafen. Ich döste dann aber doch noch eine Runde und am Ende waren wir dann doch alle spät dran. Wir hatten nämlich einen Termin zur Probefahrt, aber dafür wollten wir nicht allzu viele Kinder mitnehmen, deshalb brachten wir Michel zu B., der war auch noch müde von gestern, alles also wie geplant. So konnten die Jungs zusammen abhängen, Pippi konnte im Auto schlafen und ich wenigstens noch ein bisschen ausnüchtern.

Die Probefahrt war dann interessant, mal sehen, ob es tatsächlich dieses Auto wird. Pippi sagte zu mir auf mein Gemecker ob allzu fixer Beschleunigung: „Mama, du kannst das rote Auto nehmen. Papa und ich nehmen das hier und fahren schnell!“

Auf dem Rückweg bei der Pflanzschule vorbei und endlich! habe ich Holunder. Noch nicht eingepflanzt aber immerhin.

Der Rest des Tages ging müde drauf, wir machten den müden und ungehaltenen Kindern einen Film an und ich döste derweil ein bisschen. Danach gab es Pizza und dann Eurovision Song Contest mit Michel, der nicht rechtzeitig einschlafen wollte. Jetzt schläft er, aber vorher beteuerte er noch mal, dass er „die Serie mit den Männern die sich anziehen wie Frauen“ mag (RuPauls Drag Race) und Rock Musik auch. Dann hat er die Länder in seinem Tieratlas nachgeschlagen und mir Knöpfe an die Backe gelabert, dass da diese und jene Tiere wohnen und guck, das ist gar kein Gisch, was ist das, Mama? Das ist das Monster von Loch Ness. Ist das ein Dinosaurier? Ja, vielleicht, du Spatz, ich möchte das wirklich gern sehen!

Und jetzt sieht es nach den Jury-Votes so aus, als würden welche gewinnen, die ich ultimativ kacke fand. Seltsame Veranstaltung.

Tag Istdochegal – Hurra!

Hipp Hipp Hurra, es ist der 17. Mai und ich hab so dermaßen einen im Tee wie noch nie an diesem Tag. Dabei war gar nicht viel, erst Barnetog mit Schule _und_ Kindergarten und 8.000 Schritten schon morgens um 10, pølsepapir und lompe stapeln und abends halt Grillen bei der Nähmutter. Sehr köstlich das alles. Minus die Pollen, die zu zwei Duschen an einem Tag führten, die waren eklig. Sonst alles super, sogar Flagge wedeln und Marschmusik wird erträglich, wenn danach „Rostbrattwürst“ und Gin kommen.

Tag 1374 – Positiv denken.

  • Gutes Feedback zur Arschkarte bekommen
  • Ein Problem gelöst
  • Mit beiden Kindern viel gekuschelt
  • Der Rasen ist jetzt sehr gründlich gewässert
  • Vitamin D produziert
  • Wenig Kaffee getrunken

Das hat auch ne andere Seite, aber die seh ich eh dauernd, die schreibe ich jetzt hier nicht auch noch hin.