Tag 702 – „Für Papa, damit der weiß, was wir gemacht haben.“

Das sind die Hochhäuser, das zweite von rechts ist der „Stift“. Unten die klitzekleinen Leute und Autos.


Rest* bei Little B., der allerbesten Gastgeberin und Fremdenführerin und Kindträgerin, die man sich vorstellen kann. 

Hui. Aber lecker. Aber: Hui!


*Update verdächtig warmes Kind: tja. Krank halt. Fieber, etwas Husten, der sich wenn dann aber fies anhört. Überaus unleidlich, wenn das Fieber grade wieder besonders fies ist. Ließ sich mehr oder weniger schlafend durch Frankfurt tragen, was mir vermutlich noch Muskelkater bescheren wird. 

Tag 701 – Wauwia, wahhh!

Wir trafen heute – nach einem sehr ruhigen Morgen mit viel Herumgehänge und Duplo und Büchern und Pinguinlatschen (die Michel vom Midimonsieur übernimmt und so getauft hat) und latent nörgeliger Pippi – Freundin C. mitsamt Familie im Senckenbergmuseum. Und weil der Herr Rabe mir ja aufgetragen hat, viele Fotos zu machen, habe ich… zwei, auf denen nicht meine oder C.s Kinder frontal drauf sind. Tjanun. Es war jedenfalls wirklich super. 

Pinguinlatschen. Der dazugehörige Schnorchel mit Taucherbrille wurde heute Abend schon in der Badewanne ausprobiert.

Leider wurden wir dann um fünf schon fast aus dem Museum gekehrt und Pippi baute auch immer mehr ab. Die schlief dann sich verdächtig heiß anfühlend beim Essen auf meinem Schoß ein, kippte nach einem zweistündigen Nickerchen einen Becher Milch auf die Couch* und jetzt sitze ich hier schon geraume Zeit neben dem sich weiterhin verdächtig heiß anfühlenden Kind und es kann nicht einschlafen. Weggehen darf ich aber auch nicht. Aber das trübt meine total entspannte Grundstimmung jetzt auch nicht, genauso wenig wie Arbeitsemails mit „Äh, das muss Frau Rabe machen, aber die ist nicht da, schlümmschlümmschlümm…“-Inhalt. 

Doch, genau richtig gewesen, herzukommen. Auch wenn es sich vor ner Woche noch komplett bekloppt und vollständig unmöglich anfühlte. 

*Auch noch mit Ansage, aber nicht von ihr. 

Tag 592 – Kotzimausi. 

Pippis Fressphase wurde unschön beendet. Gestern Abend noch erwischten wir sie, wie sie aus dem Topf die (heißen) Kirschen, die es zum Milchreis geben sollte, mit einem Esslöffel herauslöffelte und in sich hineinfutterte, klammheimlich, während ich noch in der Küche rödelte und Herr Rabe Michel und Besuchskind zum Händewaschen überredete. Danach aß sie Milchreis und Kirschen und das freitägliche Eis zum Nachtisch. Um ca. halb elf aß ich mit ihr Banane. Um ca. zwei war mir ihr Gerödel im Bett genug und ich wollte sie Herrn Rabe aufs Auge drücken, der aber in ihr Gemecker Durst interpretierte und mit ihr in die Küche wollte. Kaum aus der Tür des Schlafzimmers musste Pippi Husten (ist mal wieder etwas erkältet) und dann brechen. Volle Lotte, über Herrn Rabe, sich selbst und den Esszimmerfußboden. Kirschkotze, ich weiß das jetzt weil ich heute im Hellen die Spritzer entfernt habe, die Herr Rabe gestern Nacht nicht gesehen hat, sieht beängstigend nach blutendem Magengeschwür aus. 

Zum Frühstück sah ich Pippi wieder, Herr Rabe hatte mit ihr in Michels Bett geschlafen und sie hatte wohl noch ein paar mal gewürgt, aber so richtig war nichts mehr herausgekommen. Abgesehen davon, dass sie den ganzen Tag über vorsichtig mit Essen im Allgemeinen war, war sie schon morgens wieder gut drauf. Heute Nachmittag war Michels Kumpel M. da, der genauso heiß verliebt in Pippi ist, wie sie in ihn (das ist der, der zu seinen Eltern gesagt hat, er wünsche sich zu Weihnachten auch so eine kleine Schwester wie Pippi) und auch da war sie ein Sonnenschein. 

Wir halten also die Daumen für entweder hoffnungslos überfressen* oder Magen mit irgendwas verdorben (Kirschintoleranz?), auf jeden Fall bitte nicht Magen(-Darm*)-Virus. 

* oder vielleicht ist das doch nicht so ne tolle Idee, noch mitten in der Nacht komplette Bananen zu verspeisen und sich dann direkt wieder hinzulegen?

** minus Darm, das war wie immer. „Aua!“ 

Tag 552 – 12von12 im Februar ’17

Heute ist der 12. und so will es das Gesetz: da werden 12 Bilder gemacht und beim Kännchen-Blog in die 12-Bilder-Sammlung geworfen. 

Es ist Muttertag in Norwegen. Michel hat mir extra eine Karte gebastelt. Morgens.


Frühstück, vom Mann gemacht.


Nach dem Frühstück sahen wir die Sendung mit der Maus. Erst machten die Kinder aber noch ein bisschen Quatsch. 


Michel und ich backten im Anschluss Kanelbullar, in den Teiggehzeiten las ich ihm Bücher vor und wir räumten ein bisschen. Pippi war da schon wieder müde und Herr Rabe legte sich mit ihr hin. 

Das Rezept ist aus meinen fast 10 Uahre alten Schwedischkursmaterialien. Das war ein Hörverständnis-Lückentext. Die Zahlen 8, 18 und 80 sind schwer auseinanderzuhalten und damals konnte ich noch nicht so gut backen.


Hier das Rezept, korrigiert und ergänzt. 

Für den Teig:

  • 100 g Butter oder Margarine in einem Topf schmelzen
  • Dazu 400 mL kalte Milch geben –> Temperatur sollte jetzt lauwarm sein
  • Einen 42 g-Würfel Hefe darin auflösen
  • –> Mit ca. 80 mL (ja, mL) Zucker, 
  • einer sehr guten Prise Salz
  • einer guten Prise Zimt und
  • Ca 700 g Mehl zu einem Teig kneten. (Ich lasse das so 5 Minuten in der Knetmaschine rödeln. Gut ist, wenn sich der Teig dann selbst vollständig vom Schüsselrand löst, aber nicht gummiartig ist. Manchmal braucht es noch einen Esslöffel Mehl mehr dazu.)
  • 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. 

Die Füllung vorbereiten:

  • 100 g sehr weiche Butter (oder Margarine) mit
  • 0,5 Esslöffeln Kardamom,
  • 2,5 Esslöffeln Zimt,
  • 1 Esslöffel Vanillezucker und
  • 3 Esslöffeln Zucker vermanschen. Ich nehme Esslöffel ohne Berg. Das reicht dicke. Und jetzt wissen Sie dann auch, wieso Zimt hier in 200 g-Eimern verkauft wird.

Den Teig nach der Gehzeit ausrollen, wenn sie Platz haben, machen sie einfach ein Stück, dieses „Teig in sowienoch viele Teile teilen“ ist doch Quatsch. Wichtig ist, dass Sie dünn ausrollen (maximal 1 cm) und ein Rechteck herausbekommen. Das Rechteck dann mit der Buttermasse bestreichen, von der langen Seite her aufrollen und in Scheiben schneiden. Vielleicht so 1,5 cm dick. Wir hatten aus dem Rezept 25 Bullar heute. 

Zwei Schälchen vorbereiten: eins mit verquirlem Ei, eins mit Hagelzucker. Die Scheiben mit einer flachen Seite erst ins Ei, dann in den Zucker dippen. In Bolle-Förmchen legen (gibt’s bei IKEA) und nochmal ca. 30 Minuten unter einem Tuch gehen lassen. In der Zeit den Backofen vorheizen: auf die höchste Temperatur, die die Förmchen abkönnen (hier: 220 Grad). Die Bullar irgendwo grob in der Mitte des Ofens ca. 8 Minuten backen. Lauwarm essen und den Rest einfrieren. 

Fertig!

Ein wichtiges schwedisches Wort: Fika. Kaffeepause. Kann man ca. 4 mal am Tag machen.


Pippi geht es nicht gut, sie hat Fieber. Außerdem muss ich noch Brot backen. Wir planen um und machen einen sehr ruhigen Drinnen-Nachmittag mit Büchern und Perlen. 

Rumpetroll. Po-Troll. So heißen Kaulquappen auf Norwegisch. (In Bielefeld heißen die übrigens Pillepoppen. Auch nicht besser.)


Bügelperlen-Kunst. Morgen muss ich los und neue Perlen besorgen.


Nach dem Bügeln backe ich und räume in der Küche die Spuren der Kanelbullar und der Brote weg. Michel spielt „Dinoball“ mit Herrn Rabe und Pippi (die nach einem Paracetamolzäpfchen quietschvergnügt ist), ein Spiel, das im Wesentlichen daraus zu bestehen scheint, sich möglichst geräuschintensiv kunstvoll auf den Boden zu werfen. Kochen fällt heute aus, weil ich gestern viel zu viel Bolognesesoße gekocht habe. Ich koche also nur neue Nudeln dazu. Wegen eines Vortrags bei dem Biochemiker-Treffen haben wir beschlossen, wieder mehr Vollkorn zu essen, damit unsere Darmbakterien sich wohl fühlen. Vollkornnudeln sind so lala. 

Aber lecker. Auch mit Vollkorn.


Wenn Pippi gegessen hat, sieht es meistens so oder ähnlich aus. Das nervt mich. Ich finde es tatsächlich würdelos, auf allen Vieren unter dem Tisch rumzukriechen und Essen aufzuwischen. (Deshalb macht das heute Herr Rabe.)


Nach dem Essen und Säubern des Fußbodens ist es Bettzeit für die Kinder. Ich bringe Michel ins Bett, rödele noch ein bisschen herum und dann lese ich die letzten 15 Seiten des ersten Bandes der Hunger Games. Sehr spannend ist das. 


Aus Ermangelung eines tolleren Motives für das letzte Bild fotografiere ich die von Herrn Rabe vorbereiteten Dinge für morgen früh. 


Und jetzt aber schnell ins Bett 🙂

Tag 538 – Fertig machen zum Durchdrehen. 

Ich hab es ja quasi beschrien, als ich am Freitag schrieb, die Kinder sollten jetzt nicht mehr krank werden. Jetzt ist nämlich Michel krank. Heute Nachmittag dachte ich schon diverse Male, dass er ziemlich glomsig aussah, aber das hätte auch vom wilden Spielen mit seinem Kumpel kommen können. Als der aber weg war kamen noch glasige Augen dazu, dann nahm das Kind auch noch freiwillig Hustensaft und das Fieberthermometer bestätigte: Jo, krank. 

Ich weiß, es ist Meckern auf hohem Niveau, andere Familien hat es diesen Winter viel schlimmer erwischt, aber trotzdem: ich mag nicht mehr. Meine zehn Kind-krank-Tage für dieses Jahr sind schon mehr als zur Hälfte aufgebraucht. Herr Rabes auch. Und es ist grade mal Ende Januar. Dieses zerhackte Arbeiten führt außerdem dazu, dass ich gefühlt nichts fertig bekomme. Abgesehen vom gar nicht mehr so fernen Fernziel Dissertation. Und dem Nahziel Schlaf, der mir uns allen mit Dauer-nörgelndem Michel wohl heute Nacht auch nicht im Übermaß vergönnt sein wird. Es ist echt zum Mäusemelken. 

Morgen dann: Herr Rabe geht arbeiten, ich fahre zu halb neun mit beiden Kindern zur Helsestasjon, weil Pippi ihren 18-Monate-Check hat. Danach liefere ich Pippi (die ist wieder KiTa-fit) im Kindergarten ab und fahre mit Michel zur Arbeit, um wenigstens ein paar Artikel zu holen und ein paar Sachen zu bestellen, die ich für meine Experimente brauche (und vorher muss ich Leute danach fragen, was man denn da so nimmt). Dann nach Hause, lesen/Michel betuddeln, irgendwann Herrn Rabe informieren, ob er nach Hause kommen muss, damit ich zu meinem Friseurtermin kann, oder ob Michel fit genug ist um mitzukommen. Friseur, Pippi abholen, Nachmittag, Abend, Dienstag darf ich dann arbeiten gehen. 

Und wenn das so weitergeht, drehe ich vermutlich demnächst durch. 

Tag 537 – Alles doof. 

Heute nur Gemecker, deshalb mach ich’s auch kurz:

  • Michel hatte gestern Abend einen Pseudokrupp-Anfall. Es war das erste mal und wir haben uns alle sehr erschreckt. 
  • Danach hat Pippi, bei der das Fieber wieder da ist, kaum geschlafen. Dauergewimmer und -getrete. 
  • Als sie dann endlich schlief (und ich somit auch) hatte ich furchtbare Albträume. Aus einem schaffte ich es nicht, mich selbst zu wecken. Gefühlte Stunden verbrachte ich im Traum damit, vor CSI-mäßigen Nachbarn den von mir irgendwie aus Versehen begangenen Mord an meinem Opa zu vertuschen. Aus Versehen hatte ich auch die Leiche zerteilt und logischer Weise wollte ich die loswerden, in Säcken im Auto. Aber dann saß mit einem Mal meine ganze Familie in dem Auto, bestimmt zwölf Leute, und alle guckten schräg die Säcke an. Aus einem guckte ein Fuß. Ich möchte gerne die Albträume zurück, wo mir Zähne ausfallen. 
  • Weil wir eigentlich gerne über Ostern nach Deutschland wollen, schaute ich heute nach Flügen. Norwegian hat die einzige Direktverbindung von Trondheim nach Deutschland gestrichen, warum weiß keiner. Die Flüge nach Berlin gingen zuletzt drei mal pro Woche und waren immer voll. Sowohl bei den vielen Deutschen als auch bei den vielen Polen in Trondheim war die Verbindung sehr beliebt. Egal. Ersatzlos gestrichen. Was ich fand war eine Verbindung von KLM über Amsterdam nach Hannover: mehr als 2000 € (!!!) für uns vier. Mit KLM!!! Die günstigste Möglichkeit wäre über Oslo UND Kopenhagen nach Hannover. Das dauert dann 6,5 Stunden, Gepäck ist auch noch nicht drin, kostet aber „nur“ 650 €. Falls ich mal einen der Entscheider von Norwegian treffe, dann mitten ins Gesicht. 
  • Die orangene Wurst drüben in den USA ist erschreckend effizient im Umsetzen selbst der behämmertsten Wahlversprechen. 

Was schön war: Besuch von Michels Kumpel H. 

Michel: „Mama, H. will gerne ein Eis!“

H.: „Das hab ich gar nicht gesagt!“

Michel: „Doch, ich hab dich gefragt, ob du ein Eis willst, und du hast Ja gesagt!“