Tag 984 – Wettbewerbe und ich.

Jemand(TM) hat mich zu einer Fitbit-Challenge herausgefordert. Wer am Wochenende die meisten Schritte macht. Ich habe mir Zeit gelassen, die Challenge anzunehmen. Warum? Weil ich mich in dem Punkt kenne. Ich verbeiße mich in dem Moment, in dem ich das annehme. Verlieren ist keine Option. Ich bin die schlechteste Verliererin der ganzen Welt und mein Ehrgeiz ist unfassbar ausgeprägt, das halte ich eben dadurch ganz gut in Schach, dass ich Wettbewerbe wann immer möglich meide. So bin ich, seit ich mit dem Turniertanz (auch noch in ner Formation, wo man ja keinen Einfluss auf die Leistung der anderen Mitglieder hat! Da musste mein Zen aufs Maximum gechannelt werden und als das irgendwann nicht mehr klappte (und mir dazu noch die Mädels für die Hebefiguren zu schwer wurden… das Alter, die Zipperlein, Hurz!) habe ich aufgehört. Härteste und beste Entscheidung in dem Moment.) ganz gut gefahren, aber das ist ja nun auch 11 Jahre her, da dachte ich, ich hätte mich vielleicht inzwischen besser unter Kontrolle.

MÖÖÖÖP!

Ich werd nie wieder irgendwo hingehen. Also es war schon schön und so, ich weiß jetzt auch, dass auf dem Ladestien jetzt kein Eis mehr liegt, frische Luft, Bewegung, Dings, Pippi kann jetzt Laufrad fahren und ich bin soweit eingenorwegert, dass ich Merinowollskiunterwäsche besitze und als einziges Oberbekleidungsstück in der Öffentlichkeit trage, aber alter, ich bin platt jetzt.

This escalated quickly und morgen nehme ich den escalator und nicht die stairs. Von den 100 Treppen waren zwar 95 eigentlich keine, sondern eben Ladestien, aber das ändert am dumpfen Oberschenkelgefühl ja mal gar nix.

(Sieht so aus, als würde ich gewinnen. Aber das Wochenende geht ja noch zwei Stunden. Bleiben Sie dran, es bleibt spannend.)

Tag 982 – Spaghettisalat.

Ein bisschen durcheinander bin ich heute. Deshalb wird das hier wieder nur kurz, entschuldigen Sie das bitte.

Pippi ging heute wieder in den Kindergarten. Gestern war sie fieberfrei, aber noch schlapp, heute topfit. Oh wie schön das hier ohne Kinder ist. Ok, kalt auch, etwas langweilig und die Schnecken sind jetzt auch nicht sooo die spannende Unterhaltung, aber immerhin konnte ich über eine ein bisschen lachen, die sich ein Ruccola-Blatt so blöd auf den Kopf gelegt hatte, dass sie das eine Auge nicht mehr ausfahren konnte. Ich hab also erst ein bisschen gelacht und ihr dann das Blatt entfernt. (Spannend, nicht wahr?)

Lernen: ich bin jetzt mit der EU durch. Der Teil des Tests, der sich mit „Molecular Modelling, Personalized Medicine, and Pharmacogenomics“ beschäftigt, sollte auch gehen. Drug Development auch, auch Non-clinical und Clinical Development, denke ich jedenfalls. Bleibt also noch Regulatory Affairs* und dann noch ein Spezialgebiet aus Regulatory Affairs, wobei ich mich da noch nicht entschieden hab, wie ich das angehe. Ich könnte mir ein Thema, zum Beispiel Biostatistics, rauspicken und selektiv lernen und hoffen, dass nicht ganz schlimme Fragen dazu kommen. Oder ich lerne von allem ein bisschen was und von manchem (zum Beispiel Biostatistics und GxP/Quality) etwas mehr und hoffe, dass einer der Bereiche beantwortbare Fragen liefert. Hmmhmmhmm. Schwierig. Immer diese Entscheidungen.

Schrecklichen Muskelkater vom gestrigen Workout bekommen, dabei fand ich das gar nicht so hart. Aber froh gewesen, dass heute nur Yoga dran war.

Heute morgen, als Michel durch Rumgehampel mein Kaffeeglas im Bad auf die Fliesen runterschmiss, total souverän reagiert, geschaut ob das Glas kaputt ist (nein), das Kind sich was getan hat (nein), dann tief durchgeatmet und dann erst das Kind angebrüllt. Fast sechs und fällt im Stehen vom Hocker, weil er eben nicht da einfach steht, sondern hampelt. Orr. Der schöne Kaffee.

Tierisch müde. Weiß auch nicht, wieso. Fitbit und auch Schlafapp sagen, ich schlafe gut. Vielleicht bin ich einfach ne Memme. Vielleicht wirkt auch das letzte halbe Jahr noch nach.

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Auto-Lobhudelei: Gelernt, lustlos, aber eben. (Wussten Sie, dass Kosovo und Montenegro den Euro benutzen, aber nicht in der EU sind? Ich auch nicht.)

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*Auch wahnsinnig präzise, ne? Das ist so wie wenn da stünde „Deutsch-LK Abiklausur-Themen: Texte“. Orr.

Tag 980 – Council of Kopfschmerzen.

Heute blieb, nach meinem Wutgeheul von gestern, Herr Rabe zu Hause und betreute Pippi, damit ich lernen konnte. Bis auf zwei Stunden, da ging er zu Meetings, aber da schlief Pippi auch eh. Ich lernte. Und lernte. Und lernte. Mein Stift war leer, aber ich habe Nachschub. Ich kann jetzt ungefähr erklären, was die 7 Institutionen der EU machen, wie sie gebildet werden und für den legislativen Teil: wie EU-Gesetze gemacht (entworfen und verabschiedet) werden. Mit sowas hab ich mich ungelogen seit der Schule nicht beschäftigt und, hmm, wie soll ich sagen… das hatte Gründe. Ich finde das alles unheimlich kompliziert, First Reading, Second Reading, trialogue Blabla, conciliation Dings… meine Herren. Naturwissenschaftlerin durch und durch, ist ja auch gut so, vermutlich gehe ich da grad auch ein paar Kilometer zu weit in die Tiefe, aber dieser Test ist mir schon wirklich wichtig.

Nun ja. Am Ende (etwa bei „How to make the Commission of the EU resign“) schwirrte mein Kopf nicht nur, der schmerzte richtig und das ging dann über den Abend auch nicht weg. Ich brauche wohl mal ein Päuschen und vor allem eine Nacht Schlaf. Aber hey, wenn mich wer fragt, weshalb Malta 6 Sitze im Parlament hat, Deutschland aber, mit einer ca. 200 mal so großen Bevölkerung, „nur“ 96: könnte ich immerhin grob erklären. Oder zumindest schlau klingende Stichworte in den Raum rufen.

Uffz. Jetzt ins Bett.

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Auto-Lobhudelei: Selbstdisziplin geht auch wieder.

Tag 972 – Easy Peasy.

Heute morgen fiel mir mein halbvolles Kaffeeglas runter und zerschellte auf dem Boden. Ich stand also in einer Kaffeepfütze voller Scherben. Hinter mir die neugierigen Kinder. Alle auf Socken, natürlich. Das gab ein paar ordentliche Flüche am frühen Morgen.

Aber, Überraschung: nach einem wütenden Workout sah alles schon viel besser aus. Ich setzte mich also frisch geduscht und mit frischem Kaffee an den Tisch und arbeitete systematisch die ersten zwei Kapitel des einen Buches durch. Marschierte dann im Stechschritt zum Kindergarten, Elterngespräch. Marschierte zurück. Lernte. Fuhr zum Staples und kaufte ratzfatz zwei Ordner, einen Gelroller* und eine Rolle Paketklebeband, auf dass wir Pakete nicht mehr mit Gaffatape zukleben müssen. Fuhr zurück, holte die Kinder ab. Ließ mich von Michel breitschlagen, H. zu kontaktieren, ob er zu uns kommen mag**. Machte zu Hause schnellschnell was ungesundes zu Essen (Pommes mit „Fiskekake“ also so ner Art Fischfrikadellen), das sich die Kinder aber begeistert und in Massen reinschaufelten. H. kam und die Kinder spielten sehr schön und leider ohne Pippi, die mir dementsprechend am Bein hing. Michel und H. wollten unbedingt Mario Kart spielen, ich machte Aufräumen zur Bedingung und so schnell war noch nie aufgeräumt. Dann brach ich mir tierisch einen beim Einrichten der Controller ab, kriegte es aber doch irgendwie hin. Pippi bekam den Controller der Play-Station (war ja aus) und war sehr glücklich damit. Dann spielten die Jungs Mario Kart um die letzten Plätze, während H.s Mutter (inzwischen zum Abholen eingetroffen) und ich kaum an uns halten konnten, denen nicht die Controller aus der Hand zu reißen und zu zeigen, wie das richtig geht.

Dann zwei Kinder ins Bett bugsiert. Michel überzeugt, in seinem Bett eingemummelt zu warten, bis Pippi eingeschlafen ist, dann käme ich zu ihm. Schon bevor Pippi schlief, hörte ich ihn schnarchen. Pippi schlief auch fix ein und ich ging wieder an die Lernsachen. Ich weiß jetzt grob, wie die Agentur, bei der ich mich beworben hab, organisiert ist, welche Organe an welche delegieren, welche Befugnisse die überhaupt haben und wer das echte Sagen hat (die Europäische Kommission). Puh.

Jetztist der Kopf voll und Zeit fürs Bett.

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Auto-Lobhudelei: trotz schlechten Start nen guten Tag und viel Spaß beim Lernen gehabt.

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*Skandal: mein ~ 10 Jahre alter Eppendorf-Pipettenkuli schreibt nur noch so mittelgut und ich muss ziemlich doll aufdrücken, das bescherte mir schon nach 30 Minuten Schmerzen. Mein guter Kuli! Schnüff.

**Irgendwie dachte ich, dienstags hätte der eh Taek-Won-Do und die Anfrage somit ungefährlich. Tjanun, so kann man sich täuschen.