Tag 2389 – Mag nicht.

Bin viel zu müde zum Schreiben. Apropos: die Kinder können buchstäblich um jeden Sch… streiten. Heute stritten sie darum, wer wohl müder sei. Natürlich waren beide am müdesten.

Paradoxe Intervention-Update: wir machen jetzt keine „Massen-“Tests mehr. Die Anführungszeichen, weil ich fünf mal in 17 Tagen bei Schulkindern nicht sonderlich massig finde. Jedenfalls fallen jetzt auch diese wenigen Tests weg, weil wir nicht genug Tests haben. Man soll nur noch bei Symptomen testen.

In zwei Wochen posaunen sie dann rum, dass die Infektionszahlen zurück gehen, um was wetten wir.

Tag 2367 – Nichts zu erzählen.

Heute gut gemacht: mich bei der Arbeit durch richtig blöde Aufgaben gebissen, eigentlich nur durch eine, aber die ist Mammutmäßig groß und ich will echt nicht mehr aber es hilft ja nix. Zur Beruhigung lange Geige geübt.

Ansonsten: hier ist es kalt, viele Minusgrade draußen, und morgen soll es sehr viel schneien*.

Sonst war nichts.

___

* Es wird dann auch wieder etwas wärmer. Aber mich beschäftigt schon sehr lange die Frage, warum es so sein soll, dass es nur bei wenigen Minusgraden schneit, bei vielen Minusgraden aber nicht. In meinem Kopf macht das nicht viel Sinn, denn dann wäre da, wo es immer sehr kalt ist, ja kein Schnee. Niederschlag muss ja auch, wenn er denn runterkommt, das in irgendeiner Form tun, das wird wohl in Form von Schnee sein. Es mag wegen der Temperaturen unwahrscheinlicher sein, dass dort Niederschlag fällt, da habe ich zu wenig Ahnung von, aber dass es aus mir unbekannten physikalischen Gründen nie schneit, fällt mir schwer zu glauben. Eher könnte ich mir vorstellen, dass ein bedeckter Himmel (gemeinhin assoziiert mit erhöhter Niederschlagswahrscheinlichkeit) wärmestauend wirkt und es sich unter den Wolken dann eben etwas aufwärmt. Dann wäre der kausale Zusammenhang aber andersherum. Also nicht „Es ist zu kalt, deshalb schneit es nicht“, sondern „weil es schneit [aus Wolken], ist es etwas wärmer, als wenn der Himmel nicht bedeckt wäre“.

Wegen sowas kann ich übrigens nicht schlafen.

Tag 2346 – K(r)ampf.

Bei der Arbeit gegen die Technik gekämpft. Wie unnötig das ist. Technik, die einfach funktioniert, könnte so schön sein. Stattdessen führen ein, zwei falsche Klicks seit einem Update unseres Archives direkt in eine unlösbare Situation, bei der nur noch bleibt, das Archiv-Team mit „Hilfe, ich kann gar nichts mehr machen“ zu kontaktieren. Einzig der Cache-Speicher war mir wohlgesonnen und hob für mich die Datei auf, an der ich eigentlich arbeitete und deren Original im Archiv gelöscht werden musste, da unerklärlich und unwiederbringlich kaputt.

Dieses sogenannte Update wird als Verschlimmbesserung des Jahrzehnts in die Annalen des Werkes eingehen.*

Reise weiter unsicher.

Die Kommune hat eine 180 Grad-Wendung vollzogen und ist jetzt nicht mehr auf dem „Alles unter Kontrolle, bitte gehen Sie weiter [zur Schule], hier gibt es nichts zu sehen!“-Trip, sondern macht ab Montag Ferien digitalen Unterricht. Ich bin SEHR gespannt, ob sich da seit Anfang Mai 2020 überhaupt was, und wenn ja, wie viel, getan hat. Ich gehe davon aus, dass wir so für 5 Minuten Aufgaben bekommen und den Rest des Tages gehen die Kinder die Wände hoch.

Da gingen sie hin, meine zwei freien Tage ohne Arbeit und ohne Kinder zu Hause. (Soll nicht heißen, dass ich die Maßnahme nicht sinnvoll und richtig finde, ne?)

Noch ein Tag Arbeit, dann Ferien. Die To-Do-Liste für morgen ist lang wie eine Klopapierrolle, aber nächstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr.

Michel hatte heute Abend im Bett einen Krampf im Fuß. Ich habe mal gehört**, dass (kleinere) Kinder keine Krämpfe bekommen (und auch keine muskulären Ermüdungserscheinungen haben, wie „dicke Arme“ beim Klettern). Das würde zumindest erklären, weshalb Michel das sehr erschreckt hat, dass sein Fuß plötzlich weh tat, sich nicht bewegen ließ und in komischem Winkel „abstand“. Der erste Krampf, ein Meilenstein! Und ich durfte dabei sein.

Meine Augen haben eine starke Ermüdungserscheinung genau jetzt. Deshalb gute Nacht!

___

*Immerhin hat es dazu geführt, dass mehr und mehr meiner Kolleg*Innen die Vorzüge von gifs entdecken. Nichts drückt die Genervtheit über das Schneckentempo des Programms so schön aus, wie ein „waiting“ gif.

**Reine Anekdote, weiß noch nicht mal mehr, wo ich das gehört habe oder von wem.

Tag 2340 – Here we go again.

Es ist ein bisschen ein Flashback in 2020 kurz vor Weihnachten. Homeoffice den ganzen lieben langen Tag, jeden Tag, Remote-Inspektionen planen, sich über Pandemiemanagement im Großen und Kleinen ärgern. Ich will das alles nicht mehr, aber hilft ja nichts, ich wollte das auch schon vor nem Jahr nicht mehr und das hat die Pandemie da auch schon nicht interessiert.

Noch eine Woche Arbeit, dann ist Urlaub und ganz egal, ob wir nun weg fahren oder nicht – ich hab den nötig.

Notiz am Rande: Bester Tipp, den ich lesen durfte, zum Thema Wintersmüdigkeit: „30 Minuten Sonnenlicht am Tag sind ratsam, am besten direkt nach dem Aufstehen.“ Montag stehe ich also erst um viertel nach neun auf, das kommt meiner inneren Uhr sehr entgegen.

Ob ich dann auch um drei wieder ins Bett kann? Mir wäre danach, um ehrlich zu sein.

Tag 2335 – Müdolaus.

Es war so ein Tag, an dem ich eigentlich dem einen Kind gerne ne Rute in den Stiefel gesteckt hätte. Zumindest bis mittags. Danach übten wir uns in paradoxer Intervention (oder so) und fuhren schwimmen, inklusive dem Kind, das sich morgens noch um spontane Adoption beworben hatte, was beide Kinder sehr froh stimmte. Der Rest des Tages verlief dann tatsächlich größtenteils harmonisch. Ich bin so müde von dieser ständigen Streiterei.

Den späteren Nachmittag vertrieb ich mir mit der vierten Lage. Ich habe da so eine Etüde, zu der ich eine innige Hassliebe pflege. Sie ist nicht sonderlich schön oder interessant, dafür aber schwer und schnell. Schnell ist nicht mein Freund. Schwer kriegt mich nicht klein, schwer ist eine Herausforderung und ich werde sie bezwingen! Die vierte Lage ist noch nicht so bequem wie die 3., aber nachdem ich die 2. Lage übersprungen habe (ich schiebe das bequem auf meine frühere Lehrerin, ich hab ja einfach da wieder angefangen, wo ich damals aufgehört habe) und das nach der 3. bereut habe, wollte ich nicht den Fehler wiederholen, indem ich gleich mit der 5. anfange.

Natürlich habe ich am Ende des Tages doch Schokolade in die Stiefel verteilt und keine Ruten und auch keine Kohlestücke (letzteres ist auch eh irgendwie nicht so zeitgemäß). Morgen können die Kinder dann wieder in der Schule von dem super besonderen Tag erzählen, den wir haben und sonst keiner. Ein paar importierte Traditionen muss man ja haben.

(Ein Wort zum Adventskalender: als Werbeopfer habe ich da einen Notkauf am 29.11. getätigt, und runtergesetzte Adventskalender für mich und Herrn Rabe bestellt. Schokoladenpralinen für Herrn Rabe und Lakritzpralinen für mich. Ich bin zwar immer noch recht skeptisch gegenüber der Kombination Lakritz und (Milch-)Schokolade, kann nach 5 Tagen aber mit Verzücken feststellen, dass die Kombination Lakritz und Himbeere ganz und gar köstlich ist. Selbst mit Schoko. Ich hoffe, es kommt noch ganz viel mit Himbeere.)

Tag 2329 – Kurzgeschichten.

In Deutschland, zumindest in manchen Ecken auf Twitter, scheint der Lack weiter im Angebot zu sein. Manchmal schicken mir Leute da was aus Absurdistan (ich lese immer noch nicht aktiv da, genau wegen solcher Leute, wenn ich mich sowas dauerhaft aussetze, ist es nicht mehr lustig sondern macht mich regelrecht fertig), wie zum Beispiel, dass Leute sich nicht gut damit fühlen, ihre Kinder off-Label (doppelt off-label, weil U5 und mit Erwachsenenimpfstoff) auf einem Parkplatz von einer Person impfen zu lassen, die nicht mal ihren Namen nennt. Die Impfperson beteuert, Ärztin zu sein, und ein Account aus dem Internet beteuert das auch. Legit! Dass die Elternperson unter diesen Bedingungen doch lieber nicht mit ihrem Kind an dem Experiment „ist es Comirnaty, Kochsalz oder aufgelöstes Backpulver?“ teilnimmt, finde ich überhaupt nicht verwunderlich, das kam jetzt vielleicht falsch rüber. Nein – Da machen random Menschen aus dem Internet diese Elternperson runter, als würde sie ihr Kind in der Wüste in einer Schlucht voller hungriger Koyoten zurücklassen. Die Kirche im Dorf lassen ist da schon lange nicht mehr.

Kurzes Update zum Stand der Gesundheit: ich möchte am liebsten nur schlafen und meine Nase tut immer noch weh. Heute musste ich in einem Meeting Protokoll schreiben und das war ein ernüchterndes Erlebnis – ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Völlig unmöglich: einen Satz zum vorherigen Agendapunkt zuende schreiben und gleichzeitig dem nächsten Agendapunkt zuhören. Haha, nice try. Einzige Beruhigung (Spaß, überhaupt gar nicht beruhigend sondern überaus beängstigend), ist, dass es allein in unserem Kaff allein aus der letzten Woche vermutlich ca. 75 Personen so gehen wird, denn so viele voll geimpfte haben letzte Woche allein hier Covid nachgewiesen bekommen. Dass sich Hausstandsmitglieder von infizierten (meist Kindern) testen lassen müssen, ist ja noch neu, also vermutlich ist die Dunkelziffer immer noch hoch. 75, in unserem Kaff, sind viele. Wir haben halt eine Pandemie. Trotzdem tun alle so, als wäre das alles kein Problem, easy peasy bisschen Corona haben ist doch nicht schlimm, wenn man geimpft ist… doch. Ist es. Ich hatte noch Glück, ich kenne auch Leute, die liegen nach zwei Wochen immer noch im Bett und sind schon froh, dass sie inzwischen wieder selbst das Hörbuch am Handy wechseln können. [This is fine-gif]

Ich hab mir nahtlose, bügellose, verschlusslose BHs gekauft. Homeoffice-BHs. Ich erhoffe mir größtmögliche Bequemlichkeit, beim gleichzeitigen Vermeiden von Haut auf Haut und leichten Entgegenwirken der Schwerkraft. Ich werde berichten. Vom Anprobieren bin ich erst mal sehr angetan, ich glaub das sind so Dinger, die manche Menschen nachts tragen (da hab ich keine Meinung zu, macht man, wie man mag, ne? Es ist mir auch egal, ob Sie überhaupt BHs tragen oder nicht, wirklich).

Für die Weihnachtsferien ist ein Schweinesitter organisiert. Vermutlich rentiert sich das sogar (leider kein Scherz), denn dann können wir eine Woche lang die Heizung runterdrehen. Strompreise sind DAS Gesprächsthema. Jeden Tag neue Rekorde, heute waren wir bei 53 Cent/kWh, das ist… absurd teuer für unsere Verhältnisse. Es wird dann gerne gesagt, wir müssten uns an „europäische“ Strompreise gewöhnen, ich kann mich aber aus Deutschland nicht an 500€-Stromrechnungen (im Monat) erinnern, irgendwie, was aber diesen Winter so das ist, auf das wir uns einstellen müssen (und mehr, wenn es so weitergeht, zahlen wir im Januar/Februar ca. 1000€ für Strom). Winter geht bis einschließlich März, mit Pech muss man bis weit in den Mai rein viel heizen. Lustige Anekdote: im Büro ging heute aus unerfindlichen Gründen kurz das Licht aus, was jemand trocken mit „Tja, Strom ist halt teuer“ kommentierte.

Galgenhumor können wir, auf allen Gebieten.

Tag 2322 – Nacht.

Nach vier Stunden Schlaf und mit Restcorona* in den Knochen war heute arbeiten irgendwie ne schlechte Idee. Im Zug auf dem Rückweg schlief ich ein (bei uns ist ja Endhaltestelle, insofern egal) und jetzt geht nichts mehr. Mir ist furchtbar kalt und die Augen tränen.

___

*müdemüdemüde und wie bei vielen Erkältungskrankheiten sind jetzt im Nachgang meine Ohren zu. Da hilft mir erfahrungsgemäß nur Nasenspray, Geduld und Eukalyptusölkapseln, die, ich sage es lieber dazu, meines Wissens nach in klinischen Studien keinen über den Placeboeffekt hinausgehenden Effekt zeigen konnten. Ich mag aber den Placeboeffekt, vom Nasenspray bekomme ich Nasenbluten (deshalb bin ich sehr bemüht, die Behandlungszeit damit möglichst kurz zu halten) und, ganz wichtig, es ist keine Nasendusche involviert.