Tag 890 – Kurze Schnipsel.

Schon spät und ich fühle mich tatsächlich schon müde (Tadaaaaa, Fanfaren und so!), deshalb heut nur Halbgares.

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Habe mir – aus Gründen – heute viele Gedanken zum Sport gemacht. Morgen gehe ich Ski fahren (Langlauf). Zusammenhang nicht ausgeschlossen und demnächst vielleicht mehr.

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Bei der Endokrinologischen Poliklinik gewesen. Kurz gesagt: die Medikamente schlagen an, aber dieses Mal wirken sie schon nicht mehr sooooo durchschlagend wie bei der ersten Runde. Auch deshalb wird auf jeden Fall kein drittes Mal damit behandelt. Ich soll mir Gedanken über eine „endgültige Therapie“ machen – also Entfernung der Schilddrüse. Außerdem habe ich eine Überweisung zur Augen-Poliklinik bekommen um abchecken zu lassen, weshalb ich auf Selfies ein Auge mehr offen hab als das andere, im Spiegel aber nicht. Insgesamt ein erfolgreicher Termin, denn mir klang noch die Aussage meiner Freundin in den Ohren (hat auch Graves): „Mir hat der Arzt in der Poliklinik gesagt, das kann oft wiederkommen, aber am Ende wird man gesund.“. Ich finde die bloße Vorstellung, die nächsten ~15 Jahre im 3-Jahres-Rhythmus Rückfälle zu haben, Monatelang am Rad zu Drehen, mit dem Gewicht Achterbahn zu fahren und immer die Angst, dass die Aufen betroffen werden könnten, total gruselig. Endgültige Therapie (mein Hirn will immer Endlösung draus machen, MACH DAS NICHT, HIRN!) klingt zwar auch nicht schön, aber allemal besser als das. Hmmhmm.

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Datum für die Defense steht fest: 22.06. Badumm, Tsss.

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Traf einen Kollegen und verquatschte mich im Flur: selbst als Post-doc hat er nicht mehr so richtig Bock auf Science. Unsere Arbeitsgruppe scheint Leuten die Lust an Wissenschaft zu rauben. Tjanun. Ich bin da raus. Selbiger Post-doc sagte übrigens, dass die Defense bei uns nicht mehr als sechs Monate nach der Abgabe SEIN DARF. Schön.

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Ich mag keine Anrufbeantworter und welche, die die Zeit zum draufsprechen auf 30 Sekunden begrenzen, erst recht nicht. Peinliche Nachricht hinterlassen: ohne Name (glaube ich) und mit vielleicht nur halber Telefonnummer wegen Zeit. Und dabei hatte ich wirklich nicht viel gesagt. Hrmpf.

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Auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause unseren Fahrradanhänger gefunden. Hingeworfen in eine Ecke. Weil es schon dunkel war, fand ich den Schiebebügel nicht, ansonsten ist das Ding aber im gleichen Zustand wie am Sonntag. Und soll ich Ihnen mal was sagen: diese Achtlosigkeit ärgert mich fast noch mehr als hätte ich demnächst ne finanziell schlecht gestellte Person damit ihre Kinder rumfahren sehen. Nicht fast. Es ärgert mich noch mehr, denn es ist rücksichtslos und gedankenlos und zeigt meinem Wertesystem den Stinkefinger.

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Genäht. Ich glaube, nachdem ich noch fünf Stellen nachgebessert hab, ist der eine Pulli endlich wirklich fertig.

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PMS heute deutlich besser. Hurra!

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Muss Schluss machen. „Mama? Banane. Ginkem.“

Tag 885: 12/2 von 12.

Es ist der 12. Januar und das bedeutet: Caro von Draußen nur Kännchen sammelt unsere 12 Bilder!

Hier gab es heute nur 6, weil der Tag müde und bescheiden war und ich dann am Ende auf dem Sofa einschlief. Aber fangen wir von vorne an.

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Der Wecker klingelt, ich liege mit Pippi in Michels Bett, Pippi hat in 2-Stunden-Intervallen wie am Spieß gebrüllt. Ich schalte offenbar im Tran alle meine Wecker aus und schlafe wieder ein.

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Pippi seufzt und drückt – sie pullert. Mich an, denn die Windel läuft aus. Ich bin dann wach (um 08:15 auch allerhöchste Zeit) aber huiii, meine Laune.

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Ich bin richtig fies zu den Kindern, die sich beim Anziehen und Frühstücken wie immer viel Zeit lassen. Pippi schmaddert sich außerdem so gründlich mit Joghurt zu, dass ich sie komplett umziehen muss. Es bewahrheitet sich auch ein mal wieder: selbst, wenn ich mich nur anziehe und Zähne putze, nicht meine Haare wasche oder mein Gesicht irgendwie auch nur anfasse, brauchen wir ne Stunde bis aus dem Haus. Was sich auch bewahrheitet: in der Stunde ist dann keine Zeit für Kaffee und dann bin ich gar kein Zombie, sondern ein tollwütiger Terrier.

Nach einer Nacht mit permanent brüllendem und um sich tretendem Kleinkind werden das heute vielleicht 12 Shades of Aggro. Dies ist außerdem mein 1. Kaffee. #1von12 von #12von12

[ohneBild]

Wütend und frierend sitze ich auf dem Sofa und sabotiere mich selbst im Bewerbung schreiben.

Mittagessen. Ok, Frühstück. #2von12 von #12von12

Ich backe dann auch noch Brötchen, nach diesem Rezept, den Poolish hatte ich gestern Abend angesetzt, dann muss der halt weg.

Brötchen in the making. Symbolbild. #3von12 von #12von12

Ich tue dann auch noch so als würde ich arbeiten:

Esstisch-Office. #4von12 von #12von12

Aber in echt mache ich nichts produktives, dödele herum, twittere und Backe zwischendurch. Ich telefoniere mit einer HR-Frau und kriege schlechte Nachrichten von der Fakultät: möglicherweise wird meine Defense erst Ende Mai oder im Juni sein. Das wäre… schlecht für meine Nerven. Ich darf aber auch nichts selbst unternehmen, weil ich die Opponenten nicht kontaktieren darf. Wie man weiß, kann ich mit so Ohnmachts-Situationen voll gut umgehen.

Brötchen! #5von12 von #12von12

Da sind sie fertig. Ich gehe duschen, in der Hoffnung, dass ich mich danach besser motivieren kann und nicht mehr sehnsüchtig zum Bett schiele.

Selbst wenn ich gar nicht aus dem Haus gehe: mit den beiden hier fühle ich mich doch mehr wie ich selbst. #6von12 von #12von12

Tja, und dann war ich grade fertig und top-motiviert (najaaa…) da rief Herr Rabe an, ob ich die Kinder abholen kann. Seufz. Na klar.

[ohne Bilder]:

Kinder abholen, Milchreis kochen, Dinozug anmachen, essen, Wutausbrüchen heute mal wegen echt dünner Nerven* aus dem Weg gehen, statt auszuhalten und dann kam Michel an, als er sich abgeregt hatte und kuschelte sich an und dann sind wir beide eingeschlafen.

Ein irgendwie käsiger Tag.

Und weil Fristen ablaufen, muss ich am Wochenende wenigstens eine Bewerbung schreiben.

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*Als ich dreizehn war, hatte meine Mutter schon seit langer Zeit einen Freund. Zum Essen gaben wir uns immer die Hand und sagten alle einen Spruch auf, in dem wir uns einen guten Appetit wünschten. An dem Tag wollte ich nicht, also nicht ihm die Hand geben. Es gab Milchreis mit Kirschen und ich war halt pubertär motzig und wollte mal wieder klar machen, dass dieser Typ mir nichts zu sagen hätte. Ich weiß nicht mehr, was ich sagte, aber danach stand er hinter mir und knallte mir links, recht, links, rechts eine, auf die Ohren (zum ersten und einzigen Mal, meine Mutter hat ihn danach vor die Tür gesetzt). Dann nahm er wutschnaubend seinen Teller um ihn mit nach oben in sein Zimmer zu nehmen, überlegte es sich im Flur aber anders und warf den Teller mit voller Wucht gegen die Wand. Ich erinnere mich noch sehr lebhaft, wie meine Mutter versuchte, die Kirschflecken vom pfirsichfarbenen Strukturputz zu waschen. Am Ende haben wir die Stellen übergestrichen. Und Milchreis mit Kirschen ist bis heute ein echt schwieriges Essen für mich. Obwohl ich das sehr gern mag.

Tag 878 – #WmDedgT im Januar ‘18.

Heute ist der 5. des ersten Monats des Jahres 2018, das heißt, Frau Brüllen will von uns, auch den faulen und kranken, wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.
NIX!

Haha, das ging schnell, ne?

Hier etwas ausführlicher:
Der Wecker klingelte um 07:00 Uhr, das ist ja eigentlich eine humane Aufstehzeit, ich fühlte mich aber nach einer zerhackten, rumpelnden, eingeengten Nacht wie vom Zug überrollt statt darin transportiert. Außerdem war meine Stimme quasi weg („Grützig“ sagt man hier und das passt sehr schön, finde ich) und mein Rücken stand meinem Nacken in Sachen Schmerzen nichts nach und nunja. Die Laune war jetzt nicht so toll. Ich fühlte mich fiebrig und zerschlagen und war froh, als wir alle auf dem Bahnsteig in der kühlen Luft standen. Herr Rabe hatte im Zug schon Kaffee besorgt und am Bahnhof holten wir dann noch einen, plus Croissants für die noch müde und unwirsche Kindermeute. Ich holte Geld, weil die Werkstatt lieber Bares haben wollte. stellte fest, dass man nur 2000 NOK auf einmal abheben kann und hob dementsprechend 5 x 2000 NOK ab, den zunehmend laut stöhnenden, mit dem Fuß wippenden Mann hinter mir standhaft ignorierend. Hat ja nen Mund zum fragen, ne?

Mit Kaffee und der Tasche voll Geld zockelten wir zum Bus und dann nach Hause, bastelten Brotdosen für die Kinder (im Wesentlichen bestehend aus den Croissants, die nur kurz angenagt worden waren) und füllten die neuen Wasserflaschen auf, dann ging Herr Rabe zur Arbeit und ich brachte die Kinder mit dem Fahrradanhänger in den Kindergarten. Als wir ankamen, war ich völlig fertig, verschwitzt und die Rückenschmerzen waren nur schlimmer geworden, ich neige ja sehr zu Gliederschmerzen, wenn ich erkältet bin und das ist echt mistig. Himmel, war ich froh, als die Kinder abgeliefert waren und ich nach Hause gehen konnte. Auf dem Weg machte ich noch einen kleinen Umweg über den Bunnpris, um ein The Ordinary-Paket abzuholen. Zu Hause startete ich eine Waschmaschine, machte eine Kanne Tee und packte zuerst das Päckchen aus, das im Briefkasten auf mich gewartet hatte – ein Belohnungstütchen Katjes von der lieben Leserin Sunni, vielen Dank! – und dann das merkwürdig große von The Ordinary. Überraschung, die Natural moisturizing factors creme ist jetzt in 100 mL Größe und nicht mehr 30! Dabei ist sie nicht wirklich teurer geworden, deshalb war mir das nicht beim Bestellen schon aufgefallen und jetzt habe ich sehr viel von dieser Creme, weil die 30 mL jetzt nicht sooo lange gehalten hatten. Wenn ich so extrapoliere, komme ich mindestens 2018 mit der Creme aus, ist ja auch nicht schlimm. Ich fühlte mich aber weiter mehr als mies und entschied, mich ins Bett zu legen. Zog mein Kleid und die Strumpfhosen aus (ja, Plural, war kalt in Bodø! Erst Thermo, dann Wolle) und Jogginghose und T-Shirt an, schnitt meine fast leere Tube mit NMF-creme auf und schmierte mir den Rest ins Gesicht, wie eine Maske, nach dem Schwimmbadbesuch hatte es meine Haut ziemlich nötig. Grad wanderte ich mit meinem Teeglas Richtung Bett, als die Werkstatt anrief, das Auto sei fertig. Ich überlegte kurz, sagte dann aber doch, dass ich später käme und nicht gleich sofort. Und ging ins Bett. Bestellte noch im Sale bei einem mich zuspammenden Beauty-Versender das angeblich beste Lila-shampoo des Universums, las eine halbe Seite und schlief dann ein.

Um drei wachte ich wieder auf.

Zog mich an, setzte eine Mütze auf meine in alle Richtungen abstehenden Haare, putzte meine Zähne und holte das Auto ab. Das hat jetzt wieder norwegischen TÜV für die nächsten zwei Jahre und röhrt nicht mehr und alle Stoßdämpfer gehen, alle Bremsen und alle Lampen auch und weil der nette Automann mir „ungefähr 7800 Kronen“ mündlich vorveranschlagt hatte und das nicht brechen wollte, bezahlte ich nur drei Stunden Arbeitskraft, obwohl es natürlich viel länger gedauert hat. Netter Automann. Dann fuhr ich zum Toyota-Händler, wo mir die Dame erst 800 NOK mehr für den Spiegel abknöpfen wollte. Ich bestand aber darauf, dass der Mann am Telefon was anderes gesagt hatte, woraufhin sie das Angebot heraussuchte und tadaa – der hatte 800 Kronen weniger berechnet, warum auch immer, aber „ausnahmsweise“ kriege ich jetzt den zuerst angebotenen Preis, Angebote könne man eh leider nicht nachträglich ändern. Und das, meine lieben Leserinnen und Leser ist der Unterschied zwischen der Toyota-Werkstatt und dem netten Mann um die Ecke. Jedenfalls sind Spiegel und Schlüssel jetzt auch bestellt und bezahlt. Hurra.

Dann holte ich die Kinder aus der KiTa ab. Pippi hatte wieder keinen Mittagsschlaf gemacht und war zum Umfallen müde, Michel überdreht und grob. Gut, dass jetzt Wochenende ist, da können die ein bisschen runterkommen. Weil ich aber ja mit dem Auto da war, musste ich den Anhänger stehen lassen, da steht er auch noch, aber das ist hoffentlich kein Problem.

Im Auto schlief Pippi ein (3 Minuten dauert der Weg), wachte aber wieder auf, nachdem ich Michel grob angefahren hatte, weil der schon unten an der Haustür anfing zu nerven, er wolle Dinozug gucken. Dieses Generve, während ich Pippi, zwei Rucksäcke, tausend Paar Handschuhe und Michels Schneeanzug trage, kann ich absolut nicht ab. Gar. Nicht. Auch nicht gesund. Und es nervt wirklich, teilweise fragt er in so einer Frequenz, dass man es nicht mal schafft, eine Antwort dazwischenzuquetschen. Arrrrgh!

Was dann aber wichtiger war als Dinozug: Essen. Ich versorgte die Kinder mit Knäckebrot (mit Ketchup und Käse in der Mikrowelle kurz „überbacken“, dann Kräutersalz drauf) und Joghurt und „Affalsatt mit Bubawassa!“ Und räumte die Spülmaschine aus und wieder ein, während sie aßen. Dann machte ich Dinozug an und mir einen Kaffee, den ich dann während Pippi, „Bärsen“ und Michel Fern sahen, trank. Mein durch den langen Mittagsschlaf erreichtes Energiehoch war schon wieder aufgebraucht und ich schrieb Herrn Rabe, dass er bitte was zu Essen mitbringen sollte. Tat er dann auch, es gab Pizza, Pippi aß mit leerem Blick eineinhalb Stücke und leckte dann noch Knoblauchsoße von einem weiteren ab und dann war es Zeit, die todmüden Kinder ins Bett zu stecken. Dabei wieder die „Niemand hilft mir, die Welt ist schlecht“-Diskussion mit Michel, die mich inzwischen auch nur noch nervt. Es stimmt nicht, dass wir ihm nie helfen, wir erwarten nur auch ein kleines bisschen Selbständigkeit von einem Fünfjährigen. So Dinge wie sich selbst den Po abputzen, selbst Zähne putzen, selbst an- und ausziehen… Nichts davon tut er und es nervt ungemein. Egal, jedenfalls las ich Michel dann noch aus seinem Dino-Buch vor und dann schlief er sehr schnell ein. Hurra!

Herr Rabe und ich aßen noch ein bisschen kalte Pizza, ich trank Tee, wir twitterten ein bisschen herum und dann wollte Herr Rabe eigentlich Playstation spielen, aber ich… nicht so und stattdessen guckten wir „Please like me“, eine australische Serie über Anfang 20-Jährige, die Hauptfigur wird in der ersten Folge von seiner Freundin verlassen und stellt dann fest, dass sie mit ihrer Annahme, er könnte schwul sein, Recht hat. Gleichzeitig versucht sich seine Mutter das Leben zu nehmen, indem sie einen Haufen Paracetamol mit einer halben Flasche Baileys herunterspült. Weil sie nicht allein sein soll, zieht er wieder bei ihr ein. Soweit so gut, die erste Folge war so, dass wir hinterher kurz besprachen, wie viele Folgen wir der Serie geben sollen, bevor wir nicht weitergucken (drei, einstimmig), nach vier Folgen finden wir sie aber beide richtig gut. Nicht krass spannend, aber lustig und mit liebenswerten Charakteren. Kann man machen, wenn man was seichteres möchte.

Jetzt bloggen, Herr Rabe spielt sein Playstation-Spiel, ich muss noch die Wäsche aufhängen, wollte noch was auftrennen, Michel kam eben abgewandert und vermutlich sollten wir alle einfach ins Bett.

Schön, wieder zu Hause zu sein.

Tag 848 – Huiiiiii!

Heute sind zwei, nein, drei, nein, vier! Dinge:

– ich habe gepackt, Pippi und ich fliegen morgen früh zu Frau Brüllen, *kreiiiiisch* ich bin total aufgeregt und deshalb ging das mit dem Packen suuuuuuper langsam und bestimmt habe ich die Hälfte vergessen und die andere Hälfte wird auslaufen.

– ich war heute morgen beim Arzt, mein Kopf hat sinnlose Zahlen gespeichert, darin ist er gut: TSH <0,01, fT4 31,2, fT3 19,0, TRAS 3,9, a-TPO 660. Einheiten weiß ich nicht, ist auch Wurst, die sind bis auf den TSH alle zu hoch, bis auf den a-TPO nicht dramatisch, aber zu hoch. Ich bekam Neo-Mercazole verschrieben, dazu noch Beta-Blocker, holte das direkt aus der Apotheke und fuhr zur Arbeit. Nahm alles und… katapultierte mich versehentlich mit dem Beta-Blocker fast in den Tiefschlaf. Jöss, so müde war ich ja ewig nicht. Um halb drei gab ich alles auf und fuhr nach Hause, wo ich erstmal für eine Stunde schlief wie erschossen. Ab jetzt nur noch ne halbe am Morgen.

– Die Kinder abgeholt und direkt mit beiden neue Gummistiefel für Michel gekauft. Gummistiefel mit Löchern in der Sohle sind so sinnvoll wie gar keine Gummistiefel. Aber, hey, betäubte Frau Rabe ist entspannte Frau Rabe und es ging alles relativ smooth über die Bühne, sogar das Anprobieren lief ok. Vielleicht lags auch an den Keksen, die ich eingepackt hatte und mit denen ich Pippi eiskalt bestach, nicht alles im Laden anzugrabbeln.

– kurz bevor ich die Arbeit verließ, noch das zweite Drittel Daten bekommen. Naja, dann hab ich wenigstens was zu tun im Flugzeug.

***vergessen: Auto-Lobhudelei. Ähm, das mit dem Einkaufen war mein lichter Moment heute.

Tag 843 – Der Normale Wahnsinn.

Ich muss echt mal langsam mein Review über den The Ordinary-Kram, den ich ja inzwischen schon ein paar Wochen benutze, schreiben, es brennt mir auf der Haut unter den Nägeln.

Aber nicht heute, ich bin müde. Müde sein ist momentan eine gute Sache, die genutzt werden muss. Ich schlafe sensationell schlecht und komme morgens deshalb überhaupt nicht aus dem Quark und wenn ich so weiter mache, wiege ich bis Weihnachten noch 45 kg.

Deshalb und wegen überhaupt war ich heute morgen ziemlich spontan beim Hausarzt, um Blut abzuliefern um die Schilddrüsenwerte checken zu lassen. Mich würde nicht mal wundern, wenn da wieder was im Busch wäre. Mein Erwachsenen-Konto füllte ich auch noch gleich auf, indem ich drauf bestand, dass auch die Antikörper bestimmt werden. Das ist ja einerseits praktisch, wenn man einfach hingehen kann und sagt: Einmal Routinecheck Schilddrüse, Autoimmun! Und muss nicht jedes mal erst mit dem Arzt sprechen, andererseits überhören die Sprechstundenhilfen den Hinweis „Autoimmun“ halt wirklich jedes mal und dann darf man mit denen rumdiskutieren, dass es doch geschickt wär, gleich ein extra Röhrchen Blut abzunehmen, statt erst mit dem Arzt zu sprechen und mir dann ein weiteres Loch in meine einstmals wunderschöne Vene zu bohren.

Die Idee von Frau Brüllen der ihrer Firma der ihr Achtsamkeits- Selfbranding-Dings* finde ich übrigens, entgegen möglicher Vermutungen, total gut und übernehme das mal direkt, ich hab das Gefühl, ich kann’s brauchen, mich täglich selbst Lobzuhudeln. Grade jetzt wo ich mir oft richtig dumm vorkomme und vermutlich ein Bilderbuch-Beispiel von Impostor-Syndrom habe. Heutiges Auto-Schulterklopfen: Ich habe das mit der Antikörperprobe durchgesetzt, eine (die letzte für dieses Jahr!!!) Bewerbung abgeschickt, die sehr unbescheiden formuliert und trotzdem ehrlich ist und die ich wirklich gut finde und meinen inneren Impostor mit Kaffee ersäuft und angefangen, die Einleitung für das Manuskript zu schreiben.

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*Ich bin Westfale.

Tag 842 – Ok.

Schöne Zahl.

Bin auf dem Sofa eingeschlafen und erst wieder wach geworden, als sich meine Brille fies in meine Nase und mein iPad, das auf der Sofalehne lag, in meinen Hinterkopf bohrte. Wegen Abschminkenzähneputzen bin ich jetzt wieder unangenehm wach und kann ihnen wenigstens erzählen, dass heute ein Okay-er Tag war, ich habe zwar keine Resultate bekommen und das macht mich wahnsinnig, aber die Methods-section des Artikels kann ich ja trotzdem schreiben und die hab ich heute runtergetippert, die ist soweit fertig. Morgen werde ich die Einleitung anfangen. Des Weiteren hab ich heute in der Gegend rumtelefoniert: einmal, weil uns irgendein A*schloch den Außenspiegel am Auto angefahren hat und ich diese unbekannte Person gerne pro Forma anzeigen möchte, für die Statistik und damit meine Wut einen Kanal hat; und nach dem Mittagessen hab ich bei der Stelle aus Schweden mal nachgehakt, das macht mich ja dezent fertig, dass die sich nicht melden, das war ja beim letzten Mal nicht so ein gutes Zeichen. Diesmal ist aber alles gut, der Personalmensch rechnet mir sehr gute Chancen aus, es waren alle sehr zufrieden mit dem Interview, Donnerstag Nachmittag oder Freitag werde ich hören, wie es da weiter geht. Und gut, dass ich angerufen hätte, dann wüsste er ja, dass ich noch Interesse habe. Klar hab ich Interesse und um eventuell eine etwas bessere Basis zu haben, schickte ich danach noch eine Bewerbung ab, auf die zu bewerben mir der Chef-Recruiter der Firma nach Lesen meines CVs und einem gut halbstündigen Telefonat (am Donnerstag, ich berichtete nicht, weil ach…) empfohlen hat. Das wäre halt kein Labor mehr, also eigentlich… noch besser.

Es wird. Wenn ich jetzt noch etwas weniger trøtt og lei wäre…

Tag 838 – Unglückliches Timing.

Weiterhin keine Resultate vom Massenspektrometer. „Die Proben laufen.“ Dafür Anfrage der Massenspektrometer-Frau: ob es denn schlimm wäre, wenn ich erst im Januar abgeben könnte. Daraufhin habe ich erst ihr und dann dem Chef sehr deutlich gesagt, dass ich das leider nicht aushalten kann, weil ich dabei bin davon krank zu werden. (Lustig, wie ich: „Ich drehe ab und mein Körper ist ein Wrack!“ ausdrücke, oder?)

Apropos krank: mein Körper hat ein neues Feature „Arme zittern“ entwickelt und ich sollte wohl wirklich dringend mal die Schilddrüsenhormone checken lassen, das halbe Jahr ist auch schon wieder rum. Des Weiteren scheine ich die hormonelle Verhütung nicht mehr zu vertragen, „nicht mehr“, weil ich die vor den Kindern ähhh ewig (6 Jahre? 8 Jahre? Irgendwie so.) benutzt habe und wenn das damals so gewesen wär wie jetzt, hätte Ich das niemals so lange gemacht. Die Details erspare ich Ihnen mal.

Heute war die Putzhilfe da, das hatte ich von Montag, als hier ja zwei Glühwürmchen auf dem Sofa vor sich hin vegetierten, auf heute verlegt. Das passt auch voll gut, dann ist es nicht so lange hin bis zum nächsten Mal: am 11. Dezember. Auch Putzhilfen haben Urlaub. Kinderfrauen übrigens auch. Passt halt grad ungefähr überhaupt nicht, wegen allem eh schon und dann ist heute auch Herr Rabe nach Deutschland geflogen, weil sein Vater morgen 80 wird.

Ja. Alles wie immer, alles… nicht so gut grad. Wenigstens Karri ist ab Dienstag wieder da.

(Falls Sie mal die Verlockung verspüren, zu promovieren: TUN SIES NICHT. So. Ich habe Sie gewarnt.)

Noch was gutes, irgendwie jedenfalls: Da mein Gehirn abends nach der seichtest möglichen Unterhaltung lechzte, schaute ich Schminkvideos und blieb bei Jeffree Star hängen. Muss man mögen, den Stil, ist halt alles wahnsinnig überdreht und überzeichnet und „more strobe bitches, helloo!!!“, aber ich mag das und hell yeah, der kann Make-Up. Und irgendwann wachte Michel auf und schaute ein bisschen zu und wenn es hier schon im echten Leben wenig queere Vielfalt gibt, kann er das wenigstens im Fernsehen mal sehen.