Tag 2541 – Auf dem Heimweg.

Ich wusste bis letzte Woche nicht, dass es im Flugzeug Dreipunktgurte gibt, und ich wüsste auch nicht so richtig, wozu das gut sein soll, aber egal. Nach einer Woche freue ich mich auf zu Hause, freue mich auf die Horizontale und freue mich auf Temperaturen unter 30 Grad. Mein Plan ist, zwischen den Mahlzeiten im Flugzeug durchzuschlafen. Mal sehen, ob das klappt. Cheers jedenfalls!

Ich sehe etwas mitgenommen aus, so schlimm ist es eigentlich gar nicht.

Übrigens haben wir aus Gründen etwas vom Hersteller geschenkt bekommen. Jeder und jede von uns eins:

Bestes Fidget-Toy.

Insgesamt war das alles sehr spannend und sehr gut. Hach. Den besten Job, den ich mir wünschen könnte, habe ich!

Tag 2540 – Cheers!

Abendessen gewesen, unglaublich viel Geld verballert, aber extrem leckere Linguini mit Meeresfrüchten gegessen. Als Nachtisch gab es ein Key Lime Dingens, in das ich mich hätte reinlegen können. Dazu zwei Gläser Wein. Was macht man nicht alles auf so Inspektionen, ne?

Der Koffer ist gepackt und der Pilotenstreik verschoben. Morgen geht es nach Hause. Ich freue mich, auch wenn das hier wirklich eine gute und spannende und lehrreiche Erfahrung war.

(Lehrreich auch: ich mache das im großen und ganzen schon echt ok und auch wir als Popel-Norwegen-Miniland sind echt nicht schlecht dabei in diesem Spiel.)

Tag 2538 – [Titel].

Kopf gleichzeitig leer und übervoll.

Viele Bilder gemacht, aber kaum noch Datenvolumen.

Leichter Sonnenbrand im Ausschnitt, wahrscheinlich da nicht gründlich genug eingecremt.

Durchgeschwitzt (mehrmals). Dreckig auch, eingestaubt bis zum Knie. Wir riechen wahrscheinlich auch interessant.

Über 24.000 Schritte (16,5 km) auf der Uhr und der Tag ist noch nicht rum.

Jetzt dürften Sie wissen, wo ich bin, aber über die Inspektion erzähle ich ja trotzdem nichts, nicht wahr.

P.S. Es gibt auch 1 Foto von mir an dem Punkt. Da grinse ich drauf. Reflexhaft weil „komm ich mach ein Foto“ und Verwirrung und allgemeine Schlappheit und langsam im Kopf und man lächelt ja auf Fotos, hat man so gelernt, macht man so. Kann ich jetzt nicht zeigen, weil dann kommt die Social Media-Polizei und wirft mit Kot weil ich das ja alles nicht respektiere, ganz offensichtlich. Es gibt auch ein Gruppenfoto, an diesem Punkt, auf dem grinse ich schon nicht mehr, weil die Verwirrung da schon nachließ. Aber die anderen kennen die Social Media-Polizei nicht. Tja.

Das war da übrigens gleichzeitig sehr schön, imposant und beklemmend.

Tag 2536 – 47$.

Ich habe heute endlich meine Reiseabrechnung angefangen. Hurra. Ich habe auch meinen Zyklus nachträglich getrackt. Doppelt Hurra. Außerdem war ich Wasser kaufen, weil das Kranwasser hier gechlort ist und weil an der Kasse jemand saß, der das offenbar noch nicht so lange macht, hätte ich fast 47$ für 3 Liter Wasser bezahlt. Habe ich dann nicht, sondern bin noch mal zurück zum Regal, habe den Fehler entdeckt (der hat den Preis für ein Paket á 24 Flaschen 6 mal eingescannt…) und dann doch 3 x 1 Liter im 3 für 3$-Angebot gekauft. Und jetzt frage ich mich, wie wenig wach man bei der Arbeit sein kann, dass man nicht mal stutzt, wenn die Kasse für 6 x 0,5 L Wasser der am wenigsten fancyen Marke 47$ ausspuckt.

Tag 2532 – Nicht cool.

Ich würde gerne behaupten können, dass ich diese Reise routiniert und tiefenentspannt angehe, weil ich ja dauernd reise, aber dieses Mal ist halt alleine (ohne meine Kollegin und meinen Kollegen, mit einem Inspektor aus einem anderen Land, den ich bisher nur auf Bildschirmen gesehen habe) und über mehrere Zeitzonen hinweg. Ein Drittland. Irgendwann musste das ja passieren, aber jetzt ist es sehr real und uff. Wahhh.

Einzig beruhigend, dass ich erfahrungsgemäß souverän rüber komme, egal wie sehr ich mir vorkomme wie ein verkleidetes Kind.

Tag 2531 – Krankenpflegeperson.

Falls Sie mal eine sehr müde Frau im Zug von oder nach Oslo sehen, die Nähte auftrennt, bin das wahrscheinlich ich. Bis zum Flughafen hatte ich die Ärmel ab, der Rest der beiden Fahrten ging dafür drauf, das vermaledeite Schrägband wieder abzumachen. Die Anleitung beschrieb die Montage des Schrägbandes nämlich schludrig (einfach drüber legen und festnähen) und genau so sah es dann auch aus. Also alles ab und neu, mit auseinanderfalten, Rundungen einknipsen, feststecken, festnähen, rumfalten, Rundungen einknipsen, wieder feststecken, wieder festnähen. Das dauert, aber nicht so lange wie alles zwei mal machen und zwischendurch auftrennen.

Ohne Ärmel und weiterhin in hellblau sieht es jetzt ein bisschen aus wie das, was hier die Intensivkrankenpflegepersonen tragen, nur dass das dunkelgrün ist.

Jetzt ist es in der Waschmaschine, als Vorbereitung auf eine Runde baden in Jeansblau. Ich glaube mit den hellblauen Nähten könnte das sogar ganz nett aussehen. Wir werden sehen.

Übermorgen geht es los, wär halt schon irgendwie gut, wenn ich mich bekleiden könnte.

(I’m peeing my pants, aber sagen Sie es niemandem, ja?)